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 The unbrakeable Truth (Kapitel 1 - 10)

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Sisilia
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BeitragThema: Re: The unbrakeable Truth (Kapitel 1 - 10)   Mo Jan 14, 2008 5:23 pm

Kapitel 10
Snapes Einbruch in Hogwarts





Diese Nacht war dunkel, es war Neumond und das wenige Licht, das die Sterne zur Erde schickten, wurde von der Finsternis sofort verschluckt.
Nur eine Kerze brannte auf dem kleinen Schreibpult, und auch ihr Licht schien von der Nacht verschlungen zu werden. Der schwarzhaarige Mann, der an dem Pult saß und seine Feder in das geöffnete Tintenfässchen tauchte, hatte, um lesen zu können was er schrieb, die Nase tief zum Pergament geneigt, so dass seine gut kinnlangen Haare über den Tisch streiften.

Bin wieder zurück … Endlich wieder etwas Vernünftiges zu tun. Dennoch war es ein merkwürdiges Gefühl wieder dort zu sein und es war sehr knapp, fast hätten sie mich erwischt. Nur gut, dass Filch ein Squib ist, sonst hätte es böse ausgehen können. Dennoch gratulier ich mir zu dieser Idee und bin auch jetzt noch froh, IHM das vorgeschlagen zu haben.

Ein kurzes Schmunzeln glitt über seine Augen, doch dann wurde sein Gesicht wieder ernst. Erneut tunkte er die Feder in das Tintenfass und starrte im flackernden Schein auf die Seite des kleinen schwarzen Büchleins, in das er oben nach das heutige Datum nachtrug.

ER wartet noch auf einen Bericht. Bin gespannt, wie ER reagieren wird, und dann bin ich gespannt, wie es weitergeht.

Noch einen Moment starrte er auf den Eintrag in dem Buch, legte dann die Feder zurück auf ihren Platz, schloss zuerst das Tintenfass und, als er sicher war, dass die Tinte trocken war, auch das Büchlein, das er sorgfältig in dem Geheimfach hinter dem Pult verstaute. Geschmeidig, raubtiergleich erhob er sich schließlich von seinem Stuhl. Nur das leise Rascheln seines Umhangstoffes war zu hören, als er die Kerze mit einem Wink seiner Hand löschte und dann durch den Raum auf die Türe zuging. Noch einmal warf die ganz in schwarz gekleidete Gestalt einen Blick zurück, nickte zufrieden und verließ dann das Haus, um draußen sofort mit der dunklen Nacht zu verschmelzen.



*****



Dies war der erste Morgen, an dem Sisilia erfrischt und munter aufgewacht war, denn es hatte in der Nacht endlich geregnet und die Temperaturen waren ein wenig gesunken. Inzwischen war eine gute Woche vergangen seit dem Vorfall im Hydepark und seither war nichts Besonderes mehr passiert, außer, dass sie jeden zweiten Tag eine Eule von Charlie erhalten hatte, in der er wissen wollte, ob es ihr auch wirklich gut ginge. Auf der einen Seite fand sie es sehr niedlich und lieb, doch langsam merkte sie auch, wie es ihr zu viel wurde.
So stand sie nun am Esstisch, goss sich etwas Tee in eine Tasse, die sie dann neben die noch immer eingerollte Zeitung stellte, die ihr eine Eule vor etwa fünf Minuten gebracht hatte.
Doch noch, bevor sie sich mit ihrem Tee setzen konnte, hörte sie eilige Schritte die Stufen zu ihrer Veranda hochlaufen und dann auch sogleich ein heftiges Poltern gegen ihre Türe.
„Sisilia!“, kam es von draußen. „Sisilia, bist du schon wach? Ich muss dir unbedingt etwas zeigen!“ Harry schien mächtig außer sich zu sein, denn seine Stimme überschlug sich förmlich.
„Es ist offen, komm rein“, rief Sisilia durch den Flur und keine Sekunde später ging die Tür auch schon auf. Harry stürmte geradezu ins Haus und wedelte mit der Zeitung herum, die er in der Hand hatte.
„Hast du schon den Tagespropheten gelesen? Hast du das schon gesehen? Ich wusste es. Ich habe es allen gesagt, er wird wieder auftauchen …“, schnaubte er aufgebracht.
„Jetzt beruhige dich erst mal und erzähle mir alles der Reihe nach“, mit diesen Worten schob sie ihn in die Küche und zu einem Stuhl, auf den er sich drücken ließ. Dann reichte sie ihm ihre Tasse Tee hin und holte sich selber eine neue, die sie voll schenkte.
„Trink was und dann noch mal ganz von vorn. Wer ist wieder aufgetaucht?“
„Snape!“, schoss es aus ihm heraus und Sisilia hätte vor Schreck beinahe ihre Tasse fallen lassen. „Dieser Mistkerl hat versucht in Hogwarts einzubrechen. Vor dem Klassenzimmer von Trelawney hat Filch ihn gestellt, doch Snape konnte fliehen“, erklärte Harry und breitete vor Sisilia seine Zeitung aus, die er mitgebracht hatte.
Fahrig stellte Sisilia die Tasse auf den Tisch, wobei etwas vom Inhalt überschwappte, doch darauf achte sie in dem Moment nicht. Sie neigte sich über das Papier und ihre Augen hafteten förmlich auf dem Artikel, der über die halbe Seite des Propheten ging.




Mörder wieder in Hogwarts aufgetaucht.

Der ehemalige Zaubertränkelehrer Professor Snape, der vor nicht einmal zwei Monaten den damaligen Schulleiter Professor Dumbledore auf kaltblütigste Weise ermordet hat, wurde gestern dabei erwischt, wie er durch die Flure von Hogwarts schlich, offensichtlich auf dem Weg zu den Privaträumen einer der Professorinnen der Schule.
Vielleicht in der Annahme, dass über die Ferien niemand im Schloss sei, dachte er unbemerkt dort eindringen zu können. Doch diesmal waren außer dem Hausmeister Mr. Filch auch noch Professor McGonagall, die derzeitige Schulleiterin, sowie Professor Trelawney, zuständig für das Fach Wahrsagen, anwesend, wobei wohl Letztere das Ziel des Eindringlings war.
Professor Trelawney sagte aus, dass sie gerade nach unten in die Küche habe gehen wollen, als plötzlich Professor Snape vor ihr gestanden hätte. Sie sei so geschockt gewesen, dass sie nur noch laut nach Hilfe schreien konnte. Ihr ehemaliger Kollege sei daraufhin sogleich davongelaufen.
Wie der Hausmeister Mr. Filch dem Propheten berichtete, hatte er die Schreie von Professor Trelawney gehört, da er gerade in der Nähe gewesen war, um Reparaturen in einem der Klassenzimmer durchzuführen, und war ohne zu zögern zu ihr nach oben gelaufen. Auf dem Treppenabsatz war er Snape begegnet, der sofort drohend seinen Zauberstab gezogen hatte, als er (Filch) ihn aufhalten wollte. Aus Furcht vor dem eiskalten und unberechenbaren Mörder hatte es Mr. Filch vorgezogen, sich in Sicherheit zu bringen, doch sagte er, er sei sich sicher, dass seine Rufe und Drohungen den ehemaligen Professor sehr schnell dazu bewogen hätten, das Weite zu suchen.
Die derzeitige Schulleiterin, Professor McGonagall, die sich wegen Vorbereitungen für das nächste Schuljahr schon in Hogwarts aufgehalten hatte, gab an, dass sie niemals erwartet hätte, dass Snape die Dreistigkeit besitzen würde, sich noch einmal in Hogwarts blicken zu lassen.
Was aber weiterhin ungeklärt bleibt: Was wollte Snape, der derzeit meist gesuchte Mörder, in Hogwarts? Es heißt zwar, dass ein Verbrecher immer wieder an den Ort des Verbrechens zurückkehrt, aber dennoch tut er dies gewöhnlich aus einem bestimmten Grund. Wollte er Spuren verwischen oder hatte er etwas Wichtiges in Hogwarts zurückgelassen, das er dringend haben wollte?
Doch Eines gab das Ministerium noch bekannt: Die Fahndung nach Severus Snape wird noch weiter ausgedehnt werden, fast alle Auroren sind auf diesen Fall angesetzt, und es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis dieser feige Mörder endlich in Askaban sitzen wird.


Sisilia ließ die Zeitung sinken und blickte nachdenklich zu Harry, der ihr immer noch mit hochrotem Gesicht und sehr aufgebracht entgegenblickte. Er schlug mit der Faust auf den Tisch und deutete dann auf den Artikel.
„Mir war immer klar, dass dieser Mistkerl keine Skrupel besitzt. Er hat die Unverfrorenheit, wieder in Hogwarts aufzutauchen! Doch soviel verspreche ich dir, ich bekomme heraus, was er dort wollte. Und noch etwas. Das Ministerium soll sich lieber Mühe geben und ihn vor mir finden, denn wenn ich ihn in die Finger bekomme, werden sie nicht mehr viel vorfinden, das sie in Askaban einsperren können.“
„Harry! Harry beruhige dich wieder. Du wirst gar nichts dergleichen tun. Mr. Snape ist eine Nummer zu hoch für dich. Außerdem hast du eine andere Aufgabe, vergiss das nicht.“
„Das ist mir egal! Sisilia, dieser verdammte Bastard hat deinen Großonkel getötet, ich war dabei, ich musste es hilflos mit ansehen!“, schrie er ihr jetzt förmlich ihr entgegen.
„Verdammt Harry, das weiß ich!“, gab sie nun auch lauter zurück und stand auf, wobei fast ihr Stuhl nach hinten kippte, und sich dann aber im letzten Moment mit Gepolter wieder auf alle vier Beine stellte.
„Glaubst du es bringt was, wenn du wie ein verrückter Berserker herum rennst und Jagd auf Snape machst, wenn nicht mal ausgebildete Auroren ihn aufspüren können? Du hast wohl immer noch nicht begriffen, dass keiner Snape finden wird, wenn er nicht gefunden werden will. Er ist zu clever für das Ministerium; wenn man ihn überhaupt fangen kann, dann nur mit einer überdurchschnittlichen List und nicht indem man wütend mit der Faust auf den Tisch schlägt.“
Harry starrte mit offenem Mund zu Sisilia. Er hatte sie noch nie wütend gesehen und schon gar nicht mit jemandem so sprechen hören. Doch musste Harry sich auch eingestehen, dass sie Recht hatte.
„Es tut mir leid, Sisilia. Ich hab den Kopf verloren“, sagte er nun kleinlaut und Sisilia setzte sich wieder zu ihm.
„Schon gut, ich kann es ja verstehen. Doch solltest du wirklich versuchen deine Gefühle etwas besser in den Griff zu bekommen.“
Jetzt lachte Harry kurz auf und es klang fast etwas wirr.
„Genau so etwas sagte Snape auch zu mir“, gab er auf ihren fragenden Blick als Erklärung.
„Das hat er getan?“, hakte Sisilia nach.
„Das und einiges mehr“, brummte er jetzt nachdenklich.
„Sag mal, Sisilia. Wie gut beherrscht du unausgesprochenen Flüche?“
Überrascht sah sie ihn auf diese Frage hin an.
„Nun ja. Wie gut? Ich denke ganz passabel. Musste die meisten so lernen, da ich in der Muggelwelt gelebt habe und ich auf diese Weise Zauber anwenden konnte, ohne dass die andern davon Wind bekamen. Warum fragst du?“
„Weil mir gerade etwas eingefallen ist. Snape beherrscht die non-verbalen Zaubersprüche so gut wie nur wenige mir bekannte Magier, wie er mir bei unserer letzten Begegnung überdeutlich klar gemacht hat. Und ich habe erkannt, wie wichtig dies sein kann, wenn man gegen seine Gegner eine Chance haben will. Worauf ich hinaus will: Sisilia, würdest du mit mir vielleicht diese Sprüche üben?“, fragte er vorsichtig nach.
„Nun ja …“, begann sie nachdenklich, „warum eigentlich nicht. Schaden kann es auf keinen Fall. Ich hätte auch nichts gegen ein bisschen Übung“, schmunzelte sie jetzt.
„Danke“, sagte Harry und dann fiel sein Blick wieder auf die Zeitung und seine Miene verfinsterte sich erneut.
„Ich muss nach Hogwarts gehen und herauszufinden versuchen, was Snape dort gewollt hat“, dachte er laut.
„Du wirst nicht so ohne Weiteres reinkommen. Sie haben garantiert die Sicherheitsmaßnahmen verschärft. In einer Woche beginnt die Schule wieder. Soll sie jedenfalls. Und ich bin mir sicher, dass da inzwischen nicht jeder so einfach reinmarschieren kann.“
Jetzt grinste Harry sie an, woraufhin sie ihm einen fragenden Blick zuwarf.
„Nicht jeder, doch ich hab etwas …“, begann er zu erklären.
„Deinen Tarnumhang? Ich fürchte, der wird dir nicht helfen, durch das Tor zu kommen. Wenn du mal drin bist, in Ordnung, dann ist er nützlich, aber mit ihm kannst du weder durch Wände noch durch verschlossene Eingangstore gehen.“
Als Harry sie auf diese Worte hin betroffen ansah, fuhr sie hastig fort: „Warte mal. Stand in der Zeitung nicht, dass Professor McGonagall schon in Hogwarts ist?“
„Ja, da stand, sie würde Vorbereitungen fürs neue Schuljahr treffen“, gab Harry nickend und mit einem fragenden Blick zurück.
„Dann hab ich vielleicht eine Idee, wie ich dich ins Schloss bringen kann.“
„Ja wirklich?“, Harrys Gesicht hellte sich merklich auf.
„Ja“, sie legte ihre Finger nachdenklich an ihr Kinn. „Hör zu Harry. Professor McGonagall hat mir gesagt, ich dürfte sie jederzeit besuchen, ob daheim oder in Hogwarts. Vielleicht wäre es Zeit, dass ich mich bei ihr zum Tee einlade, meinst du nicht?“, sie hob eine Augenbraue und Harry nickte kurz.
„Gut, abgemacht. Ich schicke ihr eine Eule, und sobald ich weiß, wann es ihr Recht ist, gebe ich dir Bescheid. Ich hoffe nur der ganze Aufwand lohnt sich dann auch und du findest tatsächlich heraus, was Snape im Schloss wollte.“

Gleich für den nächsten Tag erhielt Sisilia ein Schreiben von Minerva McGonagall, dass sie sich auf ihren Besuch freuen würde, und mit dem Brief erhielt sie auch einen Passierschein, der persönlich auf sie ausgestellt war. Also hatte Sisilia recht damit gehabt, dass sie die Sicherheitsvorkehrungen in Hogwarts nach Snapes Eindringen verschärft hatten.
Sisilia hatte den ganzen gestrigen Tag überlegt, warum Snape dort gewesen war, nachdem sie durch Harry davon erfahren hatte, und sie hatte nicht übel Lust gehabt, ihn selber zu fragen. Doch sie wusste ja nicht wie. Wenn, dann war er derjenige, der Kontakt zu ihr aufnahm, doch leider nicht an diesem und auch nicht am nächsten Tag.
So machte sie sich mit Harry nach dem Mittagessen auf nach Hogsmeade. Sie reisten zuerst per Flohpulver, und dann gingen sie den Weg vom Ort hinauf zum Schloss. Als sie in Sichtweite der Schule kamen, zog Harry seinen Umhang über und blieb dann dicht an Sisilias Seite, bis sie vor dem Tor standen, das verschlossen war.
„Hallo? Ist jemand hier?“, rief Sisilia durch die Gitterstäbe und zuckte zurück, als sich aus dem Schatten einer Mauer innerhalb des Geländes eine Gestalt löste, die sie zuvor nicht bemerkt hatte. Doch als ihr Blick auf kurzes bonbonrosafarbenes Haar fiel, huschte ein Lächeln über ihr Gesicht.
„Tonks? Du hier?“, rief sie überrascht.
„Hallo Sisilia. Ich hab schon gewartet, Minerva hat mir erzählt, dass du heute hier auftauchen würdest. Sie meinte, du hättest vielleicht Interesse an einem Lehrerposten“, redete die junge Frau munter drauf los. Sisilia war kurz verblüfft, was sie aber schnell wieder verbergen konnte, denn ihr wurde mit einem Mal klar, dass außer ihrem Großvater, Minerva, Harry – und natürlich Snape – keiner wusste, wer sie wirklich war. Wie umsichtig von Minerva, daran zu denken!

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Mit Zauberei hat das Geschichtenschreiben eben auch zu tun! Cornelia Funke (Tintenherz)

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BeitragThema: Re: The unbrakeable Truth (Kapitel 1 - 10)   Mo Jan 14, 2008 5:27 pm

„Ja, es klang interessant und ich dachte, ich sehe mir das Ganze mal an“, antwortete sie dann.
„Na dann mal rein in die gute Stube.“ Mit diesen Worten öffnete Tonks das Tor und ließ Sisilia durch. Diese konnte spüren, wie Harry sich eng an ihr vorbei schob, was nicht anders ging, denn Tonks öffnete das Tor nur so weit, dass eine Person bequem durchgehen konnte, und schloss es auch sogleich wieder. Kurz erklärte sie ihr noch den Weg zum Schulleiterbüro und gab ihr auch das Passwort, bevor sie sich wieder mit dem Rücken gegen die Mauer lehnte, an der sie zuvor auch schon gestanden hatte, und, während sie ihr noch kurz nachwinkte, farblich mit der Mauer verschmolz wie ein Chamäleon.
„Methamorphmagie“, flüsterte Harry, eifrig bemüht keine Geräusche zu verursachen, während er den Weg mit ihr nach oben ging.
„Ein durchaus nützliches Talent“, gab Sisilia ebenso leise zurück.
Als sie die Stufen zur Eingangstüre erreicht hatten, blieb sie stehen und warf einen Blick Richtung See.
„Harry, ich würde vorschlagen, wir treffen uns unten beim Grabmal meines Großonkels, wenn wir fertig sind. Dann reicht es, wenn wir eine ungefähre Zeit ausmachen. Sagen wir ca. zwei bis drei Stunden. Wenn es etwas länger dauert, ist es auch nicht tragisch.“
„Ja, in Ordnung. Geht klar. Also treffen wir uns am See“, leise waren seine Worte und Sisilia vermied es in seine Richtung zu sehen, allein schon deshalb, weil sie gar nichts sehen würde. Doch seltsamerweise konnte sie überdeutlich spüren, dass er neben ihr stand, was sie leicht verwunderte.
Sisilia öffnete die Türe in die Eingangshalle und blieb erst einen Moment lang stehen, sich nachdenklich umblickend. Wie lange war sie nicht mehr hier gewesen? Achtzehn Jahre, das war eine halbe Ewigkeit. Als Harry an ihr vorbei ging, murmelte sie noch „Viel Glück“ und ging dann selber auf die Stufen zu, die nach oben führten.
Jedoch erschrak sie sehr, als plötzlich ein Mann neben ihr scheinbar aus dem Nichts auftauchte. Dieser sah mit seinen langen ungepflegten Haaren und seiner zerschlissenen Kleidung wie ein Vagabund aus. Um seine Beine strich eine zerzauste Katze und starrte Sisilia neugierig an.
„Kann ich Ihnen helfen, Mam?“, fragte der Mann misstrauisch. Doch bevor sie großartig zu erklären begann, zog sie das Schreiben von Minerva aus der Tasche und reichte es ihm.
Während er den Text ganz genau las und immer wieder leise etwas Unverständliches murmelte wie „Hmm … sieht echt aus“, beobachtete Sisilia, wie die Katze des Mannes, einige Stufen nach oben gegangen war und auf eine Stelle starrte, wo sie anscheinend etwas gesehen hatte.
Sie hoffte, dass es nicht Harry war, den sie ausgemacht hatte, und wandte schnell den Kopf zurück zu Filch, als dieser sich bewegte.
„In Ordnung, Miss Dorel. Ich bring Sie nach oben. Folgen Sie mir“, sagte der Mann zu ihr. Im ersten Moment wollte sie dankend ablehnen, da sie den Weg selber wusste, doch dann dachte sie bei sich, dass es für Harry vielleicht nicht mal so schlecht wäre, wenn er etwas mehr Luft hätte und sie diesen neugierigen Hausmeister ein paar Minuten ablenken könnte.




*****




Das Gespräch mit Minerva McGonagall verlief sehr kurzweilig. Sie hatten sich viel zu berichten, redeten über alte Zeiten, liebenswerte Angewohnheiten von Dumbledore und wie sie ihn vermissten. Sie weinten beide ein paar Tränen und tranken Tee, wozu Minerva wieder ihre Ingwerkekse, aber auch etwas Kuchen anbot. Ehe sie es sich versahen, waren schon fast drei Stunden vergangen und Sisilia drängte zum Aufbruch, unter dem Vorwand, noch zum Grab ihres Onkels gehen zu wollen.
Man merkte Minerva an, dass sie Sisilia nur ungern ziehen lassen wollte, irgendwie schienen sich die beiden Frauen sehr gut zu verstehen. Die alte Lady hatte etwas Mütterliches an sich, und Sisilia fühlte sich sehr wohl in ihrer Gegenwart. Dennoch verabschiedete sich Sil, und nachdem sie versprechen musste, wieder vorbei zu kommen, entließ McGonagall sie schließlich.
Mit langsamen Schritten, die abendliche Sonne genießend, schlenderte Sisilia zum See hinunter und zu dem weißen marmornen Grabmal, das dort stand. Ihr Blick glitt für einen Moment über den glitzernden See, doch dann wurde er wieder von dem weißen Stein angezogen, auf dem ein Name stand.

Albus Percival Wulfric Brian Dumbledore.

Einen Moment blieb sie davor stehen und vor ihrem inneren Auge erschien das Gesicht ihres Großonkels, der sie, wie er es meistens getan hatte, mit seinen hellblauen Augen über seine Halbmondbrille anlächelte.
Sie bemerkte nur allzu deutlich, wie sehr sie ihn doch vermisste und konnte die Träne, die sich ihren Weg über ihre Wange bahnte, nicht aufhalten. Langsam ließ sie sich vor dem Grabmal in das Gras sinken und strich mit den Fingern sanft über den kalten Stein.
„Ich vermisse dich, Onkel“, sagt sie leise. „Aber noch mehr vermisse ich unsere vielen langen Gespräche, die Geschichten, die du mir erzählt hast, wie die mit der U-Bahn-Karte über deinem linken Knie.“
Ihr Blick ging jetzt gen Himmel, wo sie Tränen wegblinzelnd die Wolken beobachtete.
„Eigentlich hattest du mir noch versprochen, mir die Geschichte mit diesem Grindelwald zu erzählen, weißt du noch? Du sagtest, wenn ich verständig genug wäre, würdest du das tun. Immer wieder hast du mich vertröstet und jetzt … jetzt ist es zu spät. Könnte ich doch nur noch einmal mit dir sprechen, nur einmal“, mit einer fahrigen Bewegung wischte sie sich eine Träne von ihrer Wange, die es gewagt hatte sich ihrem Willen, nicht weinen zu wollen, zu widersetzen.
Sie saß noch einige Zeit einfach nur da und hing ihren Gedanken nach, als mit einmal eine Hand auf ihrer Schulter spürte.
„Shhh, ich bin es nur“, hörte sie Harry flüstern. Sie bewegte sich nicht und schaute weiterhin auf das Wasser.
„Und? Erfolg gehabt?“, fragte sie leise.
„Und ob. Und ob! Aber lass uns verschwinden, ich werde dir daheim alles erzählen“, sagte er, und Sisilia erhob sich nickend, warf dem Grabmal noch einen Blick zu und ging dann mit Harry an ihren Fersen zurück zu Tonks, die sie wieder hinausließ.





******



Wieder zurück in London, führte Sisilia Harry in ihr Wohnzimmer und machte noch schnell Tee. Dann als sie Harry gegenüber saß, jeder mit einer Tasse Tee in der Hand, sah sie ihn erwartungsvoll an.
„Gut, was hast du erfahren?“
Harry ließ sich in den Sessel zurücksinken und blickte sie mit einer Art Triumph in seinen Augen an. Dann zog er ein Lederkästchen unter seinem Umhang hervor und stellte dieses auf den Tisch.
„Was ist das?“, fragte Sisilia und starrte auf das viereckige Kästchen.
„Das ist etwas, was mir Albus Dumbledore in einer der Erinnerungen gezeigt hatte, die er besorgen konnte. Er hatte diese Erinnerung von einer kleinen alten Hauselfe. Honkey war ihr Name. Doch das spielt hier keine Rolle. In der Erinnerung hatte eine alte Dame Voldemort genau dieses Kästchen gezeigt, und kurz darauf war sie ermordet worden, und das hier und noch etwas anderes waren verschwunden.“
Sisilia hing an Harrys Lippen, und ihre Spannung wuchs immer mehr, was sie dazu brachte, unruhig auf dem Sofa hin und her zu rutschen. Dennoch wollte sie Harry nicht drängen und wartete einfach ab, auch wenn es ihr nicht leicht fiel.
„Man hatte von diesen Dingen nie wieder etwas gehört oder gesehen“, erklärte er geheimnisvoll, doch dann hob er den Deckel der Schachtel ab und ließ Sisilia einen Blick darauf werfen.
Es war ein kleiner goldener Becher, mit zwei sehr fein gearbeiteten Henkeln daran, der in einem weichen seidenen Futteral lag.
„Eine Teetasse?“, fragte Sisilia nun sichtlich irritiert.
„Eine Teetasse, doch keine einfache Teetasse. Es ist eine Tasse, die einmal Helga Hufflepuff gehört hat. Unten auf dem Boden kann man einen kleinen Dachs erkennen“, erklärte er mit einem stolzen Blick.
Automatisch streckte Sisilia die Hand danach aus, doch Harry hinderte sie daran, die Tasse zu berühren.
„Nein, nicht! Sie könnte verflucht sein. Genauso wie die andern Gegenstände verflucht waren, die Voldemort als Aufbewahrungsort seiner Seelenstücke benutzt hat“, seine Stimme klang zischend und warnend und seine Augen leuchteten fast schon fanatisch.
„Du glaubst, das hier ist ein weiteres Horcrux, Harry?“, fragte Sisilia vorsichtig und ließ weder ihn noch diesen Becher aus den Augen.
„Ja. Ja, das denke ich. Warum sollte Snape sonst in Hogwarts gewesen sein? Warum ausgerechnet zu Professor Trelawneys Privaträumen gegangen sein? Denn dort befand sich der Becher. Wusstest du, dass Professor Trelawney eine leidenschaftliche Tassensammlerin ist? Keiner hätte wohl vermutet, dass ausgerechnet sie dieses wertvolle Stück besitzen würde. Und das auch noch vor den Augen der gesamten Schüler. Ich habe das Regal immer wieder betrachtet und auch ich kam nicht auf die Idee, was ich da vor mir hatte „Das ist verrückt“, sagte Sisilia leise. „Und was jetzt? Wie willst du herausfinden, ob es wirklich eines dieser Horcruxe ist und … wenn du Recht hast, wie kann man es zerstören?“
Wieder ging ihr Blick zwischen Harry und dem Kleinod in der Kiste hin und her.
„Gute Frage. Ich weiß es nicht. Ich werde wohl meine Freunde um Hilfe bitten müssen. Sisilia … könntest du vielleicht doch …“, begann er, doch Sisilia ließ ihn nicht ausreden.
„Sag mir nur für wen.“
„Ron und Hermine“, sagte er schnell, schien noch einen Moment zu überlegen, doch dann nickte er und wiederholte die Namen.
„Gut“, sofort zog Sisilia ihren Zauberstab und übergab ihm nur wenige Augenblicke später zwei kleine Pergamente.
„Danke“, sagte er nur, steckte sie in die Tasche und verschloss das lederne Kästchen wieder.
„Harry?“
„Hm?“, er steckte das Kästchen weg und sah dann wieder zu Sisilia.
„Sei bitte vorsichtig damit“, warnte sie ihn besorgt.
„Das werde ich sein. Mach dir keine Sorgen. Aber gib zu, ich hatte recht. Snape hatte einen Grund gehabt, das Schloss zu betreten. Ich nehme an, Voldemort war der Ort, an dem sich das Kästchen befand, nicht mehr sicher genug und darum wollte er, dass Snape es ihm bringt. Sein Pech, das Professor Trelawney schon im Schloss war. Und mein Glück. Wenn ich recht habe und es schaffe, es zu zerstören, dann muss ich nur noch drei Horcruxe finden. Professor Dumbledore hatte noch eine Vermutung, was ein weiteres Horcrux sein könnte. Außerdem ist nicht sicher, was mit dem Medaillon ist. Vielleicht ist es RAB, wer das auch immer war, gelungen, es unschädlich zu machen, dann hätte ich eine Sorge weniger.“
Harrys Stirn zog sich in Falten und Sisilia konnte deutlich sehen, welche Last auf den Schultern des Jungen lag. Und wieder bestärkte sie das in ihrem Willen, Harry Potter zu helfen. In diesem Moment fiel ihr Blick auf den kleinen schwarzen Kater, der im Türrahmen stand und sie anscheinend schon einige Zeit neugierig beobachtet hatte.
Gerade als Sisilia ihn anblickte, ging er, um Harry einen großen Bogen machend, zum Sofa, sprang dort hinauf, legte sich ans andere Ende und ließ dabei weder Harry noch sie aus den Augen.
„Ich weiß nicht, warum du diesen schwarzen Teufel behältst, Sisilia. Irgendwas gefällt mir an dem Tier nicht“, murmelte Harry nun leise, während er sich zu ihr nach vorn gebeugt hatte.
„Aber der tut doch keinem was. Lass ihn einfach, Harry. Wir wissen ja nicht, was der arme kleine Kerl vielleicht schon alles durchgemacht hat. Außerdem hab ich den Eindruck, dass er sich hier ganz wohl fühlt“, erklärte sie lächelnd.
Auch Harry musste jetzt lächeln und winkte dann einfach ab.
„Weißt du was, Sisilia? Ich glaube du bist einfach zu gut für die diese Welt. Dir würde ich zutrauen, dass du noch versuchen würdest, Snapes Unschuld zu beweisen. Ganz wie dein Onkel eben. Ich sollte jetzt Ron und Hermine Bescheid geben. Ich werde sie für morgen einladen. Bitte pass auf dich auf. Du bist eine gute Freundin geworden. Ich möchte nicht, dass dir etwas zustößt“, sagte Harry, und er klang in dem Moment so verdammt erwachsen. Zu erwachsen für sein Alter. Er stand auf, und sofort erhob sich Sisilia gleichfalls und trat auf ihn zu.
„Es ist mir eine große Ehre, dass du mich als Freundin betrachtest. Danke, Harry. Auch du bist für mich ein guter Freund geworden, und du wirst mir deshalb ebenfalls versprechen, auf dich aufzupassen, verstanden?“, sagte sie, und nahm ihn einfach, ohne weiter darüber nachzudenken, kurz in die Arme. Als sie ihn losließ, sah er sie etwas verschüchtert an, was Sisilia einfach zu süß fand. Doch schnell unterdrückte sie den Wunsch zu schmunzeln und verwandelte dies in ein Lächeln.
„Hör zu, falls du Miss Weasley auch noch …“, wollte sie ihm vorschlagen.
„Nein. Nein, Ron und Hermine genügen. Wirklich“, sagte er bestimmt. „Ich werde dann mal“, sagte er, nickte ihr kurz zu und ging dann zur Türe.
„Gute Nacht, Harry. Wenn etwas sein sollte, du weißt, wo du mich findest“, rief sie ihm hinterher, bevor er mit einem weiteren Nicken verschwand.
Sisilia sah noch einen Moment hinterher, bis sie die Haustüre ins Schloss fallen hörte. Dann atmete sie tief durch und drehte sich zum Sofa um, wo der kleine schwarze Kater saß und sie mit seinen funkelnden Augen musterte.
„Und was machen wir beide jetzt?“, fragte sie und das Tier setzte sich auf, so als hätte es ihre Frage verstanden, und blickte sie an. Einen Moment lang musterte sie ihn, doch dann ging sie zurück auf ihren Platz, setzte sich und nahm ihren Tee in die Hand.
Ihre Gedanken wanderten zu der goldenen Tasse. Konnte sie wirklich eines der gesuchten Horcruxe sein? Wenn ja, wie zerstörte man solch einen gefährlichen Gegenstand?
„Schade, dass du mir nicht helfen kannst, Pidi. Ich wüsste wirklich gern, wie man ein Horcrux vernichtet. Wenn ich richtig liege, jedenfalls soweit ich die Informationen von Harry habe, hat mein Onkel diesen Ring unschädlich machen wollen, und dabei ist ihm ein Fehler unterlaufen, bei dem er seine Hand eingebüßt hat. Anscheinend hat Albus nur mit Hilfe seines Könnens und dem Wissen von Professor Snape Schlimmeres verhindern können“, dachte sie nun laut.

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BeitragThema: Re: The unbrakeable Truth (Kapitel 1 - 10)   Mo Jan 14, 2008 5:28 pm

„Doch was war das? Was haben die beiden getan?“
Sie nahm ihren Blick nicht von dem schwarzen Tier, welches sie seinerseits nicht aus den Augen ließ.
„Ach, was tue ich da bloß? Ich frage eine Katze um Rat. Harry hat schon recht, ich sollte aufpassen, du bist wirklich ein kleiner Teufel“, schmunzelte sie jetzt, stellte die Tasse zurück auf den Tisch und legte sich auf das Sofa, den Kopf auf der Armlehne, verschränkte die Hände auf dem Bauch, ließ die Beine aber weiterhin auf dem Boden, da sie den Kater nicht vertreiben wollte. Und der würde garantiert vom Sofa springen, wenn sie die Beine ebenfalls hochlegen würde.
So lag sie einige Zeit einfach nur da und ließ ihren Gedanken freien Lauf.
Irgendwann fielen ihr die Augen zu, und sie glitt in einen leichten Schlaf. Es dauerte auch nicht sehr lange, bis ein seltsamer Traum in ihrem Kopf zum Leben erwachte.

Die Luft war sehr schwül, und dicker Nebel hing zwischen alten dunklen Bäumen und schien über den Boden zu kriechen. In der Ferne schrie ein Käuzchen, und gleich darauf konnte sie hören, wie der Vogel hoch über ihrem Kopf davon flog. Sie stand alleine mitten in diesem Wald. Bis auf das leise Rascheln der Blätter über ihr in den Bäumen war nichts zu hören. Ein sanfter Windhauch strich über ihr Gesicht und fuhr leicht durch ihre Haare. Langsam setzte sie einen Schritt vor den anderen, den Boden unter sich nur erahnend. Immer wieder tastete sie sich von einem Baum zum andern. Sie hatte keine Ahnung wo sie war und wo sie hinging, und als ihr das bewusst wurde, begann ihr Herz heftig in ihrer Brust zu schlagen und sie bekam Angst.
Aber dennoch schien sie irgendetwas magisch anzuziehen. Und genau darauf zu lenkte sie ihre Schritte. Vorsichtig, darauf achtend auf keinen Ast zu treten, der ein Geräusch hätte verursachen können, ging sie weiter.
Nach einiger Zeit entdeckte sie eine kleine Hütte, direkt am Waldrand, den sie mittlerweile erreicht hatte. Kurz stutzte sie. Kannte sie diese Hütte nicht? Doch so sehr sie sich auch anstrengte, es wollte ihr nicht einfallen.
Langsam ging sie weiter auf das Gebäude zu, aus dem ein schwaches Licht durch ein kleines Fenster fiel. Neugierig steuerte sie direkt darauf zu und als sie es erreicht hatte, warf sie vorsichtig einen Blick hinein. Das Erste, was sie sah, war ein Mann, groß, schlank, mit weißen Haaren, die er mit einem Band locker im Nacken zusammengefasst hatte. Dieser Mann stand mit dem Rücken zu ihr, sodass sie sein Gesicht nicht sehen konnte. Auch brannte nur eine Kerze auf einem Tisch, die nicht wirklich viel Licht spendete. Und die flackernden Schatten, welche diese warf, sahen mehr als unheimlich aus.
Neben ihm stand ein anderer Mann, er trug einen tiefschwarzen Umhang mit einer Kapuze auf dem Kopf. Ihn konnte sie von der Seite sehen, doch wegen der Kapuze sein Gesicht nicht erkennen. Irgendwas schienen die beiden da zu tun oder zu betrachten. Sisilia ging noch einen weiteren Schritt auf das Fenster zu und stellte sich auf einen kleinen Mauervorsprung, um besser hineinsehen zu können. Dabei fiel ihr Blick auf den Schatten an der Wand, den die beiden warfen, und fasziniert versuchte sie zu deuten, was sie dort sah.
Einer der Männer, es musste der Weißhaarige sein, hatte einen Arm von sich gestreckt und der andere hatte seinen Zauberstab auf dessen Hand gerichtet. Nun konnte sie auch hören, wie der Mann in Schwarz leise Beschwörungsformeln flüsterte, während der andere immer wieder ein schmerzhaftes Stöhnen unterdrückte. Doch dann mit einem Male entspannte sich der alte Mann wieder, er ließ seine Hand etwas sinken und man konnte deutlich sehen, dass er dann etwas von seinem Finger zog. Vielleicht einen Ring? Es war zumindest das Naheliegendste. Was hatten die beiden da getan?
In dem Moment drehte sich der Alte um und sah genau in Sisilias Richtung. Sie erstarrte, kippte rückwärts von dem Vorsprung und stolperte dann noch über ihre eigenen Beine, sodass sie anschließend hart auf den Boden krachte.
Das war doch unmöglich. Das, was sie gerade eben gesehen hatte, war unmöglich. Der alte Mann mit den weißen Haaren, das war … Albus Dumbledore gewesen. Aber was war mit seiner Hand geschehen? Sie war … schwarz.
Doch noch bevor sie richtig nachdenken konnte, hörte sie wie die Türe aufschlug, und der Mann im schwarzen Umhang kam heraus gerannt. Eine Art von Panik überfiel sie, und sie wollte nur noch hier weg. So schnell sie konnte, rappelte sie sich wieder auf die Beine und rannte davon. Ohne sich umzudrehen, lief sie zurück in den Wald, zwischen den eng zusammenstehenden Bäumen hindurch, wobei immer wieder Äste über ihren Körper und auch ihr Gesicht strichen.
Überdeutlich hörte sie, wie er sie verfolgte, und mit Schrecken nahm sie wahr, dass die Schritte sich ihr immer mehr näherten. Sie wagte es nicht sich umzublicken. Sie hatte Furcht, diese eine Sekunde könnte die Entscheidende sein, um dem Mann zu entkommen.
Doch sie hatte die Rechnung ohne den unebenen Waldboden gemacht. Eine dicke Wurzel, die sie in den Nebelschwaden nicht gesehen hatte, wurde ihr zum Verhängnis. Sie stolperte, fiel und versuchte sich sofort wieder aufzurichten.
Just in dem Moment spürte sie aber schon, wie sie von hinten gepackt wurde. Zwei kräftige Hände ergriffen ihren Oberarme und zogen sie auf ihre Beine, schoben sie nach vorn, und mit einem harten Stoß wurde sie mit dem Gesicht voran gegen einen dicken Baum gedrückt, wobei sich ihr Verfolger von hinten an sie presste. Sie versuchte sich zu wehren, doch er packte sehr schnell ihre Handgelenke, hielt diese fest und führte sie über ihrem Kopf zusammen, wo er sie nur noch mit einer Hand fasste und diese schroff ebenfalls gegen den Baum drückte.
„Was wollen Sie von mir?“, keuchte Sisilia, während ihr Herz bis zu ihrem Hals schlug, doch der Mann hinter ihr antwortete nicht. Das Einzige was sie fühlte war, dass er begann, seine freie Hand tastend über ihren Körper wandern zu lassen. Anscheinend suchte er etwas und er fand es auch sehr schnell: Ihren Zauberstab, den er sogleich in seine Tasche steckte.
Erschrocken keuchte sie jetzt auf und versuchte den Kopf zu drehen, um ihren Peiniger anzusehen.
„Bitte … ich habe nichts getan. Lassen Sie mich gehen“, flehte sie leise, doch sofort, noch bevor sie sein Gesicht hatte erkennen können, drückte er ihren Kopf wieder nach vorn.
Dann ging plötzlich alles sehr schnell. Sie hörte ein leises Sirren und spürte, wie sich Seile um ihre Gelenke schlangen, dann wurde ihr ein Tuch vor die Augen gebunden und sie konnte nichts mehr sehen.
„Was machen Sie mit mir?“, fragte sie voller Angst und spürte, wie ihre Knie zu zittern begannen.
Dann fühlte sie seinen heißen Atem an ihrem Ohr und erschauderte.
„Keine Angst, mein süßer Engel. Ich werde dir nichts zuleide tun.“ Seine Worte waren nur ein Hauchen, so leise, dass sie es kaum verstehen konnte.
„Bitte … dann lassen Sie mich doch gehen“, flehte sie erneut und versuchte sich ihm zuzuwenden, was er aber nicht zuließ. Weiterhin presste er sie gegen den Baum und begann nun mit den Fingern sanft über ihre Wange zu streichen. Die Berührung war zärtlich und fordernd zugleich. Sofort wurde Sisilia klar, was der Mann damit beabsichtigte, und sie glaubte auch zu wissen, was er am Ende mit ihr vorhatte.
Ein Keuchen kam über ihre Lippen, als sie erneut seinen Atem an ihrem Nacken spürte und dann gleich darauf seinen Mund, den er über ihre Haut dort gleiten ließ.
Noch einmal versuchte sie sich aus seinem Griff zu winden, doch dieser war stählern und erbarmungslos. Seine andere Hand glitt jetzt von ihrer Taille zu ihrem Bauch, und geschickt öffnete er die Knöpfe ihrer Bluse, um die Hand darunter zu schieben und mit den Fingern, die wider Erwarten nicht kalt, sondern angenehm warm waren, über ihre Haut zu streichen. Während seine Finger den Weg zu ihren Brüsten fanden, die er eingehend betastete, wanderten seine Lippen zu ihrem Ohr, an dem zu knabbern begann. Ihr ganzer Körper erschauderte, und aus dem Wunsch wegzulaufen wurde mit einem Mal der Wunsch, dass er nicht aufhören möge.
Unwillkürlich presste sie sich an ihn, nahm ihren Kopf etwas zur Seite, damit er ihren Hals erreichen konnte, an dem er zu knabbern begann. Wie von alleine bewegten sich ihre Hüften seitlich hin und her, und sie begann sich an ihm zu reiben. Diese einfachen Berührungen lösten mit einem Male ein Verlangen aus, das alles andere Denken total ausschaltete, und als der Mann seine Hand unter den Bund ihres Rockes gleiten ließ und als Ziel das samtweiche Dreieck ihrer Weiblichkeit ansteuerte, war es um sie geschehen.
Sie war davon überzeugt, dass das Keuchen, welches aus ihrem tiefsten Inneren kam, bis weit in den Wald hinein zu hören war. Sie wusste in dem Moment auch nicht, ob es sie störte oder sogar erregte, dass sie nichts sehen konnte. Die Finger des Mannes glitten immer tiefer, und wie von alleine öffnete sie ihre Beine etwas, um es ihm leichter zu machen, sie zu erreichen. Doch diesmal war sie darauf vorbereitet, und als er seine Finger zwischen ihre Schenkel versenkte, biss sie sich auf die Lippen, damit sie vor Lust nicht laut losschrie. Immer wieder schob er seine Finger über ihre empfindlichste Stelle, steigerte damit ihre Erregung und schaltete ihren letzten Widerstand, das letzte rationale Denken in ihr aus. Während seine Finger forschend langsam aber sicher immer tiefer in sie glitten, wanderte seine andere Hand, die jetzt ihre Handgelenke losgelassen hatte, erneut unter ihre Bluse. Seine Finger glitten glutvoll und doch mit einer gewissen Sanftheit unter ihren BH, zu der nicht viele Männer fähig waren. Er rieb ihre harten Spitzen zwischen seinen langen, zarten Fingern und reizte sie so sehr, dass sie fast vergaß zu atmen.
Doch dann löste er beide Hände von ihr, schob sie geschwind unter ihren Rock und streifte ihr so schnell, dass sie es kaum mitbekam, ihren Slip von den Hüften. Legte einen Arm um ihren Rücken und den andern unter ihre Kniekehlen. Sie war so perplex, als er sie auf seinen Arm hob, dass sie nur reflexartig ihre immer noch gefesselten Arme um ihn schlang, um sich festzuhalten.
Dann ging der Mann einfach los.
„Wo bringen Sie mich hin“, fragte sie, als sie wenigstens teilweise wieder fähig war, einen klaren Gedanken zu fassen. Doch sie bekam keine Antwort. Er ging nur noch ein Stück mit ihr, sie hätte nicht sagen können in welche Richtung, als er sie schließlich auf den Boden legte. Sie konnte weiches trockenes Moos unter sich spüren und versuchte nun, mit den Händen das Tuch von den Augen zu nehmen, doch er fing ihre Hände ab und hinderte sie daran.. Er drückte ihre Hände wieder über ihren Kopf, und sie konnte deutlich wahrnehmen, dass er sich neben sie kniete. Erneut glitt seine Hand über ihren Bauch, strich noch einmal über ihre Brüste, deren Knospen sich ihm immer noch hart entgegenstreckten, und beugte sich dann noch weiter zu ihr hinunter. Überdeutlich spürte sie seinen Atem an ihrem Gesicht, und noch bevor sie ihm eine Frage stellen konnte, legte er seine Lippen auf die ihren und begann sie leidenschaftlich zu küssen. Sie konnte in diesem Moment nicht anders, als diesem fordernden Kuss entgegen zu kommen, der ihren ganzen Körper erneut in Flammen zu setzen schien.
Wieder wanderte seine Hand tiefer, doch diesmal über den Stoff ihres Rockes, jedoch nicht das Dreieck aussparend, welches auch diesmal sein Ziel war, auch wenn er jetzt den Weg unter den Rock suchte. Er zog den Stoff nach oben, bis seine Finger das zarte Fleisch ihres Schenkels berührten, strich verlangend darüber und schob sie dann mit dem Stoff höher und höher, bis er wieder das Zentrum ihrer Weiblichkeit erreicht hatte. Erneut keuchte sie auf, presste sich aber wider besseres Wissen seiner Hand entgegen, und er verwehrte ihr nicht die süße Freude, ihre Lust zu steigern. Sie war so gefangen in den Gefühlen, die er ihr bereitete, dass sie nicht mitbekam, wie seine Hand zu seiner Hose glitt, sie nicht hörte, wie er den Reißverschluss leise öffnete und sich das Kleidungsstück über die Hüften nach unten schob. Sie begriff erst, was er vorhatte, als er sich zwischen ihre Beine drängte, die er nicht gerade zart auseinander drückte. Er hatte seine Hand erst im letzen Moment weggenommen und diese sofort durch seinen harten Schaft ersetzt, den er jetzt gegen sie presste und an ihr zu reiben begann.
„Bitte“, stöhnte sie flehend auf. Für ihn war dieses "Bitte" wie eine Aufforderung, der er sofort nachkam. Groß und hart drang er in sie ein, spürte, wie sie ihn heiß und feucht empfing, was wiederum ihn aufstöhnen ließ. Tiefer und tiefer drang er in sie, bis sie ihn schließlich und endlich ganz aufgenommen hatte. Ihr Körper erbebte und seine harte mächtige Männlichkeit verursachte ihr mehr Lust, als sie es in dem Moment zugegeben hätte. Ohne darüber nachzudenken, hob sie ihre Hüften jetzt an und kam ihm entgegen, sodass er noch ein Stück tiefer in sie dringen konnte, was er auch mit einem Stöhnen genussvoll tat.
Zuerst blieb er einen Moment einfach nur ruhig liegen, ließ ihr Zeit, sich an ihn zu gewöhnen, doch dann schob er eines ihrer Beine um seine Hüften und begann dann, sich ihn ihr zu bewegen. Langsam und dennoch fordernd zog er sich fast ganz aus ihr zurück und füllte sie dann mit einem harten kräftigen Stoß erneut vollkommen aus. Jedes Mal, wenn sie ihn so hart in sich spürte, konnte sie nicht anders, als leise aufzustöhnen, und je öfter er dies tat, umso öfter schloss sich sein Stöhnen dem ihren an. Mit den Fingern öffnete er die zwei obersten Knöpfe der Bluse, schob sie etwas auseinander und senkte dann den Kopf auf eine ihrer Brüste hinunter. Seine Lippen öffneten sich und er nahm diese in seinem Mund auf, leckte mit der Zunge über den Spitzenstoff den BHs, genau an der Stelle, wo sich ihre Knospen hart und verlangend abzeichneten. Sogar seine Zähne setzte er ein, um sie dort zu reizen.
Die Gefühle in ihrem Innern schienen nur noch aus Feuer und Lava zu bestehen und je schneller und härter er sich nun in ihr bewegte, desto heißer wurde es. Wieder versuchte sie, ihre Augenbinde abzustreifen und wieder verhinderte er es im letzten Moment, wobei sie diesmal glaubte, ein gefährliches Knurren zu hören.
Obwohl sie keine Steigerung mehr für möglich gehalten hätte, schürte er das Feuer in ihr mehr und mehr an. Jeden Moment erwartete sie den Ausbruch, doch immer wieder belehrte er sie eines Besseren, nämlich dass es noch heißer ging. Inzwischen war aus ihrem leisen Stöhnen schon beinahe ein Aufschreien geworden. Doch es war ihr egal, ob sie jemand hören konnte oder nicht. Sollten sie es doch hören, ja genau … sollte jeder hören, was sie im Moment empfand.
Auch das Stöhnen des Mannes wurde lauter und sie spürte überdeutlich, dass er langsam drauf und dran war, die Kontrolle zu verlieren. Doch noch bevor sie fähig war darüber nachzudenken, bäumte sich ihr Körper beim nächsten seiner besonders harten Stöße unter ihm auf, ein Schrei entwich ihrer Kehle, während sie sich verkrampfte und bebend das Gefühl eines Vulkanausbruchs zu spüren glaubte. Es musste so sein, denn der ganze Boden schien zu beben. Doch keine drei Sekunden später hörte sie auch schon, wie der Mann über ihr aufstöhnte und spürte überdeutlich, wie er sich heiß in ihr verströmte. Es dauerte eine ganze Zeit, bis sich ihre beiden Körper wieder beruhigten, bis sich der Herzschlag verlangsamte und sie ihren Atem wieder unter Kontrolle hatte. Er hatte sich einfach für einen Moment auf sie sinken lassen, bevor er ihr einen Kuss auf die Lippen hauchte, so zart und federleicht, dass sie erneut erschauderte. Doch dann entzog er sich ihr und stand auf. Sie konnte hören, wie er sich wieder anzog, den Reißverschluss schloss. Er kniete sich neben sie, streifte ihren Rock glatt und steckte ihr ihren Zauberstab wieder in die Tasche zurück.
Dann spürte sie, wie etwas Raues über ihre Wange rieb, wieder und wieder … und irgendwie passte das nicht zu der ganzen Situation. Es passte nicht … in … ihren Traum …

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BeitragThema: Re: The unbrakeable Truth (Kapitel 1 - 10)   Mo Jan 14, 2008 5:29 pm

Mit einem Mal war sie hellwach und öffnete die Augen. Sie zuckte zurück, als ihr klar wurde, was über ihre Wange glitt … es war die Zunge des Katers.
Pidi stand neben ihr und musterte ihr Gesicht, während sie verwirrt zu dem Tier blickte. Doch dann ging er langsam ein Stück zurück, ließ sie aber nicht aus den Augen.
„Schon gut, Kleiner. Ich hatte nur einen total verrückten Traum. Wieder einmal“, sagte sie und schüttelte den Kopf. Was war nur mit ihr los? Warum träumte sie immer wieder so komisches Zeugs?
Das musste der Stress sein, die Anspannung und alles. Noch einmal versuchte sie sich den Traum in Erinnerung zu rufen. Vor allem den Teil, in dem sie in die Hütte geschaut hatte. Und dann versuchte sie das in den Zusammenhang zu bringen mit dem, was sie wusste.
Klar war ihr sofort, dass es sich um den Ring, den zweiten zerstörten Horcrux handelte. Anscheinend hatte ihr Onkel Probleme damit gehabt, als er den Ring am Finger getragen hatte und der andere Mann hatte ihm geholfen. Er hatte Beschwörungsformeln gemurmelt und schließlich hatte Albus den Ring abnehmen können. Das bedeutete, dass der Mann wissen musste, wie man ein Horcrux zerstören konnte. Doch wer war er gewesen?
Sisilia schüttelte den Kopf.
„Es war nur ein Traum, du dummes Ding“, sagte sie zu sich selber und seufzte, denn immer noch hing ihr vor allem der letzte Teil des Traumes sehr nach.


*****


Zwei Tage später warf Sisilia kurz nach dem Mittagessen einen Blick aus dem Fenster und sah, wie Harry mit Ron und Hermine zu seinem kleinen Häuschen ging. Hermine schien von Harrys neuer Bleibe hin und weg zu sein, und erklärte Ron aufgeregt und übertrieben begeistert immer wieder, wie toll sie doch alles hier fand.
Ron verdrehte leicht die Augen über ihr Gehabe, stimmte Hermine dann aber um des lieben Friedens willen zu und betrat mit Harry die Wohnung.
Einige Zeit später, überlegend, was die drei wohl besprachen, packte Sisilia doch die Neugierde und sie ging nach oben in ihr Schlafzimmer, wo sie das Portrait ihres Großonkels befragte, was sie drei dort drüben taten.
Für das Abbild von Dumbledore, der immer wieder aus Sisilias Bild verschwand und zu Harry hinüber wechselte, um zu sehen, was dort vor sich ging, war es ein Leichtes alles mitzubekommen und er erzählte Sisilia in Stichworten davon..
„Sie beraten, was sie tun sollen. Harry hatte wohl gehofft, in einem Buch eine Antwort zu finden, doch Miss Granger scheint dieses Buch nicht besonders zu gefallen, beziehungsweise dessen Inhalt, und sie sagt immer wieder, dass es ihm bisher doch nichts als Ärger eingebracht hätte und er es dort hätte lassen sollen, wo er es hingebracht hatte.
Sie scheinen ziemlich ratlos zu sein, wie sie den Becher sicher zerstören können. Ihre Vorschläge gehen von Sprengen, bis ins Säurebad legen“, berichtet ihr das Portrait.
„Wundervoll und damit nicht nur den Becher sondern womöglich auch das ganze Haus. Ich denke es ist besser, wenn ich mal nach ihnen sehe, bevor sie Dummheiten machen“, murmelte Sisilia nachdenklich.
„Schaden dürfte es auf keinen Fall“, stimmte der Dumbledore auf dem Bild mit einem Augenzwinkern zu.
Sisilia nickte und machte sich sogleich auf den Weg zu den Dreien.
„Komm rein, Sisilia“, rief Harry, als sie gerade die Hand heben wollte, um am Türrahmen anzuklopfen, denn die Türe stand halb offen.
„Einen wunderschönen guten Tag zusammen“, sagte Sisilia, als sie in das Wohnzimmer trat. Mitten auf dem Tisch lag das lederne Kästchen mit dem Becher, verschlossen, und daneben ein Buch, das einen neuen Einband zu haben schien, aber die einzelnen Blätter wirkten ziemlich abgenutzt und auch schon vergilbt, was einen seltsamen Kontrast bot. Kurz blieb Sisilias Blick an dem Buch hängen, doch dann sah sie wieder zu Harry und seinen Freunden.
„Ich hoffe ich störe nicht. Aber ich muss gestehen ich war neugierig und wollte gern wissen, ob ihr schon weiter gekommen seid“, gab sie ehrlich zu.
„Nicht wirklich“, brummte Ron zerknirscht.
„Nein? Wo ist das Problem?“, wollte sie dann wissen.
„Das Problem ist ganz einfach. Wir haben weder eine Ahnung wie man erkennt, ob das Teil verflucht ist, noch wie man es zerstören muss, damit das Horcrux wirklich eliminiert ist“, erklärte Hermine zerknirscht. „Ich hab schon einiges versucht, doch bisher ohne Erfolg. Die Sprüche, die ich kenne, waren offenbar wirkungslos.“
„Ich verstehe. Das bedeutet, dass wir Hilfe brauchen“, erklärte sie leise und nachdenklich. „Ich weiß im Moment nur einen, der sich damit sehr gut auskennt“, sagte sie dann schließlich.
„Und wer wäre das?“
„Professor Slughorn, Harry.“
Harry, Ron und Hermine klappten den Mund gleichzeitig auf, und sie starrten einander überrascht an. Dann schlug sich Hermine mit der Handfläche gegen die Stirn. „Natürlich, warum bin ich nicht darauf gekommen.“
„Weil man auf das Naheliegendste oft erst zuletzt kommt. Einer von euch sollte mit ihm reden und ihn ausfragen oder vielleicht sogar um Hilfe bitten“, schlug Sil jetzt vor.
„Das werde ich machen. Ich denke, ich hab einen ganz guten Draht zu ihm. Hoffe ich“, erwiderte Harry leise.
„Nur hab ich keine Ahnung, wo wir ihn finden können. Er hat keinen festen Wohnsitz“, erklärt er, da ihm noch zu gut in Erinnerung war, wie Slughorn erklärt hatte, dass er mal hier und mal dort gelebt hatte, höchstens zwei Wochen an ein und demselben Ort.
„Den Kontakt kann ich dir zu ihm herstellen“, erklärte Sisilia jetzt und alle sahen sie verwundert an.
„Als wir vorgestern in Hogwarts waren, hab ich unter anderem mit Minerva, also Professor McGonagall, darüber geredet, wer denn nun alles als Lehrer zurückkommen würde, und sie meinte Professor Slughorn sei der schwierigste Fall gewesen, den sie zu überzeugen gehabt hätte. Doch am Ende hatte sie es doch geschafft. Und somit muss sie wohl wissen, wie man ihn erreichen kann. Ich werde ihn bitten, sich mit uns zutreffen. Ist das in Ordnung?“
„Einen Versuch ist es allemal wert, Sisilia“, gab Harry zurück.
„In Ordnung? Dann machen wir es so.“ Ihr Blick fiel erneut auf das Buch, und auch wenn sie nicht genau wusste, warum, erweckte dieses Exemplar ihre Aufmerksamkeit. „Was ist das eigentlich für ein Buch?“, fragte sie jetzt wie beiläufig.
Sisilia merkte, dass Harry zuerst zögerte, doch dann, nachdem er einen kurzen Blick auf die andern geworfen hatte, erzählte er ihr alles darüber. Dass es einmal Snape gehört hatte und er durch einen dummen Zufall daran gekommen sei. Sisilia hörte ihm mit offenem Mund zu. Ein Blick zu Hermine verriet ihr, dass sie nicht besonders begeistert war, dass Harry so offen darüber sprach, und erst recht nicht davon, dass Harry es wieder aus dem Raum der Wünsche geholt und mitgenommen hatte. Doch er hatte gehofft, darin etwas zu entdecken, was ihm helfen würde. Schließlich wusste Snape, laut Aussage von Dumbledore, eine Menge über die Dunklen Künste, und es wäre ja gut möglich gewesen, dass hier etwas Nützliches zu finden gewesen wäre.
„Meinst du, ich kann es mir einmal ausleihen?“, fragte sie vorsichtig.
Harry zuckte nur mir den Achseln. „Warum nicht, wir haben nichts gefunden, was uns weiterhelfen könnte. Bring es mir einfach wieder, wenn du es nicht mehr brauchst.“
„Das werde ich. Danke, Harry“, sie blickte ihn dankend an und griff dann nach dem Buch. „Gut, ich werde jetzt gleich einen Brief an Professor Slughorn verfassen und einen an Professor McGonagall und sie bitten, den Brief an ihren Kollegen weiterzuleiten. Ich gebe dir Bescheid, wenn ich Antwort habe“, erklärte sie und stand dann auf.
„Ich lasse Euch jetzt besser wieder alleine. Wenn was ist … ich bin drüben“, sagte sie noch lächelnd, verabschiedete sich von Harry und seinen Freunden und ging dam mit dem Buch, das sie wie einen kleinen Schatz fest an ihre Brust gepresst hielt, zurück in ihr Haus.



*****




Gleich, als sie zurück war, begann sie es sich genauer anzusehen, während sie es sich auf dem Sofa gemütlich machte. Pidi lag auf dem Sessel gegenüber und schien zu schlafen. Nur leise Musik war im Hintergrund zu hören, denn Sisilia hatte sich eine CD von Simon und Garfunkel eingelegt, welche sie sehr gern hörte, und auch wenn sie sicher war, dass sie sich das nur einbildete, schien dem Kater die Musik auch gut zu gefallen, sogar so gut, dass er dabei immer einschlief.
Mit einem Schmunzeln bei diesem Gedanken versenkte sie ihren Blick wieder in das Buch, wobei sie weniger an den Tränken interessiert war als an den handschriftlichen Einträgen von Snape. Ein paar Mal nickte sie anerkennend, doch dann schüttelte sie wieder leicht verwirrt den Kopf. Wie viel Zeit musste der Mann damit zugebracht haben, all die Dinge, die er dort vermerkt hatte, herauszufinden? Manches verstand sie sogar und war überrascht, wie genial und doch einfach die Lösung war. Doch bei manchen Dingen hätte sie genauso gut eine chinesische Betriebsanleitung lesen können.
Es war inzwischen recht schwül geworden, und obwohl Sisilia sich nicht bewegte, kam sie leicht ins Schwitzen und wurde durstig. Sie legte das Buch offen auf den Tisch und ging in die Küche, um sich etwas zu trinken zu holen.
Als sie etwas später mit einem großen Glas kühlem Eistee wieder ins Wohnzimmer kam, sah sie im letzten Augenblick, wie Pidi vom Tisch sprang, an ihr vorbei, in den Flur und durch die Katzenklappe, die sie vor einigen Tagen angebracht hatte, nach draußen verschwand.
Mit hochgezogener Augenbraue starrte sie überrascht noch einen Moment auf die noch immer leicht hin und her wippende Klappe.
„Was war das jetzt wieder?“, fragte sie etwas perplex. Doch da sie sich sicher war, sowieso keine Antwort zu erhalten, schüttelte sie nur den Kopf und ging zurück zum Sofa, um das Buch weiter unter die Lupe zu nehmen.
Keine halbe Stunde später hörte sie plötzlich ein Klopfen oder Kratzen und sah auf. Während ihre Augen dem Geräusch folgten, fiel ihr Blick auf den Sessel gegenüber, in dem Pidi eingerollt lag und schlief.
„Seit wann bist du denn wieder da?“, fragte sie, da sie ihn gar nicht hatte hereinkommen hat hören. Doch dann wurde ihre Aufmerksamkeit wieder auf das kratzende Geräusch gelenkt und sie blickte zum Fenster. Irgendwas war doch dort …
Langsam erhob sie sich und schritt vorsichtig auf das Fenster zu. Pidi bewegte sich nicht, er schien das Geräusch gar nicht zu hören, scheinbar schlief er tief und fest.
In dem Moment, in dem Sisilia das Fenster erreicht hatte, erschrak sie und stieß einen leisen Schreckensschrei aus. Eine Eule war erneut auf das Fenster zugeflogen und machte sich lautstark bemerkbar, indem sie nun mit den Flügeln gegen die Scheibe schlug.
Schnell öffnete Sisilia das Fenster und ließ den Vogel ein, der eine ganze Runde im Wohnzimmer folg und kurz den Kater beäugte. Dann flog sie wieder auf das Fenster zu, und bevor sie den Weg nach draußen suchte, ließ sie einen Brief auf Sisilias Kopf fallen.
„Au!“, rief sie leicht empört aus. „Wo hat man dir denn beigebracht, wie man Post ausliefert?“, rief sie dem Tier hinterher, das aber schon wieder auf und davon war.
Kopfschüttelnd hob sie das Pergament vom Boden auf, schloss das Fenster und ging zurück zum Sofa.
Schnell hatte sie den Umschlag geöffnet und begann zu lesen.



Miss Dumbledore,

Es gibt Einiges, was ich mit Ihnen gern besprechen würde. Bitte kommen Sie so schnell wie möglich nach London zum alten Hafen. Ganz hinten die letzten Lagerhallen stehen schon seit Ewigkeiten leer. Wir sehen uns dann in Lagerhalle 13.

Gruß S. Snape


„Und es gibt eine ganze Menge, das ich Sie fragen will, Severus Snape“, sagte sie nur leise und faltete das Papier wieder zusammen.
„In Ordnung, dann auf nach London.“
Kurz verschwand Sisilia oben in ihrem Schlafzimmer und zog sich um. Sie wählte eine schwarze Jeans und auch eine helle Bluse mit dreiviertel langen Ärmeln. Ihre Haare band sie zu einem Pferdeschwanz zusammen und suchte sich bequeme Turnschuhe aus.
Wieder zurück im Wohnzimmer, steckte sie das Buch in einen kleinen Rucksack, den sie aufsetzte.
„Dann bin ich auf Ihre Antworten gespannt“, murmelte sie leise, warf noch einmal einen Blick auf den Kater, der scheinbar unverändert eingerollt auf dem Sessel lag und tief und fest zu schlafen schien.

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BeitragThema: Re: The unbrakeable Truth (Kapitel 1 - 10)   Mo Jun 09, 2008 4:15 pm

Fortsetzung im andern Thread

Unbreakable Truth Kapitel 11 - 20

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