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 The unbreakalble Truth 1 - 10

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Sisilia
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BeitragThema: Re: The unbreakalble Truth 1 - 10   Mo Jan 14, 2008 10:34 pm

Da sie dies schon öfters getan hatte, kannte sie zwei, drei Stellen, wo sie ohne Probleme wieder auftauchen konnte, ohne von neugierigen Blicken der Muggel bemerkt zu werden.
So trat sie keine Minute später hinter einer großen Figur, welche Achilles mit einem Schwert und Schild in der Hand darstellte und auf einem hohen Sockel stand, hervor. Der Platz war ideal, denn sie stand im Hyde Park, direkt vor einer mächtigen Hecke, die vor neugierigen Blicken schütze.
Sisilia streifte ihr Kleid glatt und ging, als wäre es das Selbstverständlichste über die kleine Wiese zu dem Weg und machte sich auf zur Speakers Corner, die nur wenige Minuten von ihr entfernt war.
Schon aus der Ferne konnte sie Stimmen hören. Stimmen von Menschen, die von der Ungerechtigkeit in der Welt sprachen, von der Tatsache, dass Gott immer unter uns ist und wir nur die Augen aufmachen sollten, um ihn zu sehen.
Ein Mann, er war ein Farbiger, referierte über die Zustände in seinem Land, und dass alle Menschen auf der Welt mithelfen sollten, um dagegen anzugehen.
Das laute Rufen, dieser Menschen nur mit halbem Ohr wahrnehmend, schritt sie nun, sich umsehend, auf dem nicht gerade kleinen Platz herum und hielt unauffällig Ausschau, nach Harry Potter.
Es dauerte einige Zeit, bis sie ihn fand, doch das laute Rufen von Ron, als er seine Freund entdeckt hatte, schallte direkt über ihren Kopf hinweg und war unverkennbar.
„Harry! Harry! Hier sind wir!“, rief er und zwei kichernde Mädchen folgten dem rothaarigen Jungen, der inzwischen mehr als einen Kopf größer war, als Sisilia.
„Ron, Hermine!“, antwortete er und winkte ihnen. Sisilia brauchte nicht mal einen Schritt zu gehen, denn keine drei Meter hinter ihr, trafen die Vier aufeinander.
Aus den Augenwinkeln beobachtete sie, wie die Jungs sich auf die Schulter klopften, Hermine Harry kurz an sich drückte und als Ginny zu ihm trat, er ihr nur unsicher die Hand reichte. Doch Rons Schwester ließ es sich nicht nehmen und gab Harry zumindest einen Kuss auf die Wange.
Auch wenn Harry versuchte sich nichts anmerken zu lassen, spürte Sisilia doch, dass es ihm schwer viel und dieser nicht recht wusste, wie er darauf reagieren sollte.
Aber zum Glück unterbrach Ron das kurze Schweigen, in dem er aufzählte, was alles hier geboten wurde, und was er am liebsten alles auf einmal tun würde.
Nach einer kurzen Diskussion, beschlossen die Mädchen, erst einmal in den Park hinein zu gehen und sich umzusehen.
Immer auf einen gewissen Abstand achtend, folgte Sisilia ihnen und da die kleine Gruppe immer wieder irgendwo stehen blieb, wobei Ron und Ginny sich von Hermine und Harry eine der muggeltypischen Attraktionen ( ich glaube das passt besser *g* )
erklären ließen, hatte sie auch Zeit, sich genauer umzusehen.
Ihr erster Weg führte sie durch eine Art Gasse, in der rechts und links viele Buden aufgebaut worden waren. Das Angebot reichte von Würstchen, Fish & Chips bis hin zum Dosenwerfen, Losverkauf und kleineren Fahrtgeschäften und Attraktionen.
Plötzlich zog Harry seine Freunde in ein Spiegelkabinett mit Irrgarten und grinste sich einen Ast, als Ron schon fast am Verzweifeln war, weil er den Weg nicht wieder nach draußen fand. Doch dann nahmen die Mädchen es in die Hand und führten dann einen fix und fertigen Ron wieder draußen.
Sisilia hatte das Ganze von draußen beobachtet, hatte in der Bude neben an, wo man mit Luft-Gewehren kleine Blumen von einer Wand schießen konnte, vergeblich ihr Glück versucht und sich dann an einem Stand ein Eis gekauft.
Es war inzwischen ziemlich voll und eine Menge Menschen waren gekommen und an dem Spektakel teilzunehmen. So musste Sisilia sehr gut aufpassen, dass sie ihre Schützlinge nicht gänzlich aus den Augen verlor.
Nachdem sie sich eine gute Dreiviertelstunde alles ganz genau angesehen und dies und jenes ausprobiert hatten, zerrte Ginny ihre Freunde zu einem Platz, an dem eine kleine Bühne aufgebaut worden war. Davor hatte man Bänke und Stühle hingestellt, die auch schon fast alle besetzt waren.
Auf einem kleinen Plakat konnte man lesen, dass eine Studentengruppe hier ein Theaterstück aufzuführen gedachte, mit dem Titel.
‚Taran und der Zauberkessel’.
In gut 10 Minuten sollte es anfangen. Die Vier konnten sich gerade noch Plätze nebeneinander sichern, direkt mitten unter den anderen Zuschauern.
Sie selber setzte sich auf den erhöhten Sockel einer Laterne an der linken Seite und sah durch ihre dunkle Sonnenbrille unauffällig von der Bühne immer wieder zu der Gruppe.
Ginny hatte rechts, neben Harry gesetzt, doch dieser gab sich sehr viel Mühe, sich mit Ron zu unterhalten, auch wenn er über Hermine, die neben ihm saß, hinwegsprechen musste.
Dies ließ sich das rothaarige Mädchen nicht sehr lange gefallen und begann dann, lauthals sich mit Hermine über Harry hinweg zu unterhalten.
Einen Bruchteil einer Sekunde sah dieser Ginny mit einem verdatterten Blick an, doch bevor er etwas hätte sagen können, begannen die Menschen um sie herum erwartungsvoll zu applaudieren, da der Vorhang sich geöffnet hatte.
Es offenbarte sich ihnen ein Bühnenbild, welches mit viel Liebe zum Detail gemacht worden war und der Zuschauer das Gefühl bekam, sich mitten in einem Wald zu befinden. Doch noch bevor ein Schauspieler auf die Bühne trat, hörten sie nur eine tiefe männliche Stimme aus den Lautsprechern widerhallen, welche sie in die Geschichte einführte und alle Zuschauer auf fast magische Weise verstummen und lauschen ließen.

‚So erzählte sie von einem mächtigen König, der so böse und so grausam war, dass sich selbst die Götter vor ihm fürchteten.
Weil man ihn in keinem Gefängnis halten konnte, wurde er bei lebendigem Leibe in einen Schmelztiegel mit flüssigen Eisen geworfen. Darin wurde sein dämonischer Geist gefangen gehalten und nahm die Form eines großen schwarzen Zauberkessels an.
Unzählige Jahre blieb der schwarze Zauberkessel verborgen. Immer wieder suchten böse gottlose Menschen nach ihm, denn es wurde gesagt, wer ihn besitzt, kann eine Armee unverwundbarer Krieger aufstellen … um damit die Welt zu regieren.’

Dann begann die Geschichte in einer kleinen Hütte im Wald und erzählte von einem Jungen, Taran, der bei einem alten Mann mit Namen Dalben lebte und sich dort um das Hausschwein Hen Wen zu kümmern hatte.
Taran der Junge träumte davon ein Held zu sein, und als Dalben ihm auftrug, auf das Schwein, welches Hellseherische Fähigkeiten besitzt Acht zu geben, verspricht er es hoch und feierlich.
Doch kurz darauf, als Taran mit dem kleinen Schwein draußen war, wurde es von zwei schrecklichen drachenähnlichen Geschöpfen entführt. Taran verfolgte diese Wesen und gelangte so in das Schloss des dunklen Königs, wo er aber von diesem erwischt wurde.
Nachdem sich Taran weigerte, dem König zu behilflich zu sein, um mit Hilfe von Hen Wen und dessen hellseherischen Fähigkeiten, mehr über den schwarzen Kessel zu erfahren, ließ ihn dieser in den Kerker werfen und ordnete an, das Schwein zu schlachten.
Jedoch gelang es Taran mit Hilfe eines kleinen Mädchens, einer echten Prinzessin und Dalben, der als Barde verkleidet ins Schloss gekommen war, zu fliehen und das Schwein zu retten.
Auf der Flucht fand er dann das Schwert Excalibur, welches er mühelos aus dem besagten Stein herausziehen konnte. Etwas, das etliche Ritter vor ihm nicht geschafft hatten.
Anschließend machten sie sich dann gemeinsam auf die Suche nach dem Kessel, um ihn zu vernichten.
Nach einiger Zeit der Nachforschung und des Suchens landeten sie in einem Wald, in dem drei Hexen lebten, welche den Kessel bewachten.
Im Tausch gegen das Schwert Excalibur erklärten sich die drei „Ladies“ bereit, ihnen den Kessel zu überlassen. Doch zur großen Enttäuschung der drei Helden fanden sie heraus, dass der Kessel nur dadurch zerstört werden konnte, wenn ein unschuldiges Wesen freiwillig dort hineinsteigen und sein Leben geben würde.
Während sie noch beratschlagten, was sie tun sollten, wurden sie von den Männern des Königs überrascht und gefangen genommen und der Kessel dem dunklen König überbracht.
Begeistert erklärte dieser jetzt seinen Gefangenen (was der junge Schauspieler sehr überzeugend rüber brachte, denn Sisilia lief es bei seinen Worten eiskalt den Rücken hinunter.), dass er jetzt seinen Traum wahr werden lassen und seine Armee der Toten zurück rufen würde.
Es sah mehr als makaber aus, wie der in einen dunklen Umhang gehüllte König, dessen Gesicht blass und eingefallen wirkte mit der Schminke und dem Licht, das auf ihn fiel, ein Skelett packte, welches eine lederne Uniform trug, wie einst die Römer und es hoch über seinem Kopf hielt. Kurz war es mucksmäuschenstill, sogar die Zuschauer schienen die Luft anzuhalten und dann begann der König zu sprechen.
„Aus dem Zauberkessel wiedergeboren“, sagte er flüsternd, doch seine Worte drangen dennoch bis in die letzte Reihe und noch ehe sie verhallt waren, warf er das Skelett in den großen schwarzen Kessel, der vor ihm stand.
„Steht auf meine Botschafter des Todes, unsere Zeit ist nun gekommen!“
In dem Moment erzitterte der Kessel und wie es schien, floss eine knallrote Flüssigkeit am Rande des Kessels hinunter. Doch dann zuckten die Zuschauer auf ihren Stühlen zusammen, als es einen lauten Donnerknall gab. Mit einem Male war die ganze Bühne mit Rauch erfüllt und das blitzende Licht, welches langsam die Farbe wechselte, zuerst war es blutrot, nahm dann ein unheimliches Grün an. Erneut rann Sisilia ein Schauer über den Rücken und als sie in die Gesichter der Menschen um sich blickte, sah sie, dass es diesen genauso erging.
Immer wieder zuckten grelle Blitze über die Bühne, doch dann wurde es einen Moment dunkel und totenstill.
Als dann langsam ein Licht nach dem andern wieder anging, jedoch immer noch grün gehalten, tauchten Gestalten auf, die alle in dunkle Umhänge gehüllt waren und durch das Licht sehr bedrohlich wirkten. Es waren sieben oder acht von ihnen, welche jetzt langsam von hinten nach vorn durch den Nebel auf die Bühne traten und sich ganz vorn, ihre Gesichter unter den Kapuzen verborgen. Es wirkte alles sehr beeindruckend, doch irgendetwas irritierte Sisilia an den gespielten Untoten, welche sie sofort an Inferi erinnerten. Im ersten Moment wusste sie nicht, was es war, doch dann fiel ihr Blick in die Gesichter der anderen Schauspieler, die sich fragend ansahen, so als wüssten sie selber nicht, was hier vor sich ginge. Da wurde ihr mit einem Mal klar, dass diese Leute nicht zu den Schaustellern gehörten, und in dem Moment sah sie auch schon, wie einer der Kuttenträger einen Stab unter seinen Umhang hervorzog.
Eine Sekunde erstarrte sie vor Schreck, doch dann fuhr sie wie von der Tarantel gestochen von ihrem Platz hoch und riss noch während des Aufspringens ihren Zauberstab aus der Tasche.

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BeitragThema: Re: The unbreakalble Truth 1 - 10   Mo Jan 14, 2008 10:34 pm

„Harry, Ron … Das ist eine Falle, passt auf“, rieft sie laut und zielte mit ihrem Zauberstab auf denjenigen, der seinen Stab schon in der Hand hatte. Aus dem Augenwinkel konnte sie sehen, wie Harry und seine Freunde auch nach ihren Zauberstäben griffen und sich gleichzeitig in Deckung warfen. Harry hatte sich über Ginny geworfen um sie zu schützen, das konnte Sisilia noch erkennen, bevor sie ihren Lähmzauber auf den ersten Kerl jagte. Doch dieser ging daneben, da nicht nur Harry von ihrem Ruf gewarnt worden war, sondern auch die Diener Voldemorts. Der Fluch schoss am linken Ohr des Mannes vorbei und riss ein großes Loch in den Vorhang auf der Bühne. Doch Sisilia setzte sofort nach:
„Stupor“, rief sie laut und der rote Lichtstrahl, traf den Kerl, von dem sie jetzt seine Todessermaske deutlich sehen konnte, mitten in die Brust.
Vor lauter Sorge um Harry und seine Freunde vergaß Sisilia für einen Moment ihre eigene Deckung, und noch bevor sie einen weiteren Fluch ausstoßen oder einen Schutz aufbauen konnte, traf ein roter Lichtstrahl ihre Brust, riss sie gewaltvoll von den Beinen und im nächsten Augenblick wurde es auch schon dunkel um sie. So spürte sie nicht mal mehr, wie sie hart rücklings in die Hecke flog, wobei sie sich einige Kratzer an den Armen und am Rücken zuzog, bevor sie auf den Rasen rutschte und bewegungslos liegen blieb.

Leise drang eine ihr vertraute männliche Stimme an ihr Ohr und sie fühlte, wie eine Hand sanft gegen ihre Wange schlug.
„Sisilia? Komm zu dir. Hörst du?“, hörte sie die besorgte Stimme sagen.
Kurz flackerten ihre Augen, doch dann schlug sie diese auf. Verschwommen nahm sie im ersten Moment eine Gestalt vor sich wahr und hob eine Hand, um sich über die Augen zu reiben. Noch einmal blinzelte sie und sah dann in das Gesicht von …
„Charlie? Was … was machst du hier? Was ist passiert?“, fragte sie, doch dann fiel ihr wieder alles ein und sie setzte sich abrupt auf. „Harry! Was ist mit Harry Potter?“, fragte sie von Sorge erfüllt.
„Beruhig dich wieder, Sis. Es geht allen gut, keiner ist verletzt. Ok, außer dem einen Todesser, den Harry schlafen geschickt hat“, erklärte er ihr mit einem Schmunzeln.
Sisilia blickte sich jetzt genauer um und sah, wie einige Männer, es mussten Vergissmichs, sein, denn sie richteten ihre Zauberstäbe immer wieder auf die Muggel, die dann mit leicht verklärtem Gesichtsausdruck davon gingen. Manche pfiffen ein lustiges Liedchen vor sich hin und andere begannen in ihren Taschen zu stöbern, so als würden sie nach etwas Wichtigem suchen und wieder andere grinsten in sich hinein, so als hätten sie einen wundervollen Tag gehabt und nicht gerade miterlebt, wie hässliche Gestalten versucht hatten, Menschen zu töten.
„Gibt es unter den Muggeln verletzte oder …“, fragte sie nach.
„Nichts Schlimmes. Nichts, was unsere Leute nicht wieder hinbekommen hätten. Zum Glück waren Tonks, Kinglsey und ich in der Nähe. Durch dein Rufen konnten wir schnell zu Hilfe kommen und als die Todesser uns gesehen hatten, ergriffen sie schnell Flucht.
„Tonks und Kingsley?“
„Ja, sie sind mit meinen Geschwistern, Harry und Hermine ins Ministerium gegangen, weil sie noch eine Aussage machen müssen. Kannst du aufstehen?“, fragte er sie, woraufhin sie nickte und Charlie sie mit sich auf die Beine zog.
Kurz wurde ihr schwindlig und sie schwankte, doch er legt sofort einen Arm um ihre Mitte und hielt sie fest. Auch Sisilia klammerte sich kurz an seiner Schulter fest, aus Angst, dass sie wieder stürzen würde. Überrascht spürte sie seine kräftigen Muskeln unter seinem Hemd, welche stahlhart wirkten, als ihre Finger sich an ihn klammerten.
„Langsam, langsam. So ein Schockzauber ist nicht ganz ohne“, seine Worte wirkten besorgt und so sah Sisilia ihn überrascht an.
„Es geht schon, ich hätte vielleicht nur nicht so schnell aufstehen sollen. Außerdem hab ich nicht viel gegessen heut, was das Ganze wohl verschlimmert.“
Charlie blickte sie einen Moment nachdenklich an und deutete dann den schmalen Weg hinunter.
„Dort hinten gibt es ein kleines Café, neben dem See. Wie wäre es, ich lade dich auf einen ein und da könntest du auch etwas essen“, schlug er ihr vor.
Da sie zugeben musste, dass sie im Moment nicht gerne alleine gewesen wäre und Harry, sowie seine Freunde gut aufgehoben waren, gab sie dem flauen hungrigen Gefühl in ihrem Magen und Charlies fragenden Blick nach.
„In Ordnung, gehen wir einen Kaffee trinken“, gab sie nach, woraufhin sich das Gesicht ihres Gegenübers aufzuhellen schien. Doch dann wurde ihr etwas anderes bewusst.
„Sag mal, müsstest du nicht in Rumänien sein?“
„Im Grunde ja. Aber ich habe mich beurlauben lassen. Ich denke, dass ich im Moment in England dringender gebraucht werde. Und ich lag nicht mal so falsch“, erklärte er augenzwinkernd.
Sie sagte daraufhin nichts, sondern ließ Charlie los, an dem sie sich noch immer festgehalten hatte, und ging jetzt den Weg weiter, auf den er gedeutet hatte.
„Warte kurz, ich muss mich eben bei den andern abmelden“, erklärte er und trat zu einem Mann, der sehr gewichtig tat und überprüfte, ob ihnen auch kein Muggel entgangen war, dem er das Gedächtnis modifizieren musste. Er hob nur kurz den Kopf, als Charlie ihn ansprach und nickte, während er Sisilia einen knappen Blick zuwarf.
„Darf ich bitten, Mylady?“, mit diesen Worten reichte er ihr dann seinen Arm. Zuerst zögerte sie etwas irritiert, doch dann hakte sie sich bei ihm ein.
„Vielen Dank, Mylord“, gab sie zurück, woraufhin beide zu lachen begannen. Einen Moment blickte sie noch in seine Augen und dachte sich, was diese für eine wunderschöne interessante braune Farbe hatten, doch dann wandte sie den Kopf weg und suchte in der Ferne das Café, von dem er gesprochen hatte.
„Wie macht Harry sich als Untermieter so?“, wollte er dann wissen, während sie langsam auf den See zugingen, der jetzt zwischen den Bäumen zu erkennen war.
„Ich kann mich nicht beklagen.“
„Wirklich? Keine Partys bis zum anderen Morgen, keine wechselnde Mädchen besuche“, wollte er schmunzelnd wissen.
„Nein, weder noch. Er hat bis jetzt noch nicht mal seine Freunde zu sich eingeladen, was mich sehr verwundert“, erklärte sie nachdenklich.
„Das ist allerdings seltsam.“ In seiner Stimme klang nun wirklich leichte Besorgnis mit.
„Scheinbar macht ihm das Ganze doch mehr zu schaffen, als er nach Außen hin zeigt. Ich hoffe nur, er zieht sich nicht ganz in sich zurück.“
„Das hoffe ich auch. Ich kann zwar verstehen, dass er Angst hat. Er verliert einen Menschen nach dem andern. Zuerst seine Eltern, als er noch ein Baby war. Dann seinen Paten und jetzt auch noch Professor Dumbledore. Ich glaube fast er Fürchtet, dass noch jemand aus seinem Freundes oder Bekanntenkreis etwas passieren könnte. Ich weiß nicht, ob du das gesehen hast, aber als sich ihn gewarnt hatte, war das Erste, was er getan hat, sich über Ginny zu werfen und sie zu schützen.“
„Das hab ich nicht gesehen, es ging einfach alles zu schnell drunter und drüber. Aber du könntest durchaus Recht haben. Ich denke ich werd mal mit Ron reden. Wenn einer einen Zugang zu dem Jungen hat, dann er.“
„Oder Miss Granger“, fügte Sisilia noch an.
Charlie nickte und führte sie jetzt zu dem Café, das wirklich sehr gut besucht war. Doch sie hatten Glück. In dem Moment, als sie auf die Terrasse traten, die zum See hin zeigte, standen zwei Frauen von einem der kleinen schmiedeeisernen Tischchen direkt an der kleinen Mauer zum Wasser hin auf und gingen. Sofort schob er sie dort hin und ihr einen Stuhl zurecht.
„Danke“, sagte sie überrascht, so viel Aufmerksamkeit bei einem Mann nicht gewohnt.
„Ist mir ein Vergnügen.“ Schmunzelnd setzte er sich neben sie und reichte ihr die Karte.
„Such dir etwas aus, du bist eingeladen.“
„Ich denke, ich werde nur einen Kaffee nehmen“, erklärte sie und legte die Karte neben sich auf den Tisch zurück.
„Unsinn, du sagtest vorhin, dass du Hunger hast, also wirst du auch etwas essen“, protestierte er und schob ihr die Karte wieder hin. Kurz überlegte sie und nickte dann.
„Gut aber nur, wenn du auch etwa isst.“
„Sicher, warum nicht“, gab er zurück und öffnete die Karte, die nun zwischen ihnen lag.
„Hmm, hier gibt es französischen Flammkuchen, wäre das nicht etwas?“, schlug er nach kurzem studieren der Karte vor.
„Gute Idee, warum nicht.“
Gesagt getan. Als die junge blonde Kellnerin zu ihnen kam, bestellten sie Besagtes und Sisilias Blick fiel auf den See, auf dem ein paar Paare und auch Familien mit Kindern in Ruderbooten saßen und über das Wasser glitten. Der sanfte Wind, der vom Wasser her zu ihnen wehte, tat in der Nachmittagshitze gut und so schloss sie einen Moment die Augen.
„Es ist verwunderlich, dass diese Menschen hier, nichts von dem ganzen Drama vorhin mitbekommen haben.“ Ihre Worten klangen nachdenklich und sie wandte Charlie wieder den Blick zu.
„Nein, ich würd eher sagen, es war Glück, dass wir in der Nähe waren und schnell Hilfe vom Ministerium erhalten haben. Sie haben einen Schutzbann um die Stelle aufgerichtet, sodass die Muggel, die daran vorbei gingen, nichts mitbekommen haben. Und bei den andern haben sie, wie du gesehen hast, gleich wieder ihr Gedächtnis verändert.“
Sisilia hörte ihm aufmerksam zu und nickte dann.
„Ich verstehe. Das scheint ja wirklich gut zu funktionieren.“ Charlies Gesichtsausdruck wurde ernster.
„Das ist kein Wunder. In letzter Zeit passieren häufiger so Dinge. Immer wieder treten die Todesser irgendwo auf, ob jetzt unter Muggeln oder auch in der Zauberwelt, stiften Verwirrung, verletzten oder töten Menschen und sind mir nichts dir nichts wieder verschwunden. Es scheint alles planlos zu sein. Nichts, was darauf hindeutet, dass ihr Tun ein bestimmtes Ziel haben würde“, erklärte er jetzt sehr leise.
„Doch es hat ein bestimmtes Ziel. Angst und Schrecken zu verbreiten“, gab Sisilia nun leise zurück und starrte auf ihre Hände.

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BeitragThema: Re: The unbreakalble Truth 1 - 10   Mo Jan 14, 2008 10:35 pm

„Ja. Ja da hast du Recht und das gelingt ihnen bestens“, erwiderte Charlie zerknirscht, dann legte er seine Hand auf die von Sisilia, die ihn nun verwundert anblickte.
„Das ganze Grübeln hilft nichts, wir können nur versuchen das Schlimmste zu verhindern“, erklärte er in einem sanften Ton und sie nickte nur stumm. Irgendwie tat es ihr gut seine Berührung zu spüren, auch wenn sie befürchtete, dass er es vielleicht falsch interpretieren könnte, wenn sie ihre Hand nicht zurückzog.
Doch sie brauchte sich nicht groß Gedanken darüber zu machen, denn in dem Moment wurden ihre Getränke gebracht und sie mussten ihre Hände sowieso herunternehmen.
So saßen sie noch einige Zeit zusammen, aßen und tranken etwas und unterhielten sich über Gott und die Welt. Sie kamen vom Hundertsten ins Tausendste und merkten gar nicht, wie es schon langsam dunkel wurde. Interessiert musterte sie ihn, als er ihr von seinem Job erzählte, wie er und seine Kollegen zwei streitende Drachen trennen mussten, die drauf und dran waren, ihr Lager in Schutt und Asche zu legen.
„Du glaubst gar nicht, wie wir alle geschwitzt haben. Und als wir den Zweiten endlich auch schlafen geschickt hatten, musste dieser Bursche doch glatt, statt nach links nach rechts fallen und voll auf mich“, erklärte er und begann dann seine Hosenbein hochzurollen.
„Diese Narbe stammt von seinem Horn“, mit diesen Worten deutet er auf seine Wade, die eine große Narbe zierte. „Nicht mal den Heilern gelang es, sie ganz verschwinden zu lassen. Drei Wochen konnte ich nicht laufen. Dafür kam ich aber endlich mal dazu ein paar Bücher zu lesen“, erzählte er schmunzelnd. Während er weiter lächelte, fiel ihr sein süßes Grübchen am Kinn auf, welches sich aber nur bildete, wenn er lachte, wie eben.
„Das hört sich alles ganz schön gefährlich an.“
„Ist es aber im Grunde gar nicht, wenn man weiß, was man tun darf oder nicht. Man sollte seine Aufmerksamkeit nur immer den Drachen schenken und nichts anderem, wenn man mit ihnen arbeitet.“
„Das glaub ich gern. Für mich wäre das nichts“, sie schüttelte sich leicht, bei dem Gedanken einem ausgewachsenen Drachen gegenüberzustehen und bewunderte um so mehr Charlies Arbeit.
Die Kellnerin trat an ihren Tisch und wollte abkassieren, da sie in wenigen Minuten schließen würden und Charlie lies es sich nicht nehmen, auch wenn Sisilia ihren Geldbeutel schon gezückt hatte, für sie beide zu bezahlen.
„Danke, ich werde mich aber irgendwann revanchieren“, bestand sie darauf.
„Ich freue mich darauf“, gab er schmunzelnd zurück. „Darf ich dich nach Hause bringen?“, fragte er, als sie sich erhoben.
„Das ist wirklich sehr nett gemeint, doch ich habe mein Haus unter einem Schutzzauber versteckt und da wäre das wohl nicht gut möglich.
„Ich verstehe. Aber ich halte das wirklich für sehr vernünftig, glaub mir. Ich versuche meine Eltern auch schon die ganze Zeit dazu zu überreden, doch sie wollen einfach nicht. Kann ich dann wenigstens zu dem Platz bringen, von dem aus du die Heimreise antreten wirst?“, hakte er nach und schmunzelnd nickte Sisilia dann.
Gemütlich spazierend schlenderten sie zurück zu der Statue von Achilles, vorbei an Peter Pan mit seiner Flöte und blieben dann vor dem Krieger aus Stein stehen.
Charlie nahm ihre Hand und hauchte einen sanften Kuss darauf.
„Es war ein wunderschöner Nachmittag und Abend, für den ich mich bei dir bedanken will, auch wenn der Grund unseres Zusammentreffens weniger schön war. Ich würde mich freuen, wenn wir das vielleicht bald mal wiederholen könnten“, schmeichelte er und sah sie fragend an.
„Es war wirklich sehr nett“, musste sie zugeben. „Ich denke es lässt sich bestimmt einrichten, dass wir nochmal einen Kaffee zusammen trinken können“, antwortete sie ihm nun lächelnd, was auch in sein Gesicht ein freudiges Lächeln zauberte.
„Ich hoffe, Ihr lasst mich nicht zu lange darauf warten, schöne Frau“, flüsterte er noch leise und deutete eine leichte Verbeugung an. Nun konnte Sisilia nicht anders als zu schmunzeln. Sich kurz umblickend, ob sie beobachtet wurden, ging sie jetzt ein paar Schritte zurück, sodass nur noch Charlie sie sehen konnte und als sie hinter der Achilles Statue stand, verschwand sie mit einem knappen winken und einem leisen Plopp.

Kaum war sie hinter dem Baum hervorgetreten, spürte sie, wie jemand eine Hand auf ihre Schulter legte. Erschrocken drehte sie sich um und starrt in das Gesicht von Snape.
„Bei allen Kobolden, haben Sie mich erschreckt“, sagte sie nun leise.
„Tut mir leid, das wollte ich nicht. Ich hab schon seit Stunden auf Sie gewartet. Ich muss unbedingt mit Ihnen reden“, sagte er ernst.
„Ja sicher“, gab sie mit einem fragenden Gesichtsausdruck zurück und sah sich kurz um. Inzwischen war es zwar dunkel geworden, doch die Straßenlaternen brannten und man konnt sie überdeutlich erkennen. Sie überlegte kurz, doch dann nahm sie einfach seine Hand.
„Kommen Sie mit. Hier können wir nicht reden. Ich nehm Sie mit zu mir“, doch zu ihrer Überraschung hielt Snape sie zurück.
„Nein. Es ehrt mich, dass Sie mir erlauben wollen, in Ihr Haus gehen zu dürfen, doch Sie sollten vorsichtig sein. Auch bei mir.“
Überrascht musterte sie ihn. Sie hätte nicht erwartet, dass er ihren Vorschlag ausschlagen würde.
„Zumindest, bis Sie vielleicht mehr Gewissheit haben, auf welcher Seite ich stehe. Ich meine, es geht schließlich nicht nur um Ihre eigene Sicherheit“, fügte er noch an.
„Gut, wie Sie meinen. Dann lassen Sie uns in den Park dort hinten gehen, da ist um diese Zeit selten noch jemand unterwegs“, schlug sie vor und er nickte. Er ging über die Straße und betrat mit Sisilia den kleinen Park, an den auch ein Spielplatz grenzte, der aber inzwischen verweist war.
Erst als sie ein Stück gegangen waren, bog Snape in einen Weg ab, der zu einem kleinen Pavillon führte, in dem Bänke standen.
„Setzen Sie sich doch“, bot er ihr an und deutete auf die freie Sitzfläche.
Als sie beide saßen, blickte er sich noch einmal sorgfältig um und begann dann zu sprechen.
„Ich habe von dem Vorfall in London gehört. Harry Potter und seine Freunde sollen auch daran beteiligt gewesen sein, stimmt das?“, fragte er gleich direkt heraus.
„Ja, das ist richtig“, antwortete sie und musterte ihn genau. „Haben Sie nur davon gehört, oder waren Sie auch dabei?“
„Ich war nicht dabei“, antwortete er ruhig. „Sonst hätte ich nicht auf Sie gewartet. Ich wollte wissen, ob jemand verletzt wurde?“
„Nein, es geht allen gut. Weder Harry, noch den andern ist etwas passiert“, antwortete sie ihm ehrlich und erzählte ihm dann, was sie wusste. Seine Haltung schien sich merklich zu entspannen.
„Gut. Sehr gut.“
„Sie haben sich wirklich Sorgen gemacht“, stellte sie jetzt verwundert fest.
„Ja, das hab ich. Denn ich weiß, wer die Männer waren, die dort auf Harry gelauert haben. Sie sind genauso dämlich wie brutal. Und wenn ich wirklich gewusst hätte, was passiert ist, hätte ich nicht fünf Stunden auf Sie gewartet“, erklärte er nun.
„Es tut mir leid“, sagte sie leise.
„Es gibt nichts, was Ihnen Leid tun müsste. Im Gegenteil, so wie Sie mir das erzählt haben, haben Sie die Teenager sogar gerettet.“
„Das war eher Glück“, erklärt sie zerknirscht, als sie daran dachte, dass sie nicht viel mitbekommen hatte, weil einer der Kerle sie gleich ausgeschaltet hatte. Ihr Blick ging zu ihren Schuhen und als Snape plötzlich ihre Hand nahm, sah sie ihn überrascht an.
„Das denke ich nicht. Es gehört eine ganze Portion Mut dazu, sich sieben Todessern in den Weg zu stellen.“
„Oder Dummheit“, sagt das jetzt leise und sieht zu ihm auf, in seine Augen, die in der Dunkelheit noch schwärzer waren, als sie es sonst zu sein schienen. Auch er blickte sie einen Moment lang an und keiner von beiden sprach einen Ton. In der Ferne fuhr ein Wagen vorbei, dessen Scheinwerfer kurz die Büsche am Rand des Parks streifte und gleich wieder verschwunden waren. Dann wurde es wieder ruhig, nur die Grillen zirpten ihr vergnügtes leises Lied.
Unmerklich hob er seine Hand und stricht eine Haarsträhne, welche der Wind immer wieder vor ihre Augen wehte, hinter ihr Ohr, wobei seine Finger dabei zart ihre Wange berührten.
Ein sanfter Schauer rann über ihre Haut und kurz holte sie Luft um etwas zu sagen, was sie aber im selben Moment schon wieder vergessen hatte.
Plötzlich, mit einer jähen Bewegung hatte Snape seinen Zauberstab gezogen und richtete ihn in die Dunkelheit hinein. Doch keine zwei Sekunden später, rannten nur zwei Katzen an ihnen vorbei, welche sich gegenseitig jagten.
„Dummes Getier“, murmelt er.
Seinen Zauberstab, wieder einsteckend sah er zu Sisilia.
„Danke, dass Sie mir das erzählt haben. Es wird Zeit, dass ich wieder gehe. Geben Sie auf sich Acht“, sagt er leise und erhob sich. Auch Sisilia stand auf und ließ ihn nicht aus den Augen. Ihr Blick glitt über seine Gesicht, während der Wind immer wieder seine langsam länger werdenden Haare in sein Gesicht wehte.
Er war immer auf der Hut, immer angespannt. Kein Wunder, dass er so mitgenommen aussah. Irgendwie tat er ihr leid, doch da war noch etwas, was sie sich nicht erklären konnte. Ein Gefühl, so als würde sie sich zu ihm … nein das war nicht möglich. Was dachte sie da. Sie war übermüdet. Der Schock von heute Mittag saß noch ihn ihren Gliedern. Sie wendete den Blick ab und sah zum Weg hinüber.
“Ich werde schon aufpassen. Geben Sie auch auf sich Acht, ja?“
„Sie machen sich doch nicht etwa Sorgen um mich?“
„Doch das tue ich“, sagte sie nun leise und sie glaubte, ein kurzes Auffunkeln in seinen Augen zu erkennen. Doch es war so schnell wieder verloschen, wie es aufgeflackert war.
„Wir hören von einander“, sagte er nur noch, trat einen Schritt zurück und disapparierte.
„Dass Männer immer so schnell kommen und gehen müssen“, sagte sie leise zu sich selber und ging dann nachdenklich nach Hause.

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BeitragThema: Re: The unbreakalble Truth 1 - 10   Mo Jan 14, 2008 10:37 pm

Kapitel 10
Snapes Einbruch in Hogwarts




Diese Nacht war dunkel, es war Neumond und das wenige Licht, das die Sterne zur Erde schickten, wurde von der Dunkelheit sofort wieder verschluckt.
Nur eine Kerze brannte auf dem kleinen Schreibpult und auch ihr Licht schien von der Finsternis verschlungen zu werden. Der schwarzhaarige Mann, der an dem Pult saß und seine Feder in das geöffnete Tintenfässchen steckte, hatte, um lesen zu können was er schrieb, die Nase tief zum Pergament geneigt, so dass seine gut kinnlangen Haare über den Tisch streiften.

Bin wieder zurück … Endlich wieder etwas Vernünftiges zu tun. Dennoch war es ein merkwürdiges Gefühl wieder dort zu sein und es war sehr knapp, fast hätten sie mich erwischt. Nur gut, dass Filch ein Squip ist, sonst hätte es böse ausgehen können. Dennoch gratulier ich mir zu dieser Idee und bin auch jetzt noch froh, IHM das vorgeschlagen zu haben.

Ein kurzes Schmunzeln glitt über seine Augen, doch dann wurde sein Gesicht wieder ernst. Erneut tauchte er die Feder in das Tintenfass und starrte im flackernden Schein auf die Seite des kleinen schwarzen Büchleins, in das er oben nach das heutige Datum nachtrug.

ER wartet noch auf einen Bericht. Bin gespannt wie ER reagieren wird und dann bin ich gespannt, wie es weitergeht.

Noch einen Moment starrte er auf den Eintrag in dem Buch, legte dann die Feder zurück auf ihren Platz, schloss zuerst das Tintenfass und dann, als er sicher war, das die Tinte trocken war, auch das Büchlein, dass er sorgfältig in das Geheimfach hinter dem Pult verstaute. Leise, Raubtiergleich erhob er sich von seinem Stuhl. Nur das leise Rascheln eines Umhangstoffes war zu hören, als er die Kerze mit einem Wink seiner Hand löschte und dann durch den Raum auf die Türe zuging. Noch einmal warf die ganz in schwarz gekleidete Gestalt einen Blick zurück, nickte zufrieden und verließ dann das Haus, um draußen sofort mit der dunklen Nacht zu verschmelzen.



*****




Dies war der erste Morgen, an dem Sisilia erfrischt und munter aufgewacht war, denn es hatte in der Nacht endlich geregnet und die Temperaturen waren ein wenig gesunken. Inzwischen war eine gute Woche vergangen seit dem Vorfall im Hydepark und seither war nichts Besonderes mehr passiert, außer, dass sie jeden zweiten Tag eine Eule von Charlie erhalten hatte, in der er wissen wollte, ob es ihr auch wirklich gut ging. Auf der einen Seite fand sie es sehr niedlich und lieb, doch langsam merkte sie auch, wie es ihr zuviel wurde.
So stand sie nun am Esstisch, goss sich etwas Tee in eine Tasse, die sie dann neben die noch immer eingerollte Zeitung stellte, die ihr eine Eule vor etwa fünf Minuten gebracht hatte.
Doch noch bevor sie sich zu ihrem Tee setzten konnte, hörte sie eilige Schritte die Stufen zu ihrer Veranda hoch kommen und dann auch sogleich ein heftiges Poltern gegen ihre Türe.
„Sisilia!“, kam es von draußen. „Sisilia, bist du schon wach? Ich muss dir unbedingt etwas zeigen!“ Harry schien mächtig außer sich zu sein, denn seine Stimme überschlug sich förmlich.
„Es ist offen, komm rein“, rief Sisilia durch den Flur und keine Sekunde später ging die Tür auch schon auf. Harry stürmte geradezu ins Haus und wedelte mit der Zeitung herum, die er in der Hand hatte.
„Hast du schon den Tagespropheten gelesen? Hast du das schon gesehen? Ich wusste es. Ich habe es allen gesagt, er wird wieder auftauchen …“, schnaubte er aufgebracht.
„Jetzt beruhige dich erst mal und erzähle mir alles der Reihe nach“, mit diesen Worten schob sie ihn in die Küche und zu einem Stuhl, auf den er sich drücken ließ, dann reichte sie ihm ihre Tasse Tee hin und holte sich selber eine Neue, die sie voll schenkte.
„Trink was und dann noch mal ganz von vorn. Wer ist wieder aufgetaucht?“
„Snape!“, schoss es aus ihm heraus und Sisilia hätte vor Schreck beinahe ihre Tasse fallen gelassen. „Dieser Mistkerl hat versucht in Hogwarts einzubrechen. Vor dem Klassenzimmer von Trelawney hat Filch ihn gestellt, doch Snape konnte fliehen“, erklärte Harry und breitete vor Sisilia seine Zeitung aus, die er mitgebracht hatte.
Fahrig stellte Sisilia die Tasse auf den Tisch, wobei etwas vom Inhalt überschwappte, doch darauf achte sie in dem Moment nicht. Sie neigte sich über das Papier und ihre Augen hafteten förmlich auf dem Artikel, der über die halbe Seite des Propheten ging.



Mörder wieder in Hogwarts aufgetaucht.

Der ehemalige Zaubertränkelehrer Professor Severus Snape, der vor nicht mal zwei Monaten den damaligen Schulleiter Professor Albus Dumbledore auf kaltblütigste Weise ermordet hat, wurde gestern dabei gesehen, wie er durch die Flure von Hogwarts schlich, offensichtlich auf den Weg zu den Privaträumen einer der Professorinnen der Schule.
Vielleicht in der Annahme, dass keiner über die Ferien im Schloss ist, glaubte er wohl, unbemerkt dort eindringen zu können. Doch diesmal waren außer dem Hausmeister Mr. Filch auch noch Professor Minerva McGonagall, die derzeitige Schulleiterin und Professor Sybill Trelawney, zuständig für das Fach Wahrsagen, anwesend, wobei Letztere wohl das Ziel von dem Eindringling war.
Professor Trelawney sagte aus, dass sie gerade nach unten in die Küche gehen habe wollen, als plötzlich Professor Snape auf einmal vor ihr gestanden habe. Sie sei so geschockt gewesen, dass sie nur noch laut nach Hilfe geschrieen habe. Ihr ehemaliger Kollege sei daraufhin sogleich davongelaufen.
Wie der Hausmeister Mr. Filch dem Propheten berichtete, habe er das Schreien von Professor Trelawney gehört, da er gerade in der Nähe gewesen sei, um Reparaturen durchzuführen und war ohne zu zögern zu ihr nach oben gelaufen. Auf dem Treppenabsatz sei er Snape begegnet, der sofort drohend seinen Zauberstab gezogen habe, als dieser ihn aufhalten habe wollen. Aus Furcht vor dem eiskalten und unberechenbaren Todesser, habe es Mr. Filch vorgezogen, sich in Sicherheit zu bringen, doch sagte er, er sei sich sicher, dass seine Rufe und Drohungen den ehemaligen Professor sehr schnell dazu bewogen hätten, das Weite zu suchen.
Auch die derzeitige Schulleiterin, Professor McGonagall, die sich wegen Vorbereitungen für das nächste Schuljahr schon in Hogwarts aufgehalten hatte, gab an, dass sie niemals erwartet habe, dass Snape die Dreistigkeit besitzen würde, sich noch einmal in Hogwarts blicken zu lassen.
Was aber weiterhin ungeklärt bleibt: Was wollte Snape, der derzeit meist gesuchteste Mörder Englands in Hogwarts? Es heißt zwar, dass ein Verbrecher immer wieder an den Ort des Verbrechens zurückkehrt, aber dennoch tut er dies gewöhnlich aus einem bestimmten Grund. Wollte er Spuren verwischen oder hatte er etwas Wichtiges in Hogwarts, das er dringend haben wollte?
Wir wissen es nicht. Doch eines gab das Ministerium noch bekannt. Dass die Fahndung nach ihm noch weiter ausgedehnt werden wird, fast alle Auror sind auf diesen Fall angesetzt und es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis dieser feige Mörder endlich in Askaban sitzen wird.


Sisilia ließ die Zeitung sinken und blickte nachdenklich zu Harry, der ihr immer noch mit hochrotem Gesicht und sehr aufgebracht entgegenblickte. Er schlug mit der Faust auf den Tisch und deutete dann auf den Artikel.
„Mir war immer klar, dass dieser Mistkerl keine Skrupel besitzt. Er hat die Unverfrorenheit, wieder in Hogwarts aufzutauchen. Doch eines verspreche ich dir. Ich bekomme heraus, was er dort wollte. Und noch etwas. Das Ministerium soll sich lieber Mühe geben und ihn vor mir finden, denn wenn ich ihn in die Finger bekomme, werden sie nicht mehr viel vorfinden, dass sie in Askaban einsperren können.“
„Harry! Harry beruhige dich wieder. Du wirst gar nichts dergleichen tun. Mr. Snape ist eine Nummer zu hoch für dich. Außerdem hast du eine andere Aufgabe, vergiss das nicht.“
„Das ist mir egal. Sisilia, dieser verdammte Bastard hat deinen Großonkel getötet, ich war dabei, ich musste es hilflos mit ansehen“, schrie er ihr jetzt förmlich ihr entgegen.
„Verdammt Harry, das weiß ich“, gab sie nun auch lauter zurück und stand auf, wobei fast ihr Stuhl nach hinten kippte und sich dann aber im letzten Moment mit gepolter wieder auf alle vier Beine stellte.
„Glaubst du es bringt was, wenn du wie ein verrückter Berserker herumrennst und jagt auf Snape machst, wenn nicht mal ausgebildete Auroren ihn finden können. Du hast wohl immer noch nicht begriffen, dass keiner Snape finden wird, wenn er nicht gefunden werden will. Er ist zu clever für das Ministerium, wenn man ihn überhaupt fangen kann, dann nur mit einer überdurchschnittlichen List und nicht indem man wütend mit der Faust auf den Tisch schlägt.“
Harry starrte mit offenem Mund zu Sisilia. Er hatte sie noch nie wütend gesehen und schon gar nicht mit jemand so sprechen hören. Doch musste Harry sich auch eingestehen, dass sie Recht hatte.
„Es tut mir leid, Sisilia. Ich hab den Kopf verloren“, sagte er nun kleinlaut und Sisilia setzte sich jetzt wieder zu ihm.
„Schon gut, ich kann es ja verstehen. Doch solltest du wirklich versuchen deine Gefühle etwas besser in den Griff zu bekommen.“
Jetzt lachte Harry kurz auf und es klang fast etwas wirr.
„Genau so etwas sagte Snape auch zu mir“, gab er auf ihren fragenden Blick als Erklärung.
„Das hat er getan?“, hakte Sisilia jetzt nach.
„Das und einiges mehr“, brummte er jetzt nachdenklich.
„Sag mal, Sisilia. Wie gut beherrscht du unausgesprochene Flüche?“
Überrascht sah sie ihn auf diese Frage hin an.
„Nun ja. Wie gut? Ich denke ganz passabel. Musste die meisten so lernen, da ich in der Muggelwelt gelebt habe und ich so Zauber anwenden konnte, ohne dass die andern davon Wind bekamen. Warum fragst du?“
„Weil mir gerade etwas eingefallen ist. Snape beherrscht die Non-Spell Zaubersprüche so gut wie nur wenige mir bekannte Magier, wie er mir bei unserer letzten Begegnung überdeutlich klar gemacht hat. Und ich habe erkannt, wie wichtig dies sein kann, wenn man gegen seine Gegner eine Chance haben will. Worauf ich hinaus will. Sisilia, würdest du mit mir vielleicht diese Sprüche üben?“, fragte er vorsichtig nach.
„Nun ja …“, begann sie nachdenklich, „Warum eigentlich nicht. Schaden kann es auf keinen Fall. Ich hätte auch nichts gegen ein bisschen Übung“, schmunzelte sie jetzt.
„Danke“, sagte Harry und dann fiel sein Blick wieder auf die Zeitung und seine Miene verfinsterte sich erneut.
„Ich muss nach Hogwarts gehen und versuchen herauszufinden, was Snape dort gewollt hat“, dachte er jetzt laut.
„Du wirst nicht so ohne weiteres reinkommen. Sie haben garantiert die Sicherheitsmaßnahmen verschärft. In einer Woche beginnt die Schule wieder. Soll sie jedenfalls. Und ich bin mir sicher, dass da inzwischen nicht jeder so einfach reinmarschieren kann.“
Jetzt grinste Harry sie an, woraufhin sie ihm einen fragenden Blick zuwarf.
„Nicht jeder, doch ich hab etwas …“, begann er zu erklären.
„Deinen Tarnumhang? Ich fürchte der wird dir nicht helfen, durch das Tor zu kommen. Wenn du mal drin bist, in Ordnung, dann ist er nützlich, aber mit ihm kannst du weder durch Wände noch durch verschlossene Eingangstore gehen.“
Nun wurde Harrys Blick leicht resignierend.
„Warte mal. Stand in der Zeitung nicht, dass Professor McGonagall schon in Hogwarts ist?“
„Ja, sie würde Vorbereitungen fürs neue Schuljahr treffen“, gab Harry nickend und mit einem fragenden Blick zurück.
„Dann hab ich vielleicht eine Idee, wie ich dich ins Schloss bringen kann.“
„Ja wirklich?“, Harrys Gesicht hellte sich merklich auf.
„Ja“, sie legte ihre Finger nachdenklich an ihr Kinn. „Hör zu Harry. Professor McGonagall hat mir gesagt, ich dürfte sie jederzeit besuchen, ob daheim oder in Hogwarts. Vielleicht wäre es Zeit, dass ich mich bei ihr zum Tee einlade, meinst du nicht?“, sie hob eine Augenbraue und Harry nickte kurz.
„Gut abgemacht. Ich schicke ihr eine Eule und sobald ich weiß, wann es ihr Recht ist, gebe ich dir Bescheid. Ich hoffe nur, der ganze Aufwand lohnt sich dann auch und du findest tatsächlich heraus, was Snape im Schloss wollte.“

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BeitragThema: Re: The unbreakalble Truth 1 - 10   Mo Jan 14, 2008 10:38 pm

Gleich für den nächsten Tag erhielt Sisilia ein Schreiben von Minerva McGonagall, dass sie sich auf ihren Besuch freuen würde und mit dem Brief, erhielt sie auch einen Passierschein, der persönlich auf sie ausgestellt war. Also hatte Sisilia Recht damit gehabt, dass sie die Sicherheitsvorkehrungen in Hogwarts nach Snapes eindringen noch mal verschärft hatten.
Sisilia hatte den ganzen gestrigen Tag, nachdem sie das von Harry erfahren hatte, überlegt, warum Snape dort gewesen war und sie hatte nicht übel Lust gehabt, ihn selber zu fragen. Doch sie wusste ja nicht wie. Wenn, dann war er derjenige, der Kontakt zu ihr aufnahm, doch leider nicht an diesen und auch nicht am nächsten Tag.
So machte sie sich mit Harry nach dem Mittagessen auf nach Hogsmeade. Sie reisten zuerst per Flohpulver und dann gingen sie den Weg vom Ort hinauf zum Schloss. Als sie in Sichtweite der Schule kamen, zog Harry seinen Umhang über und blieb dann dicht an ihrer Seite, bis sie vor dem Tor standen, das verschlossen war.
„Hallo? Ist jemand hier?“, rief Sisilia durch die Gitterstäbe und zuckte zurück, als sich aus dem Schatten innerhalb des Geländes eine Gestalt löste, die sie zuvor nicht bemerkt hatte. Doch als ihr bewusst wurde, wer das war, huschte ein Lächeln über ihr Gesicht.
„Tonks? Du hier?“, rief sie überrascht.
„Hallo Sisilia. Ich hab schon gewartet, Minerva hat mir erzählt, dass du heute hier auftauchen würdest. Sie meinte, du hättest vielleicht Interesse an einem Lehrerposten“, redete die junge Frau mit ihrem bonbonrosafarbenen Haar munter drauf los.
Sisilia war kurz überrascht, was sie aber schnell wieder verbergen konnte, dann ihr wurde mit einem Mal klar, dass außer ihr Großvater, Minerva, Harry und natürlich Snape, keiner wusste, wer sie wirklich war.
„Ja, es klang interessant und ich dachte, ich sehe mir das Ganze mal an“ antwortete sie dann.
„Na dann mal rein in die gute Stube.“ Mit diesen Worten öffnete Tonks das Tor und ließ Sisilia durch. Diese konnte spüren, wie Harry sich eng an ihr vorbei schob, was nicht anders ging, denn Tonks öffnete das Tor nur so weit, dass eine Person bequem durchgehen konnte und schloss es auch sogleich wieder. Kurz erklärte sie ihr noch den Weg zum Schulleiterbüro und gab ihr auch das Passwort, bevor sie sich wieder mit dem Rücken gegen die Mauer lehnte, an der sie zuvor auch schon gestanden hatte und während sie ihr noch kurz nachwinkte, farblich mit der Mauer verschmolz, wie ein Chamäleon.
„Methamorphmagie“, flüsterte Harry, der versuchte keine Geräusche zu verursachen, als er den Weg mit ihr nach oben ging.
„Ein durchaus nützliches Talent“, gab Sisilia ebenso leise zurück.
Als sie die Stufen zur Eingangstüre erreicht hatten, blieb sie stehen und warf einen Blick Richtung See.
„Harry, ich würde vorschlagen, wir treffen uns unten beim Grabmal meines Großonkels, wenn wir fertig sind. So reicht es, wenn wir eine ungefähre Zeit ausmachen. Sagen wir ca. zwei bis drei Stunden. Wenn es etwas länger dauert, ist es auch in Ordnung.“
„Ja, in Ordnung. Dann treffen wir uns am See“, leise waren seine Worte und Sisilia vermied es in seine Richtung zu sehen, auch schon deshalb, weil sie auch gar nichts sehen würde. Doch seltsamerweise konnte sie überdeutlich spüren, dass er neben ihr stand, was sie leicht verwunderte.
Sisilia öffnete die Türe in die Eingangshalle und blieb erst einen Moment lang, sich umsehend, stehen. Wie lange war sie nicht mehr hier gewesen? Achtzehn Jahre, das war eine halbe Ewigkeit.
Als Harry an ihr vorbei ging, murmelte sie noch „Viel Glück“ und ging dann selber auf die Stufen zu, die nach oben führten.
Jedoch erschrak sie sehr, als plötzlich ein Mann neben ihr scheinbar aus dem Nichts auftauchte. Dieser sah mit seinen langen ungepflegten Haaren und seiner zerschlissenen Kleidung wie ein Vagabund aus. Um seine Beine strich eine zerzauste Katze und starrte Sisilia neugierig an.
„Kann ich Ihnen helfen, Mam?“, fragte der Mann misstrauisch. Doch bevor sie großartig zu erklären begann, zog sie das Schreiben von Minerva aus der Tasche und reichte es ihm.
Während er den Text ganz genau las und immer wieder leise etwas Unverständliches murmelte wie „Hmm … sieht echt aus“, beobachtete Sisilia, wie die Katze des Mannes, einige Stufen nach oben gegangen war und auf eine Stelle starrte, wo sie anscheinend etwas gesehen hatte.
Sie hoffte, dass es nicht Harry war, den sie ausgemacht hatte und wandte schnell den Kopf zurück zu Filch, als dieser sich bewegte.
„In Ordnung, Miss Dorel. Ich bring Sie nach oben. Folgen Sie mir“, sagte der Mann zu ihr. Im ersten Moment wollte sie dankend ablehnen, da sie den Weg selber wusste, doch dann dachte sie bei sich, dass es für Harry vielleicht nicht mal so schlecht wäre, wenn er etwas mehr Luft hätte und sie diesen neugierigen Hausmeister ein paar Minuten ablenken könnte.




*****




Das Gespräch mit Minerva McGonagall verlief sehr kurzweilig. Sie hatten sich viel zu berichten, redeten über alte Zeiten, liebenswerte Angewohnheiten von Albus und wie sie ihn vermissten. Sie weinten beide ein paar Tränen und tranken Tee, wozu Minerva wieder ihre Ingwerkekse, aber auch etwas Kuchen anbot. Ehe sie es sich versahen, waren schon fast drei Stunden vergangen und Sisilia drängte dann zum Aufbruch, auch unter dem Vorwand, noch zum Grab ihres Onkels gehen zu wollen.
Man merkte Minerva an, dass sie Sisilia nur ungern ziehen lassen wollte, irgendwie schienen sich die beiden Frauen sehr gut zu verstehen. Die alte Lady hatte auch so etwas Mütterliches an sich und Sisilia fühlte sich sehr wohl in ihrer Gegenwart. Dennoch verabschiedete sich Sil und nachdem sie versprechen musste, wieder vorbei zu kommen, entließ McGonagall sie dann schließlich.
Mit langsamen Schritten, die abendliche Sonne genießend, ging Sisilia langsam zum See hinunter und zu dem weißen marmornen Grabmal, das dort stand. Ihr Blick glitt für einen Moment über den glitzernden See, doch dann wurde er wieder von dem weißen Stein angezogen, auf dem ein Name stand.

Albus Percival Wuflric Brian Dumbledore.

Einen Moment blieb sie davor stehen und in ihrem Kopf erschien das Gesicht ihres Großonkels, der sie, wie er es meistens getan hatte, mit seinen hellblauen Augen über seine Halbmondbrille anlächelte.
Sie bemerkte nur allzu deutlich, wie sehr sie ihn doch vermisste und konnte die Träne, die sich ihren Weg über ihre Wange bahnte, nicht aufhalten. Langsam ließ sie sich vor dem Grabmal in das Gras sinken und strich mit den Fingern sanft über den kalten Stein.
„Ich vermisse dich, Onkel“, sagt sie leise. „Aber noch mehr vermisse ich unsere vielen langen Gespräche, die Geschichten, die du mir erzählt hast, wie die mit der U-Bahn-Karte über deinem linken Knie.“
Ihr Blick ging jetzt gen Himmel, wo sie Tränen wegblinzelnd die Wolken beobachtete.
„Eigentlich hattest du mir noch versprochen, mir die Geschichte mit diesem Grindelwald zu erzählen, weißt du noch? Du sagtest, wenn ich verständig genug wäre, würdest du das tun. Immer wieder hast du mich vertröstet und jetzt … jetzt ist es zu spät. Könnte ich doch nur noch einmal mit dir sprechen, nur einmal“, mit einer fahrigen Bewegung wischte sie sich eine Träne von ihrer Wange, die es gewagt hatte sich ihrem Willen, nicht weinen zu wollen, zu widersetzen.
Sie saß noch einiger Zeit einfach nur da und hing ihren Gedanken nach, als mit einmal eine Hand auf ihrer Schulter spürte.
„Shhh, ich bin es nur“, hörte Sie Harry flüstern. Sie bewegte sich nicht und schaute weiterhin auf das Wasser.
„Und Erfolg gehabt?“, fragte sie leise.
„Und ob. Und ob. Aber lass uns verschwinden, ich werde dir daheim alles erzählen“, sagte er und Sisilia erhob sich nickend, warf dem Grabmal noch einen Blick zu und ging dann mit Harry an ihren Fersen zurück zu Tonks, die sie wieder hinausließ.





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BeitragThema: Re: The unbreakalble Truth 1 - 10   Mo Jan 14, 2008 10:40 pm

Wieder zurück in London, führte Sisilia Harry in ihr Wohnzimmer und machte noch schnell Tee. Dann als sie Harry gegenüber saß, jeder mit einer Tasse Tee in der Hand, sah sie ihn erwartungsvoll an.
„Gut, was hast du erfahren?“
Harry ließ sich in den Sessel zurücksinken und blickte sie mit einer Art Triumph in seinen Augen an. Dann zog er ein Lederkästchen unter seinem Umhang hervor und stellte dieses auf den Tisch.
„Was ist das?“, fragte Sisilia und starrte auf das viereckige Kästchen.
„Das ist etwas, was mir Albus Dumbledore in einer der Erinnerungen gezeigt hatte, die er besorgen konnte. Er hatte diese Erinnerung von einer kleinen alten Hauselfe. Honkey, war ihr Name. Doch das spielt hier keine Rolle. In der Erinnerung hatte eine alte Dame Voldemort genau dieses Kästchen gezeigt und kurz darauf war sie ermordet morden und das hier und noch etwas anderes waren verschwunden.“
Sisilia hing an Harrys Lippen und ihre Spannung wuchs immer mehr, was sie dazu brachte, unruhig auf dem Sofa hin und her zu rutschen. Dennoch wollte sie Harry nicht drängen und wartete einfach ab, auch wenn es ihr nicht leicht fiel.
„Man hatte von diesen Dingen nie wieder etwas gehört oder gesehen“, erklärte er geheimnisvoll, doch dann hob er den Deckel der Schachtel ab und ließ Sisilia einen Blick darauf werfen.
Es war ein kleiner goldener Becher, mit zwei sehr fein gearbeiteten Henkeln daran, das in einem weichen seidenen Futteral lag.
„Eine Teetasse?“, fragte Sisilia nun sichtlich irritiert.
„Ein Becher, doch keine einfacher Becher. Es ist ein Becher, der einmal Helga Hufflepuff gehört hatte. Unten auf dem Boden kann man einen kleinen Dachs erkennen“, erklärte er mit einem stolzen Blick.
Automatisch streckte Sisilia die Hand danach aus, doch Harry hinderte sie daran, den Becher zu berühren.
„Nein nicht! Er könnte verflucht sein. Genauso wie die andern Gegenstände verflucht waren, die Voldemort als Aufbewahrungsort seiner Seelenstücke benutzt hat“, seine Stimme klang zischend und warnend und seine Augen leuchteten fast schon fanatisch.
„Du glaubst, das hier ist ein weiteres Horcrux, Harry?“, fragte Sisilia vorsichtig und ließ weder ihn noch diesen Becher aus den Augen.
„Ja. Ja, das denke ich. Warum sollte Snape sonst in Hogwarts gewesen sein? Warum ausgerechnet zu Professor Trelawneys Privaträumen gegangen sein? Denn dort befand sich diese. Wusstest du, dass Professor Trelawney eine leidenschaftliche Tassensammlerin ist. Keiner hätte wohl vermutet, dass ausgerechnet sie dieses wertvolle Teil besitzen würde. Und das auch noch vor den Augen der gesamten Schüler. Ich habe das Regal mit meinen Augen immer wieder betrachtet und auch ich kam nicht auf die Idee, was ich da vor mir hatte.“
„Das ist verrückt“, sagte Sisilia leise. „Und was jetzt? Wie willst du herausfinden, ob es wirklich eines dieser Horcruxe ist und … wenn du Recht hast, wie kann man es zerstören?“
Wieder ging ihr Blick zwischen Harry und dem Kleinod in der Kiste hin und her.
„Gute Frage. Ich weiß es nicht. Ich werde wohl meine Freunde um Hilfe bitten müssen. Sisilia … könntest du vielleicht doch …“, begann er, doch Sisilia ließ ihn nicht ausreden.
„Sag mir nur für wen.“
„Ron und Hermine“, sagte er schnell, schien noch einen Moment zu überlegen, doch dann nickte er und wiederholte die Namen.
„Gut“, sofort zog Sisilia ihren Zauberstab und übergab ihm nur wenige Augenblicke später zwei kleine Pergamente.
„Danke“, sagte er nur, steckte sie in die Tasche und verschloss das lederne Kästchen wieder.
„Harry?“
„Hm?“, er steckte das Kästchen weg und sah dann wieder zu Sisilia.
„Sei bitte vorsichtig damit“, warnte sie ihn besorgt.
„Das werde ich sein. Mach dir keine Sorgen. Aber gib zu, ich hatte Recht. Snape hatte einen Grund gehabt, das Schloss zu betreten. Ich nehme an, Voldemort war der Ort, an dem sich das Kästchen befand nicht mehr sicher genug und wollte, dass Snape es ihm bringt. Sein Pech, dass Professor Trelawney schon im Schloss war. Und mein Glück. Wenn ich Recht habe und es schaffe es zu zerstören, dann muss ich nur noch 3 Horcruxe finden. Professor Dumbledore hatte noch eine Vermutung, was ein Horcrux sein könnte. Dann ist nicht sicher was mit dem Medaillon ist. Vielleicht ist es RAB, wer das auch immer war, auch wenn ich eine Vermutung habe, gelungen es zu zerstören, dann hätte ich eine Sorge weniger.“ Harrys Stirn zog sich in Falten und Sisilia konnte deutlich sehen, welche Last auf den Schultern des Jungen lag. Und wieder bestärkte sie das in ihrem Willen, Harry Potter zu helfen. In dem Moment fiel ihr Blick auf den kleinen schwarzen Kater, der im Türrahmen stand und sie scheinbar schon einige Zeit neugierig beobachtet hatte. In dem Moment, als Sisilia ihn anblickte, ging dieser, um Harry einen großen Bogen machend, zum Sofa, sprang dort hinauf, legte sich ans andere Ende und ließ dabei, weder Harry noch sie aus den Augen.
„Ich weiß nicht, warum du diesen schwarzen Teufel behältst Sisilia. Irgendwas gefällt mir an dem an dem Tier nicht“, murmelte Harry nun leise, während er sich zu ihr nach vorn gebeugt hatte.
„Aber er tut doch keinem was. Lass ihn einfach, Harry. Wir wissen ja nicht, was der arme kleine Kerl vielleicht schon alles durchgemacht hat. Außerdem hab ich den Eindruck, dass er sich hier ganz wohl zu fühlen scheint“, erklärte sie lächelnd.
Auch Harry musste jetzt lächeln und winkte dann einfach ab.
„Weißt du was, Sisilia? Ich glaube du bist einfach zu gut für die diese Welt. Dir würde ich zutrauen, dass du noch versuchen würdest Snapes Unschuld zu beweisen. Ganz wie dein Onkel eben. Ich sollte jetzt Ron und Hermine bescheid geben. Ich werde sie für morgen einladen. Bitte pass auf dich auf. Du bist eine gute Freundin geworden. Ich möchte nicht, dass dir etwas zustößt“, sagte Harry und er klang in dem Moment so verdammt erwachsen. Zu erwachsen für sein Alter. Er stand auf, was Sisilia ihm sofort gleichtat und ihm entgegen ging.
„Es ist mir eine große Ehre, dass du mich als Freundin betrachtest. Danke, Harry. Auch du bist für ein guter Freund geworden und du wirst mir auch versprechen auf dich aufzupassen, verstanden?“, sagte sie, nahm ihn einfach, ohne weiter darüber nachzudenken, kurz in die Arme und als sie ihn losließ, sah er sie etwas verschüchtert an, was Sisilia einfach zu süß fand. Doch schnell unterdrückte sie den Wunsch zu schmunzeln und verwandelte dies in ein Lächeln.
„Hör zu, falls du Miss Weasley auch noch …“, wollte sie ihm vorschlagen.
„Nein. Nein, Ron und Hermine genügen. Wirklich“, sagte er bestimmt. „Ich werde dann mal“, sagte er, nickte ihr kurz zu und ging dann zur Türe.
„Gute Nacht, Harry. Wenn etwas sein sollte, du weißt, wo du mich findest“, rief sie ihm hinterher, bevor er mit einem weiteren Nicken verschwand.
Sisilia sah noch einen Moment hinterher, bis sie die Haustüre ins Schloss fallen hörte. Dann atmete sie tief durch und drehte sich zum Sofa um, wo der kleine schwarze Kater saß und sie mit seinen schwarzen Augen musterte.
„Und was machen wir beide jetzt?“, fragte sie und das Tier setzte sich, so als hätte es ihre Frage verstanden auf und blickte sie an. Einen Moment musterte sie ihn, doch dann ging sie zurück auf ihren Platz, setzte sich und nahm ihren Tee in die Hand.
Ihre Gedanken wanderten zu dieser Tasse. Konnte diese wirklich eines der gesuchten Horcruxe sein? Wenn ja, wie vernichtete man diese?
„Schade, dass du mir nicht helfen kannst Pidi. Ich wüsste wirklich gern, wie man ein Horcrux vernichtet. Wenn ich richtig liege, jedenfalls soweit ich die Informationen von Harry habe, hat mein Onkel diesen Ring vernichten wollen und dabei ist ihm ein Fehler unterlaufen, bei dem er seine Hand eingebüßt hat. Anscheinend hat Albus nur mit Hilfe seines Könnens und dem Wissen von Professor Snape schlimmeres verhindern können“, dachte sie nun laut. „Doch was war das? Was haben die beiden getan?“
Sie nahm ihren Blick nicht von dem schwarzen Tier, welches seinerseits auch nicht den Blick von ihr nahm.
„Ach was tue ich da? Ich frage eine Katze um Rat? Harry hat schon Recht, ich sollte aufpassen, du bist wirklich ein kleine Teufel“, schmunzelte sie jetzt, stellte die Tasse zurück auf den Tisch und legte sich auf das Sofa, den Kopf auf der Armlehne, verschränkte die Hände auf dem Buch und ließ die Beine aber weiterhin auf dem Boden, da sie den Kater nicht vertreiben wollte. Und der würde garantiert vom Sofa springen, wenn sie die Beine ebenfalls hochlegen würde.
So lag sie einige Zeit einfach nur da und ließ ihren Gedanken freien Lauf.
Irgendwann fielen ihr die Augen zu und sie glitt in einen leichten Schlaf. Es dauerte auch nicht sehr lange und ein seltsamer Traum erwachte in ihrem Kopf zum Leben.

Die Luft war sehr schwül, dicker Nebel hing zwischen alten dunklen Bäumen und schien über den Boden zu kriechen. In der Ferne schrie ein Käuzchen und schon konnte sie hören, wie der Vogel hoch über ihrem Kopf davon flog. Sie stand alleine mitten in diesem Wald und es war bis auf das leise Rascheln der Blätter über ihr in den Bäumen nichts zu hören. Ein sanfter Windhauch strich über ihr Gesicht und fuhr auch leicht durch ihre Haare. Langsam setzte sie einen Schritt vor den anderen, den Boden unter sich nur erahnend. Immer wieder tastete sie sich von einem Baum zum andern. Sie hatte keine Ahnung wo sie war und wo sie hinging. Als ihr das bewusst wurde, begann ihr Herz heftig in ihrer Brust zu schlagen und sie bekam Angst.
Aber dennoch schien sie irgendetwas magisch anzuziehen. Und genau darauf zu lenkte sie ihre Schritte. Vorsichtig, darauf achtend auf keinen Ast zu treten, der ein Geräusch verursachen hätte können, ging sie weiter.
Nach einiger Zeit entdeckte sie eine kleine Hütte, direkt am Waldrand, den sie mittlerweile erreicht hatte. Kurz stutzte sie. Kannte sie diese Hütte nicht? Doch so sehr sie sich auch anstrengte, es wollte ihr nicht einfallen.
Langsam ging sie weiter auf das Gebäude zu, aus dem ein schwaches Licht durch ein kleines Fenster fiel. Neugierig steuerte sie direkt darauf zu und als sie es erreicht hatte, warf sie vorsichtig einen Blick hinein. Das Erste was sie sah, war ein Mann, groß, schlank mit weißen Haaren, die er mit einem Band locker im Nacken zusammengefasst hatte. Dieser Mann stand mit dem Rücken zu ihr, so dass sie sein nicht Gesicht sehen konnte. Auch brannte nur eine Kerze auf einem Tisch, die nicht wirklich viel Licht spendete. Und die flackernden Schatten, welche diese warf, sahen mehr als unheimlich aus.
Neben ihm stand ein anderer Mann, er trug einen tiefschwarzen Umhang mit einer Kapuze auf dem Kopf. Ihn konnte sie von der Seite sehen, doch wegen der Kapuze sein Gesicht nicht erkennen. Irgendwas schienen die beiden da zu tun oder zu betrachten. Sisilia ging noch einen weiteren Schritt auf das Fenster zu und stellte sich auf einen kleinen Mauervorsprung, um noch besser hineinsehen zu können. Dabei fiel ihr Blick auf den Schatten an der Wand, den die beiden warfen und fasziniert versuchte sie zu deuten, was sie dort sah.
Einer der Männer, es musste der Weißhaarige sein, hatte einen Arm von sich gestreckt und der andere hatte seinen Zauberstab auf dessen Hand gerichtet. Nun konnte sie auch hören, wie der Mann in Schwarz leise Beschwörungsformeln flüsterte, während der andere immer wieder ein schmerzhaftes Stöhnen unterdrückte. Doch dann mit einem Male entspannte sich der alte Mann wieder, lies seine Hand etwas sinken und man konnte deutlich sehen, dass er dann etwas von seinem Finger zog. Vielleicht einen Ring? Es war zumindest das Naheliegenste. Was hatten die beiden da getan?
In dem Moment drehte sich dieser Mann um und sah genau in Sisilias Richtung. Sie erstarrte, kippte rückwärts von dem Vorsprung und stolperte dann noch über ihre eigenen Beine, so dass sie anschließend mit dem Po hart auf den Boden krachte.
Das war doch unmöglich. Das was sie gerade eben gesehen hatte, war unmöglich. Der alte Mann mit den weißen Haaren, das war … Albus Dumbledore gewesen. Aber was war mit seiner Hand geschehen? Sie war … schwarz.
Doch noch bevor sie richtig nachdenken konnte, hörte sie wie die Türe aufschlug und der Mann im schwarzen Umhang heraus gerannt kam. Sie überfiel eine Art von Panik und sie wollte nur noch hier weg.
So schnell sie konnte, rappelte sie sich wieder auf die Beine und rannte davon. Ohne sich umzudrehen, lief sie zurück in den Wald, zwischen den eng zusammenstehenden Bäumen hindurch, wobei immer wieder Äste über ihren Körper und auch ihr Gesicht strichen.

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BeitragThema: Re: The unbreakalble Truth 1 - 10   Mo Jan 14, 2008 10:40 pm

Dann spürte sie, wie etwas Raues über ihre Wange rieb, wieder und wieder … und irgendwie passte das nicht zu der ganzen Situation. Es passte nicht … in … ihren Traum …

Mit einem Mal war sie hellwach und öffnete die Augen. Sie zuckte zurück, als ihr klar wurde, was über ihre Wange glitt … es war die Zunge des Katers.
Pidi stand neben ihr und musterte ihr Gesicht, während sie verwirrt zu dem Tier blickte. Doch dann ging er langsam ein Stück zurück, ließ sie aber nicht aus den Augen.
„Schon gut Kleiner. Ich hatte nur einen total verrückten Traum. Wieder einmal“, sagte sie und schüttelte den Kopf. Was war nur mit ihr los? Warum träumte sie immer wieder so komisches Zeugs?
Das musste der Stress sein, die Anspannung und alles. Noch einmal versuchte sie sich den Traum in Erinnerung zu rufen. Vor allem den Teil, was sie in der Hütte gesehen hatte. Und dann versuchte sie das in Zusammenhang zu bringen, mit dem was sie wusste.
Klar war ihr sofort, dass es sich um den Ring, den zweiten zerstörten Horcrux handelte. Anscheinend hatte ihr Onkel Probleme damit gehabt, als er den Ring am Finger getragen hatte und der andere Mann hatte ihm geholfen. Er hatte Beschwörungsformeln gemurmelt und schließlich hatte Albus den Ring abnehmen können. Das bedeutete, dass der Mann wissen musste, wie man ein Horcrux zerstören konnte. Doch wer war er gewesen?
Sisilia schüttelte den Kopf.
„Es war nur ein Traum, du dummes Ding“, sagte sie zu sich selber und seufzte, denn immer noch hing ihr vor allem der letzte Teil des Traumes sehr nach.


*****


Zwei Tage später, es war kurz nach dem Mittagessen, als Sisilia einen kurzen Blick aus dem Fenster warf und sah wie Harry mit Ron und Hermine zu seinem kleinen Häuschen ging. Hermine schien hin und weg zu sein, von der neuen Bleibe von Harry und erklärte Ron aufgeregt und übertrieben begeistert immer wieder, wie toll sie doch alles hier fand.
Ron verdrehte leicht die Augen über ihr Gehabe, stimmte Hermine dann aber des lieben Friedenswillens zu und betrat mit Harry dann die Wohnung.
Einige Zeit später, überlegend, was die drei wohl besprachen, packte Sisilia doch die Neugierde und sie ging nach oben in ihr Schlafzimmer, wo sie das Portrait ihres Großonkels befragte, was sie drei dort drüben taten.
Für das Abbild von Dumbledore, von dem ebenfalls in Harrys Wohnzimmer eines hing, war es ein Leichtes alles mitzubekommen und er erzählte Sisilia in Stichworten davon.
„Sie beraten, was sie tun sollen. Harry hatte wohl gehofft in einem Buch eine Antwort zu finden, doch Miss Granger scheint dieses Buch nicht besonders zu gefallen, beziehungsweise, der Inhalt und sie sagt immer wieder, dass es ihm bisher doch nichts als Ärger eingebracht hätte und er es dort hätte lassen sollen, wo er es hingebracht hatte.
Sie scheinen ziemlich ratlos zu sein, wie sie den Becher sicher zerstören können. Ihre Vorschläge gehen von sprengen, bis ins Säurebad legen“, berichtet ihr das Portrait.
„Wundervoll und damit nicht nur den Becher, sondern womöglich auch das ganze Haus. Ich denke es ist besser, wenn ich mal nach ihnen sehe, bevor sie Dummheiten machen“, murmelte Sisilia nachdenklich.
„Schaden dürfte es auf keinen Fall“, stimmte der Dumbledore auf dem Bild mit einem Augenzwinkern zu.
Sisilia nickte und machte sich sogleich auf den Weg zu den dreien.
„Komm rein, Sisilia“, rief Harry, als sie gerade die Hand heben wollte, um am Türrahmen anzuklopfen, denn die Türe stand halb offen.
„Einen wunderschönen guten Tag zusammen“, sagte Sisilia, als sie in das Wohnzimmer trat. Mitten auf dem Tisch lag das lederne Kästchen mit dem Becher, verschlossen und daneben ein Buch, das einen neuen Einband zu haben schien, aber die einzelnen Blätter wirkten ziemlich abgenutzt und auch schon vergilbt, was einen seltsamen Kontrast bot. Kurz blieb Sisilias Blick an dem Buch hängen, doch dann sah sie wieder zu Harry und seinen Freunden.
„Ich hoffe ich störe nicht. Aber ich muss gestehen, ich war neugierig und wollte gern wissen, ob ihr schon weiter gekommen seid“, gab sie ehrlich zu.
„Nicht wirklich“, brummte Ron zerknirscht.
„Nein? Wo ist das Problem?“, wollte sie dann wissen.
„Das Problem ist ganz einfach. Wir haben weder eine Ahnung wie man erkennt, ob das Teil verflucht ist, noch wie man es zerstören muss, damit das Horcrux wirklich eliminiert ist“, erklärte Hermine zerknirscht. „Ich hab schon einiges versucht, doch bisher ohne Erfolg. Die Sprüche die ich kenne, waren hatten keine Wirkung gezeigt.“
„Ich verstehe. Das bedeutet, dass wir Hilfe brauchen“, erklärte sie leise und nachdenklich. „Ich weiß im Moment nur einen, der sich damit sehr gut auskennt“, sagte sie dann schließlich.
„Und wer wäre das?“
„Professor Slughorn, Harry.“
Harry, Ron und Hermine klappte den Mund gleichzeitig auf und sie starrten sich überrascht an. Dann schlug sich Hermine mit der Handfläche gegen ihre Stirn. „Natürlich, warum bin ich nicht darauf gekommen.“
„Weil man auf das Naheliegenste oft erst zuletzt kommt. Einer von Euch sollte mit ihm reden und ihn ausfragen oder vielleicht sogar um Hilfe bitten“, schlug Sil jetzt vor.
„Das werde ich machen. Ich denke, ich hab einen ganz guten Draht zu ihm. Hoffe ich“, erwiderte Harry leise.
„Nur hab ich keine Ahnung, wo wir ihn finden können. Er hat keinen festen Wohnsitz“, erklärt er, da ihm noch zu gut in Erinnerung war, wie Slughorn erklärt hatte, dass er mal hier und mal dort gelebt hatte, höchstens zwei Wochen an ein und demselben Ort.
„Den Kontakt kann ich dir zu ihm herstellen“, erklärte Sisilia jetzt und alle sahen sie verwundert an.
„Als wir vorgestern in Hogwarts waren, hab ich unter anderem mit Minerva, also Professor McGonagall, darüber geredet, wer denn nun alles als Lehrer zurückkommen würde, und sie meinte Professor Slughorn sei der schwierigste Fall gewesen, den sie zu überzeugen gehabt hatte. Doch am Ende hatte sie es doch geschafft. Und somit muss sie wohl wissen, wie man ihn erreichen kann. Ich werde ihn bitten, sich mit uns zutreffen. Ist das in Ordnung?“
„Ein Versuch ist es allemal wert, Sisilia“, gab Harry zurück.
„In Ordnung? Dann machen wir es so.“ Ihr Blick fiel erneut auf das Buch und auch wenn sie nicht genau wusste warum, erweckte dieses Exemplar ihre Aufmerksamkeit. „Was ist das eigentlich für ein Buch?“, fragte sie jetzt wie beiläufig.
Sisilia merkte, dass Harry zuerst zögerte, doch dann, nachdem er einen kurzen Blick auf die andern geworfen hatte, erzählte er ihr alles darüber. Dass es einmal Snape gehört hatte und er durch einen dummen Zufall daran gekommen sei. Sisilia hörte ihm mit offenem Mund zu. Ein Blick zu Hermine verriet ihr, dass sie nicht besonders begeistert war, dass Harry so offen darüber sprach und erst recht nicht davon, dass Harry es wieder aus dem Raum der Wünsche geholt und mitgenommen hatte. Doch er hatte gehofft, dort etwas zu finden, was ihm helfen würde. Schließlich wusste Snape, laut Aussage von Dumbledore eine Menge über die Dunklen Künste und es wäre ja gut möglich gewesen, dass hier etwas Nützliches zu finden gewesen wäre.
„Meinst du, ich kann es mir einmal ausleihen?“, fragte sie vorsichtig.
Harry zuckte nur mir den Achseln. „Warum nicht, wir haben nichts gefunden, was uns weiterhelfen könnte. Bring es mir einfach wieder, wenn du es nicht mehr brauchst.“
„ Das werde ich. Danke, Harry“, sie blickte ihn dankend an und griff dann nach dem Buch. „Gut, ich werde jetzt gleich einen Brief an Professor Slughorn verfassen und einen an Professor McGonagall und sie bitten, den Brief an ihren Kollegen weiterzuleiten. Ich gebe dir Bescheid, wenn ich Antwort habe“, erklärte sie und stand dann auf.
„Ich lasse Euch jetzt besser wieder alleine. Wenn was ist … ich bin drüben“, sagte sie noch lächelnd, verabschiedete sich von Harry und seinen Freunden und ging dam mit dem Buch, das sie wie einen kleinen Schatz fest an ihre Brust gepresst hielt, zurück in ihr Haus.


*****


Gleich als sie zurück war, begann sie es sich genauer anzusehen, während sie es sich auf dem Sofa gemütlich machte. Pidi lag auf dem Sessel gegenüber und schien zu schlafen. Nur leise Musik im war im Hintergrund zu hören, denn Sisilia hatte sich eine CD von Simon und Garfunkel eingelegt, welche sie sehr gern hörte und auch wenn sie sicher war, dass sie sich das nur einbildete, schien dem Kater die Musik auch gut zu gefallen, sogar so gut, dass er dabei immer einschlief.
Mit einem Schmunzeln, bei diesem Gedanken, wandte sie ihren Blick wieder in das Buch, wobei sie weniger an den Tränken interessiert war, als an den handschriftlichen Einträgen von Snape. Ein paar Mal nickte sie anerkennend, doch dann schüttelte sie wieder leicht verwirrt den Kopf. Wie viel Zeit, musste der Mann damit zugebracht haben, all die Dinge, die er dort vermerkt hatte, herauszufinden? Manches verstand sie sogar und war überrascht wie Genial und doch einfach die Lösung war. Doch bei manchen Dingen hätte sie genauso gut eine Chinesische Betriebsanleitung lesen können.
Es war inzwischen recht schwül geworden und obwohl Sisilia sich nicht bewegte, kam sie leicht ins Schwitzen und wurde durstig. Sie legte das Buch, offen auf den Tisch und ging in die Küche, um sich etwas zu trinken zu holen.
Als sie etwas später mit einem großen Glas kühlem Eistee wieder ins Wohnzimmer kam, sah sie im letzten Augenblick, wie Pidi vom Tisch sprang, an ihr vorbei, in den Flur und durch die Katzenklappe, die sie vor einigen Tagen angebracht hatte, nach draußen verschwand.
Mit hochgezogener Augenbraue starrte sie überrascht noch einen Moment auf die noch immer leicht hin und her wippende Klappe.
„Was war das jetzt wieder?“, fragte sie etwas perplex. Doch da sie sich sicher war, sowieso keine Antwort zu erhalten, schüttelte sie nur den Kopf und ging zurück zum Sofa, um das Buch weiter unter die Lupe zunehmen.
Keine halbe Stunde später hörte sie plötzlich ein Klopfen oder kratzen und sah auf. Während ihre Augen dem Geräusch folgten, fiel ihr Blick auf den Sessel gegenüber, in dem Pidi eingerollt lag und schlief.
„Seit wann bist du denn wieder da?“, fragte sie, da sie ihn gar nicht hereinkommen hat hören. Doch dann wurde ihre Aufmerksamkeit wieder auf das kratzende Geräusch gelenkt und sie blickte zum Fenster. Irgendwas war doch dort …
Langsam erhob sie sich und schritt vorsichtig auf das Fenster zu. Pidi bewegte sich nicht, er schien das Geräusch gar nicht zu hören, scheinbar schlief er tief und fest.
In dem Moment, in dem Sisilia das Fenster erreicht hatte, erschrak sie und stieß einen leisen Schreckenschrei aus. Eine Eule war erneut auf das Fenster zugeflogen und machte sich lautstark bemerkbar, indem sie nun mit den Flügeln gegen die Scheibe schlug.
Schnell öffnete Sisilia das Fenster und ließ den Vogel ein, der eine ganze Runde im Wohnzimmer folg und kurz den Kater beäugte. Dann flog sie wieder auf das Fenster zu und bevor sie den Weg nach draußen suchte, ließ sie einen Brief auf Sisilias Kopf fallen.
„Au!“, rief sie leicht empört aus. „Wo hat man dir denn beigebracht, wie man Post ausliefert?“, rief sie dem Tier hinterher, das aber schon wieder auf und davon war.
Kopfschüttelnd hob sie das Pergament vom Boden auf, schloss das Fenster und ging zurück zum Sofa.
Schnell hatte sie den Umschlag geöffnet und begann zu lesen.

Miss Dumbledore,

Es gibt einiges, was ich mit Ihnen gern besprechen würde. Bitte kommen Sie so schnell wie möglich nach London zum alten Hafen. Ganz hinten die letzten Lagerhallen stehen schon seit Ewigkeiten leer. Wir sehen uns dann in Lagerhalle 13.

Gruß S. Snape


„Und es gibt eine ganze Menge, dass ich Sie fragen will, Severus Snape“, sagte sie nur leise und faltete das Papier wieder zusammen.
„In Ordnung, dann auf nach London.“
Kurz verschwand Sisilia oben in ihrem Schlafzimmer und zog sich um. Sie wählte eine schwarze Jeans und auch eine helle Bluse mit dreiviertel langen Ärmeln. Ihre Haare band sie zu einem Pferdeschwanz zusammen und suchte sich bequeme Turnschuhe aus.
Wieder zurück im Wohnzimmer, steckte sie das Buch in einen kleinen Rucksack und setzte sich diesen auf.
„Dann bin ich auf Ihre Antworten gespannt“, murmelte sie leise, warf noch einmal einen Blick auf den Kater, der immer noch eingerollt auf dem Sessel lag und tief und fest zu schlafen schien.

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Mit Zauberei hat das Geschichtenschreiben eben auch zu tun! Cornelia Funke (Tintenherz)

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