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 Unbreakable Truth (Kapitel 11- 20)

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Sisilia
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BeitragThema: Unbreakable Truth (Kapitel 11- 20)   Mo Jan 14, 2008 8:07 pm

Kapitel 11 Up Side Down


Es war keine Stunde vergangen, als Sisilia an der Themse entlang ging und die Gegend der Southwarkdocks genau musterte. Dies war nicht wirklich ein Ort, an dem man sich wohlfühlen konnte. Im Gegenteil, irgendwie hatte sie das Gefühl, in einem schlechten Krimi gelandet zu sein. Obwohl es hinter den Docks eine Gegend gab, in der viele Berühmtheiten wohnten, wie der Schauspieler Michael Caine oder Enid Blyton, die Kinderbuchautorin, oder gar der Schriftstelle Robert Browning.
Ihr Blick wanderte über das Wasser der Themse, das graubraun war und nicht gerade einladend aussah. Es gab auch keine Frachtschiffe, die be- oder entladen wurden, oder LKWs, die darauf warteten, Ware aufzunehmen oder abzuliefern. Aber das war kein Wunder, denn die Docks waren ja alle zwischen 1960 und 1980 still gelegt worden. In den meisten Gebieten waren die Lagerhallen abgerissen und Wohngebäude erstellt worden. Das hier waren wohl nur noch die letzten Überbleibsel aus einer längst vergangenen Zeit. Sisilia hatte ein Stück weiter unten ein Schild missachtet, auf dem „Betreten verboten“ stand und hoffte nur, dass sie niemand aufhalten würde.
Ihr Blick wanderte jetzt über die verschiedenen Lagerhallen, die teilweise sehr marode aussahen. Eingeschlagene Fenster, abgedeckte Dächer, und die Wände waren überall mit buntem Graffiti voll geschmiert, oftmals so bunt, dass man die ursprünglichen Nummern, die jede der Hallen erhalten hatte, entweder gar nicht mehr oder nur schwer lesen konnte. Doch Sisilia zählte einfach mit, da nach der Lagerhalle Nummer 6 keine der Ziffern mehr zu erkennen gewesen war.
Vor der vermeintlichen Nummer 13 blieb sie dann schließlich und endlich stehen. Noch einmal sah sie sich unauffällig nach allen Seiten um, bevor sie auf das große Tor zuging.
Erst als sie schon fast davor stand, konnte sie die kleine 13 auf dem riesigen Blechtor erkennen. Mit einem schnellen geübten Griff hatte Sisilia ihren Zauberstab aus dem Hosenbund gezogen und hielt ihn nun in ihrer rechten Hand, während sie die linke nach dem Türknauf ausstreckte und versuchte, die Türe zu öffnen. Doch diese war verschlossen. Einen Moment überlegte sie, ob sie einen Hintereingang suchen oder die Tür magisch öffnen sollte.
Da sie aber keine Lust hatte, noch groß Räuber und Gendarme zu spielen, öffnete sie die Türe mit einem kaum hörbaren „Alohomora“ und schlüpfte dann schnell in die Halle.
Hier drin war es ziemlich dämmerig, und ihre Augen brauchten eine ganze Weile, bis sie sich einigermaßen daran gewöhnt hatten und sie die vielen leeren Regale, die hier noch standen, und auch einige riesige Kisten erkennen konnte.
Das Dämmerlicht erzeugte in ihr ein seltsames Unwohlsein, und kurzerhand beschloss sie, etwas Licht ins Dunkel zu bringen.
„Lumos“, es war nur ein Hauchen, doch die Spitze des Zauberstabes leuchtete mit einem Mal hell auf und verteilte sein Licht. Die kahlen grauen Wände verschluckten das Licht eher, als dass sie es brachen, und während Sisilia vorsichtig weiterging, fielen ihr der Zentimeter dicke Staub und die vielen Spinnweben auf, die in und zwischen den Regalen hingen. Der Gedanke, aus Versehen durch so ein Spinnennetz zu laufen und dabei vielleicht noch eine dieser ekelhaften Spinnen in ihrem Haar wieder zu finden, erzeugten eine Gänsehaut bei ihr. So blieb sie mitten auf dem Weg stehen und sah sich suchend um.
„Mr. Snape? Wenn Sie da sind, zeigen Sie sich. Ich verspüre nicht die geringste Lust, mit Ihnen Verstecken zu spielen“, rief sie dann.
Heftig zuckte sie zusammen, als direkt neben ihr eine dunkle Gestalt zwischen zwei fast zwei Meter hohen Kisten heraustrat.
„Ach nein? Das ist schade, es hätte mir gefallen, Sie noch ein wenig dabei zu beobachten.“
„Wie überaus freundlich“, gab sie leicht gereizt zurück. Sie mochte den Ort hier nicht, und das schlug sich merklich auf ihre Stimmung nieder.
„Das bin ich doch immer“, erklärte er, wobei seine Lippen für einen Moment eine lustige Wellenlinie bildeten.
Sisilias Blick blieb einen Moment auf Snapes Lippen hängen, und als sie sich endlich wieder loseisen und ihm in die Augen sehen konnte, war dessen Ausdruck wieder sehr ernst.
„Zwar hab ich im Augenblick keine Ahnung, warum Sie mich hier her bestellt haben, aber ich würde Ihnen gerne vorab eine Frage stellen“, begann sie, und Severus hob nur kurz auffordernd die Hand.
„Gut. Was haben Sie in Hogwarts gemacht? Warum haben Sie sich dort eingeschlichen, was wollten Sie dort?“
Severus Snape ließ sie einen langen Moment nicht aus den Augen, bevor er zu sprechen begann
„Sind Sie noch nicht selber darauf gekommen?“, wollte er dann wissen.
„Nein, sonst hätte ich doch nicht gefragt. Nun?“, bohrte sie nach.
„Sie bekommen die Antwort, doch zuvor möchte ich Ihnen eine Gegenfrage stellen.“
„Ja?“
„Was, glauben Sie, hätte Mr. Potter getan, wenn ich ihm einen Eule geschickt und ihm mitgeteilt hätte, dass sich eines der gesuchten Horcruxe in Hogwarts befindet, und zwar im Besitz von Professor Trelawney?“
„Nun, ähm …“, Sisilia sah ihn verwundert an, denn sie hatte keine Ahnung, auf was worauf er hinaus wollte.
„Versetzen Sie sich in Mr. Potter, Miss Dumbledore.“
„Nun, ich … ich denke, ich würde annehmen, dass mich jemand gewaltig auf den Arm nimmt, oder mir eine Falle stellt“, antwortete sie ehrlich.
„Genau dies, Miss Dumbledore. Doch was würde Potter tun, wenn er glauben würde, ich wäre hinter irgendetwas her und es wäre mir leider nicht gelungen, es zu bekommen?“
„Er würde versuchen, herauszubekommen, was Sie dort wollten“, antwortete sie, und jetzt ging ihr ein Licht auf.
„Dann waren Sie nur in Hogwarts, um Harry Potter auf die Spur des Bechers zu locken? Es war alles ... inszeniert? Sie haben riskiert, geschnappt zu werden, nur damit Harry neugierig wird und diesen Becher finden kann?“
„Sie haben doch einen sehr scharfen Verstand. Hätte mich auch gewundert, wenn dem nicht so gewesen wäre. Hören Sie zu, Miss Dumbledore. Ich habe Sie hauptsächlich hierher gebeten, weil ich wissen wollte, wie weit Potter ist. Ihren Worten kann ich entnehmen, dass er die Tasse gefunden hat. Hat er sie schon zerstört?“, wollte er jetzt wissen.
Sisilia hingegen schüttelte nur den Kopf.
„Sie riskieren Ihre Freiheit, vielleicht sogar Ihr Leben, nur damit Harry diesen Becher findet?“, hakte sie nach.
„Mein Leben war nie wirklich in Gefahr. Und genauso wenig meine Freiheit. Sie vergessen, dass ich mehr als mein halbes Leben in Hogwarts gelebt habe. Ich kenne dort jeden Stein, fast jeden Geheimgang, jede Abkürzung und jedes Versteck. Glauben Sie wirklich, man könnte mich dort fassen, wenn ich es nicht wollte?“, fragte er fast gleichmütig.
„Ja … nun … ich weiß nicht“, antwortete Sisilia unsicher.
„Wenn das jetzt geklärt ist, könnten wir vielleicht wieder zu meiner Frage zurückkommen?“
„Einen Moment noch. Ich hab noch etwas.“
„Noch etwas? Gut, dann fragen Sie, damit wir weiter kommen. Ich hatte nicht vor, die ganze Nacht hier zu verbringen“, erklärte er.
Sisilia nickte, nahm den Rucksack von den Schultern und holte das Buch heraus, das sie jetzt an einer beliebigen Stelle aufschlug.
„Kennen Sie das?“, fragte sie jetzt wieder mit fester Stimme und Snapes Augen wurden groß.
„Woher haben Sie …“, begann er, doch dann schien ihm ein Gedanke zu kommen.
„Potter“, antwortete er sich dann nur selber. „Das Buch ist also tatsächlich in seinem Besitz.“
„Sieht so aus. Er hat mir erklärt, wie er dazu kam, und es war im Grunde nur ein Zufall.“
„Nein.“
„Wie bitte?“
„Ich sagte „nein“. Ich dachte nicht, dass ich so undeutlich spreche. Es war kein Zufall“, erklärte er grinsend.
„Es war nicht so einfach, ihm das Buch in die Finger zu spielen, aber … wie auch immer, er scheint es für den Unterricht sehr fleißig genutzt zu haben. Sie hätten mal sein Gesicht sehen sollen, als ihm klar wurde, dass dies mein Buch war“, erklärte er leicht amüsiert.
„Sie haben es ihm gesagt?“
„Ja, wenn auch in einem anderen Zusammenhang. Doch ich denke, es ist jetzt wieder an der Zeit, dass das Buch zurück zu seinem Eigentümer gelangt“, und er streckte seine Hand danach aus, doch Sisilia zog es schnell zurück und drückte es an ihre Brust.
„Tut mir leid, Mr. Snape. Ich hab Harry versprochen, dass ich es ihm wieder gebe, und ich pflege meine Versprechen zu halten.
„Wozu braucht der Junge es noch?“
„Er sucht nach einem Weg, das Horcrux zu zerstören.“
„In einem Zaubertränkebuch?“
„Nun, er hatte gehofft, Sie hätten vielleicht etwas darin hinterlassen, was ihm und seinen Freunden weiterhelfen könnte.“
„Der Junge beginnt zu denken, wie erfreulich. Aber ich muss Sie enttäuschen. Dunkle Fluche und wie man sie brechen kann, werden darin garantiert nicht zu finden sein …“, er musterte sie nachdenklich.
„Hören Sie, Miss. Ich mache Ihnen einen Vorschlag. Ich denke, es werden sich noch ein paar ungenutzte Stellen in dem Buch finden. Ich werde dort ein paar der wichtigsten Flüche und Gegenflüche, von denen ich denke, dass einer der richtige sein könnte, eintragen. Erzählen Sie doch einfach, dass Sie diese mit Hilfe eines Sichtbarkeitszaubers gefunden hätten. Und dann sorgen Sie dafür, dass Potter den Becher zerstört.“
Ohne ihn aus den Augen zu lassen, hatte sie die ganze Zeit zugehört, und irgendwie hatte sie das Gefühl, dass es ihm nicht leicht fiel, diesen Vorschlag zu machen. Dennoch nickte sie und hob ihm das Buch entgegen, doch dann zögerte sie einen Moment.
„Ich bekomme das Buch wieder?“, fragte sie noch einmal nach.
„Soll ich es Ihnen schwören?“
„Nein, schon gut, ich glaub Ihnen“, erwiderte sie hastig. Sie reichte ihm das Buch, und er schlug es auf. Kurz blätterte er darin, wobei man sah, dass er das Buch in- und auswendig kennen musste, denn zielsicher fand er die Seiten, auf denen noch etwas Platz war. Er zog seinen Zauberstab und tippte auf die Seite, wo dann in seiner eigenen Handschrift, einige Zeilen erschienen. Das Ganze wiederholte er fünf Mal und nickte dann zufrieden.
„Wenn er den Fluch aufgehoben hat, der gleichzeitig auch eine Art Schutzschild für den Gegenstand ist, kann er ihn einfach mit „destruere“ zerstören.“
„Das ist alles?“, fragte Sisilia ungläubig.
„So einfach, wie Sie sich das jetzt vorstellen, ist es auch nicht. Ich kann mich täuschen und der Schutzzauber ist ein anderer, als die, von denen ich glaube, dass der Lord sie verwendet haben könnte. Wenn dem so sein sollte, dann wartet noch verdammt viel Arbeit auf Potter und seine Freunde.“
Nachdenklich mustert Sisilia nun den ehemaligen Zaubertränkeprofessor.
„Was überlegen Sie?“, fragte er und reichte ihr das Buch.
„Ich würde gern wissen, warum Sie das alles tun?“
„Weil ich ein Versprechen gegeben habe und in der Schuld von jemandem stehe“, antwortete er nur knapp, und an seiner Haltung und seinem Gesicht konnte sie sehen, dass er schon mehr gesagt hatte, als er eigentlich wollte. Sie nahm das Buch zurück und steckte es in ihren Rucksack, den sie gleich wieder auf die Schulter setzte.
„Warum haben Sie mich eigentlich her bestellt?“, wollte sie dann wissen.
„Das hatte ich Ihnen doch gesagt. Ich wollte wissen, wie weit Potter mit dem …“ Weiter kam er nicht, da in diesem Moment mit einem lauten Gepolter das Tor aufgestoßen wurde. Snape griff nach Sisilias Zauberstab, und das Licht erlosch, während er sie gleichzeitig mit sich zog, zwischen die zwei hohen Holzkisten.
„Shhh“, machte er noch und drückte sich mit dem Rücken gegen die Holzwand. Sie konnte deutlich Schritte hören, von mehreren Personen, welche die Halle betraten.
„Hast du die Kohle dabei?“ fragte eine tiefe, kratzige Stimme, die einen Furcht einflößenden Unterton mit sich trug.
Sisilia erschrak schon allein vom Klang der Stimme, und ihr wurde mit einem Schlag bewusst, dass dieser Mann in seinem Leben alles andere als ein Engel gewesen war.
„Hast du denn die Ware dabei?“, stellte ein weiterer Mann die Gegenfrage, und ein hohles Lachen erklang.
„Gut, wir tauschen hier. Ware gegen Knete“, sagte der Erste, wobei seine Stimme sich anhörte wie ein Reibeisen.
„Nachdem ich die Ware gesehen und getestet habe“, widersprach der zweite Gauner, und dann hörten sie Geräusche, die unverkennbar von Schusswaffen kamen, die entsichert wurden.
Mit einem ängstlichen Blick sah Sisilia zu Severus, der irgendwie die Gabe hatte, fast mit der Dunkelheit zu verschmelzen. Sie musste zweimal hinsehen, um sich zu vergewissern, dass er noch neben ihr stand. Er legte beruhigend eine Hand auf ihren Arm und deutete ihr an, einfach gelassen zu bleiben. Vielleicht hoffte er, dass sie Glück hätten und die Männer ihr Geschäft schnell erledigten und dann wieder verschwänden.
Wieder konnten sie hören, wie Stoff raschelte und sich die Männer dort drüben zu bewegen schienen. Kurz war es still, und dann hörten sie wieder Stimmen.
Plötzlich erschrak Sisilia, als sie eine Hand auf ihrer Schulter spürte, und hätte Severus ihr nicht im letzten Moment den Mund zugehalten, hätte sie bestimmt aufgeschrien.
Als er sie wieder losließ, deutete er kurz auf sie und auf den Boden vor sich. Natürlich verstand sie sofort, was er von ihr wollte, doch hatte sie keine Ahnung, was er vorhatte. Aber noch bevor sie fragen konnte, war Snape zwischen den Holzkisten verschwunden.
Nervös lauschte sie in das Dämmerlicht, doch sie konnte nichts hören, außer dem leise rasselnden Atmen der Männer, die irgendwas dort vorn taten.
Eine ganze Zeit lang blieb sie bewegungslos stehen und konzentrierte sich nur auf die Geräusche, doch Severus kam nicht zurück. Was tat er bloß? Er war doch nicht etwa einfach abgehauen?
Ungeduldig werdend, begann sie nervös auf ihrer Unterlippe herumzukauen und schob sich etwas weiter nach vorn, in der Hoffnung besser hören zu können oder auch etwas zu sehen. Doch schnell zog sie wieder den Kopf ein, als sie eine Hand mit einer Pistole ganz in ihrer Nähe gesehen hatte.
Wo blieb Severus nur so lange? Was hatte er vor?
Es vergingen noch ein paar Minuten, in denen sich nichts tat und die Männer schließlich begannen, über den Preis zu verhandeln.
Auf einmal begann ihre Nase fürchterlich zu jucken, was wohl von dem vielen Staub kam, der von den Kerlen da vorn aufgewirbelt worden war. Schnell hielt sie ihre Nase zu und begann an dieser zu reiben, um das Jucken zu unterdrücken. Nach einiger Zeit ließ es auch tatsächlich nach, doch in dem Moment, als sie die Hand wegnahm, passierte es ...
Der Juckreiz kehrte mit solcher Wucht zurück, dass sie ihn nicht mehr unterdrücken konnte und niesen musste
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Mit Zauberei hat das Geschichtenschreiben eben auch zu tun! Cornelia Funke (Tintenherz)

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Zuletzt von Sisilia am Fr Aug 01, 2008 5:24 pm bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Unbreakable Truth (Kapitel 11- 20)   Mo Jan 14, 2008 8:08 pm

Noch ehe sie begriff, was los war, wurde sie auch schon am Arm gepackt und zwischen den Kisten hervor gezogen.
„Sieh mal einer an. Wen haben wir denn da? Eine Schnüfflerin?“, fragte der Mann mit der tiefen kratzigen Stimme. Der Kerl, der sie gepackt hatte, legte jetzt seine Hand in ihren Nacken und drückte seine Pistole gegen ihre Schläfe.
„Hören Sie, das ist nicht so, wie es aussieht. Ich … hab mich verlaufen“, log sie. Doch im selben Moment, als sie das gesagt hatte, wurde ihr klar, wie unsinnig das war.
„Verlaufen? Hierher?“, knarrte er höhnisch und lachte dann laut und kalt auf.
„Ich weiß, das klingt dumm, aber es stimmt. Ich … wollte mich nur etwas umsehen. Ich wusste nicht, dass hier noch jemand ist“, versuchte sie sich jetzt heraus zu winden, doch sie spürte, dass sie sich immer weiter in den Schlamassel redete.
An ihren Zauberstab kam sie nicht heran, denn sie war sich sicher: Wenn sie auch nur eine falsche Bewegung machen würde, hätte sie eine hübsche kleine Kugel im Kopf. Und die würde auch Hexen töten.
Ihre Knie begannen nun leicht zu zittern, und unauffällig sah sie sich um, hoffte, Snape irgendwo zu entdecken, doch wieder kam die Überlegung in ihr auf, ob er sich aus dem Staub gemacht haben könnte. Außerdem registrierte sie entsetzt, dass sie es nicht nur mit den beiden Sprechern, sondern mit insgesamt vier verkommen aussehenden Männern zu tun hatte. Aber ihre Gedanken wurden jäh unterbrochen, als der kleine glatzköpfige Kerl mit der rauen Stimme seine Hand an ihre Gurgel legte.
„Und jetzt raus mit der Sprache, für wen arbeitest du, schönes Kind? Und diesmal keine Lügen. Ich kann sehr unangenehm werden, und es wäre wirklich schade um dein hübsches Gesicht“, sagte er eiskalt und zog mit der anderen Hand ein Springmesser aus der Tasche, das er knapp vor ihrem Gesicht aufschnappen ließ.
Sisilia schluckte und starrte ängstlich auf das silberne Metall in seiner Hand. Ihr war klar, dass er keine Scherze machte, und wenn nicht noch ein Wunder geschah, würde sie den Tag hier wohl nicht überleben. Der von ihm ausdünstende penetrante Schweißgestank machte die Lage auch viel nicht besser, ihr wurde schon übel davon; allerdings brachte diese Betrachtung sie wenigstens wieder zu klarem Verstand...
Wieder dachte sie darüber nach, ob sie versuchen sollte, an ihren Zauberstab zu kommen, doch da keuchte der widerliche Stinker auf und ließ sein Messer fallen, als wäre es glühend heiß geworden. Gleichzeitig ließ er ihre Kehle los und umfasste seine Hand, deren Handfläche tatsächlich rot war und auf der sich noch während sie darauf blickte riesige Brandblasen bildeten. Er starrte einen Moment lang darauf und bückte sich dann fluchend nach dem Messer, das allerdings gerade als er es ergreifen wollte über den Fußboden davon schoss, ein paar Meter von ihm weg.
Wieder fluchte der Mann auf und machte seinem Schmerz und seiner Wut in Formulierungen direkt aus der untersten Schublade Luft, die Sisilia noch nie zuvor gehört hatte.
Aber in der Sekunde, als sie das Messer sich wie von selber durch den Raum bewegen sah, wurde ihr endgültig klar, dass sich Snape keineswegs in Sicherheit gebracht hatte, sondern irgendwo versteckt auf eine günstige Gelegenheit wartete, um die Verbrecher auszuschalten. Dadurch nun etwas mutiger geworden, überlegte sie, was sie tun sollte. Hinhalten … ja, das war wohl das Beste.
„Was für ein Gangster sind Sie denn, wenn Sie nicht mal ein Messer festhalten können“, lachte sie nun sarkastisch auf, doch bereute sie es sofort wieder, denn der dritte Mann, welcher inzwischen neben ihr stand, versetzte ihr eine derartig heftige Ohrfeige, dass ihr Kopf nach links flog und sie laut aufkeuchte. Sie konnte jeden Finger der Hand überdeutlich auf ihrer Wange spüren, die jetzt heiß brannte.
„Pass auf was du sagst, Kleine“, zischte der Schläger sie an, und Sisilia warf ihm einen verächtlichen Blick zu.
Inzwischen hatte der Verletzte sein Messer wieder aufgehoben, hielt es aber in der anderen Hand und kam zu der kleinen Gruppe zurück.
„Lasst uns das Geschäft abschließen, um die Kleine kümmere ich mich nachher persönlich. Irgendwie gefällt sie mir“, sagt er grinsend, und seine Nase bewegte sich wie die eines Schweins, während er grunzend lachte. Angewidert hob Sisilia ihr Kinn etwas an, doch dann spürte sie erneut den Lauf der Waffe an ihrer Schläfe und eine beunruhigend derbe Hand um ihren Nacken.
„Könnten Sie das Ding vielleicht woanders hinhalten?“, fragte sie, darauf gefasst, dass sie gleich wieder eine gelangt bekommen würde. Doch die beiden Männer blieben einfach ruhig stehen und bewegten sich nicht. Einzig und allein der Griff in ihrem Genick verstärkte sich, und allein das ließ ihr schon den Schweiß auf die Stirn treten. Ihr wurde nämlich mit einem Mal klar, dass die kräftigen Hände des Kerls garantiert in der Lage waren, ihr mit einem Ruck den Hals zu brechen. So beschloss sie, doch lieber ihren Mund zu halten und nichts mehr zu sagen.
Die Männer tauschten nach eine kurzen Gespräch zwei Koffer aus, einer voll mit Kokain und der andere mit Geld. Der Mann, der jetzt das Geld hatte, verabschiedete sich und verließ mit seinem Kumpel das Gebäude, wobei sie den beiden Zurückbleibenden und der Frau noch hämisch „viel Spaß“ wünschten.
Der Mann, der ihr vorhin ins Gesicht geschlagen hatte, blieb noch einmal kurz stehen, leckte mit der Zunge über seine Handfläche und tat so, als würde er ihr diesen Gruß pustend zuschicken. Als sie ihn nur angewidert anblickte, lachte er amüsiert und folgte seinem Boss.
„So. Und nun zu dir, meine kleine widerborstige Wildkatze. Was machen wir mit dir?“, fragte der Typ mit der kratzigen Stimme grinsend, kam auf sie zu und ließ die Messerspitze vorsichtig über ihre Wange gleiten, zu ihren Lippen und dann an ihrem Kinn hinunter. Sisilia versuchte sich nicht zu bewegen, auch nicht als der kalte Stahl an ihrem Hals weiter nach unten rutschte und sie das Gefühl hatte, es würde eine heiße Spur auf ihrer Haut hinterlassen. Sie wagte weder zu atmen noch zu schlucken, während die Klinge ihren Hals berührte. Das Gesicht des Mannes war irgendwie widerlich. Er roch nach Schweiß und nach kaltem Rauch. Seine Zähne, die er ihr jetzt mit einem unmissverständlichen Grinsen präsentierte, waren gelb vom Nikotin, und sein lüsterner Blick, als er mit dem Messer ihre Bluse etwas anhob, um darunter zu sehen, ließ in ihr Übelkeit hochsteigen.
„Nicht schlecht, würde ich sagen. Ich mach dir einen Vorschlag, Süße. Du erlaubst uns, dass wir uns ein wenig mit dir amüsieren, und dann lassen wir dich vielleicht laufen …“, begann er, und Sisilia hatte schon Luft geholt, um zu widersprechen, als er sie mit einem energischen Winken seiner verletzten Hand stoppte. „Wenn du nicht kooperierst, Schnecke, dann werden wir uns dennoch mit dir amüsieren und dich anschließend umlegen. Du hast die Wahl“, erklärte der Widerling vor ihr und lachte, wobei der zweite Mann mit der Pistole in das Lachen mit einstimmte und nun seinen Körper leicht reibend gegen den ihren drückte.
Dann auf einmal sah sie aus dem Augenwinkel eine Bewegung, und es fiel ihr verdammt schwer, nicht dort hinzusehen und dadurch Snape vielleicht zu verraten. So starrte sie einfach weiterhin in das Gesicht dieses Kerls, auch wenn es sie anekelte.
„Bitte töten Sie mich nicht“, flehte sie, um ihre Widersacher abzulenken.
„Dann wirst du mitspielen, ja?“, fragte der mit dem Messer noch einmal nach.
Sisilia schluckte und nickte kaum merklich.
„Lass sie los, Pat!“, gab er dem anderen die Anweisung, griff nach ihr und zog sie zu sich, ihren Arm drehte er ihr auf den Rücken und presste sie dann an seine schmierige Brust. Da er genauso groß war wie Sisilia, blickte sie ihm jetzt direkt in Augen. Rechts von ihr blitzte sein Messer auf, und ihr wurde schlagartig klar, dass, wenn Snape nicht schnellstens eingriff, der Kerl vielleicht noch bekam, was er wollte.
Nämlich sie.
Ihre Knie begannen schon wieder zu zittern, und als der Mann vor ihr seinen Kopf auf sie zu bewegte, um sie zu küssen, zog sie instinktiv ihren eigenen angeekelt zurück.
„Na, na. Du wirst doch nicht noch kneifen wollen? Ich dachte wir hätten einen Deal?“, flüsterte er ihr kalt entgegen, und sie musste schwer darum kämpfen, dass ihr Magen nicht zu rebellieren begann.
Doch in dem Moment, als sie schon fast die Lippen des Kerls auf ihren spürte, wurde dieser von ihr weggerissen und krachte mit dem Rücken gegen eine der hohen Kisten. Keine Sekunde später erklang der Knall einer Pistole, und dann ging alles sehr schnell.
Sisilia spürte nur noch, wie sie fast brutal zu Boden gestoßen wurde. Als sie sich aufrappeln wollte, prallte etwas gegen sie und drückte sie erneut auf den hinunter, wobei sie unbequem auf dem Rucksack landete, ihr Hinterkopf jedoch hart auf schmutzigen Beton krachte und sie für eine winzige Sekunde das Bewusstsein verlor. Als ihr Blick wieder klarer wurde, saß der widerliche Kerl auf ihrem Bauch und machte sich an ihrer Bluse zu schaffen.
Als sie sich wehren wollte, hielt er ihr erneut das Messer unter die Nase. Neben sich hörte sie Kampfgeräusche, traute sich wegen der scharfen Klinge vor ihrem Gesicht nur nicht, den Kopf dorthin zu drehen. Wieder bellte ein Schuss, und sie zuckte merklich zusammen. Ihr Herz schlug so heftig, dass sie glaubte, es würde jeden Moment zerspringen. Der Kerl über ihr heulte auf, aber als sie gerade seine Unaufmerksamkeit ausnutzen und ihm entkommen wollte, spürte sie einen heftigen Schmerz von der linken Brust bis zu ihrer Schulter. Sie blickte geschockt dorthin und sah, wie sich ihre Bluse rot zu färben begann.
Dann schoss ein Schatten von irgendwoher auf sie zu, stieß den Mann von ihr hinunter und traf sie gleichzeitig an der Schläfe, worauf für sie die Lichter ausgingen.



*****




Es dauerte einige Zeit, bis sie wieder zu sich kam, und am Anfang war ihr Blick getrübt und verschwommen. Sie spürte, dass jemand auf ihren Beinen saß, erkannte auch eine dunkle Gestalt über sich und merkte, dass derjenige sie an der Schulter berührte.
Panik stieg in ihr auf, als ihr schlagartig wieder bewusst wurde, was gerade geschehen war. Keuchend schlug sie um sich und versuchte unter dem Kerl weg zu robben. Doch dieser packte sie hart und presste sie zurück auf den Boden.
„Halt still, dummes Mädchen, ich will dir doch nur helfen!“, fauchte er, und ihr kam die Stimme bekannt vor. Es dauerte aber noch einen Moment, ehe sie begriff, wer der Mann über ihr war.
Severus Snape.
„Halte endlich ruhig, Sil“, zischte er ihr noch einmal zu. „Ich muss die Blutung stoppen“, fügte er noch als Erklärung an, und Sisilia hielt tatsächlich inne und starrte zu ihm auf. Sie blickte in sein von Konzentration gezeichnetes Gesicht, während sich seine Lippen wortlos bewegten, und dann sah sie den Zauberstab, den er auf ihre Schulter gerichtet hatte. Ihr Blick folgte dem schwarzen Holz, und als sie auf ihre nackte Haut blickte, die voller Blut war, keuchte sie auf. Ihre Bluse war offen, und augenscheinlich war Snape gerade dabei, ihre Wunde, die ihr der Kerl mit dem Messer beigebracht hatte, zu schließen.
Es brannte immer noch wie Feuer, und es war ihr auch etwas peinlich, hier so bloß vor ihm zu liegen, doch er schien sich daran gar nicht zu stören und arbeitet konzentriert weiter. Als er die letzten Zentimeter des Schnittes kurz vor ihrer linken Brust geschlossen hatte, atmete er auf und betrachtete sein Werk.
„Sie sollten das vielleicht noch einem Heiler zeigen. Es könnte zwar sein, wenn Sie noch Salbe drauf geben, dass keine Narbe bleiben wird, aber …“, begann er und brach ab, als Sisilia ihre Hand auf seine legte, in der er immer noch seinen Zauberstab hielt.
„Danke“, sagte sie nur leise.
„Schon gut, das war das Mindeste. Wenn ich Sie nicht hier her bestellt hätte, wäre das alles nicht passiert.“
„Das konnten Sie doch nicht ahnen. Es war nicht Ihre Schuld“, sagte sie und lächelte.
Mit einem kurzen Nicken drückte sich Snape nach oben, doch dann keuchte er auf und verharrte wenige Augenblicke in der Stellung.
Erschrocken sah Sisilia zu ihm auf und entdeckte erst in diesem Moment, dass auch er verletzt war. Deutlich konnte sie das Einschussloch in der linken Schulter seiner Jacke erkennen, dass auch etwas dunkler glänzte, als ob es nass wäre. Ihre Finger glitten vorsichtig dorthin, doch als sie ihn berührte, zuckte er zurück. Ihre Fingerkuppen waren rot … Blut!
„Sie sind angeschossen worden“, keuchte sie jetzt und setzte sich auf.
„Sieht so aus. Leider hatte ich bei dem Sprung meinen Zauberstab verloren, sonst wäre das nicht passiert“, erklärte er und drückte sich jetzt auf die Beine. Sofort erhob auch Sisilia sich und ging zu ihm. Sie untersuchte seinen Rücken.
„Die Kugel steckt noch drin. Sie müssen sofort zu einem Heiler und sich das Ding rausholen lassen“, sagte sie sichtlich besorgt, woraufhin er nur kurz auflachte.
„Ja, natürlich. Severus Snape marschiert mal kurz eben ins St. Mungos, um sich eine Kugel, die von einer Muggelerfindung stammt, aus der Schulter holen zu lassen. Sil, Sie sollten eigentlich wissen, dass ich zu keinem Heiler gehen kann“, erklärte er und legte jetzt seine rechte Hand auf die linke Schulter.
„Aber … Sie werden verbluten oder an Blutvergiftung sterben“, keuchte sie, und alle Farbe verschwand aus ihrem Gesicht.
„Vielleicht könnten Sie ja …“
„Ich? Severus, ich habe davon keine Ahnung. Ich hätte das hier nicht mal so gut hinbekommen wie Sie.“, sie deutete auf ihre blutige Brust, wurde sich dabei der immer noch weit geöffneten Bluse bewusst und schloss hastig die Knöpfe.
„Doch, hätten Sie, glauben Sie mir. Ich kann Sie anleiten, ich vertraue Ihnen vollkommen.“
Sisilia schüttelte den Kopf und starrte ihn an. „Das kann ich nicht“, beharrte sie unsicher. Snape seufzte.
„In Ordnung, dann …, ich denke, wir sollten verschwinden. Der Kerl mit diesem Blechspielzeug ist entkommen, und ich traue ihm zu, dass er mit anderen seines Schlages zurückkommen wird, um seinen Kumpel hier rauszuholen“, erklärte er leise und wies auf den Mann, der Sisilia mit dem Messer verletzt hatte und der jetzt bewusstlos auf dem Boden lag.
„Ja, verschwinden wir“, stimmte Sisilia zu und beobachtete Snape genau, als sie zusammen zur Türe der Lagerhalle gingen.
„Wäre es nicht besser, wenn wir einfach apparieren würden? Vorausgesetzt, Sie sind in der Lage dazu.“
„Das schaffe ich schon“, gab er zur Antwort, aber Sisilia merkte dennoch, dass er versuchte sich nicht anmerken zu lassen, dass er starke Schmerzen hatte.
„Zu mir. Sie kennen den Ort an den ich immer appariere“, sagte sie nur knapp und hoffte, dass er ihr auch wirklich folgen würde. Doch ließ sie ihm keine Zeit zu antworten, nickte ihm nur kurz zu und verschwand dann.
Was sie nicht sah, war, dass Snape sich kurz aufstöhnend mit dem Rücken gegen die Tür lehnte, um all seine Kräfte zu sammeln, damit er das mit dem Apparieren auch wirklich hinbekam.

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BeitragThema: Re: Unbreakable Truth (Kapitel 11- 20)   Mo Jan 14, 2008 8:10 pm

Zwei Minuten später tauchte er neben Sisilia, die schon leicht nervös geworden war, auf. Instinktiv griff sie nach ihm, als sie das Gefühl hatte, er würde schwanken und stolpern. Sofort richtete er sich wieder auf, doch war nicht zu übersehen, dass ihn das sehr viel Kraft kostete, wobei sein Gesicht noch blasser war als sonst. Irgendwie erinnerte er sie jetzt wieder an das erste Mal, als sie ihn bei sich zu Hause aufgesucht hatte.
„Wir gehen jetzt zu mir, dann sehe ich mir Ihre Verletzung an“, bestimmte sie einfach, doch Snape zögerte.
„Sie wollen wirklich das Risiko eingehen, gerade mich dort hin mitzunehmen? Sie könnten Potters Leben gefährden“, hakte er nach.
„Jetzt hören Sie auf, Severus. Ich vertraue Ihnen, wie mein Onkel Ihnen vertraut hat. Und jetzt will ich nichts mehr hören, kommen Sie.“ Ihre Stimme war sehr entschlossen, sie meinte mit jeder Faser ihres Körpers, was sie gesagt hatte, und auch ihr Verstand war derselben Meinung. Sie ging wegen seiner offenkundigen Schwäche langsam, und als sie dann ganz in der Nähe waren, nannte sie ihm die Adresse, dirigierte ihn allerdings um das Haus herum, um es durch den Hintereingang zu betreten, damit sie nicht Gefahr liefen, von Harry und seinen Freunden gesehen zu werden. Sofort führte sie ihn in ihr Wohnzimmer und schob ihn zum Sofa, auf das er sich ermattet sinken ließ.
„Ich bin gleich wieder da. Vielleicht könnten Sie ja schon mal ihre Jacke und das Hemd ausziehen.“
Ihre Schuhe noch im Gehen in eine Ecke des Flurs werfend, rannte sie dann nach oben, holte Verbandszeug und aus der Küche noch Wasser sowie einige Tücher. Als sie wieder das Wohnzimmer betrat, war Snape gerade dabei, den letzten Knopf seines Hemdes zu öffnen.
„Warten Sie, ich helfe Ihnen“, sagte sie, stellte die Sachen auf den Tisch und half ihm, das Hemd abzustreifen, das an der Schulter rot getränkt war.
„Es scheint keine wichtigen Arterien getroffen zu haben“, erklärte er ruhig, stöhnte dann aber auf, als Sisilia den Ärmel von seinem Arm zog.
„Tut mir Leid“, entschuldigte sie sich, tränkte eines der Tücher in der Schüssel mit Wasser, die sie mitgebracht hatte, und versuchte die Wunde zu säubern, wobei sie jedoch sehr, sehr vorsichtig war.
Kein Laut kam über Snapes Lippen, und dennoch war nicht zu übersehen, dass es sehr weh tun musste.
„Wenn Sie immer noch wollen, dass ich Ihnen helfe, dann sagen Sie mir bitte jetzt ganz genau, was ich zu tun habe. Doch ich kann nicht versprechen, dass ich es so hinbekomme, wie Sie glauben, dass ich es kann.“
Ihr Herz schlug in ihrem Hals oben und sie musste sich sehr konzentrieren, um das Zittern ihrer Hände zu beruhigen.
„Es ist nicht so schwer“, sagte er und rückte ein Stück beiseite, so dass sich Sisilia neben ihn setzen konnte, was sie nach einer entsprechenden Geste von ihm dann auch tat.
„Nehmen Sie Ihren Zauberstab. Ich vertraue Ihnen, Sil“, sagte er und rang sich sogar zu einem Lächeln durch, das sie nervös erwiderte.
Er hatte sie jetzt schon zum wiederholten Mal „Sil“ genannt, und das klang irgendwie ... nett ... aus seinem Mund.
Doch dann richtete sie ihre Aufmerksamkeit ganz auf ihn. Er nannte ihr einen Zauber, der ähnlich wie der Aufrufezauber funktionierte, jedoch um einiges diffiziler als dieser war. Er erklärte, dass sie sehr vorsichtig sein müsste und die Kugel wirklich nur millimeterweise wieder an die Oberfläche holen sollte, damit nicht vielleicht doch noch eine größere Arterie oder Vene verletzt werden würde, die beim Eindringen zum Glück verfehlt worden war.
Langsam nickte Sisilia, richtete konzentriert ihren Zauberstab auf die Einschussstelle, und als sie den Spruch das erste Mal kaum hörbar murmelte, keuchte Severus auf, und sie hielt sofort wieder inne.
„Schon gut ... machen Sie einfach weiter“, murmelte er leise und entspannte sich wieder. „Ich hatte nur nicht mit dieser Heftigkeit gerechnet. Weiter!“, sagte er und schloss mühsam beherrscht seine Augen.
Diesmal legte Sisilia ihre Hand zusätzlich vorsichtig ein Stück neben der Wunde auf seine Haut und begann von vorn. Noch behutsamer begann sie den Zauber zu sprechen und hielt immer wieder einen Moment inne, wenn sich Severus stärker angespannte.
„Keine Pausen. Bitte“, stöhnte er leise, ihre Absicht erkennend, da er lieber wollte, dass es schneller vorbei war, „Besser in einem raus, wenn auch langsam.“
Wieder nickte sie, presste ihre Hand etwas fester auf die Schulter und konzentrierte sich erneut.
Dann endlich, nach einer, wie ihr schien, fast unendlich langen Zeit, sah sie etwas Metallenes, und keine zwei Sekunden später konnte sie die Kugel wegnehmen, die sie einfach in die Schüssel mit Wasser warf. Schnell griff sie nach einem Tuch, weil mit der Kugel ein kleiner Schwall Blut herausgetreten war, das nun über Snapes Brust lief. Schnell Sie wischte es eilig ab und drückte behutsam das Tuch auf die Wunde.
Ihr Blick wanderte zu Snapes Gesicht, der sie dabei beobachtet hatte.
„Danke. Ich wusste doch, dass Sie das können. Jetzt müssen Sie die Wunde nur noch verschließen. Langsam von innen nach außen“, erklärte er ihr und nannte ihr den Spruch, mit dem er auch ihre Verletzung behandelt hatte. Sisilia sagte nichts, nickte nur und nahm dann das Tuch wieder weg. Zwar blutete die Wunde noch, doch nicht so schlimm, wie sie befürchtet hatte. Daher begann sie, so gut sie konnte, seine Wunde zu verschließen und hoffte, dass sich im Nachhinein nichts entzünden würde, denn dann könnte sie ihm mit Sicherheit nicht mehr helfen, und er würde doch noch einen Heiler aufsuchen müssen.

Es dauerte einige Zeit, bis sie es schließlich geschafft hatte und an der Stelle, an der die Kugel in seinen Körper gedrungen war, nur noch ein dunkelroter Fleck zu sehen war.
Sie atmete tief durch, ließ ihren Arm mit dem Zauberstab sinken und sah dann zu Snape, der inzwischen seine Augen geschlossen und seinen Kopf auf der Sofalehne abgelegt hatte.
„Geht es Ihnen gut?“, fragte sie besorgt und nahm die Hand von seiner Schulter.
„Dank Ihrer Hilfe, ja. Jetzt haben Sie mich zum zweiten Mal gerettet. Ist Ihnen das eigentlich bewusst?“
„Sie haben mich vorhin auch gerettet“, antwortete sie nur und zuckte mit den Schultern. „Ich denke, wir dürften damit quitt sein, oder?“
Er öffnete die Augen und sagte nichts, sondern blickte auf seine Schulter.
„Exzellente Arbeit. Sie sollten Heilerin werden“, lobte er sie stattdessen.
„Lieber nicht, ich glaube, das viele Blut würde ich auf Dauer nicht ertragen.
Mr. Snape, ich mache Ihnen einen Vorschlag: Wie wäre es mit einem heißen Bad? Ich zaubere uns dann ein solange ein Abendessen.“
Snape musterte sie einen Augenblick, ohne etwas zu sagen, und Sisilia legte ihren Kopf leicht schief, um ihre Ungeduld auf eine Antwort kund zu tun.
„Warum tun Sie das alles?“, fragte er sie jetzt direkt heraus, und sie zuckte mit den Schultern.
„Dasselbe könnte ich Sie auch fragen. Vielleicht mag ich Sie einfach ... irgendwie. Keine Ahnung. Nun kommen Sie. Ein warmes Bad wird Ihnen gut tun. Oben im Schrank sind noch ein paar Sachen meines Vaters. Er war zwar kräftiger als Sie, aber ich denke, ein Hemd wird sich finden lassen, und die Jacke kann ich nachher noch reparieren.“, beschloss sie jetzt einfach für ihn, stand auf und streckte ihm ihre Hand entgegen, um ihm aufzuhelfen.
Zu ihrer Überraschung wehrte er sich nicht dagegen, ergriff sogar ihre Hand und ließ sich auf die Beine ziehen. Er schwankte leicht, und es war deutlich zu sehen, dass ihn das alles Einiges an Kraft gekostet haben musste. Sie legte ohne darüber nachzudenken ihren Arm um seine Mitte, um ihn zu stützen, und half ihm die Stufen nach oben hinauf. Im Bad angekommen, ließ sie Wasser in die recht komfortable große Badewanne laufen, legte ihm ein Handtuch heraus und wandte sich ihm dann wieder zu. Er hatte sich gegen das Waschbecken gelehnt, den linken Arm in einer Schonhaltung. Wahrscheinlich tat es immer noch weh, und erst jetzt wurde ihr klar, was er wohl für Schmerzen gehabt haben musste: Wohl spürte sie selbst den Schnitt auf ihrer Haut immer noch, doch er war lediglich warm und brannte, aber höchstens so wie ein Sonnenbrand, mehr nicht. Es war gut auszuhalten.
„Kommen Sie zurecht?“, wollte sie dann besorgt wissen.
„Ja, sicher. Danke, Sil“, antwortete er ihr, und es erschien sogar so etwas wie ein schwaches Lächeln in seinem Gesicht.
„Ich such noch schnell nach einem Hemd“, erklärte sie, ebenfalls lächelnd, und verschwand im ehemaligen Schlafzimmer ihrer Eltern. Zum Glück hatte sie es bislang noch nicht fertig gebracht, es auszuräumen. Im Schrank fand sie sogar noch ein dunkelblaues nagelneues, noch originalverpacktes Hemd, außerdem einen Bademantel. Mit Beidem ging sie zurück zum Bad und klopfte an.
„Ich hab die Sachen, darf ich kurz rein kommen?“, fragte sie etwas unsicher.
„Kommen Sie nur“, kam die Antwort von drinnen, und Sisilia folgte seiner Aufforderung.
Er lag bereits im Wasser, und sie versuchte zu vermeiden, ihn direkt anzusehen. Den Bademantel hängte sie über das Waschbecken, und das Hemd, welches sie noch schnell aus der Verpackung nahm, legte sie auf ein kleines Board, das neben der Dusche stand.
„Es ist noch ganz neu. Ich weiß zwar nicht, ob es Ihr Geschmack ist, aber ...“.
„Danke, es ist perfekt“, antwortete er ihr, und sie spürte überdeutlich, dass er sie musterte. Leicht nervös begann sie mit den Fingern an den Knöpfen des Hemdes zu spielen.
„Ich werde jetzt etwas kochen gehen. Mögen Sie Lasagne?“, fragte sie dann und wandte den Kopf zu ihm.
„Wenn Sie sie kochen, bestimmt“, gab er zur Antwort und erwiderte ihren Blick, der inzwischen geradezu scheu wirkte. Kurz blieben ihre Augen auf seinem sehr schlanken und dennoch angenehm muskulösen Körper hängen, den sie durch das Wasser erkennen konnte, doch dann hob sie schnell den Kopf an.
„Ich bin dann unten“, sagte sie knapp und verließ fluchtartig das Bad..

Ziemlich verwirrt wusch sie sich ihre Hände, an denen immer noch getrocknetes Blut klebte, und schlüpfte dann erleichtert in ein sauberes T-Shirt. Nach einer guten dreiviertel Stunde hatte sie das Essen fertig, und der Duft der Lasagne zog durch das Haus. Sisilia liebte es zu kochen, wie die Muggel es taten, was zwar etwas mehr Zeit in Anspruch nahm, ihr aber sehr viel Freude bereitete, besonders, wenn sie noch Besuch hatte.
Der Tisch war bereits gedeckt, und in dem Moment, als sie die Auflaufform aus dem Ofen nahm, trat Snape, den sie gar nicht hatte kommen hören, in die Türe.
„Es riecht wirklich verlockend“, sagte er, während sie das Essen auf den Tisch stellte und ihn kurz musterte.
Er hatte wieder etwas mehr Farbe, und das sanfte Lächeln, welches sie noch nie auf seinem Gesicht gesehen hatte, ließ ihn halb so finster aussehen wie sonst. Auch das Hemd, das sie ihm gebracht hatte, passte zu ihrer Überraschung sehr gut, was sie zunächst etwas verwunderte; aber es konnte natürlich sein, dass sie ihren Vater etwas größer und kräftiger in Erinnerung hatte, als er es gewesen war, so wie ihr auch häufig Orte ihrer Kindheit, die sie jetzt, als Erwachsene, zum ersten Mal wieder sah, merkwürdig geschrumpft erschienen. Und da sie erst 12 Jahre alt gewesen war, als ihr Vater getötet wurde …
„Fühlen Sie sich besser?“, fragte sie und deutete mit der Hand auf einen der Plätze, die sie gedeckt hatte.
„Viel besser, danke.“
„Gut. Dann können wir essen“, gab sie zurück und füllte ihm etwas auf seinen Teller, bevor sie sich selber auch nahm und sich dann zu ihm setzte.
„Sehr gut, wirklich“, lobte er sie, als er es probiert hatte, und sie lächelte erneut
Danach lief das Essen zuerst ziemlich schweigsam ab, sie sahen sich nur hin und wieder kurz an, doch schließlich begannen sie gleichzeitig zu reden.
„Möchten sie ...“, setzte Sisilia an.
„Haben Sie ...“, waren Snapes Worte, doch dann nickte er ihr zu. „Sie zuerst.“
„Ich wollte nur fragen, ob Sie noch etwas möchten“, wiederholte sie und deutete auf die Lasagne.
„Danke, aber ich bin wirklich satt. Es war hervorragend“, antwortete er ihr.
„Und was wollten Sie mich fragen?“, hakte sie jetzt nach.
„Ich wollte nur wissen, ob Sie von ihrem Großvater etwas gehört haben.“
„Wir schreiben uns regelmäßig, wenn auch nur kurze Briefe. Einfach um uns zu vergewissern, dass alles in Ordnung ist. Er arbeitet viel in seiner Kneipe. Ich hab ihm zwar gesagt, dass er langsam auch daran denken könnte, sich zur Ruhe zu setzen, doch er meinte das wäre im Moment völlig unmöglich. Ich glaube einfach, er wäre nicht mehr er selber, wenn er den Eberkopf aufgeben würde. Irgendwie scheint das einfach sein Leben zu sein.“
Snape hörte ihr aufmerksam zu, trank einen Schluck und nickte dann nur. Wie hätte Sisilia auch wissen sollen, dass Aberforth dies alles nur tat, um weiterhin den Orden zu unterstützen.

Nachdem sie gemeinsam das Geschirr weggeräumt hatten und Sisilia darauf bestanden hatte, dass Snape sich im Wohnzimmer noch etwas hinsetzen und ausruhen sollte, ging sie zu ihrer kleinen Musikanlage, einem der wenigen Muggeldinge, die sie besaß, und suchte nach einer CD.
„Haben Sie eine bestimmte Musikrichtung?“, wollte sie dann wissen und sah ihn fragend an.
„Ich weiß nicht, was Sie alles haben“, erklärte er, stand auf und trat neben sie, einen Blick auf das Regal werfend, in dem die CDs eingeordnet waren. Sie beobachtete ihn, während seine Augen über die CD-Rücken huschten und diese lasen.
„Wie wäre es damit?“, fragte er und zog eine der Hüllen heraus.
„Simon und Garfunkel?“, fragte sie überrascht.
„Oder nicht?“
„Von mir aus. Ich hab mich nur gewundert, weil ich die schon seit in paar Tagen anhöre“, gab sie zurück und schaltete einfach das Gerät ein.
„Dann scheinen wir wohl denselben Geschmack zu haben“, entgegnete er leise.
„Sieht so aus“, war ihre Antwort darauf, die fast nur geflüstert über ihre Lippen kam, während sie sich in die Augen sahen.
Snape war der Erste, der sich wieder bewegte, sich langsam umdrehte und zurück zum Sofa ging, aber davor stehen blieb. Sisilia brauchte einen Moment und fragte sich im Geiste, was hier eigentlich vor sich ging.
„Welches Lied gefällt Ihnen am besten, Severus?“, wollte sie dann wissen.
„Sound of Silence“, antwortete er sofort. „Irgendwie verbindet mich etwas mit diesem Lied. Ich finde einfach, es passt zu mir.“
„Glauben Sie?“, hakte sie nach und ließ ihre Finger über die Tasten des Players huschen, um genau dieses Lied einzustellen, welches mit leisem Gitarrenspiel begann.
Langsam ging sie auf Snape zu.

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BeitragThema: Re: Unbreakable Truth (Kapitel 11- 20)   Mo Jan 14, 2008 8:12 pm

Hello darkness, my old friend,

Begann sie langsam mitzusingen und blieb ein Stück vor ihm stehen.

I’ve come to talk with you again,

Ohne sich zu bewegen, beobachtete er sie dabei.

Because a vision softly creeping,
Left it’s seeds while I was sleeping,
And the vision that was planted in my brain
Still remains
Within the sound of silence.


Sie streckte ihre Hand nach ihm aus, und er ergriff sie sogar. Und diesmal war er es, der den Text mitzusingen begann. Obwohl er nicht wirklich eine Singstimme hatte und manche Worte eher gesprochen als gesungen waren, lief es Sisilia heiß und kalt den Rücken hinunter, besonders deshalb, weil diese Worte tief aus seinem Inneren zu kommen schienen.

In restless dreams I walked alone
Narrow streets of cobblestone,
’neath the halo of a street lamp,
I turned my collar to the cold and damp
When my eyes were stabbed
by the flash of a neon light
That split the night
And touched the sound of silence.


In den nächsten Vers stieg Sisilia jetzt wieder mit ein, so dass sie beide … nun ja … mehr oder weniger sangen.

And in the naked light I saw
Ten thousand people, maybe more.
People talking without speaking,
People hearing without listening,
People writing songs that voices never share
and no one dared
Disturb the sound of silence.


Severus zog sie jetzt etwas näher zu sich heran. Er nahm die Augen nicht von ihren und sprach den Text jetzt nur noch mit, auch wenn er das sehr melodisch tat.

Fools, said I, you do not know
Silence like a cancer grows.
Hear my words that I might teach you,
Take my arms that I might reach you.
But my words like silent raindrops fell,
And echoed
In the wells of silence


Wieder stimmte Sisilia leise mit ein, ihr Herz begann heftig zu schlagen und fast schon verlangend blickte sie ihm entgegen. Ihre freie Hand hob sie langsam an und streckte die Finger nach seinem Gesicht aus, berührte ihn kaum merklich an seiner Wange und entgegen ihren Erwartungen wich er nicht vor ihr zurück.

And the people bowed and prayed
to the neon god they made.
And the sign flashed out it’s warning,
in the words that it was forming.
And the sign said, the words of the prophets
are written on the subway walls
and tenement halls.
And whisper’d in the sounds of silence.


Eine ganze Weile standen sie einfach nur da, während die letzten Takte der Musik verklangen und ein neues Lied einsetzte. Die Spannung war fast greifbar, fast sichtbar zwischen ihnen. Aber Sisilia vermochte nicht einzuschätzen, nicht richtig zu deuten, was dies bedeutete. Ihr Herz klopfte wild und presste ihr Blut schneller durch ihren Körper, ihre Augen versuchten in den seinen zu lesen, doch irgendwie gelang das nicht so recht. Immer wenn sie glaubte, ein Gefühl in ihnen zu erkennen, schien es in ein anderes zu wechseln, was sie noch mehr verwirrte. So blieb sie einfach nur stehen und wartete, auch wenn sie nicht wusste auf was.
Nach einigen Minuten ergriff er dann ihre Hand, die immer noch an seiner Wange lag, hauchte einen verwirrend zarten Kuss auf die Handfläche und löste sich dann wieder von ihr.
„Es ist schon sehr spät. Ich denke, ich sollte jetzt besser gehen, Sil“, erklärte er leise und griff nach seiner Jacke, die immer noch über der Sofalehne hing.
„Aber …“, begann Sisilia jetzt etwas bestürzt über seinen plötzlichen Wunsch nach Aufbruch und sah von ihm zu der Jacke. „Ich hab doch die Jacke noch gar nicht repariert“, warf sie dann ein, weil sie nicht wusste, was sie sonst hätte sagen sollen.
„Kein Problem, das kann ich auch selber machen. Ich bin ganz geschickt darin, glauben Sie mir“, erklärte er mit einem kleinen Schmunzeln.
Wieder entstand eine kurze Stille, bis Snape sich dann wieder rührte. Man konnte fast glauben, dass ihm dieses Schweigen unangenehm war.
„Vielen Dank für alles, Sil. Hab weiter ein Auge auf Potter, damit er keinen Mist macht, und gib ihm das Buch. Ich denke, Miss Granger kommt bestimmt damit klar“, erklärte er dann noch.
„Ist gut, das werde ich. Gleich morgen früh“, antwortete sie, ebenfalls leise, dann ging sie auf ihn zu. „Wann sehe ich Sie wieder, Severus?“, fragte Sisilia jetzt, die eigentlich nicht wollte, dass er ging.
„Keine Sorge. Ich bin mir sicher, wir laufen uns wieder über den Weg. Gute Nacht, Sisilia Dumbledore“, sagte er, doch noch bevor er sich zum Gehen umwenden konnte, war Sisilia nach vorn gegangen und hatte ihm einen Kuss auf die Wange gegeben.
Überrascht sah er sie nun an.
„Wofür war das denn?“
„Vielleicht einfach nur meine Art, ‚Danke’ zu sagen“, gab sie als Erklärung.
Zuerst glaubte sie, er würde es ihr gleich tun wollen, weil er sich kaum merklich auf sie zu bewegte, doch dann nickte er nur, drehte sich um und ging ohne ein weiteres Wort.

Erst als die Tür ins Schloss fiel, wurde Sisilia so richtig bewusst, dass sie ganz alleine im Wohnzimmer zurück geblieben war und im Hintergrund lief das Lied …

Bye bye, love.
Bye bye, happiness.
Hello, loneliness.
I think I'm gonna cry.
Bye bye, love.
Bye bye, sweet caress.
Hello, emptiness.
I feel like I could die.
Bye bye, my love, goodbye…

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BeitragThema: Re: Unbreakable Truth (Kapitel 11- 20)   Mo Jan 14, 2008 8:24 pm

Kapitel 12. Der Theaterbesuch





Wieder saß der Mann, der völlig in Schwarz gekleidet war, an seinem kleinen, schäbigen antiken Schreibtisch vor seinem Büchlein und schrieb etwas hinein. Draußen wurde es gerade hell und er löschte die Kerze, die er nicht mehr brauchte, er konnte genug sehen.

War eine verdammt lange Nacht. Konnte wegen der Schmerzen an der Schulter nicht schlafen. Wie gern hätte ich wenigstens einige meiner Apparaturen hier, damit ich paar Tränke brauen könnte. Wird wieder vergehen und das werde ich auch überstehen. Werde mich langsam aufmachen zu Sil. Ich glaube, ich sollte Potter die nächsten Tage noch besser im Auge behalten. Nur gut dass „ER“ mich heute nicht sehen will. Er würde nur wieder Fragen stellen … vermutlich ist es besser, wenn er davon nichts erfährt

Das war alles, was er in das Büchlein schrieb, bevor er die Feder wegstellte, das Tintenglas zuschraubte und sein Notizbuch wieder in dem Geheimfach in seinem Schreibtisch versteckte.

*****



Das Klopfen, welches sehr entfernt an ihr Ohr drang, holte sie langsam aber sicher aus ihren Träumen und schien, je wacher sie wurde, auch energischer zu werden.
Mühsam hob sie den Kopf und setzte sich, mit dem Handrücken über ihre Augen reibend, auf dem Sofa auf, auf dem sie letzte Nacht eingeschlafen war.
„Sisilia? Bist du wach?“, erkannte sie dann Harrys zögerliche Stimme.
„Komm rein, Harry!“, rief sie und gähnte erneut.
Harry grinste, als er in der Wohnzimmertür stehen blieb, und Sisilia, die sich gerade gähnend streckte, hielt mitten in der Bewegung inne.
„Was?“, fragte sie sichtlich irritiert.
„Ist gestern wohl etwas spät geworden? Hattest du Besucht?“ Sisilia sah ihn überrascht an. Hatte er etwas mitbekommen? Und wenn, dann sicherlich nicht, wer bei ihr war, denn sonst würde er nicht so ruhig und grinsend da stehen.
„Wie kommst du denn darauf?“, hakte sie nach und Harry deutete auf den Tisch, wo immer noch zwei Gläser standen, die sie gestern nicht mehr aufgeräumt hatte. Sie war schlichtweg nicht mehr dazu gekommen, da sie unbeabsichtigt auf dem Sofa eingeschlafen war. Selbst das Licht hatte die ganze Nacht gebrannt und war sogar jetzt noch an. Doch als Harry ihren Blick zum Lichtschalter bemerkte, macht er es einfach aus.
„Die zwei Gläser …“, begann sie, krampfhaft nach einer Ausrede suchend. „Es ist mir eine Motte ins Glas gefallen und ich hatte keine Lust, es auszuwaschen und hab mir stattdessen einfach ein Neues geholt“, erklärte sie dann und versuchte so nebensächlich wie möglich zu klingen.
„Ach so“, antwortete Harry nur und sie war froh, dass er es ihr abzunehmen schien, auch wenn es ihr nicht gefiel, Harry anlügen zu müssen.
„Was führt dich eigentlich zu so früher Stunde hier her? Du wolltest doch bestimmt nicht kontrollieren, ob ich die Nacht alleine verbracht habe“, scherzte sie jetzt und versuchte seine eventuellen Gedanken zu unterbrechen.
„Was? Nein“, wehrte er verlegen ab. „Hermine schickt mich. Sie hat ein ausladendes Frühstück gemacht und dabei ronmäßige Portionen aufgetischt. Jetzt haben wir viel zu viel. Kurzum, hättest du Lust mit uns zu frühstücken?“
„Frühstück? Klingt wunderbar. Ich mach nur einen kleinen Umweg über mein Bad und komme dann rüber. In Ordnung?“
„Geht klar. Dann bis gleich“, entgegnete er ihr lächelnd und verließ ihr Haus.
Sisilia brauchte noch einen Moment um richtig wach zu werden. Nachdem Snape gestern gegangen war, hatte sie die restliche Weinflasche noch geleert, während sie über das, was vorgefallen war, nachgedacht hatte. Aber vielleicht hatte sie auch gehofft, die in ihr entstandene Leere mit dem Wein aufzufüllen, was natürlich Blödsinn war, das war ihr im Grunde schon klar. Nicht mal dieser dumme Kater, der sich sonst immer in ihrer Nähe herumtrieb, war an diesem Abend aufgetaucht. Dann war sie irgendwann während des Grübelns auf ihrem Sofa eingeschlafen, und jetzt tat ihr dafür das Genick weh, weil sie krumm dagelegen hatte.
Mit etwas Gymnastik versuchte sie die Verspannung wieder zu lösen und nahm dann noch eine schnelle Dusche.
Gleich nachdem sie sich angezogen hatte machte sie sich mit Snapes Zaubertränkebuch unter dem Arm auf den Weg zu Harrys Häuschen, vor dem sie Harry und Hermine antraf, die sich in der Morgensonne unterhielten.
„Einen wunderschönen guten Morgen!“, wünschte Sisilia ihnen und fröhlich erwiderten die beiden ihren Gruß. Doch dann ging Hermines Blick neugierig an Sisilia vorbei und sie blickte auf einen Punkt hinter hier.
„Ach herrje. Was hat der kleine Kerl denn?“, fragte sie bedauernd und deutete auf den kleinen schwarzen Kater, der kaum merklich zu humpeln schien.
Sisilia wandte den Kopf und tatsächlich, das Tier schien auf einer Vorderpfote sehr vorsichtig aufzutreten. Doch sobald der Kater bemerkte, dass er beobachtet wurde, sprang er hinter einen Busch und verschwand aus ihrem Blickfeld.
„Vielleicht hatte er heute Nacht Streit mit einer Nachbarskatze oder mit einem andern Kater“, mutmaßte Harry schulterzuckend.
„Könnte gut sein“, stimmte Sisilia etwas verwundert zu.
„Essen kommen!“, erklang Rons Stimme aus dem Haus und er ging mit einer großen Pfanne voll Rührei mit Schinken und einem breiten Grinsen aus der kleinen Küche in den Wohnraum hinüber.
„Na, da scheint aber einer mächtig Hunger zu haben“, kommentierte Sisilia das Bild, welches sich ihr gerade geboten hatte.
„Der hat immer so großen Hunger“, erwiderte Hermine und verdrehte leicht die Augen, woraufhin die anderen lachend ihr und Ron ins Wohnzimmer folgten.
Der Tisch war schon für vier gedeckt und vollkommen überladen mit Essen, sodass Ron die Pfanne ganz knapp an den Rand des Tisches stellen musste.
Als Auswahl gab es Pfannkuchen, Würstchen, Bohnen, Toast, Butter, Käse, Wurst, Marmelade, Honig und sogar Schokocreme.
„Wen habt ihr denn noch alles zum Essen eingeladen?“, fragte Sil, auf den Tisch deutend.
„Niemand mehr“, erwiderte Ron und sah sie überrascht an.
Hermine verdrehte erneut die Augen und wies dann einladend auf den Tisch, worauf sie alle Platz nahmen.
„Ach ja. Bevor ich es vergesse …“, begann Sisilia, „Ich hab mir das Buch hier genauer angesehen und auch ein paar interessante Dinge gefunden. Ich weiß nicht, ob ihr das noch kennt, doch als ich noch ein Kind war, gab es etwas, das nannte man blutige Geheimtinte. Man schrieb mit einer geheimnisvollen dunkelroten Tinte, die nach einiger Zeit wieder komplett verschwand. Wieder sichtbar machen lässt sie sich nur mit einem ganz bestimmten Zauber. Nun, kurzum, ich hab’s einfach ausprobiert und tatsächlich ein paar Stellen entdeckt, die mit dieser Tinte beschriftet worden waren. Sie sind leicht zu erkennen an der dunkelroten Farbe. Ich denke ihr werdet keine Probleme haben sie zu finden“, erklärte sie, genauso, wie sie es mit Snape besprochen hatte, und reichte Harry das Buch, welches ihm Hermine aber sofort aus den Händen riss und darin zu blättern begann.
Harry hinderte sie nicht daran, sondern begann seinerseits einfach in aller Ruhe zu frühstücken, was Ron ihm gleich tat. Sil schloss sich den beiden an, schon deshalb, weil sie großen Hunger hatte.“
„Lange Nacht gewesen, gestern?“, fragte Ron mit vollem Mund und grinste.
„Nein. Bin auf dem Sofa eingeschlafen“, erklärte Sisilia, nachdem sie ihren ersten Bissen hinunter geschluckt hatte.
„Ascho“, gab der Rothaarige zurück.
Während des Frühstücks unterhielten sie sich über Gott und die Welt und ihre Themen waren durchweg belangloser Natur, als plötzlich eine alte Eule durch die offene Eingangstüre ins Wohnzimmer geflogen kam, die einen knappen warnenden Schrei ausstieß, woraufhin Ron, Harry und Hermine schnell jeder eine Schüssel oder einen Teller schnappten und in Sicherheit brachten, bevor die Eule bäuchlings mitten auf den Tisch knallte und sich nicht mehr rührte.
Als Ron Sisilias überraschten und besorgten Blick auffing, zuckte er nur mit den Schultern.
„Errol, die Eule von Mum und Dad. Sie macht das immer. Ist schon steinalt, das arme Vieh“, erklärte er, stellte den Teller mit den restlichen Pfannkuchen neben sich auf das Sofa und griff nach dem Brief, der am Bein des Tieres befestigt war.
Hermine, welche die Teller wieder zurückgestellt hatte, war schon wieder mit dem Buch beschäftigt, in das sie erneut ihre Nase steckte, während sie sich eifrig auf einem Pergament Notizen machte.
„Der ist ja für Sie?“, rief Ron überrascht aus und reichte Sisilia den Umschlag.
„Ron, sag bitte Sisilia und du und das gilt auch für Hermine, ich komme mir sonst so schrecklich alt vor“, warf sie mit einem Zwinkern ein und nahm den Brief neugierig entgegen, den sie auch gleich öffnete.
Es war erneut einer von Charlies Briefen, die sie fast jeden Tag bekam. Doch diesmal erkundigte er sich nicht nur wie es ihr ging, sondern es lagen noch zwei Eintrittskarten dabei, für ein Theaterstück am heutigen Abend, zu dem er sie eingeladen hatte.
Ihr Gesichtsaudruck musste sehr merkwürdig auf die andern gewirkt haben, denn die beiden Jungs stockten mit dem Essen und sahen sie fragend an. Aber Sisilia lächelte nur, legte den Brief neben sich und beschäftigte sich wieder mit ihrem Ei.
„Echt leckeres Frühstück“, lobte sie und nahm sich gleich noch mal einen Nachschlag.
Kurz warfen sich Ron und Harry Blicke zu, doch keiner traute sich nach dem Inhalt des Briefes zu fragen und darüber war sie auch recht froh, denn es war ihr peinlich, mit Ron über das Rendezvous mit seinem Bruder zu reden. Einige Zeit saßen sie noch zusammen und unterhielten sich. Sisilia hatte das Gefühl von Harrys Freunden vollkommen akzeptiert zu werden, was ihr wirklich gut tat. Sie hatte nicht viele Freunde oder Bekannte und in England schon gar nicht. Doch dann, es war schon fast Mittagszeit, bedankte und verabschiedete sie sich herzlich mit einer Gegeneinladung und ging zurück in ihr Haus, um Charlie eine Antwort zu schreiben, in der sie seine Einladung annahm, denn Romeo und Julia hatte sie schon lange mal sehen wollen.


*****




Pünktlich um achtzehn Uhr stand sie vor dem kleinen Theater und betrachtete das alte Gebäude, das erst kürzlich mit sehr viel Liebe zum Detail renoviert worden war.
„Zeus-Theater“ stand in riesigen goldenen Lettern über dem breiten, zweiflügeligen Eingangstor. Schon jetzt gingen immer wieder Leute hinein, manche sehr elegant gekleidet, andere nur in etwas aufgepeppten Jeans und netten Oberteilen, so dass sie sich manchmal schon fast für zu elegant gekleidet hielt in ihrem geschmackvollen Sommerkleid in den Farben schwarz und violett.
Etwas aufgeregt drehte sich Sisilia um und ließ ihren Blick über den Gehweg huschen, um nach Charlie Ausschau zu halten, als sie eine Hand auf ihrer Schulter spürte und herumfuhr.
„Entschuldige, ich hatte nicht vor dich zu erschrecken“, entschuldigte Charlie sich mit einem Lächeln. „Ich hoffe, du musstest nicht zu lange warten? Ich hab mich mit dieser doofen U-Bahn verfahren. Wenn ich einmal eine dieser Muggelerfindungen benutze ...!“
„Nicht so schlimm, ich bin auch gerade erst gekommen. Zumindest weiß ich jetzt, wozu mein Onkel sich den U-Bahn Plan oberhalb seines Knies tätowieren hat lassen“, antwortete sie mit einem Lachen und Charlie sah sie etwas verwirrt an. „Erzähl ich dir vielleicht ein andermal.“
„Ok. Dann würde ich sagen gehen wir rein oder?“, fragte er dann und Sisilia nickte, während sie den dunkelblauen Anzug betrachtete, den er trug. Das graue Hemd hatte er nicht ganz geschlossen und auf eine Krawatte dementsprechend verzichtet. Sisilia musste zugeben, dass er in seinem Outfit einen elegant verwegenen Eindruck machte und irgendwie gefiel ihr das.
Charlie reichte ihr seinen Arm, was Sisilia schmunzeln ließ, sie versuchte das jedoch in ein höfliches Lächeln zu verpacken.
Dann betraten sie das kleine Theater, das sich seinen alten Charme bis in den letzten Winkel bewahrt hatte. Der Boden und die Wände waren mit rotem Samt ausgelegt. Die Kerzenleuchter an den Wänden, in denen allerdings Glühbirnen anstatt Kerzen steckten, waren vergoldet und glänzten wie frisch poliert. Auch die Kronleuchter, die an den Decken hingen und die Glasperlen, die daran glitzerten, gaben dem hohen Raum eine edle und doch gemütliche Atmosphäre.
„Darf ich dich noch auf ein Glas Sekt einladen?“, fragte er und führte sie ohne eine Antwort abzuwarten zu der kleinen Bar, an der schon einige Menschen standen und sich auch etwas zu Trinken bestellt hatte. Die meisten hatten ein Glas Sekt in der Hand.
„Gern“, antwortete Sisilia und nahm auf einem der freien Barhocker Platz, während Charlie bestellte.
„Auf einen wunderschönen Abend“, sagte er, als sie beide die Gläser in der Hand hielten, doch als sie anstoßen wollten, hielt er noch einmal inne. „Weißt du, dass wir beide noch nicht Brüderschaft getrunken haben?“
Sisilia sah ihn überrascht an, denn sie duzten sich eigentlich schon ganz schön lange. Aber bevor sie antworten konnte, hatte er seinen Arm mit dem Glas in der Hand schon um ihren gehakt und das Glas an die Lippen gesetzt. Irgendwie perplex tat sie es ihm dann gleich und trank auch einen Schluck. Erst in dem Moment, als sie Charlies Lippen auf den ihren spürte, war ihr klar geworden, warum er das getan hatte. Bisher war es ihr immer wieder gelungen, seinem Wunsch nach einem Kuss zu entgehen, doch diesmal hatte er sie überrumpelt und sie schüttelte schmunzelnd den Kopf. Was aber nur zur Folge hatte, dass das Grinsen von Charlie noch breiter wurde.
„Wie bist du auf die Idee mit dem Theater gekommen?“
„Ach, das ist ganz einfach. Ich kenne zwei der Darsteller, von ihnen hab ich auch die Karten bekommen. Denn eigentlich ist das Theater hier immer ausverkauft und man muss Karten mindestens ein Jahr vorher vorbestellen.“
„Wirklich? Wow. Gut, wenn man Beziehungen hat.“
„Allerdings. Und ob du es glaubst oder nicht. Die Leute, die hier spielen, machen das nur in ihrer Freizeit. Es ist sozusagen ein Hobby und einen Beruf haben sie auch noch“, erklärte er ihr. „Also erwarte keine Profis.“
„Also wenn das Stück schon für ein ganzes Jahr ausverkauft ist, kann es doch gar nicht so schlecht sein, oder?“
„Dafür spielen sie nur zwei Mal im Monat. Manchmal haben sie sogar bekannte Schauspieler, die dann Gastrollen in ihrem Stück übernehmen.“

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BeitragThema: Re: Unbreakable Truth (Kapitel 11- 20)   Mo Jan 14, 2008 8:27 pm

„Dann muss es gut sein“, lachte Sisilia jetzt vergnügt und merkte, wie das Glas Sekt auf fast nüchternen Magen seine Wirkung tat. Denn sie hatte nach dem großartigen Frühstück nichts mehr gegessen, vor allem deshalb, weil Charlie sie anschließend noch zum Essen ausführen wollte.
Nachdem ein Gongzeichen ihnen ankündigte, dass es Zeit wurde, ihre Plätze einzunehmen, standen sie auf.
„Hast du die Eintrittskarten mitgebracht?“, wollte er wissen.
„Ja, hier“, antwortete sie und zog sie aus ihrer kleinen Handtasche. Zum ersten Mal warf sie einen direkten Blick darauf. „Reihe 2 Mitte?“, las sie überrascht vor und Charlie grinste erneut und reichte ihr seinen Arm, in den sie sich einhakte. Er hatte wirklich sehr kräftige Arme, auch die Muskeln seiner Unterarme waren stahlhart. Es war fast verwunderlich, wie ein Mann, der so kräftig war, so sanfte Finger haben konnte, dachte sie in dem Moment, als er mit seinen Fingerspitzen kurz über ihre Hand strich, während er ihr die Karten abnahm, um sie dem Türsteher zu zeigen. Sie erschauderte leicht, doch versuchte sie sich nichts anmerken zu lassen und blickte in den kleinen Theatersaal, dessen Anblick die Menschen sogleich in ein vergangenes Jahrhundert zu versetzen schien.
„Das ist wunderschön. Ich wusste nicht, dass es so was Herrliches hier in London gibt.“
„Ja, sehr schön“, gab Charlie zurück und erst, nachdem sie direkt zu ihm sah, wurde ihr bewusst, dass er nicht das Theater, sondern sie gemeint hatte, was ihr eine leichte Röte ins Gesicht trieb.
„Ach du“, sie gab ihm einen kleinen verlegenen Knuff und ging dann einfach weiter.
Ihre Plätze waren hervorragend. Sie konnten die ganze Bühne einsehen und es dauerte dann auch nicht mehr lange, bis die Vorstellung begann.
Zwar kannte Sisilia grob die Handlung des Dramas, doch diese Schauspieler, die Bühnenbild und Inszenierung hervorragend gestaltet hatten und spielerisch mit Leben füllten, lösten so viele Emotionen in ihr aus, dass sie vollkommen in dem Stück versank.
Sie merkte nicht einmal, dass Charlie nach einiger Zeit seinen Arm um sie gelegt hatte. Im Gegenteil, als eine Stelle kam, die sehr erschütternd war, drückte sie sich sogar mehr an ihn, so als suche sie Schutz vor dem gemeinen Bösewicht da oben auf der Bühne.
Als dann die Pause kam, der Vorhang fiel und die Lichter im Saal wieder angingen, brauchte sie einen Moment, um wieder in die Wirklichkeit zu finden.
„Gefällt es dir?“
„Gefallen?“, fragte sie. „Es ist großartig. Ich habe noch nie in meinem Leben bei einem Stück so mitgelitten und mitgefiebert. Auch wenn ich weiß, wie es ausgehen wird“, erklärte sie und erst jetzt wurde ihr bewusst, dass er sie in seinem Arm hielt und sie sich an ihn gedrückt hatte.
In seinen Augen lag ein sehr zufriedener, wenn nicht gar glücklicher Glanz und Sisilia überlegte fieberhaft, wie sie aus der Situation wieder rauskam, ohne Charlie vor den Kopf zu stoßen.
„Wie lange ist Pause?“, hakte sie nach.
„Fünfzehn Minuten. Möchtest du noch mal etwas trinken gehen?“, schlug er vor, doch sie schüttelte den Kopf. Wenn sie jetzt noch ein Glas Sekt trinken würde, könnte sie vielleicht nachher etwas tun, was sie bereuen würde …
„Danke, nein. Ich denke ich sollte mal eben kurz für kleine …“, begann sie zu erklären.
„Die Nase pudern?“, erkundigte sich Charlie mit einem Grinsen.
„Ja, so kann man es auch sagen“, gab sie lächelnd zurück und stand dann auf, um auf die Toilette zu gehen.
Als sie dann dort vor dem Spiegel stand und sich ansah, schüttelte sie den Kopf. „Sil, Sil, was machst du nur“, sagte sie leise zu sich und da wurde ihr bewusst, dass sie sich jetzt schon selber den Kosenamen gab, bei dem Snape sie immer nannte.
Kurz entschlossen erneuerte sie ihr Make-up ein wenig und ging dann wieder zurück in den Saal. Charlie saß nicht an seinem Platz, sondern stand vorn an der Bühne und unterhielt sich mit einem der Darsteller. Mit dem jungen Mann, der den Romeo spielte und nicht mal so übel aussah, musste Sisilia gestehen. Sie trat zu den beiden und Charlie stellte ihr den Romeo vor, der ihr kurz die Hand gab, beiden noch viel Spaß wünschte und auch schon wieder verschwinden musste.
„Ein netter Kerl. Er ist auch ein Z …?“, sie sprach es nicht ganz aus und Charlie nickte nur.
„Wir waren zusammen auf der Schuler. Er war in Ravenclaw. Doch er war ein wahnsinnig guter Jäger in seiner Quidditch-Mannschaft. Eigentlich hatte ich immer angenommen, er würde das auch mal beruflich tun“, erklärte er und zuckte mit den Achseln.

Der zweite Akt war nicht minder emotional und ehe Sisilia begriff, was sie tat, hatte sie sich erneut an Charlie gelehnt. Als sie am Ende, nachdem sich Romeo und Julia selbst das Leben genommen hatten, die Tränen nicht mehr zurückhalten konnte, reichte Charlie ihr sogar sein Taschentuch.
„Vielen Dank für die Einladung, Charlie. Dieses Theaterstück war wirklich klasse und ein Erlebnis“, bedankte sie sich überschwänglich bei ihm und gab ihm sogar einen Kuss auf die Wange.
„Der Abend ist ja noch nicht zu Ende. Ich hab bei einem kleinen gemütlichen Italiener einen Tisch reserviert. Ich hoffe du hast Hunger?“
„Wie ein Wolf, ja“, bestätigte sie mit einem heftigen Nicken. „Ich hab seit heut Vormittag nichts mehr gegessen“, erzählte sie und als sie Charlies überraschten Blick sah, erzählte sie von dem späten ausgiebigen Frühstück mit Harry, Ron und Hermine.

Gemütlich schlenderten sie dann aus dem Theater und gingen langsam, sich noch über die gelungene Vorstellung unterhaltend, die Straße entlang, bogen zweimal rechts ab und blieben dann vor der Türe eines historischen Gebäudes stehen, über welchem ein großes Schild hing, das verkündete, dass sich im Kellergewölbe ein italienisches Restaurant befand.
Charlie öffnete mit einem einladenden Lächeln die schwere Bogentüre und ließ Sisilia vorgehen. Über eine, offensichtlich uralte steinerne Treppe, die in einem Linksschwung nach unten führte, gelangten sie in ein nicht sehr großes, aber mit extravagantem Charme ausgestattetes Kellergewölbe.
Das gedämpfte Licht, das nicht besonders hell brannte, verstreute einen schaurig romantischen Schein, und gepaart mit den wenigen Kerzen, die auf jedem Tisch standen, verlieh das dem Lokal ein wundervolles Ambiente.
Unter der Decke hingen Fischernetze, in denen allerlei Seetiere als Dekoration lagen und an den Wänden sowie als Raumteiler gab es rustikal wirkende Regale, die mit Artefakten, Vasen und Figuren sowie verschiedenen Weinflaschen gefüllt waren.
Ein Kellner kam auf sie zu und Charly nannte ihm seinen Namen, woraufhin der Mann sie zu einem der Tische weiter hinten im Raum führte, der ebenfalls durch ein kleines Regal von den anderen Tischen abgetrennt war, so dass Sisilia fast das Gefühl bekam, sie wären alleine in dem kleinen Restaurant.
„Es ist wunderschön hier“, flüsterte Sisilia überrascht und lächelte.
„Noch ein Geheimtipp. Die Theatergruppe kommt manchmal nach ihrem Auftritt hier her, um noch etwas zu feiern“, klärte Charlie sie auf, und nachdem sie Platz genommen hatte, setzte er sich zu ihr, so dass nur das Tischeck sie trennte.
„Magst du Rotwein?“, fragte er dann und Sisilia nickte leicht zur Antwort, da der Kellner in dem Moment wieder zu ihrem Tisch trat. So bestellte Charlie eine Flasche Rotwein und eine Flasche Wasser.
„Hast du schon etwas gefunden?“, fragte Charlie, nachdem sie einige Zeit die Speisekarten studiert hatten.
„Ich fürchte, ich kann mich nicht entscheiden. Die Tortellini Capriciosi klingen gut, aber die Pizza Frutti de Mare wäre auch interessant oder vielleicht doch eher einen Salat?“, überlegte sie laut.
„Vorschlag: Wir bestellen alle drei Sachen und lassen uns einfach extra Teller dazugeben.“
„Ist das dein Ernst?“
„Warum nicht? Ich kann mich nämlich auch nicht entscheiden“, erklärte er grinsend und tat dann, was er vorgeschlagen hatte.
Auch Sisilia musste schmunzeln. Charlie gab sich solche Mühe, er war so nett und ihr war natürlich klar, dass er das nicht nur aus Langeweile tat. Sie respektierte das und sie musste zugeben, dass sie ihn inzwischen auch wirklich sehr mochte, wenngleich sie versuchte, ihm nicht all zu viele Hoffnungen zu machen. Doch da er sich im Gegensatz zum ersten Abend mit allem zurück hielt, sah sie keinen Grund, ihm zu erklären, dass sie mehr als Freundschaft nicht wollte. Sie genoss den Abend sehr und auch Charlies Charme und Witz.“
Er war eine Aufmunterung in ihrem momentan etwas angespannten Leben und sie hatte das Gefühl, er würde sie für einige Zeit aus ihrer tristen Welt holen.
Der Kellner stellte keine Fragen oder machte irgendwelche Bemerkungen über ihre Bestellung. Scheinbar taten die Gäste hier das öfter und so ließen sich es die beiden einfach schmecken, und das war wirklich nicht schwer, denn es war ganz hervorragend.
„Ich glaub, ich kann nicht mehr“, sagte Sisilia als sie schließlich satt war und legte die Hand auf ihrem Bauch. Langsam lehnte sie sich zurück und schob ihren Teller etwas zur Seite.
„Wirklich nicht? Ich wollte dich grad fragen, ob du Lust auf einen Nachtisch hast?“, fragte er lauernd.
„Das ist jetzt gemein. Ich bringe wirklich nichts mehr runter“, gab sie zurück.
„Na gut, dann hab ich aber noch ein Eis, das ich dir ausgeben darf, gut“, erklärte er mit einem genussvollen Grinsen und Sisilia öffnete den Mund, um zu protestieren.“
Doch dann lächelte sie zurück und schüttelte den Kopf.
„Hat dir schon mal jemand gesagt, dass du es faustdick hinter den Ohren hast?“, fragte sie.
„Jaaaa“, lachte er. „Meine Freunde in Rumänien sagen das alle“, gab er freimütig zu. „Und?“
„Ok, du hast gewonnen. Doch wenn ich wegen deiner vielen Einladungen dick und fett werde, dann bist du schuld.“ Charlie stimmte in ihr ausgelassenes Lachen mit ein und legte dann seine Hand auf die ihre, während sie sich in die Augen sahen.
„Vielen Dank für den wunderschönen Abend, Charlie. Es hat gut getan, mal wieder so richtig abzuschalten.“
„Es war mir eine Ehre und wenn sich jemand bedanken sollte, dann ich“, seine Stimme klang leise, aber dennoch sehr deutlich und die Spannung, die jetzt in der Luft lag, war nicht zu übersehen.
Die Augen, in die sie blickte, braun und warm, ließen sie keine Sekunde lang los, während sie fast krampfhaft überlegte, was sie tun sollte. So entzog sie ihm sanft ihre Hand und griff nach dem Weinglas, aus dem sie einen Schluck trank.
„Sagen wir doch einfach so: Wir hatten beide einen schönen Abend“, schloss sie einen Kompromiss.
„Das hört sich gut an. Damit bin ich einverstanden“, antwortete er ihr und leerte sein Weinglas. Sein Blick wanderte über ihr Gesicht und für einen Moment auch etwas tiefer, was Sisilia einen leichten Schauer über den Rücken jagte, vor allem, weil er nicht zu verstecken versuchte, dass ihm gefiel, was er sah.
„Ich glaube, es ist gar nicht gut, wenn du zuviel Wein trinkst“, erklärte sie, auf seinen Blick eingehend.
„Wie kommst du darauf?“
„Er lässt dich auf dumme Gedanken kommen, Charlie Weasley“, antwortete sie offen und ehrlich.
„Nun, ich denke, ich brauch dazu nicht unbedingt einen Wein“, war seine Antwort, wobei das Funkeln in seinen Augen nicht weniger wurde.
„Charlie Weasley!“ Ihre Stimme klang fast wie die seiner Mutter, wenn sie ihn zurechtwies. Er lehnte sich in seinem Stuhl zurück, wandte den Blick aber nicht von ihr. Aus Verlegenheit sah sie jetzt auf die Uhr, die ihr zeigte, dass es schon nach elf Uhr war.
„Du drängst doch nicht etwa zum Aufbruch?“, fragte er leise und Sisilia hob den Kopf.
„Ich … oh, nein. Nicht wirklich, so spät ist es ja noch nicht. Aber vielleicht hast du Lust etwas spazieren zu gehen? Ich hab jetzt wirklich lange genug gesessen.“
„Warum nicht. Ein Spaziergang im Mondschein … zu zweit … alleine“, sagte er grinsend und Sisilia verdrehte kurz die Augen, doch konnte sie nicht anders, als gleich zu lachen und dabei Charlie leicht in die Seite zu knuffen.
Dieser winkte dem Kellner und orderte die Rechnung, während sie beide noch ihre Gläser leerten. Dann traten sie in die angenehm warme Nachtluft hinaus und sahen einen Moment lang nach oben in den dunklen Himmel. Leider konnte man in der gut beleuchteten Metropole Englands nicht viele Sterne am Firmament erkennen, was Sisilia sehr schade fand, weswegen sie einen Gedanken laut aussprach.
„Vielleicht könnten wir auch in meiner Wohngegend etwas spazieren gehen, da ist mehr Natur“, schlug sie vor und Charlie schien von der Idee begeistert zu sein, denn er nickte sofort. So apparierten sie bei der nächsten Möglichkeit und fanden sich in dem kleinen Park in der Nähe von Sisilias Haus wieder, durch den sie schlenderten.
Charlie streifte ein paar Mal wie aus Versehen ihre Hand und ergriff diese dann, verschränkte seine Finger mit den ihren, ohne etwas zu sagen oder sonst zu tun.
Seine Hand lag angenehm in der ihren und obwohl sie seine Kraft kannte, berührte er sie nur sanft und zart. Ein Schauer lief ihr über den Rücken, der ihr aber keineswegs unangenehm war, im Gegenteil, und so entzog sie ihm ihre Hand nicht.
Langsam gingen sie nebeneinander her und unversehens hatten sie den Park durchquert. Ohne sich dessen bewusst gewesen zu sein, hatte sie Charlie direkt vor ihr Haus geführt. Sie wusste, dass er es nicht sehen konnte und dennoch war ihr klar, dass er wissen musste, dass sie hier irgendwo wohnen würde.
Der Abend war so schön gewesen, dass sie es jetzt nicht fertig brachte, Charlie einfach so nach Hause zu schicken. So beschloss sie, ihn noch auf ein Glas Wein oder was auch immer zu sich herein zu bitten. Sie wusste jetzt ja, dass er sich auch benehmen konnte und Angst hatte sie nicht wirklich vor ihm.
„Charlie, möchtest du noch auf einen Schluck Wein mit zu mir kommen?“, fragte sie dann und blieb vor dem Gartentor stehen.
„Das würde ich sehr gerne“, antwortete er sogleich und Sisilia flüsterte ihm die Adresse zu, so dass er mit ihr das Haus betreten konnte. Charlie zeigte sich nicht sonderlich überrascht, als er mit einem Male das Gebäude sehen konnte. Im Gegenteil, galant öffnete er für sie die Gartentüre und sie gingen auf das Haus zu.
„Schön hast du es hergerichtet“, sagte er dann, es genauer betrachtend.
„Man sieht doch im Dunkeln gar nicht so viel. Nun ja … und Harry hat mir auch geholfen, die Veranda so zu gestalten war seine Idee“, erklärte sie und deutete mit dem Kopf automatisch zum Häuschen in dem Harry wohnte. Dort brannte kein Licht mehr und so nahm sie an, dass Harry wohl schon zu Bett gegangen war.
Als sie ins Wohnzimmer traten und das Licht einschalteten, hob Pidi, der auf dem Sofa gelegen hatte, den Kopf und musterte die beiden ausgiebig. In dem Augenblick, als Charlie auf ihn zuging und die Hand nach ihm ausstreckte, um ihm zu kraulen, flüchtete der Kater auf die Fensterbank, von wo aus er sie weiter beobachtete.
„Nimm das nicht persönlich, er lässt sich nicht mal von mir anfassen“, erklärte Sisilia und zog eine Flasche Wein aus dem Regal, die sie Charlie zum Öffnen reichte. „Ich hole eben zwei Gläser.“

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BeitragThema: Re: Unbreakable Truth (Kapitel 11- 20)   Mo Jan 14, 2008 8:29 pm

Charlie musterte den Kater noch einen Moment, doch dann öffnete er die Flasche mit seinem Zauberstab, und als Sisilia die Gläser auf den Tisch stellte, schenkte er in beide etwas ein.
„Auf diesen wunderschönen Abend.“ Sisilia hob ihr Glas und ließ es gegen das von Charlie stoßen, wobei ein heller klingender Ton entstand.
„Und auf eine bezaubernde Frau, die diesen Abend wunderschön gemacht hat.“
„Du bist ein alter Charmeur“, lächelte Sisilia jetzt und trank dann einen Schluck. „Wie wäre es mit etwas Musik?“
„Sicher, leg einfach etwas ein.“
So geschah es auch. Sie wählte eine CD mit ein paar ruhigeren Liedern und drehte sie nicht zu laut. Als sie sich wieder umdrehte, stand Charlie neben ihr und machte eine leichte Verbeugung.
„Darf ich um diesen Tanz bitten?“, fragte er mit einem sanften Lächeln und obgleich Sisilia sich zuerst nicht so sicher war, ob das gut wäre, konnte sie diesem Blick einfach nicht widerstehen und nickte.
Charlie ergriff ihre rechte Hand und legte seine an ihre Hüfte, bevor er begann, sich im Rhythmus der Musik mit ihr zu bewegen.
„Du tanzt wirklich sehr gut“, sagte er nach einiger Zeit.
„Wenn man so geführt wird ist das nicht besonders schwierig.“, gab sie dann mit einem Lächeln zurück.
Sanft wiegten sie ihre Körper im Takt der Musik, wobei Sisilia immer darauf achtete, dass Charlie sich nicht zu eng an sie drückte. Doch ganz auf Abstand hielt sie ihn auch wieder nicht. Irgendwie genoss sie es durchaus, von seinen starken Armen gehalten zu werden, sie fühlte sich in dem Moment irgendwie … beschützt und das war ein Gefühl, das sie lange nicht mehr empfunden hatte.
Als er sich einige Male mit ihr im Kreis drehte, schloss sie die Augen und ließ sich einfach von seinen kräftigen Armen halten. Sie roch das Parfüm, das er trug und das irgendwie sehr männlich duftete.
Als das Lied sich dem Ende zuneigte, zog er sie ruhig aber bestimmt zu sich heran, blickte ihr noch einmal in die Augen und neigte seinen Kopf zu ihr, mit der Absicht sie zu küssen. Sisilia war dies wohl bewusst, doch wich sie ihm diesmal weder aus, noch schob sie ihn von sich weg. Ihr Herz klopfte in ihrer Brust sehr schnell und sie hatte das Gefühl, ihre Wangen würden rot glühen.
Nur noch Millimeter trennten sie beide und erwartungsvoll schloss sie jetzt die Augen. Gleich würden seine Lippen Besitz von den ihren ergreifen und diesmal wollte sie es sogar.
Doch dann gab es plötzlich einen heftigen Knall, ein Blumentopf zersprang in hundert Scherben und mit einem wütenden Fauchen schoss der Kater von der Fensterbank an ihnen vorbei und durch die Katzenklappe nach draußen.
Erschrocken zuckten beide zurück und sahen dem schwarzen Stubentiger verwundert hinterher.
„Was hat den denn gebissen?“, wollte Charlie total perplex wissen.
„Vielleicht hat er draußen eine Katze gesehen“, erwiderte Sisilia leise und ging dann zum Tisch, um nach ihrem Weinglas zu greifen. Als Charlie, der ihr gefolgt war, sich hinter sie stellte, nahm sie sein Glas und drückte es ihm in die Hand. Sie konnte sich nicht erklären warum, aber sie wollte diesen Beinahe-Kuss einfach ignorieren und Charlie von einem Wiederholungsversuch abhalten.
„Ich danke dir für den wundervollen Abend, Charlie.“ Ihre Stimme klang leise aber etwas distanziert, was er sofort merkte.
„Heißt das, dass du mich jetzt rauswirfst?“
„So wie du es sagst, klingt es sehr negativ. Es ist spät und ich denke, es wird Zeit fürs Bett“, erklärte sie, und als Charlie eine Augenbraue hochzog fügte sie noch schnell einen Zusatz an.
„Jeder in seines.“
Ein leicht enttäuschtes Seufzen kam über Charlies Lippen, doch dann nickte er, leerte sein Glas und stellte es auf den Tisch.
„Sisilia? Ich möchte dir für diesen wunderschönen Abend danken. Und wegen des Eisessens werde ich mich bei dir noch melden. Das hab ich noch gut“, erklärt er schmunzelnd, strich ihr mit der Rückseite der Finger über die Wange und gab ihr blitzschnell einen Kuss, so dass sie keine Zeit mehr hatte zu reagieren.
„Schlaf gut, meine Blume“, sagte er noch und verließ dann das Haus.
Noch einen Moment lang sah sie auf die Tür, die ins Schloss gefallen war. Ihre Gefühle waren jetzt irgendwie total durcheinander. Der Abend war wirklich wunderschön gewesen und sie wusste, dass Charlie sich mehr erhoffte. Aber sie wusste nicht, was sie selber wollte. Hin und her gerissen blieb sie noch einige Zeit stehen und dachte nach, bis ihr Blick auf Pidi fiel, der wieder auf dem Sofa lag und leise vor sich hin schnurrte.
„Aber wie …“, fragte sie, woraufhin der Kater den Kopf hob und sie mit seinem unschuldigsten Blick ansah, zu dem er fähig war.
Nun schüttelte Sisilia den Kopf.
„Man könnte fast annehmen du wärst eifersüchtig.“
Pidi tat so, als hätte er sie nicht gehört oder verstanden und legte den Kopf wieder auf seine Pfoten.
„Ihr Männer seid unmöglich. Euch soll mal jemand verstehen“, seufzte sie leise auf, wandte sich um und ging auf die Stufen zu, die nach oben führten. Mit einem Wink der rechten Hand löschte sie die Lichter und stieg dann langsam die Treppe zu ihrem Schlafzimmer hinauf. Langsam streifte sie ihre Sachen ab und legt sich nur mit Slip und BH bekleidet in ihr Bett. Dass der Kater ihr gefolgt war und sie in der Tür stehend beobachtet hatte, war ihr nicht aufgefallen.
Gedankenverloren ergriff sie eines der Kopfkissen, schlang ihre Arme darum und drückte es gegen ihren Bauch.
Was für ein Abend … Als sie ihre Augen schloss, sah sie noch einmal die Bilder des Nachmittags und des Abends vor sich und auch Charlies braune Augen, in dem Moment, kurz bevor sich fast ihre Lippen getroffen hätten.
Wieder zuckte Sisilia erschrocken zusammen, als der Kater auf das Bett hüpfte, sie eine Weile eingehend musterte und sich dann zu ihren Füßen einrollte, die Augen aber weiterhin auf sie gerichtet.
Sisilia seufzte leise auf, zog die Decke über sich und schloss sogleich die Augen.

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BeitragThema: Re: Unbreakable Truth (Kapitel 11- 20)   Mo Jan 14, 2008 8:32 pm

Kapitel 13. Das Verbrechen in Godrics Hollow




Der nächste Morgen hatte mit Sonnenschein und einem Lächeln auf Sisilias Gesicht begonnen. Immer noch musste sie schmunzeln, als sie daran dachte wie der Kater, als wäre er von einer Tarantel gestochen worden, von der Fensterbank gestürzt war und dadurch diesen Kuss mit Charlie verhindert hatte.
Seltsamerweise blieb das Tier den ganzen Vormittag verschwunden, nicht mal mittags tauchte er auf, wo er doch immer kam, um sich sein Essen abzuholen.
Inzwischen war er später Nachmittag geworden und Sisilia, die in den Buch, Anfänge der Verwandlung, vertieft war, zuckte jäh zusammen, als jemand heftig an ihre Tür klopfte. Sie stellte ihre Beine, die sie auf dem Sofa ausgestreckt hatte, auf den Boden und setzte sich gerade hin.
„Sisilia? Bist du da?“, erklang Harrys Stimme von draußen.
„Ja, sicher. Komm rein, die Türe ist offen“, rief sie ihm entgegen und legte das Buch geöffnet neben sich auf das Sofakissen.
Doch nicht nur Harry trat ein, sondern ihm folgten Hermine und Ron.
„Hallo ihr drei, wollt ihr weggehen? Ihr seht so reisefertig aus“, fragte sie die kleine Gruppe musternd.
„Das ist Richtig. Ich möchte zum Grab meiner Eltern. Ron und Hermine haben darauf bestanden mich zu begleiten. Doch haben wir ein kleines Problem und wollten dich fragen, ob du vielleicht eine Karte von England oder so was hast, denn ich würde lieber noch mal nachsehen, wohin wir genau müssen, bevor wir ewig lang suchen.“
„Ja, sicher hab ich eine Karte“, bestätigte sie, erhob sich und ging barfuß, wie sie war zum Regal hinüber.
„Ich hab mir sogar eine ganz Neue gekauft, als ich wieder nach England zurück kam“, erklärte sie, zog sie zwischen den andern Büchern heraus und reichte sie Harry. Dieser bedankte sich und entfaltete sie, wobei er sie auf dem Tisch auszubreiten begann. Alle drei Köpfe der Teenager wanderten zum südwestlichen Teil der Karte und Harry ließ seinen Finger über das Papier gleiten, bis er anhielt und auf eine Stelle tippte.
„Da ist es, Godrics Hollow!“
„Das mag ja recht und schön sein, Harry. Aber definitiv weißt du immer noch nicht, welches Haus es war, ob da überhaupt noch was ist. Sie könnten es vielleicht abgerissen und darüber etwas Neues aufgebaut haben“, warf Hermine ein.
„Dafür haben wir doch dich. Du findest doch immer alles heraus. Ich gehe mal davon aus, dass es dort auch so was wie Rathaus gibt, vielleicht erfahren wir da etwas?“, schlug Ron jetzt grinsend vor.
„Manchmal kann auch eine Bibliothek weiterhelfen. Die haben oft auch alte Zeitungsberichte irgendwo gespeichert. Ich meine, ich weiß, dass das Haus deiner Eltern damals … nun, dass es zerstört wurde und das wird sicherlich irgendwo in einer Zeitung erschienen sein. Oder ihr fragt bei der Feuerwehr nach, die haben sicherlich auch Akten darüber. Möglichkeiten gibt es genug.“
„Stimmt, danke Sisilia. Ich glaube wir finden es schon. Und danke noch mal“, erklärte Harry, packte Ron, der immer noch mit der Nase über der Karte hing und schob ihn in Richtung Tür.
„Bis dann!“, riefen Harry und Ron und Sisilia blickte zu einer leicht genervten Hermine. „Ich dachte immer, wenn die erwachsener werden, wird das mit ihnen besser, aber langsam glaub ich, die Kerle werden schlimmer, je älter sie werden.“
„Da mag was dran sein. Ich denke jede Alterphase hat seine Vor- und Nachteile“, scherzte Sisilia und sah Hermine hinterher, die noch kurz lachend winkte und ihren Freunden folgte.
Als die drei verschwunden waren, ging ihr Blick erneut zu der Karte und mit einem Mal hatte sie ein ungutes Gefühl. Sie konnte nicht sagen wieso und warum, aber immer, wenn sie den Namen auf dieser Karte las, lief es ihr eiskalt über den Rücken. Daraufhin sie beschloss sie den Dreien zu folgen und sie im Auge zu behalten, hier hätte sie sowieso keine ruhige Minute gehabt.

Schnell hatte sie sich umgezogen, dunkle Hose und enges dunkles T-Shirt, ihre Haare hatte zu einem Pferdeschwanz gebunden und die Füße in bequeme Turnschuhe gesteckt. Der Zauberstab steckte in ihrer Hosentasche, so, dass nur der Griff zu sehen war. Es war eine bequeme Kluft, in der man nicht auffiel und sich auch gehr gut im Schatten von Bäumen oder Gemäuern verstecken konnte.
So wie jetzt.
Sie stand hinter einer hohen Mauer eines alten Anwesens. Von dem ehemaligen Gebäude stand nicht mehr viel, nur noch ein paar Mauern, die von Efeu überwuchert waren. Es musste einmal ein sehr schönes Haus gewesen sein. Alter englischer Stil, tippte sie vorsichtig. Denn die Stufen zum Ehemaligen Eingang des Hauses mit den Überresten von Säulen rechts und links deuteten darauf hin.
Das Haus selber wirkte, als wäre es eingestürzt oder in die Luft gejagt worden. Der Gedanke daran, dass Harry in diesem Chaos überleben hatte können, erzeugte eine Gänsehaut bei ihr und nun sah sie zu den dreien, die sie schnell gefunden hatte.
Denn nachdem Sisilia Godrics Hollow erreicht hatte, machte sie sich auf den Weg und dabei hätte es fast eine Katastrophe gegeben, denn gerade als Sisilia um die Ecke in eine andere Straße biegen wollte, kamen die drei genau von dort auf sie zu. Ihr Glück war nur, dass Ron seinen Freunden in dem Moment zurief, sie sollten einen Augenblick warten, weil er seinen Schuh zubinden müsste und so konnte sich Sisilia schnell noch in einem Hauseingang verstecken, bis die drei schließlich an ihr vorbei waren. Anscheinend hatten sie schon erfahren, was sie wissen wollten, denn sie lenkten ihre Schritte zielstrebig zum Ende des Ortes und ein paar Meter die Straße weiter, bevor sie in einen kleinen verwilderten Weg einbogen, der nur mit Schotter versehen war und auf dem inzwischen das Unkraut teilweise so heftig wucherte, dass man glaubte über eine Wiese zu gehen. So wie es aussah, wurde dieser Weg nur noch selten benutzt.
Nach ungefähr hundert Metern erreichten sie ein schmiedeeisernes Tor, das zu einem kleinen Anwesen führte. Unkraut wucherte überall und den Weg zum Haus konnte man nur noch erahnen.
Einen Moment lang blieb Harry mit leicht geöffnetem Mund stehen und blickte sich um. Der Vorgarten war vielleicht 20 Meter lang und 50 Meter breit, doch es war kaum noch zu raten, wie es hier früher einmal ausgesehen haben musste, zu verwildert war inzwischen alles.
Erst nach ein paar nervenzerrenden Minuten, in denen keiner der Drei ein Wort sprach, ging Harry langsam weiter und sah sich suchend um.
„Kommt mit, ich glaub hier führt ein Weg hinter das Haus!“, rief er leise seinen Freunden zu, die ihm zügig durch das hüfthohe Gestrüpp folgten. Vor dem Haus blühten einige wenige Rosen, die dennoch sehr verwildert wirkten, weil Unkrautranken, sie umschlungen hielten und ihnen fast die Luft zum erblühen nahmen.
Inzwischen war die Sonne hinter dem Horizont verschwunden und die Dunkelheit legte sich mehr und mehr über das Land, wie ein Schatten, der alles zu verschlingen drohte. Erneut erschauderte Sisilia und überlegte, ob sie sich eventuell verwandeln oder ihnen doch besser mit dem Zauberstab in der Hand folgen sollte. Sie entschied sich für die zweite Möglichkeit, weil sie so im Falle des Falles schneller zu Hilfe kommen konnte. Achtsam setzte sie einen Fuß vor den anderen, als sie ihnen langsam und sehr vorsichtig folgte. Immer wieder wanderte ihr Blick zu den Ruinen des Hauses, die, je dunkler es wurde, einen immer schauerlicheren Eindruck vermittelten.
Inzwischen hatte sie die drei aus den Augen verloren, als die um die Ecke gebogen waren, dennoch ging sie ihnen nicht zu übereilt hinterher, denn was sie nun gar nicht wollte war, dass sie entdeckt wurde.
So drückte sich Sisilia an die seitliche Außenwand des Hauses, die einzige die größten Teils stehen geblieben war, und in ihrem Schutz umrundete sie das Gebäude, bis sie die Rückseite erreichte. Was sie dort zu sehen bekam, schockierte sie.
Hinter dem ehemaligen Gebäude, etwa hundert Meter von Haus weg, stand eine sehr kleine Kapelle. Die bunten Glasfenster waren teilweise eingeschlagen, während ebenfalls über diesen Mauern der Efeu wucherte, der sogar die Türe größtenteils verdeckte. Doch das war nicht der Grund für den Schrecken, den sie bekommen hatte.
Das war ein ganz Anderer.
Neben dem kleinen Gotteshaus befanden sich Gräber, vier Stück an der Zahl. Jedes mit einem hohen Grabstein versehen; alle hatten wunderschöne Ornamente eingearbeitet, wie Blumen, Ähren oder Engel. Aber auch die Gräber alleine waren nicht der Grund für die Gänsehaut, die jetzt ihren ganzen Körper einhüllte und ihre Nackenhaare aufstehen ließen, sondern die Tatsache, dass zwei der Gräber frisch ausgehoben worden waren, sowie einer der dazugehörigen Grabsteine achtlos umgeworfen im Gras lag.
Harry stand vor einer der Öffnungen und starrte hinunter in die tiefe dunkle Grube. Sisilia wusste nicht, was er dort zu sehen bekam und in ihrem Kopf, tauchten schreckliche Bilder von einem offenen Sarg und einem halbverwesten Körper auf. Sie betete stumm, dass sie sich irrte.
Keiner wagte auch nur ein Wort zu sprechen und mit einem Mal schien es fast so, als würde Harry schwanken und drohen nach vorn kippen, direkt auf das große dunkle Loch zu.
Doch Ron reagierte sehr schnell und packte den Arm seines Freundes. „Verdammt, was tust du?“, raunte er Harry erschrocken zu, der ihn jetzt anblickte, als würde er eben aus einer Art Trance erwachen und nicht im Geringsten wissen, was beinahe geschehen wäre.
„Jemand hat die Gräber geöffnet“, brachte er nur mühsam heraus.
„Nicht nur das, Harry. Sieh doch. Hier wollte jemand auch dieses Grab öffnen“, erklärte Ron, auf das Andere daneben deutend.
„Harry“, begann Hermine und packte Rons Arm, an den sie sich jetzt klammerte. „Ich weiß nicht, aber ich habe das Gefühl, dass diese Gräber erst kürzlich ausgehoben wurde … und … dass wir vielleicht sogar diejenigen dabei gestört haben“, erklangen Hermines ängstliche Worte.
Kaum hatte das Mädchen zu Ende geredet, hörte Sisilia hinter sich, aus den Trümmern Geräusche und dann einen lauten Ruf.
„Schnappt sie euch!“, rief ein Mann mit einer dunklen rauen Stimme und in dem Moment sprang eine Gestalt genau über Sisilias Kopf hinweg - die sich in dem Moment ganz klein machte - von der Mauer herunter und rannte mit wehendem Umhang auf die Teenager zu.
Aus den Augenwinkeln konnte sie erkennen, wie alle drei Teenager ihre Zauberstäbe zogen und Flüche auf ihre Angreifer abfeuerten, welche sich aber zu wehren wussten.
Immer mehr Männer in schwarzen Umhängen mit Kapuzen und schrecklichen weißen Masken tauchten auf.
In Windeseile zählte Sisilia nach. Das war nicht gerade fair: Acht erwachsene Männer, gegen drei Teenager. Vielleicht würde es etwas ausgeglichener sein, wenn sie wenigstens zu viert gegen diese Kerle wären.
Sisilia nutze den Überraschungsmoment aus, hatte nicht mal ein schlechtes Gewissen dabei den Kerl von hinten zu erledigen und schickte ihn kurzerhand schlafen.
Natürlich hatte sie damit ihre Anwesenheit verraten, doch das spielte nun keine Rolle mehr, denn hier ging es um Leben und Tod.
Einen kurzen Moment lang starrte Ron verdutzt auf den Mann, der direkt vor ihm zusammengebrochen war, ohne dass er etwas getan hatte. Erst als er Sisilia auf sich zu rennen sah, wurde ihm einiges klarer, aber keine zwei Sekunden später warf sich die Nichte Dumbledores gegen Ron und stieß ihn zu Boden. Sie wollte ihn aus der Schusslinie haben, denn er hatte noch immer verdattert von dem Todesser zu ihr gestarrt.
Beide lagen am Ende auf der feuchten lehmigen Erde, währen ein grüner Lichtstrahl schließlich über ihre Köpfen in einen Baum hinter ihnen hinein schoss und rauchend dessen Rinde spaltete.
Doch nur einen Augenblick später wurde Sisilia auch schon wieder hochgerissen. Es war Harry, der sie an den Schultern gepackt hatte und hinter die kleine Kapelle in Sicherheit zog. Ron und Hermine tauchen keine Sekunde später neben ihnen auf und pressten sich auch mit dem Rücken, gegen das alte Gemäuer.
„Was wollen die Todesser denn hier?“, zischte Harry jetzt.
„Jedenfalls nichts Gutes“, keuchte Ron und presste sich fester gegen die Mauer, als ein weiterer Fluch knapp an seinem Körper in ein Gebüsch schoss.
„Warum zum Teufel haben sie die Gräber meiner Eltern geöffnet, warum? Was wollen sie? Reicht es denn nicht schon, dass sie ermordet wurden?“
In Harrys Stimme lag Hass und tiefe Wut, seine Lippen zitterten und seine Hand, mit der er immer noch Sisilia festhielt, drückte so fest zu, dass diese leise unter Schmerzen aufkeuchte. Sie ergriff seine Hand und zog sie von ihrer Schulter herunter, dann versuchte sie Harrys Blick einzufangen, der jedoch immer wieder um die Ecke der Kapelle spähte, den Kopf aber wieder einzog, als ein neuer Fluch an seinem Ohr vorbeizischte.
Keiner von ihnen sagte etwas, denn sie konnten ihm auf seine Fragen keine Antwort geben. Einen kurzen Moment blickte Harry jeden von ihnen ins Gesicht und spannte anschließend seinen Körper an. „Egal, ich werde es herausfinden“, knurrte er, riss seinen Zauberstab hoch und wollte sich den Todessern entgegen werfen.
Wie an einer Schnur gezogen, packten alle drei gleichzeitig zu und zerrten Harry zurück.
„Nein, das wirst du auf keinen Fall tun. Sie sind zu acht, du hättest keine Chance. Wir sollten besser versuchen von hier zu verschwinden und den Orden zu alarmieren“, versuchte Sisilia ihm klarzumachen und presste sich für einen Moment eng an Harry, als ein gleißender Lichtstrahl knapp an ihrem Kopf vorbei schoss. Alle vier glitten daraufhin ein Stück weiter hinter die Kapelle in Sicherheit.
„Sisilia hat Recht“, keuchte Ron jetzt mit zitternder Stimme. „Die machen uns alle, ganz sicher machen die das“, fügte er noch an und auch Hermine nickte zustimmend, während sie sich immer noch mit einer Hand an Ron festklammerte.
Sie konnten sehen, wie es in Harrys Kopf arbeitete und Sisilia war sich sicher, dass er das Leben seiner Freunde nicht aufs Spiel setzten würde, doch dann blieb sein Blick auf ihr hängen. „Was machst du eigentlich hier?“
„Harry, ich weiß nicht, wie ich das erklären soll… ein Gefühl … ich gebe zu, ich bin euch gefolgt, weil ich das Gefühl hatte, ihr seid in Gefahr. Ich erklärt dir das später gern mal in Ruhe, doch jetzt sollten wir hier weg“, riet sie eindringlich.
Alle drei nickten und liefen an der Rückwand der Kapelle entlang, doch in dem Moment, als Ron seinen Kopf um die Ecke streckte, riss er ihn in letzter Sekunde wieder zurück, bevor der nächste Fluch an ihm vorbei schoss.
„Sie haben das Gebäude von beiden Seiten in der Zange“, keuchte er jetzt und sah hilfesuchend zu den anderen. Nach hinten weg konnten sie nicht, da war hinter den wenigen Bäumen und Büschen eine hohe Mauer. Sie saßen in der Falle und ihnen würde nur eines übrig bleiben, um ihr Leben zu kämpfen.
Entschlossen blickten sich die drei Freunde an, hoben ihre Zauberstäbe an und …
„Wartet“, flüstert Sisilia und starrte zu Rons Füßen. Nun zumindest sah es so aus, als würde sie dort hin sehen, denn in Wirklichkeit starrte sie auf die Mauer der Kapelle und den Busch, der davor wuchs, den Ron etwas mit seinen Beinen zur Seite gedrückt hatte.

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BeitragThema: Re: Unbreakable Truth (Kapitel 11- 20)   Mo Jan 14, 2008 8:34 pm

Die andern folgten ihrem Blick. Hermine, die außer Ron dieser Öffnung am nächsten war, bückte sich und warf einen Blick hindurch.
„Und?“
„Ein kleiner Raum mit einem Altar. Nicht besonders groß“, erklärte sie etwas resigniert.
„Meinst du, ihr drei könntet euch da durch und reinquetschen?“, wollte Sisilia wissen.
„Wenn wir zusammenrücken könnte es gehen“, flüsterte sie.
„Harry, hast du deinen Tarnumhang bei dir?“, fragte sie, denn sie wusste, das Albus ihm gesagte hatte, er solle ihn immer bei sich tragen und sie hoffte, dass er das immer noch tat.
Er schlug sich mit der Hand gegen die Stirn.
„Warum hab ich nicht früher daran gedacht?“
„Kriecht da rein, versteckt euch unter dem Tarnumhang, ich drapiere das Loch, damit sie es nicht sehen können.
„Und was ist mit dir?“, fragte Hermine mit zitternder Stimme.
„Mach dir keine Sorgen, Hermine. Ich habe noch andere Mittel mich … sagen wir Unsichtbar zu machen. Und jetzt macht schon. Sie werden uns gleich eingekreist haben“, trieb sie die andern zur Eile an. Sie konnte sehen, dass Harry das nicht wirklich schmeckte und während zuerst Hermine sich durch die kleine Öffnung drückte und Ron ihr schließlich folgte, redete sie noch mal auf Harry ein.
„Es ist wirklich besser wir geben dem Orden bescheid. Sie sollen sich auch darum kümmern, dass die Gräber wieder zugeschaufelt werden. Vertrau mir bitte, Harry“, ihre Stimme war leise aber eindringlich und er nickte.
„Danke.“
„Schon gut und jetzt beeil dich“, drängte sie und als Harry endlich verschwunden war - sie bekam noch mit, dass es wirklich sehr eng da drinnen sein musste, da Ron einmal etwas lauter aufstöhnte, weil Harry sich wohl auf sein Bein gesetzt hatte - bog sie den Busch wieder etwas nach vorn und schob noch ein altes Waagenrad, welches an der Mauerecke gelehnt hatte, vor die Öffnung, das die drei aber ohne Probleme später auch von drinnen umstoßen konnten, wieder raus zu kommen.
Hektisch machte sie einen Schritt nach vorn, wollte Schutz hinter einem der Gebüsche suchen, um sich zu verwandeln, als ein Lähmzauber sie in der Sekunde mitten in den Rücken traf und sie mit dem Gesicht voraus auf dem weichen Gras landete.
Schon hörte sie hastige Schritte auf sich zu kommen und dann ein leises zischendes Fluchen. Sisilia konnte sich nicht bewegen, aber sie konnte sehen und hören. Doch das Einzige was sie sehen konnte, waren dunkle Stiefel und den Saum eines schwarzen Umhangs. Daraufhin bemerkte sie, wie sie von kräftigen Händen auf die Beine gestellt und einfach über die Schulter genommen wurde. Sie hätte am liebste laut geschrieen, ihm mit ihren Fäusten auf den Rücken geschlagen, so wie sie jetzt da hing. Aber sie konnte nicht. Sie musste regungslos miterleben, wie der Mann sie wieder Richtung Ausgang des Grundstückes trug, ihren Blick unablässig auf den Rücken ihres Entführers gerichtet.
Was würde er tun? Sie töten? Nein, das glaubte sie nicht, jedenfalls nicht gleich, denn sonst hätte er es bestimmt schon getan. Er würde sich doch nicht etwas an ihr vergehen wollen. Ihr Herz begann mit einem Mal vor Angst heftig zu schlagen und wenn es ihr möglich gewesen wäre, hätte sie bestimmt am ganzen Körper gezittert.
Überraschend blieb der Kerl stehen und legte sie, an einer besonders dunklen Stelle im Garten ins hohe Gras, was er aber ungewöhnlich vorsichtig tat. Dennoch blieb die Angst in ihr, dass er ihr nun etwas tun würde. Der raue Stoff seines Mantels raschelte leicht, als der Mann sich neben sie kniete und dann erschien sein Kopf in ihrem Gesichtsfeld. Er trug eine dieser weißen Masken und eine Kapuze, doch zu ihrer Überraschung hob er die Hand und begann die Maske abzustreifen.
„Was in aller Welt, machst du hier?“, fragte er leise zischend und die Stimme kam ihr sofort bekannt vor.
Die hässliche weiße Maske verschwand und sie sah … Severus Snape.
Sofort machte ihr Herz einen Hüpfer, denn nun war sie sicher, dass sie nicht wirklich in Lebensgefahr war.
„Wie auch immer. Ich löse den Fluch jetzt und du wirst sofort zurück nach Hause apparieren. Warte bei dir am Gartentor auf mich. Ich kann dir nicht sagen wie lange ich brauche, aber erwarte mich dort, ich werde kommen, es ist verdammt wichtig, verstanden?“
Er wartete auf keine Antwort, die hätte sie auch gar nicht geben können. Sogleich richtete er seinen Zauberstab auf sie, um den Fluch zu lösen und als Sisilia sich wieder bewegen konnte, richtete sie sich auf.
„Was habt ihr hier gemacht?“, fragte sie flüsternd.
„Später. Wo sind Potter und seine Freunde.“
„In Sicherheit“, sagte Sisilia jetzt nur knapp.
„Verdammt, ich muss wissen, ob sie sich noch hier herumtreiben“, zischte er sie an und sie hatte das Gefühl, es war ihm wirklich ernst. Einen Moment überlegte sie noch, aber schließlich nickte sie.
„Gut, ich vertraue dir. Sie haben sich in der Kapelle versteckt“, erklärte sie leise.
„Dann muss ich zusehen, dass ich die andern von hier fortschaffe. Ich werde auf Potter und die beiden andern acht geben. Und du … kehrst zurück zu deinem Haus.“
In seinem Gesicht konnte sie lesen, dass es ihm verdammt ernst mit seinen Worten war und so nickte sie einfach nur, denn sie hatte keine Lust sich mit ihm hier und jetzt auch noch zu streiten.
Er deutete mit dem Kopf zum Weg und Sisilia folgte der wortlosen Aufforderung. Er half ihr auf die Beine und sie ging zunächst rasch den Weg zum Tor und auch hinaus. Doch dann, als sie sicher war, dass er sie nicht mehr sehen konnte und auch sonst niemand, verwandelte sie sich und flog zurück zur Kapelle, wo sie sich nicht weit entfernt davon in einen der hohen Bäume setzte und zusah, wie die Todesser das Gelände absuchten.
Snape, den sie sofort an seiner aufrechten, fast schon steifen Haltung erkannte, tauchte hinter der Kapelle wieder auf, als er gerade seine Maske zurechtgerückt hatte.
„Hier ist keiner. Ich fürchte sie sind uns entkommen. Und für uns wäre es auch besser, wenn wir verschwinden. Sie werden garantiert Hilfe holen.“
Nur einer der anderen Männer wollte nicht so einfach aufgeben und versuchte die andern dazu zu überreden die Kapelle aufzubrechen.
„Du siehst doch, dass da seit ewigen Zeiten keiner mehr drin war. Da ist alles zugewachsen.“
Snape war zu ihm getreten und rupfte etwas an dem Efeu herum, das die Tür fast ganz versteckte. So ganz einverstanden war der kleine etwas kräftigere Mann zwar nicht, doch er gab sich geschlagen, machte dann aber einen andern Vorschlag.
„Und was ist mit den Gräbern? Vielleicht…“
„Du solltest dein Gehirn mal benutzen? Das Grab hier ist von 1977. Dann hätten sie es nach dem Tod noch mal öffnen müssen. Nein, ich bin sicher, es ist nicht hier. Es war ein Versuch und der ist gescheitert. Das Medaillon wurde nicht bei den Potters vergraben. Sieh das doch endlich ein.“
Severus Laune war auf dem Nullpunkt angelangt und das merkten auch die Andern. Sie nickten nur und sahen einander einen Moment lang an.
„Verschwindet jetzt, ich werde dem Lord die Nachricht überbringen“, erklärte Snape kühl und die Männer nickten zustimmend, wahrscheinlich froh, dass keiner von ihnen dem Dunklen Lord ihren Misserfolg berichten musste.
Schnell verschwanden die dunklen Gestallten und zurück blieben eine sehr drückende Stille und zwei geöffnete Gräber.

Sisilia war noch ein paar Minuten geblieben, sah dann wie Harry den Kopf aus der Öffnung schob und das alte Wagenrad zur Seite kippen ließ. Alle drei kletterten hintereinander wieder heraus und sahen sich vorsichtig um.

Noch einmal trat Harry zu den offnen Gräbern und starrte in eine der dunklen Gruben hinab.
„Harry bitte komm mit. Lass das die Leute vom Orden machen, du solltest hier nicht rum stehen und …“ Hermine hatte das nur leise geflüstert und ergriff Harrys Arm, doch dieser rührte sich nicht.
„Ich werde hier nicht weggehen, bis die Gräber wieder in den Zustand gebracht wurden, in den sie gehören“, murmelte er leise, erhob seinen ZS und schickte über einen Patronus eine Botschaft an Remus Lupin.
Jetzt war Sisilia etwas in der Zwickmühle, denn auf einer Seite sollte sie nach Hause gehen, falls Snape dort auftauchte, auf der anderen Seite, wollte sie die drei nicht alleine lassen.
„Komm Harry, wir setzten uns dort hinten hin, bis sie kommen. Sicher ist sicher, wir sollten nicht auf dem Präsentierteller hier stehen. Vielleicht verstecken wir uns sogar unter deinem Umhang?“, schlug Hermine dann vor. Harry nickte nur, seine Miene war eisern und jeder der ihn näher kannte, wusste dass er gegen Tränen kämpfte.

Mit dem Gefühl, dass die drei jetzt gut auf sich aufpassen würden, machte sich Sisilia schnell auf den Rückweg und wartete dann wie geheißen in ihrem Garten auf Severus Snape.
Die Minuten strichen dahin und nichts tat sich. Es war dunkel und vollkommen still, bis auf ein paar Grillen die ihr lustiges Lied in dieser dennoch unheilvollen Nacht spielten. Einmal zuckte sie kurz zusammen, als ein Kauz im Vorbeiflug seinen Ruf ausstieß.
Langsam begann sie sich doch Sorgen zu machen. Sie hatte wohl mitbekommen, dass er vorgehabt hatte, noch zu Voldemort zu gehen und hoffte, dass dieser nicht seine Wut an dem ehemaligen Tränkemeister auslassen würde. Sie hatte schon viel über dessen Grausamkeiten gehört und wusste, dass er nicht davor zurückschreckte, seine Leute auch ab und an zu foltern.
Doch jäh sah sie eine Gestalt die Straße entlang gehen. Nicht langsam, aber auch nicht sonderlich schnell. Zuerst konnte sie nicht sehen, wer das war, es war einfach zu dunkel und die nächste Straßenlaterne war ein Stück weit entfernt. Doch dann erkannte sie das fahle Gesicht und die dunklen kinnlangen Haare. Severus Snape … Endlich. Ungeduldig ging sie auf die Straße hinaus und ihm entgegen.
„Merlin sie dank. Ich dachte schon, dir sei etwas zugestoßen.“
„Nein, es geht mir gut“, antwortete er ihr und ging dann mit ihr die Straße weiter, aber dann schmunzelte er kurz und Sisilia blickte ihn fragend an.
„Ich hab nur gerade daran denken müssen, wie witzig der Name deines Versteckes ist“, erklärte er und sie sah ihn leicht verdutzt an.
„Was ist daran witzig? Mein Vater hat dem Haus den Namen meiner Mutter gegeben und das Kassandras Haus in der Rosegarden Avenue 3 liegt, find ich nicht wirklich amüsant“, erklärte sie etwas verwirrt.
„Schon gut. Ich denke wir sollten uns besser drinnen besprechen“, erklärte er dann und deutete auf das Haus.
„Ja, sicher“, gab Sisilia zurück und öffnete die Gartentüre. Dass der Mann sie hinter ihr genau, von oben bis unten betrachtete, merkte sie in dem Moment nicht. Erst im Wohnzimmer drehte sie sich wieder zu ihm um und sah in fragend an.
„Warum wurden die Gräber von Harry Potters Eltern geöffnet?“, fragte sie jetzt direkt.
„Ich werde alles erzählen, doch wollen wir nicht erst einmal Platz nehmen?“, fragte er und Sisilia nickt, wobei sie auf das Sofa deutete. Snape setzte sich dorthin und wartete bis auch Sisilia ihm gegenüber Platz genommen hatte.
„Es war der Auftrag von … vom Dunklen Lord“, begann er dann ruhig zu erklären, doch als er weiter sprechen wollte, sprang der kleine schwarze Kater, der sich bei Sisilia ein neues Zuhause gesucht hatte, auf das Sofa, betrachtete den Mann in Schwarz einen Moment und legte sich dann neben diesen.
„Du hast dir ein Haustier zugelegt?“, fragte er jetzt leicht amüsiert.
„Eigentlich hat er sich mich zu gelegte“, antwortete Sisilia und starrte auf den Kater, der sich neben Snape einrollte und die Augen schloss. Sie wollte Snape noch warnen ihn nicht zu berühren, weil sie wusste, dass Pidi das nicht wollte, doch schon hatte er die Hand in den Nacken des Tieres gelegt und kraulte es hinter den Ohren. Es kam keine Reaktion von Pidi, er ließ sich das einfach so gefallen, als wäre das, dass normalste der Welt.
Snape sah Sisilia nun etwas irritiert an.
„Stimmt etwas nicht?“, hakte er nach.
„Allerdings. Pidi lässt …“, begann sie, doch Snape unterbrach sie.
„Pidi?“
„Ja, so hab ich den Kater genannt, es ist eine Abkürzung für Prinz Devil. P D, also zusammen Pidi. Jedenfalls hat er sich noch nie von jemand anfassen lassen, nicht mal von mir“, beendete sie jetzt den Satz und sah immer noch erstaunt von Snape zu dem Stubentiger.
„Tiere eben. Unberechenbar“, erklärte er nur und zuckte mit den Schultern.
„Gut, ich denke, wir sollten wieder zum Thema kommen. Der Grund warum wir dort waren. Der Lord sucht einen Gegenstand, ein Medaillon. Es ist golden, sehr schwer und hat ein reich verziertes S auf der Vorderseite. Dem Lord scheint es wohl sehr wichtig zu sein, dieses Schmuckstück wieder zu bekommen, auch wenn er uns keinen Grund genannt hat.“
„Weißt du, dass du das erste Mal über Voldemort redest?“, stellte Sisilia so nebenbei fest?
„Tue ich das?“
„Allerdings, ja. Bisher hast du es immer vermieden, wenn es möglich war.“
„Nun vielleicht lässt es sich jetzt nicht mehr vermeiden. Es tut mir natürlich sehr leid, dass die Männer so ein Chaos auf dem Friedhof hinterlassen haben, aber ich konnte ihnen ja schlecht sagen, dass sie vorsichtig vorgehen sollten, damit sie Harry nicht verärgern. Ich hoffe der Junge kommt damit klar. Wie gesagt, es wurde nicht gefunden, das Medaillon muss woanders sein. Und der Grund warum ich mit dir sprechen wollte, ist, dass ich dich darum bitten wollte, Harry dazu zu bringen, selber auch nach diesem Medaillon zu suchen. Er sollte es seinet - und unsretwillen vor den Todessern finden. Es könnte unter Umständen alles davon abhängen“, erklärte er und musterte Sisilia, die ihn nachdenklich ansah. Dann stand sie einfach auf und ging zum Sofa hinüber, wo sie sich neben ihn setzte, so, dass der Kater zwischen ihnen lag. Da Severus immer noch die Hand auf dem Tier liegen hatte, legte Sisilia jetzt ihre Hand auf die von Snape und strich gleichzeitig mit den Fingerspitzen über das weiche Fell, des Katers.
„Darf ich etwas ehrliches sagen?“, fragte sie dann leise und Snape nickte nur.
„Ich frage mich oft, wer du wirklich bist? In den Augen aller kämpfst du offensichtlich auf der Seite Voldemorts und dennoch tust du alles, damit Harry eine Chance bekommt diesen Mörder zu vernichten.“
Als Snape den Mund öffnete, um etwas zu antworten, legte sie zwei Finger auf seine Lippen und schüttelte den Kopf.
„Schon gut, ich erwarte keine Erklärung und keine Antwort. Aber ich denke, ich weiß jetzt warum mein Onkel dir vertraut hat.“ Ihre Stimme war nicht laut dennoch schwang so etwas wie Hoffnung in ihr mit und vielleicht auch noch ein bisschen mehr.
Kurz räusperte sich Snape und blickte dann auf Sisilias Hand, welche die seine, die noch auf dem Kater lag, jetzt umfasste.
Einen Moment lang war ihr so, als wäre er etwas verwundert, aber zu ihrer Freude, entzog er sich ihr nicht.
„Die Zeiten sind schwierig. Es ist oft nicht leicht zu wissen, wem man vertrauen darf und wem nicht. Du bist eine großartige junge Frau, Sisilia. Bewahre dir deine Art und du wirst im Leben immer dein Glück finden.“

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BeitragThema: Re: Unbreakable Truth (Kapitel 11- 20)   Mo Jan 14, 2008 8:36 pm

Ein heißer Schauer lief ihr über den Rücken, als sie ihm in die Augen sah. Es war ihr, als würde sie den Mann ihr Gegenüber schon ewig kennen.
„Danke“, sagte sie leise und als sein Blick fragend wurde, fügte sie noch eine Erklärung an.
„Dass du mich in Godrics Hollow gerettet hast. Nicht auszudenken, wenn ein anderer mich erwischt hätte. Ich will lieber nicht darüber nachdenken.“
„Darüber will ich auch lieber nicht nachdenken“, antwortete er und räusperte sich. „Es wird Zeit für mich. Ich habe noch einiges zu tun. Bitte denke daran, Harry auf das Medaillon anzusprechen. Dir wird schon etwas einfallen, vielleicht hat er es auch selber mitbekommen. Es wurde auf dem Friedhof extra angesprochen und das nicht gerade leise. Wenn er sich ansträngt, müsste er verstehen, was damit gemeint war.“
„Keine Sorge, ich werde ihn mit der Nase draufstoßen, wenn ich kann“, antwortete sie ihm mit einem Lächeln.
Nun nickt Severus nur knapp, warf dem Kater einen flüchtigen Blick zu und stand dann auf, wobei er Sisilias Hand aber noch nicht los ließ. Im Gegenteil, er legte für einen Moment noch die andere Hand auf ihre und umschloss ihre zarten Finger. „Wir werden uns bestimmt bald wieder sehen. Wenn etwas sein sollte, dann wirst du mich erreichen“, erklärte er noch, drehte sich dann um und ging zur Haustüre.
„Ja, aber wie?“, rief sie ihm hinterher.
„Ich werde es wissen“, gab er zurück und schon fiel die Tür ins Schloss.
Sisilia starrt förmlich noch einen Moment in Richtung Flur, so, als hoffte sie er würde wieder zurückkommen.
„Ihm macht das Spaß, mich immer im Dunkeln tappen zu lassen. Alles Wissen nur Häppchenweise. Ich glaube der Kerl bringt mich irgendwann noch um meinen Verstand“, sagte sie zu sich selber und ihr Blick fiel erneut auf den schwarzen Kater, der sie ansah, als habe er jedes Wort verstanden. Vorsichtig streckte sie eine Hand nach ihm aus und diesmal wich er nicht vor ihr zurück, er ließ sich von ihr berühren und sogar hinter den Ohren kraulen.
„Du bist nicht viel besser als er“, brummte sie dann leicht missmutig. „Die ganze Zeit darf man dich nicht anfassen und dann kommt er und …“, ihr Blick ging jetzt zur Uhr und dann stand sie auf, ging zum Fenster und sah nach, ob Harry schon wieder zurück war. Aber wenn sie richtig darüber nachdachte, würde dieser bestimmt heute Nacht nicht mehr nachhause kommen … und sie hatte Recht.

Nachdem Harry den Patronus losgeschickt hatte, dauerte es nicht lange, bis einige aus dem Orden bei ihnen eintrafen und sich dieser Sache annahmen. Hermine und Ron überzeugten Harry, mit zum Fuchsbau zu kommen, während die andern Ordensmitglieder sich um die Spuren und die Gräber kümmerten.

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BeitragThema: Re: Unbreakable Truth (Kapitel 11- 20)   Mo Jan 14, 2008 8:39 pm

Kapitel 14.
Ein entscheidender Entschluss





Nur sehr ungern hatte Harry dem Drängen seiner Freunde nachgegeben und war mit zu den Weasleys in den Fuchsbau gegangen. Im Grunde seines Herzens war er froh darüber, denn er hätte nicht gewusst, was er alleine in seiner Wohnung getan hätte.
Sie waren alle drei in Rons Zimmer gegangen und hatten sich noch lange bis weit nach Mitternacht unterhalten, bis Hermine schließlich, die bei Ginny im Zimmer schlafen sollte, nach unten gegangen war.
Dennoch lag Harry lange wach, bevor er einschlafen konnte. Gegen morgen quälte ihn ein Albtraum von offenen Gräbern und Untoten die daraus hervor stiegen. Er warf den Kopf auf seinem Kissen hin und her und als er eine Hand auf seiner Schulter spürte, schreckte er aus dem Schlaf und setzte sich sofort auf.
Er erkannt sofort, dass es nicht Ron war, der ihn geweckt hatte, tastete nach seiner Brille und setzte sie auf, bevor er Ginny ins Gesicht blickte.
„Guten Morgen, Harry. Ich hoffe du bist nicht böse, weil ich dich geweckt habe. Du hast dich im Bett hin und her gewälzt.“
„Ich hatte einen ziemlich bescheuerten Traum“, erklärte er leise. „Und nein, ich bin nicht böse. Wo ist Ron denn?“
„Unten, frühstücken. Er weiß nicht, dass ich hier bin. Ich glaube sogar, er wollte unbedingt verhindern, dass ich zu dir hoch gehe.“ Sie versuchte zu grinsen und sah Harry mit einem Blick an, als ob sie sagen wollte, dass Ron es nicht schaffen konnte „sie“ aufzuhalten. „Hermine hat mir erzählt, was passiert ist. Harry, das tut mir so leid, das ist alles so schrecklich“, sagte sie leise und ergriff seine Hand. Kurz dachte er daran, sie zurückziehen, doch letztendlich schlossen sich seine Finger um die ihren und er drückte sie leicht.
„Ja, es ist schrecklich“, sagte er nur leise und beide schauten sich in die Augen. Dann war es Ginny, welche die Initiative ergriff und impulsiv ihre Arme um Harry schlang.
Zuerst wusste Harry nicht, wie er reagieren sollte, doch letztendlich legte er auch zaghaft seine Arme um sie und zog sie schließlich fest an sich. Es tat ihm so gut, gehalten zu werden, getröstet zu werden, zu fühlen, dass jemand mit ihm mit litt und seine Gefühle teilte.
Einige Minuten saßen sie einfach nur so da und umarmten sich. Aber beide spürten, dass diese Umarmung nicht nur ein einfaches Trösten war, es war vielmehr, in Wirklichkeit war es eine Versöhnung. Eine Versöhnung wegen eines Streites, den es nie wirklich gegeben hatte.
Harry hatte Ginny nicht mehr an sich heran gelassen. Er hatte ihre wunderbare Beziehung beendet, aus Angst, dass ihr etwas passieren könnte, wenn die Gegenseite herausbekommen würde, dass er mehr für sie empfand. Zwar hatte Ginny das im ersten Moment akzeptiert, doch merkte er jedes Mal, wenn eine Begegnung mit ihr unausweichlich gewesen war, dass sie dennoch bewusst oder unbewusst seine Nähe gesucht hatte.
„Harry, bitte schick mich nicht gleich wieder weg“, bat sie, ohne ihn anzusehen. „Ich … weiß ja, dass du das alles deshalb tust, weil du mich schützen willst, aber ist es im Grunde nicht völlig egal? Jeder weiß doch, dass wir Freunde sind, und ich bin ziemlich sicher, die Gegenseite wird nicht weniger Interesse daran haben uns kaltzumachen, ob wir jetzt miteinander gehen oder nicht, es reicht für die doch schon, dass ich auf deiner Seite bin“, erklärte sie, löste sich ein wenig von ihm und suchte seinen Blick. „Harry, sieh doch endlich ein, für mich ändert sich rein gar nichts. Ich werde genauso an deiner Seite kämpfen und dir beistehen. Warum können wir das nicht auch tun, wenn wir uns näher sind?“ Ihr Blick war beinnahe flehend. Sie hatte ihn so vermisst, mehr, als sie jemals zugeben würde.
Immer wieder hatte sie in ihrem Zimmer gesessen und darüber nachgedacht. Immer wieder hatte sie sich gesagt, sie muss seine Entscheidung akzeptieren und das hatte sie auch tun wollen. Sie hatte nicht vorgehabt ihn anzuflehen ihnen eine Chance zu geben und nun tat sie es doch, überwand ihren Stolz und wollte dafür kämpfen, was ihr wichtig war.
Nämlich Harry.
Dieser blickte sie nur an, konnte nicht antworten. Man sah seinem Gesicht an, dass in seinem Innern ein Krieg tobte. Er hatte Angst, verdammt große Angst, das war offensichtlich. Natürlich änderte es nach außen hin nicht viel, doch es war sein Inneres was ihm Sorgen bereitete. Snape hatte schon Recht, auch wenn es Harry schwer fiel zuzugeben. Solange er seinen Geist nicht verschließen konnte, hatte Voldemort freien Zugang zu seinen Gedanken.
Nach einiger Zeit öffnete er den Mund, doch kamen keine Worte heraus.
Ginny legte ihre Finger auf seine Lippen und schüttelte kaum merklich den Kopf.
„Sag jetzt nichts, Harry. Ich kenne deine Gründe, doch sag bitte nicht gleich nein. Denk noch mal drüber nach. Ich möchte nur, dass du weißt, dass ich Dich verdammt gern habe und wieder mit dir gehen will. Ich möchte dich gern öfters sehen, in deiner Nähe sein, bitte. Ich habe keine Angst vor dem was kommen könnte, wenn ich nur ein Teil von dir sein darf. Ich liebe dich, Harry“, ihr Stimme wurde immer leiser, sie nahm die Finger von den Lippen eines sehr verdutzten Harrys und gab ihm einfach einen Kuss, bevor sie ohne ein weiteres Wort aufstand und aus dem Zimmer lief.
Harry starrte ihr immer noch hinterher, seine Finger strichen über seine Lippen, die sie gerade sanft geküsst hatte und in seinem Kopf wirbelten die Gedanken nur so herum.
Doch dann sprang er aus dem Bett und rannte zur Tür. Er hatte den Knauf schon in der Hand, als ihm bewusst wurde, dass er nur im Schlafanzug war und so wollte er eigentlich nicht durch das Haus anderer Leute rennen. So lief er zurück und zog sich in Windeseile an. Nachdem er, wie fast jeden Morgen, vergeblich versuchte seine Haare ordentlich zu kämmen, die aber wie immer nicht so wollten, wie sie sollten, gab er auf und rannte die Stufen nach unten. Doch mitten auf der Treppe, stieß er mit Ron und Hermine zusammen, die ihn gerade aufwecken kommen wollten.
Harry hatte keine Chance den beiden zu entgehen, ohne sich zu verraten, dass er mit Ginny geredet hatte, vor allem, weil sie ihn nach unten begleiteten, wo Mrs. Weasley extra für Harry noch mal Toast und Rührei machte. Ginny saß ebenfalls am Tisch, beschäftigt mit der Besenpflege und versuchte sich nichts anmerken lassen.
„Hast du für Hogwarts schon alles gepackt, Harry?“, wollte Molly Weasley wissen und Harry verschluckte sich fast an seinem Tee. Doch Ron und Hermine warfen ihm einen warnenden Blick zu und ihm wurde sofort klar, dass Ron seiner Mutter nicht erzählt hatte, dass weder er noch Harry vorhatten, wieder nach Hogwarts zurück zu kehren.
„Noch nicht“, antwortete er knapp, woraufhin sie ihm anbot, ihm bei der Wäsche zu helfen, wenn er wollte.
„Ich denke, ich komme klar, danke“, antwortete er nur knapp.
Mrs. Weasley begann nun darüber zu philosophieren wie wichtig die Schule und ein richtiger Abschluss ist, auch in diesen düsteren Zeiten. Harry wagte kaum von seinem Teller aufzusehen und Ron und Hermine warfen sich vielsagende Blicke zu. Wie froh waren alle, als das Frühstück vorbei war und Mrs. Weasley erklärte, dass sie sich jetzt um die Wäsche kümmern würde. Hermine zog Ron am Arm hoch und dann hinaus in den Garten.
„Harry, kommst du auch mit nach draußen. Das Wetter ist einfach zu schön, um im Haus zu bleiben“, säuselte Hermine fast.
„Ja, sicher“, gab er zurück. Doch bevor er seine beiden Freunde einholen hatte können, spürte er eine Hand auf seiner Schulter.
„Ginny?“
„Kann ich mit dir reden?“, fragte sie leise und sah zu ihrem Bruder, der inzwischen mit Hermine an einem Baum gelehnt da stand und diese fast mit seinen Küssen auffraß.
Kurz überlegte er, doch da er sich bei Ron und Hermine noch mehr fehl am Platz vorkam, als bei Ginny, nickt er und ging mit ihr zu der kleinen schäbigen Bank, von der schon die dritte Farbschicht abzubröckeln schien und setzte sich mit ihr dorthin.
„Hast du darüber nachgedacht, was ich dir gesagt habe?“, wollte sie vorsichtig wissen und Harry presste die Lippen aufeinander. Ginny nickte kaum merklich.
„Schon verstanden“, sagte sie leise und drehte den Kopf wieder zu den beiden Andern, die immer noch damit beschäftigt waren sich nachhaltig zu küssen. Doch zu ihrer Überraschung ergriff Harry auf einmal ihre Hand.
„Ginny … ich …“, begann er und versuchte die rechten Worte zu finden. „Ich hab Angst. Angst, dass sie dir etwas antun werden. Ich würde es mir nie verzeihen, wenn wegen mir, noch ein Mensch sterben muss. Zuerst meine Eltern, dann Sirius und jetzt auch noch … Dumbledore. Was wenn …“, er brach hier ab, doch es war auch nicht notwendig, dass er weiter sprach, sie wusste auch so, was er meinte.
„Glaubst du wirklich, wenn wir so tun, als würden wir nichts füreinander empfinden, werden sie gnädiger mit mir umgehen, wenn ich ihnen im Weg stehen sollte. Ich werde mich auch so nicht davon abhalten lassen, dir zu helfen, Harry. Ob wir jetzt ein Paar sind oder nicht, das ändert nichts und du kennst meinen Sturkopf“, erklärte sie nachdrücklich.
Jetzt musste Harry sogar schmunzeln, als er ihren ernsten Blick sah.
„Ja, ich kenne deinen Sturkopf, besonders deutlich zu erkennen beim Quidditch.“
„Harry?“, fragte sie vorsichtig, nachdem beide kurz leise miteinander gelacht hatten.
„Ja?“
„Ich vermisse dich“, es war nur ein Flüstern und ihre Augen schienen hoffnungsvoll auf eine Reaktion von ihm zu warten. Wie oft hatte sie diese Worte in Gedanken schon ausgesprochen und wie oft hatte sie vor einem leeren Pergament gesessen und versucht ihm diese Worte schreiben. Sie hatte nicht den Mut aufgebracht. Doch jetzt konnte sie einfach nicht anders.
„Ich vermisse dich auch“, antwortete Harry ihr und sie sah ihn erstaunt an.
„Heißt das … willst du damit sagen … glaubst du wir könnten, würdest du…?“ begann Ginny nun herumzustottern.
„Ja, das heißt es“, gab er nur knapp zurück, legte einen Arm um ihre Schulter und gab ihr einfach einen Kuss. Zuerst zögerte Ginny noch ungläubig, doch dann schob sie ihre Hände hinter seinen Nacken und intensivierte den Kuss noch etwas.
Die beiden hatten keine Ahnung, wie lange sie so auf der Bank gesessen hatte, doch wurden sie sehr unsanft durch einen lauten Pfiff aus ihrer Innigkeit aufgeschreckt. Es war Ron, der inzwischen von Hermine abgelassen und die beiden entdeckte hatte.
„Sagt mal, könnt ihr Zwei euch eigentlich entscheiden was ihr wollt? Seid ihr jetzt zusammen oder nicht?“, rief er über den ganzen Garten hinweg.
„Ja!“, antwortete Harry.
„Nein!“, schrie Ginny zur selben Zeit und Harry sah sie überrascht an.
„Nein, wir können uns nicht entscheiden“, rief sie laut und fragte dann leise: „Sind wir wieder zusammen?“
„Eigentlich dachte ich schon, ja“, erklärte Harry schmunzelnd.
„Ich nehme alles zurück. Jaaaaaa!“ , schrie sie jetzt zu ihrem Bruder, der sich mit der flachen Hand gegen die Stirn klatschte.
„Frauen. Die soll einer verstehen“, brummte Ron, wodurch er sich einen Knuff in die Seite von Hermine einfing.

Die nächsten Stunden vergingen wie im Flug. Alle vier hatten es sich, etwas weiter weg vom Haus, auf einer Decke im hohen Gras gemütlich gemacht und unterhielten sich, über das, was geschehen war. Sie überlegten hin und her, was sie nun tun könnten und Ginny war es schließlich, welche die kleine Gruppe auf einen Gedanken brachte.
„Harry, du hast doch erzählt, dass „Du weißt schon wer“, immer wieder versucht hatte als Lehrer in Hogwarts zu arbeiten. Er könnte doch noch einen andern Grund gehabt haben, als den, sich dort Anhänger zu beschaffen. Ich glaube nämlich nicht, dass das der einzige Grund war“, erklärte sie eindringlich.
„Ginny hat sicher Recht. Ich hab mir auch schon darüber den Kopf zerbrochen. Wir wissen, dass es in Hogwarts noch viele Geheimnisse gibt. Auch Dumbledore hatte zugegeben nicht alle zu kennen, denkt an die Kammer des Schreckens zurück. Doch Voldemort kannte diese Kammer, vielleicht war er noch einem Geheimnis auf der Spur?“, mutmaßte Hermine jetzt.
„Aber was sollte das sein. Und außerdem hätte er das auch Snape machen lassen können, der war schließlich lange genug in Hogwarts“, warf Ron brummig ein.
„Nicht, wenn es sich vielleicht um Horcruxe gehandelt hat. Ich glaub kaum, dass Voldemort ihm das erzählt hätte“, sagte Harry.
„Aber ER wollte Dumbledore aus dem Weg haben. Überlegt doch mal, wer die ganze Zeit verhindert hat, dass „ER“ nach Hogwarts rein konnte. Harry, ich werde das Gefühl nicht los, dass die Schule in Gefahr ist. Und wenn sie diese noch so sehr schützen und Auroren rundherum postieren. Wenn Voldemort will, kommt er auch dort rein, selbst Draco dieser Verlierer hat einen Weg gefunden“, murmelte er und sah nachdenklich in die Runde. „Doch was könnte er wollen. Unsterblichkeit glaubt er ja schon zu besitzen, durch dir Horcruxe. Was will ein Mann wie er?“, dachte Ginny laut.
„Macht!“, entfuhr es Ron und alle Augen waren auf ihn gerichtet. „Ja, ist doch logisch. Er will die Welt beherrschen und dazu braucht er Macht oder eine gefährliche Waffe“, schlussfolgerte er dann.
„Mensch Ron, das ist nicht mal so dumm“, Hermine sah nun von einem zum andern. „Hogwarts ist verdammt alt, und die Gründer könnten …“, jetzt sprang Hermine auf ihre Beine. „Wartet hier“, rief sie und rannte zum Haus zurück.
„Was hat sie?“, fragte Ron überrascht.
„Das werden wir wohl gleich erfahren“, Ginnys Worte waren nachdenklich und sie kaute auf ihrer Unterlippe herum. Auch Harry sah Hermine nachdenklich hinterher. Er hatte keinen blassen Schimmer, was Voldemort in Hogwarts suchen konnte und schon gar nicht, was für eine Waffe es dort geben könnte.
Die drei Übriggebliebenen hingen ihren Gedanken nach, bis Hermine wieder zurückgekommen war und in die Mitte der kleinen Gruppe ein großes und schweres Buch fallen ließ. Ron stöhnte auf und verzog das Gesicht.
„Warum hätte ich drauf wetten können, dass du mit einem Buch zurückkommst?“
„Ganz einfach, weil ich es nicht nur erklären, sondern zeigen wollte“, erklärte Hermine, die sich durch Rons Verhalten nicht raus bringen ließ.
„Und was sehen wir da jetzt? Außer, dass es ein dickes schweres Buch ist?“, wollte Ron wissen.
„Das ist ‚das’ Buch. Die Geschichte Hogwarts. Seht euch an was da vorn drauf ist.“
„Das Wappen der Schule, ja und?“
„Ron, von dir hab ich auch nichts anderes erwartete“, erklärte sie nur knapp und sah anschließend zu Harry und Ginny, die beide jetzt eingehend dieses Wappen betrachteten. Doch ihnen fiel nichts auf, es sah aus wie immer.
In der Mitte das Wappen, aufgeteilt in vier Teile. Links oben der Löwe auf rotem Grund für Gryffindor, dann rechts die Schlange auf grünem Grund für Slytherin, links unten der Dachs auf goldenen Grund für Hufflepuff und rechts unten der Adler auf blauem Grund für Ravenclaw. In der Mitte noch das schön verschnörkelte H für Hogwarts. Darüber der Name „HOGWARTS“ in Großbuchstaben und darunter dieser Lateinische Spruch …
Moment mal ein Spruch?

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BeitragThema: Re: Unbreakable Truth (Kapitel 11- 20)   Mo Jan 14, 2008 8:44 pm

„Was bedeutet dieses … Draco dormiens nunquam titillandus?“, fragte Harry überrascht. So oft hatte er das Wappen schon betrachtet, so oft die Inschrift am Tor neben den Ebersteinstatuen gelesen, doch nie hatte er sich Gedanken über die Bedeutung gemacht.
„Es ist Latein und es bedeutet übersetzt so was wie „Kitzle oder wecke niemals einen schlafenden Drachen“, wobei Drache auch mit Schlange übersetzt werden kann, weil es dafür wohl kein eigenes Wort gibt und man Draco für beides verwenden kann. So stand es jedenfalls in dem Buch“, erklärte Hermine.
„Wie? Kitzel niemals einen schlafenden Drachen?“, hakte Ron nach und begann zu lachen.
„Halt die Klappe Ronald, ich find das nicht mal so verkehrt. Vielleicht hat dieser Spruch eine tiefere Bedeutung“, kam es Ginny in den Sinn.
„Genau darauf wollte ich hinaus“, erklärte Hermine jetzt. Und noch etwas… ich hab mir Gedanken gemacht über das, was der Hut gesagt hat. In unserem 5. Jahr hat er uns gewarnt. Er meinte, dass dadurch, dass er die Schüler auf vier Häuser verteilen muss, er befürchtet, dass das Ende von Hogwarts naht. Er ermahnte uns wir sollten die Zeichen deuten, die aus der Geschichte entstehen. Er meine wir müssen uns vereinen oder wir würden von innen zerfallen. Bis jetzt war ich der Meinung, er meinte, dass wir Schüler lernen sollten uns als eines zu sehen. Dass wir alle, egal aus welchem Haus wir sind, uns zusammenschließen sollten. Doch ich hab noch einen ganz anderen Gedanken. Vielleicht ist es großer Humbug, aber vielleicht ist auch etwas dran.“, sprach Hermine nun weiter und Ron hob nur nachdenklich eine Augenbraue.
„Mir war klar, dass Du dem Hut wieder nicht zugehört hast, Ron.“
„Ich hab ihm wohl zugehört, aber nicht jeder kann sich so wie du jedes einzelne Wort merken“, brummte Ron leicht beleidigt.
„Ich war leider letztes Jahr nicht da, ihr wisst ja, Draco hatte das verhindert“, erklärte Harry leicht säuerlich, denn er hatte sich damals ja selber in die Situation gebracht gehabt. Nur Tonks hatte er es zu verdanken, dass er nicht wieder mit dem Zug zurück nach London gefahren war.
„Ich kann mich erinnern, aber der Inhalt des Liedes vom sprechenden Hut, war dem im fünften Jahr doch ziemlich ähnlich, Harry. Er wiederholte nur wieder die Warnung, die vier Häuser zu vereinen …“
Hermine wollte gerade weiter sprechen, als in dem Moment Mrs. Weasley schnaufend vor ihnen auftauchte. Sie war den Hügel zu ihnen nach oben gekommen, wahrscheinlich hatte sie die kleine Gruppe gesucht.
„Da seid ihr ja. Ich wollte euch nur sagen, dass in ein paar Minuten das Mittagessen fertig ist“, erklärte sie und wischte sich mit einem Tuch den Schweiß von der Stirn. „Meine Güte, wie lange war ich nicht mehr hier oben. Ich hatte vergessen, wie schön hier die Aussicht ist“, erklärte sie mit einem Lächeln und man konnte in ihrem Gesicht sehen, dass sie im Moment an eine sehr schöne Erinnerung denken musste. Harry schmunzelte leicht, während Ron nur das Gesicht verzog.
„Wir kommen gleich, Mum“, erklärte dieser, in der Hoffnung, dass seine Mutter wieder verschwinden würde.
„In Ordnung, aber lasst euch nicht zu lange Zeit. Ich möchte nicht, dass mir das Soufflee zusammenfällt. Bill und Fleur warten schon in der Küche“, erklärte sie noch geschäftig, strich ihrer Tochter mit den Fingern durchs Haar und stapfte wieder nach unten zum Haus.
„Manchmal kann sie ganz schön nerven. Besonders immer am Ende der Ferien“, brummte Ron und Ginny nickte leicht. „Ich wünschte ich könnte ein paar Tage einfach verschwinden.“
„Wir könnten zu mir gehen?“, schlug Harry vor und sah in die Runde. Als Ginny etwas betrübt den Kopf senkte, nahm Harry ihre Hand in die seine. „Du natürlich auch. Ich werde Sisilia bitten, dir die Adresse zu übermitteln.“
Harry wollte sie wirklich gern bei sich haben und als er Ginnys Lächeln sah, hatte er das Gefühl, sein Herz würde einen Luftsprung machen.
„Vorausgesetzt, Mum lässt dich gehen“, warf Ron ein und seine Schwester seufzte auf.
„Ach was, wenn wir alle vier da sind, wird sie es schon erlauben“, sprach Hermine ihr jetzt wieder Mut zu, zog sie mit sich und ließ die beiden Jungs die Decke zusammenpacken. Während des ganzen Weges tuschelten die Mädchen miteinander und Ron warf Harry einen fragenden Blick zu, weil er nicht verstand, was die beiden jetzt wieder miteinander zu flüstern hatten. Doch auch Harry hatte keine Ahnung und zuckte als Antwort nur mit den Schultern.

*****


Vor wenigen Minuten erst war die Sonne hinter dem Horizont verschwunden und lange Schatten legten sich düster über das Gelände um das Haus, südlich von London.
Die zwei Paare saßen im Wohnzimmer von Harry und unterhielten sich leise. Harry hatte es sich mit Ginny auf dem Sofa gemütlich gemacht, wobei das rothaarige Mädchen sich mit dem Rücken an seine Brust gelehnt hatte. Ron hatte sich in einem Sessel gesetzt und Hermine hockte auf einem Kissen vor Ron und legte ihre Arme, auf die sie ihr Kinn abgestützt hatte, auf seinem Bein ab. Sie hatten noch einige Zeit weiter überlegt, Theorien gesammelt und wieder verworfen, was die Worte in dem Wappen Hogwarts bedeuten konnten und doch keine wirkliche Lösung oder Antwort gefunden.
Leere Pizzaschachteln lagen auf dem Tisch und zeugten von einem guten und üppigen Abendessen der Vier, während im Kamin ein kleines gemütliches Feuer brannte und das Holz angenehm beruhigend vor sich hin knisterte.

Sisilia hatte Harry den Gefallen getan und ihm eine Eule geschickt, bzw. Ginny, die jetzt auch das Grundstück und Haus betreten konnte. Zwar hatte Harry ihr nicht viel erzählt, dennoch war sie sicher, dass die beiden sich ausgesprochen haben mussten und das freute sie sehr, denn Harry hatte in den letzten Wochen immer wieder einsam und traurig gewirkt.
Doch immer noch lag das Versprechen auf ihr, welches sie Snape gegeben hatte. Sie sollte ihn überreden, dass er doch noch nach den Ferien nach Hogwarts zurückging.
Zwar hatte sie die vier Teenager schon vor einiger Zeit ins Haus gehen sehen, wollte sie doch nicht gleich überfallen und wartete bis fast neun Uhr, bevor sie bei ihnen anklopfte.
„Ja?“, hörte sie Harrys Stimme.
„Darf ich euch ein paar Minuten stören?“, fragte Sisilia, nachdem sie eingetreten war.
„Natürlich, du doch immer“, erklärte er und setzte sich etwas mehr auf, was aber nicht wirklich ging, denn Ginny hatte sich jetzt an ihn gepresst, als hätte sie Angst, dass er aufstehen würde. Doch Harry nahm einfach die Hand seiner Freundin und hielt diese fest, was sie wieder etwas zu besänftigen schien. Alle Anwesenden wussten, dass Ginny Sisilia nicht wirklich mochte und Sisilia war sich sicher, dass es reine Eifersucht war.
„Guten Abend, Harry, Ron, Hermine.“, anschließend sah Sisilia lächelnd zu Ginny und reichte ihr sogar die Hand. „Willkommen Miss Weasley“, sagte sie zuletzt. Kurz zögerte das jüngste Kind der Weasleys, doch dann streckt sie ihr auch ihre Hand entgegen, wenn auch mit einem leicht skeptischen Blick. Sisilia überging es einfach und lächelte weiter freundlich.
„Der Grund warum ich hier bin, ist … nun es geht um das, was auf dem Friedhof geschehen ist. Ich hab darüber nachgedacht und ich bin zu dem Entschluss gekommen, dass die Männer nach etwas gesucht haben mussten. Etwas was ihnen sehr wichtig erschien. Dann hab ich das hier im Tagespropheten heute gelesen, habt ihr das auch gesehen?“, fragte sie und reichte Harry den Artikel, der diesen laut vorlas.

Heimtückische Grabschändungen

Unbekannte Täter drangen letzte Nacht auf einen Privatfriedhof einer alten angesehen Zaubererfamilie ein, hoben alte Gräber aus und warfen rücksichtslos Grabsteine um.
Vor allem hatten sie es auf die Gräber der alten und ehrwürdigen Familie Black abgesehen. Gerade die Gräber der knapp hintereinander verstorbenen, Orion, Walburga und ihrem Sohn Regulus Black, wurden total verwüstet. Es ist unbegreiflich, wer kann so etwas nur tun und warum? Was sind das für Menschen, die so etwas tun?
Sollte jemand sachdienliche Hinweise haben, bitten wir diejenigen sich umgehend im Ministerium zu melden.


„Dann hatten sie es nicht nur auf die Gräber meiner Eltern abgesehen?“, fragte Harry jetzt überrascht.
„So wie es aussieht nicht. Vorausgesetzt es waren auch Todesser. Und ich frage mich nun wirklich, was sie gesucht haben“, dachte Sisilia jetzt laut.
„Wartet … einen Moment“, sagte Hermine jetzt und setzte sich aufrecht hin. „Sagte einer der Kerle nicht etwas von einem Medaillon?“, fragte Hermine und sah angespannt zu Harry.
Bei diesem schien plötzlich der Groschen zu fallen.
„RAB? Das echte Medaillon“, flüsterte er jetzt und sein Blick ging in die Runde. Er berichtete jetzt den andern von dem falschen Horcrux, das er an sich genommen hatte, nachdem Dumbledore ermordet worden war. Er erzählte ihnen von dem Schreiben, das er in diesem Schmuckstück gefunden hatte.
„R. A. B.? Aber wer in drei Teufels Namen soll R. A. B. sein?“, fragte Ron in die Runde.
„Das wüsste ich auch gern. Ich zerbreche mir schon seit Wochen den Kopf. Ich hab keine Ahnung“, gab Harry zurück.
„Aber ich hab eine Idee“, gab Sisilia jetzt zurück. Es ist nur eine Vermutung ich kann auch völlig daneben liegen.“
Alle vier Augen wanderten jetzt zu ihr.
„Nun eines der Gräber, das ausgehoben worden war, war das von Regulus Black. Hätten wir schon mal das R und das B. Sollte er einen Zweitnamen gehabt haben …“
Harry schlug sich mit der flachen Hand gegen die Stirn. „Sirius hat von einem Onkel erzählt, der von der Familie verstoßen wurde. Ich glaube von ihm hatte Sirius auch einiges geerbt. Dessen Name war Alphard.“
„Harry, du könntest Recht haben. Bei den vielen Familien, wie auch in unserer Familie ist es üblich, dass der erstgeborene Sohn, den Namen des Vaters als Zweitnamen bekommt. Wie bei Bill. Bill Arthur Weasley. Bei Mädchen auch. Das erste Mädchen hat den Zweitnamen der Mutter. Und dann kommen eben die Onkel und Tanten dran oder die Großväter und Großmütter. Wie Ron eben Ronald Bilius heißt. Regulus war der zweite Sohn. Also müsste Sirius eigentlich Sirius Orion und Regulus wohl Regulus Alphard heißen.“
„Was R. A. B. ergeben würde“, fasste Harry nunmehr Ginnys Erklärung zusammen.
„Aber glaubt ihr wirklich, dass Sirius Bruder das Medaillon gehabt haben könnte?“
„Sirius sagte Alphard hätte ihm ein schönes Sümmchen hinterlassen, so dass er damit leben konnte und das wäre wohl auch der Grund gewesen, warum sie den lieben Onkel Alphard auch aus dem Familienstammbaum entfernt haben. Wartet mal, was sagte Sirius über seinen Bruder? Ich versuche es mal zusammenzubekommen.“ Harry dachte angestrengt nach.
„Er meinte Regulus hätte bis zu einem gewissen Punkt mitgemacht; bei den Todessern; doch letztendlich wohl versucht rauszukommen. Er sagte so etwas wie: Regulus hätte wohl Panik bekommen, oder so, weil er erkannte, was Voldemort von ihm verlangte. Irgendwie so. Jedenfalls war er sich sicher, dass er von Voldemorts Seiten getötet worden war, glaubte aber nicht, dass dieser es persönlich war. Aber wenn das stimmt und RAB wirklich Regulus war, und dieser tatsächlich den echten Horcrux gestohlen hat, wie er das auch immer geschafft haben mag, dann …“
„…dann könnte wirklich Voldemort ihn getötet haben, weil er dahinter gekommen ist? Meinst du das?“
„Ja, darauf wollte ich hinaus, Ron.“ Harry nickte seinem Freund zu.

„Dennoch denke ich nicht, dass Voldemort das Medaillon gefunden hat, sonst hätte er seine Leute nicht danach suchen lassen“, schlussfolgerte Hermine schließlich.
„Das denke ich auch, dennoch ist die Frage, wo das Teil jetzt ist?“, warf Sisilia fragend in den Raum.
„Wenn wir das wüssten, wären wir schon einen großen Schritt weiter“, seufzte Harry leise.
„Wie auch immer, ich denke ich lasse euch wieder alleine. Ich muss noch ein wenig Papierkram erledigen und langsam sollte ich mir auch einen Job suchen. Meine Eltern haben mir zwar genug hinterlassen, aber der Mensch braucht etwas zu tun“, erklärte Sisilia, die überlegt hatte sich halbtags in einer Apotheke zu bewerben, ganz hier in der Nähe. Das hatte sie in Deutschland schließlich auch gemacht. Sie verließ die vier, wünschte noch einen schönen Abend und ging zurück, um diese Bewerbung zu schreiben und selber noch etwas über die Dinge, die sie erfahren hatte, nachzudenken. Natürlich war noch ein Grund, warum sie zurückging, der, weil sie hoffte, dass Snape sich vielleicht melden würde.
Doch dieser schwieg sich aus.

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BeitragThema: Re: Unbreakable Truth (Kapitel 11- 20)   Mo Jan 14, 2008 8:45 pm

Unterdessen grübelten Harry und seine Freunde noch einige Zeit darüber weiter, bis Hermine meinte, dass ihr der Kopf rauchen und sie zu Bett gehen würde. Ron, der bei Harry im Zimmer schlafen sollte, verabschiedete sich ebenfalls, als Hermine aus dem Bad wieder herauskam und verschwand dann auch.
„Bist du müde?“, fragte Ginny, als die beiden alleine waren.
„Nicht wirklich, und du?“
Ginny schüttelte den Kopf und begann mit Harrys Finger zu spielen. Er beobachtete sie und als sie überdeutlich hörten, wie eine Türe zufiel und sie wussten, dass sie jetzt alleine waren, blickte Ginny Harry an.
Das leise knisternde Feuer im Kamin war die einzige Lichtquelle in dem Raum, der sehr heimelig und gemütlich wirkte. Über dem Kamin hing das Bild mit Harrys Eltern, doch die beiden hatten die Augen geschlossen und Albus, der eigentlich auch mit drauf sein sollte, war scheinbar gerade irgendwo unterwegs.
Ginny, die immer noch zwischen Harrys Beinen gesessen hatte, kniete sich jetzt hin und legte ihre Hände auf seine Schenkel. Langsam beugte sie sich nach vorn und gab ihm einen Kuss. Zuerst vorsichtig, sich herantastend, an seinen Lippen knabbernd, doch dann immer mutiger werdend. Ihre Hände glitten an seiner Seite nach oben, während er seine Arme um sie schlang und sie an sich zog.
Sie fühlte sich so wundervoll an und ihre Küsse, schmeckten so gut, wie …? Auch wenn er nicht sagen konnte, nach was sie schmeckten, konnte er doch eines sagen. Er bekam nicht genug davon.
Sein ganzer Körper begann unter ihr zu vibrieren. Deutlich spürte er ihre festen Brüste auf sich, als sie sich gegen ihn sinken ließ und in dem Moment, wo Ginny ihre Hände unter sein Shirt schob, keuchte er leicht überrascht auf.
„Ist dir das unangenehm?“, fragte sie etwas unsicher, doch Harry schüttelte nur den Kopf und lächelte sie aufmunternd an. Auch sie schenkte ihm ein Lächeln und setzte ihre Bemühungen, seinen Mund mit ihrer Zunge zu erkunden, fort. Überdeutlich merkte Harry inzwischen schon die Wirkung, die ihre Küsse und Berührungen auf ihn hatten. Es war nicht das erste Mal, dass er von ihren Küssen so erregt wurde, dass sein Körper sichtbar darauf reagierte und so dachte er auch nicht weiter darüber nach.
In der Ferne hörte er die Kirchturmuhr elf Mal schlagen.
Warum er die Schläge mitgezählt hatte? Er wusste es nicht wirklich zu sagen, vielleicht um sich einen Moment von seinen heftigen aufwallenden Gefühlen abzulenken.
„Ginny?“, flüsterte er, als er den Kuss für einen Moment löste.
„Hmm?“
„Es ist schon elf Uhr. Ich glaube es ist besser, wenn wir jetzt auch schlafen gehen“, sagte er und erschrak etwas über sich selber, denn er glaubte seine eigene Stimme nicht mehr wieder zu erkennen.
Ginny sah ihn jetzt an und sie wirkte, als hätte er sie aus einer andern Welt wieder zurückgeholt. Leise seufzte sie auf und nickte daraufhin.
„Ja. Du hast wohl recht“, gab sie schneller atmend zu, auch wenn es ihr nicht wirklich zu gefallen schien. Noch einmal gab sie ihm einen sachten Kuss, stand schließlich auf und marschierte direkt ins Bad.
Jetzt saß Harry da und starrte auf die Türe, hinter der sie soeben verschwunden war. Sein ganzer Körper war bis aufs äußerste erregt und er wünschte sich, jetzt eine eiskalte Dusche nehmen zu können.
Nach wenigen Minuten war Ginny bereits fertig, winkte Harry noch einmal kurz und ging nur mit einem längeren T-Shirt bekleidet nach hinten, wo das Zimmer lag, in dem sie und Hermine schlafen sollten.
Daraufhin stand Harry auf und wollte gerade selber ins Bad gehen, als mit einem Male Ginny wieder vor im stand.
„Harry, ich … hab in kleines Problem“, begann sie leise und sah noch einmal leicht verwirrt nach hinten in den Gang.
„Was ist denn?“
„Ich … kann nicht in mein Bett“, begann sie jetzt leise stotternd zu erklären.
„Wieso kannst du nicht in dein Bett?“ Harry war jetzt sichtlich verwirrt.
„Wie soll ich dir das erklären“, sie kaute nervös auf ihrer Unterlippe herum und senkte den Blick. „Nun ja … es ist so … Hermine … ist nicht … nun Ron … und Hermine. Mein Bruder ist bei ihr und sie … sind … beschäftigt“, brachte sie unter größter Mühe hervor, wobei sie so leise gesprochen hatte, dass Harry nicht sicher war, ob er sie richtig verstanden hatte. Ron war bei Hermine und sie waren beschäftigt? Was meinte sie mit … In dem Moment war ein leises Aufstöhnen aus dem Zimmer zu hören und jetzt endlich begriff auch Harry, was ihm Ginny verzweifelt versuchte zu erklären.
„Oh“, war das Einzige, was er jetzt noch rausbrachte, während sein Blick wie hypnotisiert an der Türe klebte.
„Harry?“
„Hm?“
„Hast du noch irgendwo eine Decke? Dann werde ich mich eben auf das Sofa legen“, sagte sie leise.
„Kommt gar nicht in Frage, du wirst in meinem Bett schlafen“, sagte er prompt und Ginny sah ihn überrascht an.
„Ich meine … ich gehe aufs Sofa“, murmelte er leise.
„Aber ich kann dir doch nicht dein Bett nehmen.“
„Schon gut, das … macht gar nichts“, erklärte er jetzt lächelnd.
„Gut, wenn du meinst. Danke Harry.“ Langsam drehte sich Ginny um und ging Richtung Schlafzimmer, aber dann drehte sie erneut um und ergriff Harrys Hand. „Das ist doch Blödsinn, Harry. Das Bett ist groß genug, du musst doch nicht extra auf dem Sofa schlafen. Komm mit, wir sind doch erwachsen“, erklärte sie und zog ihn kurz entschlossen mit sich.
‚Gerade deshalb wäre es vielleicht besser ich würde ihm Wohnzimmer bleiben.’
Diese Worte sprach er aber nicht aus, im Gegenteil, er folgte ihr ohne Widerwehr und betrat mit ihr sein Schlafzimmer. Sie ließ seine Hand los und schlüpfte einfach unter die Decke, die sie bis zu ihrem Kinn nach oben zog. Es war ziemlich dunkel in dem Zimmer, nur das schwache Mondlicht erhellte es ein klein wenig und er konnte Ginny auch eher nur schemenhaft erkennen. Einen Moment zögerte Harry noch, ging schließlich um das Bett herum, zog seine Jeans aus und schlüpfte auch schnell unter die Decke. Er war immer noch erregt, was kein Wunder war, nach den wilden Küssen mit Ginny und den Gedanken an seine beiden Freunde ein Zimmer weiter und dem, was die beiden vielleicht gerade taten. Beide lagen sie auf dem Rücken und starrten schweigend an die Decke.
Warum zur Hölle hatte Ron ihm nicht erzählt, dass er und Hermine...?
„Harry?“
„Ja?“
„Könntest du dir vorstellen … ich meine … würdest du gerne … mit mir schlafen?“, fragte Ginny mit einem Mal in die entstandene Stille hinein.
„Was? Jetzt?“, fragte Harry total überrascht und merkte, wie sein Herz so heftig zu schlagen begann, dass er glaubte, es würde jetzt in seinem Hals stecken.
„Ja, jetzt“, flüsterte sie zurück und drehte sich auf die Seite, so dass sie ihn ansehen konnte. Harry schluckte und wandte auch den Kopf zu ihr. „Nun? Würdest du gerne?“
Harry begann kaum merklich zu zittern, das Pochen in seinen Lenden wurde stärker und er glaubte kaum noch denken zu können. Hatte sie wirklich gefragt, ob er mit ihr schlafen wollte? Natürlich wollte er, er war mehr als bereit dazu … zumindest sein Körper war mehr als bereit dazu. Doch wie stand es mit dem Rest? Harry hatte das noch nie getan und zusätzlich kam auch Angst dazu. Angst etwas falsch zu machen, Angst sich zu blamieren, Angst zu früh … nun ja, die typischen Ängste eben, die ein junger unerfahrener Mann eben hatte.
Ohne dass er es verhindern konnte, nickte sein Kopf einfach und er drehte sich noch ein Stück weiter um, sodass sie sich jetzt gegenüberlagen.
„Ich möchte es auch“, flüsterte sie als Antwort und rutschte auf ihn zu, schlang ihre Arme um seinen Nacken und machte genau dort mit dem Küssen weiter, wo sie vorhin aufgehört hatten.
Ihre Hände glitten langsam unter sein Shirt, sie untersuchte seine Haut mit den Fingerspitzen und strich dabei auch über seine Brustwarzen, die sich blitzschnell zusammenzogen und steinhart wurden. Noch ehe er sich versehen hatte, zog sie ihm das T-Shirt über den Kopf und ließ es neben dem Bett auf den Boden fallen.
Mutig geworden von ihrer Tat, packte auch er jetzt ihr T-Shirt und zog es ihr aus. Auch dieses Stück Stoff fand denselben Weg, wie das Erste. Nur ein dünner heller Spitzen BH bedeckte noch ihre Brüste und er konnte nicht anders, als seine Finger über ihre Haut wandern zu lassen. Schüchtern fuhren diese über die Erhebungen und liebkosten sie. Sie waren so weich, so rund und so … perfekt. Es gefiel ihm sehr, was er da zu spüren bekam und auch ihr schien es zu gefallen, wie er sie berührte, denn sie schloss genüsslich die Augen und gab sich seinen Berührungen ganz und gar hin.
Als sie sich ihm auch noch entgegen bog, neigte er den Kopf und hauchte einen zarten Kuss in das Tal, zwischen diesen beiden erregenden Hügeln. Mit einer Hand versuchte er schließlich an ihrem Rücken das ihn inzwischen störende Stück Stoff zu öffnen. Doch da er noch nie einen BH geöffnet hatte, kam er mit dem Verschluss gar nicht zurecht. Als Ginny das bewusst wurde, half sie ihm und plötzlich sprang dieser auch auf.
Keiner von beiden vermochte nachher noch zu sagen, wer ihn ihr ausgezogen hatte, denn er verschwand sehr schnell im nirgendwo.
Harry liebkoste zuerst neugierig ihre Brüste mit den Fingerspitzen, beobachtete wie die Knospen sich aufrichteten und sich ihm hart entgegenstreckten. Es war so verlockend mitanzusehen, dass er schließlich mit seinen Lippen darüber strich, kurz darauf daran leckte und sie anschließend sogar in seinen Mund nahm.
Das war so interessant und erregend für ihn, dass er zuerst nicht mitbekam, wie Ginny ihre Hände an seinem Körper entlang wandern ließ und letztlich seine Shorts erreichte. Sie ging ziemlich forsch voran und erst, als sie mit ihren Fingern über seine inzwischen steinharte Härte strich, keuchte er überrascht auf und hob den Kopf.
„Ginny ich … hab das vorher noch nie getan“, gestand er ihr leise.
„Ich auch nicht“, hauchte sie ihm entgegen. „Doch ich will es, ich bin mir ganz sicher“, erklärte sie entschlossen, so dass Harry nur noch übrig blieb zu nicken. Auch er wollte es. Es gab kaum etwas, was er im Moment so sehr wollte wie das hier. Er half ihr seine Shorts auszuziehen, als sie daran zu zerren begann. Die Decke war inzwischen schon von beiden herunter gerutscht und Ginny ließ ihren Blick über Harrys Körper wandern, wobei ihre Augen einen Moment auf seiner Männlichkeit, die sich hoch aufgerichtet hatte, hängen blieb.
„Er ist so … groß“, flüsterte sie jetzt leise, sich dessen gar nicht wirklich bewusst. Dennoch streckte sie ihre Hand nach ihm aus, schob die Finger über seine Schamhaare tiefer, bis sie an dem Schaft entlang glitten und sie ihn forschend betastete. Harry sank in das Kissen zurück und schloss die Augen, als ihre Finger sich sanft um ihn schlossen.
Er hörte ein lautes Rauschen in seinen Ohren, bis ihm klar wurde, dass es sein eigenes Blut sein musste, welches in dem Augenblick heftig durch seine Adern gepresst wurde. Ihre Finger berührten ihn nur zart, vorsichtig, fast schüchtern. Dennoch reagierte er sehr heftig darauf und er glaubte schon nach kurzer Zeit innerlich zu verbrennen.
„Ginny, ich…“, keuchte er noch, doch dann war es bereits zu spät und er ergoss sich über ihre Finger und auf seinen eigenen Bauch. Er war schon viel zu sehr erregt gewesen, was dazu führen musste, dass er so früh gekommen war. Stöhnend schloss er die Augen, doch konnte er den Moment nicht wirklich genießen, denn es war ihm nämlich gleichzeitig auch verdammt peinlich.
„Tut mir leid“, murmelte er, nicht wagend sie anzusehen.
Heftig zuckt er zusammen, als er kurz darauf ihre Lippen auf den Seinen spürte.
„Aber mir nicht“, flüsterte sie und küsste ihn noch einmal. Verwundert sah er sie an und strich ihr mit den Fingern die Haare aus dem Gesicht. „Außerdem … die Nacht ist noch lang“, fügte sie an und warf kurz einen Blick zu seinem besten Stück, das nicht wirklich viel von seiner Härte verloren hatte.
„Ja, sieht ganz so aus“, er war erleichtert, dass sie das Ganze so gelassen nahm, denn ihm war es immer noch unangenehm. Kurz entschlossen griff er in sein Nachttischen und reichte ihr ein Taschentuch, damit sie sich die Finger abwischen konnte, was sie auch tat genauso wie seinen Bauch. Er zog noch seine Brille aus und legte sie auf dem Nachttischchen ab.
„Wo waren wir stehen geblieben?“, fragte Ginny schmunzelnd, als sie das Taschentuch entsorgt hatte.
„Ich glaube genau hier“, erklärte Harry, der langsam seine Furcht verlor und die Arme um Ginny schlang, während er sie leidenschaftlich küsste. Seine Hand glitt an ihrer Hüfte nach unten und erforschte ihre zarte Haut, bis er ihren Slip erreichte.
„Zieh ihn mir aus“, bat sie mit leicht zittriger Stimme.
Mit einem knappen Kopfnicken streifte er den kleinen Stofffetzen von ihren Hüften. Das rote krause Haar ihres Dreiecks stellte sich von Harrys Augen nun leicht auf und er hielt unwillkürlich den Atem an.
Er zwang sich fast seinen Blick wieder nach oben zu richten und sah ihr in die Augen. Zwar wollte er sie gern dort berühren, doch er traute sich nicht wirklich. So kam er stattdessen wieder zu ihr nach oben und küsste sie erneut. Wild rangelte er mit ihrer Zunge und lockte sie immer wieder in seinen Mund, um nach dieser zu schnappen. Einige Zeit genügte Ginny das auch, doch dann ergriff sie etwas ungeduldig Harrys Hand und schob diese über ihren Bauch nach unten zwischen ihre Beine, die sie für seine Finger ein Stück öffnete. Sie zeigte ihm ganz genau, wie sie von ihm berührt werden wollte, drückte einen seiner Finger tiefer und rieb ihn sanft hin und her. Erst als Harry genau diese Bewegungen alleine weiterführte, ließ sie seine Hand wieder los. Er erforschte ihre Weiblichkeit, vorsichtig, sie immer weiter reizend. Sein Blick wanderte immer wieder nach unten und erneut wieder in ihr Gesicht zurück. Mit geschlossenen Augen drückte sie sich seiner Hand entgegen und begann leise zu stöhnen. Vorsichtig schob Harry seine Finger langsam immer tiefer, lotete sie aus, glitt dann, was aber eher aus Versehen passierte, ein kleines Stück in sie hinein.

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BeitragThema: Re: Unbreakable Truth (Kapitel 11- 20)   Mo Jan 14, 2008 8:46 pm

Erschrocken zuckte Ginny zurück und auch Harry zog seine Finger aus ihr zurück, da er fürchtete, ihr wehgetan zu haben. Einen Moment sahen sie sich nur an, seine Hand, mit den feuchten Fingern lag auf ihrer Hüfte und sein Schaft, war erneut hart und pochte fordernd.
Ginny strich mit ihren Fingern über Harrys Gesicht, an seinem Hals nach unten und streichelte über seine Brust.
„Ich möchte, dass wir es jetzt tun“, sagte sie leise, während ihr Körper immer wieder leicht unter ihm zitterte.
„Bist du ganz sicher?“, fragte er nach und sie nickte daraufhin heftig.
Auch Harry merkte, wie er vor Aufregung und Erregung noch mehr zu beben begann und seine Hände ebenfalls leicht zitterten. Er schob jetzt ein Knie, zwischen ihre Beine, die sie bereitwillig sofort öffnete und er sich ganz dazwischen legen konnte. Schon war er drauf und dran sich gegen sie zu pressen, als er noch einmal inne hielt.
„Ginny, wir haben gar nichts zum Verhüten“, fiel ihm auf einmal ein.
„Mach dir keine Gedanken, ich nehme einen Trank, ich kann nicht schwanger werden“, erklärte sie jetzt mit einem schwachen Lächeln. „Bitte. Ich möchte nicht mehr länger warten“, raunte sie leicht ungeduldig.
„Ich liebe dich, Ginny“, flüsterte Harry liebevoll und gab ihr noch mal einen Kuss. Dabei presste er sein Glied gegen ihre Mitte, was sie beide gleichzeitig leise aufstöhnen ließ. Ihre Augen leuchteten kurz lustvoll auf und Harry machte sich wieder daran, Ginnys Wunsch zu entsprechen. Er schob eine Hand zwischen sich und sie, und half mit dieser nach den Eingang in sie zu finden. Er brauchte dennoch mehrere Anläufe, bis er schließlich richtig war und er merkte, wie die Spitze seines Schaftes langsam in sie glitt.
Es fühlte sich gut an. Heiß, feucht und einladend. Dennoch hielt er einen Moment inne und sah wieder zu ihr auf. Ihre Hände lagen auf seinen Hüften und leicht ängstlich bohrten sich ihre Finger in sein Fleisch. Noch einmal atmete Harry tief durch, sah noch das knappe Nicken von Ginny und drängte sich dann tiefer in sie. Kurz hatte er das Gefühl, es würde nicht weitergehen, doch plötzlich glitt er mit einem Mal leichter in sie.
In dem Moment keuchte Ginny lauter auf, presste schnell die Lippen aufeinander und verkrampfte sich gleichzeitig unter ihm. Sofort stoppte er erneut und sah sie besorgt an.
„Alles in Ordnung?“, wollte er unsicher wissen. Ginny antwortete nicht, stattdessen nickte sie nur. Doch langsam entspannte sie sich wieder und wurde etwas ruhiger.
„Küss mich!“, bat sie leise und hob etwas den Kopf an. Er tat es sogleich und noch während sich ihre Zungen erneut einen verlangenden Kampf boten, wagte er es, sich tiefer in ihr zu versenken, bis er sie ganz und gar ausfüllte.
„Du fühlst dich gut an“, flüsterte er gegen ihre Lippen.
„Du fühlst dich auch gut an“, gab sie zurück, als sie sich an ihn gewöhnt hatte.
„Es tut mir leid, wenn ich dir wehgetan habe.“
„Das hätte sich nicht vermeiden lassen“, murmelte sie. „Mach bitte weiter, Harry. Ich will dich spüren. Zeig mir, dass du mich liebst, bitte“, raunte sie leise gegen sein Ohr.
Diese Worte gingen wie Öl runter und er war froh, dass er sich endlich bewegen durfte. Doch da er immer noch Angst hatte, ihr vielleicht noch mal weh zu tun, tat er dies erst mal nur langsam, auch wenn er am liebsten gleich schneller in sie gestoßen hätte. Er hatte keine Ahnung, dass er unbewusst das Richtige tat und dennoch genoss er es sehr. Vorsichtig entzog er sich ihr wieder fast ganz und drängte seine gesamte Länge wieder in sie. Froh, dass sie diesmal nicht aufstöhnte, wurde er etwas mutiger und wiederholte seine Bewegung, dann noch mal und noch mal. Immer noch etwas unsicher, beobachtete er ihr Gesicht, versuchte herauszufinden, ob ihr das gefiel. Doch es sah nicht so aus, als wäre es unangenehm für sie, im Gegenteil. Ihr Stöhnen wurde nach und nach lauter und mit der Zeit, kam sie ihm immer mutiger entgegen, presste sich nach oben und suchte immer wieder seinen Blick. Ihre Hände glitten über seine Schultern, seinen Rücken und seine Brust. Zuerst langsam doch mit der Zeit immer hektischer. Keuchend ging ihr Atem gegen seine Lippen, als er sie erneut küssen wollte. Ihre Wangen bekamen eine rote Farbe und ihre Augen strahlten förmlich. Harry war gefangen von ihrem Anblick und eingehüllt von ihrer Hitze, die immer mehr zuzunehmen schien. Nun konnte auch er nicht mehr anders, als ab und an aufzustöhnen, während das Feuer in seinem Unterleib sich zuerst in einen heftigen Sturm und dann in einen gewaltigen Orkan zu verwandeln begann.
Auf einmal verkrampfte Ginny sich unter ihm, kam noch einmal nach oben, empfing ihn heiß, bevor sie sich etwas lauter aufstöhnend unter ihm aufbäumte. Ihre Augen, die sich einen Moment lustverschleiert hatten, schloss sie schließlich und krampfte ihre Finger in Harrys Oberarme.
Mit einem Mal, wurde Harry klar, was mit Ginny passierte, dass sie einen Orgasmus haben musste, doch viel weiterdenken konnte er nicht mehr. Sie zog sich so heftig um ihn zusammen, während er gleichzeitig recht schnell in ihren Höhepunkt weiter stieß, dass sie ihn kurz drauf mit sich riss und er sich schubweise heftig in ihr ergoss.
Für einige Zeit, lagen zwei schwitzende Körper, heftig zitternd und bebend, vereinigt auf dem Bett. Harry war auf sie herabgesunken und hatte sein Gesicht in ihrer Halsbeuge vergraben. Er brauchte einen Moment, bis ihm richtig klar wurde, was gerade passiert war und auch bis er wieder zu Atem kam. Ginny verteilte Küsse auf seiner Schulter, seinem Hals und strich mit ihren Händen über seinen Rücken. Es war so herrlich, unbeschreiblich, das wundervollste, was Harry in seinem Leben je erlebt hatte.
Langsam hob er den Kopf und suchte ihren Blick, gab ihr einen Kuss und war sich darüber ihm klaren, dass seine Augen vor Glück leuchten mussten. Ginny lächelte und knabberte an seinen Lippen, bevor sie ihn wieder ansah.
„Es war wunderschön“, erklärte sie, weil sie das Gefühl hatte, etwas sagen zu müssen. Harry nickte und schmiegte seine Wange gegen die ihre.
„Ja, es war wundervoll, du bist wundervoll. Ich könnte die ganze Welt umarmen“, flüsterte er und musste sich wirklich zusammenreißen um nicht aufzustehen, nach draußen zu laufen, so wie er war und ganz laut vor Freude zu schreien.
„Du bist verrückt“, lachte Ginny jetzt, schlang erneut ihre Arme um ihn und küsste ihn noch mal.
„Ja, das bin ich, du hast Recht. Ich bin verrückt nach dir, nur nach dir“, erklärte er fast schon strahlend. Er zog sich aus ihr zurück und ließ sich neben sie auf das Laken sinken. Sofort rutschte sie wieder an ihn heran und schlang einen Arm und ein Bein um ihn.
„Du bereust es doch nicht?“, fragte er etwas unsicher nach und stricht mit den Fingerspitzen über ihren Arm und ihre Schulter.
„Nein, niemals. Keine Sekunde“, antwortete sie ihm und schmiegte ihren Kopf gegen seine Brust.

Am nächsten Morgen wurden sie unsanft durch Rons Stimme geweckt, der ohne anzuklopfen in Harrys Schlafzimmer stürzte.
„Jetzt hab ich es, Harry ich weiß …“, begann er und brach ab, als ihm klar wurde, dass Harry nicht alleine war. Die ganze Farbe wich aus Rons Gesicht und er starrte zu seiner Schwester, die verschlafen zu ihm hoch starrte.
„Ist was passiert?“, fragte sie verschlafen und Ron, der gerade wieder seine Worte gefunden hatte, riss seine Augen noch weiter auf, als die Decke etwas nach unten rutschte und er sah, dass seine Schwester nichts an hatte.
„Was zum …“, begann Ron und nun wechselte seine Gesichtsfarbe von weiß zu leuchtenrot, was seinen Höhepunkt in seinen Ohren zu finden schien.
„Jetzt halt mal die Luft an, Ronald. Du hast mir überhaupt nichts zu sagen. Ich sage nur „oh ja, hör nicht auf Hermine“, stöhnte Ginny ihm jetzt vor und Ron sank keine Sekunde später in sich zusammen und wurde wieder ganz klein. Er drehte sich herum und stapfte aus dem Raum.
„War das nicht etwas heftig?“, fragte Harry und sah zu Ginny.
„Der braucht das und zwar ganz genau so“, erklärte sie und zog die Decke jetzt wieder höher.
„Wenn du das sagst“, jetzt lächelte Harry zu Ginny, die immer noch wütend auf die Türe starrte. „Guten Morgen“, sagte Harry jetzt leise und gab ihr einen Kuss.
Ginny verlor ihre Wut auf der Stelle, schlang ihre Arme um Harrys Nacken und erwiderte den Kuss heftig.
„Wie wäre es mit Frühstück?“, fragte Harry leise gegen ihre Lippen.
„Da sag ich nicht nein“, gab sie schmunzelnd zurück.

Keine halbe Stunde später saßen alle vier am Tisch und frühstückten, doch keiner sagte etwas, bis Hermine irgendwann die schreckliche Stille durchbrach.
„Hört mal, irgendwie find ich das albern. Ich meine wir sind keine Kinder mehr und jeder von uns kann tun und lassen was er will“, bei den letzten Worten warf sie Ron einen strengen Blick zu. „Wir sollten lieber darüber reden, was Ron und mir heute Morgen eingefallen ist. Wisst ihr noch, vor zwei Jahren, als wir die Sommerferien im Grimmauld Platz verbracht hatten, hat Sirius doch eine Menge Zeugs weggeworfen. Und Kreacher hat immer wieder versucht etwas mitgehen zu lassen“, begann sie dann zu erklären.
„Ja, und ich kann mich noch genau an ein großes, schweres goldenes Medaillon erinnern, welches sich nicht öffnen ließ. Vielleicht war dies das Medaillon, das RAB, wenn es Regulus war, bei sich zu Hause versteckt hat. Wir wissen, dass der Grimmauld Platz auch damals schon unortbar war. Also ein ideales Versteck“, führte Ron fort, doch schenkte er seiner Schwester keinen Blick.
„Ihr meint Kreacher könnte es haben?“, schlussfolgerte Harry jetzt daraus.
„Es wäre immerhin möglich.“
„Harry, auch wenn sich das jetzt irgendwie dumm anhört. Ich hab das Gefühl, dass alle Fäden am Ende wieder nach Hogwarts führen. Dort hat alles angefangen, egal wie du es drehst oder wendest. Und ich fürchte, dort wird es sich am Ende auch entscheiden.“
Harry sah nachdenklich von Hermine zu Ron und warf dann auch kurz einen Blick zu Ginny, welche ihn nicht aus den Augen ließ.
„Dann gehe ich wohl recht in der Annahme, dass ihr dazu tendiert, dass wir wieder nach Hogwarts zurückgehen sollten?“, sprach Harry seine Gedanken jetzt aus, woraufhin die Beiden gegenüber nickten.
„Auch wenn ich meinem Bruder nicht gern zustimme, ich denke er hat recht. Sie haben beide recht. Und wenn wir uns täuschen … gehen könnt ihr jeder Zeit immer noch“, gab Ginny zu bedenken.
„Gut … in Ordnung, dann sollte ich vielleicht doch langsam anfangen meine Sachen für Hogwarts zu packen. Wobei ich mein Augenmerk auf die Horcruxe lenken werde und nicht auf die UTZs“, erklärte Harry entschlossen und Ron schloss sich ihm sogleich an.

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BeitragThema: Re: Unbreakable Truth (Kapitel 11- 20)   Mo Jan 14, 2008 8:48 pm

Kapitel 15 Liebe und Freundschaften





Die Stimme drang im ersten Moment nur leise an ihr Ohr, so dass sie einen Moment im Flur stehen blieb und noch einmal lauschte.
Da!
Da war es wieder. Sie ging zwei Schritte zurück und blickte ins Wohnzimmer, als sie es wieder hörte. Da hatte jemand ihren Namen gerufen.
„Sisilia, hier über dem Kamin.“
Als ihr Blick zu dem Bild ging, welches dort hing, schlug sie sich mit der flachen Hand gegen die Stirn. Es war das Portrait, das mit ihr sprach oder besser gesagt, ihr Großonkel, Albus Dumbledore, der mit ihren Eltern zusammen dort drauf abgebildet war.
Ein vergnügtes Schmunzeln huschte über das Gesicht des alten Mannes, der ihre Reaktion wohl mehr als amüsant fand.
„Was gibt es denn?“, fragte sie nach, da Dumbledore von sich aus nicht zu reden begann.
„Oh ja. Ich wollte dir nur mitteilen, was ich soeben mit angehört habe. Harry und seine Freund haben jetzt doch beschlossen, wieder nach Hogwarts zu gehen.“
„Wirklich? Das ist ja wunderbar.“
„Ja, das ist es in der Tat, auch wenn die Gründe nicht die des Lernens sind. Dennoch bin ich froh darüber, denn dann weiß ich den Jungen und seine Freunde in guter Obhut“, erklärte Dumbledore jetzt. „Mein Kind, ich wollte dich eventuell um etwas bitten“, fuhr er dann in einem ernsteren Ton fort.
„Um was geht es?“, fragte sie nach und ging zwei Schritte auf das Bild zu.
„Nun, ich hab mir überlegt, ob du nicht vielleicht das Angebot von Minerva annehmen könntest und…“, weiter kam er nicht, denn in dem Moment klopfte es laut gegen die Türe.
„Wer ist das jetzt? Ich erwarte doch gar niemanden.“
„Viel Auswahl gibt es wohl nicht“, erklärte Dumbledore zwinkernd und Sisilia ging einfach zur Tür, um sie zu öffnen. Überrascht sah sie in das strahlende Gesicht von Charlie.
„Ich war gerade unterwegs und ich dachte mir, ich sollte dir die Neuigkeit selber erzählen, zumal ich auch noch eine Frage oder vielleicht auch ein Bitte habe“, begann dieser.
„Wie wäre es erst Mal mit einem guten Morgen?“, fragte Sisilia, die sich von seinem Strahlen anstecken ließ.
„Entschuldige, ich bin so aufgeregt und etwas überdreht, dass ich das vergessen habe. Einen wunderschönen guten Morgen, Sisilia. Kann ich kurz mit dir reden?“
„Ja, sicher. Wir könnten uns auf die Terrasse setzten, wenn du magst“, schlug sie vor und Charlie nickte. „Darf ich dir etwas zu trinken anbieten?“, fragte sie noch höflich, doch er winkte ab.
„Später vielleicht. Jetzt muss ich erst loswerden, was ich zu sagen habe.“
Sanft schob er sie zur Hängeschaukel, drückte sie darauf und nahm neben ihr Platz. Er hielt ihre Hand, was sie irgendwie amüsant fand, sie ihm aber nicht entzog.
„Dann mal raus mit der Sprache, bevor du platzt“, forderte sie ihn auf.
„Gut. Gestern Abend bekam ich eine Eule von Minerva McGonagall, in der sie mich bat, heute Morgen zu ihr zu kommen, was ich auch getan habe. Nun ja, nach ein paar Erklärungen kam sie auf den Kern der Sache.“ Er machte eine kurze Kunstpause und Sisilia blickte ihn auffordernd an, weiter zu sprechen. „Sie hat zwar schon einige Lehrer zusammen, so viele, dass sie auch Unterrichten können, aber für zwei Fächer, die ihr noch sehr am Herzen liegen, fehlten ihr noch Lehrer. Nun ja. Hier vor dir siehst du jetzt den neuen Lehrer für Verteidigung gegen die Dunklen Künste, was bedeutet, dass ich dieses Jahr in Großbritannien bleiben werde.“ Seine Augen leuchteten beinnahe, als er das erzählte.
„Das ist schön für dich. Doch was sagen deine Arbeitgeber in Rumänien?“
„Ach, das will Minerva für mich regeln. Sie meinte, sie kennt meinen Chef, sie hatte ihm in seiner Schulzeit geholfen und er sei ihr noch einen Gefallen schuldig. Sie ist davon überzeugt, dass das klar gehen wird. Außerdem will ich in England sein und den Menschen hier helfen, so gut ich eben kann, und wenn es als Lehrer in Hogwarts ist“, erklärte er und seine Augen leuchteten. Sisilia war durchaus bewusst, dass nicht nur die Sache mit dem Helfen ein Grund war, warum er das Angebot gleich angenommen hatte. Dennoch versuchte sie die Tatsache zu verdrängen, dass Charlie wohl mehr als nur Freundschaft für sie empfand.
„Dann kann man dir ja nur gratulieren, Charlie!“ Sie schlang ihre Arme um ihn und gab ihm, ohne darüber groß nachzudenken einen Kuss auf die Wange. Überrascht sah der Weasley Spross sie an, nutzte den Moment und küsste sie einfach zurück, doch tat er das direkt auf ihre Lippen.
Als er sich wieder von ihr löste, blickte er sie vorsichtig an, gespannt auf ihre Reaktion. Einen Moment passierte gar nichts, dann hob sie ihre Finger an die Lippen und strich nur eine Sekunde lang gedankenverloren darüber. Dann ließ sie die Hand wieder sinken und lächelte ihn an.
„Und was wolltest du mich fragen?“, wollte sie dann schließlich wissen.
„Oh, ja. Hör zu. Ich weiß, dass Minerva schon mal mit dir darüber geredet hat. Nun sie braucht jemanden, der das Fach Verwandlung übernimmt. Und sie hat dich im Sinn.“
„Charlie, ich hab doch gar keine Erfahrung mit Unterricht“, wehrte sie gleich ab.
„Na und? Ich doch auch nicht. Es soll ja auch nicht unbedingt für alle Schüler, beziehungsweise für alle Jahrgangsstufen sein. Ihr würde es genügen, wenn du die ersten 4 Jahrgänge übernimmst, und sie würde dann die andern Klassenstufen, bei denen die Prüfungen anstehen weiter unterrichten. Doch alle Klassen schafft sie nicht, nicht mit dem Posten als Schulleiterin zusätzlich. Sie meinte, sie sei ja schon froh, dass das Ministerium nicht wieder Dolores Umbridge als Leiterin für Hogwarts einsetzen will. Komm Sil, überlege es dir. Du sagtest doch, dass du einen Job suchst und ich bin mir sicher, du wärst eine brillante Lehrerin. Außerdem…“
„Außerdem?“, hakte Sisilia nach.
„Außerdem, würden wir uns dann jeden Tag sehen und könnten uns … nun ja… besser kennen lernen.“
„Du bist unmöglich, Charlie Weasley. Weißt du das?“, lacht Sisilia nun auf. „Aber gut, ich werde drüber nachdenken, denn ich muss zugeben, irgendwie würde es mich schon reizen.“
„Weil du mich dann jeden Tag sehen kannst?“, fragt er verschmitzt nach.
„Nein, weil ich Hogwarts sehr liebe. Leider konnte ich damals nicht mal zwei ganze Jahre dort die Schule besuchen. Dennoch denke ich an diese Zeit immer wieder gern zurück.“
„In Ordnung denkt drüber nach. Ich für meinen Teil hab vor mit dem Hogwarts Express zu reisen. Zum einen, weil ich das alte Stahlross vermisse, zum andern hab ich mich als Schutz für die Schüler abordnen lassen. Es fahren auch noch ein paar Auroren mit und einige vom Orden.“
„Das hört sich gut an. Sollte ich mich dafür entscheiden, werde ich auch den Zug benutzen. Zu meinem Bedauern, bin ich nur drei Mal mit ihm gefahren.“
Jetzt strahlte Charlie noch mehr.
„Ich kann es kaum erwarten. Und Minerva wird überglücklich sein, wenn du ihr zur Seite stehst.“
„Hey, nicht so voreilig, mein Lieber. Ich habe noch nicht zugesagt.“
„Ach, da mach ich mir keinen Kopf drum, ich weiß, du wirst zusagen, da bin ich ganz sicher“, erklärte er ziemlich selbstbewusst und neigte sich nach vorn.
Seine Absicht war schnell zu erkennen, doch bevor dieser Sisilias Lippen ein zweites Mal berühren konnte, legte sie zwei Finger auf die Seinen. Ehe sie aber etwas zu ihm sagen konnte, landete neben ihnen auf dem Geländer eine Eule, versuchte sich festzuhalten, kippte Kopfüber nach vorn und landete bäuchlings auf dem Boden.
„Errol“, erklang es stöhnend aus Charlies und Sisilias Mund gleichzeitig. Schnell bückte Charlie sich nach dem armen Tier, betastete es, doch es schien ihm soweit gut zu gehen. So legte er den ohnmächtigen Kerl auf einen Stuhl und nahm ihm den Brief ab.
„Vom Mum. Sie will wissen was los ist. Ich soll so schnell wie möglich heimkommen“, erklärte er. „Sisilia, ich muss los, bevor meine Mutter sich zu sehr aufregt. Sie hatte nämlich die total bescheuerte Idee, dass etwas Schreckliches passiert war in Hogwarts. Bitte schreib mir so schnell wie möglich deine Antwort, und wenn es dir Recht ist, werde ich dich dann in drei Tagen abholen, wenn es losgeht.“
„Du bist …“, begann sie, wurde aber von Charlie unterbrochen.
„… unmöglich, ich weiß.“ Er erhob sich, nahm den alten Eulerich, der sich immer noch nicht bewegte, vielleicht hatte er Angst, dass er gleich eine Antwort zurück bringen musste, unter den Arm und hauchte nichtsdestotrotz, Sisilia einen Kuss auf die Wange.
„Ich warte jede Stunde auf deine Antwort. Nein, jede Minute“, sagte er dann noch und lief über den Garten zum Gartentor, von wo aus er noch mal winkte, ihr einen Handkuss zuwarf, und als er den Garten verlassen hatte, aus ihrem Blickfeld verschwand.
Kopfschüttelnd sah sie ihm nach und dennoch strahlte sie über das ganze Gesicht. „Unterrichten in Hogwarts. Sie. Das war zu schön um wahr zu sein. Warum eigentlich nicht? Wenn Harry jetzt doch in die Schule gehen würde, könnte sie dort immer noch ein Auge auf ihn werfen. Je mehr sie darüber nachdachte, desto mehr reifte in ihr der Entschluss, dass sie das Angebot annehmen würde. Aber Charlie würde sie dennoch etwas zappeln lassen. Heute würde sie ihm noch nicht schreiben. Vielleicht morgen und wenn, dann erst spät abends.

Gut gelaunt ging sie in das Haus zurück, als ihr das Gespräch mit dem Portrait ihres Onkels wieder einfiel. Er wollte sie gerade um etwas bitten.
Zügig betrat sie das Wohnzimmer und berichtete mit knappen Worten, was Charlie gewollt hatte.
„Und? Wirst du die Stelle annehmen, mein Kind?“, wollte der Mann mit dem langen weißen Bart wissen. Sein Blick war klar und auch gespannt. Man konnte beobachten, aber nur wenn man Albus genauer kannte, dass immer wenn er leicht nervös wurde, er begann wenn auch sehr unauffällig, mit der Spitze seines Bartes zu spielen.
„Charlie hab ich gesagt, dass ich noch nicht weiß, ob ich es tun soll, aber ...“, sie zögerte einen Moment und Dumbledores Portrait schien genau in dieser Sekunde die Luft anzuhalten.
„Aber ich denke, ich werde zusagen“, beendete sie schließlich ihren Satz und man konnte überdeutlich sehen, wie sich der ehemalige Schulleiter wieder entspannte und sie mit einem zufriedenen Lächeln bedachte.
„Das ist wunderbar. Ich freue mich mein Kind. Du kannst dir gar nicht vorstellen wie. Es ist schön und beruhigend zu wissen, dass du die Familientradition zu lehren fortführen willst.“
„Übertreib nicht Onkel. Ich sagte ich werde es versuchen. Vielleicht eigne ich mich ja auch gar nicht zur Lehrerin.“
„Du bist eine Dumbledore und ich bin sicher, du wirst das wundervoll meistern.“
„Wir werden sehen. Ach ja… Um was wolltest du mich vorhin bitten?“
„Genau um dies. Ich wollte dich bitten in Hogwarts eine Stelle anzunehmen, damit du auf Harry achten kannst, denn ich bin sicher, dass er Hilfe brauchen kann. Vor allem von einer Person, die dort auch ein paar Befugnisse mehr hat, als die Schüler sie haben.“
„Ich verstehe. Sag mal, kann es sein, dass du mit Charlie unter eine Decke steckst?“
„Ich? Wie kommst du denn auf so eine Idee?“
„Nun, ich weiß nicht, aber Euch Männern trau ich alles zu“, erklärte sie mit einem Grinsen und verließ den Raum, ehe der alte Mann noch etwas erwidern konnte.



*****


Die Tage waren inzwischen nicht mehr so heiß, wie noch die ganzen Wochen zuvor. Nachts kühlte es inzwischen schon so weit ab, dass die Sonne am Tag, den Planeten nicht mehr so stark erhitzte. Heute, war es sogar richtig angenehm draußen, und das um drei Uhr Nachmittags mitten in London.
Denn genau dort stand Sisilia jetzt.
Sie trug ein schönes dunkelrotes Sommerkleid, das vorn zum knöpfen war und bis zu den Knien ging. Seitlich hatte es längere Schlitze, die beim Gehen ab und an mehr von ihren schlanken Beinen zeigten.
Es war fünf nach drei und ungeduldig blickte Sisilia die Straße entlang. Ihre Freundin verspätete sich. Wieder einmal.
Diana war noch eine Freundin von früher aus der Kindheit, eine Muggel, zu der sie nie, auch nicht, nachdem sie England verlassen musste, den Kontakt verloren hatte. Zuerst hatten sie sich nur ab und an geschrieben. Das war deshalb möglich gewesen, weil Sisilia in Deutschland eine andere Identität bekommen hatte.
Nach der Schule hatte Di sie auch sogar ein paar Mal besucht. Das Schöne und Verwunderliche daran war, dass ihre Freundschaft, durch die lange und meilenweite Trennung im Grunde keinen Schaden genommen hatte, sie verstanden sich immer noch so gut, wie eh und je.
Inzwischen hatte Di eine Ausbildung zur Reisebegleiterin gemacht und war fast das ganze Jahr über irgendwo auf der Welt, um sich um Urlaubsgäste vor Ort zu kümmern. Erst vor zwei Tagen hatte sie ihre Arbeit auf Teneriffa beendet und hatte jetzt „Urlaub“ zuhause.
In ihrem letzten Brief, hatte Di Sisilia davon erzählt, dass sie inzwischen ein neues Hobby hätte und immer, wenn sie in London war, würde sie auf Auktionen gehen, meistens nur um zuzusehen und die schönen Dinge zu bewundern, die dort teilweise unter den Hammer kamen, aber sie hätte auch schon selber das eine oder andere schöne Stück erstanden.
Die beiden packten die Gelegenheit beim Schopfe und machten für den nächsten Tag der Versteigerung etwas miteinander ab. Sie wollten sich eine Stunde vorher vor dem Laden treffen und sich dann die Gegenstände, die schließlich zur Versteigerung kommen sollten ansehen.
Sisilia fand den Gedanken recht amüsant und war auch neugierig, wie so was denn ablaufen würde.
Wieder ging ihr Blick die Straße hinunter, als sie schnelle Schritte von der anderen Seite hörte. Noch während sie ihren Kopf drehte hörte sie auch schon die Stimme von Di, die unüberhörbar und laut ihr entgegenschallte.
„Huhu, hier bin ich schon!“
Grinsend sah Sisilia ihr entgegen und als Di sie erreichte, fielen sie sich in die Arme und begrüßten sich aufs herzlichste.
Diana war eine wirklich bezaubernde junge Frau. Ihre dunklen, fast schwarzen Haare, welche knallrote dicke Strähnen hatten, hatte sie zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden, die von einem weißen Samtband gehalten wurde. Ihre großen dunklen Augen strahlen Sisilia entgegen und ihre Haut war tiefbraun, was kein Wunder war nach 6 Monaten Aufenthalt auf den Kanaren.

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BeitragThema: Re: Unbreakable Truth (Kapitel 11- 20)   Mo Jan 14, 2008 8:50 pm

„Ist das schön dich wieder zu sehen, Sis“, sagte Di, legte ihre Hände auf die Oberarme von Sisilia und betrachtet sie eingehend. „Gut siehst du aus, ein wenig blass um die Nase vielleicht“, sagte sie dann lachend.
„Es kann ja nicht jeder so von der Sonne verwöhnt sein, wie du“, antwortete Sisilia grinsend. Ja, Di war eine Frau, mit der man auffallen musste. Sie war extrovertiert, hübsch und nicht gerade leise. Lachend hakte sie sich bei ihr ein und ging einfach mit ihr durch die offen stehende Glastüre in das Auktionshaus hinein. „Wie mir scheint, gehst du voll in deinem Beruf auf. Jedenfalls scheint er dir gut zu bekommen.“
„Manchmal ist es schon stressig, vor allem wenn sich die Gäste über Nichtigkeiten aufregen und ich dann eine ewige Lauferei habe. Aber im Großen und Ganzen ist es wirklich ein Traumberuf“, bestätigte sie mit leuchtenden Augen. „Und wie sieht es bei dir aus? Schon etwas gefunden?“; wollte Di dann wissen, weil sie wusste, dass Sisilia auf der Suche nach einem Job war. Einmal hatte sie ihr auch vorgeschlagen, sie ebenfalls in ihrem Beruf unterbringen zu können, doch Sisilia hatte dankend abgelehnt, Reisen und das heiße Wetter im Süden waren nicht wirklich was für sie, ihr reichten schon die heißen Sommer in England.
„Nun ja, ich hab tatsächlich etwas in Aussicht. Ich soll unterrichten“, gab sie schließlich zurück. Di hielt abrupt inne und sah sie überrascht an.
„Unterrichten? An einer richtigen Schule? Du willst Lehrerin werden?“
Sisilia nickt mit einem Schmunzeln und Di hüpfte begeistert vor ihr auf und ab.
„Das gibt es nicht, meine Sis wird Lehrerin, das ist wundervoll, das war doch schon immer dein Wunsch“, rief sie und quietschte auf, bevor sie Sisilia um den Hals sprang und sie drückte. Alle um sie herum sahen die Beiden an, als hätten sie nicht mehr alle Tassen im Schrank, aber Di war das vollkommen egal, sie war schon immer sehr emotional und Sisilia versuchte die andern Leute einfach zu ignorieren. „Du musst mir unbedingt mehr erzählen. Welches Fach? Welche Schule?“
„Ja sicher, aber …“, sie zog Di etwas zur Seite, da die Menschen um sie herum inzwischen die Ohren aufgestellt hatten, „… aber nicht hier, nachher in Ruhe“, flüsterte Sisilia ihr zu. Diana nickte und hakte sich wieder bei ihr ein, während sie in den nächsten Raum traten, in dem die Gegenstände, die zur Versteigerung kommen sollten, ausgestellt waren. Alles befand sich hinter Sicherheitsglas und wurde zusätzlich von mehreren Sicherheitsleuten bewacht.
„Mir scheint, heut sind wieder ein paar wertvolle Dinge dabei“, flüsterte Di, wobei sie leise kicherte und dann vor einem der Bilder stehen blieb. Dieses zeigte eine Frau, die nur ein weißes fast durchsichtiges Nachthemd trug und sehnsüchtig von einem Turm in die Ferne blickte, während der Wind ihr rotes Haar aufwehte.
„Nett“, sagte sie nur, doch ihr Ton verriet, dass sie genau das Gegenteil meinte. „Und jetzt erzähl endlich“, forderte sie Sisilia ungeduldig auf.
Da Diana natürlich wusste, was Sisilia war und auch über die Zaubererwelt alles wusste, konnte sie vor ihr offen reden und sogar Hogwarts war Di ein Begriff. Diese schien jedes Wort von ihren Lippen zu saugen und sie zeigte eine Begeisterung, als würde sie selber die Stelle antreten. Um nicht erneut aufzufallen gingen die Beiden weiter und betrachteten auch die anderen Kunstgegenstände, die noch ausgestellt waren, bis sie vor einer Vitrine stehen blieben in dem ein wunderschönes Diadem ausgelegt war, das richtig im Licht funkelte. Es hatte blaue Steine die in ihrer Anordnung wirkten, wie etwas Geflügeltes, vielleicht ein Vogel?
„Und was hat es mit diesem jungen Mann auf sich, ähm… Charlie sagtest du?“, fragte Di mit einem Blick, der mehr sagte als tausend Worte.
„Hör auf, er ist nett und ja ich weiß, er scheint größeres Interesse an mir zu haben, aber im Moment hab ich … andere Sorgen, als ein Mann“, erklärte Sisilia und schob ihre Freundin weiter zur nächsten Vitrine in der einige schöne, alte und auch wertvolle Schmuckstücke lagen.
„Ha! Er gefällt dir, wusste ich es doch“, rief Di und blieb einfach stehen, mit dem Finger auf Sisilia deutend. Schnell schnappte Sisilia ihre Hand und drückte sie nach unten, wobei sie auf sie zuging und dann leiser weiter sprach. „Ich sagte nicht, dass er mir nicht gefällt, aber im Moment habe ich andere Sorgen, als eine Beziehung mit einem Mann anzufangen“, flüstert sie schließlich fast, weil es ihr irgendwie peinlich war. Sie wollte gar nicht wissen, was Di sagen würde, wenn sie die ganze Wahrheit kennen würde, vor allem das mit Snape.
„Schau mal Sis, das wäre doch ein toller Verlobungsring“, feixte Di sie jetzt.
„Ach, hör auf. Wie sieht es eigentlich bei dir mit Männerbekanntschaften aus?“, lenkte Sisilia ab, doch Diana winkte nur kurz mit der Hand und wobei sie versuchte gleichgültig zu klingen.
„Nichts Festes. In Tunesien hatte ich einen Freund, aber der meinte sich irgendwann wie ein Macho aufspielen zu müssen, dann hab ich ihm den Laufpass gegeben. Du weißt ich brauch meine Freiheiten und wenn er nicht bereit ist, mir die zu geben, dann…“, sie machte eine winkende Bewegung mit der Hand, „… Adios.“
Nun besahen sich beide noch einige Zeit schweigend die Gegenstände, die Skulpturen und restlichen Bilder, wobei Diana mit einer kleinen schwarzen Figur liebäugelte, die einen Mann darstellte, der unbekleidet einen Diskus in der Hand hielt, so als wolle er ihn gerade werfen.
„Der hat was überaus Erotisches“, erklärte sie und zwinkerte Sisilia zu. „Lass uns einen Platz suchen gehen, bevor die Besten weg sind“, sagte sie dann plötzlich und zog Sisilia mit sich in den Raum, indem die Versteigerungen schließlich und endlich stattfanden. Etwa ein drittel der Plätze war schon besetzt, meist mit Männern in Anzügen und Damen mit teueren Kostümen mit witzigen vornehmen Hüten. Natürlich waren das alles Profis, Kunsthändler, die hofften ein gutes Schnäppchen zu machen.
Ganz voll wurde der Raum aber nicht, und schließlich trat ein Mann in den Raum, um die vierzig, stellte sich vor ein kleines Pult und eröffnete dann die Auktion. Mit wenigen Worten erklärte er kurz die „Regeln“ fürs Bieten und begann dann ohne weitere Umschweife mit dem ersten Bild. An diesem schien das Interesse nicht so groß zu sein, denn es wurden nur zwei Gebote abgegeben, ganz im Gegensatz zu dem nächsten Bild, bei dem der Preis nicht aufhören wollte zu steigen, bis schließlich ein sehr vornehm wirkender Mann, mit buschigem Vollbart und dunkler Sonnenbrille den Zuschlag erhielt. Mit einem zufriedenen Blick lehnte dieser sich dann wieder entspannt auf seinem Stuhl zurück.
„Ob der sich das Bild selber über seinen Kamin hängt?“, flüsterte Sisilia ihre Freundin ins Ohr.
„Das bezweifle ich. Der wird es für noch mehr Geld weiter verkaufen, an einen Kunstliebhaber. Und so wie der aussieht, hat der bestimmt schon einen Käufer dafür in Aussicht.“
„Ja, das glaub ich auch“, antwortete sie wieder leise.
So ging es dann weiter, mal ging ein Stück für ein Butterbrot raus, dann wieder überschlugen sie sich mit Angeboten.
Nach den Bildern kamen die Skulpturen, Vasen und kleinen Möbelstücke dran. Sisilia verfolgte angespannt, wie Diana sich am Ersteigern der kleinen schwarzen Figur beteiligte und sogar am Ende für nicht zu viel Geld den Zuschlag erhielt.
Freudig wollten die beiden schließlich schon gehen, als Sisilia ihre Freundin noch mal aufhielt, denn in dem Moment wurde das Diadem, welches sie schon in dem anderen Raum bewundert hatte, herein getragen und Sisilia war zu neugierig, für wie viel dieses wohl rausgehen würde.
Der Auktionator hatte kaum den Startpreis genannt, als auch schon das erste Gebot abgegeben wurde. Sofort folgten noch eines und noch eines. Sisilia seufzte leise, denn ihr war gleich klar, dass der Preis für das Teil ins unermessliche gehen würde. Aber was hätte sie auch damit anfangen sollen. Tragen hätte sie es sowieso nicht können, deshalb war es auch Blödsinn überhaupt daran zu denken, dieses Teil besitzen zu wollen. So verabschiedete sie sich in Gedanken von dem Schmuckstück und machte sich bereit, um nach dem Verlauf dieses Diadems, mit ihrer Freundin zu gehen.
Für eine horrende Summe von dreißigtausend Pfund, bekam schließlich eine alte sehr streng wirkende Lady, mit silbergrauem Haare und einem rosafarbenen Hut, an dem ein lange ebenso rosafarbene Feder steckte, den Zuschlag. Diana deutete kurz an, dass sie schnell ihre Skulptur bezahlen und abholen gehen würde. Sisilia folgte ihr und beobachtet dabei die Frau, welche das Diadem ersteigert hatte und ihnen in den Raum folgte, wo die Geldlichen Transaktionen abgewickelt wurden.
Di hatte gerade bezahlt und sie wollte schon gehen, als plötzlich mehre dunkle Gestalten in den Raum traten. Keiner hatte wirklich gesehen, woher diese Männer gekommen waren, doch allen war sofort klar, dass diese nichts Gutes im Schilde führten. Fast schon reflexartig, schob Sisilia Diana Richtung Hintertüre, doch genau in dem Moment, tauchte dort ein weiterer Kerl auf. Alle Männer trugen schwarze Anzüge und dunkle Masken, bis auf den letzten, der hatte noch einen dunklen Umhang über den Schultern hängen, die Kapuze tief ins Gesicht gezogen, die einen Teil seiner Maske versteckte, die er trug.
Das Herz schien Sisilia stehen zu bleiben, als ihr klar wurde, dass das keine einfachen Räuber waren. Doch was suchten Todesser in einem Muggel - Auktionshaus, mitten in London? Hinter was waren sie her? Oder hinter wem?
Viel weiter kam sie nicht zum überlegen, denn die Männer stürmten förmlich den Raum.
„Alles auf den Boden, wer nicht sterben will!“, erklang der deutliche Befehl von dem Mann, der als erster den Raum betreten hatte.
Einen kurzen Moment überlegte Sisilia, ob sie ihren Zauberstab ziehen sollte, doch dann beschloss sie sich doch eher unauffällig zu verhalten und zu tun, was die Männer wollte. Vielleicht würden sie sich einfach nur nehmen, was sie wollten und verschwinden. Sie zog Diana automatisch mit auf den Boden, welche sie ängstlich und mit großen Augen ansah, die kleine Skulptur dabei fest gegen ihren Körper gepresst. Alle bis auf die Lady, welche das Diadem erstanden hatte, folgten auch der Anweisung. Die Frau stand einfach nur da, rührte sich nicht und starrte den Männern entgegen. Als aber schließlich einer von ihnen die Hand nach dem besagten Diadem ausstreckte, reagierte die Frau blitzschnell. Sie zog etwas langes Dünnes aus ihrer Handtasche und schlug zuerst den Kerl damit, bevor sie blitzschnell, so schnell wie es Sisilia dieser Frau nie zugetraut hätte, selber nach dem Haarschmuck griff. Anschließen hob sie den Stock erneut an, den Sisilia jetzt als Zauberstab identifizierte, richtete ihn auf den Kerl, der ihr am nächsten stand und schickte diesen mit einem Stupor schlafen.
Wütend fauchte ein anderer Mann auf und riss nun seinerseits den Zauberstab hervor und richtete in auf die alte Dame.
Diesmal konnte Sisilia nicht anders als einzugreifen. Auch sie zog ihren Zauberstab aus ihrer Handtasche und riss dem Mann mit einem Fluch die Beine weg.
„Lauf, raus hier“, zischte Sil noch ihrer Freundin zu während sie einen Fluch auf den Mann richtete, der die Hintertür blockierte. Doch dieser reagierte blitzschnell und warf sich zur Seite, um dem Fluch zu entgehen. Diana stolpert auf diese Türe zu, gefolgt von Sisilia die einen weiteren Fluch auf einem Kerl jagte, der versuchte der armen alten Frau, das Diadem wieder zu entreißen.
Diana hatte den Raum schon verlassen und stolperte hörbar durch den nächsten Raum. Man konnte hören, wie sie ein weitere Türe öffnete, die wohl von den Geräuschen her auf die Straße führen musste und hinausrannte. Dann fiel diese Türe wieder ins Schloss. Gerade als Sisilia ihr folgen wollte, stürzte sich ein Mann auf sie. Im selben Moment, als er sie gegen die Tür stieß, schoss ein grüner Lichtstrahl an ihrem Kopf vorbei in den Türrahmen, der mit einem lauten Krachen, an der Stelle zersplitterte und die Holzteile nur so um ihre Ohren schossen.
Noch während des Fallens drehte sich Sisilia herum und als sie, der Mann über ihr, hart auf dem Boden landeten, blieb ihr zuerst die Luft weg. Noch einmal schoss ein Fluch knapp über ihnen hinweg und für einen Moment hatte sie das Gefühl der Kerl würde sich schützend über sie legen, doch da musste sie sich täuschen, er hatte bestimmt nur selber Deckung gesucht. Blitzschnell hob sie ihr Knie schwungvoll an und stieß es dem Kerl kräftig zwischen seine Beine. Kurz geschah nichts, dann sog dieser die Luft heftig ein und den Moment nutzte Sisilia, um den Körper von sich zu stoßen, sich aufzurappeln und wegzulaufen.
Weit kam sie jedoch nicht weit. Anscheinend hatte sie nicht kräftig genug zugestoßen, denn der Mann hatte sich schnell wieder aufgerappelt, zu schnell und folgte ihr. Hinter ihm flog die Türe ins Schloss, so dass sie in dem Raum alleine waren. Es schien ein Hinterzimmer zu sein, in dem noch weitere Bilder, verhüllt in Tüchern oder Papier, sowie Möbel, Vasen und viele weiter Gegenstände aufbewahrt wurden. Es roch leicht staubig und muffig hier drin und viel Licht gab es auch nicht, denn die Vorhänge waren vorgezogen worden.
Schnell riss Sisilia ihren Zauberstab herum und legte auf den Mann an. Im letzten Moment duckte sich dieser vor dem Fluch nach unten weg, hatte aber noch zuviel Schwung drauf, dass er wieder, diesmal mit der Schulter, gegen Sisilia krachte, wobei ihr beim Sturz der Zauberstab aus den Händen flog. Erneut landeten beide auf dem Boden.
Angstvoll wusste Sisilia sich nicht anders zu helfen, als mit ihren Fäusten heftig auf ihn einzuschlagen.
Immer wieder versuchte er ihre Hände einzufangen und sie festzuhalten, doch sie war wie eine wild gewordene Furie und wehrte sich, so gut sie konnte.
Im anderen Raum konnte man auch Kampfgeräusche hören, fluchen und das zerbersten von Gegenständen. Die alte Lady schien sich ebenfalls gewaltig zu wehren denn sie schrie immer wieder wütend auf.
„Verdammt Sil, es reicht, hör endlich auf!“, zischte ihr eine Stimme entgegen, nachdem sie ihrem vermeintlichen Gegner einen heftigen Schlag, gegen das Kinn verpasst hatte.
Sofort hielt Sisilia inne, erstarrte förmlich in der Bewegung und starrte auf die hässliche Maske, die der Mann nun abnahm.
„Severus?“; hauchte sie total überrascht und starrte in das Gesicht über sich. Was hatte er hier zu suchen, was wollte die Männer hier? So viele Fragen schwirrten ihr durch den Kopf und dennoch konnte sie keine davon in dem Moment stellen. Wieder ertönte ein lautes Krachen und erneut Fluchte einer der Todesser wütend auf.
„Ich hab zwar keine Ahnung, was du ausgerechnet hier suchst, aber du solltest so schnell wie möglich …“, begann er, leise flüsternd. Doch zuckte dann sein Kopf hoch, jemand machte sich an der Hintertür zu schaffen. Er war innerhalb eines Sekundebruchteils auf den Beinen, riss Sisilia ebenfalls mit sich nach oben und sah sich gehetzt um. Ohne ein weiteres Wort zu sagen, schob er sie auf einen antiken Schrank zu, öffnete die Türe und beförderte sie hinein. Zuerst wollte er nur sie verstecken, doch als er Stimmen von der Türe hörte, ihm klar wurde, dass dort draußen einige Auroren waren, schlüpfte er ebenfalls mit in den Schrank und presste seine Hand auf Sisilias Mund.
Sisilia Herz schlug hoch oben in ihrem Hals und sie blickte Severus fragend an. Sie hatte keine Ahnung was hier vor sich ging, es war alles so verwirrend. Wieso geriet sie immer in solche Situationen? Langsam ließ Sev die Hand sinken, versteifte sich aber erneut, als die Hintertüre, die auf die Straße hinausführte, aufgesprengt wurde und die Auroren das Gebäude stürmten.
Sisilia hatte Angst, nicht vor Severus oder den anderen Anhängern Voldemorts. Nein, sie hatte Angst, dass sie Severus Snape erwischen und nach Askaban bringen würden.

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BeitragThema: Re: Unbreakable Truth (Kapitel 11- 20)   Mo Jan 14, 2008 8:52 pm

Ohne darüber nachzudenken drückte sie sich an ihn, so als könnte sie ihn damit beschützen und ihre Hände umklammerten fast panikartig seine Arme. Sein Blick war auf die Türe gerichtet gewesen und nun sah er sie überrascht an, blickte ihr in die Augen und es war ihr, als würde er in ihre Seele sehen. Seine Augen wirkten in der Dunkelheit noch schwärzer als sie es normal schon taten und ihr Herz begann noch mehr schlagen, doch diesmal nicht aus Angst.
Severus hob nun einen Arm und richtet seinen Zauberstab, den er in der Hand hielt, auf das Schloss des Schrankes. Er murmelte leise ein paar Zaubersprüche und ein bläuliches Licht, schien aus dem Stab in das Schloss zu kriechen. Man hörte ein kaum vernehmliches leises knacken und dann von draußen, wie die Auroren den nächsten Raum stürmten, wobei die Türe ebenfalls aufgesprengt wurde.
Wieder trafen sich die Blicke der Beiden, keiner bewegte sich, während Sisilia sich nur an ihm festhielt und sich gegen ihn presste.
Überdeutlich konnten sie nun den Lärm hören, der durch den Kampf zwischen den Todessern und den Auroren verursacht wurde. Doch das ging nicht sehr lange. Eine weitere Person rannte durch den Raum, in dem die Beiden sich versteckten und dann wurde es ruhig. Sie hörte noch die Männer vom Ministerium miteinander reden, erfuhren, dass es keine Toten gab, sondern nur zwei verletzte Todesser, welche sie abführten und eine geschockte alte Lady, die aber ansonsten unversehrt war.
Einer der Auroren begann nun neugierig den Raum abzusuchen und Sisilia betete, dass MadEye Moody nicht unter ihnen war, denn sonst hätten sie keine Chance unentdeckt zu bleiben.
Sie hörten beide, wie sich Schritte durch den Raum bewegten, sich ihnen näherten, direkt vor dem Schrank anhielten und dann wie jemand versuchte die Türe zu öffnen. Sisilia hatte sich so fest an Severus gedrückt, ihre Finger in seine Oberarme gebohrt, dass dieser unter Schmerzen kurz zusammenzuckte.
Schnell lockerte sie ihren Griff wieder und sah ihn entschuldigend an. Das geschah zeitgleich in dem Moment, als sich die Schritte wieder von dem Schrank entfernten.
Kaum hörbar atmeten sie beide erleichtert aus, ihre Körper immer noch aneinandergepresst und ihre Augen zueinander gerichtet. Langsam, fast unendlich langsam senkte Severus seinen Kopf, während Sisilia sich kaum merklich auf die Zehenspitzen drückte.
Zwischen ihnen schien die Luft leise zu knistern, als sie sich näher kamen. Sein Atem streifte ihre Lippen, seine Augen schienen zu glühen. Sie hatte noch nie so tief schwarze Augen gesehen, die wie zwei dunkle Seen wirkten und sie magisch anzogen. Sie wollte sich in diese Seen stürzen, darin ertrinken und für immer von ihnen umfangen sein. Nur noch wenige Zentimeter trennten die Beiden, die Hitze seiner Haut konnte sie schon fühlen und sie wünschte sich nur noch eines, in seinen heißen Küssen zu ertrinken.
Seine Lippen trafen ihre und es durchfuhr sie wie ein heißer Stromschlag, der bis in die letzte Faser ihres Körpers drang und diesen erbeben ließ.
Verlangend kam sie seinen weichen Lippen entgegen, öffnete ihren Mund, als sie die Spitze seiner Zunge spürte, die drängend Einlass erflehte und dann einen wilden Kampf mit der ihren auszufechten begann. Erneut krallte sie ihre Finger in seine Arme, schob sie dann höher und drückte sie in seine Schultern. Immer wilder wurde der Kuss, während beide ihr leises Stöhnen im Mund des anderen erstickten. Sisilias Herz schlug hoch oben im Hals, doch diesmal nicht vor Angst, sondern wegen Severus, seiner Nähe und seinen verlangenden Küssen, von denen sie nicht genug bekommen konnte. Fast schon schmerzlich presste sie ihren Körper, der in Flammen zu stehen schien, gegen seinen und begann sich an ihm zu reiben. In dem Moment war ihr nicht mehr bewusst, dass sie beide sich in einem alten Schrank im Hinterzimmer eines Auktionshauses versteckten und sich vor den Auroren verbargen, welche das Haus gestürmt hatten.
Seine Hände glitten über den dünnen Stoff ihres Kleides, sie fühlte wie seine Finger ihre Hüften entlang glitten, tiefer wanderten und …
Auf einmal verharrte Severus, stoppte den Kuss und löste sich ein Stück von ihr. Sein Gesichtsaudruck wirkte fast schmerzlich, hungrig wie ein wildes Tier und doch gleichzeitig wie ein kleiner Junge, der bei einem bösen Streich erwischt worden war. Es war wieder der Blick, denn er schon einmal gehabt hatte, bevor er fast fluchtartig ihr Haus verließ.
„Nicht“, hauchte sie leise, aus Furcht er würde wieder Reißaus vor ihr nehmen. Erneut versuchte sie ihn zu küssen, doch er legte seine Finger auf ihre Lippen und schüttelte kaum merklich den Kopf. Sie sah ihn an, blickte in seine schwarzen Augen. Die Augen die Sehnsucht ausstrahlten und gleichzeitig doch Hoffnungslosigkeit.
Als sie erneut etwas sagen wollte, drückte er die Finger etwas fester auf ihre Lippen und strich schließlich sanft ihren Konturen nach. Seine Finger, so zart wie eine Feder strichen sie über ihre Haut und schließlich wischte er eine einzelne einsame Träne mit seinem Daumen fort, die sich gelöst hatte und über ihre Wange rollte. Warum nur konnte er nicht seinen Gefühlen nachgeben? Warum stieß er sie immer wieder von sich, wenn sich gerade nahe gekommen waren? Lag es an ihr? Machte sie etwas falsch? Sie spürte seine eindringlichen Blicke auf sich und hatte das Gefühl, er würde bis tief in ihre Seele blicken können, die sie ihm ganz offen darlegte. Warum erkannte er nicht, was sie für ihn empfand? Sie spürte das schmerzliche Verlangen nach ihm, seinen Berührungen, seinen Händen und seinen Küssen. Sie hatte so noch nie empfunden, noch sie so heftig gefühlt, wie in diesem Moment.
„Ich denke sie sind weg“, hauchte Severus kaum vernehmlich und Sisilia konnte nur nicken. Sie wusste wie das abläuft. Nachdem die Auroren ihre Arbeit getan hatten, kamen die Vergissmichs, veränderten die Erinnerungen der Muggel und verschwanden dann schnell wieder. Man versuchte so wenig Aufmerksamkeit wie möglich zu verursachen, damit die Muggel nichts mitbekamen.
„Severus, ich … muss mit dir reden. Bitte komm zu mir … heute Abend. Ich werde auf dich warten.“
„Ich … kann nicht“, gab er ebenso leise zurück. „Nicht heute Abend. Der Lord will uns alle sehen. Morgen. Morgen Nacht, gegen zehn“, hauchte er, richtete seinen Zauberstab auf die Türe und löste den Zauber, der den Schrank verschlossen hatte.
Kurz überlegte Sisilia, ob sie ihn einfach noch einmal küssen sollte, doch sein Blick zeigte ihr, dass es wohl nicht so gut wäre. So hauchte sie ihm nur einen Kuss auf die Wange und schlüpfte dann leise und vorsichtig aus dem Schrank. Sie blickte sich um, doch es war sonst niemand hier. Sie drehte sich wieder um und öffnete die Schranktüre ganz.
„Du kannst rauskommen, sie sind … weg“, sagte sie, doch der Schrank war leer. Überrascht drehte sie den Kopf, doch sie war alleine. Er war wirklich einfach disappariert? Warum hatte er das nicht schon zuvor getan? Warum hatte er sich der Gefahr ausgesetzt entdeckt zu werden?
Dieser Mann war ihr unheimlich und dennoch fühlte sie sich so hingezogen zu ihm, wie noch zu keinem anderen Menschen zuvor. Vielleicht war es gerade das Mysteriöse an ihm, was sie anzog. Dieses „Böser Mann“ Syndrom? Was für ein Unsinn. Sie schüttelte den Kopf, sie war eine vernünftige erwachsene Frau und sie wusste was sie wollte.
Tief atmete sie durch, als ihr wieder Diana einfiel. Wo war sie wohl und wie ging es ihr? Schnell lief sie zur Türe und öffnete diese. Es war ein reges Treiben in dem Raum, die Personen welche etwas ersteigert hatten, warteten nun darauf, dass sie es bezahlen und ihre Dinge mitnehmen konnten. Keiner nahm sie in dem Moment wahr, als sie den Raum betrat und so glitt sie einfach unter die Menge und begann nach Diana Ausschau zu halten. Schließlich fand sie diese dann am Ausgang.
„Sis, da bist du ja endlich. Ich hatte dich plötzlich nicht mehr gesehen, wo warst du denn?“, fragte sie mit einem Lächeln.
So wie es aussah, hatten die Vergissmichs gute Arbeit geleistet, denn Di schien sich an nichts mehr zu erinnern.
„Entschuldige, ich musste plötzlich ganz dringend zur Toilette. Alles erledigt?“, fragte Sisilia und beschloss die Sache nicht mehr zu erwähnen, auch wenn es ihr wirklich nicht gerade leicht fiel, denn ihre Gedanken drifteten immer wieder zu diesem Kuss ab. Der Kuss, der in ihr ein unbändiges Verlangen geweckt hatte.

„Hey, verrat mir wo du gerade bist?“, fragte Diana lachend und stupste Sisilia an.
„Was?“, fragte diese und blickte überrascht zu ihrer Freundin.
Das kleine Cafe an der Straße war gut besucht und die Tische um die Beiden rum alle besetzt. Diana rührte mit dem Strohhalm in ihrem Cocktail herum und betrachtete ihre Freundin grinsend.
„Du bist verliebt, hab ich Recht?“, fragte sie plötzlich in die erneut entstandene Stille hinein. „Versuche es nicht zu leugnen, denn ich kann es auf deiner Stirn lesen und deine Augen leuchten. Ok, sag mir wer ist es, dieser Charlie?“ bohrte sie nun weiter.
Sisilia legte ihre Hand auf ihre Stirn, so als wolle sie verdecken was dort angeblich geschrieben stand.
„Ich hab dir doch schon gesagt, dass ich ihn ganz niedlich finde, aber ich bin nicht in ihn verliebt“, erklärte Sisilia schon fast energisch und warf ihre Haare zurück. Sie ergriff ihren Drink und wollte einen Schluck davon nehmen, doch war sie zu fahrig dabei und verschütte etwas davon über ihr Kleid.
„Und du bist doch verliebt“, diesmal war es keine Frage, sondern nur noch eine Feststellung. „Willst du mir nicht sagen, wer der Glückliche ist?“, hakte sie nach.
„Wenn man einen Drink verschüttet, heißt das noch lange nicht, dass man verliebt ist, Di.“
„Nein, aber ich kenne dich lange genug, um zu wissen, wann es dich erwischt und dich hat es erwischt. Gewaltig sogar. Also komm schon. Lass mich nicht so zappeln, wer ist der Kerl? Was macht er und liebt er dich auch?“
Einen Moment zögerte Sisilia, denn sie wusste, dass sie bei aller Freundschaft es nicht wagen durfte ihr alles zu erzählen, aber auf der anderen Seite, tat es gut sich über die Gefühle austauschen zu können.
„Ich … weiß es nicht, Di. Manchmal denke ich er tut es, dann wieder … Ich … kann dir nicht sagen wer es ist, ich hoffe du bist deshalb nicht böse.“
„Er ist verheiratet?“, fragte sie jetzt mit fast entsetztem Gesichtsausdruck.
„Wie, was? Nein! Nicht das ich wüsste. Nein, ich denke nicht, dass es das ist. Er … er ist ein Mensch, der die Öffentlichkeit meidet, aber sicher nicht, weil er verheiratet ist, das auf keinen Fall. Ich kann dir das nicht erklären. Es ist nur so… jedes Mal wenn wir uns … nun wenn wir uns näher kommen, nimmt er Reißaus und läuft weg. Es ist so, als… hätte ich Spinat zwischen den Zähnen oder Mundgeruch oder was auch immer. Als würde ihn etwas abschrecken.“
„Also der Mann, der sich bei dir abgeschreckt fühlt, muss ein Idiot sein!“, erklärte sie nun fast brüskiert.
„Na ja, vielleicht er das“, murmelte Sisilia nachdenklich.
„Das wiederum würde ich dir nicht zutrauen. Dass du dich in einen Kerl verknallst, der ein Idiot ist. Erzähl mir etwas von ihm. Wie sieht er aus?“
Plötzlich veränderte sich Sisilias Gesichtsaudruck wieder und sie blickte mit leuchtenden Augen auf einen imaginären Punkt, so als würde er dort stehen und sie müsste ihn nur beschreiben.
„Er hat längere fast schwarze Haare. Sein Gesicht ist, nun ja, er ist keine Schönheit, würde ich sagen, aber er hat sehr markante männliche Gesichtszüge. Seine Augen sind tief schwarz, wenn man in sie blickt, versinkt man in einer anderen Welt und seine Lippen, sind zart und doch so …“, sie brach ab und senkte den Kopf. Dabei wurde sie leicht rot.
„Sie ist verknallt und zwar total, mit Haut und Haar. Wirst du ihn wieder sehen?“, wollte Di schließlich wissen.
„Ja… ja morgen Abend.“
„Ich hoffe doch, du lässt ihn dann nicht wieder entwischen. Du würdest es bereuen, glaub mir. Ich weiß wovon ich rede. Ich hab auch mal einen ziehen lassen, weil ich zu feige war ihm zu sagen, was ich für ihn empfinde.“ Ihre Stimme war für einen Moment nachdenklich. „Wie auch immer, auf der anderen Seite hab ich den besten Beruf, den man haben kann. Und alle Männer vergöttern mich“, erklärte sie lachend und trank durch ihren Strohhalm von dem alkoholischen Fruchtgetränk.
Der Grund, warum Sisilia mit Severus reden wollte, war zwar nicht dieser, doch irgendwie hatte Di recht. Sie würde nach Hogwarts gehen und sie war sich nicht sicher, ob und wie sie dann noch Kontakt zu Severus halten konnte.

Der Nachmittag und auch der Abend, den die beiden Frauen bei einer Pizza und einem Glas Wein ausklingen ließen, ging viel zu schnell vorbei und ehe Sisilia sich versah, stand sie am Gartenzaun ihres Hauses und blickte auf das wunderschöne Anwesen, welches sie von ihren Eltern als einzige Hinterlassenschaft erhalten hatte. Was für ein Tag … und sie ahnte nicht, dass er noch nicht zu Ende sein würde, denn als sie in ihr Wohnzimmer trat, fuhr sie für einen Moment heftig zusammen. Auf ihrem Sofa, saß kein anderer als … Severus.

„Entschuldige, ich hatte nicht vor dich zu erschrecken“, sagte er leise und erhob sich dann. Pidi, der neben ihm gelegen hatte, hob nur kurz den Kopf, sah für einen ganz kurzen Augenblick zu ihr und legte den Kopf wieder auf seinen Pfoten ab.
„Aber du … sagtest doch, du kannst heute Abend nicht?“, fragte sie jetzt erstaunt.
„Sagte ich das?“
„Ähm, ja. Du meintest der Lord wollte seine Anhänger heute um sich versammeln, wegen irgendwas“, wiederholte sie seine Worte.
„Ach das. Es hat nicht so lange gedauert, wie ich angenommen hatte, deshalb dachte ich, ich …“, weiter kam er nicht, denn Sisilia überwand die letzte Distanz zu ihm mit schnellen Schritten, schlang ihre Arme um ihn und gab ihm einfach einen Kuss.
Er hielt zwar still, doch erwiderte er den Kuss nicht, sodass sie sich gleich wieder von ihm löste. Sein Blick war irritierend für sie, denn er sah sie sehr überrascht an und er gab ihr das Gefühl, als wäre das, was heute Nachmittag zwischen ihnen Beiden gewesen war, nie geschehen.
„Entschuldige ich …“, begann sie.
„Schon gut, ist … schon in Ordnung“, antwortete er nun eher verdutzt, als abwehrend.
Sisilia fühlte sich mit einem Male unwohl und tapste von einem Fuß auf den andern.
„Soll ich uns Tee machen?“, fragte sie dann und Snape nickte schließlich.
„Zu einer Tasse Tee sag ich nicht nein.“
So ging Sisilia schnurstracks in die Küche und setzte Wasser auf.
„Verdammt, warum schaffe ich es nur immer wieder ins Fettnäppchen zu treten, immer wieder mitten rein“, fluchte Sisilia leise vor sich hin, während sie den Tee machte.
Als sie wieder ins Wohnzimmer zurückkam, mit einem Tablett in der Hand, auf dem eine Kanne Tee, zwei Tassen und ein paar Kekse standen, kam ihr Snape entgegen, nahm ihr die Sachen ab und stellte sie auf dem Tisch.
„Hast du dich eigentlich nicht gefragt, warum Voldemorts Anhänger gerade dort aufgetaucht waren?“, fragte dieser jetzt nach und musterte sie eingehen.
Erst wurde es ihr bewusst, dass sie, nachdem Snape verschwunden war, den ganzen Vorfall verdrängt hatte. Natürlich auch zum Teil deshalb, weil sie Di da raus halten wollte, aber ihr wurde erst jetzt bewusst, dass es komplett verdrängt hatte.
„Ich hoffe deiner Freundin geht es gut?“, fragte er nach, so als hätte er ihre Gedanken gelesen.
„Ja, ja ihr geht es gut, danke“, antwortete sie und ließ, während sie Tee einschenkte das Geschehene Revue passieren,

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BeitragThema: Re: Unbreakable Truth (Kapitel 11- 20)   Mo Jan 14, 2008 8:53 pm

Ja warum waren die Männer überhaupt in das Geschäft eingedrungen, und woher wussten die vom Ministerium so schnell bescheid. Dann hob sie den Kopf und sah den Mann ihr Gegenüber nachdenklich an.
„Du hast dem Ministerium einen Tipp gegeben?“, fragte sie schließlich und Severus nickte.
„Ja, in der Tat, ich habe sie informiert, dass die Anhänger … des Lords einen Überfall auf dieses Geschäft vorhatten.“
Kaum merklich nickte Sisilia jetzt und setzte sich auf das Sofa. Auch Severus nahm platz und ließ sie nicht aus den Augen.
„Hatte dies ältere Lady etwas damit zu tun? Wollten sie sie haben?“, fragte Sisilia nach.
„Oh nein. Diese kam den Männern nur … sagen wir mal dazwischen. Sie hatte es auf etwas ganz anderes abgesehen.“
„Das Diadem!“, entfuhr es ihr mit einem Mal. Sie erinnerte sich wieder, wie die Frau den Mann daran hintern wollte, es an sich zu nehmen.
„Richtig, das Diadem. Leider stellte sich am Ende heraus, dass dieses nur eine billige Kopie und nicht das Original war.“
„Woher weißt du?“
„Es gelang einem von … uns das Schmuckstück an sich zu bringen und als wir es kontrollierten fiel uns diese Tatsache sofort auf. Es hat zwar fast denselben materiellen Wert, aber für „IHN“ ist es wertlos, wenn du verstehst.
„Du meinst, … du glaubst … das Original, nachdem ihr gesucht habt … es ist ein weiterer Horcrux?“
„Ja, so ist es. Leider beginnt die Suche nun wieder von vorn. Aber es wäre vielleicht ganz gut, wenn du es Harry gegenüber erwähnen würdest, dass er weiß, wonach er zu suchen hat.“
„Natürlich, ich werde es ihm schon so verkaufen, dass er es mir abnimmt.“
Der Mann in schwarz nickte ihr dankend zu und nahm seine Tasse, die er an den Mund führte und einen Schluck trank.
„Hm… hervorragend“, sagte er und nahm noch einen großen Schluck, bevor er die Tasse wieder abstellte, dann wandte er den Blick zur Kaminuhr.
„Severus, wegen heute Nachmittag…“, begann Sisilia, die ihren Blick in ihre Teetasse gerichtete hatte, so als würde sie versuchen aus dem Teesatz etwas zu lesen.
„Ein andermal, Sisilia. Ich habe noch etwas Dringendes zu erledigen, aber ich bin sicher, wir sehen uns noch bevor du nach Hogwarts abreist“, noch während er sprach erhob er sich und streifte seine Jacke glatt. „Bleib ruhig sitzen, ich kenne den Weg nach draußen“, sagte er noch schnell, legte kurz die Hand auf ihre Schulter und verließ dann mit großen, fast eiligen Schritten den Raum.
„Ich werde morgen Abend warten!“, rief sie ihm noch hinterher, doch dann fiel bereits die Tür ins Schloss.
„Verdammt! Verdammt, verdammt, verdammt“, fluchte sie leise und schlug jedes Mal dabei mit der flachen Hand auf ihren Schenkel. „Schon wieder rennt er weg. Warum lässt er mir nicht mal die Chance ihm zu sagen, was ich für ihn empfinde. Oder warum erklärt er mir nicht einfach, dass er mich nicht mag, mich hässlich findet oder eingebildet oder was auch immer.“
Ihr Blick wanderte zum Kater, der sie mit großen dunklen Augen ansah. Sein Blick schien fast traurig zu sein, doch als sie ihn eingehend musterte, legte er den Kopf wieder auf die Pfoten und schloss die Augen.
Leise aufseufzend, begann Sisilia den Tisch wieder abzuräumen und stieg kurze Zeit später die Stufen zu ihrem Schlafzimmer nach oben.
Als sie sich schließlich in ihr Bett legen wollte, schmunzelte sie, denn der Kater lag zusammengerollt mitten auf der Decke und sah mit treuen unschuldigen Augen zu ihr hoch. Sie ließ ihn liegen wo er war, glitt unter die Decke, so dass der Kater schließlich und endlich vor ihrem Bauch lag. Vorsichtig hob sie ihre Hand und begann ihm sanft den Nacken zu kraulen. Zuerst ließ er es einfach geschehen, drehte sich dann noch einmal um sich selber, drückte sich enger an sie heran und schließlich ihrer Hand entgegen.
„Wenigstens haust du nicht mehr vor mir ab“, sagte sie leise seufzend und legte ihren Kopf auf das Kissen. Sie schloss zwar gleich die Augen, doch es dauerte noch eine ganze Zeit, bis die Müdigkeit sie von dem Grübeln erlöste, ihr aber dennoch eine unruhige und traumreiche Nacht bescherte.

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BeitragThema: Re: Unbreakable Truth (Kapitel 11- 20)   Mo Jan 14, 2008 8:55 pm

Kapitel 16. Der Spiegel der Freundschaft
und das Feuer der Leidenschaft





Welch ein Gefühlschaos. Fühle mich wie ein verdammter dummer Teenager.
Was ist nur los mit mir. Warum hab ich mich nicht mehr im Griff, wenn sie mir so nahe kommt.
Ich darf nicht zulassen, dass sie Gefühle für mich entwickelt, das ist nicht gut, nicht gut für sie und nicht für mich. Ich habe eine Aufgabe zu erfüllen und nur die, alles andere muss ich ausblenden. Ich werde ihr das heute Abend klar machen. Es muss sein!


Wieder ein neuer Eintrag in das kleine schwarze Büchlein. Die Feder zitterte noch leicht in seiner Hand, als er den Text noch einmal durchlas.
Erneut tauchte er die Feder in das Tintenfass und kratzte damit erneut über das noch weiße Papier unter ihr.

Die Kreise werden immer enger. Potter hat nicht mehr viel Zeit, die Pläne des Lords nehmen auch immer mehr an Kontur an. Leider war das Diadem in dem Auktionshaus nicht das Richtige, müssen mit der Suche von vorn beginnen. Hoffe Potter hat mehr Glück. Bin mir sicher, in wenigen Wochen wird alles vorbei sein …
so oder so


Als ob es ein Kraftakt wäre, legte er die Feder zurück an ihren Platz, schloss mit einem Seufzen das Tintenfass und richtete seinen Blick müde wieder auf das Büchlein. Noch war die Tinte nicht trocken und glänzte leicht auf dem weißen Papier.
Die Nacht hüllte die Straße immer noch in ihr tiefstes Dunkel ein. Es musste wohl so gegen drei oder vier Uhr morgens sein, er wusste es nicht genau und es interessierte ihn im Moment auch nicht wirklich.
Er war verspannt, er fühlte die Anspannung in jeder Faser seines Körpers und er fürchtete, dass sich dies auch nicht ändern würde.
Langsam schloss er das Büchlein wieder, strich fast zart über den ledernen Einband und versteckte es an der üblichen Stelle. Kurz darauf verließ er die düstere Wohnung, verschwand im Dunkel der Nacht, um ohne ein weiteres Murren wieder an seine Aufgabe zurückzukehren.


*****



Mit gepackten Koffern stand Sisilia neben Diana, welche die Flugtickets am Schalter abholte. Aufgeregt wandte sie den Kopf und blickte in die große Abflugshalle des Flughafens, wo reges Treiben herrschte. Heftig zuckte sie zusammen, als sie eine dunkle Gestalt am Ende der Halle erblickte. Er war vollkommen in Schwarz gekleidet, sein Gesicht konnte sie nicht erkennen. Doch der Mann war nicht alleine. Zu ihm gesellten sich noch einer und dann noch einer. Sie trugen allesamt schwarze Hosen und schwarze Jacken. Dunkle Sonnenbrillen verdeckten ihre Augen. Doch dann tauchten immer mehr von ihnen auf, diesmal auch mit schwarzen Umhängen und die Kapuzen tief ins Gesicht gezogen, die ihr Todessermasken teilweise verdeckten. Egal wohin Sisilia nun blickte überall waren sie. Sie waren eingekreist. Fast panisch griff sie nach ihrem Zauberstab, in dem Moment, als ihre Freundin wieder zurückkam.
„Wir müssen hier raus“, flüsterte sie ihr zu und schob sie Richtung Aufzug, wo bisher noch keiner von den Todessern stand. Hektisch betätigte sie den Knopf, um einen der Fahrstühle zu rufen. Es dauerte auch nicht lange, als die Türen zweier nebeneinander liegende Fahrstühle sich gleichzeitig öffneten.
Diana rannte los und Sil auch, doch bevor ihr klar wurde, dass Di den andern Aufzug links von ihr gewählt hatte, hatte sie schon den ersten Schritt in den Aufzug getan und …
verlor den Halt.
Die Türe hatte sich zwar geöffnet, doch vor ihr gab es nur gähnende Leere. Der Aufzug war nicht hier. Sie verlor das Gleichgewicht, konnte sich nirgends mehr heben und sie stürzte … stürzte immer tiefer, versuchte immer wieder sich irgendwo festzuhalten, doch sie fand nichts, woran man sich hätte klammern können. Ein stummer Schrei entrang ihrer Kehle und panisch erwartete sie jeden Moment den harten Aufprall.
Es gab aber nur einen kleinen Ruck und ihr Fall endete mit einem Male ohne irgendeine Vorwarnung.
Leise keuchend öffnete sie die Augen wieder, welche sie geschlossen gehabt hatte und blickte … in das sanft lächelnde Gesicht von Severus.
Mit einem Male wurde ihr klar, dass sie in seinen Armen lag.
Er hatte sie aufgefangen.
Was dachte sie da, das war nicht möglich, er konnte sie nicht einfach aus so einem Sturz auffangen … aber er hatte es getan.
Immer noch unter Schock und Angst stehend, hatte sie ihre Arme um seinen Nacken gelegt und hielt sich an ihm fest, wie ein ertrinkendes Kind.
Er neigte langsam den Kopf zu ihr hinunter und begann sie zu küssen. Seine Lippen waren heiß wie Feuer und dieses Feuer schien sich genau von dort aus über ihren ganzen Körper auszubreiten, während sie sich leidenschaftlich immer weiter küssten.
Dann, nach einer gewissen, für sie unmessbaren Zeit löste er den Kuss und blickte sie aus glühenden Augen an.
Doch plötzlich ließ er sie wieder los und sie fiel erneut. Als sie noch versucht hatte, sich an ihm festzuhalten, wich er zurück und begann laut zu lachen. Eiskalt klang dieses Lachen, wie nicht von dieser Welt.
Sie ruderte mit den Armen durch die Luft, denn der Fall schien nicht enden zu wollen …

Doch dann setzte sie sich kerzengerade im Bett auf und starrte auf die Türe ihres Schlafzimmers.
„Oh verdammt. Verfluchte Alpträume“, murmelte sie, den Kater nicht beachtend, der sich ebenfalls erschrocken hatte und sie nun mit großen Augen anstarrte. Es war bereits hell draußen und die ersten Vögel sangen ihr Lied, als wollten sie den neuen Tag fröhlich willkommen heißen.
Leise maulend schwang Sisilia ihre Beine aus dem Bett, streifte sich ihr nass geschwitztes Shirt vom Körper, welches sie zum Schlafen getragen hatte, warf es einfach auf ihr Kopfkissen und ging, wie Gott sie erschaffen hatte ins Bad, um eine Dusche zu nehmen.

Nach der ausgiebigen Dusche, die sie ihren Alptraum vergessen ließ, zog sie sich T-Shirt und eine Jeans an, band sich die Haare zum Pferdeschwanz zusammen und marschierte nach unten in die Küche, um sich Frühstück zu machen.
Sie hatte gerade das Wasser aufgesetzt, als zuerst der Kater an ihr vorbei lief und es kurz darauf auch schon an der Tür klopft.
„Sisilia? Bist du vielleicht schon wach?“, erklang eine Stimme, die sie zum Lächeln brachte. Harry.
„Komm rein, die Türe ist offen“, rief sie ihm entgegen und versuchte herauszufinden, wo sich dieser Kater schon wieder versteckte hatte.
„Morgen. Du Sisilia, Ginny und ich dachten uns, wo doch morgen die Schule wieder losgeht, ob du nicht Lust hättest, mit uns zu frühstücken. Ich meine, wir werden uns ja jetzt einige Zeit nicht mehr sehen, wenn ich nach Hogwarts gehe.“
„Du willst wirklich wieder zur Schule?“, tat Sisilia überrascht und Harry nickte. „Wie wundervoll. Dann hab ich auch eine Überraschung für dich. Dann werden wir uns wohl jeden Tag sehen, denn ich hab eine Stelle als Lehrerin angenommen“, erklärte sie Harry, dem nun der Mund aufklappte.
„Ist das dein … Ernst? Das ist ja … fantastisch“, entfuhr es ihm und seine Augen strahlten. „Welches Fach denn?“, hakte er noch nach.
„Verwandlung. Aber ich werde nur die Jahrgangsstufen 1 – 4 unterrichten. So werden wir uns im Unterricht auch nicht sehen. Aber ich würde gern zu euch kommen, wenn das Angebot trotzdem noch gilt.“
„Ja… ja natürlich gilt das.“
„Gut, ich kommt gleich zu Euch rüber, ich muss nur eben noch mein Teewasser wegstellen“, erklärte sie lächelnd und Harry war auch schon fast wieder aus der Türe.
„Ich muss das den andern erzählen, sie werden Augen machen“, rief er noch und rannte zurück zu seinem kleinen Häuschen.
Sisilia musste schmunzeln, während sie den Kessel vom Feuer nahm und an die Seite stellte. Sie gab dem Kater noch seine Milch, auch wenn sie keine Ahnung hatte, wo sich dieser versteckte und ging schließlich zu Harry und seinen Freunden hinüber.
„Ist das wahr? Sie werden auch nach Hogwarts gehen und dort unterrichten?“, fragte Ginny nach, als Sisilia noch nicht mal ganz im Zimmer war.
„Ja, das stimmt allerdings. Doch Ginny ich denke, die andern duzen mich auch, so ist es vollkommen in Ordnung, wenn du es auch tust, ja?“
„Natürlich, gern. Aber wenn Sie… äh du dann unterrichtest, dürfen wir das nicht.“
„Mach dir keine Gedanken, ich werde euch nicht in meinem Unterricht haben, die Abschlussklassen wird weiterhin Professor McGonagall übernehmen. Also sehe ich keinen Grund, warum ihr mich Siezen müsst.“
„Boa krass. Dann kennen wir einen Lehrer, den wir beim Vornahmen nennen dürfen“, sagt Ron und stellte den Speck und die Rühreier auf den Tisch.
Sisilia lächelte zu den Vieren und Ginny schien ihre Vorbehalte ihr gegenüber auch verloren zu haben. Zwar hatte Sisilia keine Ahnung warum das so war, doch sie freute sich sehr darüber, dass das jüngste Weasley Mitglied ihr nun auch offen gegenüberstand.
„Ich werde sogar mit dem Hogwartsexpress fahren. Charlie meinte er sei abkommandiert als Schutz für die Schüler und da dachte ich, es schadet nicht, wenn noch jemand die Augen offen hält“, erklärte sie und nahm dann mit den andern am Tisch platzt.
„Wenn Charlie dann noch Augen für seine Aufgaben hat“, witzelte Ginny und kicherte leise. Nun wurde Sisilia leicht rot und senkte verlegen den Blick. Sie tat dann aber einfach so, als hätte sie diese Andeutung nicht gehört und nahm sich einfach etwas von dem Toastbrot, das Harry ihr reichte.

Das Frühstück und die Stimmung am Tisch waren sehr angenehm und Sisilia hätte jetzt nicht mehr sagen können wie, aber mit einem Male ging das Gespräch wieder um die Horcruxe. Sie versuchten noch einmal zusammen zu fassen, was sie wussten.
„Also… Zerstört wurden das Buch, der Ring und die Tasse. Das Medaillon fehlt noch, wir wissen aber, dass es eines ist. Dann hat Dumbledore angedeutet, dass es noch einen Gegenstand geben kann, etwas was vielleicht von einem der Gründer stammen könnte. Und eventuell Nagini. Das letzte Teil seiner Seele muss ja in ihm stecken“, fasste Hermine zusammen.
„Soweit wir bisher wissen, ja“, antwortete Harry und man merkte förmlich, wie ihn diese Gedanken zu schaffen machten.
„Harry ich … ich war gestern in London und hab etwas mitbekommen, was nicht mal im Tagespropheten steht“, erklärte Sisilia und begann von dem Überfall auf das Auktionshaus zu erzählen. Natürlich ließ sie alles über Snape weg und konzentrierte sich nur auf den Haarschmuck. Hermine und Ginny fragten beide gleichzeitig, wie das Diadem denn ausgesehen habe und Sisilia begann es zu beschreiben.
Zuerst hörten sie es sich einfach nur an und nachdenklich starrten sie einige Minuten vor sich hin.
„Hört her ihr vier. Wenn ihr Hilfe braucht, dann scheut euch nicht zu mir zu kommen. Manchmal kann es nicht schaden, wenn ihr eine Person dabei habt, die mehr Befugnisse hat als ihr. Nur für den Fall, in Ordnung?“
„Das ist klasse, Sisilia. Danke. Werden wir garantiert machen. Irgendwie fang ich an mich auf die Schule zu freuen. Das erste Jahr ohne Snape.“
„Ja, aber auch das erste Jahr ohne ...“
„… Dumbledore“, beendete Harry Ginnys Satz.
„Oh, nicht ganz“, warf Sisilia nun ein und alle blickten sie verwundert an. „Ich habe beschlossen mich nicht mehr zu verstecken, Harry. Ich werde mit meinem richtigen Namen unterrichten“, sah den erstaunten Harry an und dann zu den andern. „Ich heiße in Wirklichkeit Sisilia Dumbledore.“
Die Augen der andern wurden groß und sie erklärte ihnen jetzt die ganzen Zusammenhänge. Dass Albus ihr Großonkel war, er sie versteckte und ihr einen anderen Namen gegeben hatte.
„Aber damit ist jetzt Schluss, die Zaubererwelt soll wissen, dass es noch eine Dumbledore gibt und sie sollen sich in Acht nehmen.“ Ihr Blick war hocherhoben und stolz und ihr ganzer Körper strahlte Zuversicht aus.
„Packen wir es an? Stellen wir uns gemeinsam gegen Voldemort?“, fragte Sisilia und streckte die Hand in die Mitte des Tisches. Harry verstand als erster und legte seine Hand darauf, gefolgt von den Händen von Hermine, Ginny und Ron.

Es tat gut zu wissen, dass man Verbündete hatte.
Menschen, auf die man sich verlassen konnte und denen man sich anvertrauen konnte.
Sie beendeten ihr Frühstück mit einer besseren Laune, als sie es zwischendurch gewesen war und waren am Ende dann sogar sehr guter Dinge.
„Harry, kann ich vielleicht noch mal deine Feder und ein Pergament haben? Ich wollte noch etwas notieren?“, bat Ginny.
„Ja sicher, ich hab das nur schon in meinen Koffer gepackt. Nimm es dir einfach.“
Ginny sprang auf und verschwand aus dem Raum. Kurze Zeit später kam sie zurück und hatte etwas in der Hand, das aussah wie ein kleiner Spiegel.
„Schau mal Harry, was ich ihn deinem Koffer gefunden habe. Er war kaputt, ich hab ihn so gut es ging repariert. Es fehlt nur noch am Rand und ein Stück der Ecke, die hab ich nicht mehr gefunden“, erklärte sie und hielt Harry den Spiegel hin, den er ihr abnahm. Sie selber setzte sich wieder und begann mit Harrys Feder zu schreiben.
Harry starrte nun auf den Spiegel in seiner Hand und man konnte überdeutlich sehen, dass in dem Moment, als er ihn erblickte hatte, etwas in ihm vorging und ihn gewaltig zu beschäftigen begann.
Dass die Vergangenheit ihn einholte, konnte Sisilia in dem Moment nicht wissen, allerhöchstens erahnen. Sanft strich er mit den Fingern über die glatte Oberfläche in dem sich sein Gesicht spiegelte, welches von Leid und Sehnsucht erfüllt war. Keiner sagte etwas in dem Moment, alle versuchten, geflissentlich woanders hinzusehen und Harry nicht anzustarren. Nur Sisilia nahm den Blick nicht von ihrem Gegenüber. Doch noch bevor sie sich dazu durchringen konnte ihn etwas zu fragen, legte er tief ausatmend den Spiegel, mit der Oberfläche auf den Tisch und sah zu seinen Freunden.

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BeitragThema: Re: Unbreakable Truth (Kapitel 11- 20)   Mo Jan 14, 2008 8:58 pm

„Wir sollten nach vorn sehen und uns überlegen, wie wir die letzten Horcruxe finden, damit ich am Ende meine Aufgabe erfüllen kann“, sagte er schließlich entschlossen. „Zudem habe ich noch eine Idee, bei der du uns helfen könntest Sisilia. Ich möchte gerne für die andern Schüler einen Kurs anbieten, wobei sie lernen können sich zu verteidigen. Wie vor zwei Jahren die DA. Würdest du vielleicht bei McGonagall für uns ein gutes Wort einlegen?“, bat er Sisilia zu ihre Überraschung.
„Das ist eine klasse Idee, Harry. Wir werden dir auch helfen“, boten sich Ron und Hermine gleichzeitig auch an.
Sisilia blickte in die Gesichter der Vier und nickte dann entschlossen.
„Ich werde nicht nur das tun, sondern ich werde auch mit Charlie sprechen, er wird euer neuer Lehrer in Verteidigung. Und ich bin sicher, wenn ich ihn darum bitte, wird er euch dabei auch unterstützen. Und ich auch.“
Ginny grinste und nickte schließlich heftig.
„Oh ja, wenn du ihn darum bittest, kann er gar nicht nein sagen.“
Zuerst war diese Aussage Sisilia peinlich, doch dann stimmte sie in Ginnys Lachen mit ein.
„Gut, dann lass ich euch jetzt mal wieder alleine. Ich muss noch meine Koffer packen und ein paar Dinge erledigen. Unter anderem brauche ich noch jemanden, der sich um meinen Garten hier kümmert“, erklärt sie, aber schon jemanden im Auge habend. Ihren Großvater. Er liebte Gärten und arbeitete sogar in seinem Alter noch mit Begeisterung mit Pflanzen. Zumal er ja Magie anwenden konnte und somit die ganz schweren Arbeiten umgehen konnte.
„Wir sehen uns dann morgen früh im Zug“, sagte sie und verabschiedete sich schließlich mit einem freundlichen Lächeln.

Der Mittag und Nachmittag verging sehr schnell und am Ende hatte sie drei große Kisten und einen Koffer im Wohnzimmer stehen. Da sie aber nicht alle Kisten mit in den Zug nehmen konnte, beschloss sie, diese nach Hogwarts bringen zu lassen.
Noch vor dem Abendessen, das heute nur eine große Schüssel Salat war, denn sie brachte sonst nichts hinunter vor Aufregung, kam eine Eule von Charlie, der ihr mitteilte, dass er sie morgen früh abholen würde. Der Brief war sehr euphorisch und mit großer Begeisterung für die Zeit in der Schule. Er hatte schon Pläne, was er und Sil an den freien Wochenenden unternehmen konnten.
Grinsend legte sie den Brief zu den andern in die kleine Holzkiste, wo auch schon die Restlichen alle gelandet waren, und das waren nicht wenige. Mit einem sanften Lächeln schloss sie den Deckel und strich über die Maserung des Holzes.
Charlie war ein wirklich liebenswürdiger Kerl. Er war nicht aufdringlich, doch zeigte er deutlich, dass er auch nicht so schnell aufgeben würde. Irgendwie schmeichelte ihr das, aber auf der anderen Seite hatte sie Angst, dass Charlie sich etwas erhoffte, was sie ihm vielleicht nicht geben konnte.
Ihre Gedanken gingen von Charlie hinüber zu einem anderen Mann.
Severus Snape.
Er war ganz anderes, als der junge Weasley. Er war… geheimnisvoll, undurchschaubar und irgendwie verdammt interessant. Er war Weißgott nicht hübsch, im Gegenteil, dennoch empfand sie ihn nicht als abstoßend. Vielleicht, weil sie versuchte Menschen nicht nur nach ihrem ersten Eindruck zu beurteilen. Und außerdem… er hatte so ein nettes Grübchen, wenn er denn mal lächelte. Und diese unglaublichen dunklen Augen, die einen in den Bann ziehen konnten…
„Verdammt, was hast du nur wieder für Gedanken“, mahnte sie sich selber und schüttelte den Kopf.
Sie stand irgendwie verloren im Wohnzimmer herum und sah sich nach allen Seiten um. Wie gern hätte sie noch mal mit Snape geredet, bevor sie nach Hogwarts ging, doch irgendwie schien dieser sich die letzten Tage rar zu machen.
Es half alles nichts. Irgendwas musste sie jetzt noch unternehmen. Einfach hier rum stehen und nichts tun konnte sie nicht, dazu war sie zu aufgeregt, wegen morgen und des kommenden Jahres.
Sie und Lehrerin. Unterrichten in Hogwarts, vor vielen neugierigen Augen, die etwas beigebracht bekommen wollten.
Tief durchatmend und einen Blick nach draußen werfend, beschloss sie noch etwas hinaus zu gehen. Sie wollte den Garten noch genießen. Die Briefe waren geschrieben, es war aufgeräumt und alles Notwendige erledigt.
Kurz entschlossen ging sie nach oben, zog eine kurze bequeme Hose und ein Shirt an. Auf Schuhe verzichtete sie, sie wollte das Gras unter ihren Füßen spüren und so ging sie hinaus, durchquerte den Garten und besah sich die Blumen, die um die Wette ihre Köpfe den letzten Sonnenstrahlen des Tages entgegen reckten.
Doch der Spaziergang reichte ihr irgendwie nicht. Es war schön, sie genoss es, dennoch … ihre innere Unruhe wollte nicht weichen.
Da half nur noch eines. Sie musste sich körperlich verausgaben.
Zurück im Haus, suchte sie ihre Turnschuhe heraus und verließ ihr Heim, um eine Joggingrunde zu drehen.
Zuerst lief sie einfach die Straße nach unten, bis sie über eine kleine Brücke rannte unter der ein friedlicher Bach dahin rauschte. Die Sonne färbte den Horizont und die Dächer des ruhigen Stadtviertels inzwischen in ein warmes Orangerot, das die ganze Gegend einzuhüllen schien.
In einem gemütlichen Tempo setzte sie ihren Weg fort, bis sie ein Feld erreichte, an dem das Korn schon golden stand. Bald würde es geerntet werden, das wusste sie. Umso mehr genoss sie es, hier entlang zu laufen und an diesem Sommerabend.
Inzwischen rann ihr ab und an eine Schweißperle an der Schläfe nach unten und sie war froh, dass sie ihre Haare zu einem Zopf zusammen gebunden hatte.
Als dann die Sonne fast hinter dem Horizont verschwunden war und es langsam frischer zu werden begann, drehte Sisilia um und wählte einen Weg, der wieder über den kleinen Park zurück zu ihrem Haus zurückführte.
Es waren so gut wie keine Menschen heute Abend unterwegs, was sie nur einen Moment etwas irritierte, doch dann einfach dem WM-Fußballspiel, das heute im Fernsehen übertragen wurde, zuschrieb.
Langsam spürte sie in ihren Beinen, dass sie schon lange nicht mehr solche Strecken gelaufen war und dennoch merkte sie, wie es ihr verdammt gut tat. Vielleicht hatte sie so eine Chance heute Nacht einigermaßen gut zu schlafen.
Der Park war dunkel und der Wind, der sanft durch die Bäume strich, ließ die Blätter leise rauschen, was ein sehr friedliches Geräusch verursachte, welches sie in ihre Gedanken abschweifen ließ und sie in die Zukunft nach Hogwarts entführte.
Ganz plötzlich und ohne Vorwarnung, sprang eine dunkle Gestalt hinter einem der Bäume hervor, packte sie hart an den Armen und stieß sie mit voller Wucht gegen den Baum. Für einen Moment blieb Sisilia die Luft weg und sie konnte gar nicht so schnell reagieren, wie sich die Gestalt gegen sie warf, ein Knie zwischen ihre Beine presste und sich gegen ihren Körper drückte.
Heftig begann Sisilia sich zu wehren, schlug auf ihr Gegenüber wild ein und konnte ihn sogar für einen Moment abwehren. Doch seine Hände schienen überall zu sein und plötzlich fiel sie hart zu Boden, den Kerl keine Sekunde später über sich spürend.
Als sie um Hilfe schreien wollte, presste der Mann, viel konnte sie nicht von ihm sehen, da er die Kapuze seines Trainingsanzugs tief ins Gesicht gezogen hatte, die Hand auf ihren Mund und erstickte ihren Schrei.
Gerade, als Sisilia, sich heftig wehrend, versuchte, an ihren Zauberstab zu kommen, verschwand das Gewicht des Mannes ganz plötzlich von ihrem Körper und sie konnte nur noch sehen, dass eine weitere Person, diesen von ihr heruntergerissen und auf die Beine gezerrt hatte.
Ein dunkler Arm schoss kraftvoll nach vorne und die Faust ihres Retters landete mit einem dumpfen Aufprall mitten im Gesicht des Angreifers.
Panisch versuchte Sisilia aufzustehen, rutschte mehrmals aus und riss sich dabei die Handballen auf dem scharfen Kiesboden auf.
Sie bekam nicht mit wie der Angreifer zu Boden stürzte, sich unter einem Tritt aufrappelte und dann rannte, so schnell ihn die Beine trugen. Die Geräusche hörte sie zwar hinter sich, konnte sie aber nicht wirklich deuten und hatte nur noch eines im Sinn: Weg von hier!

Doch noch bevor sie sich aufgerappelt hatte, wurde sie von hinten gepackt und hochgezogen. Angstvoll wollte sie die Fäuste heben und auf die Person hinter sich einschlagen, als sie eine ihr bekannte Stimme hörte.
„Er ist weg. Beruhige dich“, sagte Snape leise und zog sie fest zu sich heran, ihre Arme festhaltend. Mit Tränen in den Augen starrte sie zu Severus hoch und ließ sich schließlich gegen ihn sinken. Der Schock saß noch immer in ihren Gliedern und umso dankbarer war sie, dass er sie gerettet hatte.
Wieder einmal.
Wieder einmal hatte er ihr das Leben gerettet. Ein Zufall? Langsam konnte sie nicht mehr daran glauben.
„Ich weiß zwar nicht, wie du es geschafft hast, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein, aber ... Danke. Du hast mir schon wieder einmal den Hintern gerettet“, murmelte sie gegen seine Brust ohne aufzusehen.
„Und es war mir erneut ein Vergnügen. Auch wenn ich es besser finden würde, wenn du dich künftig nicht mehr in Schwierigkeiten bringen würdest.“
„Würde ich ja gerne. Aber vielleicht wirst du froh sein zu hören, dass ich nach Hogwarts gehen werde. Vielleicht schaffe ich es dort, mir Probleme vom Hals halten.“
„Das bezweifle ich, aber du wirst dort auch einige Aufpasser haben. Den jungen Weasley zum Beispiel.“
„Woher weißt du …?“, fragte sie und sah zu ihm auf.
„Ich habe so meine Quellen“, antwortete er ihr und strich mit seinem Fingern durch eine Haarsträhne, die sich bei dem Kampf aus ihrem Zopf gelöst hatte. „Wir sollten besser hier verschwinden, denkst du nicht?“, fragte er, bevor sie noch etwas darauf antworten konnte.
So nickte sie schließlich nur und löste sich von ihm. Doch als sie kurz schwankte, legte er den Arm um ihre Schulter. „Geht’s?“
„Wenn ich mich vielleicht ein wenig bei dir abstützen darf?“, bat sie ihn. Doch nicht weil ihr vielleicht schwindelig war, nein ganz und gar nicht. Sie suchte einfach seine Nähe. Sie fühlte sich so geborgen und sicher in seinen Armen und wollte nicht, dass er sie los ließ.
Severus nickte nur und hielt sie weiterhin fest, während sie durch den Park gingen, direkt zu Sisilias Haus. Auch sie hatte einen Arm um seine Mitte gelegt und lehnte sich an ihn.
Immer wieder trafen sich ihre Blicke, während sie ohne ein Wort zu sprechen ihren Weg nahmen.
Es war auch irgendwie nicht nötig etwas zu sagen, denn sie hatte das Gefühl, sie würden sich auch ohne Worte verstehen und je näher sie dem Haus kamen, umso mehr nahm das Kribbeln in ihrem Körper zu. Sie hatten den Weg hinter dem Haus, bis zum rückwärtigen Eingang gewählt, damit Harry sie nicht aus Versehen entdecken würde und betraten den Flur durch die Hintertüre. Wie sehr wünschte Sisilia sich jetzt, dass Severus sie in die Arme nehmen und küssen würde. Sie lehnte sich gegen die Wand im Flur und sah zu dem Mann auf, der sich, nachdem er die Türe verschlossen hatte, sich ihr zuwandte.
„Bist du verletzt?“, wollte er dann wissen, wobei er so leise sprach, dass man ihn höchstens einen halben Meter weit hören konnte. Als Antwort schüttelte Sisilia nur den Kopf und streckte die Hand nach dem Kragen seiner Jacke aus. Sanft zog sie ihn zu sich heran. Er wehrte sich nicht und folgte ihrer direkten Aufforderung, ihr näher zu kommen.
Zuerst schob sie noch zögerlich eine Hand in seinen Nacken, dann stellte sie sich auf die Zehenspitzen und näherte sich vorsichtig seinem Gesicht. Die Angst, dass er wieder zurückschrecken und davon laufen würde, war in ihr so groß, dass ihr ganzer Körper leicht zitterte.
Doch er wich nicht zurück, sondern starrte auf ihre bebenden Lippen, während sie seine Augen fixierte. Dunkelbraun, fast schwarz. Undefinierbar und doch wunderschön.
Auch ihre zweite Hand schob sie über seine Schulter nach hinten, zog ihn noch ein Stück zu sich herunter, bis sich ihrer beider Lippen berührten, was wie ein angenehmer Stromstoß auf sie wirkte. Wie heiße Glut brannte sein Mund auf dem ihren und schien ein Feuer in ihrem Körper zu entfachen, das seinen Weg suchte... tiefer - über ihren Magen, der sich anfühlte, als wäre er voller lauter kleiner Schmetterlinge - hinunter zu ihren Schoß, wo es ein brennendes Verlangen weckte.
Fast verzweifelt klammerte sie sich an ihm fest, wollte auf alle Fälle verhindern, dass er sich von ihr loseisen würde.
Doch zu ihrer Überraschung war das gar nicht notwendig. Auch er schlang seine Arme um sie. Drückte sie voller Begehren gegen sich und intensivierte den Kuss noch etwas. Er drängte seine Zunge in ihre Mundhöhle, um diese zu erkunden und mit ihrer Zunge einen wilden Kampf auszufechten.
Verlangend schmiegte sie sich gegen ihn, spürte wie seine Hände über ihren Körper glitten, zuerst unter ihr Shirt wanderten, um ihre erhitzte Haut zu erkunden und schließlich noch tiefer glitten, über ihre Shorts zu ihrem Po.
Als ob der feste Griff um ihre Pobacken eine Aufforderung gewesen wäre, stieß sie sich vom Boden ab und schlang, ihre Arme um seinen Nacken legend, auch ihre Beine um seine Hüften.
Er war etwas davon überrascht und kippte leicht nach vorn, wobei Sil gegen die Wand gepresst wurde. Aber das störte sie beide keine Sekunde und sie hörten auch nicht auf sich verlangend zu küssen und ihre Körper gegeneinander zu reiben. Fest drückte er Sisilia schließlich gegen die Wand, als er den Kuss löste, um wieder zu Atem zu kommen. Seine Augen schienen wie dunkle Kohlestücke zu glühen und sein Blick zeigte ihr, dass er sich nach ihr verzehrte, so, wie sie sich nach ihm. Sie wollte ihn. Jetzt und hier!
Mit einer Hand begann sie ihm die Jacke aufzuknöpfen, was sie hektisch tat und es ihr dennoch zu langsam ging. Zuletzt zerrte sie an den Knöpfen und als es ihr nicht gelingen wollte, strich sie wütend einen Moment mit der Handfläche über die restlichen Knöpfe die dann wie von Geisterhand sich selber durch die Knöpflöcher zu schieben begannen. Kurz blickte Severus sie verwundert an, doch dann schmunzelte er, drückte ihren Unterleib fester gegen die Flurwand und streifte ihr, mit ihrer anschließenden Hilfe, das Shirt über den Kopf.
Wieder trafen sich ihre Lippen zu einem feurig heißen Kuss, der ihnen beiden den Atem raubte. Und noch während Severus mit einer Hand ihre Haut erkundete, öffnete sie noch sein Hemd, wobei einige Knöpfe in der wilden Aktion einfach davon absprangen. Ihre Hand glitt sofort darunter und sie glaubte ein unsichtbares Knistern zwischen sich und ihm zu spüren.
Sein leises Keuchen schien im Flur widerzuhallen oder doch nur in ihren Ohren? Dennoch klang es noch schöner als die schönste Musik. Seine Lippen streiften über ihre Wange zu ihrem Ohr, knabberten daran und wanderten schließlich zu ihrem Hals. Den Kopf nach hinten an die Wand gepresst, stöhnte sie vor Erregung auf.

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BeitragThema: Re: Unbreakable Truth (Kapitel 11- 20)   Mo Jan 14, 2008 9:03 pm

„Bitte, Sev... Bitte ... liebe mich!“, raunte sie mit tiefer und zittriger Stimme.
Als Antwort packten seine Hände sie unter ihren Po und er ging ein paar Schritte weiter in den Flur hinein. Er wusste nicht wohin er wollte, aber ihm war klar, dass sie nicht hier Flur bleiben konnten. So stolperte er mehr oder weniger auf das Tischchen im Eingangsbereich zu, streifte ein Bild, an der Wand, das herunterfiel, was Beide aber nicht beachteten. Immer wieder küssten sie sich wild und verlangend, das Feuer immer weiter schürend.
Schließlich landeten sie an der gegenüberliegenden Wand, neben dem Tischchen, wobei er Sil wieder gegen die Wand drückte, um sie besser packen zu können.
„Oben...“, presste sie zwischen den Küssen hervor.
„Hm? Was?“, fragte er nach ohne aufzuhören an ihrem Schlüsselbein zu knabbern.
„Lass uns hoch gehen“, keuchte sie und schloss genussvoll die Augen. Er nickte und versuchte zuerst sie zu tragen, doch Sisilia drückte sich leicht von ihm weg. „...laufen...“, war das einzige verständliche Wort in ihrem Satz und er kapierte nicht gleich, was sie wollte.
„Kann selber laufen“, wiederholte sie, als sie schon drei Stufen nach oben gegangen waren und er fast das Gleichgewicht verloren hätte. Er ließ ihre Beine los und ließ sie an der Wand, gegen die sie erneut gekracht waren, auf ihre Füße hinunter. Noch einmal küssten sie sich leidenschaftlich, bis er ihre Hand ergriff und sie die Stufen mit sich hinauf zog.
Sie stolperte mehrmals und musste sich an dem Geländer festhalten, so eilig hatte Severus es.
Schwer atmend ließ sie sich mitziehen, folgte ihm auch noch, als er ihre Schlafzimmertüre anstrebte. Erst als er schon die Hand nach dem Knauf ausgestreckt hatte, hielt sie an und zog ihn zurück.
Verwundert blickte Severus nun auf sie, weil er wohl glaubte, sie hätte es sich anders überlegt, doch dann deutete sie auf das Gästezimmer, das gegenüber lag.
„Hier rein“, erklärte sie, stieß die Tür auf und zog Severus mit sich in den Raum.
Vor dem Bett blieb sie dann stehen und sah zu dem Mann, den sie in dem Moment so sehr begehrte, dass ihr alles andere egal war.
Severus gab der Türe einen kleinen Stoß, sodass sie ins Schloss fiel und drehte sich zu ihr um.
In seinem Gesicht konnte sie in dem Moment lesen, wie in einem offenen Buch. Seine Augen huschten über ihren Körper und schienen noch heftiger vor Verlangen und Begierde zu glühen.

Langsam begann Sisilia ihren BH zu öffnen, ihn abzustreifen und während ihre Hände zu ihrer kurzen Hose gingen, blickte sie ihn auffordernd an.
Erst in dem Moment bewegte er sich wieder, ging langsam vorwärts und streifte dabei seine Jacke ab, die hinter ihm auf dem Boden fiel. Seine Hände umschlossen ihr erhitztes Gesicht und erneut neigte er sich zu ihr, um sie zu küssen.
Sie konnte nicht genug von seinen fordernden Lippen bekommen. Sie schmeckte ihn und hatte den Wunsch noch viel mehr von ihm zu bekommen.
Wild waren seine Küsse, doch noch feuriger sein Blick, als er sich erneut von ihr löste, seine Hände ihren Weg nach unten fanden, ihre bloßen Schultern berührten und dann fast schon schüchtern, weiter glitten, um ihre kleinen festen Brüste zu umfassen. Seufzend schloss Sisilia für einen Moment die Augen und gab sich seinen Berührungen ganz und gar hin. Aber das reichte ihr nicht lange und sie begann, ihm sein Hemd von den Schultern zu schieben und ihre Finger über seine helle fast blasse Haut wandern zu lassen.
Überrascht bemerkte sie einige Verletzungen auf seiner Haut, sie sahen aus, wie alte Verbrennungen oder so etwas. Kurz betrachtete sie diese, doch dann, als er keine Anzeichen machte, dass ihm diese noch irgendwelche Probleme oder Schmerzen bereiteten, ließ sie zart ihre Finger darüber gleiten, erkundete ihn neugierig und hob schließlich wieder den Kopf an.
„Wie glühende Kohlen. Wunderschön“, hauchte sie ihm entgegen und begann mit einem Mal, fast schon energisch seine Hose zu öffnen und streifte dabei ab und an seine schon hart gewordene Männlichkeit, was ihm ein leises Stöhnen entlockte.
Sehr schnell hatte sie ihm die letzten Kleidungsstücke, von den Hüften geschoben, half ihm ganz heraus und sah schließlich nach oben. Er war ziemlich gut gebaut und dass sie aufkeuchte, als sie seinen vor Verlangen pochenden Schaft erblicke, war ihr gar nicht klar. Ihr Blick blieb einen Moment darauf haften, bis sie sich dessen bewusst wurde, dass sie ihn anstarrte und sah schnell nach oben in sein Gesicht.
Ihre Hände an seinen Beinen nach oben schiebend, drückte sie sich langsam wieder nach oben, streifte dabei wie aus Versehen seinen harten Schaft und kam schmunzelnd auf die Beine.
Noch bevor sie weiter reagieren konnte, gab er ihr einen sanften Stoß, sodass sie rücklings auf das Bett fiel. Sofort folgte er ihr, legt sich halb über sie, bis sie seinen warmen Körper auf dem ihren spürte und heftig erschauderte. Sofort nahm er ihre Lippen wieder in Besitz, seine Zunge glitt gleich wieder in ihre Mundhöhle, um sie aufs Neue zu erkunden und heftig mit ihrer Zunge zu kämpfen. Immer wieder rangelten sie miteinander und jedes Mal, wenn sie ihn für einen Moment zurückdrängen konnte, stieß er wieder verlangend in ihren Mund vor.
Zur gleichen Zeit glitten seine Hände über ihre Seite. Immer wieder erschauderte sie und stöhnte in seinen Mund, ihr Körper wand sich verlangend unter dem seinen, bis er begann, ihr die Hose über den Hüften zu schieben. Ohne hinzusehen schaffte er es nicht wirklich und löste nun den Kuss. Er kniete sich neben sie und zog, während sie ihre Hüften anhob, ihr den dünnen Stoff über ihre Beine.
Ihrer beider Blicke verrieten ihre Gefühle füreinander, das brennende Verlangen, das alles verzehrende Begehren.
Nur kurz dauerte der Blickkontakt, bis er sich ihren Beinen widmete, seine Hände über ihre Knöchel, die Schienbeine, ihre Knie, zu ihren Schenkel hoch strich. Während seine Fingerspitzen seitlich entlang glitten strichen seine Daumen über den zarten Flaum der hellen Locken in ihrem Zentrum.
Das leise Stöhnen schlich sich wie Musik in Severus Ohren. Es war das schönste und unwiderstehlichste, was er je gehört hatte und fachte seine Erregung aufs Neue an.
Ein heißes Feuer wütete in seinen Lenden, breitete sich über seine Haut aus und schien ihn ganz und gar einzuhüllen und zu verzehren.
Noch einmal ließ er die Daumen durch den weichen Flaum gleiten, senkte dann den Kopf in ihren Schoß und strich kaum merklich mit den Lippen über ihre Weiblichkeit.
Als er ihre Haut mit dem Mund berührte, schloss sie die Augen und keuchte entzückt auf, eine Hand krallte sich in die Decke unter ihr, während die Finger der anderen Hand in seine Haare glitten und sich darin verfingen.
Es war unglaublich, was für Gefühle er in ihr auszulösen vermochte. Fast schon geschockt hob sie den Kopf, als ihr klar wurde, was er gerade tat. Überdeutlich spürte sie seinen Mund und schließlich seine Zunge, die sich ihren Weg zwischen ihren Lippen zu ihrer Perle der Lust bahnte. Spätestens in dem Moment übernahmen die Gefühle Sisilias Handeln und ihr Denken war so gut wie ausgeschaltet. Ihre Hüften hoben sich ihm entgegen und als er sanft ihre Beine auseinander drückte, kam sie seiner Aufforderung sofort nach. Während seine Zunge fast tanzend ihre intimste Stelle erkundete und immer tiefer vordrang, wandte sie sich unter ihm immer mehr und noch bevor sie wusste, wie ihr geschah, bäumte sich ihr Körper auf und sie wurde von einem heftigen Höhepunkt überrollt. Laut aufstöhnend, krallten sich ihre Finger in seine Haare und pressten seinen Kopf noch einige Zeit sanft gegen ihre Mitte.
Erst als das Zittern ihres Körpers nachgelassen hatte, sah er sie an und glitt schließlich zu ihr nach oben. Nachdem er mit dem Handrücken über seinen Mund gewischt hatte, huschte ein Lächeln über seine Lippen. Ein Lächeln, das wunderschön bei ihm aussah und auch, wenn er sie gerade sehr lustvoll befriedigt hatte, reichte ein Blick in seine Augen, der erneut ein heftiges verlangendes Feuer in ihr entzündete.
So zog sie ihn zu sich, schlang die Arme um seinen Nacken und küsste ihn leidenschaftlich, was er auf dieselbe Weise erwiderte. Gleichzeitig begann er seinen Unterleib gegen sie zu drücken und sich an ihr zu reiben. Kaum merklich hörte sie sein erregtes Stöhnen und kurz darauf hin, nachdem sie eines ihrer Beine um seine Hüften geschlungen hat, spürte sie wie sein harter mächtiger Schaft den Weg zielsicher in sie fand. Für einen Moment hielt sie die Luft an, da sie befürchtete, dass er ihr vielleicht wehtun könnte und ohne sich dessen bewusst zu sein, krallte sie sich an seinen Schultern fest.
Doch wiedererwartend spürte sie keine Schmerzen, sondern nur ansteigenden Lust in ihrem Körper. Es war unglaublich und als Severus ihr Zögern bemerkte, den Kuss löste und sie fragend anblickte, stöhnte sie laut vor Erregung auf.
Erst als er sich nicht mehr bewegte, öffnete sie die Augen und sah zu ihm auf.
„Alles... in Ordnung?“, fragte er und sah sie leicht zitternd vor Erregung an.
„Es könnte nicht besser sein. Bitte ... liebe mich. Lass mich dich spüren“, flehte sie mit leuchtenden Augen.
„Ich dachte, das würde ich bereits tun“, erklärte er mit einem Schmunzeln und ohne Vorwarnung, stieß er kraftvoll in sie, was ihrer Kehle erneut ein lautes Stöhnen entlockte.
Die nächsten Sekunden genoss sie es einfach nur ihn in sich zu spüren, zu fühlen, wie er sie vollkommen ausfüllte und dabei selber leise keuchte. Ihre Finger glitten erneut in seine Haare, sie zog ihn wieder zu sich herunter, um ihn von neuem zu küssen.
Nach einiger Zeit hob sie ihre Hüften an, presste sich ihm entgegen, wollte dass er endlich begann sich in ihr zu bewegen und er folgte ihrem Wunsch nur zu gern. Zuerst nur langsam, fast schon vorsichtig, als wollte er sie ausloten, testen was ihr am besten gefiel, doch schon bald, selber das heiße Verlangen spürend, wurden seine Bewegungen fordernder und auch härter.
Sisilia hatte inzwischen beide Beine um seine Hüften geschlungen, ihre Hände wanderten fahrig über seinen Rücken, seinen Po und immer wieder leise aufstöhnend, bohrte sie schließlich ihre Nägel in seine Schultern.
Sie wollte ihn, sie wollte ihn so sehr, wünschte sich, sie beide würden vollkommen miteinander verschmelzen.
„Bitte Sev“, flehte sie immer wieder. „Bitte...“, kam es über ihre Lippen. Sie glaubt vor Verlangen zu vergehen, ihr Körper schien lichterloh zu brennen und auch wenn sie hoffte, dass ihr Zusammensein nie enden würde, wünschte sie sich dennoch, dass er endlich ihr Feuer löschen würde. Sie wollte spüren, wie er mit ihr zu den Sternen fliegen würde und hob ihm deshalb bebend immer wieder ihre Hüften entgegen.
Ihre Blicke trafen sich, sie konnte in die nun fast schwarzen Augen sehen, in denen ein heftiger dunkler Sturm zu toben schien, ein Sturm der sie mitriss und sie merkte überdeutlich, dass er sie jeden Moment über die Klippe stoßen würde. Sie klammerte sich heftig atmend an ihm fest, so als könnte sie ihn auf diese Weise mitnehmen und das schaffte sie auch. Nur wenige Sekunden, nachdem sie sich laut stöhnend unter ihm aufbäumte und um ihn heftig zusammenzog, ergoss auch er sich laut aufkeuchen in ihr.
Es war der perfekte Moment, es war wundervoll, fantastisch.
Sisilia wünschte sich, sie könnte diesen Augenblick für immer festhalten und stellvertretend klammerte sie sich bebend und zitternd an den Mann über ihr, dessen Körper ebenfalls heftig erschauderte. Auch Severus suchte noch mehr ihre Nähe, drückte sich an sie und erstickte ihr immer wiederkehrendes leises Stöhnen in innigen hemmungslosen Küssen.
Wunderschöne traumhafte Minuten küssten und hielten sie sich noch fest, warteten bis dieses wundervolle Gefühl, das sie sich gegenseitig geschenkt hatten, abgeebbt war und dann blickten sie sich liebevoll und überglücklich gegenseitig in die Augen.
Noch nie hatte sie Severus so glücklich gesehen. Seine Augen, die bisher immer, wenn auch hintergründig Traurigkeit oder gar Argwohn ausgestrahlt hatte, leuchteten förmlich.
„Es ... es war wundervoll“, hauchte sie leise, ihn nicht aus den Augen lassend.
„Wieso war? Willst du schon aufhören?“, wollte er schließlich wissen und ein fast spitzbübisches Funkeln war in seinen Augen zu sehen.
„Wie? Was...“, begann sie, doch Severus ließ sie nicht aussprechen, schlang die Arme um sie und rollte sich mit ihr herum, so, dass er schließlich unten und sie über ihm lag, ohne dass sie sich voneinander gelöst hatten. Überrascht blickte Sisilia jetzt auf ihn hinunter und brauchte einen Moment, bis sie verstanden hatte, was er meinte. Doch dann lächelte sie und strich ihm eine Haarsträhne aus dem Gesicht.
„Kann es sein, dass du ein Nimmersatt bist?“
Noch während sie das sagte, richtete sie sich etwas auf, so dass sie auf ihm saß.
„Mir schein nicht mehr oder weniger als du“, raunte er, als sie vorsichtig begann sich auf ihm zu bewegen. Sanft schob sie ihre Hüften langsam vor und wieder zurück.
„Vielleicht“, flüsterte sie und schürzte die Lippen leicht.
Nicht glauben könnend, dass er sich so schnell wieder erholte und sein Schaft erneut wieder härter wurde, ließ sie schließlich ihre Hüften auf ihm kreisen.
Sie genoss es seine Blick auf sich zu spüren, wie er sie damit liebkoste und schließlich seine Finger folgen ließ. Da er nun die Hände frei hatte, nutzte er dies sofort aus und ließ sie über ihre zarte Haut wandern. Ihre Hüften wurden sanft massiert, bevor ihr Bauch mit Fingerspitzen so federartig gereizt wurde, dass sich eine Gänsehaut auf diesem zeigte. Gleichzeitig stellten sich ihre Knospen auf und anschließend seinen Fingern entgegen.
„Du bist wunderschön. Du bist so wunderschön“, raunte er, ihre Brüste liebevoll massierend.
„Nur für dich“, antwortete sie und bewegte sich weiter auf ihm. Sie entließ ihn fast ganz, um ihn gleich wieder vollkommen in sich aufzunehmen. Die Hitze in ihrem Unterleib nahm wieder zu und begann sich, auch durch Severus Berührungen, weiter in ihrem Körper auszubreiten. Sie lehnte sich schließlich zurück, stützte sich auf seinen Oberschenkeln ab und spürt ihn noch intensiver, als sie so noch enger für ihr wurde.
Auch er stöhnte nun lauter vor Lust, hatte den Kopf ins Kissen gelegt und gab sich ihr nun ganz und gar hin.
Nie hätte sie es für möglich gehalten, dass ausgerechnet er freiwillig die Kontrolle über sich aufgeben und sich ihr anvertrauen würde. Und der Gedanke zählte für sie mehr, als alles andere. Er musste ihr so sehr vertrauen, wie er sonst niemandem vertraute.
Dieser Gedanke ließ sie laut aufseufzen und sie sehnte sich wieder nach mehr Nähe zu ihm.
Erst als sich ihre Lippen wieder berührten und seine Küsse ihr überdeutlich zeigten, wie er empfand, war sie wieder zufrieden.

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BeitragThema: Re: Unbreakable Truth (Kapitel 11- 20)   Mo Jan 14, 2008 9:05 pm

Schnell merkte sie aber, dass es ihm nicht mehr genügte sich verwöhnen zu lassen. Er wollte auch wieder in Aktion treten. Kurz überlegte sie, als sie das deutlich spürte, hielt kurz inne und stieg dann von ihm herunter. Auf allen vieren kniete sie sich jetzt auffordernd vor ihn und drehte den Kopf in seine Richtung.
Er zögerte nicht lange, richtete sich auf, gab ihr einen Kuss und kniete sich dann heftig atmend hinter sie.
Als er sich aufs Neue in ihr versenkte, was er langsam tat, raunte sie leise in den dunklen Raum hinein.
„Oh... Sev.“
„Nur ein Mensch hat mich je so genannt. Doch du bist die Einzige, der ich das gestatte, und ich werde es auch nie wieder jemand anderem erlauben außer dir, Sil?“, flüsterte er mit rauer Stimme.
„Hm?“ wieder sah sie zu ihm, beobachtete sein Muskelspiel, während er nicht aufhörte sich weiter in ihr zu bewegen.
„Ich ... glaub ich hab mich ... in dich verliebt“, gestand er ihr in dem Moment und sie antwortet auf dieses Geständnis, was ihm sichtlich nicht einfach gefallen war mit einem Lächeln.
„Und ich mich in dich“, gab sie zurück, woraufhin er noch einmal hart in sie stieß.
Sie kam ihm entgegen, zeigte ihm, dass sie mehr wollte und er war mehr als bereit, es ihr zu geben.
Nach einiger Zeit überzog ein feuchter Schweißfilm ihre Körper, kurz aufkommender Wind, der sich kühl auf ihrer Haut anfühlte, ließ sie erschaudern und als sie sich auf die Ellenbogen sinken ließ und so um ihn enger wurde, stöhnte er erneut laut auf.
Auch Sisilia stimmte in das Stöhnen mit ein und bald schon wusste sie nicht mehr, wo sie aufhörte und er begann. Immer wieder schmiegte er sich an sie, um gleich darauf wieder den Akt heißer und fordernder fortzusetzen.
„Sev, bitte... ich ... kann nicht mehr“, keuchte sie, deutlich spürend wie das Feuer in ihrem Schoß, kurz vor der Explosion stand.
Anstatt zu antworten, legte Severus nun noch etwas mehr zu, packte sie an ihren Hüften und versenkte sich immer wieder heftig in ihr, bis er sich nicht mehr zurückhalten konnte und sich mit einem lauten Stöhnen heftigst in ihr ergoss, nur wenige Sekunden bevor Sisilia sich aufbäumte und sich sehr heftig um ihn zusammenzuziehen begann, was ihn ein zweites mal lauter Aufstöhnen ließ.
Sisilia konnte sich nicht mehr halten und sank schließlich ermattet langsam auf das Bett, gefolgt von ihm.
Es fühlte sich verdammt gut an, er fühlte sich verdammt gut an und seine Arme, die sich um ihren bebenden Körper schlangen, seine Küsse, die er in ihrem Nacken verteilte, machten den Moment unvergesslich.
Als er merkte, dass sie sich nach einiger Zeit umdrehen wollte, rollte er sich neben sie, sie wieder in seine Arme ziehend, als sie sich umgedreht hatte.


*****



Ihre Augen trafen sich und beide wussten, es war nicht notwendig etwas zu sagen, denn sie verstanden sich auch ohne störende Worte.
Einzig und alleine sanfte, liebevolle Küsse, unterbrachen ihre Blicke, die sich schenkten. Eng schmiegte sie sich an ihn, während er mit den Fingerspitzen ihren Arm sanft streichelte.
„Sev? Ich ... muss mit dir noch reden“, begann sie und er hob fragend den Kopf. Als er den Mund öffnete, um eine Frage zu stellen, legte sie einen Finger auf seine Lippen.
„Morgen früh... Ich habe in Hogwarts eine Stelle angenommen. Ich werde in diesem Schuljahr Professor McGonagall helfen Verwandlung zu unterrichten. Mir ist klar, dass das jetzt wohl ein Problem für uns sein wird. Du kannst nicht nach Hogwarts und ich werde auch nicht so oft weg ...“
„Shhhh. Beruhige dich. Ich weiß das doch schon lange. Und weißt du was, es ehrt mich, dass du mich gern öfters sehen willst. Wenn du es möchtest, werden wir auch Weg finden. Doch hör zu. Wichtiger ist, dass du Potter hilfst. Tu was nötig ist, damit er tun kann, was nötig ist.“
„Das hatte ich sowieso vor. Das ist auch mit ein entscheidender Grund, warum ich die Stelle angenommen habe.“ Sie strich mit dem Zeigefinger seine Gesichtskonturen nach.
„Was denkst du? Wird Harry es schaffen? Wird er ihn endgültig vernichten können?“, fragte sie dann mit einem Mal.
„Wir müssen darauf vertrauen, Sil. Sonst … war alles ... alles umsonst“, seine Stimme klang leise und bedrückt und sie sah wieder zu ihm auf gab ihm einen liebevollen Kuss und lächelte schließlich.
„Ja, und ich vertraue auf dich.“

Diese Nacht wurde verdammt kurz. Erst als der Morgen bereits zu grauen begonnen hatte, waren sie eng aneinandergeschmiegt eingeschlafen.
Ein Geräusch, als würde jemand versuchen das Haus einzureißen, weckte beide schließlich und Sisilia, die einen Moment brauchte, um zu realisieren, wo sie war und was geschehen war, starrte auf Severus, der aus dem Bett gesprungen war, und begonnen hatte, sich eilig anzuziehen.
„Verdammt, das wird Charlie sein. Er wollte mich abholen, aber … es ist doch noch viel zu früh.“
„Du solltest den jungen wilden Mann etwas besänftigen gehen“, murmelte Severus und schob sein Hemd in die Hose.
Auch Sisilia kletterte aus dem Bett, wickelte sich aber nur in ihr Lacken ein, und lief zum Fenster, das nach vorne rauszeigte. Sie öffnete es und streckte den Kopf hinaus.
„Charlie…. Ich … hab verschlafen. Bitte gedulde dich einen Moment. Ich bin … gleich bei dir und mache die Türe auf“, vertröstete sie ihn und schloss das Fenster wieder. Sie lief gleich zu Sev und drückte sich gegen ihn. „Ich hatte gehofft, dass wir wenigstens zusammen frühstücken könnten“, sagte sie enttäuscht.
„Wir … holen das irgendwann einmal nach, versprochen.“
„Bitte … ich. Du darfst nicht einfach verschwinden… Ich werde Charlie in die Küche schicken, er soll mir einen Kaffee machen. Dann geh ich duschen und meine Sachen packen. Bleib solange noch hier, ja?“
Severus Gesichtsausdruck war nicht wirklich begeistert, doch er nickte schließlich und stimmte dem zu. „Dann reichte er ihr ihre Sachen, die er auch aufgesammelt hatte. Sie gab ihm noch einen liebevollen Kuss, lief dann immer noch ins Laken gehüllt in ihr Schlafzimmer, warf sich nur einen Morgenmantel über und ließ dann Charlie, der ungeduldig auf der Veranda hin und her lief ins Haus. Natürlich hatte sie noch schnell die anderen Sachen im Flur aufgesammelt und auch das Bild wieder an die Wand gehängt, bevor sie die Tür geöffnet hatte. Schnell dirigierte sie Charlie in die Küche und bat ihn Kaffee zu machen, solange sie noch Duschen gehen wollte.
So schnell sie konnte, lief sie wieder nach oben zu Sev, zog ihn mit sich ins Bad, das sie abschloss und wieder küsste sie ihn leidenschaftlich.
„Kommst du mit?“, wollte sie wissen und deutete unter die Dusche.
„Ich denke soviel Zeit hast du nicht. Ich … warte. Ist schon in Ordnung.“
Enttäuscht nickte Sisilia schließlich und verschwand dann schnell unter dem angenehmen Wasserstrahl. Sie beeilte sich tatsächlich und war auch schnell fertig. Dann zog sie ihn erneut über den Flur, mit sich in ihr Schlafzimmer. Überrascht blickte er auf das Bild über dem Bett, das mit einem Tuch abgehängt war. Doch dann schmunzelte er. Auch sie kannte wohl das prekäre Geheimnis der Gemälde.
Auch diese Tür schloss sie und sah erneut zu Severus auf. Sie konnte einfach nicht genug von ihm bekommen, immer wieder musste sie ihn küssen, während sie flink in ihr Kleid stieg, welches sie schon hergerichtet hatte.
„Du siehst umwerfend aus. Ich weiß nicht, ob ich dich so gehen lassen kann“, neckte er sie ein wenig.
„Du wirst es nicht verhindern können. Ich habe meine Dickkopf.“
„Ja, das weiß ich. Einen verdammt hartnäckigen Dickkopf. Muss wohl in der Familie liegen.“
Sisilia knuffte ihn in die Seite und stopfte die restlichen Dinge, die sie noch brauchen würde in den Koffer. „Ich denke ich … habe alles“, dachte sie laut.
Als Severus noch einmal die Hand nach ihr ausstreckte, ging sie zu ihm, ergriff diese und ließ sich gegen seinen Körper ziehen. Ihre Arme legte sie in seinen Nacken und blickte ihm wieder in die Augen.
„Ich werde dich vermissen. Bitte sei vorsichtig… ich will nicht riskieren, dass sie dich fassen.“
„Ich verspreche es dir. Sag mal… könntest du nicht vielleicht deinen kleinen schwarzen Kater mitnehmen?“, fragte er nachdem er den leidenschaftlichen Kuss wieder gelöst hatte.
„Meinen ….“, begann sie, denn weiter kam sie nicht. Sie hörte Schritte von der Treppe her und dann eine Stimme.
„Du bist doch nicht etwa in der Dusche ertrunken?“ Charlie hatte wohl den Kaffee schon fertig und war ungeduldig geworden.
Schnell löste Snape sich von ihr und Sisilia lief zur Türe, weil sie verhindern wollte, dass er einfach in ihr Schlafzimmer kam. Doch er war schneller und stieß die Türe von außen auf.
„Ahh… nein sie lebt noch und sieht bezaubernder aus, als je zuvor.“
Es war ihr, als würde ihr das Herz stehen bleiben, denn Charlie musste jetzt auch Snape sehen. Es gab in dem Raum keine Möglichkeit sich zu verstecken. Doch zu ihrer Überraschung passierte … gar nichts. Etwas unsicher drehte sie sich um und blickte durch den Raum. Severus war verschwunden…
„Ach ja… würdest du vielleicht meinen Koffer mit runter nehmen?“, fragte sie schließlich immer noch leicht verdutzt.
„Ja klar. Was machst du mit deinem Haustier, wenn du weggehst?“
„Mit meinem…“, sie folgte seinem Blick zum Bett, auf dem der kleine schwarze Kater saß und die beiden musterte.
„Ach der Kater“, stotterte sie kurz. „Ich dachte … ich nehme ihn einfach mit“, erklärte sie dann, ging langsam auf das Bett zu und streckte die Hand nach dem Tier aus. Zu ihrer Überraschung kam er auf sie zu und ließ sich hochnehmen. Und als ihre Hand begann seinen Nacken leicht zu massieren, schnurrte das Tier leise.
„Ok, ich stelle jetzt keine Fragen, aber ich will später Antworten“, flüsterte sie dem haarigen Gesellen zu und lächelte dann zu Charlie.
„Wie meinst du?“, fragte dieser.
„Nichts, nichts. Ich sagte dem kleinen Kerl hier nur, dass er sich benehmen muss, sonst stecke ich ihn in einen Transportkorb“, log sie dann, woraufhin Pidi leise fauchte.

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BeitragThema: Re: Unbreakable Truth (Kapitel 11- 20)   Mo Jan 14, 2008 9:08 pm

Kapitel 17. Reise im Hogwartsexpress





Nach einem kurzen ausgiebigen Frühstück, bei dem Sisilia versuchte so unbedarft wie möglich zu sein … einzig und alleine den Kater ließ sie die ganze Zeit nicht los, auch wenn sie nicht wusste, warum … mussten sie sich auch schon auf den Weg machen.
Charlie half ihr mit dem Gepäck und trug es sogar in den Zug, als sie am Bahnsteig waren. Auch dort hatte sie den Kater noch immer auf dem Arm und unterhielt sich etwas mit Tonks, bis alle Schüler eingestiegen waren.
Harry und seine Freunde waren pünktlich am Bahnhof angekommen und grüßten sie, bevor sie sich ein Abteil suchen gingen.
Laut fauchte das schwarze Tier in Sisilias Arm auf, als Tonks es streicheln wollte und diese zuckte schließlich heftig erschrocken zurück.
„Hey, bisher haben mich noch alle Tiere gemocht“, erklärte sie überrascht und beäugt den Kater genauer.
„Mach dir nix daraus, Tonks. Er mag von gar keinem angefasst werden, außer von mir. Und das hat auch ewig gedauert“, erklärt sie ihr und dann hörten sie auch schon das Signal des Schaffners und mussten einsteigen. Sie ließ den andern den Vortritt und in dem Moment, als sie einsteigen wollte, sprang der Kater aus ihren Armen. Zum Glück bekamen das die andern nicht wirklich mit. Sie sah ihm hinterher, wollte ihm im ersten Moment noch nachrufen, doch unterließ sie es, als er noch mal inne hielt und eine Pfote hob, so als wolle winken. Zu guter letzt war dann mit einem Male in der Menge der Zurückbleibenden verschwunden.
Seufzend betrat sie den Zug und suchte nach Remus, Tonks und Charlie, von denen sie die ersten Beiden ganz vorn in einem Abteil schließlich fand. Charlie trat an sie heran.
„Wir haben dir einen Platz frei gehalten“; erklärte er lächelnd und deutet zum Fenster. Sie lächelte zurück und setzte sich dorthin, Charlie gleich neben sie. Dann unterrichtete er sie, wie geplant war, dass die Reise verlaufen sollte. Dass sie immer zu zweit durch den Zug patrollieren wollten um nach dem Rechten zu sehen. Sisilia war damit einverstanden und lehnte sich müde im Sitz zurück.
„Wo hast du deinen Kater?“, fragte Charlie neugierig nach.
„Der… oh, der läuft irgendwo herum. Er… wird sich schon nicht verlaufen, er taucht immer wieder auf“, erklärt sie dann, nicht sicher, ob das wirklich so sein würde. Aber die Worte von Snape, dass sie den Kater mitnehmen sollte und die Tatsache, dass dieser kurz nachdem aufgetaucht war und ihr nicht mehr von der Seite gewichen war, bis zur Abfahrt des Zuges, ließen sie irgendwie daran glauben.
Der erste Teil der Reise verlief sehr ruhig. Tonks und Remus machten die erste Runde durch den Zug und ließen sich dabei ganz schön viel Zeit. Charlie hatte irgendwann Sisilias Hand genommen und hielt sie fest, doch sie war zu müde um sich dagegen zu wehren, und ließ ihn einfach gewähren. Irgendwann döste sie dann ein und begann von Severus zu träumen.
Dass sie leise etwas im Schlaf murmelte, ahnte sie nicht. Doch zum Glück, konnte Charlie nicht verstehen, was sie sagte, denn dann hätte er mehr erfahren, als vielleicht gut gewesen wäre.
Als schließlich die Türe zum Abteil aufgestoßen wurde, schreckte sie aus dem Schlaf und sah in Remus und Tonks Gesichter, welche irgendwie leicht gerötet waren.
„Wir … ähm, sind zurück. Ich hoffe es hat uns keiner vermisst?“, fragt Remus mit so einem unschuldigen Blick, dass es schon wieder auffällig war. Tonks knuffte ihn in die Seite und ließ sich in einen Sitz fallen.
„Nein. Nein, nicht wirklich. Was wollt ihr überhaupt schon wieder hier?“, fragte Charlie schmunzelnd und erst da fiel Sisilia auf, dass er immer noch ihre Hand hielt. Schnell entzog sie ihm diese und setzte sich richtig hin.
„Wie spät ist es?“
„Gleich Mittag“, antwortete Remus, nahm neben Tonks platz und legte seinen Arm um ihre Schulter. Sie kuschelte sich an ihn und mustere Sisilia einen Moment.
„Oh gut… und ich dachte ich bin verfressen. Ich bekomme langsam Hunger.“
„Der Verpflegungswagen kommt sicher gleich hier vorbei“, antwortete Charlie und warf einen Blick aus dem Abteil. Grinsend zog er den Kopf wieder rein. „Hab ich es nicht gesagt?“, fragte er und deutet in den Gang.
In dem Moment kam wirklich die alte freundliche Hexe vorbei, welche ihre Waren an den Mann, bzw. an die Frau oder Schüler bringen wollte. Sisilia kaufte sich eine besonders lecker riechende Quiche, etwas Obst und einen großen Becher Kürbissaft.
„Da hat jemand aber großen Hunger“, sagte Charlie grinsend und nahm sich einfach ein belegtes Brötchen und auch Kürbissaft.
Während Sisilia in sich hineingrinste und ihr Essen aß, musste sie wieder an die letzte Nacht denken. Was für eine Nacht, dachte sie immer wieder und merkte nicht, dass sich ihre Wangen leicht röteten.
Erschrocken hätte sie fast ihren Saft fallenlassen, als ohne Vorwarnung eine nebelige Gestalt neben ihrem Fenster auftauchte und neben dem Zug herzulaufen schien.
Remus und Tonks bekamen das nicht mit, weil sie eingedöst waren. Sie lagen irgendwie halb verknotet übereinander, so dass man nicht gleich wusste, welcher Arm oder welches Bein wem gehörte, sah eigentlich irgendwie niedlich aus.
Noch bevor Sisilia reagieren konnte, hatte Charlie das Fenster ein Stück geöffnet und das weiße fast silbrige Wesen hatte seinen Weg ins Innere des Abteils gefunden. Er stellte sich direkt vor Sisilia auf und dann erklang eine Stimme, seltsam verfremdet und doch gut zu verstehen.
„Vorsicht, Überfall durch Todesser. An der Schottischen Grenze. Sie planen irgendwas an der großen Brücke…“
Dann bäumte sich das silbrige Wesen noch einmal auf, bevor es wie Nebel in der aufgehenden Sonne zerfiel.
„Was … war das denn?“, fragte Sisilia und sie merkte nicht, dass ihr Mund die ganze Zeit offen stand.
„Das war eine Patronusnachricht an dich“, antwortete Charlie und musterte sie nun eindringlich.
„Eine Patronus…? Aber wie, wieso… woher? Was hat es gesagt? Ein Überfall auf den Zug. Wir müssen die Anderen warnen“, sie sprang aus ihrem Sitz, so dass auch Remus und Tonks erwachten und fragend zu Sisilia blickten. Charlie erklärte den beiden, was gerade passiert war, verschwieg aber die Form des Patronus, genauso, wie er nicht sagte, dass er an Sisilia gerichtet gewesen war.
Dann war mit einem Male Hektik geboten, denn sie waren nicht mehr weit, von der besagten Stelle entfernt. Tonks rannte zum Lokführer nach vorn. Remus rief die Vertrauensschüler zusammen und informierte sie. Charlie schickte eine Nachricht an den Orden, da er sich ziemlich sicher war, dass die keine Ahnung hatten. Die andern würden dann ganz sicher das Ministerium benachrichtigen. Er hoffte nur, dass es zum einen nicht zu spät war und zum andern keine Finte.
Sisilia hatte sich grad auf den Weg zu Harry und seinen Freunden gemacht, als der Zug mit lautem Quietschen eine Notbremsung hinlegte. Im letzten Moment konnte Sisilia sich noch an einer Abteiltüre festhalten, ohne zu stürzen. Andere hatten nicht so viel Glück und purzelten in den Gängen übereinander. Schnell rannte sie weiter, als der Zug endlich stand, und fand auch gleich das Abteil der kleinen Gruppe. Mit wenigen Worten, die sie leise gesprochen hatte, erklärte sie ihnen was geschehen war.
Schnell war Harry aufgesprungen und folgte Sisilia. Auch Ginny rannte hinter ihnen her. Hermine und Ron waren unter den Vertrauensschülern weiter vorn.
Sie mussten über einige Schüler klettern, die noch am Boden lagen oder sich an neugierigen Gruppen vorbeiquetschen, die aus ihren Abteilen getreten waren, bis Sisilia genug hatte.
„Alle in die Abteile... los und bleibt dort. Anordnung von ganz oben!“, rief sie schließlich.
Diese Worte zogen und mit einem Male war der Gang so gut wie leer und sie konnten weiter nach vorn laufen.
Doch was war das? Es war ihr, als würde der Zug immer wieder leicht rutschen, denn es ging alle paar Sekunden einen kleinen Ruck durch die Waggons.
„Harry?“, rief Charlie überrascht aus. „Nein, gut. Sehr gut, dann können wir auf dich aufpassen. Gute Idee Sisilia, so haben wir ihn besser im Auge.“
„Ich brauche keine Aufpasser, ich bin hier, weil ich helfen will.“ Harry brummte wütend, er hatte es satt immer noch wie ein kleines Kind behandelt zu werden und erst Ginnys Hand auf seiner Schulter beruhigte ihn wieder etwas.
Erneut gab es kleinen Ruck und sie mussten sich Mühe geben, nicht das Gleichgewicht zu verlieren und dann kam auch schon Tonks auf sie zu gerannt.
„Die Brücke... sie ist weg... die Lok... sie hängt über dem Abgrund. Sie wird uns mit runterziehen. Wir müssen was machen“, rief sie und war trotz der gefährlichen Tatsache ziemlich ruhig dabei.
Charlies Augen weiteten sich und er starrte Tonks einige Sekunden an.
„Wir müssen die Lokomotive von den Waggons abkoppeln, sonst haben wir keine Chance“, schlussfolgerte Remus. „Lasst uns nach vorn gehen“, rief er, wies die Vertrauensschüler an, dass sie für Ruhe im Zug sorgen sollten und kein Wort verlieren durften, was hier los war.
Tonks, Sisilia und Harry waren schon vorgelaufen, während Charlie, Ginny und Remus ihnen schließlich folgten.
Wie erstarrt blieben die ersten drei stehen, als sie den Anfang des Zuges erreicht hatten und auf die Lok blickten, die schon zu einem Drittel über dem tiefen Abgrund zu schweben schien. Und wieder ging ein Ruck durch die Waggons, als die Lokomotive mit lautem Quietschen noch ein Stück weiter nach vorn rutschte. Sisilia konnte nur mit Mühe einen Schrei unterdrücken und Harry schob sich schließlich an ihr vorbei.
„Ihr müsst versuchen sie noch zu halten, benutzt den Schwebezauber. Ich werde den Bolzen lösen, der die Züge verbindet“, kündete Harry Potter jetzt an und Remus legte einen Moment seine Hand auf dessen Schulter.
„Gute Idee, mein Junge. Aber den Bolzen werde ich lösen, hilf du den andern.“
„Es war meine Idee, ich werde es tun“, protestierte Harry.
„Könnten ihr ein andermal streiten? Wir haben keine Zeit mehr“, keuchte Sisilia, als die Lok noch einmal ein sehr großes Stück nach vorn sank. Schnell zogen alle ihre Zauberstäbe und richteten sie auf das riesige Stahlross. Tonks, Charlie und Ginny sowie Sisilia versuchten nun diese zu stabilisieren, damit sie nicht weiter absacken konnte.
Remus und Harry waren nach unten geklettert und versuchten nun gemeinsam den Bolzen zu lösen, was sich schwieriger darstellte, als gedacht, denn das riesige Gewicht, der Wagen, ließ dies unmöglich zu.
„Dann hilft nur noch ein Zauber. Sprengen wir die Halterung“, erklärte Remus und deutete Harry an sich gut festzuhalten. Doch in dem Moment erklang die Stimme des Lokführers.
„Was in aller Welt tut ihr da? Wir werden alle sterben. Bei Merlin, wir werden alle dort unten unseren Tod finden!“
„Was zum Henker treibt der Kerl noch da vorn?“, fluchte Remus auf und forderte den Mann auf zu ihnen zu kommen. Doch der schien wie von Sinnen und jammerte und schrie nur immer wieder, dass sie alle sterben würden.
Irgendwann reichte es Remus, er richtete seinen Zauberstab auf den Mann, schockte ihn und ließ ihn dann zu ihnen herüber schweben, legte ihn auf den Boden neben dem Waggon.
Das ganze Stahlross begann nun zu ächzen und leise zu beben.
„Remus, Harry, lange wir können wir sie nicht mehr halten“, riefen Ginny und Charlie gleichzeitig. Als Antwort nickte Remus nur.
„Harry gleichzeitig. Und ihr hebt euch alle gut fest. Ich weiß nicht, wie heftig der Ruck sein wird, wenn wir sie absprengen.“
Sisilia krallte ihre Hand in eine Eisenstrebe und versuchte ihren Schwebezauber noch so gut es ging aufrecht zu erhalten, doch nicht nur ihr standen Schweißperlen auf der Stirn. Es war, als müssten sie harte körperliche Arbeit leisten.
„Auf drei“, Remus zählte, sodass sich alle vorbereiten konnten und bei drei, jagten er und Harry einen gewaltigen Fluch auf die Eisenstreben. Zuerst wurde es gleißend hell und alle mussten ihren Augen schließen, dann gab es einen fürchterlichen Knall, gefolgt von einem dermaßen heftigen Ruck, dass Ginny den Halt verlor und auf den Boden fiel. Auch Sisilia hatte Mühe sich auf den Beinen zu halten, und schafft es schließlich auch nicht mehr, den Zauber aufrecht zu erhalten.
Dann wurde es im Gegensatz zu der lauten Sprengung richtig ruhig, bis schließlich ein Ächzen und Stöhnen zu hören war. Metall rieb auf Metall und nachdem Sisilia und die anderen wieder ihre Augen geöffnet hatten, konnten sie sehen, wie der Zug langsam nach vorn kippte, sich unter seinem eigenen Gewicht leicht verbog, Übergewicht bekam und dann in Zeitlupe kopfüber in die Tiefe stürzte.
Es schien eine Ewigkeit zu dauern, bis sie den Aufschlag hörten und ihnen wurde schlecht bei dem Gedanken, dass der ganze Zug dort unten hätte liegen können.
Kurz sah Sisilia sich um, als sie plötzlich feststellte, dass einer fehlte.
„Remus? Wo ist Remus?“, fragte sie und sah dann schon Tonks, die schon vom Zug geklettert war und auf das Ende der Brücke zu rannte. Dann sah sie ihn auch. Remus hing an einem der verbogenen Schienen und versuchte wieder nach oben zu klettern. Die Explosion musste ihn mit sich gerissen haben.
Noch bevor Sisilia Tonks zu Hilfe eilen konnte, hatte Charlie ihr die Hand auf die Schulter gelegt.
„Ich gehe“, sagte er und folgte der jungen Frau, die es nicht schaffen konnte, Remus dort hochzuziehen, sie hatte nicht die Kraft dazu. Schnell erreichte der Weasley Spross das Ende und legte sich auf den Bauch auf die letzten verbliebenen Bohlen und streckte Remus die Hand entgegen.
„Gib mir deine Hand, ich zieh dich hoch“, sagte er und sah kurz aufmunternd zu Tonks. „Wenn er die Beine oben hat, halte sie fest“, fordert er sie auf.
Noch einmal Atem holend, ließ Remus wirklich mit einer Hand das Metal los und ergriff die Hand von Charlie. Dieser packte ihn fest und sicher, und zog ihn zu sich nach oben. Tonks half, sie lag inzwischen auch auf dem Bauch, damit sie mehr Halt hatte, und gemeinsam schafften sie es, Remus nach oben zu bekommen.
„Wo wolltest du denn hin?“, fragte Charlie schließlich schmunzelnd.
„Ich wollte nur mal sehen, wie die Luft da unten so ist... aber ich muss gestehen, auch nicht besser als hier oben“, gab Remus dann erleichtert zurück. „Danke, Danke euch Beiden.“
Tonks knuffte ihn, doch dann kroch sie zu ihm und gab ihm einen Kuss. Charlie schmunzelte und machte sich auf den Rückweg und erreichte den Waggon.
Erleichtert fielen auch Harry und Ginny sich in die Arme.
„Schade, dass ich nicht so eine Belohung bekomme“, sagte er dann schmunzelnd zu Sisilia und deutete auf Remus und Tonks, die nicht genug von einander bekommen zu schienen.
Kurz überlegte Sisilia, schmunzelte und gab Charlie einen Kuss auf die Wange... wollte sie zumindest, doch er drehte den Kopf blitzschnell ein Stück, so dass ihre Lippen die seinen trafen.

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BeitragThema: Re: Unbreakable Truth (Kapitel 11- 20)   Mo Jan 14, 2008 9:10 pm

„Charlie Weasley, du bist ... unmöglich“, protestierte sie, doch sie konnte ihm nicht wirklich böse sein und gab ihm diesmal freiwillig einen Kuss auf den Mund. „Aber nur, weil du Remus gerettet hast“, erklärte sie dann leise, als sie sich wieder von ihm löste. Er küsste wirklich gut ... Was dachte sie bloß da. Sie hatte erst letzte Nacht ... Das ist alles nur die Anspannung ... ja das war es, das musste es sein.
In dem Moment tauchte Kingsley hinter ihnen auf. Erleichtert begrüßte er beide und war froh, dass keinem Menschen etwas passiert war.
Er erklärte ihnen, dass vom Ministerium gleich jemand mit einem Portschlüssel auftauchen würde, um alle aus dem Zug nach Hogwarts zu schaffen.

Eine gute Stunde später waren fast alle Schüler schon in Hogwarts. Auroren untersuchten den Zug und die Brücke und nur noch Remus, Tonks, Charlie und Sisilia waren noch zurück geblieben.
„Wir schicken das restliche Gepäck, was noch hier geblieben ist, so bald wie möglich nach. Ich denke ihr solltet jetzt auch gehen. Es ist spät und morgen fängt der Unterricht an“, sagte Kingsley zu Charlie und Sisilia. Tonks wollte noch hier bleiben und ihren Kollegen helfen, und Remus natürlich nicht von seiner Seite weichen.
So nickten die beiden, Charlie nahm ihre beiden Koffer, was er sich nicht nehmen ließ und sie reisten die letzte Strecke per Portschlüssel nach Hogwarts.
Aus der Großen Halle konnte man lautes Gemurmel hören, also mussten alle Schüler wohl schon dort sein.
Doch noch bevor Sisilia die Große Halle betreten konnte, hielt Charlie sie noch einmal kurz auf. „Ich würde nach dem Essen noch einmal gern mit dir reden“, sagte er fast schon geheimnisvoll zu ihr. Auch wenn Sisilia nicht wusste, was er wollte, nickte sie und versprach noch auf einen Schlummertrunk zu ihm zu kommen.

Die Stimmung war gedrückt beim Abendessen, die Schüler redeten die ganze Zeit aufgeregt miteinander und McGonagall hatte Mühe sich überhaupt Gehör zu verschaffen, trotzdem es nicht mal halb so viel Schüler, waren, wie das Jahr zuvor.
Die wenigen Erstklässler die es dieses Jahr gab, waren schnell in die Häuser verteilt und so war es nicht verwunderlich, dass der Geräuschpegel schnell wieder in die Höhe schnellte.
Als dann die Schüler in ihre Zimmer geschickt wurden, ging Sisilia zuerst auch in ihres, das sie sich einen Moment genauer betrachtete und die wichtigsten Dinge, jedenfalls für die Nacht und für morgen früh auspackte.
Dann ging sie wieder hinaus und suchte nach Charlies Zimmer. Sie fand es sehr schnell, er sagte gegenüber dem Bild eines Drachentöters. Sie musste schmunzeln und klopfte dann an die Türe an. Noch bevor sie ein zweites Mal die Hand heben konnte, wurde die Türe auch schon geöffnet und Charlie bat sie in sein Zimmer.
Es war ihrem sehr ähnlich, nur die Farben der Vorhänge und des Betthimmels waren etwas gedeckter.
„Was möchtest du trinken? Ich hab noch nicht viel hier... Whisky oder einen Wein?“
„Ein kleiner Whisky wäre ganz in Ordnung“, gab Sisilia zurück und ging bis zum Fenster, aus dem sie schaute. Dann schmunzelte sie, denn man konnte von seinem Zimmer aus, das in einem Winkel zur nächsten Mauer stand, bis zu ihrem Fenster sehen. Sie erkannte es daran, weil sie eine Figur in ihr Fenster gestellt hatte, die sie von hier deutlich erkennen konnte. Sie würde wohl jede Nacht gründlich die Vorhänge zuziehen müssen, dachte sie schmunzelnd.
Charlie stellte sich hinter sie und als sie sich umdrehte, reichte er ihr das Glas. Er hatte auch eines in der Hand und ließ es nun gegen den Rand ihres klingen. „Auf ein gutes Schuljahr“, sagte er leise.
„Ja, auf ein gutes Schuljahr“, wiederholte sie und beide nahmen sie einen Schluck. „Du wolltest mit mir über etwas sprechen?“, kam sie gleich zum Kern, denn sie war verdammt müde und wollte so schnell wie möglich schlafen gehen.
„Ja. Ja, das wollte ich. Du erinnerst dich an den Patronus?“, fragte er und deutete auf einen Sessel, in den sich Sisilia auch setzte. Sie musterte Charlies Gesicht, das mit einem Male sehr ernst wirkte.
„Du weißt, von wem der Patronus stammte?“, fragte er leise, doch ließ er sie nicht aus den Augen.
„Nein. Nein wieso, von wem stammte er?“, fragte sie nach.
Charlie setzte sich ihr gegenüber auf die Tischkante und sie konnte sehen, dass er nach den richtigen Worten suchte.
„Hör mir zu. Du weißt, dass jeder einen einzigartigen Patronus besitzt, es ist wie... ein Fingerabdruck, wie die Muggel sagen. Und wir im Orden benutzen den Patronus um uns Nachrichten zuzuschicken. So wird sofort gesehen, von wem die Nachricht stammt.“
„Das weiß ich Charlie, was willst du mir sagen? Weißt du von wem die Nachricht war?“
Der junge Mann kaute einen Moment auf seinen Lippen herum und stand dann auf. „Ja. Ja ich weiß, wer diese Nachricht geschickt hat. Diese Nachricht, die an dich gerichtet war.“
Wieder drehte er sich um und sah sie an.
„Diese Nachricht stammte von ... Severus Snape.“
Dass sie blass um die Nase wurde, spürte Sisilia selber und wich nun dem Blick von Charlie aus.
„Ach wirklich? Und... und dennoch hast du dieser Nachricht geglaubt?“, fragte sie dann und versuchte von sich abzulenken, doch der Blick von Charlie ließ sie erschaudern. Sie hatte das Gefühl, er wusste mehr, als er zugab. „Ich hatte wirklich keine Ahnung, dass diese Nachricht von Snape ist“, bekräftigt sie noch einmal.
„Vielleicht“, sagt er dann nur leise. „Aber wieso sollte er dir eine Nachricht schicken, wenn er dich nicht kennt. Sisilia... der Mann ist gefährlich. Er hat Dumbledore eiskalt ermordet und er würde auch bei keinem von uns halt machen.“
„Ich weiß was er getan hat. Das musst du mir nicht sagen. Er hat meinen Großonkel getötet. Ja, Albus Dumbledore war mein Großonkel und ich habe ihn geliebt. Aber dennoch ist es meine Sache zu entscheiden, wem ich traue oder nicht.“
„Gibst du also zu, dass du Snape getroffen hast?“, fragte Charlie jetzt nach und baute sich vor ihr auf.
„Ja... Ja, ich habe mit ihm gesprochen. Es war mein Recht. Ich wollte von ihm wissen, warum er es getan hat.“
„Und?“, fragt er teils wütend, teils ungläubig, „Hat er es dir erzählt?“
Sisilia schüttelte den Kopf. „Nein... er hat sich geweigert mir seine Gründe zu nennen.“
„Warum wundert mich das nicht. Es ist doch offensichtlich. „ER“ wollte es und er hat nur Befehle ausgeführt oder er hat deinen Großonkel so gehasst, dass er es ausnutzte, dass dieser unbewaffnet war. Er war von Anfang an „Du weißt schon wem ’s“ Anhänger und er ist es immer noch. Dumbledore hat sich in ihm getäuscht und das war ein Fehler. Ein Fehler, den dein Großonkel teuer zu bezahlen hatte“, Charlie wurde lauter, als er das sagte, sodass Sisilia im ersten Moment ein wenig vor ihm zurückwich.
Aufgebracht sprang sie auf, stellte das Glas mit einem Knall auf den Tisch, so dass Whisky auf diesen schwappte und trat vor Charlie.
„Ich weiß, dass das alle denken, doch ich bin mir sicher, mein Großonkel hatte Gründe ihm zu vertrauen. Dinge von denen wir keine Ahnung haben. Schon mal dran gedacht, dass nicht immer das, was man im ersten Moment sieht, die Wahrheit sein muss. Ich hasse oberflächliche Menschen, weißt du das?“, fauchte sie ihn an, drehte sie sich um und ging mit schnellen Schritten zur Türe.
„Was für ein Zufall, das tue ich auch. Dennoch ist es Wahnsinn, blind für Gefahren durch die Gegend zu laufen. Es reicht, dass Albus deshalb mit dem Leben bezahlen musste. Ich will nicht, dass es dir genauso geht.“
„Ich kann ganz gut auf mich selber aufpassen, danke. Pass lieber du auf, dass du dich nicht was verrennst“, rief sie ihm wütend zu und verließ, die Türe laut ins Schloss werfend, sein Zimmer.
Was bildete sich der Kerl eigentlich ein. Er war nicht ihr Bodyguard und schon gar nicht ihr Vater, er sollte sich nur nicht so aufspielen.
Immer noch wütend ging sie zu ihrem Zimmer zurück und bemerkte nicht, dass etwas kleines schwarzes, an ihren Beinen entlang in ihr Zimmer schlüpfte.
Zornig begann sie sich auszuziehen, ging auf das Fenster zu, und als sie Charlie an seinem Fenster stehen sah, zog sie schnaubend die Vorhänge zu.
Ihre letzten Kleidungsstücke landeten einfach auf dem Boden und sie beschloss noch eine Dusche zu nehmen. In dem Moment, als sie am Bett vorbei ging, erstarrte sie. Dort lag mitten darauf...
Pidi.
Wie war er hier her gekommen? Irgendwas stimmte mit dem Kater doch nicht.
„In Ordnung. Im Moment bin ich furchtbar wütend. Ich denke ich gehe duschen und danach wirst du mir ein paar Fragen beantworten. Wie, ist mir vollkommen egal. Doch irgendwas ist hier nicht so, wie es sein sollte. Und wehe du bist nachher wieder so mir nichts, dir nichts verschwunden.“

Die ersten Minuten unter dem warmen Wasserstahl, dienten nur dazu, ihre Wut runterzuspülen. Sie hatte die Augen geschlossen und konzentrierte sich nur auf die vielen angenehmen massierenden Wassertropfen, die ihre Haut erreichten und langsam an ihrem ganzen Körper nach unten rannen.
So nach und nach verrauchte ihre schlimmste Wut und sie begann sogar Entschuldigungen für Charlies Verhalten zu suchen und kam zu dem Schluss, dass er es sicher nur gut mit ihr gemeint hatte.
Doch dann erschrak sie fürchterlich, als sie mit einem Mal eine Bewegung neben sich wahrnahm. Zuerst wollte sie laut aufschreien, doch dann schob sich eine Hand vor ihren Mund und sie blickte überrascht in das dunkelste Paar Augen, das sie kannte.
Als Sisilia sich wieder zu entspannen begann, nahm Severus die Hand von ihren Lippen und lächelte sie an.
„Aber… wo kommst du…“, weiter kam sie nicht, denn er legte ihr zwei Finger seiner Hand auf ihre Lippen und stoppte sie.
„Später… wir reden später“, erklärte er mit leiser rauer Stimme und schlang seine Arme um sie. Seine Lippen fanden die ihren und dass seine Kleidung ganz nass wurde, war ihm vollkommen egal.
Doch dann begann Sisilia ihn auszuziehen, sie fühlte ein tiefes Verlangen, welches von ihm ausging und sich auf sie übertrug, und sie wollte ihn … jetzt und hier.
Er half ihr dabei, warf die nassen Sachen aus der Dusche und ließ dann seine Hände über ihren Körper gleiten, der sich so angenehm warm anfühlte. Er konnte spüren, wie seine Berührungen eine Gänsehaut bei ihr auslösten und automatisch ging sein Blick zu ihren zarten Knospen, die sich hart zusammengezogen hatten. Zu verführerisch war der Anblick, als dass er ihnen widerstehen hätte können und er senkte den Kopf, um eine dieser reizenden Köstlichkeiten zwischen seinen Lippen aufzunehmen und genüsslich an ihnen zu saugen. Auch seine Zunge erkundete diese erregende Stelle ihres Körpers und leise stöhnend nahm er sie tiefer in seinen Mund. Sisilia wusste nicht wie ihr geschah und schloss genussvoll die Augen und legte den Kopf in den Nacken.
Nun rannte das warme Wasser direkt auf ihre Brust und in Severus Gesicht, doch das schien ihn nicht zu stören, im Gegenteil er saugte noch intensiver an ihr und ihrer zarten Haut.
Fast schon fahrig glitten Sisilias Hände über seinen Rücken und verharrten schließlich an seinen Hüften. Doch Severus schien nicht genug von ihr zubekommen, er schien jedes Aufstöhnen von ihr aufzusaugen und wollte noch mehr davon.
Als sie unbewusst ihr Knie etwas anwinkelte, streifte sie seine Härte und keuchte bei der Berührung auf. Auch er stöhnte gegen ihre Brust, wechselte die Seite, um schließlich der anderen Knospe dieselbe Aufmerksamkeit zu schenken.
Es gefiel ihr sehr, dass sie so eine Wirkung auf diesen Mann hatte und aufreizend schob sie nun mit Absicht erneut ihr Knie nach vorn zwischen seine Beine und begann dieses gegen seinen harten Schaft zu reiben.
Und das… verfehlte seine Wirkung nicht.
Als er aufblickte, glühten seine Augen, wie die einer gefährlichen Raubkatze und das wiederum erregte sie.
Mehr als sie sagen konnte.
Sie wollte ihm gehören. Wollte, dass er das mit ihr anstellte, nach dem ihm war, dass er sie nahm und mit ihr die Leidenschaft der Lust teilte.
Heftig presste er sich schließlich gegen sie und sie gegen die kalten Fliesen an der Wand. Das Gefühl seines warmen Körpers und der kalten Steinplatten, ließen sie heftig erschaudern. Dennoch erregte sie dieses Wechselbad von warm und kalt und sie schlang einfach ein Bein um seine Hüften, wobei sie seine harte Männlichkeit noch deutlicher an ihren Hüften spüren konnte.
Erneut suchte er ihre Lippen und drängte seine Zunge in ihren Mund.
Doch nicht nur seine Zunge alleine suchte Zugang zu ihrem Körper. Sie spürte überdeutlich, wie er seine Hüften nach vorn presste, sein Schaft sich an ihren Schoß drängte und er sich an ihr zu reiben begann. Zuerst nur sanft, fast vorsichtig und dann fordernder. Jedes Mal glitt er tiefer, schob dann seine Hände unter ihren Po, hob sie an, und stieß dann mit seiner pochenden Erregung in sie.
Der leise Aufschrei, ging in seinem Mund unter und während sie ihre Arme um seinen Nacken schlang, griff er sie noch einmal fester und drückte sie erneut gegen die Wand. Mit einem wilden Blick begann er schließlich in sie zu stoßen und sie immer wieder von neuem auszufüllen.
„Es fühlt sich so gut an… so gut“, raunte sie, als er den Kuss löste und ihr ins Gesicht blickte.
„Verdammt gut“, antwortete er ihr und stieß einmal fester in sie, was sie diesmal laut aufstöhnen ließ. Seine Augen, das heiße Wasser, seine Haut und seine fordernden Stöße, raubten ihr fast den Atem. Sie wandte sich die ganze Zeit bebend um ihn und er musste immer wieder nachgreifen, damit sie ihm nicht entglitt. Irgendwann wollte oder konnte er so nicht mehr, stellte sie zu ihrer Überraschung auf die Beine und drehte das Wasser ab. Dann nahm er ihre Hand und zog sie einfach mit sich ins Schlafzimmer.
So nass wie sie waren, drehte er sie so, dass ihr Rücken zu ihm zeigte und dann schob er sie aufs Bett, auf das sie mit allen vieren krabbelte, ihm aber aufreizend ihren Po präsentierte.
„Verdammte Hexe“, raunte er, doch das Schmunzeln und Funkeln in seinen Augen verrieten ihr, dass es genau das war, was er wollte. Er stellte sich hinter sie, schob eine Hand in ihren Nacken, packte diesen nicht gerade sanft und versenkte sich schließlich mit einem heftigen Stoß erneut in ihr.

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BeitragThema: Re: Unbreakable Truth (Kapitel 11- 20)   Mo Jan 14, 2008 9:11 pm

Auch sie stöhnte laut auf, kam aber jedem seiner Bewegungen, ob hart oder gefühlvoll entgegen. Immer heftiger ging ihr Atem und sie spürte die Wirkung seines Tuns immer mehr in ihrem Unterleib, wo sich ein heftiger Feuerorkan zusammenzubrauen begann.
Dann beugte er sich über sie, schlang einen Arm um ihre Mitte und hielt sie fest. Er veränderte seine Stellung etwas und konnte sie nun auch in dieser Position weiter verwöhnen, und gleichzeitig, mit einer Hand ihre Brust massieren und an der immer noch verlockend harten Knospe zupfen.
Genau diese Berührungen waren es, die sie fast in den Wahnsinn trieben und sie begann erneut, sich in seinen Armen zu winden.
Das Stöhnen hinter ihr wurde nun auch lauter und sie konnte fühlen, dass auch er nicht mehr weit vom Gipfel der Lust entfernt war.
„Ich will dich fühlen“, raunte sie ihm nun zu und stöhnte erneut auf. Er hatte sie fester gepackt, zog nun an ihren Haaren, so dass sie den Kopf in den Nacken nehmen musste. Gleichzeitig glitt seine andere Hand zu ihrem Schoß und er begann zusätzlich ihr Lustzentrum zu reizen.
Von da an war es um sie geschehen.
Sie stöhnte laut auf, wollte sich hin und her winden, sich an ihm reiben, was er mit seinem sehr festen Griff nicht zuließ. Immer lauter stöhnten sie nun beinahe um die Wette, bis Sisilia nicht mehr konnte und sich mit einem Aufschrei um ihn zusammenzuziehen begann. Es war so unglaublich und er hörte nicht auf sie zu reizen, schaffte es so auf unerklärliche Weise ihre Gefühle noch einige Zeit auf dem Gipfel zu halten, bis auch er ihr folgte und sie den heißen Liebessaft überdeutlich spürte, den er in ihr vergoss.
Immer wieder zuckte ihr Unterleib mit ihm zusammen auf und nur langsam kamen sie beide wieder zur Ruhe. Dann sank sie langsam nach vorn, denn ihre Arme gaben nach. Das Gewicht von ihnen Beiden, war auf Dauer für sie doch ziemlich schwer.
Er folgte ihr und ließ sich dann aber neben sie auf das Bett fallen. Seine Finger strichen ihre nassen Haare aus dem Gesicht, während sie sich so hinlegte, dass sie ihren Kopf auf seine Brust betten konnte.
„Erzählst du mir jetzt, wie du hier her kommst? Was machst du hier? Du weißt doch, dass es verdammt gefährlich ist, hier zu sein. Was, wenn sie dich erwischen?“
„Shhh… ich werde dir alles erzählen, aber lass mir einen Moment, um wieder richtig zu Atem zu kommen. Du… schaffst mich jedes Mal aufs Neue, meine Wildkatze.“
„Ich hab gar nichts gemacht. Du hast mich überfallen. Du warst es, der mich genommen hat“, raunte sie und schnurrte fast dabei.
„Ja, aber nur, weil du es so gewollt hast“, gab er mit einem Schmunzeln zurück und als Antwort bekam er einen heftigen Kuss.
Einige Minuten lagen sie einfach nur so auf dem Bett, sie zeichnete mit ihren Fingerspitzen zarte Muster auf seine Brust und dachte nach.
„Du hast den Patronus geschickt?“, fragte sie dann leise.
„Ja. Ich … als wir auf dem Bahnhof waren, wurde ich vom Dunklen Lord gerufen, deshalb musste ich so schnell weg und dann hab ich von dem Überfall erfahren.“
„Halt … Stopp… Moment mal… was hast du grad gesagt?“ Sie drückte sich dabei nach oben und sah ihm ins Gesicht.
Severus wiederholte den Satz, doch sie unterbrach ihn gleich nach dem ersten Teil.
„Noch mal zum mitschreiben. Als WIR auf dem Bahnhof waren?“, hakte sie nach, weil ihr nun etwas zu dämmern schien.
„Ja, als wir auf dem Bahnhof waren. Ich dachte so ein kluges Mädchen wie du hätte das schon längst kapiert, vor allem nachdem, wie du vorhin mit mir geredet hast“, erklärt er dann.
Nun setzte sie sich kerzengerade hin und starrte den Mann von sich genau an, ließ ihren Blick über seinen Körper wandern und starrte schließlich auf seine Brust.
„Du willst mir also klar machen, dass du dieser schwarze Kater bist, der sich bei mir eingenistet hat?“, fragte sie jetzt noch mal ganz konkret und ohne Umschweife nach. Als sie in sein Gesicht sah, bemerkte sie ein amüsiertes Funkeln in seinen Augen und er nickte knapp.
„Du bist ein Animagus?“, fragte sie leise, doch dann schüttelte er den Kopf. „Nein… leider war es mir nicht vergönnt, diese Kunst zu erlernen. Es ist nur ein Trank. Ein einfacher Zaubertrank, ähnlich der dem des Vielsafttrankes, der es mir ermöglicht die Gestalt eines Tieres zu wählen. Und ein kleiner Kater war in meinen Augen eine vortreffliche Wahl.“
Einen kurzen Moment brauchte Sisilia um diese Tatsache zu verdauen, dann begann sie mit ihren Fäusten auf seine Brust einzuschlagen.
„Du verdammter Mistkerl… du hast mich die ganze Zeit beobachtet… die ganzen Male, wo ich mich vor dir ausgezogen habe, wo du mich unter der Dusche beobachtet hast…“, fauchte sie ihn nun an, doch mehr aus Verwirrung, als aus tatsächlicher Wut.
Er packte ihre Hände und hielt sie fest. „Beruhige dich wieder. Sil, bitte.“
„Du hast es schamlos ausgenutzt … schämst du dich denn überhaupt nicht“, murmelte sie schließlich leise und suchte seinen Blick.
„Müsste ich mich denn schämen. Du bist so wunderschön, ich … bin doch auch nur ein Mann und ich konnte einfach nicht anders. Ich hatte damals, als du unter der Dusche warst, das sicher nicht geplant. Doch als ich dich sah… ich konnte einfach nicht anders, das musst du doch verstehen“, entschuldigte er sich und ließ nun wieder ihre Hände los. „Ich hab mich in dich verliebt, obwohl ich es hätte nie tun dürfen. Ich … weiß nicht, wie das passieren konnte und dennoch ist es passiert.“
Seine dunklen Augen schienen vor Glück zu glühen und dennoch vor Sehnsucht wie tiefe Tunnel zu leuchten. Sie konnte sich seinem Blick nicht entziehen, denn es ging ihr nicht anders, als ihm. Ihre grünen Augen, die ebenfalls strahlten, hingen an den seinen und irgendwie hatte sie das Gefühl, dass ganz tief in seiner Seele auch ein tiefer Schmerz aufflammte, den er aber zu verdrängen versuchte.
„Halte mich Sev… halte mich ganz fest und lass mich nie wieder los“, flüsterte sie leise und er tat was sie wollte, schlang die Arme um sie und gab ihr einen verlangenden Kuss.
Dass dieser Abend noch lange nicht zu Ende war, muss man wohl nicht erwähnen.
Liebe und lange Gespräche wechselten sich ab, bis sie beide irgendwann völlig erschöpft einschliefen.

Erst ein kräftiges Klopfen an ihrer Türe am nächsten Morgen riss sie aus ihrem Schlaf.
Es war wieder Charlie, der sie um Einlass bat, weil er mit ihr reden wollte. Doch sie schickte ihn weg, sie hatte keine Lust auf einen neuen Streit und außerdem genoss sie es noch viel zu sehr, in Severus Armen zu liegen.
Zumindest bis zum Frühstück.

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