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 The Unbreakable Truth 11 - 21

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Sisilia
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BeitragThema: Re: The Unbreakable Truth 11 - 21   Di Jan 15, 2008 12:01 am

Noch bevor Sisilia reagieren konnte, hatte Charlie das Fenster ein Stück geöffnet und das weiße fast silbrige Wesen hatte seinen Weg ins Innere des Abteils gefunden. Er stellte sich direkt vor Sisilia auf und dann erklang eine Stimme, seltsam verfremdet und doch gut zu verstehen.
„Vorsicht, Überfall durch Todesser. An der Schottischen Grenze. Sie planen irgendwas an der großen Brücke…“
Dann bäumte sich das silbrige Wesen noch einmal auf, bevor es wie Nebel in der aufgehenden Sonne zerfiel.
„Was … war das denn?“, fragte Sisilia und sie merkte nicht, dass ihr Mund die ganze Zeit offen stand.
„Das war eine Patronusnachricht an dich“, antwortete Charlie und musterte sie nun eindringlich.
„Eine Patronus…? Aber wie, wieso… woher? Was hat es gesagt? Ein Überfall auf den Zug. Wir müssen die Anderen warnen“, sie sprang aus ihrem Sitz, so dass auch Remus und Tonks erwachten und fragend zu Sisilia blickten. Charlie erklärte den Beiden, was gerade passiert war, verschwieg aber die Form des Patronus, genauso wie er nicht sagte, dass er an Sisilia gerichtet gewesen war.
Dann war mit einem Male Hektik geboten, denn sie waren nicht mehr weit, von der besagten Stelle entfernt. Tonks rannte zum Lokführer nach vorn. Remus rief die Vertrauensschüler zusammen und informierte sie. Charlie schickte eine Nachricht an den Orden, da er sich ziemlich sicher war, dass die keine Ahnung hatten. Die andern würden dann ganz sicher das Ministerium benachrichtigen. Er hoffte nur, dass es zum einen nicht zu spät war und zum andern keine Finte.
Sisilia hatte sich grad auf den Weg zu Harry und seinen Freunden gemacht, als der Zug mit lautem Quietschen eine Notbremsung hinlegte. Im letzten Moment konnte Sisilia sich noch an einer Abteiltüre festhalten, ohne dass sie stürzte. Andere hatten nicht so viel Glück und purzelten in den Gängen übereinander. Schnell rannte sie weiter, als der Zug endlich stand, und fand auch gleich das Abteil der kleinen Gruppe. Mit wenigen Worten, die sie leise gesprochen hatte, erklärte sie ihnen was geschehen war.
Schnell war Harry aufgesprungen und folgte Sisilia. Auch Ginny rannte hinter ihnen her. Hermine und Ron waren unter den Vertrauensschülern weiter vorn.
Sie mussten über einige Schüler klettern, die noch am Boden lagen oder sich an neugierigen Gruppen vorbeiquetschen, die aus ihren Abteilen getreten waren, bis Sisilia genug hatte.
„Alle in die Abteile... los und bleibt dort. Anordnung von ganz oben!“, rief sie schließlich.
Diese Worte zogen und mit einem Male war der Gang so gut wie leer und sie konnten weiter nach vorn laufen.
Doch was war das? Es war ihr, als würde der Zug immer wieder leicht rutschen, denn es ging alle paar Sekunden einen kleinen Ruck durch die Waggons.
„Harry?“, rief Charlie überrascht aus. „Nein, gut. Sehr gut, dann können wir auf dich aufpassen. Gute Idee Sisilia, so haben wir ihn besser im Auge.“
„Ich brauche keine Aufpasser, ich bin hier, weil ich helfen will.“ Harry brummte wütend, er hatte es satt immer noch wie ein kleines Kind behandelt zu werden und erst Ginnys Hand auf seiner Schulter beruhigte ihn wieder etwas.
Erneut gab es kleinen Ruck und sie mussten sich Mühe geben, nicht das Gleichgewicht zu verlieren und dann kam auch schon Tonks auf sie zu gerannt.
„Die Brücke... sie ist weg... die Lok... sie hängt über dem Abgrund. Sie wird uns mit runterziehen. Wir müssen was machen“, rief sie und war trotz der gefährlichen Tatsache ziemlich ruhig dabei.
Charlies Augen weiteten sich und er starrte Tonks einige Sekunden an.
„Wir müssen die Lokomotive von den Waggons abkoppeln, sonst haben wir keine Chance“, schlussfolgerte Remus. „Lasst uns nach vorn gehen“, rief er, wies die Vertrauensschüler an, dass sie für Ruhe im Zug sorgen sollten und kein Wort verlieren durften, was hier los war.
Tonks Sisilia und Harry waren schon vorgelaufen, während Charlie, Ginny und Remus ihnen schließlich folgten.
Wie erstarrt blieben die ersten Drei stehen, als sie das Ende, bzw. den Anfang des Zuges erreicht hatten und auf die Lok blickten, die schon zu einem Drittel über dem tiefen Abgrund zu schweben schien. Und wieder ging ein Ruck durch die Waggons, als die Lokomotive mit lautem Quietschen noch ein Stück weiter nach vorn rutschte. Sisilia konnte nur mit Mühe einen Schrei unterdrücken und Harry schob sich schließlich an ihr vorbei.
„Ihr müsst versuchen sie noch zu halten, benutzt den Schwebezauber. Ich werde den Bolzen lösen, der die Züge verbindet“, kündete Harry Potter jetzt an und Remus legte einen Moment seine Hand auf dessen Schulter.
„Gute Idee, mein Junge. Aber den Bolzen werde ich lösen, hilf du den andern.“
„Es war meine Idee, ich werde es tun“, protestierte Harry.
„Könnten ihr ein andermal streiten? Wir haben keine Zeit mehr“, keuchte Sisilia, als die Lok noch einmal ein sehr großes Stück nach vorn sank. Schnell zogen alle ihre Zauberstäbe und richteten sie auf das riesige Stahlross. Tonks, Charlie und Ginny sowie Sisilia versuchten nun diese zu stabilisieren, damit sie nicht weiter absacken konnte.
Remus und Harry waren nach unten geklettert und versuchten nun gemeinsam den Bolzen zu lösen, was sich schwieriger darstellte, als gedacht, denn das riesige Gewicht, der Wagen, ließ dies unmöglich zu.
„Dann hilft nur noch ein Zauber. Sprengen wir die Halterung“, erklärte Remus und deutete Harry an sich gut festzuhalten. Doch in dem Moment erklang die Stimme des Lokführers.
„Was in aller Welt tut ihr da? Wir werden alle sterben. Bei Merlin, wir werden alle dort unten unseren Tod finden!“
„Was zum Henker treibt der Kerl noch da vorn?“, fluchte Remus auf und forderte den Mann auf zu ihnen zu kommen. Doch der schien wie von Sinnen und jammerte und schrie nur immer wieder, dass sie alle sterben würden.
Irgendwann reichte es Remus, er richtete seinen Zauberstab auf den Mann, schockte ihn und ließ ihn dann zu ihnen herüber schweben, legte ihn auf den Boden neben dem Waggon.
Das ganze Stahlross begann nun zu ächzen und leise zu beben.
„Remus, Harry, lange wir können wir sie nicht mehr halten“, riefen Ginny und Charlie gleichzeitig. Als Antwort nickte Remus nur.
„Harry gleichzeitig. Und ihr hebt euch alle gut fest. Ich weiß nicht, wie heftig der Ruck sein wird, wenn wir sie absprengen.“
Sisilia krallte ihre Hand in eine Eisenstrebe und versuchte ihren Schwebezauber noch so gut es ging aufrecht zu erhalten, doch nicht nur ihr standen Schweißperlen auf der Stirn. Es war, als müssten sie harte körperliche Arbeit leisten.

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Mit Zauberei hat das Geschichtenschreiben eben auch zu tun! Cornelia Funke (Tintenherz)

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BeitragThema: Re: The Unbreakable Truth 11 - 21   Di Jan 15, 2008 12:04 am

„Auf drei“, Remus zählte, sodass sich alle vorbereiten konnten und bei drei, jagten er und Harry einen gewaltigen Fluch auf die Eisenstreben. Zuerst wurde es gleißend hell und alle mussten ihren Augen schließen, dann gab es einen fürchterlichen Knall, gefolgt von einem dermaßen heftigen Ruck, dass Ginny den Halt verlor und auf den Boden viel. Auch Sisilia hatte Mühe sich auf den Beinen zu halten, und schafft es auch nicht mehr, den Zauber aufrecht zu erhalten. Dann wurde es im Gegensatz zu der lauten Sprengung richtig ruhig, bis schließlich ein Ächzen und Stöhnen zu hören war. Metall rieb auf Metall und nachdem Sisilia und die Anderen wieder ihre Augen geöffnet hatten, konnten sie sehen, wie der Zug langsam nach vorn kippte, sich unter seinem eigenen Gewicht leicht verbog, Übergewicht bekam und dann in Zeitlupe kopfüber in die Tiefe stürzte.
Es schien eine Ewigkeit zu dauern, bis sie den Aufschlag hörten und ihnen wurde schlecht bei dem Gedanken, dass der ganze Zug dort unten hätte liegen können.
Kurz sah Sisilia sich um, als sie plötzlich feststellte, dass einer fehlte.
„Remus? Wo ist Remus?“, fragte sie und sah dann schon Tonks, die schon vom Zug geklettert war und auf das Ende der Brücke zu rannte. Dann sah sie ihn auch. Remus hing an einem der verbogenen Schienen und versuchte wieder nach oben zu klettern. Die Explosion musste ihn mit sich gerissen haben.
Noch bevor Sisilia Tonks zu Hilfe eilen konnte, hatte Charlie ihr die Hand auf die Schulter gelegt.
„Ich gehe“, sagte er und folgte der jungen Frau, die es nicht schaffen konnte, Remus dort hochzuziehen, sie hatte nicht die Kraft dazu. Schnell erreichte der Weasley Spross das Ende und legte sich auf den Bauch auf die letzten verbliebenen Bohlen und streckte Remus die Hand entgegen.
„Gib mir deine Hand, ich zieh dich hoch“, sagte er und sah kurz aufmunternd zu Tonks. „Wenn er die Beine oben hat, halte sie fest“, fordert er sie auf.
Noch einmal Atem holend, ließ Remus wirklich mit einer Hand das Metal los und ergriff die Hand von Charlie. Dieser packte ihn fest und sicher, und zog ihn zu sich nach oben. Tonks half, sie lag inzwischen auch auf dem Bauch, damit sie mehr Halt hatte, und gemeinsam schafften sie es, Remus nach oben zu bekommen.
„Wo wolltest du denn hin?“, fragte Charlie schließlich schmunzelnd.
„Ich wollte nur mal sehen, wie die Luft da unten so ist... aber ich muss gestehen, auch nicht besser als hier oben“, gab Remus dann erleichtert zurück. „Danke, Danke euch Beiden.“
Tonks knuffte ihn, doch dann kroch sie zu ihm und gab ihm einen Kuss. Charlie schmunzelte und machte sich auf den Rückweg und erreichte den Waggon.
Erleichtert fielen auch Harry und Ginny sich in die Arme.
„Schade, dass ich nicht so eine Belohung bekomme“, sagte er dann schmunzelnd zu Sisilia und deutete auf Remus und Tonks, die nicht genug von einander bekommen zu schienen.
Kurz überlegte Sisilia, schmunzelte und gab Charlie einen Kuss auf die Wange... wollte sie zumindest, doch er drehte den Kopf blitzschnell ein Stück, so dass ihre Lippen die seinen trafen.
„Charlie Weasley, du bist ... unmöglich“, protestierte sie, doch sie konnte ihm nicht wirklich böse sein und gab ihm diesmal freiwillig einen Kuss auf den Mund. „Aber nur, weil du Remus gerettet hast“, erklärte sie dann leise, als sie sich wieder von ihm löste. Er küsste wirklich gut ... Was dachte sie bloß da. Sie hatte erst letzte Nacht ... Das ist alles nur die Anspannung ... ja das war es, das musste es sein.
In dem Moment tauchte Kingsley hinter ihnen auf. Erleichtert begrüßte er beide und war froh, dass keinem Menschen etwas passiert war.
Er erklärte ihnen, dass vom Ministerium gleich jemand mit einem Portschlüssel auftauchen würde, um alle aus dem Zug nach Hogwarts zu schaffen.

Eine gute Stunde später waren fast alle Schüler schon in Hogwarts. Auroren untersuchten den Zug und die Brücke und nur noch Remus, Tonks, Charlie und Sisilia waren noch zurück geblieben.
„Wir schicken das restliche Gepäck, was noch hier geblieben ist, so bald wie möglich nach. Ich denke ihr solltet jetzt auch gehen. Es ist spät und morgen fängt der Unterricht an“, sagte Kingsley zu Charlie und Sisilia. Tonks wollte noch hier bleiben und ihren Kollegen helfen, und Remus natürlich nicht von seiner Seite weichen.
So nickten die beiden, Charlie nahm ihre beiden Koffer, was er sich nicht nehmen ließ und sie reisten die letzte Strecke per Portschlüssel nach Hogwarts.
Aus der Großen Halle konnte man lautes Gemurmel hören, also mussten alle Schüler wohl schon dort sein.
Doch noch bevor Sisilia die Große Halle betreten konnte, hielt Charlie sie noch einmal kurz auf. „Ich würde nach dem Essen noch einmal gern mit dir reden“, sagte er fast schon geheimnisvoll zu ihr. Auch wenn Sisilia nicht wusste, was er wollte, nickte sie und versprach noch auf einen Schlummertrunk zu ihm zu kommen.

Die Stimmung war gedrückt beim Abendessen, die Schüler redeten die ganze Zeit aufgeregt miteinander und McGonagall hatte Mühe sich überhaupt Gehör zu verschaffen, trotzdem es nicht mal halb so viel Schüler, waren, wie das Jahr zuvor.
Die wenigen Erstklässler die es dieses Jahr gab, waren schnell in die Häuser verteilt und so war es nicht verwunderlich, dass der Geräuschpegel schnell wieder in die Höhe schnellte.
Als dann die Schüler in ihre Zimmer geschickt wurden, ging Sisilia zuerst auch in ihres, das sie sich einen Moment genauer betrachtete und die wichtigsten Dinge, jedenfalls für die Nacht und für morgen früh auspackte.
Dann ging sie wieder hinaus und suchte nach Charlies Zimmer. Sie fand es sehr schnell, er sagte gegenüber dem Bild eines Drachentöters. Sie musste schmunzeln und klopfte dann an die Türe an. Noch bevor sie ein zweites Mal die Hand heben konnte, wurde die Türe auch schon geöffnet und Charlie bat sie in sein Zimmer.
Es war ihrem sehr ähnlich, nur die Farben der Vorhänge und des Betthimmels waren etwas gedeckter.
„Was möchtest du trinken? Ich hab noch nicht viel hier... Whisky oder einen Wein?“
„Ein kleiner Whisky wäre ganz in Ordnung“, gab Sisilia zurück und ging bis zum Fenster, aus dem sie schaute. Dann schmunzelte sie, denn man konnte von seinem Zimmer aus, das in einem Winkel zur nächsten Mauer stand, bis zu ihrem Fenster sehen. Sie erkannte es daran, weil sie eine Figur in ihr Fenster gestellt hatte, die sie von hier deutlich erkennen konnte. Sie würde wohl jede Nacht gründlich die Vorhänge zuziehen müssen, dachte sie schmunzelnd.
Charlie stellte sich hinter sie und als sie sich umdrehte, reichte er ihr das Glas. Er hatte auch eines in der Hand und ließ es nun gegen den Rand ihres klingen. „Auf ein gutes Schuljahr“, sagte er leise.
„Ja, auf ein gutes Schuljahr“, wiederholte sie und beide nahmen sie einen Schluck. „Du wolltest mit mir über etwas sprechen?“, kam sie gleich zum Kern, denn sie war verdammt müde und wollte so schnell wie möglich schlafen gehen.
„Ja. Ja, das wollte ich. Du erinnerst dich an den Patronus?“, fragte er und deutete auf einen Sessel, in den sich Sisilia auch setzte. Sie musterte Charlies Gesicht, das mit einem Male sehr ernst wirkte.
„Du weißt, von wem der Patronus stammte?“, fragte er leise, doch ließ er sie nicht aus den Augen.
„Nein. Nein wieso, von wem stammte er?“, fragte sie nach.
Charlie setzte sich ihr gegenüber auf die Tischkante und sie konnte sehen, dass er nach den richtigen Worten suchte.
„Hör mir zu. Du weißt, dass jeder einen einzigartigen Patronus besitzt, es ist wie... ein Fingerabdruck, wie die Muggel sagen. Und wir im Orden benutzen den Patronus um uns Nachrichten zuzuschicken. So wird sofort gesehen, von wem die Nachricht stammt.“
„Das weiß ich Charlie, was willst du mir sagen? Weißt du von wem die Nachricht war?“
Der junge Mann kaute einen Moment auf seinen Lippen herum und stand dann auf. „Ja. Ja ich weiß, wer diese Nachricht geschickt hat. Diese Nachricht, die an dich gerichtet war.“
Wieder drehte er sich um und sah sie an.
„Diese Nachricht stammte von ... Severus Snape.“
Dass sie blass um die Nase wurde, spürte Sisilia selber und wich nun dem Blick von Charlie aus.
„Ach wirklich? Und... und dennoch hast du dieser Nachricht geglaubt?“, fragte sie dann und versuchte von sich abzulenken, doch der Blick von Charlie ließ sie erschaudern. Sie hatte das Gefühl, er wusste mehr, als er zugab. „Ich hatte wirklich keine Ahnung, dass diese Nachricht von Snape ist“, bekräftigt sie noch einmal.
„Vielleicht“, sagt er dann nur leise. „Aber wieso sollte er dir eine Nachricht schicken, wenn er dich nicht kennt. Sisilia... der Mann ist gefährlich. Er hat Dumbledore eiskalt ermordet und er würde auch bei keinem von uns halt machen.“
„Ich weiß was er getan hat. Das musst du mir nicht sagen. Er hat meinen Großonkel getötet. Ja, Albus Dumbledore war mein Großonkel und ich habe ihn geliebt. Aber dennoch ist es meine Sache zu entscheiden, wem ich traue oder nicht.“
„Gibst du also zu, dass du Snape getroffen hast?“, fragte Charlie jetzt nach und baute sich vor ihr auf.
„Ja... Ja, ich habe mit ihm gesprochen. Es war mein Recht. Ich wollte von ihm wissen, warum er es getan hat.“

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BeitragThema: Re: The Unbreakable Truth 11 - 21   Di Jan 15, 2008 12:07 am

„Und?“, fragt er teils wütend, teils ungläubig, „Hat er es dir erzählt?“
Sisilia schüttelte den Kopf. „Nein... er hat sich geweigert mir seine Gründe zu nennen.“
„Warum wundert mich das nicht. Es ist doch offensichtlich. „ER“ wollte es und er hat nur Befehle ausgeführt oder er hat deinen Großonkel so gehasst, dass er es ausnutzte, dass dieser unbewaffnet war. Er war von Anfang an „Du weißt schon wem ’s“ Anhänger und er ist es immer noch. Dumbledore hat sich in ihm getäuscht und das war ein Fehler. Ein Fehler den dein Großonkel teuer zu bezahlen hat“, Charlie wurde lauter, als er das sagte, so dass Sisilia ein wenig vor ihm zurück wich.
Aufgebracht sprang sie auf, stellte das Glas mit einem Knall auf den Tisch, so dass Whisky auf den Tisch schwappte und trat vor Charlie.
„Ich weiß, dass das alle denken, doch ich bin mir sicher, mein Großonkel hatte Gründe ihm zu vertrauen. Dinge von denen wir keine Ahnung haben. Schon mal dran gedacht, dass nicht immer das, was man im ersten Moment sieht, die Wahrheit sein muss. Ich hasse oberflächliche Menschen, weißt du das?“, fauchte sie ihn an, drehte sie sich um und ging mit schnellen Schritten zur Türe.
„Was für ein Zufall, das tue ich auch. Dennoch ist es Wahnsinn, blind für Gefahren durch die Gegend zu laufen. Es reicht, dass Albus deshalb mit dem Leben bezahlen musste. Ich will nicht, dass es dir genauso geht.“
„Ich kann ganz gut auf mich selber aufpassen, danke. Pass lieber du auf, dass du dich nicht was verrennst“, rief sie ihm wütend zu und verließ, die Türe laut ins Schloss werfend, sein Zimmer.
Was bildete sich der Kerl eigentlich ein. Er war nicht ihr Bodyguard und schon gar nicht ihr Vater, er sollte sich nur nicht so aufspielen.
Immer noch wütend ging sie zu ihrem Zimmer zurück und bemerkte nicht, dass etwas kleines schwarzes, an ihren Beinen entlang in ihr Zimmer schlüpfte.
Zornig, begann sie sich auszuziehen, ging auf das Fenster zu und als sie Charlie am Fenster stehen sah, zog sie schnaubend die Vorhänge zu.
Ihre letzten Kleidungsstücke landeten einfach auf dem Boden und sie beschloss noch eine Dusche zu nehmen. In dem Moment, als sie am Bett vorbei ging, erstarrte sie. Dort lag mitten darauf...
Pidi.
Wie war er hier her gekommen? Irgendwas stimmte mit dem Kater doch nicht.
„In Ordnung. Im Moment bin ich furchtbar wütend. Ich denke ich gehe duschen, und danach wirst du mir ein paar Fragen beantworten. Wie ist mir vollkommen egal. Doch irgendwas ist hier nicht so, wie es sein sollte. Und wehe du bist nachher wieder so mir nichts, dir nichts verschwunden.“

Die ersten Minuten unter dem warmen Wasserstahl, dienten nur dazu, ihre Wut runterzuspülen. Sie hatte die Augen geschlossen und konzentrierte sich nur auf die vielen angenehmen massierenden Wassertropfen, die ihre Haut erreichten und langsam an ihrem ganzen Körper nach unten rannen.
So nach und nach verrauchte ihre schlimmste Wut und sie begann sogar Entschuldigungen für Charlies Verhalten zu suchen.
Doch dann erschrak sie fürchterlich, als sie mit einem Mal eine Bewegung neben sich wahrnahm. Zuerst wollte sie laut aufschreien, doch dann schob sich eine Hand vor ihren Mund und sie blickte überrascht in das dunkelste Paar Augen, das sie kannte.
Als Sisilia sich wieder zu entspannen begann, nahm Severus die Hand von ihren Lippen und lächelte sie an.
„Aber… wo kommst du…“, weiter kam sie nicht, denn er legte ihr zwei Finger seiner Hand auf ihre Lippen und stoppte sie.
„Später… wir reden später“, erklärte er mit leiser rauer Stimme und schlang seine Arme um sie. Seine Lippen fanden die ihren und dass seine Kleidung ganz nass wurde, war ihm vollkommen egal.

Etwas später...

Seine Finger strichen ihre nassen Haare aus dem Gesicht, während sie sich so hinlegte, dass sie ihren Kopf auf seine Brust betten konnte.
„Erzählst du mir jetzt, wie du hier her kommst? Was machst du hier? Du weißt doch, dass es verdammt gefährlich ist, hier zu sein. Was, wenn sie dich erwischen?“
„Shhh… ich werde dir alles erzählen, aber lass mir einen Moment, um wieder richtig zu Atem zu kommen.“
„Ich hab gar nichts gemacht. Du hast mich überfallen. Du warst es, der ...“, raunte sie und schnurrte fast dabei.
„Ja, aber nur, weil du es so gewollt hast“, gab er mit einem Schmunzeln zurück und als Antwort bekam er einen heftigen Kuss.
Einige Minuten lagen sie einfach nur so auf dem Bett, sie zeichnete mit ihren Fingerspitzen zarte Muster auf seine Brust und dachte nach.
„Du hast den Patronus geschickt?“, fragte sie dann leise.
„Ja. Ich … als wir auf dem Bahnhof waren, wurde ich vom Dunklen Lord gerufen, deshalb musste ich so schnell weg und dann hab ich von dem Überfall erfahren.“
„Halt … Stopp… Moment mal… was hast du grad gesagt?“ Sie drückte sich dabei nach oben und sah ihm ins Gesicht.
Severus wiederholte den Satz, doch sie unterbrach ihn gleich nach dem ersten Teil.
„Noch mal zum mitschreiben. Als wir auf dem Bahnhof waren?“, hakte sie nach, weil ihr nun etwas zu dämmern schien.
„Ja, als wir auf dem Bahnhof waren. Ich dachte so ein kluges Mädchen wie du hätte das schon längst kapiert, vor allem nachdem, wie du vorhin mit mir geredet hast“, erklärt er dann.
Jetzt setzte sie sich kerzengerade hin und starrte den Mann von sich genau an, ließ ihren Blick über seinen Körper wandern und starrte schließlich auf seine Brust.
„Du willst mir also klar machen, dass du dieser schwarze Kater bist, der sich bei mir eingenistet hat?“, fragte sie jetzt noch mal ganz konkret und ohne Umschweife nach. Als sie in sein Gesicht sah, bemerkte sie ein amüsiertes Funkeln in seinen Augen und er nickte knapp.
„Du bist ein Animagus?“, fragte sie leise, doch dann schüttelte er den Kopf. „Nein… leider war es mir nicht vergönnt, diese Kunst zu erlernen. Es ist nur ein Trank. Ein einfacher Zaubertrank, ähnlich der dem des Vielsafttrankes, der es mir ermöglicht die Gestalt eines Tieres zu wählen. Und ein kleiner schwarzer Kater, war in meinen Augen eine vortreffliche Wahl.“
Einen kurzen Moment brauchte Sisilia um diese Tatsache zu verdauen, dann begann sie mit ihren Fäusten auf seine Brust einzuschlagen.
„Du verdammter Mistkerl… du hast mich die ganze Zeit beobachtet… die ganzen Male, wo ich mich vor dir ausgezogen habe, wo du mich unter der Dusche beobachtet hast…“, fauchte sie ihn nun an, doch mehr aus Verwirrung, als aus tatsächlicher Wut.
Er packte ihre Hände und hielt sie fest. „Beruhige dich wieder. Sil, bitte.“
„Du hast es schamlos ausgenutzt … schämst du dich denn überhaupt nicht“, murmelte sie schließlich leise und suchte seinen Blick.
„Müsste ich mich denn schämen. Du bist so wunderschön, ich … bin doch auch nur ein Mann und ich konnte einfach nicht anders. Ich hatte damals, als du unter der Dusche warst, das sicher nicht geplant. Doch als ich dich sah… ich konnte einfach nicht anders, das musst du doch verstehen“, entschuldigte er sich und ließ nun wieder ihre Hände los. „Ich hab mich in dich verliebt, obwohl ich es hätte nie tun dürfen. Ich … weiß nicht, wie das passieren konnte und dennoch ist es passiert.“
Seine dunklen Augen schienen vor Glück zu glühen und dennoch vor Sehnsucht wie tiefe Tunnel zu leuchten. Sie konnte sich seinem Blick nicht entziehen, denn es ging ihr nicht anders, als ihm. Ihre grünen Augen, die ebenfalls strahlten, hingen an den seinen und irgendwie hatte sie das Gefühl, dass ganz tief in seiner Seele auch ein tiefer Schmerz aufflammte, den er aber zu verdrängen versuchte.
„Halte mich Sev… halte mich ganz fest und lass mich nie wieder los“, flüsterte sie leise und er tat was sie wollte, schlang die Arme um sie und gab ihr einen verlangenden Kuss.
Dass dieser Abend noch lange nicht zu Ende war, muss man wohl nicht erwähnen.
Liebe und lange Gespräche wechselten sich ab, bis sie beide irgendwann völlig erschöpft einschliefen.

Erst ein kräftiges Klopfen an ihrer Türe am nächsten Morgen riss sie aus ihrem Schlaf.
Es war wieder Charlie, der sie um Einlass bat, weil er mit ihr reden wollte. Doch sie schickte ihn weg, sie hatte keine Lust auf einen neuen Streit und außerdem genoss sie es noch viel zu sehr, in Severus Armen zu liegen.
Zumindest bis zum Frühstück.

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BeitragThema: Re: The Unbreakable Truth 11 - 21   Di Jan 15, 2008 12:09 am

Kapitel 18 Geständnisse und ein Diadem




Die ersten Tage vergingen fast wie im Flug. Sisilia hatte mit ihrem Unterricht am Anfang doch mehr Arbeit, als sie zuerst erwartet hatte.
Es war schön und bereitete ihr Freude zu Unterrichten, die Schüler machten alle eifrig mit, fast zu eifrig, so dass sie sogar ab und an improvisieren musste, um die Schüler die restlichen Minuten des Unterrichtes noch zu beschäftigen.
Doch je mehr Tage vergingen, umso besser funktionierte der Unterricht und umso leichter ging ihr alles von der Hand. Die Schüler akzeptierten sie sofort als ihre Professorin und darüber war sie sehr erleichtert, denn dies war ihre größte Sorge gewesen, dass die Schüler sie vielleicht nicht ernst nehmen würden.
Severus kam und verschwand ohne sich ab oder anzumelden. Mal war er zwei Tage wie vom Erdboden verschluckt, dann verbrachte er einen Tag und eine Nacht am Stück nur mir ihr. Meist hielt er sich in der Gestalt als Kater bei ihr auf, denn die Gefahr entdeckt zu werden, war doch ziemlich groß.
Wenn er sich dann wieder in einen Menschen verwandelte, liebten sie sich oder lagen vor dem Kamin und küssten sich oder hielten sich in den Armen. Diese Zeit war für Sisilia wunderschön, denn sie war über beide Ohren verliebt.
Severus bat sie, für ihn einige Zutaten zu besorgen, damit er einen neuen Verwandlungstrank herstellen konnte. Denn seiner ging langsam zur Neige. Im Bad, hinter einem alten Paravant, baute er seinen Kessel auf. Hier würde es keiner sehen, denn welcher Besucher ging schon in ihr Bad. Und falls doch mal einer unerwartet dort hinein gehen würde… waren die Sachen gut verborgen hinter dem Wandschirm.
Minerva war sehr in ihren neuen Posten eingespannt und sie und Sisilia sahen sich eigentlich nur immer kurz morgens im Lehrerzimmer zu den täglichen, kurzen Besprechungen oder wenn Sisilia etwas wegen dem Unterricht zu fragen hatte.
Das einzige was ihr etwas zu schaffen machte war der Streit mit Charlie.
Am Anfang versuchte sie ihm einfach weiter aus dem Weg zu gehen, um nicht wieder mit ihm zu zanken, doch tat ihr es auch weh, denn eigentlich hatte sie ihn sehr gern und es lag ihr im Grunde nichts ferner, als einen guten Freund, und das war er für sie bisher gewesen, zu belügen und sich mit ihm zu streiten.

Am Ende der zweiten Schulwoche, nach dem Mittagessen, passte Charlie Sisilia vor der Großen Halle ab.
„Sisilia? Bitte… können wir reden?“, bat er sie eindringlich und sein Blick war so traurig flehend, dass sie es nicht noch mal übers Herz brachte ihn wegzuschicken. So nickte sie schließlich.
„Gut… Können wir vielleicht etwas spazieren gehen?“, bat sie, da sie es vermeiden wollte, weder zu sich, noch zu ihm hoch zu gehen.
Langsam und zuerst wortlos traten sie in die warme Mittagssonne hinaus. Die meisten Schüler hatten gleich Unterricht und so war der Schulhof, bis auf zwei kleine Gruppen, die unter dem langen Quergang des Hofes im Schatten standen, leer.
Sisilia strebte mit gezielten Schritten, weiter weg von den Schülern, eine kleine Baumgruppe an, unter der eine steinerne Bank stand, auf der sie schließlich platz nahm.
Der junge Weasley setzte sich neben sie und sie merkte, wie er versuchte, die richtigen Worte zu finden. Er hatte sichtlich Angst sie wieder zu erzürnen.
„Sisilia, es … ist nicht so einfach, was ich sagen will. Zuerst musst du wissen, dass du mir viel bedeutest und … ich weiß nicht warum, aber ich … vertraue dir“, begann er dann.
„Vielleicht tust du das, weil du dich in mich … verliebt hast“, sagte Sisilia leise, da ihr schon lange klar war, was Charlie für sie empfand. Sie mochte ihn auch und würde es Severus nicht geben, vielleicht…
„Gut möglich“, gestand er zu ihrer Überraschung. „Deshalb bitte ich dich, lass uns offen reden, ohne gleich an die Luft zu gehen, ja? Bitte, Sisilia.“
„In Ordnung“, gab sie leise zurück.
Während er ihr Gesicht musterte, nickt er und drehte sich etwas mehr zu ihr.
„Wie ich dir ja schon gesagt habe, weiß ich, dass dieser Patronus im Zug von Severus Snape stammte. Er hätte ihn nicht an dich geschickt, wenn ihr euch nicht kennen würdet. Sisilia, ich möchte dir auch weiterhin vertrauen, deshalb bitte ich dich, vertraue mir und sag mir, was du mit diesem Mann zu schaffen hast.“
Einen Moment überlegte sie, ob und was sie Charlie antworten sollte und entschied sich schließlich dafür, dass sie ihm einen Teil der Wahrheit sagen würde. Aber nur soviel, dass Sev nicht in Schwierigkeiten kommen konnte.
„Gut. Ich werde es dir erzählen. Ich sage es dir, weil ich dir zeigen will, dass ich auch dir vertraue und mir unsere Freundschaft wichtig ist.“
Dann erzählte sie ihm, wie sie Snape gesucht und in seinem Haus gefunden hatte.
„Du hast herausgefunden wo er wohnt?“, fragte er überrascht nach.
„Das war nicht schwer“, erklärte sie lächelnd, doch als er nach der Adresse fragte, schüttelte sie den Kopf. „Er ist sicher längst nicht mehr dort, ich hab ihn auch mehr oder weniger nur dorthin gelockt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er da noch einmal aufkreuzen wird.“
Sie erzählte ihm alles, was an jenem Abend geschehen war.
„Er hat dir also keine Antwort geben wollen? Ich hätte es ehrlich gesagt auch nicht anders erwartet. Dennoch war es töricht von dir, hinzugehen. Er hätte dich genauso kaltblütig töten können, wie deinen Großonkel. Aber zumindest hat er den Mord dir gegenüber zugegeben. Im Propheten wurde ja dieser erste Artikel, wo er als Mörder benannt wurde dementiert und behauptet, dass die Zeugenaussage von damals, unhaltbar sei. Diese Idioten. Sie richten ihr Fähnchen immer nach dem Wind. Ich wette „ER“ hat dabei seine Finger im Spiel gehabt. Offiziell wurde gestern die Suche nach Snape eingestellt. Sie hätten nicht genügend Beweise. Unschuldig bis zum Beweis der Schuld, pah. Ist es nicht Beweis genug, dass er sich versteckt?“
„Das heißt, Severus Snape ist kein gesuchter Mörder mehr?“, hakte Sisilia jetzt nach.
„Ja, das heißt es wohl. Jedenfalls was das Ministerium angeht. Doch wenn DU eine Aussage machen …“
„Nein, vergiss es… ich war nie bei Snape und hab ihn nie getroffen, wenn irgendjemand fragt. Ich hab dir das nur erzählt, weil ich dir als Freund vertraue.“
„Schon gut. Es war nur so ein Gedanke. Du musst es entscheiden, doch denke vielleicht noch mal darüber nach. Ich … hab einfach Angst um dich, das ist alles. Ich weiß nicht, wie du ihm vertrauen kannst. Genauso wenig, wie ich verstehen kann, dass dein Großonkel es getan hat. Und dennoch … es wundert mich, dass er dir die Warnung geschickt hat. Das … ergibt alles irgendwie keinen Sinn.“
„Es ergibt Sinn, Charlie, glaub mir. Ich kann dir nicht mehr sagen, nur dich bitten mir weiterhin zu vertrauen. Du hast Albus vertraut, ich bin auch eine Dumbledore… vielleicht hilft dir das, mir auch zu glauben. Wir beide wollen dasselbe, Charlie.“
„Wollen wir das?“, fragte er und nahm ihre Hand, die er an seine Brust legte.
Leise seufzte sie nun auf, entzog sich ihm aber nicht.
„Du weißt genau was ich meine. Es geht darum, Harry zu helfen. Das Ziel ist es „Du weißt schon wen“ zu vernichten. Wir müssen zusammenstehen und gemeinsam kämpfen.“
„Ich hoffe nur, du vergisst das auch nicht, Sisilia. Wir beide stehen auf derselben Seite und ich werde zu dir halten. Doch bitte ich dich darum, mein Vertrauen nicht zu missbrauchen. Ich … bin sehr nachtragend, was das angeht.“
„Du bist ein wunderbarer Mann, Charlie. Bleib so wie du bist, ja? Und versuche in meine Instinkte zu vertrauen. Bis jetzt haben sie mich noch nie im Stich gelassen.“
Nachdenklich legte Charlie den Kopf schief und lächelte dann.
„Ja, ich werde dir vertrauen. Unter einer Bedingung.“
„Und die wäre?“, fragte sie nach, eine Augenbraue anhebend.

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BeitragThema: Re: The Unbreakable Truth 11 - 21   Di Jan 15, 2008 12:13 am

„Dass du mir die Hoffnung nicht nimmst, dass ich dich doch noch irgendwann vor den Traualtar führen darf.“ Nun grinste er verschmitzt und sah mit seinem längeren, leicht zerzausten Haar und seinen spitzbübischen Augen, wie ein kleiner Junge aus, dem gerade ein genialer Streich gelungen war.
Nun konnte Sisilia nicht anders, als auch zu lächeln.
„Du bist unmöglich, weißt du das? Gut, aber sollte es einmal wirklich soweit kommen, wirst du mich auf Händen vom Altar in unser Schlafzimmer tragen“, scherzte sie und beide lachten erleichtert auf, dass der Streit zwischen ihnen endlich begraben war.
„Ich würde dich um die ganze Welt tragen, wenn du es willst“, gab er schließlich zurück und Sisilia schüttelte lächelnd den Kopf.
„Du bist ein hoffnungsloser Fall, Charlie Weasley.“
„Nein… nur hoffnungslos verliebt“, gestand er ihr und es lief ihr heiß und kalt den Rücken herunter. Für einen kurzen Moment war sie sogar versucht ihm einen Kuss zu geben, hatte sich sogar schon seinem Gesicht genähert, stand dann aber abrupt auf.
„Schade“, flüsterte Charlie und erhob sich auch, denn ihm war ihre Reaktion nicht entgangen und er nahm in der Richtung auch kein Blatt vor den Mund. „Würdest du dennoch mal mit mir in Hogsmeade essen gehen?“, versuchte er es erneut.
Zuerst wollte sie ihn mit einem Satz wie ‚mal sehen’, abspeisen, doch dann nickte sie.
„Ja. Ja, ich würde gern mit dir essen gehen“, antwortete sie, das ‚essen’ betonend.
Langsam gingen sie dann schließlich zum Schloss zurück, unterhielten sich über Belangloses, wie den Unterricht, die Kollegen und die Schüler.
Vor Sisilias Zimmertüre verabschiedeten sie sich schließlich und noch bevor sie wusste was passierte, hatte er ihr einen Kuss auf die Lippen gedrückt und war auch schon lachend im langen Gang verschwunden.
Noch einige Augenblicke stand sie da und sah in den nun leeren Flur hinein … nein das war unmöglich. Es konnte nicht angehen, dass sie sich in zwei Männer gleichzeitig verliebte. So etwas passierte nicht, niemals! Oder doch?
Sie erschrak heftig, als plötzlich etwas Weiches um ihre Beine schlich und sich schnurrend gegen sie drückte. Scheinbar, hatte Severus Charlie nicht gesehen gehabt, denn sonst hätte er bestimmt anders reagiert. Sie ließ den Kater in ihr Zimmer und folgte ihm, schloss die Türe hinter sich und blickte kurz darauf auf die Gestalt, des ehemaligen Zaubertränkelehrers…



***



Es war Freitagabend, das Abendessen war gerade vorbei, als Sisilia im Eingangsbereich auf die kleine Gruppe um Harry traf, die sich leise in einer Ecke unterhielten.
Zuerst zögerte sie, doch als Harry den Arm hob und sie zu ihnen winkte, trat sie zu der kleinen Runde.
„Guten Abend zusammen“, begann sie und begrüßte alle die sie kannte mit Namen. Nur bei zweien zögerte sie.
„Neville Longbottom“, sagte der Junge, welcher größer war, als die anderen und dessen dunkle Augen sehr freundlich drein blickten.
„Hallo, Mr. Longbottom“, sagte Sisilia dann freundlich und als letzte stellte sich Luna Lovegood vor.
„Die Tochter von dem Mann, der den Klitterer herausbringt?“, fragte Sisilia überrascht nach und Luna nickte so heftig, dass ihr langes blondes Haar flatterte. „Es freut mich euch alle kennen zu lernen.“
„Es ist auch uns eine Freude. Harry hat schon viel von Ihnen erzählt, Professor“, gab Neville mit einem Lächeln zurück.
„Oh, hat er das? Ich hoffe doch, nicht nur von meinen Unarten?“ Sie lachten alle kurz und Neville schüttelt den Kopf.
„Sehr beruhigend“, erwidert Sisilia. „Harry, kann ich dich eine Minute sprechen?“
Harry nickte, entschuldigte sich kurz und ging mit Sisilia ein paar Schritte an die Seite.
„Ich habe mir Gedanken gemacht. Warum beginnen plötzlich die Todesser nach den Gegenständen zu suchen in denen wir die Horcruxe vermuten? Glaubst du „Er“ hat rausbekommen, dass du darüber bescheid weißt?“
„Du wirst lachen, die Frage hab ich mir auch gestellt und ich denke, ja. Zumindest ahnt er etwas. Vielleicht hat er nachgesehen und festgestellt, dass das Amulett fehlt“, murmelte er nachdenklich.
„Vermute ich auch. Sonst hätte er nicht die Gräber deiner Eltern ausgehoben und die der ganzen Familie Black, oder das Theater, in dem Auktionshaus, wo das Diadem versteigert hätte werden sollen.“
Plötzlich trat Luna zu den Beiden.
„Ein Diadem? So was, wie Rowena Ravenclaw auf dem Kopf trägt? Ich habe es schon immer bewundert und mich gefragt, wie es wohl in Wirklichkeit aussieht. Leider kann man es in den Stein gehauen nicht so gut erkennen. Doch es muss wundervolle blaue Steine haben, oder sogar Diamanten. Einmal in meinem Leben würde ich auch gerne so etwas tragen.“ Sie seufzt leise und lächelt beide, die sie mit offenem Mund ansehen jetzt, an. Dann blickten sich Sisilia und Harry an und sie wussten, dass sie beide dasselbe dachten.
‚Becher von Hufflepuff… Diadem von Ravenclaw…’
„Sie sagten, Sie hätten es sich angesehen? Wo?“, fragte Sisilia und versuchte ihre Aufregung zu verstecken.

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BeitragThema: Re: The Unbreakable Truth 11 - 21   Di Jan 15, 2008 12:25 am

„Vor unserem Gemeinschaftsraum, ähm, bei den Ravenclaws. Dort steht eine Statue von ihr.“ Luna sah fragend zu ihnen.
Wieder trafen sich die Blicke von Harry und Sisilia und er hatte erneut das Gefühl, dass sie sich sofort verstanden. „Tarnumhang“, flüsterten beide gleichzeitig und Harry nickte dann.
„Miss Lovegood, würden Sie mich zum Gemeinschaftsraum der Ravenclaws mitnehmen?“
Luna und Harry nickten und Sisilia deutete dann zu der Treppe. „Dann zeigen Sie mir mal den Weg.“ Noch einmal trafen sich die Blicke der beiden und Harry gab ihr zu verstehen, dass er sie gleich einholen würde.
So folgte die junge Professorin dem Mädchen mit den blonden Haaren, das leise ein Lied vor sich hin summte, während sie Sisilia nach oben zum Ravenclawturm führte.
Es ging um Ecken, viele Gänge entlang und Treppen hinauf, so dass Sisilia schon fürchtete, sie würde nicht mehr alleine zurück finden. Als sie endlich im fünften Stock ankamen, traten sie auf eine Wand zu, hölzern und flankiert von zwei Steinsockeln. Auf einem drohte ein großer stolzer Adler und auf dem anderen stand eine große, über zwei Meter hohe Skulptur von Rowena Ravenclaw.
Luna streckte die Hand nach einem der Adler aus und streichelt über dessen steinernes Gefieder.
„Nun, das ist sie. War sie nicht eine wunderschöne Frau?“
In dem Moment spürte Sisilia etwas hinter sich, konnte aber nichts sehen.
„Ich bin’s“, flüsterte Harry hinter ihr.
Die Statue war beeindruckend und sehr detailgetreu erschaffen worden. Ihr Gesicht war wundervoll. Wenn man bedachte, dass diese Frau vor über tausend Jahre gelebt hatte, musste sie für damalige Verhältnisse eine Schönheit gewesen sein.
Sofort fiel Sisilias Blick auf den Kopf der Statue, auf dem sie ein wundervolles Diadem trug. Und dieses sah dem, aus dem Auktionshaus verdammt ähnlich. Wenn es nicht sogar genauso aussah.
Hinter sich hörte sie ein leises Aufkeuchen, als Harry, der sich nah zu ihr gestellt hatte, das Diadem erblickte. Da sie nicht alleine waren und ein paar andere Ravenclawschüler, welche den Gemeinschaftraum in dem Moment verließen, die Beiden misstrauisch beobachteten, gab Sisilia Harry einen sanften Stoß, damit er sich ruhig verhielt.
„Danke fürs Herbringen, Miss Lovegood. Wissen sie was mit dem Original Diadem passiert ist?“, fragt Sisilia jetzt neugierig.
„Keine Ahnung, es gibt keine Aufzeichnungen darüber“, erklärte Luna mit der Schulter zuckend. „Mein Vater glaubt ja, dass die Kobolde es gestohlen haben, doch es gibt keine Beweise dafür.“ Dann sah Luna zur Türe, die in den Ravenclaw Gemeinschaftsraum führte.
„Werde ich eigentlich noch gebraucht? Ich wollte nämlich noch nach meinen Schuhen suchen, sie sind mal wieder verschwunden und ich hätte sie doch so gern zum nächsten Quidditch Spiel angezogen.“
„Nein, gehen Sie nur, Miss Lovegood. Wir ... ähm, ich habe jetzt ja gesehen, was ich sehen wollte.“
Luna nickte, wünschte ihr noch einen schönen Abend und verschwand dann im Gemeinschaftsraum. Langsam ging Sisilia zurück und hätte Harry sie nicht ein paar Mal in die richtige Richtung geschoben, wäre sie wer weiß wo gelandet. Als sie weit genug weg waren, nahm Harry den Umhang ab.
„Ich habe das Diadem schon mal irgendwo gesehen. Wenn ich nur wüsste wo?“
„Vielleicht in der Zeitung?“
„Nein, es wurde darüber doch gar nichts geschrieben. Nein, es war woanders, ich komme nur nicht drauf wo.“ Nachdenklich wanderten sie beide durch die Gänge und als sie um eine Ecke bogen, rannte Harry in den fast Kopflosen Nick hinein, was einen heftigen eiskalten Schauer auf seiner Haut verursachte.
„Oh... Harry Potter. Mir scheint der junge Mann hat seine Gedanken heute Abend woanders“, begann dieser, als Harry nicht wirklich reagierte.
„Wie? Oh, entschuldigen Sie, Sir Niklas, ich ... habe über etwas nachgedacht.“
„Ja, das habe ich bemerkt. Ein Kopf wie eine Rumpelkammer, was?“ Über seinen eigenen Witz lachend schwebte der Geist weiter und verschwand schließlich durch eine dicke Wand. Auch Sisilia wollte weitergehen, als Harry erneut wie vom Donner gerührt stehen blieb, mit der Hand gegen seine Stirn klatschte und laut „Rumpelkammer ... Ein Ort wo man etwas verstecken kann...“ ausrief.
„Wie bitte?“, fragte Sisilia nach und starrte den jungen Mann perplex an.
„Ich weiß wieder, wo ich es gesehen habe. Sil, bitte suche die Anderen und bitte sie nach oben in den 7. Stock zu kommen“, rief er noch und rannte in die entgegen gesetzte Richtung davon. „Klar, wenn ich den Weg nach unten finde“, murmelte Sisilia und ging erst mal den Gang weiter.
Als sie unschlüssig herum stand, sprach sie ein kleiner Ritter in einem Bild, hinter ihm stand ein Pony, an, ob er ihr helfen könnte.
„Nun ja. Ich suche den Weg zur Haupttreppe nach unten“, sagte sie dann und musterte den Mann.
„Gestattet, holdes Fräulein. Mein Name lautet Sir Cadogan und es wird mir eine Ehre sein, Euch dorthin zu geleiten, erklärte er sehr elegant, verbeugte sich, wobei er sich auf seinem Schwert aufstützte, dessen Spitze dabei im Boden versank und er mit sehr viel Kraftaufwand dieses wieder aus der Erde ziehen musste. Sisilia musste sich ein unhöfliches Lachen verkneifen, und lächelte schließlich diesen Sir Cadogan irgendwie freundlich an. Der sprang nun von Bilderrahmen zu Bilderrahmen und zeigte ihr den kürzesten Weg, wobei er ihr immer wieder Komplimente machte oder ihr sagte, dass sie sich garantiert bald selber gut genug auskennen würde.
Erleichtert erreichte sie die Treppe, bedankte sich bei dem kleinen Ritter und war froh, als dieser mit einer weiteren Verbeugung wieder zu seinem eigenen Bild zurückkehrt.
Gerade, als sie die Treppen nach unten gehen wollte, kamen ihr Ron, Hermine und Ginny entgegen.
„Oh gut, dass wir uns treffen. Harry hat mich gebeten euch auszurichten, dass ihr in den 7. Stock kommen sollt. Er wüsste wo ... es ist“, formulierte sie nun vorsichtig und die Drei sahen sich mit großen Augen an.
„Wirklich? Das ist ja fantastisch“, riefen Ron und Hermine aus, beschlossen im Gemeinschaftsraum vorbei zu gehen um das Buch zu holen. Sisilia wusste welches sie meinten, das mit dem Zauber, der ihnen helfen würde, „ES“ zu vernichten, wenn Harry es gefunden haben sollte.
„Sagt ihr mir bescheid, wie es ausgegangen ist?“, rief sie noch hinter den Dreien her und Ron versprach es. „Viel Glück“, flüsterte Sisilia leise und ging direkt in ihr Zimmer zurück.
„Es sah immer noch aus wie sie es verlassen hatte. Nur das Bett war von den Elfen gemacht worden. Dabei hatte sie gar nicht darin geschlafen. Vor dem Kamin, lagen noch die Decken und Kissen und Sehnsucht erwachte in ihr. Wo war Severus hin? Kein Kater und kein Mann erwartete sie und seufzend, mit den Gedanken an letzter Nacht, begann sie die Decken zusammenzulegen.
Als sie gerade die zweite auf das Bett gelegt hatte, klopft es an ihrer Türe. Da sie Harry oder Ron erwartete machte sie sofort auf und sah dann doch etwas überrascht in die Augen von Charlie.
„Störe ich?“, fragte er, als er ihren überraschten Gesichtsausdruck sah.
„Nein... nein. Ich hatte nur...“
„Jemand anderen erwartet?“
„Ja, genau. Was verschafft mir die Ehre deines Besuches?“, fragte sie und lächelt ihn nun an.
„Nun ja, ich hatte gehofft, du würdest mit mir einen Schluck Wein trinken?“, fragte er und hielt ihr eine Flasche Rotwein unter die Nase.
Einen Moment überlegte sie, doch dann gab sie den Weg in ihr Zimmer frei. Was war schon dabei mit einem Freund einen Schluck Wein zu trinken. Sicherlich würde Severus wieder die ganze Nacht unterwegs sein und warum sollte sie sich langweilen und alleine herumsitzen. Sollte Sev doch zurückkommen, würde ihr schon was einfallen, wie sie Charlie wieder hinauskomplimentieren konnte.
Charlies Blick ging kurz zu den vielen Kissen, die am Boden lagen, sagte aber nichts, sondern öffnete die Flasche, während Sisilia zwei Gläser aus einem Regal holte.
„Gibt es einen besonderen Anlass?“, wollte Sisilia wissen und nahm das Glas entgegen, das er ihr reichte.
„Nein, mir war einfach danach. Ich hatte nur keine Lust ihn alleine zu trinken.“
„Das ist natürlich ein Grund“, sagte sie leise und musterte Charlie lächelnd. Im Grunde wunderte sie sich, dass er nicht schon längst an jeder Hand fünf Mädchen hatte, die ihm nachliefen, denn er sah nicht mal schlecht aus. Besonders die Tatsache, dass er viel lachte, machte ihn ungeheuer attraktiv.
Das leise Klirren der Gläser, als sie aneinander schlugen, hörte sich irgendwie angenehm an und jagte ihr einen wohligen Schauer über den Rücken.

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BeitragThema: Re: The Unbreakable Truth 11 - 21   Di Jan 15, 2008 12:25 am

„Auf dich“, sagte Charlie leise, fast nur mit einem Hauchen und sie beide tranken einen Schluck.
„Hm ... der ist gut“, sagte Sisilia überrascht von dem guten Tropfen.
„Es freut mich, deinen Geschmack getroffen zu haben. Er ist aus Rumänien“, erklärte er und als sein Blick kurz in die Runde wanderte, blieb er erneut an den Kissen hängen.
„Ich ... wollte es mir grad vor dem Kamin gemütlich machen“, erklärte Sisilia schnell und setzte sich einfach auf den dicken Teppich davor. Erst als sie mit der Hand neben sich klopfte, setzte sich Charlie zu ihr.
Meine Güte was tat sie da? Sie hoffte, dass er es nicht falsch verstehen würde.
„Nette Idee, scheint sehr gemütlich zu sein.“
„Ja, ja ist es. Ich ... mache das öfters“, erklärte sie und nahm noch einen Schluck von dem edlen Rebensaft. Er war wirklich verdammt gut... und er stieg zu Kopf, doch das merkte sie zu Anfang nicht.
Inzwischen war die Sonne untergegangen und nur das leise vor sich hin knisternde Feuer erhellte noch den Raum. Sie hatten beide mittlerweile ihr zweites Glas Wein geleert und unterhielten sich ausgelassen über Drachen und was für komische Dinge Charlie schon widerfahren waren
„Und der Opalauge hatte dich wirklich für sein Baby gehalten?“, hakte Sisilia kichernd nach.
„Ja, sie wollt mich nicht gehen lassen und als meine Freunde mir helfen wollten, hat sie diese angegriffen. Ich hab die Jungs noch nie so laufen sehen“, erzählte er, sich selber vor Lachen an das Geschehene, den Bauch haltend.
„Ich stell mir das grad so vor, wie sie schützend ihre Flügel um dich legt“, lachte Sisilia und machte nun die Drachendame nach, breitete die Hände, in denen sie jeweils das Ende einer Decke, die sie über den Schultern hatte liegen gehabt, hielt und diese dann langsam um Charlie schlang. In dem Moment, als sie ihn in die Decke mit eingewickelt hatte, seinen Körper an dem ihrem spürte und sich ihre Blicke trafen, erschauderte sie heftig. Doch nicht weil es ihr unangenehm war... Sie hielt unbewusst den Atem an und merkte, wie Charlie unter der Decke seine Arme ebenfalls um sie legte. Sie war nicht fähig sich zu bewegen, sah ihn einfach nur an und ein Teil in ihr, wollte ihn küssen, der andere ihn von sich stoßen.
Immer näher sah sie sein Gesicht vor sich, nur noch wenige Augenblicke und sie würde seine Lippen auf den ihren spüren. Sein Atem war warm und überhaupt nicht unangenehm. Schon spürte sie seine Wärme, dann seine Lippen, die ihre trafen, zart, vorsichtig, so als hätte er Angst sie zu berühren. Immer noch nicht, war sie fähig sich zu bewegen, der Geist leicht benebelt von dem Wein und plötzlich sogar, erwiderte sie seinen Kuss mit einem leisen Stöhnen.
Plötzlich riss ein lautes Klopfen sie aus der Lethargie und sie löste sich blitzschnell von Charlie. Räusperte sich, stand auf und ging zur Türe um nachzusehen, wer dort war.
„Harry, Ron?“, sagte sie überrascht und schämte sich, dass sie sich den Beiden gegenüber benahm, als hätten sie sie bei etwas Verbotenem erwischt. Doch sie wusste, dass das nur ihr eigenes schlechtes Gewissen war. Verdammter Wein, sie hätte nicht soviel davon trinken sollen.
„Ist alles in Ordnung?“, fragte Ron direkt und linste in den Raum hinein, wo er Charlie entdeckte, der seinem Bruder grinsend zuwinkte.
„Ja. Natürlich. Wie sieht es aus, hat es ... geklappt?“, fragte sie leise nach.
Stolz sah Ron sie nun an und nickte. „Wir haben es platt gemacht“, erklärte er und Sisilia lächelt dann.
„Dann bleibt nur noch eines“, sagte sie leise und irgendwie war sie froh, dass die Beiden sie unterbrochen hatten, dann sie hätte nicht gewusst, was sie vielleicht sonst noch getan hätte.
„Ja. Und ich denke ich bin mir sicher was es ist. Wir werden wieder nach oben gehen. Die Mädels warten auf uns. Wir sehen uns“, die Beiden verabschiedeten sich, winkten Charlie nochmal zu und Sisilia schloss die Türe, an der sie nochmal tief durchatmend stehen blieb.
„Sis?“, fragte er leise, als er das bemerkte, stand auch auf und ging zu ihr. „Alles klar mit dir?“, wollte er wissen und blieb vor ihr stehen.
„Mir ... geht es gut. Der Wein... ich bin es wohl nicht gewohnt. Ich trinke selten etwas“, entschuldigte sie sich bei ihm.
„Ist doch nicht so schlimm. Jeder hat doch das Recht mal ein bisschen zu feiern und ausgelassen zu sein“, erklärte er lächelnd und streckte seine Hand nach ihr aus. Sie ergriff seine Hand und lächelte zurück.
„Dennoch trinke ich besser keinen Wein mehr“, erklärte sie und setzte sich diesmal in einen Sessel.
„Schade“, sagte Charlie nur schmunzelnd.
„Du willst mich doch nicht abfüllen, Charlie Weasley. Du hast keine Ahnung zu was ich fähig bin, wenn ich betrunken bin.“
„Es wäre sicherlich interessant es herauszufinden“, sagte er und wollte sich gerade in den Sessel gegenüber setzten, als sie nach einem Kissen griff und es Charlie an den Kopf warf.
„Hey, na warte!“
Charlie warf das Kissen zurück, doch duckte Sisilia sich weg und es landete irgendwo hinter ihr ihm Raum.
„Siehst du, und deshalb sollte man mit dem Trinken vorsichtig sein, man kann dann nicht mehr richtig treffen“, neckte sie ihn.
„Ich treffe sehr wohl.“ Schnell bückte er sich, und hob ein Kissen nach dem andern auf, die er dann nach ihr warf, bis alle auf ihr und um sie herum lagen.
Beide lachten schließlich und eines warf sie noch zurück zu ihm, das er jedoch geschickt auffing.
„Charlie, bitte sei mir nicht böse, aber ich denke ich werde mich jetzt besser hinlegen.“
„Ich werde dich nicht aufhalten“, gab er zurück und ließ kurz seinen Blick über sie gleiten.
„Alleine. Zum schlafen“, ergänzte sie schließlich noch, woraufhin Charlie sich geschlagen gab und nickte.
„Schon gut, ich hab schon verstanden. Mr Weasley wird seinen Schwips einpacken und in sein Zimmer gehen. Auch wenn er es schrecklich schade findet und Miss Dumbledore anbietet, wenn sie sich doch einsam fühlen sollte, einfach bei ihm vorbei zu schauen. Er neigte sich zu ihr hinunter, die Hände auf den Sessel lehnend abgestützt.
„Gute Nacht, meine Schöne“, hauchte er und gab Sisilia einen sanften Kuss, dem sie sich nicht entzog.
„Gute Nacht, Charlie“, antwortete sie leise und war froh, dass er so verständnisvoll war.



*****



Alles läuft bisher wie am Schnürchen. Wir haben es fast geschafft. Er hat es fast geschafft. Bald wird es soweit sein. Weiß nicht, ob ich mich freuen soll oder fürchten.
Wie lange habe ich auf den Moment gehofft, darauf hingearbeitet, dass es endlich vorbei sein wird, und „ER“ bekommt was er verdient. Für all das, was er getan hat. Ich hatte nie Angst vor dem was mich erwarten wird. Die lange Zeit hatte mich gelehrt, damit umzugehen, mich mit dem Schicksal abzufinden. Doch nun ist alles auf einmal so anders. Es ist etwas geschehen, womit weder ich, noch jemand anderes hätte rechnen können.
Sie ist geschehen ... Sisilia Dumbledore.


Noch nie hatte der dunkelhaarige Mann so viel auf einmal in sein Büchlein geschrieben. Sein Blick hing auf den letzten beiden Worten und in seinem Kopf tauchte ihr Antlitz auf. Die grünen Augen, ihre rotblonden, wilden Haare, die sich, nachdem sie sich geliebt hatten, in alle Richtungen abzustehen schienen. Die sanften Grübchen auf ihren Wangen, wenn sie lächelte ihre weichen, einladenden Lippen...
Bei dem Gedanken an sie spürte er, wie er sie zu vermissen begann. Ihre Stimme, ihr helles Lachen ihre Wärme und ihre Nähe.
Ja, er hatte sich hoffnungslos verliebt. Nie hätte er geglaubt, dass das noch einmal möglich wäre. Niemals zu hoffen gewagt, jeden für verrückt erklärt, der das behauptet hätte. Doch es war so... er war über beide Ohren verliebt.

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BeitragThema: Re: The Unbreakable Truth 11 - 21   Di Jan 15, 2008 12:29 am

Kapitel 18 Geständnisse und ein Diadem




Die ersten Tage vergingen fast wie im Flug. Sisilia hatte mit ihrem Unterricht am Anfang doch mehr Arbeit, als sie zuerst erwartet hatte.
Es war schön und bereitete ihr Freude zu Unterrichten, die Schüler machten alle eifrig mit, fast zu eifrig, so dass sie sogar ab und an improvisieren musste, um die Schüler die restlichen Minuten des Unterrichtes noch zu beschäftigen.
Doch je mehr Tage vergingen, umso besser funktionierte der Unterricht und umso leichter ging ihr alles von der Hand. Die Schüler akzeptierten sie sofort als ihre Professorin und darüber war sie sehr erleichtert, denn dies war ihre größte Sorge gewesen, dass die Schüler sie vielleicht nicht ernst nehmen würden.
Severus kam und verschwand ohne sich ab oder anzumelden. Mal war er zwei Tage wie vom Erdboden verschluckt, dann verbrachte er einen Tag und eine Nacht am Stück nur mir ihr. Meist hielt er sich in der Gestalt als Kater bei ihr auf, denn die Gefahr entdeckt zu werden, war doch ziemlich groß.
Wenn er sich dann wieder in einen Menschen verwandelte, liebten sie sich oder lagen vor dem Kamin und küssten sich oder hielten sich in den Armen. Diese Zeit war für Sisilia wunderschön, denn sie war über beide Ohren verliebt.
Severus bat sie, für ihn einige Zutaten zu besorgen, damit er einen neuen Verwandlungstrank herstellen konnte. Denn seiner ging langsam zur Neige. Im Bad, hinter einem alten Paravant, baute er seinen Kessel auf. Hier würde es keiner sehen, denn welcher Besucher ging schon in ihr Bad. Und falls doch mal einer unerwartet dort hinein gehen würde… waren die Sachen gut verborgen hinter dem Wandschirm.
Minerva war sehr in ihren neuen Posten eingespannt und sie und Sisilia sahen sich eigentlich nur immer kurz morgens im Lehrerzimmer zu den täglichen, kurzen Besprechungen oder wenn Sisilia etwas wegen dem Unterricht zu fragen hatte.
Das einzige was ihr etwas zu schaffen machte war der Streit mit Charlie.
Am Anfang versuchte sie ihm einfach weiter aus dem Weg zu gehen, um nicht wieder mit ihm zu zanken, doch tat ihr es auch weh, denn eigentlich hatte sie ihn sehr gern und es lag ihr im Grunde nichts ferner, als einen guten Freund, und das war er für sie bisher gewesen, zu belügen und sich mit ihm zu streiten.

Am Ende der zweiten Schulwoche, nach dem Mittagessen, passte Charlie Sisilia vor der Großen Halle ab.
„Sisilia? Bitte… können wir reden?“, bat er sie eindringlich und sein Blick war so traurig flehend, dass sie es nicht noch mal übers Herz brachte ihn wegzuschicken. So nickte sie schließlich.
„Gut… Können wir vielleicht etwas spazieren gehen?“, bat sie, da sie es vermeiden wollte, weder zu sich, noch zu ihm hoch zu gehen.
Langsam und zuerst wortlos traten sie in die warme Mittagssonne hinaus. Die meisten Schüler hatten gleich Unterricht und so war der Schulhof, bis auf zwei kleine Gruppen, die unter dem langen Quergang des Hofes im Schatten standen, leer.
Sisilia strebte mit gezielten Schritten, weiter weg von den Schülern, eine kleine Baumgruppe an, unter der eine steinerne Bank stand, auf der sie schließlich platz nahm.
Der junge Weasley setzte sich neben sie und sie merkte, wie er versuchte, die richtigen Worte zu finden. Er hatte sichtlich Angst sie wieder zu erzürnen.
„Sisilia, es … ist nicht so einfach, was ich sagen will. Zuerst musst du wissen, dass du mir viel bedeutest und … ich weiß nicht warum, aber ich … vertraue dir“, begann er dann.
„Vielleicht tust du das, weil du dich in mich … verliebt hast“, sagte Sisilia leise, da ihr schon lange klar war, was Charlie für sie empfand. Sie mochte ihn auch und würde es Severus nicht geben, vielleicht…
„Gut möglich“, gestand er zu ihrer Überraschung. „Deshalb bitte ich dich, lass uns offen reden, ohne gleich an die Luft zu gehen, ja? Bitte, Sisilia.“
„In Ordnung“, gab sie leise zurück.
Während er ihr Gesicht musterte, nickt er und drehte sich etwas mehr zu ihr.
„Wie ich dir ja schon gesagt habe, weiß ich, dass dieser Patronus im Zug von Severus Snape stammte. Er hätte ihn nicht an dich geschickt, wenn ihr euch nicht kennen würdet. Sisilia, ich möchte dir auch weiterhin vertrauen, deshalb bitte ich dich, vertraue mir und sag mir, was du mit diesem Mann zu schaffen hast.“
Einen Moment überlegte sie, ob und was sie Charlie antworten sollte und entschied sich schließlich dafür, dass sie ihm einen Teil der Wahrheit sagen würde. Aber nur soviel, dass Sev nicht in Schwierigkeiten kommen konnte.
„Gut. Ich werde es dir erzählen. Ich sage es dir, weil ich dir zeigen will, dass ich auch dir vertraue und mir unsere Freundschaft wichtig ist.“
Dann erzählte sie ihm, wie sie Snape gesucht und in seinem Haus gefunden hatte.
„Du hast herausgefunden wo er wohnt?“, fragte er überrascht nach.
„Das war nicht schwer“, erklärte sie lächelnd, doch als er nach der Adresse fragte, schüttelte sie den Kopf. „Er ist sicher längst nicht mehr dort, ich hab ihn auch mehr oder weniger nur dorthin gelockt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er da noch einmal aufkreuzen wird.“
Sie erzählte ihm alles, was an jenem Abend geschehen war.
„Er hat dir also keine Antwort geben wollen? Ich hätte es ehrlich gesagt auch nicht anders erwartet. Dennoch war es töricht von dir, hinzugehen. Er hätte dich genauso kaltblütig töten können, wie deinen Großonkel. Aber zumindest hat er den Mord dir gegenüber zugegeben. Im Propheten wurde ja dieser erste Artikel, wo er als Mörder benannt wurde dementiert und behauptet, dass die Zeugenaussage von damals, unhaltbar sei. Diese Idioten. Sie richten ihr Fähnchen immer nach dem Wind. Ich wette „ER“ hat dabei seine Finger im Spiel gehabt. Offiziell wurde gestern die Suche nach Snape eingestellt. Sie hätten nicht genügend Beweise. Unschuldig bis zum Beweis der Schuld, pah. Ist es nicht Beweis genug, dass er sich versteckt?“
„Das heißt, Severus Snape ist kein gesuchter Mörder mehr?“, hakte Sisilia jetzt nach.
„Ja, das heißt es wohl. Jedenfalls was das Ministerium angeht. Doch wenn DU eine Aussage machen …“
„Nein, vergiss es… ich war nie bei Snape und hab ihn nie getroffen, wenn irgendjemand fragt. Ich hab dir das nur erzählt, weil ich dir als Freund vertraue.“
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BeitragThema: Re: The Unbreakable Truth 11 - 21   Di Jan 15, 2008 12:30 am

„Wollen wir das?“, fragte er und nahm ihre Hand, die er an seine Brust legte.
Leise seufzte sie nun auf, entzog sich ihm aber nicht.
„Du weißt genau was ich meine. Es geht darum, Harry zu helfen. Das Ziel ist es „Du weißt schon wen“ zu vernichten. Wir müssen zusammenstehen und gemeinsam kämpfen.“
„Ich hoffe nur, du vergisst das auch nicht, Sisilia. Wir beide stehen auf derselben Seite und ich werde zu dir halten. Doch bitte ich dich darum, mein Vertrauen nicht zu missbrauchen. Ich … bin sehr nachtragend, was das angeht.“
„Du bist ein wunderbarer Mann, Charlie. Bleib so wie du bist, ja? Und versuche in meine Instinkte zu vertrauen. Bis jetzt haben sie mich noch nie im Stich gelassen.“
Nachdenklich legte Charlie den Kopf schief und lächelte dann.
„Ja, ich werde dir vertrauen. Unter einer Bedingung.“
„Und die wäre?“, fragte sie nach, eine Augenbraue anhebend.
„Dass du mir die Hoffnung nicht nimmst, dass ich dich doch noch irgendwann vor den Traualtar führen darf.“ Nun grinste er verschmitzt und sah mit seinem längeren, leicht zerzausten Haar und seinen spitzbübischen Augen, wie ein kleiner Junge aus, dem gerade ein genialer Streich gelungen war.
Nun konnte Sisilia nicht anders, als auch zu lächeln.
„Du bist unmöglich, weißt du das? Gut, aber sollte es einmal wirklich soweit kommen, wirst du mich auf Händen vom Altar in unser Schlafzimmer tragen“, scherzte sie und beide lachten erleichtert auf, dass der Streit zwischen ihnen endlich begraben war.
„Ich würde dich um die ganze Welt tragen, wenn du es willst“, gab er schließlich zurück und Sisilia schüttelte lächelnd den Kopf.
„Du bist ein hoffnungsloser Fall, Charlie Weasley.“
„Nein… nur hoffnungslos verliebt“, gestand er ihr und es lief ihr heiß und kalt den Rücken herunter. Für einen kurzen Moment war sie sogar versucht ihm einen Kuss zu geben, hatte sich sogar schon seinem Gesicht genähert, stand dann aber abrupt auf.
„Schade“, flüsterte Charlie und erhob sich auch, denn ihm war ihre Reaktion nicht entgangen und er nahm in der Richtung auch kein Blatt vor den Mund. „Würdest du dennoch mal mit mir in Hogsmeade essen gehen?“, versuchte er es erneut.
Zuerst wollte sie ihn mit einem Satz wie ‚mal sehen’, abspeisen, doch dann nickte sie.
„Ja. Ja, ich würde gern mit dir essen gehen“, antwortete sie, das ‚essen’ betonend.
Langsam gingen sie dann schließlich zum Schloss zurück, unterhielten sich über Belangloses, wie den Unterricht, die Kollegen und die Schüler.
Vor Sisilias Zimmertüre verabschiedeten sie sich schließlich und noch bevor sie wusste was passierte, hatte er ihr einen Kuss auf die Lippen gedrückt und war auch schon lachend im langen Gang verschwunden.
Noch einige Augenblicke stand sie da und sah in den nun leeren Flur hinein … nein das war unmöglich. Es konnte nicht angehen, dass sie sich in zwei Männer gleichzeitig verliebte. So etwas passierte nicht, niemals! Oder doch?
Sie erschrak heftig, als plötzlich etwas Weiches um ihre Beine schlich und sich schnurrend gegen sie drückte. Scheinbar, hatte Severus Charlie nicht gesehen gehabt, denn sonst hätte er bestimmt anders reagiert. Sie ließ den Kater in ihr Zimmer und folgte ihm, schloss die Türe hinter sich und blickte kurz darauf auf die Gestalt, des ehemaligen Zaubertränkelehrers…



***



Es war Freitagabend, das Abendessen war gerade vorbei, als Sisilia im Eingangsbereich auf die kleine Gruppe um Harry traf, die sich leise in einer Ecke unterhielten.
Zuerst zögerte sie, doch als Harry den Arm hob und sie zu ihnen winkte, trat sie zu der kleinen Runde.
„Guten Abend zusammen“, begann sie und begrüßte alle die sie kannte mit Namen. Nur bei zweien zögerte sie.
„Neville Longbottom“, sagte der Junge, welcher größer war, als die anderen und dessen dunkle Augen sehr freundlich drein blickten.
„Hallo, Mr. Longbottom“, sagte Sisilia dann freundlich und als letzte stellte sich Luna Lovegood vor.
„Die Tochter von dem Mann, der den Klitterer herausbringt?“, fragte Sisilia überrascht nach und Luna nickte so heftig, dass ihr langes blondes Haar flatterte. „Es freut mich euch alle kennen zu lernen.“
„Es ist auch uns eine Freude. Harry hat schon viel von Ihnen erzählt, Professor“, gab Neville mit einem Lächeln zurück.
„Oh, hat er das? Ich hoffe doch, nicht nur von meinen Unarten?“ Sie lachten alle kurz und Neville schüttelt den Kopf.
„Sehr beruhigend“, erwidert Sisilia. „Harry, kann ich dich eine Minute sprechen?“
Harry nickte, entschuldigte sich kurz und ging mit Sisilia ein paar Schritte an die Seite.
„Ich habe mir Gedanken gemacht. Warum beginnen plötzlich die Todesser nach den Gegenständen zu suchen in denen wir die Horcruxe vermuten? Glaubst du „Er“ hat rausbekommen, dass du darüber bescheid weißt?“

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BeitragThema: Re: The Unbreakable Truth 11 - 21   Di Jan 15, 2008 12:34 am

„Du wirst lachen, die Frage hab ich mir auch gestellt und ich denke, ja. Zumindest ahnt er etwas. Vielleicht hat er nachgesehen und festgestellt, dass das Amulett fehlt“, murmelte er nachdenklich.
„Vermute ich auch. Sonst hätte er nicht die Gräber deiner Eltern ausgehoben und die der ganzen Familie Black, oder das Theater, in dem Auktionshaus, wo das Diadem versteigert hätte werden sollen.“
Plötzlich trat Luna zu den Beiden.
„Ein Diadem? So was, wie Rowena Ravenclaw auf dem Kopf trägt? Ich habe es schon immer bewundert und mich gefragt, wie es wohl in Wirklichkeit aussieht. Leider kann man es in den Stein gehauen nicht so gut erkennen. Doch es muss wundervolle blaue Steine haben, oder sogar Diamanten. Einmal in meinem Leben würde ich auch gerne so etwas tragen.“ Sie seufzt leise und lächelt beide, die sie mit offenem Mund ansehen jetzt, an. Dann blickten sich Sisilia und Harry an und sie wussten, dass sie beide dasselbe dachten.
‚Becher von Hufflepuff… Diadem von Ravenclaw…’
„Sie sagten, Sie hätten es sich angesehen? Wo?“, fragte Sisilia und versuchte ihre Aufregung zu verstecken.
„Vor unserem Gemeinschaftsraum, ähm, bei den Ravenclaws. Dort steht eine Statue von ihr.“ Luna sah fragend zu ihnen.
Wieder trafen sich die Blicke von Harry und Sisilia und er hatte erneut das Gefühl, dass sie sich sofort verstanden. „Tarnumhang“, flüsterten beide gleichzeitig und Harry nickte dann.
„Miss Lovegood, würden Sie mich zum Gemeinschaftsraum der Ravenclaws mitnehmen?“
Luna und Harry nickten und Sisilia deutete dann zu der Treppe. „Dann zeigen Sie mir mal den Weg.“ Noch einmal trafen sich die Blicke der beiden und Harry gab ihr zu verstehen, dass er sie gleich einholen würde.
So folgte die junge Professorin dem Mädchen mit den blonden Haaren, das leise ein Lied vor sich hin summte, während sie Sisilia nach oben zum Ravenclawturm führte.
Es ging um Ecken, viele Gänge entlang und Treppen hinauf, so dass Sisilia schon fürchtete, sie würde nicht mehr alleine zurück finden. Als sie endlich im fünften Stock ankamen, traten sie auf eine Wand zu, hölzern und flankiert von zwei Steinsockeln. Auf einem drohte ein großer stolzer Adler und auf dem anderen stand eine große, über zwei Meter hohe Skulptur von Rowena Ravenclaw.
Luna streckte die Hand nach einem der Adler aus und streichelt über dessen steinernes Gefieder.
„Nun, das ist sie. War sie nicht eine wunderschöne Frau?“
In dem Moment spürte Sisilia etwas hinter sich, konnte aber nichts sehen.
„Ich bin’s“, flüsterte Harry hinter ihr.
Die Statue war beeindruckend und sehr detailgetreu erschaffen worden. Ihr Gesicht war wundervoll. Wenn man bedachte, dass diese Frau vor über tausend Jahre gelebt hatte, musste sie für damalige Verhältnisse eine Schönheit gewesen sein.
Sofort fiel Sisilias Blick auf den Kopf der Statue, auf dem sie ein wundervolles Diadem trug. Und dieses sah dem, aus dem Auktionshaus verdammt ähnlich. Wenn es nicht sogar genauso aussah.
Hinter sich hörte sie ein leises Aufkeuchen, als Harry, der sich nah zu ihr gestellt hatte, das Diadem erblickte. Da sie nicht alleine waren und ein paar andere Ravenclawschüler, welche den Gemeinschaftraum in dem Moment verließen, die Beiden misstrauisch beobachteten, gab Sisilia Harry einen sanften Stoß, damit er sich ruhig verhielt.
„Danke fürs Herbringen, Miss Lovegood. Wissen sie was mit dem Original Diadem passiert ist?“, fragt Sisilia jetzt neugierig.
„Keine Ahnung, es gibt keine Aufzeichnungen darüber“, erklärte Luna mit der Schulter zuckend. „Mein Vater glaubt ja, dass die Kobolde es gestohlen haben, doch es gibt keine Beweise dafür.“ Dann sah Luna zur Türe, die in den Ravenclaw Gemeinschaftsraum führte.
„Werde ich eigentlich noch gebraucht? Ich wollte nämlich noch nach meinen Schuhen suchen, sie sind mal wieder verschwunden und ich hätte sie doch so gern zum nächsten Quidditch Spiel angezogen.“
„Nein, gehen Sie nur, Miss Lovegood. Wir ... ähm, ich habe jetzt ja gesehen, was ich sehen wollte.“
Luna nickte, wünschte ihr noch einen schönen Abend und verschwand dann im Gemeinschaftsraum. Langsam ging Sisilia zurück und hätte Harry sie nicht ein paar Mal in die richtige Richtung geschoben, wäre sie wer weiß wo gelandet. Als sie weit genug weg waren, nahm Harry den Umhang ab.
„Ich habe das Diadem schon mal irgendwo gesehen. Wenn ich nur wüsste wo?“
„Vielleicht in der Zeitung?“
„Nein, es wurde darüber doch gar nichts geschrieben. Nein, es war woanders, ich komme nur nicht drauf wo.“ Nachdenklich wanderten sie beide durch die Gänge und als sie um eine Ecke bogen, rannte Harry in den fast Kopflosen Nick hinein, was einen heftigen eiskalten Schauer auf seiner Haut verursachte.
„Oh... Harry Potter. Mir scheint der junge Mann hat seine Gedanken heute Abend woanders“, begann dieser, als Harry nicht wirklich reagierte.
„Wie? Oh, entschuldigen Sie, Sir Niklas, ich ... habe über etwas nachgedacht.“
„Ja, das habe ich bemerkt. Ein Kopf wie eine Rumpelkammer, was?“ Über seinen eigenen Witz lachend schwebte der Geist weiter und verschwand schließlich durch eine dicke Wand. Auch Sisilia wollte weitergehen, als Harry erneut wie vom Donner gerührt stehen blieb, mit der Hand gegen seine Stirn klatschte und laut „Rumpelkammer ... Ein Ort wo man etwas verstecken kann...“ ausrief.
„Wie bitte?“, fragte Sisilia nach und starrte den jungen Mann perplex an.
„Ich weiß wieder, wo ich es gesehen habe. Sil, bitte suche die Anderen und bitte sie nach oben in den 7. Stock zu kommen“, rief er noch und rannte in die entgegen gesetzte Richtung davon. „Klar, wenn ich den Weg nach unten finde“, murmelte Sisilia und ging erst mal den Gang weiter.
Als sie unschlüssig herum stand, sprach sie ein kleiner Ritter in einem Bild, hinter ihm stand ein Pony, an, ob er ihr helfen könnte.
„Nun ja. Ich suche den Weg zur Haupttreppe nach unten“, sagte sie dann und musterte den Mann.
„Gestattet, holdes Fräulein. Mein Name lautet Sir Cadogan und es wird mir eine Ehre sein, Euch dorthin zu geleiten, erklärte er sehr elegant, verbeugte sich, wobei er sich auf seinem Schwert aufstützte, dessen Spitze dabei im Boden versank und er mit sehr viel Kraftaufwand dieses wieder aus der Erde ziehen musste. Sisilia musste sich ein unhöfliches Lachen verkneifen, und lächelte schließlich diesen Sir Cadogan irgendwie freundlich an. Der sprang nun von Bilderrahmen zu Bilderrahmen und zeigte ihr den kürzesten Weg, wobei er ihr immer wieder Komplimente machte oder ihr sagte, dass sie sich garantiert bald selber gut genug auskennen würde.

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BeitragThema: Re: The Unbreakable Truth 11 - 21   Di Jan 15, 2008 12:35 am

Erleichtert erreichte sie die Treppe, bedankte sich bei dem kleinen Ritter und war froh, als dieser mit einer weiteren Verbeugung wieder zu seinem eigenen Bild zurückkehrt.
Gerade, als sie die Treppen nach unten gehen wollte, kamen ihr Ron, Hermine und Ginny entgegen.
„Oh gut, dass wir uns treffen. Harry hat mich gebeten euch auszurichten, dass ihr in den 7. Stock kommen sollt. Er wüsste wo ... es ist“, formulierte sie nun vorsichtig und die Drei sahen sich mit großen Augen an.
„Wirklich? Das ist ja fantastisch“, riefen Ron und Hermine aus, beschlossen im Gemeinschaftsraum vorbei zu gehen um das Buch zu holen. Sisilia wusste welches sie meinten, das mit dem Zauber, der ihnen helfen würde, „ES“ zu vernichten, wenn Harry es gefunden haben sollte.
„Sagt ihr mir bescheid, wie es ausgegangen ist?“, rief sie noch hinter den Dreien her und Ron versprach es. „Viel Glück“, flüsterte Sisilia leise und ging direkt in ihr Zimmer zurück.
„Es sah immer noch aus wie sie es verlassen hatte. Nur das Bett war von den Elfen gemacht worden. Dabei hatte sie gar nicht darin geschlafen. Vor dem Kamin, lagen noch die Decken und Kissen und Sehnsucht erwachte in ihr. Wo war Severus hin? Kein Kater und kein Mann erwartete sie und seufzend, mit den Gedanken an letzter Nacht, begann sie die Decken zusammenzulegen.
Als sie gerade die zweite auf das Bett gelegt hatte, klopft es an ihrer Türe. Da sie Harry oder Ron erwartete machte sie sofort auf und sah dann doch etwas überrascht in die Augen von Charlie.
„Störe ich?“, fragte er, als er ihren überraschten Gesichtsausdruck sah.
„Nein... nein. Ich hatte nur...“
„Jemand anderen erwartet?“
„Ja, genau. Was verschafft mir die Ehre deines Besuches?“, fragte sie und lächelt ihn nun an.
„Nun ja, ich hatte gehofft, du würdest mit mir einen Schluck Wein trinken?“, fragte er und hielt ihr eine Flasche Rotwein unter die Nase.
Einen Moment überlegte sie, doch dann gab sie den Weg in ihr Zimmer frei. Was war schon dabei mit einem Freund einen Schluck Wein zu trinken. Sicherlich würde Severus wieder die ganze Nacht unterwegs sein und warum sollte sie sich langweilen und alleine herumsitzen. Sollte Sev doch zurückkommen, würde ihr schon was einfallen, wie sie Charlie wieder hinauskomplimentieren konnte.
Charlies Blick ging kurz zu den vielen Kissen, die am Boden lagen, sagte aber nichts, sondern öffnete die Flasche, während Sisilia zwei Gläser aus einem Regal holte.
„Gibt es einen besonderen Anlass?“, wollte Sisilia wissen und nahm das Glas entgegen, das er ihr reichte.
„Nein, mir war einfach danach. Ich hatte nur keine Lust ihn alleine zu trinken.“
„Das ist natürlich ein Grund“, sagte sie leise und musterte Charlie lächelnd. Im Grunde wunderte sie sich, dass er nicht schon längst an jeder Hand fünf Mädchen hatte, die ihm nachliefen, denn er sah nicht mal schlecht aus. Besonders die Tatsache, dass er viel lachte, machte ihn ungeheuer attraktiv.
Das leise Klirren der Gläser, als sie aneinander schlugen, hörte sich irgendwie angenehm an und jagte ihr einen wohligen Schauer über den Rücken.
„Auf dich“, sagte Charlie leise, fast nur mit einem Hauchen und sie beide tranken einen Schluck.
„Hm ... der ist gut“, sagte Sisilia überrascht von dem guten Tropfen.
„Es freut mich, deinen Geschmack getroffen zu haben. Er ist aus Rumänien“, erklärte er und als sein Blick kurz in die Runde wanderte, blieb er erneut an den Kissen hängen.
„Ich ... wollte es mir grad vor dem Kamin gemütlich machen“, erklärte Sisilia schnell und setzte sich einfach auf den dicken Teppich davor. Erst als sie mit der Hand neben sich klopfte, setzte sich Charlie zu ihr.
Meine Güte was tat sie da? Sie hoffte, dass er es nicht falsch verstehen würde.
„Nette Idee, scheint sehr gemütlich zu sein.“
„Ja, ja ist es. Ich ... mache das öfters“, erklärte sie und nahm noch einen Schluck von dem edlen Rebensaft. Er war wirklich verdammt gut... und er stieg zu Kopf, doch das merkte sie zu Anfang nicht.
Inzwischen war die Sonne untergegangen und nur das leise vor sich hin knisternde Feuer erhellte noch den Raum. Sie hatten beide mittlerweile ihr zweites Glas Wein geleert und unterhielten sich ausgelassen über Drachen und was für komische Dinge Charlie schon widerfahren waren
„Und der Opalauge hatte dich wirklich für sein Baby gehalten?“, hakte Sisilia kichernd nach.
„Ja, sie wollt mich nicht gehen lassen und als meine Freunde mir helfen wollten, hat sie diese angegriffen. Ich hab die Jungs noch nie so laufen sehen“, erzählte er, sich selber vor Lachen an das Geschehene, den Bauch haltend.
„Ich stell mir das grad so vor, wie sie schützend ihre Flügel um dich legt“, lachte Sisilia und machte nun die Drachendame nach, breitete die Hände, in denen sie jeweils das Ende einer Decke, die sie über den Schultern hatte liegen gehabt, hielt und diese dann langsam um Charlie schlang. In dem Moment, als sie ihn in die Decke mit eingewickelt hatte, seinen Körper an dem ihrem spürte und sich ihre Blicke trafen, erschauderte sie heftig. Doch nicht weil es ihr unangenehm war... Sie hielt unbewusst den Atem an und merkte, wie Charlie unter der Decke seine Arme ebenfalls um sie legte. Sie war nicht fähig sich zu bewegen, sah ihn einfach nur an und ein Teil in ihr, wollte ihn küssen, der andere ihn von sich stoßen.
Immer näher sah sie sein Gesicht vor sich, nur noch wenige Augenblicke und sie würde seine Lippen auf den ihren spüren. Sein Atem war warm und überhaupt nicht unangenehm. Schon spürte sie seine Wärme, dann seine Lippen, die ihre trafen, zart, vorsichtig, so als hätte er Angst sie zu berühren. Immer noch nicht, war sie fähig sich zu bewegen, der Geist leicht benebelt von dem Wein und plötzlich sogar, erwiderte sie seinen Kuss mit einem leisen Stöhnen.
Plötzlich riss ein lautes Klopfen sie aus der Lethargie und sie löste sich blitzschnell von Charlie. Räusperte sich, stand auf und ging zur Türe um nachzusehen, wer dort war.
„Harry, Ron?“, sagte sie überrascht und schämte sich, dass sie sich den Beiden gegenüber benahm, als hätten sie sie bei etwas Verbotenem erwischt. Doch sie wusste, dass das nur ihr eigenes schlechtes Gewissen war. Verdammter Wein, sie hätte nicht soviel davon trinken sollen.

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BeitragThema: Re: The Unbreakable Truth 11 - 21   Di Jan 15, 2008 12:35 am

„Ist alles in Ordnung?“, fragte Ron direkt und linste in den Raum hinein, wo er Charlie entdeckte, der seinem Bruder grinsend zuwinkte.
„Ja. Natürlich. Wie sieht es aus, hat es ... geklappt?“, fragte sie leise nach.
Stolz sah Ron sie nun an und nickte. „Wir haben es platt gemacht“, erklärte er und Sisilia lächelt dann.
„Dann bleibt nur noch eines“, sagte sie leise und irgendwie war sie froh, dass die Beiden sie unterbrochen hatten, dann sie hätte nicht gewusst, was sie vielleicht sonst noch getan hätte.
„Ja. Und ich denke ich bin mir sicher was es ist. Wir werden wieder nach oben gehen. Die Mädels warten auf uns. Wir sehen uns“, die Beiden verabschiedeten sich, winkten Charlie nochmal zu und Sisilia schloss die Türe, an der sie nochmal tief durchatmend stehen blieb.
„Sis?“, fragte er leise, als er das bemerkte, stand auch auf und ging zu ihr. „Alles klar mit dir?“, wollte er wissen und blieb vor ihr stehen.
„Mir ... geht es gut. Der Wein... ich bin es wohl nicht gewohnt. Ich trinke selten etwas“, entschuldigte sie sich bei ihm.
„Ist doch nicht so schlimm. Jeder hat doch das Recht mal ein bisschen zu feiern und ausgelassen zu sein“, erklärte er lächelnd und streckte seine Hand nach ihr aus. Sie ergriff seine Hand und lächelte zurück.
„Dennoch trinke ich besser keinen Wein mehr“, erklärte sie und setzte sich diesmal in einen Sessel.
„Schade“, sagte Charlie nur schmunzelnd.
„Du willst mich doch nicht abfüllen, Charlie Weasley. Du hast keine Ahnung zu was ich fähig bin, wenn ich betrunken bin.“
„Es wäre sicherlich interessant es herauszufinden“, sagte er und wollte sich gerade in den Sessel gegenüber setzten, als sie nach einem Kissen griff und es Charlie an den Kopf warf.
„Hey, na warte!“
Charlie warf das Kissen zurück, doch duckte Sisilia sich weg und es landete irgendwo hinter ihr ihm Raum.
„Siehst du, und deshalb sollte man mit dem Trinken vorsichtig sein, man kann dann nicht mehr richtig treffen“, neckte sie ihn.
„Ich treffe sehr wohl.“ Schnell bückte er sich, und hob ein Kissen nach dem andern auf, die er dann nach ihr warf, bis alle auf ihr und um sie herum lagen.
Beide lachten schließlich und eines warf sie noch zurück zu ihm, das er jedoch geschickt auffing.
„Charlie, bitte sei mir nicht böse, aber ich denke ich werde mich jetzt besser hinlegen.“
„Ich werde dich nicht aufhalten“, gab er zurück und ließ kurz seinen Blick über sie gleiten.
„Alleine. Zum schlafen“, ergänzte sie schließlich noch, woraufhin Charlie sich geschlagen gab und nickte.
„Schon gut, ich hab schon verstanden. Mr Weasley wird seinen Schwips einpacken und in sein Zimmer gehen. Auch wenn er es schrecklich schade findet und Miss Dumbledore anbietet, wenn sie sich doch einsam fühlen sollte, einfach bei ihm vorbei zu schauen. Er neigte sich zu ihr hinunter, die Hände auf den Sessel lehnend abgestützt.
„Gute Nacht, meine Schöne“, hauchte er und gab Sisilia einen sanften Kuss, dem sie sich nicht entzog.
„Gute Nacht, Charlie“, antwortete sie leise und war froh, dass er so verständnisvoll war.



*****



Alles läuft bisher wie am Schnürchen. Wir haben es fast geschafft. Er hat es fast geschafft. Bald wird es soweit sein. Weiß nicht, ob ich mich freuen soll oder fürchten.
Wie lange habe ich auf den Moment gehofft, darauf hingearbeitet, dass es endlich vorbei sein wird, und „ER“ bekommt was er verdient. Für all das, was er getan hat. Ich hatte nie Angst vor dem was mich erwarten wird. Die lange Zeit hatte mich gelehrt, damit umzugehen, mich mit dem Schicksal abzufinden. Doch nun ist alles auf einmal so anders. Es ist etwas geschehen, womit weder ich, noch jemand anderes hätte rechnen können.
Sie ist geschehen ... Sisilia Dumbledore.


Noch nie hatte der dunkelhaarige Mann so viel auf einmal in sein Büchlein geschrieben. Sein Blick hing auf den letzten beiden Worten und in seinem Kopf tauchte ihr Antlitz auf. Die grünen Augen, ihre rotblonden, wilden Haare, die sich, nachdem sie sich geliebt hatten, in alle Richtungen abzustehen schienen. Die sanften Grübchen auf ihren Wangen, wenn sie lächelte ihre weichen, einladenden Lippen...
Bei dem Gedanken an sie spürte er, wie er sie zu vermissen begann. Ihre Stimme, ihr helles Lachen ihre Wärme und ihre Nähe.
Ja, er hatte sich hoffnungslos verliebt. Nie hätte er geglaubt, dass das noch einmal möglich wäre. Niemals zu hoffen gewagt, jeden für verrückt erklärt, der das behauptet hätte. Doch es war so... er war über beide Ohren verliebt.

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BeitragThema: Re: The Unbreakable Truth 11 - 21   Di Jan 15, 2008 12:43 am

Kapitel 19 Das Gesicht im Spiegel



Nach dem Unterricht kam Sisilia erschlagen in ihr Zimmer zurück und wollte sich in den bequemen Sessel fallen lassen, als sie einen Zettel auf dem Tisch vorfand.
Verwundert entfaltete sie ihn und las die knappen Zeilen.[/b]

Muss dich dringend sprechen. Nach Einbruch der Dunkelheit im Verbotenen Wald.
Folge dem Pfad hinter Hagrids Hütte, bis zu dem kleinen Drachenfelsen.

S.S.


[b]Warum kam er nicht zu ihr, wenn er etwas besprechen wollte? Überhaupt, wo war er die ganze Zeit. Sie sehnte sich nach ihm und hatte gehofft, dass er heute wieder zu ihr kommen würde.
Schulterzuckend nahm sie in dem Sessel platz, nahm sich ein kleines Glas Sherry und blickte in das Feuer des Kamins.
Was für ein Tag. Die Schüler hatten sie heute besonders gefordert, was ihr aber dennoch Spaß gemacht hatte, es war eine Herausforderung gewesen. Die Arbeit war jedenfalls sehr interessant und sie musste gestehen, dass sie mehr Angst als nötig davor gehabt hatte.
Ohne es zu wollen, waren ihr irgendwann die Augen zugefallen und sie war eingedöst. Ein leises Klopfen schreckte sie aus dem Schlaf und leicht verwirrt sah sie sich in dem dämmerigen Zimmer um. Die Sonne verschwand gerade hinter dem Horizont, als es erneut zu klopfen begann.
„Ja?“, rief sie und drückte sich aus dem Sessel, um eine Kerze auf dem Kamin anzuzünden.
„Darf ich stören?“, fragte Charlie, der den Kopf durch den Türspalt gesteckt hatte.
„Ich … muss gleich noch mal kurz … zu Hagrid. Was gibt es denn?“
„Ich hatte gehofft, du hast etwas Zeit“, meinte er schließlich enttäuscht.
„Tut mir leid, ich hab versprochen, dass ich runterkomme. Wir holen es nach, ja?“
„Bleibt mir ja nichts anderes übrig“, gab er zurück und Sil konnte hören, dass er nicht begeistert war, doch er sagte nichts weiter und gab sich geschlagen.
Sisilia griff nach ihrem Umhang, wobei Charlie schneller war und ihn ihr um die Schultern legte.
„Danke“, sagte sie leise und sah ihn an.
„War mir ein Vergnügen“, flüsterte er und hätte Sisilia sich nicht weggedreht, so war sie sicher, hätte er bestimmt versucht sie zu küssen.
„Dann ein anderes Mal?“, fragte er hoffnungsvoll.
„Ja sicher, gerne“, antwortete sie. Doch da sie hoffte, dass Sev nachher noch mit zu ihr kam, wollte sie Charlie nicht für später zu sich einladen.
Gemeinsam verließen sie ihr Zimmer und Charlie blieb dann stehen, als sie den Weg zur Treppe einschlug.
„Bis dann“, rief er ihr nach und sie winkte ihm noch kurz, bevor sie die Stufen nach unten lief. Sie eilte die Eingangstreppen hinunter den Weg entlang, der zu Hagrids Hütte führte. Doch dort angekommen wandte sie sich dem Wald zu. Den Pfad, der in den Wald hineinführte, fand sie gleich und versuchte ohne Licht auszukommen, während sie aufpassen musste, nicht über Wurzeln zu stolpern. Irgendwann sah sie im allerletzten Licht des Tages einen Felsen, dessen Rücken aussah, wie der eines kleinen Drachen und sie wusste, dass sie angekommen war. Doch von Severus war weit und breit nichts zu sehen. Ihre Hand ging gerade zum Zauberstab, als sie hinter dem Stein ein Geräusch hörte und herumwirbelte. Es war zu dunkel um die Person, die auch noch ganz in schwarz gekleidet war, sofort zu erkennen. Doch als ihr schließlich klar wurde, dass es Severus war, rannte sie ihm entgegen und flog ihm förmlich um den Hals.
Severus hingegen schien nicht wirklich zu reagieren. Er legte weder sie Arme um sie, noch gab er ihr einen Kuss, wie sie erwartet hatte. Was war denn nur los mit ihm? Fragend blickte sie ihm ins Gesicht, doch auch er sah sie an, als wäre er überrascht von ihrem Tun.
„Was ist los?“, wollte sie wissen. „Warum treffen wir uns hier und nicht bei mir?“
„Weil es zu gefährlich ist. Ich fürchte die Wände könnten Ohren haben“, antwortete er ihr und musterte sie einen Moment, da sie immer noch verdutzt aussah. Sie verstand nicht, warum es bisher immer in ihrem Zimmer möglich war, dass sie redeten, und jetzt auf einmal nicht mehr. Aber vielleicht hatte er seine Gründe.
„Es tut mir leid, dass ich dich hier her bemühen musste, aber es ist sehr wichtig. Ich muss wissen, wie weit Harry ist. Welche Horcruxe hat er bis jetzt zerstört?“, fragte er direkt und Sisilia stellte ihre Frage nach dem „Warum“ erst mal hinten an.
„Er hat vier Stück gefunden und zerstört. Das Buch, der Ring, die Tasse und das Diadem, das hat er gestern gefunden, es war eigentlich auch eher Zufall. Nach dem Medaillon sucht er noch.“
„Genau wie … „ER“. “Ich fürchte, er weiß inzwischen, dass Harry hinter sein Geheimnis gekommen ist oder er vermutet es zumindest. Und das ist der Grund, warum ich dich sprechen wollte. Außerdem kam mir zu Ohren, dass er angefangen hat, alle seine Anhänger und die, die bereit sind ihm zu dienen, um sich zu scharen. Ich fürchte, es wird nicht mehr lange dauern. Er bekommt kalte Füße und muss Harry stoppen. Außerdem hab ich erfahren, dass er seine Schlange hütet wie seinen Augapfel, was mich verstärkt daran zu klauben, dass sie auch ein Horcrux ist.“
„Es würde jedenfalls Sinn machen. Harry glaubt auch, dass der Dunkle Lord weiß, dass er die Horcruxe gefunden hat. Dann fehlt also noch das Medaillon, was Nummer fünf wäre und Nagini, die Nummer 6 wäre. Und wenn ein Seelenteil noch in Voldemort ist, dann hätten wir die Sieben.“
„Das ist richtig. Doch die Zeit wird verdammt knapp. Ich werde mir Mundungus noch einmal vornehmen. Ich weiß, dass er das Haus von Sirius Black geplündert hat, als der Orden es geräumt hatte, nach Sirius Tod. Vielleicht hat er es ja gefunden. Oder zumindest gesehen. Ein Versuch wäre es jedenfalls wert.“
„Ja stimmt. Schaden kann es nicht. Ich hoffe Harry findet es vor dem Lord, sonst haben wir ein gewaltiges Problem.“
„Ja, das hoffe ich auch, Sisilia. Ich werde dir bescheid geben, wenn ich etwas Neues erfahren sollte“, erklärte er und blickte an Sisilia vorbei und starrte auf einen Punkt hinter hier. Auch sie drehte sich um und glaubte für einen Moment zwei glühende Augen zu sehen, knapp über dem Boden. Ein Tier vielleicht? Doch dann war es auch schon wieder verschwunden.
„Kommst du heute noch zu mir?“, fragte Sisilia ihn dann, doch Snape schüttelte den Kopf.
„Ich habe noch etwas Wichtiges zu erledigen, auch habe ich noch mit jemandem ein … dringendes Gespräch zu führen“, erklärte er mit einem Blick in die Dunkelheit und Sisilia wusste nun wirklich nicht, was sie davon zu halten hatte.
Sie fühlte sich in dem Moment irgendwie von ihm zurückgestoßen oder sogar abgelehnt. Einen kurzen Augenblick lang überlegte sie, ob sie nach dem Grund fragen sollte, doch da er Anstallten machte, zu gehen, schluckte sie die Frage, die schon auf ihrer Zunge gelegen hatte wieder hinunter.
War er vielleicht böse? Hatte er sie und Charlie gesehen, wie er ihr einen Kuss gegeben hatte? Bei dem Gedanken wurde ihr leicht übel und ihr Herz schlug schneller.
„Wir werden uns aber bald wieder sprechen“, antwortete er zu ihrer Überraschung und sie nickte leicht. „Gib Acht auf dich, Sisilia“, sagte er noch mit sanfter und liebevoller Stimme.
„Das werde ich, keine Sorge“, antwortete sie mit leicht trauriger Stimme und sah Severus sehnsüchtig hinterher, der ihr noch einmal aufmunternd zunickte, dann einen andern Weg tiefer in den Wald hinein weiter ging.
Erst als sie ihn nicht mehr sehen und hören konnte, machte sie sich selber auf den Rückweg zum Schloss.
Warum war er so abweisend gewesen? Konnte es vielleicht wirklich so gewesen sein, dass er sie und Charlie gesehen hatte. Oder war er einfach nur zu beschäftigt? Immer wieder hin und her überlegend ging sie wieder nach oben und zuckte zusammen, als jemand sie ansprach.
„Wie war es bei Hagrid?“, fragte Charlie sie, der an einem der Fenster stand, das hinunter auf das Gelände ging. Mit einem Mal wurde ihr klar, dass er sie bestimmt gesehen oder gar beobachtet hatte, als sie in den Wald gegangen war. Deshalb beschloss sie, jetzt besser nicht zu lügen.
„Ich war nicht bei Hagrid“, gab sie dann leise zu. Kurz sah sie sich im Gang um und deutete dann auf ihre Zimmertüre. „Lass uns bei mir reden, ja?“, sagte sie schließlich, Charlie nickte und sie traten in ihr Zimmer, wo sie erst mal Licht machte und ihren Umhang ablegte.
„Setzt dich doch“, forderte sie ihn auf und sah dann nachdenklich zu ihm, als er stehen blieb.
„Du hast dich wieder mit Snape getroffen, habe ich Recht?“ Seine Frage kam direkt und ohne Umschweife und Sisilia, die zwar überrascht war, dass er gleich zur Sache kam, nickte. „Du weißt, dass der Kerl gefährlich ist? Und wenn er sich schon in den Verbotenen Wald traut, dann wird es nicht lange dauern und er wird auch im Schloss auftauchen. Sis, du musst auch an die Schüler denken, wer weiß, was er und die seinen alles anstellen könnten, wenn sie hier einen Weg rein finden.“
„Beruhige dich, Charlie. Severus wird keinem etwas tun. Ich vertraue ihm. Ich würde ihm mein Leben anvertrauen.“

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BeitragThema: Re: The Unbreakable Truth 11 - 21   Di Jan 15, 2008 12:49 am

„Genauso wie dein Großonkel es getan hat? Snape hat ihn umgebracht, schon vergessen? Harry hat es selber gesehen.“
„Das weiß ich doch alles. Du musst es mir nicht jedes Mal unter die Nase reiben. Und dennoch würde ich mein Leben in seine Hände legen, genauso wie in deines.“
„Na Prima, jetzt werde ich schon mit diesem Mörder verglichen.“
„Das ist doch gar nicht wahr, Charlie. Ich will damit nur sagen, dass ich dir vertraue und auch ihm vertraue.“
„Sis, ich hab doch nur Angst um dich“, beteuerte er, ging auf sie zu und ergriff ihre Hände.
„Mir passiert nichts, wirklich. Bitte glaub mir doch.“ Ihre Stimme klang beinnahe verzweifelt und ihre Augen suchten seinen Blick. Er musterte sie eingehend und irgendwann nickte er.
„Dir ist klar, dass du fast Unmenschliches von mir verlangst. Es gefällt mir überhaupt nicht, aber … ich versuche dir auch weiterhin zu vertrauen. Doch bitte vertraue mir auch.“
„Ich vertraue dir doch“, gab sie zurück und strich mit dem Handrücken ihrer Hand über seine Wange, während er sie intensiv musterte.
Plötzlich und Vorwarnung zog er sie in seine Arme und drückte sie an sich. „Du wirst es mir sagen, wenn du Hilfe brauchst, ja?“, fragte er leise nach.
„Ja, versprochen“, flüsterte sie und ließ sich gegen ihn sinken, teils erleichtert, dass er nicht etwas von ihr verlangte, was sie nicht hätte tun können und teils, weil sie in dem Moment dringend einen Freund brauchte.
Noch einige Zeit unterhielten sie sich, saßen zusammen und tranken einen Tee, bis Charlie sich irgendwann von ihr verabschiedete und in sein Zimmer ging. Sie merkte unterschwellig, dass er gern geblieben wäre, was nicht das erste Mal war, doch diesmal sagte er es nicht oder deutete es in Witzen an. Sisilia hatte sogar ein schlechtes Gewissen, als er weg war und sie hoffte, dass das bald alles ein Ende haben würde, damit diese Heimlichtuerei aufhören würde.[/b]


*****


Alles, was dann kam, hatte ich vorausgeahnt, mit Schrecken erwartet, wobei das Resultat mich allerdings überraschte.
Aber ich greife vor ...
Als „ER“ mich rief, ahnte ich bereits wieso und ich versuchte mir die Worte zurechtzulegen, die ich zu ihm sagen wollte. Doch was ich mir auch überlegte, es klang alles unbefriedigend.
Schließlich stand ich vor ihm und seine Augen schienen mich zu durchbohren. Ich denke es war das erste Mal, dass ich meinen Blick vor ihm senkte.
„Kann es sein, dass es da etwas gib, was du mir zu sagen hast?“, fragte er mich direkt.
Kurz überlegte ich, ob ich widersprechen sollte, aber da mir im Grunde klar war, dass er es sowieso schon wusste, beschloss ich es zuzugeben und alles zu gestehen.
„Sisilia und ich ... wir ... haben Gefühle füreinander“, gestand ich dann und erwartete ein Donnerwetter, aber nichts dergleichen geschah. Zuerst war in seinem Gesicht gar nichts zu lesen und dann ... zu meiner Überraschung ... huschte ein knappes Lächeln über seine Lippen. Konnte es wirklich sein, dass „ER“ nichts dagegen hatte? Kurz legte er seine Hand auf meine Schulter, was sich befremdlich anfühlte und dennoch war es eine Geste, die viel aussagte.


[b]Immer noch leicht verwirrt darüber starrte die dunkle Gestalt auf das von Kerzenschein beleuchtete kleine Büchlein, in das er geschrieben hatte.
‚... wir haben Gefühle für einander ...“, hallte es in seinem Kopf wider und ein Kribbeln huschte in seinen Bauch. Sehnsucht erwachte. Es waren schon einige Tage vergangen, als er sie das letzte Mal gesehen hatte. Entschlossen klappte er das Büchlein zu, verstaute es am üblichen Platz und machte sich auf den Weg nach Hogwarts.


*****

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BeitragThema: Re: The Unbreakable Truth 11 - 21   Di Jan 15, 2008 12:50 am

Wolkenbänke schoben sich langsam über den sonst sternenklaren Himmel und versteckten den glänzend leuchtenden Mond, der als dicke Sichel am schwarzen Nachthimmel hing. Es war bereits weit nach Mitternacht, als sich eine dunkle Gestalt in Sisilias Zimmer schob, so gut wie lautlos bis an ihr Bett trat und sie einen Moment lang einfach nur betrachtete. Ihr Gesicht leuchtete hell im Schein des Mondlichtes, der gerade in dem Moment hinter den Wolken hervorlugte und direkt durch die nicht ganz geschlossenen Vorhänge auf das Bett fiel.
Ein Lächeln huschte über das Gesicht des Mannes, als er beobachtete, wie sie mit der Hand kurz über die Nase strich, so als würde dort eine lästige Fliege sitzen, dabei waren es doch nur die zarten Lichtstrahlen des Mondes, die ihr hübsches Gesicht liebkosten.
Leise raschelnd glitt der dunkle Umhang von den Schultern der dünnen Gestalt, die sich unendlich langsam zu Sisilia legte. Er hatte nicht vorgehabt, sie aufzuwecken, wollte nur einfach neben ihr liegen und sie ansehen. Aber das leichte Schaukeln der Matratze irritierte Sisilia und sie schlug überrascht die Augen auf.
Doch als sie ihren Gegenüber erkannte, huschte ein Lächeln über ihre Augen.
„Es tut mir leid, ich wollte dich nicht aufwecken“, flüsterte er leise und strich mit seiner Hand eine Haarsträhne hinter ihr Ohr.
„Schon O.K., Sev. Ich wäre eher böser geworden, wenn du es nicht getan hättest“, gab sie leise zurück und hatte große Sehnsucht danach ihn zu küssen, aber aufgrund dessen, was im Verbotenen Wald geschehen war, traute sie sich nicht.
„Dann bin ich froh, dass du aufgewacht bist, ich hätte nicht gewollt, dass du böse wirst“, gab er zurück und neigte sich langsam zu ihr. Zuerst zögerte Sie einen Moment, doch als er ihre Lippen schon fast berührte, kam sie ihm entgegen, drückte ihren Mund auf den seinen und während sie ihn küsste, schlang sie verlangend ihre Arme um seinen Nacken.
„Du hast viel zu viel an“, raunte sie gegen seine Lippen und begann seine Jacke aufzuknöpfen.
„Findest du?“, fragte er schmunzelnd.
„Unbedingt“, bestätigte sie und nickte dazu, zur Unterstreichung ihrer Worte. Daraufhin half er ihr, die Jacke auszuziehen, und während er sie abstreifte, öffnete sie bereits sein Hemd, um gleich ihre Hände darunter schieben zu können und mit ihnen über seine warme Haut zu streichen.
„Ich hab dich so vermisst“, murmelte sie und küsste ihn erneut. Ihre Finger schoben sich über Severus Brust nach oben und das Hemd dann über seine Schultern von seinem Körper. Sanft drückte sie ihn nach hinten auf das Laken, setzte sich anschließend rittlings über ihn.
„Was hast du denn vor?“, fragte er mit glühenden Augen, wohl wissend, was sie wollte und ließ seinen Blick über ihr hauchdünnes Negligee gleiten, was sie erschaudern ließ. Doch allein sie anzusehen genügte ihm nicht, er ließ seinen Augen seine Hände folgen und sie rekelte sich unter seinen Berührungen und seufzte leise genüsslich auf.
„Wonach sieh es aus“, fragte sie einige Zeit später und auch ihre Augen funkelten. Langsam rutschte sie nach hinten, blieb auf seinen Beinen sitzen und begann an seiner Hose zu nesteln.
„Es sieht danach aus, als ob du einen armen wehrlosen Mann entkleidest, um mit ihm ein paar unzüchtige Spielchen zu spielen“, gab er zurück und hob eine Augenbraue an.
„Mist, der Kerl durchschaut mich immer wieder“, sagte sie mit einem Schmunzeln und schob nun ihre Hand unter den Stoff der schwarzen Hose.
Der sanfte Wind, der die Wolken fortwehte, war nur schwach in dem Zimmer zu hören, als die beiden Menschen, ihre Glieder ineinander verschlungen in dem Bett lagen, sich wie Kinder gegenseitig fest hielten und voneinander träumten.
Lediglich das leise Knistern des letzten Holzstückes im Kamin war ab und an noch zu hören, ansonsten nur ihrer beider Atem und vielleicht, wenn man ganz genau hinhörte, zwei Herzen, die in dieser Nacht den gleichen Takt schlugen.
Heftig fuhr Sisilia aus dem Schlaf, als jemand gegen die Tür hämmerte. Für einen Moment war sie leicht verwirrt und musste Traum und Realität erst wieder voneinander trennen.
Severus deutete ihr an zur Türe zu gehen, um nachzusehen. Er selber begann, seine Sachen zusammenzusuchen.
Wieder hämmerte jemand gegen die Türe und diesmal hörte sie eine Stimme dazu.
„Sis, bist du da? Ich … muss dir unbedingt was zeigen“, klangen die Worte von Charlie zu ihr herein. Leise fluchte sie, wickelte sich das Leintuch um den Körper und ging zur Türe, die sie nur einen Spaltbreit aufmachte.
„Charlie, was willst du so früh. Ich hab … noch geschlafen.“
„Geschlafen? Gleich fängt der Unterricht an.“
„Ich hab erst zur zweiten Stunde, das weißt du doch“, erklärte sie jetzt und bemerkte, wie Charlie kurz seinen Blick über sie huschen ließ und über das Tuch, welches sie um sich gewickelt hatte.
„Ich wollte grade Duschen gehen“, erklärte sie und doch wurde ihr bewusst, dass sie ganz schönen Mist redete, denn eben hatte sie noch gesagt, dass sie geschlafen hätte. Doch wie hätte sie Charlie sonst begründen sollen, dass nichts anhatte, denn für gewöhnlich trug sie ein Nachthemd.
„Hat das nicht vielleicht Zeit bis später?“, fragte sie, als Charlie sie nur verwundert musterte.
„Dann eben nachher im Lehrerzimmer“, gab er zurück und es war nicht zu überhören, dass er ein wenig eingeschnappt war. In dem Moment, als Charlie sich umdrehen wollte, klapperte etwas im Zimmer, und noch bevor Sisilia sich versah, drückte der junge Weasley die Türe auf.
„Charlie, was erlaubst du dir …“, protestierte sie auf, stolperte ein Stück zurück und bekam fast Panik, dass Charlie Severus sehen würde. Doch der war verschwunden. Nur eine Eule schlug mit den Flügeln gegen die Fensterscheibe und wollte den Tagespropheten bringen.
„Es … tut mir leid, Sil. Entschuldige“, sagte er dann schließlich und ging wieder. Schnell schloss Sisilia die Türe, ging zum Fenster und ließ die Eule ein. Dann sah sie Severus, der mit Sack und Pack unter das Bett geglitten war. Grinsend neigte sie sich zu ihm hinunter.
„Hast du etwas verloren?“, fragte sie, wobei sie aber dennoch erleichtert war, dass alles so ausgegangen war.
„Ja … meine Würde“, brummte er leise und kam wieder hervor, legte seine Sachen auf dem Stuhl ab und setzte sich wieder auf das Bett. „Ich kann mir denken, warum er hier war. Er hat dir bestimmt einen Artikel im Propheten zeigen wollen.“
„Einen Artikel?“, fragte sie nun neugierig, sah zu der Eule, welche den Propheten auf dem Bett abwarf und dann von ihr zu Sev sah, um auf ihre Entlohnung zu warten. Sisilia ging zum Sekretär, nahm dort eine Münze heraus, welche die Eule im Flug ergriff und zu dem noch offenen Fenster wieder hinausflog.
Nachdem Sisilia das Fenster geschlossen hatte, setzte sie sich wieder zu Severus, drückte sich an ihn und blickte ihn fragend an.
„Ich denke es macht auch nichts, wenn du es aus meinem Mund erfährst. Der Dunkle Lord hat letzte Nacht Askaban überfallen lassen, damit er seine Leute dort rausholen konnte“, erklärte er.
„Aber das letzte Mal hast du das doch verhindert?“
„Ja, stimmt, doch diesmal ging es nicht mehr. Ich hätte mich damit verraten und das konnte ich nicht riskieren.“
„Du warst aber nicht dabei, ich meine du warst bei mir. Hattest du damals in dem Haus nicht gesagt, dass du dich um diesen Malfoy kümmern wolltest?“
„Ja, das hatte ich vor, doch seine … Schwägerin meinte, es sei eine Familienangelegenheit und Familienehre, somit wäre es ihre Aufgabe, ihren Schwager höchstpersönlich zu befreien. Leider sind mir die Argumente ausgegangen, so blieb mir nichts anderes übrig, als nachzugeben.“ Er hatte seinen Arm um Sils Schultern gelegt und seine Finger glitten sanft über ihren Arm.
„Dann scheint es langsam wirklich ernst zu werden, was?“, murmelte sie nachdenklich und begann mit dem Medaillon, das sie um den Hals trug, zu spielen.
„Ja, das scheint es“, erwiderte er auch gedankenverloren.
Wie von alleine ging Sisilias Blick auf den Propheten und sie entrollte ihn und Severus hatte recht gehabt, auf der Seite ganz vorn stand es. [/b]

Ausbruch aus Askaban, nach schwerer Explosion

Viele Gefangene nach heftiger Explosion aus dem Gefängnis entkommen!


[b]Mehr brauchte sie nicht zu lesen, sie wusste alles, was wichtig war. Es war ihm gelungen seine Leute zu befreien und die Reihen derer, die sich IHM angeschlossen hatten, waren durch weitere Anhänger verstärkt worden.
Wieder blickte sie in Severus Gesicht und musterte es.
„Ich liebe dich“, flüsterte sie schließlich und gab ihm einen zärtlichen Kuss, der irgendwann verlangender wurde und sie sich immer fester an ihn drückte.
„Und ich liebe dich. Ich dachte nicht, dass ich nochmal in meinem Leben fähig wäre, zu lieben, doch … es ist passiert“, gestand er leise und mit einem sehnsuchtsvollen Blick in ihre grünen leuchtenden Augen, den sie auf dieselbe Weise erwiderte.
„Wie wirst du reagieren, wenn es zum äußersten kommen wird? Wenn der Kampf losgehen sollte. Ich meine … du wirst dich irgendwann für eine Seite entscheiden müssen. Offen.“
Es dauerte einen Moment bis Severus sprach. Sie hatte das Gefühl, er würde nach den richtigen Worten suchen.
„Ich stehe nur auf einer Seite, egal was ich am Ende tun werde oder wie ich mich verhalten werde. Ich habe eine Aufgabe und die … werde ich erfüllen. Ich werde das tun, was notwendig sein wird“, erklärte er ihr mit rauer Stimme, die Sisilia eine Gänsehaut über den Rücken jagte.
„Bitte Sev, du musst versprechen, dass du auf dich aufpassen wirst“, bat sie ihn dann.
„Ich werde tun, was ich tun kann und was ich tun muss. Lächle … lächle für mich, mein Stern, der mir den Weg im Dunkeln erhellt. Führe mich weiter auf der Straße, die ich gehen muss und bleib bei mir, damit ich nicht verzage. Deine Augen … so wunderschön, wie Smaragde und doch wild wie die stürmische See, sie sind die Farbe der Hoffnung, genauso wie das rot ist. Das Rot in deinen Haaren, wie Feuer, Flammen die Wärme schenken und doch auch verschlingen, was sie erreichen.“
Es war still … so still in dem Moment. Nur seine Worte hallten in ihrem Kopf nach. Wundervolle Worte, die sie schweben ließen, die ihr Herz schneller schlagen ließen und doch auch Worte, die ihr Angst machten.
„Halte mich … bitte halte mich ganz fest“, flüsterte sie und drückte sich in seine Arme, die sich um sie schlangen.
Die Minuten verstrichen, während sie sich so hielten, kein Wort sprachen, das den Moment auch nur zerstört hätte.
„Du musst dich für deinen Unterricht fertig machen“, flüstert Severus irgendwann und Sisilia murrte nur leise. Sie hätte ihn am liebsten nie wieder losgelassen, wusste aber, dass es sein musste, und löste sich dann auch nur widerwillig von ihm.
Der Vormittag verging mit viel Gemurmel und Gerede. Alle unterhielten sich über das, was in Askaban passiert war. Auch beim Mittagessen gab es kein anderes Thema, als das. Die einen glaubten ganz genau zu wissen, dass der Lord selber es gewesen ist, der seine Leute rausgeholt hat und die andern meinten, dass der, dessen Namen nicht genannt werden darf, sich doch nicht selber die Hände schmutzig machen würde.
Sisilia wusste, dass diese recht hatten. Nur einige Anhänger von ihm hatten den Ausbruch inszeniert und durchgeführt, doch sie hütete sich, etwas zu sagen.
Es wurde immer ruhiger, als die Schüler sich aufmachten in den Nachmittagsunterricht, jedenfalls die, die welchen hatten. Harry schlenderte irgendwann alleine davon, schien in Gedanken zu sein. Charlie, der noch eingehend versucht hatte mit Sisilia über diesen Ausbruch zu diskutieren, musste sich auch aufmachen zu seiner Unterrichtsstunde und verschwand dann mit den Worten, dass sie später weiter reden könnte, bei einem Glas Wein bei ihm.
Immer wieder huschte ein Lächeln über ihre Lippen, während sie zuerst nach oben auf ihr Zimmer und dann mit einem Buch nach draußen ging, wo die herbstliche Sonne nochmal all ihre Kraft aufbrachte, um das Land in ihr goldenes Licht zu tauchen, wie ein Abschiedsgruß, bevor der kalte und dunkle Winter Einzug halten würde.
Während sie nach einem sonnigen Platz Ausschau hielt, entdeckte sie Harry Potter alleine im Schulhof auf einer steinernen Bank unter einer alten Buche, die ihren Schatten aber hinter sich warf, so dass Harry in der warmen Sonne saß. Er hielt irgendetwas zwischen den Fingern, das jedes Mal das Sonnenlicht reflektierte, wenn er es bewegte. Als Sisilia näher kam, deutete sie den Gegenstand, als kleinen Spiegel. Hatte sie diesen nicht schon mal gesehen.
„Hi, Harry. Was machst du alleine hier draußen?“, fragte sie, als sie ihn erreicht und er sie bemerkt hatte.
„Ach Ron und Hermine haben sich knutschend verzogen und Ginny hat Unterricht. Ich wollte nicht drinnen rumsitzen, wenn es draußen doch so schön ist. Außerdem wollte ich noch etwas nachdenken. Aber setzt dich doch“, er deutete neben sich auf die Bank.
„Nur wenn ich beim Nachdenken nicht störe. Ich werde auch ruhig sein und in meinem Buch lesen“, erklärte Sisilia und kam seiner Aufforderung nach.
„Du störst nicht, ich komme im Moment mit dem Denken sowieso nicht wirklich weiter. Was liest du denn?“
„Verwandlung. Tipps und Tricks für Schule und Alltag“, erklärte sie und zuckte die Schultern. „Muss mein Wissen wieder etwas auffrischen, meine Schüler sind so fit in dem Fach, dass sie mich Dinge fragen, die ich nicht weiß oder vergessen habe und das ist irgendwie peinlich. Gut kam noch nicht oft vor, aber besser ich lese es nochmal nach.“

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BeitragThema: Re: The Unbreakable Truth 11 - 21   Di Jan 15, 2008 12:52 am

„Kann ich verstehen, ja“, murmelte Harry und war schon wieder mit Nachdenken beschäftigt.
So nahm Sisilia ihr Buch, schlug es auf und begann darin zu lesen.
Ab und an nahm sie wahr, dass Harry leise vor sich hin murmelte, so als würde er Zwiesprache mit sich selber halten und immer wieder ließ er den kleinen Spiegel zwischen den Fingern tanzen. Ein leises Schmunzeln huschte über ihr Gesicht, als Sisilia das beobachtete.
„Sag mal ... was ist das denn für ein Spiegel? War es nicht Ginny, die ihn repariert hatte?“
Harry sah zu ihr auf und dann wieder auf den Gegenstand, den er zwischen den Fingern hielt.
„Hm ... ja, hat sie. Na ja größten Teils, die eine Ecke fehlt und an den Rändern ist er was angekratzt. Es ist ein Zweiwegespiegel. Es gab zwei davon. Einer gehörte meinem Vater, der andere Sirius und wenn einer von ihnen z.B. hatte Nachsitzen müssen, konnten sie sich über diese Spiegel unterhalten.“
„Wie praktisch, wie Bildtelefone bei Muggel. Na ja ... so Muggelzeugs eben.“
„Ich weiß was Bildtelefone sind, ich bin bei Muggel aufgewachsen.“
„Entschuldige Harry, ich hab da grad nicht dran gedacht“, erklärte sie und blickte wieder auf den Spiegel, der sie einen Moment geblendet hatte.
In dem Augenblick, als Harry ihr den Spiegel reichen wollte, um ihn ihr zu zeigen, schnitt er sich leicht in den Zeigefinger.
„Verdammt“, fluchte er auf und schob den Finger in den Mund um das Blut abzulecken. „Sirius hatte den andern, doch wir konnten ihn nie benutzen. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich ihn auch vergessen hatte. Verdammt Sirius, warum musstest du auch so unvorsichtig sein. Ich hätte deine Hilfe wirklich gut brauchen können.“
Immer noch hatte er den Finger im Mund, saugte daran und mit einem Mal starrte er auf die blanke Oberfläche.
Sisilia bekam nur den überraschten Gesichtsausdruck von Harry mit und folgte dann seinem Blick.
„Sirius ... das ist ... das ist nicht möglich. Du lebst?“, flüsterte er und nun sah auch sie es. Ein Gesicht war in dem Spiegel erschienen. Der Mann mochte wohl Mitte dreißig sein, hatte längeres gelocktes Haar und freundliche helle Augen.
„Harry, es ist möglich. Doch es tut mir leid, ich ... bin tot. Ich habe keine Ahnung, wie das hier funktioniert oder was du getan hast, aber da ich auch nicht weiß, wie lange wir Zeit haben, bitte ich dich, mir einfach kurz zuzuhören, ja?“
„Sirius ... ich ...“, begann Harry, total verwirrt doch dann nickte er.
„Gut, dann pass gut auf“, begann er und irgendwie schenkten weder Harry, noch Sirius Sisilia ihre Aufmerksamkeit, welche beide genau beobachtete.
„Du hast die Karte des Rumtreibers noch?“, wollte er wissen, woraufhin Harry erneut nickte. „Gut, sehr gut. Auf der Karte sind mehrere Wege eingezeichnet, die aus dem Schloss führen. Einer davon, der beginnt im 4. Stock schräg gegenüber, der Vitrine in der die Gründungsgeschichte von den 4.Gründern liegt. James, Remus, Peter und ich waren im letzten Schuljahr dabei das Geheimnis dieses Ganges zu ergründen. Aber nur dein Vater und ich waren etwas weiter gekommen, was die andern nie erfahren hatten. Das lag daran, dass wir hart ran genommen wurden wegen der Abschlussprüfungen und keine Zeit mehr hatten das gemeinsam zu erforschen. Harry hör zu. James und ich waren davon überzeugt, dass dieser Geheimgang zwar aus dem Schloss wegführt, doch nicht nach Hogsmeade, sondern in den Berg unter und auch teils hinter das Schloss. Wir haben in einem der Geschichtsbücher gelesen - das heißt, das war eigentlich deine Mutter, die uns davon erzählt hat - dass die Gründer beim Bau des Schlosses noch eine Vorsichtsmaßnahme getroffen hatten, um das Schloss im Falle eines schweren Angriff schützen zu können. Wir vermuten, aus den Schriften, dass sie Gold und Edelsteine in den Berg haben schaffen lassen. Und jetzt denk mal nach, wozu man das brauchen könnte“, fragte Sirius, doch er wartete auf keine Antwort, so als hätte er Angst, dass er keine Zeit mehr hätte, alles zu sagen.
„Ein Drache, Harry. Drachen bewachen Schätze - seit jeher, war das so. Harry, ich bin davon überzeugt, tief unten im Berg bei Hogwarts schläft ein Drache. Drachen können sehr alt werden und auch lange schlafen, ohne zu verhungern. Ich glaube sie haben ihn mit dem Schatz dorthin gelockt und ihm viel zu fressen gegeben, dabei ein Mittel verabreicht, das ihn schlafen lässt. Harry denke dran, was unter dem Hogwartswappen steht. Übersetzt heißt das soviel wie: Wecke niemals einen schlafenden Drachen. Harry, wenn Voldemort versucht das Schloss anzugreifen, dann müsst ihr ihn aufwecken. Nur er wird das Schloss schützen können.“
„Sirius, das klingt verrückt. Wir können doch keinen Drachen kontrollieren. Was, wenn er auf uns los geht ... und überhaupt, wie sollte man ihn wecken, ich hab keine Ahnung.“
„Tut mir leid Harry, da kann ich euch auch nicht helfen. Doch ich weiß, dass du und deine klugen Freunde das rausbekommen werden. Harry ... ich ...“, nun sieht sich Sirius leicht gehetzt um.
„Ich glaube es wird Zeit ... ich muss wieder gehen. Deine Eltern lassen dich grüßen und ich soll dir sagen, dass sie sehr stolz auf dich sind.“
„Sirius nein warte. Ich hab noch so viele Fragen“, ruft Harry laut.
„Dann frag, vielleicht kann ich dir die eine oder andere noch beantworten.“
Sirius Stimme klang sehr schön, leicht rau aber dennoch angenehm männlich, wenn auch irgendwie sehr, sehr weit weg, dachte Sisilia bei sich und hörte den beiden nur zu.
„Kennst du jemanden, der sich R.A.B. nennt?“, fragte Harry ohne Umschweife und Sisilia hob eine Augenbraue.
„R.A.B.?“, nun lachte Sirius amüsiert auf. „Ich glaube, wenn ich ihn nicht kenne, wer dann. Das ist mein Bruder. Regulus Arcturus Black. Er nannte sich gern R.A.B. Es würde edel klingen, meinte er. Was ist mit ihm?“
„Weißt du, ob er ein Medaillon besaß?“
„Ein Medaillon? Nicht dass ich wüsste. Er trug einen Familienring, aber sonst. Keine Ahnung, Harry. Warum fragst du nicht Kreacher? Er weiß bestimmt über jedes kleinste Teil im Haus bescheid. Frag ihn, ob er sich daran erinnert.“
„Ja, gute Idee, das werde ich tun. Sirius ... du ... hast meine Eltern getroffen?“, fragt er nun leise.
„Ja ... wir sind zusammen, hier“, erklärte er lächelnd. „Sie vertrauen auf dich und sie sind sicher, dass wenn es einer schaffen kann Voldemort zu besiegen, du es sein wirst. Ich wünschte zwar, dass ich an deiner Seite kämpfen könnte ... doch es hat wohl nicht sollen sein. Harry ... tu mir bitte noch einen Gefallen, ja?“
„Wenn ich kann ... natürlich.“
„Gut. Richte Remus aus, er soll seinem Sohn einen anständigen Namen aussuchen. Der Junge muss nämlich sein Leben lang damit rum laufen“, erklärt er schmunzelnd.
„Ähm, ja ... ja sicher ... seinem Sohn?“, fragt er jetzt nochmal nach und Sirius nickte nur. Dann begann das Bild von Harrys Paten zu verschwimmen und er hörte nur noch ein leises „Ich liebe dich, Harry, bin stolz auf dich“, dann war in dem Spiegel nur wieder Harrys Spiegelbild zu sehen und die grünen Blätter des Baumes hinter ihm.
„Wie … ist so was möglich?“, flüsterte Sisilia immer noch den Spiegel starrend.
„Keine Ahnung, ich weiß es nicht. Vielleicht hatte er den Spiegel bei sich, als er in den Schleier fiel, ich …“, dann blickt auf seinen Finger. „Vielleicht hat es damit zu tun?“
„Dem Blut? Weil du dich geschnitten hast?“
„Ist doch möglich oder?“
„Ja, ausschließen kann man das wirklich nicht. Harry, dieser Geheimgang, das mit dem Drachen. Glaubst du da könnte was dran sein?“
„Gut möglich. Ich denke ich werde mir das mal ansehen.“
„Mach das aber nicht alleine, ja? Es könnte gefährlich werden.“
„Ich werde auf die andern warten, versprochen.“
„Danke Harry. Passt auf euch auf und wenn ich helfen kann …“
„… melde ich mich, ja. Danke Sisilia. Ich denke ich werde jetzt erst mal mit Kreacher ein ernstes Wort reden. Wir sehen uns“, sagte Harry, erhob sich und ging dann, den kleinen Spiegel wie einen Schatz in ein Taschentuch einpackend und in die Hosentasche steckend, zurück zum Schloss.

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BeitragThema: Re: The Unbreakable Truth 11 - 21   Di Jan 15, 2008 12:54 am

Sisilia indes blieb noch auf dem Schulhof, schlug ihr Buch wieder auf und las darin, bis ein kühler Wind aufkam und sie zu frieren begann.
Es war eben nicht zu leugnen, dass der Sommer langsam zu Ende ging und der Herbst begann sich von seiner nicht so schönen Seite zu zeigen, in dem er auch kalte Winde und dunkle Wolken mit sich brachte. Den Umhang um sich ziehend, beschloss sie wieder rein zugehen und war doch sehr überrascht, als sie im Gang zu ihrem Zimmer Harry und Ron eindringlich diskutieren sah. Es macht den Anschein, als wären sie sich über irgendetwas nicht einig.
„Kann ich euch beiden irgendwie behilflich sein?“, fragte sie mit einem Lächeln auf dem Gesicht.
„Nein, schon gut“, meinte Harry, doch Ron war anderer Meinung.
„Klar kannst du das. Harry will einfach nicht einsehen, dass es besser für alle ist, wenn wir Charlie in diese Drachengeschichte mit einweihen.“
„Ich will nicht zu viele Leute in das alles reinziehen, Ron. Wie oft muss ich das noch sagen.“
Einen Moment lang überlegte Sisilia doch dann nickte sie zu Ron.
„Dein Freund hat Recht, Harry. Du scheinst zu vergessen, dass wir sowieso schon alle mit drin stecken. Und wenn einer über Drachen bescheid weiß, dann doch wohl jemand der mit ihnen arbeitet. Harry ihr werdet ihn, wenn das stimmen sollte, brauchen.“
„Ha … da hörst du es. Sie sagt es auch“, rief Ron aus.
Deutlich konnte man sehen, dass Harry nicht wirklich glücklich darüber war, doch schließlich und endlich gab er sich geschlagen und nickte dann.
„Dann lasst uns am besten gleich zu Charlie gehen“, gab Sisilia zurück und ohne eine Antwort der beiden abzuwarten, ging sie das kleine Stück den Flur weiter und klopfte an die Türe von Charlies Zimmer an. Aus den Augenwinkeln sah sie wie die beiden Jungs neben sie traten, als sich die Türe auch schon öffnete.
„Sis, schön, dass du doch gekommen bist. Ich wollte gerade zu Dir rüber gehen und nachsehen, wo du …“, in dem Moment hielt, er inne mit säuseln, da er seinen Bruder und Harry neben Sisilia erkannt hatte. „Was wollt ihr denn?“, fragte er verblüfft.
„Wir wollten mit dir reden, Charlie“, antwortete sie für alle und deutete mit dem Kopf in sein Zimmer. „Dürfen wir reinkommen oder müssen wir das hier draußen tun?“, fragte sie mit einem Lächeln und schließlich gab Charlie den Weg frei.
Sofort fiel den Dreien auf, dass Charlie wohl wirklich auf Sisilia gewartet hatte, denn auf dem Tisch standen Kerzen, eine Weinflasche und Weingläser. Auch ein kleiner Schokoladenkuchen war dort zu finden.
„Was gibt es denn soooo Wichtiges?“, wollte Charlie wissen, als er die Türe geschlossen hat und in die kleine Runde blickte.
„Zuerst musst du versprechen, dass du keinem davon erzählen wirst“, bat Harry und Charlie verdrehte die Augen.
„Wir stehen auf derselben Seite, schon vergessen Harry?“
„Versprich es!“, forderte er noch einmal nachdrücklich.
„Ja gut, wenn du willst, dann bekommst du mein Ehrenwort, ich werde keinem davon erzählen. Aber was ist denn los?“
Nun berichtete der junge Gryffindor, was er wusste. Auch das von Sirius und dem Spiegel erzählte er, woraufhin Charlie ihn ungläubig musterte.
„Es ist wahr, ich hab es auch gesehen. Du kannst ihm glauben, wirklich“, bestätigte Sisilia und der ältere der Weasleys überlegte einen Moment.
„Gut. Ich werde euch helfen. Zeigt mir einfach, wo dieser Gang ist und dann sehen wir weiter.“
„Ach, bevor ich es vergesse. Harry hast du bei deinem Hauselfen was herausbekommen?“, hakte Sisilia nach, doch der Gryffindor schüttelte den Kopf.
„Ich bin noch nicht dazu gekommen.“
„Dann mach es doch jetzt“, schlug sie dann vor und als Harry einen skeptischen Blick auf Charlie warf, nahm sie dessen Hand und zog ihn mit sich in eine Ecke des Zimmers.
Dann rief Harry tatsächlich den alten Elfen, der auch prompt mit einem plopp vor seinem neuen Herrn erschien und ihn mit seinen golfballgroßen Augen und seinem alten faltigen Gesicht ängstlich anblickte.
Nur kurz warf Harry nochmal einen Blick zu Charlie und ihr, und als Sisilia diesen in ein Gespräch zu verwickeln begann, nahm sich Harry, dem kleinen Elfen vor.
Aus den Augenwinkeln konnte sie beobachten, wie der kleine Kerl entsetzt zu Harry blickte und dann die Lippen aufeinander presste. Erneut fragte Harry ihn nochmal nach diesem Medaillon und erklärte ihm, dass er wisse, dass R.A.B. Regulus Black war, von dem er wüsste, dass dieser das Medaillon gehabt haben muss.
„Ich bin mir sicher, dass das Medaillon im Grimmauldplatz gewesen ist. Und ich denke, du weißt wo es jetzt ist, hab ich recht?“
In dem Moment biss der Hauself sich selber auf die Lippen, bis diese bluteten, so als würde er nicht wissen, welche Befehle er ausführen sollte. Die von Harry, seinem neuen Herrn oder die eines womöglich verstorbenem Gebieter.
„Du wirst mir sofort sagen, wo du dieses Medaillon gesehen hast“, befahl Harry jetzt wütend werdend, woraufhin Kreacher heftig den Kopf schüttelte und vor Harry zurück wich. Gerade in dem Moment, als der kleine Kerl sich den Kopf gegen die Tischplatte schlagen wollte, gab es erneut ein plopp und Dobby erschien in der kleinen Runde.
„Master Harry, Sir. Dobby weiß, dass Sie Dobby nicht gerufen haben, Sir. Doch Dobby hat gehört, was Harry Potter, von Kreacher möchte und Dobby hat in Kreachers Ecke gestöbert und dort etwas gefunden, was Harry Potter vielleicht sucht“, sagte der kleine Elf mit den grünen Augen und hielt ein schweres goldenes Medaillon in die Luft, auf dessen Deckel deutlich ein geschwungenes S zu erkennen war.
Gerade wollte Harry danach greifen, als Kreacher es Dobby entriss und an seine kleine magere Brust presste.
„Niemals wird Kreacher es aus den Händen geben“, schrie dieser auf und wollte sich vom Acker machen. Doch Dobby war schneller und warf sich auf den andern Elfen.
In Sekundenschnelle entbrannte ein heftiger Kampf zwischen den beiden, von denen keiner Kleinbei geben wollte.
Auch Harry wollte nun eingreifen und packte Kreacher an den Schultern, aber dieser biss ihm in die Hand, so fest, dass dieser laut aufschrie.
Doch Dobby ging es nicht wirklich besser, auch er hatte Kratzer und Bisse abbekommen und wehrte sich verbissen, bis die kleine Faust des freien Elfen, in das Gesicht des älteren von ihnen krachte, und er daraufhin einen Moment lang benommen den Kopf schüttelte.
Das nutzte Dobby aus, entriss ihm erneut die Kette und drückte sie Harry in die Hand.
Doch just in dem Augenblick sprang Kreacher, dem man solch eine Kraft und Schnelligkeit nicht mehr zugetraut hätte, Dobby in den Rücken, woraufhin der arme kleine Kerl mit der Nase hart auf den Boden schlug und aufjaulte.
„Genug, aufhören. Kreacher hast du nicht gehört. Das ist ein Befehl. Du sollst Dobby in Ruhe lassen!“
Harry schrie so laut, dass sogar Sisilia heftig zusammenzuckte. Aber es half und der kleine Elf, ließ von seinem Artgenossen ab, dem er einen tödlichen Blick zu warf.
„Sollte ich hören, dass du Dobby noch einmal auch nur ein Haar gekrümmt hast, dann werde ich deinen Kopf ausstopfen lassen und in die Schrumpfkopfsammlung einreihen, hast du mich verstanden, Kreacher?“
Unsicher starrte der Hauself Harry an, musterte die Hand, in der dieser das Medaillon hielt, doch dann, nach einer schier unendlichen Zeit, nickte der kleine Kerl.
„Wie Master Harry befiehlt“, fiepste er mit seiner hohen Stimme.
Sisilia war Dobby zur Hilfe geeilt und hatte ihm ein Tuch gegeben, welches er gegen seine blutende Nase drückte.
„Danke Professor“, nuschelte er leise und sah dann zu Harry hoch.
„Es ist mein Ernst, Kreacher“, drohte Harry nochmal und der Hauself verneigte sich. Doch noch bevor einer noch was sagen und tun konnte, war dieser wieder mit einem plopp verschwunden.
Harry wollte ihn erneut zurückrufen, als Ron ihn am Arm packte und aufhielt.
„Lass ihn, du hast doch jetzt, was du wolltest. Und er wird es nicht wagen, Dobby nochmal anzugreifen, nicht nach deiner Drohung.“
„Geht es“, fragte Sisilia den kleinen Elfen, der nickte.
„Dobby hatte schon viel schlimmere Verletzungen, Mam. Hauptsache Dobby konnte Harry Potter bringen, was er gesucht hat“, erklärte der kleine tapfere Kerl.
„Ja, danke Dobby, das hab ich. Es … war wirklich sehr wichtig.“
„Dann hat Dobby das Richtige getan, Sir. Dobby geht wieder nach unten, muss noch arbeiten. Wenn Harry Potter, wieder Hilfe brauchen sollte, braucht er Dobby nur zu rufen“, ließ der kleine Elf mit einem heftigen Kopfnicken Harry wissen und verschwand dann, das Taschentuch auf seine Nase gepresst, wieder mit einem leisen Knall.
„Wir sollten es so schnell wie möglich zerstören, Harry“, flüsterte Ron ihm zu und dieser nickte noch etwas nachdenklich. Wieso hatte Kreacher so an dem Medaillon gehangen, warum wollte er es nicht hergeben? Vielleicht würde das immer ein Rätsel bleiben ...
Ron hatte sich zu seinem Bruder umgedreht und blickte auf den Tisch mit dem Kuchen.
„Ist das heute die Belohung für die DA-Mitglieder?“, fragte er grinsend und deutete mit einem fast gierigen Blick auf die leckere Süßspeise.
„Wieso DA?“

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BeitragThema: Re: The Unbreakable Truth 11 - 21   Di Jan 15, 2008 12:54 am

„Weil wir nachher unser nächstes DA Treffen haben. Sag nicht, du hast das vergessen Bruderherz“, fragte er mit einem sehr breiten Schmunzeln, denn Charlie blickte jetzt leicht verlegen zu Sisilia. Er hatte es wirklich vergessen und nur noch an das Treffen mit ihr gedacht.
„Schon gut, Charlie. Wir können ja nach dem Training noch ein Stück naschen“, zwinkerte sie ihm zu.
„Hast du nicht noch irgendwas Wichtiges zu erledigen, Ronald Bilius Weasley?“, meinte Charlie daraufhin und sein Blick sprach Bände, so dass sein kleiner Bruder noch breiter grinsend zu Harry ging, diesen, der immer noch nachdenklich auf das Medaillon starrte, am Arm packte und mit sich zog. Doch als er Harry nach draußen geschoben hatte, streckte er nochmal den Kopf zurück.
„Ja, ja. Die Liebe macht eben doch blind und vergesslich.“
Darauf hin sah Sisilia nur noch etwas an ihrem Kopf vorbei auf die Türe zufliegen. Aber Ron war schneller, hatte die Türe schon geschlossen, ehe die Holzfigur dagegen krachte.
„Aber, aber Mr. Weasley, so kenne ich Sie gar nicht. Ich hatte ja gar keine Ahnung, dass Sie soviel Temperament haben“, sagte Sisilia schmunzelnd, hob die kleine Holzfigur auf, die erstaunlicherweise ganz geblieben war, und hielt sie Charlie wieder hin. Doch als er danach greifen wollte, zog sie diese nochmal zurück.
„Du bekommst sie nur, wenn du versprichst, sie nicht nach mir zu werfen, wenn du mal wütend auf mich sein solltest.“
„Keine Angst, so was mach ich nur mit ganz besonders frechen kleinen Brüdern“, erklärte er grinsend, woraufhin sie ihm die Figur mit einem Lächeln übergab.
„Lass uns nach unten gehen. Ich denke die Schüler warten schon gespannt darauf, was du ihnen beibringen wirst. Und ich muss gestehen ich auch.“
„Dann kommst du mit?“
„Wenn ich darf? Dann werde ich auch nochmal gern zur Schülerin. Ich glaube ein wenig Übung schadet mir auch nicht.“

Die Schüler machten sich verdammt gut beim Üben von Zaubern und Flüchen. Sogar Sisilia war überrascht, wie viel sie noch dazu lernen konnte, mit Charlie und Harry als Lehrer.
Es war ziemlich spät geworden, woraufhin die Schüler beinahe Ärger mit Filch bekommen hätten, hätte Charlie nicht die ganz Schuld auf sich genommen und wären die Schüler nicht ganz schnell in ihre Gemeinschaftsräume verschwunden. Trotz der vorangeschrittenen Stunde ging Sisilia noch auf ein Glas Wein mit zu Charlie, doch auf Kuchen verzichtete sie, dazu war es ihr dann doch schon zu spät. Noch bevor ihr Begleiter auf dumme Ideen hätte kommen können, verabschiedete sie sich dann schließlich und ging in ihr Bett.



*****



Es drang kaum Sonnenlicht durch die Fenster ins Klassenzimmer. Der Nebel hing heute schon den ganzen Tag zwischen den Bergen und wollte den Blick zur Sonne absolut nicht freigeben.
„Das war es für heute. Als Hausaufgabe üben Sie bitte alle das, was wir heute gemacht haben. Ich denke ich werde mir es das nächste Mal zeigen lassen und benoten“, beendete Sisilia ihren Nachmittagsunterricht, froh für heute fertig zu sein.
Noch während die Schüler aus dem Klassenzimmer verschwanden und Sisilia ihre Sachen aufräumte, kam Charlie mit Harry, Ron, Hermine und Ginny im Schlepptau. Überrascht blickte sie den Dreien entgegen.
„Nanu, was verschafft mir die Ehre eures Besuches?“, fragte sie und stellte den Becher, der einmal eine Maus gewesen war, in eines der Regale an der Wand.
„Wir wollten dich informieren und vielleicht auch um deine Meinung fragen“, begann Charlie.
„Sollen wir dafür zu mir gehen? Da können wir in Ruhe reden.“
„Ja gerne“, antworteten Harry und Charlie gleichzeitig. Mit einem Lächeln nickte Sisilia in die Runde und ging dann einfach voraus.
Als sie dann alle in einer Runde saßen, Ginny und Sisilia auf dem Bett, da sie nicht für alle Stühle hatte, sprang noch der kleine schwarze Kater auf Sisilias Schoß und rollte sich dort leise schnurrend ein.
„Gut, dann raus mit der Sprache.“
Harry war derjenige, der als erster zu sprechen begann.
„Ron und ich waren gestern noch in dem Gang, von dem Sirius gesprochen hatte und wir haben uns die Mühe gemacht, die ganzen Felsbrocken wegzuräumen.“
„Gestern? Ok, denke wir haben überhört, dass Schüler sich mitten in der Nacht im Schloss rumschleichen“, sagt sie und zwinkerte Charlie zu, der bestätigend nickte, woraufhin Harry einfach fortfuhr.
„Auf jeden Fall ist es so, dass Sirius Recht hatte. Hinter dem angeblich verschütteten Weg gibt es einen Gang, der zu einer Tür führt, die aber verschlossen ist. Wir haben jeden Zauber ausprobiert, den wir kennen. Ron hat sogar versucht die Tür in die Luft zu jagen ...“
„Ja, das Einzige was ich davon habe, ist eine mächtige Beule, als ich nach hinten geschleudert wurde und mit dem Kopf gegen die Wand krachte“, brummte er, woraufhin Ginny ihm einen „Selber Schuld“ Blick zuwarf.
„Neben der Türe haben wir dann eine Steintafel gefunden, die wir nach Rons Missgeschick genauer angesehen hatten. Darauf stand dann so was wie. Dass einem nur Zutritt gewährt werden würde, wenn man es schaffen könnte, alle vier Häuser zu vereinigen.“
„Das ist genau das, was auch der sprechende Hut gesagt hatte“, erklärt Hermine jetzt. „Er hatte es gesagt, als wir in die 5. Klasse kamen und auch vor dem 6. Jahr. Dennoch bin ich langsam nicht mehr sicher, ob wir das richtig verstanden haben. Ich meine ... die 4 Häuser, waren noch nie so ... eine Gemeinschaft, wie jetzt. Ja klar, es gibt in jedem der Häuser auch noch welche, die sich querstellen, mal von denen abgesehen, deren Eltern zu IHM gehören, oder die immer noch selber glauben, dass „Du weißt schon, wer“ recht hat, mit dem was er tut. Aber versteht ihr nicht. Wir können doch nicht alle dort versammeln, dass sich diese Türe öffnet. Das muss etwas anderes bedeuten.“
„Alle blickten Hermine nachdenklich an und man konnte sehen, dass es in jedem der 5 Köpfe zu arbeiten begann.
„Wenn das mit den 4 Häusern vereinen symbolisch gemeint ist?“, dachte Sisilia dann laut.
„Symbolisch?“, fragte Ron nun etwas erstaunt nach.
„Ja, die 4 Häuser vereinen. Ich meine jedes der Häuser hat ja sein Symbol im Wappen. Der Löwe für Gryffindor, die Schlange für Slytherin ...“, überlegte Sisilia weiter.
„Hm ... dafür hab ich nicht wirklich Anzeichen gesehen“, murmelte Harry, „aber die Idee an sich ist nicht schlecht. Irgendwas, von jedem Haus und am Ende haben wir einen Schlüssel, der uns die Türe öffnet.“
„Ja aber so viel gibt es nicht. Entweder wie Sis sagte, das Wappen der Häuser, oder eben Gegenstände, die was mit den 4 Häusern zu tun haben“, führte Charlie den Gedanken fort.
„Oder mit den 4 Gründern“, fügte Ginny dann noch an.
„Hey, auch eine gute Idee. Aber wie wir von der ... ihr wisst schon Suche wissen, gibt es da nicht viel ... Moment mal ... was, wenn ER auch von diesem Geheimnis wusste. Von dem Drachen. Was wenn er sich deshalb diese Gegenstände der Vier ausgesucht hat. Vielleicht war das auch der Grund, warum ER nach Hogwarts zurück wollte, damals, als Dumbledore es nicht zugelassen hat.“
„Hey, der Gedanke hat was Harry. Das ist nicht mal schlecht“, sagte Ron nun richtig begeistert.
„Lasst uns nochmal gemeinsam hingehen und es uns ansehen, ja?“, bat Charlie in die Runde und alles nickte. Sisilia war die Letzte, die den Raum verließ und als der Kater ihnen folgen wollte, flüsterte sie ihm zu, dass er besser hier bleiben sollte, sie würde ihm nachher Bericht erstatten.
„Sis, kommst du auch mit?“, wollte Charlie dann wissen, als sie nicht gleich kam.
„Ich komme“, rief sie und sah Severus alias Pidi mit bittendem Blick an, woraufhin dieser auf einen Sessel sprang und sich dort hinlegte.
„Danke“, flüsterte sie noch und folgte dann der kleinen Gruppe.
Sie versammelten sich in dem kleinen Gang und blickten dann auf die Holztüre, die ihnen jetzt noch den Weg versperrte. Charlie und Sisilia lasen noch einmal die Inschrift auf der Tafel nach, die man nur erkennen konnte, wenn man genau hinblickte, da sie Ton in Ton mit der Wand zu verschmelzen schien.
„Also ich denke es könnte wirklich so sein, dass man vier Dinge braucht, als Schlüssel ...“, meinte Sil. Auch Hermine überlegte, während Charlie noch mit den Fingern über die Tafel strich. Wahrscheinlich hätte er nicht mal sagen können warum, doch seine Finger glitten in die Ritzen und zogen daran. Tatsächlich gab die Tafel nach und schwang nach außen auf. Dahinter waren 4 verschiedene Vertiefungen zu erkennen.
Harry war der Erste, der reagierte und zu ihm hinüber ging. Er betrachtete die Vertiefungen.
„Das gibt es nicht. Sisilia du hattest Recht. Schau dir das an. Hier ... das Kleine ... hier passt ein Ring hinein. Und hier. Das sieht aus wie eine Tasse. Und das hier. Kreisrund. Hier tiefer als da ... und das hier ... es ist wie ein Schlitz, aber verdammt tief und oben wird es breiter. Ich denke ich weiß was wir brauchen“, sprach Harry euphorisch.
Die andern traten näher und betrachteten die Öffnungen.
„Dann lass uns die Sachen suchen. Ich wette zwei davon finden wir im Schulleiterbüro.“
„Und wie willst du dort reinkommen. Du kannst McGonagall nicht einfach fragen: Hey Professor, ich brauch Gryffindors Schwert und wenn ich grad mal hier bin, dann wollte ich das Büro noch nach einem Ring durchsuchen“, warf Ron ein.
„Nein, das kann ich nicht, hab ich auch nicht vor.“
„Nein, was dann?“, fragte Ron Harry.
„Oh oh ... ich glaube hier gibt es zwei Leute, die sollten nicht hören, was hier jetzt gesprochen wird. Aber wie mir grad in den Sinn kommt. Professor McGonagall hat heute eine Stunde vor dem Abendessen eine Lehrerkonferenz einberufen. Ich denke ne Stunde müsste reichen. Außerdem bin ich gespannt, ob sie Ingwerkekse mitbringen wird“, erklärte Sisilia mit einem Augenzwinkern und als sie Charlie zurück in den Gang schob, hörte sie noch:
„Wenn ich nicht wüsste, dass sie mit Albus Dumbledore verwand ist, würde ich spätestens jetzt auf den Gedanken kommen“, feixte Harry jetzt leise, der ihre Andeutung mit den Ingwerkeksen wohl verstanden hatte.

Wie Sisilia später erfahren hatte, hatten die Vier es tatsächlich geschafft, Gryffindors Schwert zu holen und auch die Überreste des Ringes zu finden, was wohl eher Zufall gewesen war, weil Ron gegen eine kleine Vase gestoßen war, in welcher sich der Ringe befunden hatte.
Die Reste der Tasse hatten sie noch und setzten sie mit Magie wieder zusammen. Auch das Diadem reparierten sie wieder mit Magie. Am Samstag, während die andern Schüler nach Hogsmeade gingen, wollten Harry, Ron und dessen Bruder Charlie ihr Glück versuchen.
Da Sisilia für Hogsmeade, als Aufsicht eingeteilt worden war, konnte sie die Drei nicht begleiten, doch sie merkte, dass Charlie nicht unzufrieden darüber war. Denn wenn sie wirklich das finden würden, was Sirius ihnen prophezeit hatte, könnte es ziemlich gefährlich werden.

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BeitragThema: Re: The Unbreakable Truth 11 - 21   Di Jan 15, 2008 1:00 am

Kapitel 20. Draco dormiens nunquam titilandus





Es war ein erstaunlich schöner Tag, dieser Samstag und die Schüler, die beeinflusst von dem Sonnenschein, aller guter Laune zu sein schienen, strömten in kleinen und größeren Gruppen hinunter in den Ort Hogsmeade, wohin Sisilia diese begleitete.
Ganz im Gegensatz zu den beiden Weasleys und Harry Potter, die warteten, bis es im Schloss ruhiger wurde, und sich dann zum Geheimgang aufmachten.
„Glaubt ihr wirklich, dass wir einen Drachen finden? Ich meine, der müsste doch schon über 1000 Jahre alt sein und vielleicht ist er verhungert. Vielleicht finden wir ja nur noch ein Skelett oder so?“, warf Ron nachdenklich ein, als sie den Geheimgang hinter dem alten Bild eines Drachentöters betraten.
„Ist natürlich alles möglich, Ron. Aber nachsehen sollten wir auf alle Fälle. Ich muss euch nur warnen, die Viecher sind unberechenbar und ihr müsst unbedingt darauf hören, was ich euch sage. Haltet euch immer im Dunklen, oder im Schatten, reizt ihn nicht und überlasst es mir, mit ihm Herr zu werden, klar?“
„Ja, ja, schon gut“, murrte Ron und machte, wie die andern auch, mit seinem Zauberstab Licht, dass sie etwas sehen konnten.
„Ok, seid ihr bereit für ein Abenteuer?“, fragte Charlie und als Ron nickte und Harry mit „Ja“ antwortete, zog er wieder die Tafel auf und ließ dann Harry ran, damit er die Gegenstände dorthin stecken konnte, wo es für sie vorgesehen war.
Harry begann mit dem Ring von Slytherin. Er drückte ihn in die Vertiefung hinein, bis er ganz und gar damit zu verschmelzen schien. Anschließend tat er das mit der Tasse und schließlich mit dem Diadem, das danach kaum noch zu erkennen war.
Fehlte nur noch das Schwert. Harry nahm es von Ron entgegen, der es unter seinem Umhang verborgen gehabt hatte, sah jedem der beiden nochmal ins Gesicht und atmete tief durch.
Langsam glitt die Schneide in die Wand hinein, tiefer und tiefer versank sie, bis nur noch der Griff herausragte. Dann ging es nicht mehr weiter. Noch einmal drückte Harry fest, doch es bewegte sich keinen Zentimeter mehr. Nicht mal Charlie, der um einiges kräftiger war als der junge Potter erreichte irgendwas.
„Warte mal Harry. Was, wenn wir die Gegenstände in einer anderen Reihenfolge einfügen müssen?“, schlug Ron vor und Harry versuchte es. Er steckte erst die Gegenstände so nacheinander hinein, wie sie auf dem Wappen zu sehen waren.
Gryffindor, Slytherin, Hufflepuff und Ravenclaw…
Wieder geschah nichts.
“Vielleicht im Uhrzeigersinn?”, schlug Charlie jetzt vor.
Erneut versuchten sie es.
Slytherin, Ravenclaw, Hufflepuff und Gryffindor. Das Schwert glitt zuletzt in die Vertiefung, doch auch diesmal schien es sich nicht tiefer drücken zu lassen.
Wieder sahen sie sich ratlos an, bis Charlie laut zu denken begann. „Vier Häuser vereinigen. Dann haben wir einen Schlüssel, der uns die Türe …“
„Was hast du gesagt?“ Harry starrte Charlie eindringlich an und wiederholte den Satz.
„Schlüssel“, murmelte Harry, drehte sich wieder abrupt um, packte den Griff des Schwertes und drehte ihn langsam, so wie man einen Schlüssel im Schloss drehen konnte.
Zuerst schien sich nichts zu tun, doch dann aber knirschte es leicht und schien sich daraufhin wieder zu verhaken.
„Helft mir, das scheint zu klemmen.“
Sofort war Charlie zur Stelle und packte mit an. Wobei er dennoch vorsichtig mit Harry drehte, denn er hatte Angst das Schwert abzubrechen.
„Das scheint eingerostet zu sein“, brummte der Ältere der Weasleys und warf sich die Haare aus dem Gesicht.
„Eingerostet? Vielleicht würde ein wenig Öl helfen?“, schlug Ron vor.
„Hast du welches mit?“, witzelte sein großer Bruder.
„Nein, aber ich weiß, wo Filch welches aufbewahrt. In der Abstellkammer, ganz in der Nähe. Ich bin gleich wieder hier.“
Und tatsächlich war Ron keine Minute später wieder zurück und hielt eine kleine Ölkanne in den Händen. Harry trat zur Seite und sein Freund hob das Kännchen an, mit der Öffnung an der Schneide des Schwertes und ließ eine ganze Ladung des Inhalts davon hineinrinnen.
„Willst du das Ding ertränken?“, fragte Charlie und schob Ron wieder zur Seite, vorsichtig am Schwert hin und her wackelnd. Dann klackte etwas leise.
„Ich glaube jetzt geht es.“
„Ha … das war meine Idee“, brüstete Ron sich vor seinem Bruder, der ihm grinsend auf die Schulter klopfte.
„Gut gemacht, Kleiner. Ab und an bist du ja sogar zu etwas zu gebrauchen.“
„Sehr komisch, Charlie.“
„Das war mein Ernst“, wehrte Charlie ab, doch das Schmunzeln auf seinem Gesicht verriet, dass es ihm Spaß machte, Ron zu ärgern.
„Ach du …“, begann Ron und verstummte aber, als das Schwert sich auf einmal hatte drehen lassen, im Uhrzeigersinn, einmal herum. Und schließlich drückte Charlie es ganz hinein, bis es fast gänzlich verschwand, und stattdessen, sich die Türe vor ihnen langsam zu öffnen begann, bis sie kurz zitterte und anhielt.
„Da klemmt was darunter und da kommen wir auch nicht durch“, keuchte Ron, der versucht hatte, sich durch den Spalt zu zwängen. In dem Moment hörten sie draußen etwas, das näher kam. Eine Stimme, und als sie an dem Bild des Drachentöters vorkam, konnten sie diese sogar verstehen.
„Lusche … Lusche“, sang eine schrille Stimme und alle drei stöhnten leise auf und verdrehten die Augen, als ihnen klar wurde, dass das nur Peeves war.
„Moment mal“, sagte Harry schließlich, „geht mal zur Seite!“
Dann richtete er seinen Zauberstab auf den Türspalt.
„Waddiwasi.“
Zuerst passierte gar nichts, doch dann begann es zu knirschen und feiner Sand, genauso wie Kiesel, schoss aus den Ritzen unter der Tür fort und mit einem weiteren Knirschen, bewegte sich die schwere Steintüre wieder und gab schließlich den Weg in einen dunklen langen Gang frei.
„Nicht schlecht, Harry.“
„Ach was, Charlie. Das hatte uns Remus im 3. Schuljahr mal gezeigt.“
„Und da soll nochmal jemand sagen, dass der gute Remus nichts drauf hat“, erklärt Charlie grinsend und betrat nun als Erster den dunklen Gang. Überall hingen Spinnweben und der Staub lag wirklich zentimeterdick auf dem Boden und in den Ritzen zwischen den Steinen.
„Wann hier wohl das letzte Mal einer durchgegangen ist?“, fragte Ron, der seinem Bruder, mit erhobenem, an der Spitze leuchtenden, Zauberstab folgte.
Als Letzter betrat Harry den Gang, der aber nochmal kurz zurückhuschte, das Schwert aus der der Vertiefung zog und es mitnahm.

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BeitragThema: Re: The Unbreakable Truth 11 - 21   Di Jan 15, 2008 1:01 am

„Wer weiß, ob wir das nicht vielleicht brauchen können“, erklärte er Ron, der ihn überrascht anblickte.
Langsam, in die Dunkelheit lauschend, gingen die Drei hintereinander durch den schmalen Gang, der erst mal nur gerade ausging. Doch dann, sie waren vielleicht 5 Minuten gelaufen, kamen sie an eine Treppe. Eine breite Wendeltreppe, die, so hatten die Drei das Gefühl, gar kein Ende zu nehmen schien.
Ron war schon leicht übel, davon immer im Kreis nach unten laufen zu müssen, als Charlie nach unten deutete.
„Seht mal, hier endet die Treppe in einen weiteren Gang.“
Er hatte recht. Wie tief waren sie wohl schon ins Schloss hinab gestiegen? So tief wie damals, als sie nach dem Basilisken gesucht hatten? Oder sogar noch tiefer? Befanden sie sich schon unterhalb des Sees? Keiner von den Dreien vermochte es mit Gewissheit zu sagen, obwohl sie glaubten, dass sie garantiert weit unter dem See sein mussten.
Mit Charlie, der weiterhin den Anführer der Drei machte, gingen sie weiter und mit einem Mal blieb Ron stehen.
„Hast du einen fahren lassen, Charlie?“, fragte er angeekelt und hielt sich die Nase zu.
„Nein, das war ich nicht. Aber wenn du besser im Unterricht aufgepasst hättest kleiner Bruder, wüsstest du, dass dieser Geruch Schwefel ist.“
„Ron … er hat recht. Das ist Schwefel. Was hat das zu bedeuten?“
„Hm …“, begann der Älteste von den Dreien und strich sich mit der Hand über den Nacken. „Vielleicht hat es das zu bedeuten, dass Sirius recht hatte. Ich denke ihr werdet wenigstens Hagrid zugehört haben. Drachen lieben die Wärme und sie mögen auch den Geruch von Schwefel. Sie leben meist in inaktiven Vulkanen, weil es dort sehr warm ist. Sie können dort ihre Eier ausbrüten und ihre Jungen groß ziehen. Außerdem sind sie dort sicher vor Angreifern, wenn sie auch nicht viele Gegner haben, die ihnen wirklich gefährlich werden können.“
„Heißt das, Hogwarts steht schon seit über 1000 Jahren auf einem inaktiven Vulkan?“ Rons Augen wurden groß und er sah seinen Bruder entsetzt an.
„Sieht ganz danach aus.“
„Na prost Mahlzeit, wenn der doch irgendwann wieder ausbrechen sollte.“
„Ich gehe mal davon aus, dass die Gründer wussten, was sie taten. Und wenn sie einen Schutzzauber auf den Berg gelegt haben.“
Während sie weiter gingen, wobei es immer weiter bergab ging, wurde der Gestank immer intensiver und mit der Zeit kaum aushaltbar.
„Bist du sicher, dass wir hier lang gehen müssen?“, fragte Harry, der immer öfter husten musste, weil die Gase seinen Hals reizten.
„Oh ja. Ganz sicher Harry.“ Kurz, nachdem Charlie das geantwortet hatte, kamen sie zu einer weiteren sehr dicken Türe. Sie war dunkel und garantiert aus Eiche. Unter der Türritze kam immer wieder mal ein gelber Nebel hervor und deutlich zu sehen war, dass sie hinter der Türe kein Licht mehr brauchen würden.
Kurz zögert Charlie, streckte die Finger nach dem Griff aus, doch tippte er erst mal vorsichtig mit den Fingerspitzen darauf. Der Griff war zwar warm, aber nicht heiß, wie er zuerst befürchtete. Noch einen Blick zu Harry und Ron und er zog die Türe auf, wobei ihnen gelber Rauch entgegenschlug, und ihnen fast die Luft zum Atmen raubte.
Schnell schloss Charlie die Türe wieder und wedelte mit den Händen, um den Schwefeldampf etwas zu vertreiben.
„Ok … Jungs. Wir haben ein mächtiges Problem. Zum einen … wir können in den Schwefelgasen nicht atmen, sie würden uns töten. Zum Zweiten … da drin sieht man die Hand nicht vor den Augen.“
„Heißt das, dass wir umkehren müssen?“ In Rons Stimme klang fast so etwas wie Erleichterung mit. Irgendwie war er nicht so scharf darauf, einen Drachen zu suchen.
„Wenn wir keinen Möglichkeit finden, wie wir Luft bekommen, während wir da durchgehen …“
Für einen kurzen Moment schwiegen alle drei und Ron blickte immer wieder auf den Schwefeldampf, der unter der Tür hervorquoll.
„Wartet. Ron … warte. Weißt du noch, beim Trimagischen Turnier. Die zweite Aufgabe. Wir mussten in den See. Unsere Aufgabe war es, eine Möglichkeit zu finden, wie wir unter Wasser atmen konnten.“
„Ja sicher weiß ich das. Doch fängst du da drin mit Kiemen auch nichts an, Harry.“
„Nein, mit Kiemen nichts, aber erinnerst du dich, was Cedric gemacht hatte. Nein, kannst du ja nicht, du warst ja weggetreten. Cedric hatte sich eine Art Luftblase um den Kopf gezaubert. Er konnte damit eine Stunde unter Wasser atmen. Das muss auch hier gehen.“
„Weißt du, wie der Zauber funktioniert?“, wollte Charlie sichtlich interessiert wissen.
„Klar, ich hab ihn etwas später gefragt. Ich wollte nicht nochmal riskieren, so aufgeschmissen zu sein.“
Rons Gesicht wurde wieder blasser. Ihm schien die Idee gar nicht zugefallen, was durch seinen weiteren Protest nur bestätigt wurde.
„Aber du sagtest doch selber, dass wir da drin nichts sehen. Was, wenn wir uns verirren? Was, wenn wir länger, als eine Stunde da drin sind? Charlie das ist verrückt und viel zu gefährlich.“
Für einen Moment blickte der Drachenbändiger Ron nachdenklich an und dann auch zu Harry.
„Gut in Ordnung. Ihr müsst ja nicht mitkommen. Aber ich denke, das Problem ist lösbar. Außerdem trägst einen von Mums selbst gestrickten Pullovern“, grinst Charlie und Ron sah ihn an, als hätte sein Bruder nicht mehr alle Tassen im Schrank.
„Nein, die Idee ist genial. Ich gehe mit. Ach Ron, nun streng deinen Grips mal an. Wir machen es wie Ariadne. Wir binden das Ende deines Pullovers hier an der Türe fest und gehen langsam hinein, während er sich auftrennt. Wenn wir merken, es gibt keinen Weg oder wir finden ihn nicht, dann gehen wir mit Hilfe der Schnur einfach wieder zurück.“
„Ihr glaubt wirklich das funktioniert?“ Sein Blick war immer noch skeptisch, doch als beide nickten, streifte er den Pulli über den Kopf.
„Ich mochte ihn sowieso noch nie, er hat immer gekratzt“, mit diesen Worten reichte er ihn Charlie, der ihm auf die Schulter klopfte und schließlich das Ende suchte, welches er auftrennte und dann an dem Türknauf fest band. Ron bekam dann seinen Pulli zurück und die Aufgabe, das mit der Schnur zu handhaben.
„Jetzt du. Zauber uns Luftblasen zum Atmen“, forderte Charlie Harry auf. Dieser hob sogleich den Zauberstab an und richtete ihn auf Charlies Kopf. Eine kleine Luftblase kam aus der Spitze des Stabes und flog auf Charlie zu, umschloss seinen Kopf und dieser blickte nun etwas unsicher um sich. Kurz hatten die beiden das Gefühl, Charlie wäre verunsichert, doch als dieser einen tiefen Atemzug genommen hatte, hob er beruhigt den Daumen.
„Alles bestens“, sagte er, was nur sehr leise zu verstehen war.
Sofort verpasste Harry dann Ron und schließlich sich selber so eine Atemblase. Dann drängte Charlie zum Aufbruch. Er ging auch voran, gefolgt von Harry und als Letzter schritt Ron durch die Türe, den Pullover in der Hand und aufpassend, dass der Faden sich langsam vom Pulli löste.
Immer weniger konnten sie sehen, je weiter sie gingen und nach schon wenigen Schritten, sahen sie sich nicht mal gegenseitig, so dass Harry in Charlie rannte und Ron schon beinahe Panik bekam, als er sie nicht gleich wieder fand.
Am Ende reichten sie sich die Hände, um sich nicht zu verlieren, und Charlie nahm Harry das Schwert ab, das er schließlich als Blindenstock einsetzte, um Hindernisse und Unebenheiten zu ertasten.
Harry hatte keine Ahnung, wo sie hingingen und wo sie waren. Nur ab und an konnte er Charlie schemenhaft erkennen, obwohl er seine Hand hielt. Das Licht, welches von irgendwo und nirgendwo herzukommen schien, war mal gelblich, dann wieder doch eher grün oder Blau, jedenfalls sah es gespenstisch aus.
Unter der Atemblase wer es eigenartig ruhig. Wenn sie miteinander reden wollten, mussten sie sich anschreien, was sich in der Blase, extrem laut anhörte und sie den andern nur schwer verstanden. Einmal stoppte Ron die beiden, weil er die andere Hälfte des Pullis an das Ende des ersten Fadens knüpfen musste.
„Was, wenn der Faden nicht reicht?“, fragte er schließlich und man konnte sehen, dass er sich alles andere als wohlfühlte. „Und was, wenn er reißt? Dann sind wir hier drin verloren und werden irgendwann ersticken. Keiner wird uns finden und das hier wird unser Grab werden.“
„Reg dich ab, Ronald. Ich hab noch einiges vor mit meinem Leben. Ich werde ganz sicher nicht hier drauf gehen. Außerdem müssen wir, wenn wir zurück wollen immer nur nach oben gehen. Bisher ging es nur bergab“; wehrte Charlie ab und zog die beiden wieder mit sich.
Immer tiefer ging es hinab, viele Meter und es schien immer heißer hier zu werden, so, dass die Drei schon anfingen, zu schwitzen.
Harry fühlte, wie Rons Hand sich fester an Seine klammerte und blickte zurück, wobei er aber nicht wirklich Ron ausmachen konnte, geschweige denn in sein Gesicht blicken konnte. Dann riss dieser an Harrys Hand, so dass dieser stehen blieb und auch Charlie zum Anhalten zwang. Sie tragen nahe an einander heran, so dass sie sich ansehen konnte.
„Ich kann nicht mehr“, stöhnte Ron. „Ich glaube ich bekomme keine Luft mehr.“
„Dann rede nicht soviel, spar dir deinen Atem, fürs Gehen. Ich weiß nicht, aber ich hab das Gefühl, als würde es hier kühler und auch nicht mehr soo hell sein. Wir dürfen nicht aufgeben“, mahnte Charlie und ging einfach weiter, die beiden andern hinter sich herziehend.
Auch Harry merkte, wie er immer müder wurde und ihm seine Augen zuzufallen drohten. Er kämpfte verbissen an und riss immer wieder an Ron, der ab und an langsamer zu werden schien. Harry begann schon Tagträume zu haben, glaubte vor sich Ginny zu sehen, die ihn sehnsüchtig erwartete und die Arme nach ihm ausstreckte, wodurch er wieder schneller wurde, Charlie sogar ab und an gegen die Hacken trat. Ohne sich darüber bewusst zu sein, woran natürlich der immer weniger werdende Sauerstoff die Schuld trug, hatte er das Gefühl für Zeit und Realität verloren. Und beinahe wäre er eingeschlafen, wäre er nicht plötzlich und ohne Vorwarnung in Charlie gerannt.
„Wir haben es geschafft“, schrie dieser, riss die beiden noch ein Stück mit in einen dunklen Gang hinein. Dann riss er sich die Atemblase vom Kopf und zog die Luft in seine Lungen. Als weder Harry noch Ron seinem Beispiel folgten, tat er es für die beiden, die automatisch begannen tief ein- und auszuatmen.
„Ich sagte doch, ich bring uns da durch“, erklärte Charlie grinsend und einen gewissen Stolz an den Tag legend. „Mit eurer Hilfe natürlich. Ich hoffe du hast das Ende des Pullis noch?“
Jetzt blickt Ron seinen Bruder geschockt an. Pullover? Er konnte sich nicht erinnern, wann er ihn noch gehabt hatte und wann nicht mehr. Mit einem blassen Konterfei sah er schließlich Charlie an, der zuerst auch sämtliche Farbe verlor.
„Ach weißt du was, das ist nicht wichtig. Mit dem Drachen kommen wir eh nicht hier raus, also werden wir den Weg auch nicht zurückgehen können. Los weiter!“
Sogleich erhob er sich wieder, in den Gang vor ihnen deutend. Auch Harry und Ron drückten sich auf die Beine, auch wenn ihre Knie noch immer etwas zitterten und Ron die nächsten zehn Minuten immer nur am Gähnen war.
Zuerst wurde es wieder dunkel und sie wollten ihre Zauberstäbe ziehen, um Licht zu machen, als sie am Ende dieses Tunnels ein Licht sahen.
„Wir sind aber jetzt nicht tot oder so?“, fragte Harry scherzhaft und als Charlie sich zu ihm umdrehte, grinste er. „Na ja, wegen dem Licht am Ende des Tunnels.“
Woraufhin er von Ron in den Arm gekniffen wurde und laut „Au“, rief. „Warum machst du so was?“
„Nur um zu zeigen, dass du noch lebst.“ Das Grinsen von Ron zeigte Harry, dass dieser sich von dem Schrecken in der Schwefelhöhle wohl erholt haben musste und um sich zu rächen, kniff auch er seinen Freund.
„Aua! Was sollte das jetzt?“
„Ich wollte nur sicher gehen, dass du auch noch am Leben bist.“
„Ihr beiden seid schrecklich. Ihr solltet besser aufpassen, dass ihr euch den Kopf nicht stoßt, hier wird es verdammt niedrig.“

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BeitragThema: Re: The Unbreakable Truth 11 - 21   Di Jan 15, 2008 1:04 am

Charlie hatte recht, es wurde niedrig und zwar sogar so, dass sie ein Stück auf allen Vieren zurücklegen mussten.
Doch das Licht wurde immer heller und mit einem Male der Tunnel groß und weit und alle drei starrten auf das, was sich ihnen hier bot.
„Wow“, flüsterte Ron leise und er konnte sich an dem vielen Gold, dem Silber, den Edelsteinen, die nur so funkelten, gar nicht sattsehen. Er war so geblendet von den ganzen Schätzen, dass er den Drachen, der mitten auf dem Berg von alle dem lag und schlief, überhaupt nicht bemerkte.
„Sirius hatte recht. Charlie, sieh nur. Er hatte recht”, flüsterte Harry, so als ob er Angst hatte, den Drachen aufzuwecken, wenn er zu laut sein würde.
Charlie nickte nur und sah sich genauer um. Sie sahen hier auf eine riesige Höhle, die Decke war kaum auszumachen, auch wenn in hier ein seltsames Licht herrschte, dessen Ursprung nicht zu deuten war, sich aber in alle den Schätzen hier unten tausendfach widerspiegelte.
„Das muss ein erloschener Vulkan sein“, flüstert Charlie. „Seht ihr? Man kann die Kegelform noch richtig erkennen.“ Dann deutete er nach oben zu einem kleinen hellen, nein blauen Punkt in der Decke. „Da kann man den Himmel sehen.“
„Und … was … tun wir jetzt“, fragte Harry, der keine Sekunde darüber nachgedacht hatte, was sie machen mussten, wenn sie den Drachen tatsächlich finden würden.
„Na was wohl, wir werden ihn wecken, und dann versuchen mit ihm durch die Öffnung da oben zu fliegen. Vom Trimagischen Turnier sind noch die ganzen Vorrichtungen da, als wir die Drachen hier versorgt hatten. Dorthin bringen wir ihn. Wow … die Anhänger von „du weißt schon wem“ oder auch er selber, werden Augen machen, wenn sie es mit einem Mal mit einem Drachen zu tun bekommen.“
„Charlie?“, meldete sich Ron jetzt. „Der Drache ist kein Schoßhund. Wie willst du ihn dazu bringen, das zu tun, was du möchtest?“
„Ganz einfach Ron, ich werde ihm etwas schenken, was er liebt, dann hoffe ich wird er so mit dem Geglitzer beschäftigt sein, dass wir auf seinen Rücken klettern können.“
„Hab ich das richtig verstanden? Du willst auf ihm fliegen?“
„Ja, warum nicht. Hör mal zu“, begann er leise zu erklären. „Wir haben uns bei der Arbeit ab und an den Spaß gemacht, zu versuchen, einen Drachen zu … na ja.. zu zähmen. Was aber nur mit Männchen ging. Denn Weibchen, vor allem wenn sie Eier bewachten, waren wie Furien. Ich hab es schon einmal geschafft, mich auf den Rücken eines Rumänischen Langhorns zu setzten und dann an so einer Art Angel eine Galeone befestigt und der Kerl hat mich wirklich einige Male im Kreis herumgetragen, bevor er mich bemerkt und abgeworfen hatte. Ich hatte damals eine Wette gewonnen und meine Kollegen mussten mich drei Monate lang mit … ähm ich hatte gewonnen und sie mussten bezahlen.“
„Sie mussten was?“, hakte Ron jetzt neugierig nach, doch das interessierte Harry nicht, weil es für ihr Vorhaben nicht wichtig war.
„Und du willst das Gleiche bei dem hier versuchen? Charlie ich verstehe nicht annähernd soviel wie du von Drachen, aber wenn mich meine Augen nicht täuschen, ist das ein Schwarzer Hybride und die sollen verdammt aggressiv sein.“
Nun rieb sich Charlie mit der Hand über den Nacken.
„Ja, da hast du recht. Aber es ist ein Drache und eindeutig ein Männchen. Hey … ihr könnt mir vertrauen. Ich würde euch doch nicht in Lebensgefahr bringen. Ihr müsst nur einfach tun, was ich sage.“
Weder Harry noch Ron sahen wirklich glücklich aus, doch da sie keine andere Wahl hatten, stimmten sie schließlich zu.
„Hat jemand von euch zufällig etwas Geld, oder sonst was Wertvolles dabei?“ Gleichzeitig durchstöberte Charlie auch seine Taschen.
„Hier eine Galeone von der DA“, wundervoll, das ist gut zum Ablenken. Dann brauchen wir noch etwas … Das Schwert wird sich wunderbar dafür eignen. Wenn wir noch etwas hätten, um es an die Spitze zu binden …“
Da zog Harry Dumbledores Taschenuhr aus der Hosentasche und betrachtete sie nachdenklich.
„Die bekomme ich aber wieder?“, fragte er unsicher.
„Wow, sag mal, woher hast du die? Die sieht fast so aus, wie die, welche Dumbledore besessen hat.“ Diesmal war es Ron, der auf die Uhr starrte und sie genauer in Augenschein nahm.
„Es ist Dumbledores Uhr und ich hätte sie danach auch gern wieder.“
„Ich werde gut auf sie aufpassen, versprochen Harry“, versicherte Charlie dem jungen Potter, nahm sie entgegen und befestigte sie schließlich an der Spitze des Schwertes, so dass sie nicht so einfach runterrutschen würde.
„Warum nehmen wir nicht etwas von dem Zeug, das da unten liegt? Da ist doch genug Gold und Silber“, wandte Ron schließlich ein.
„Ganz einfach Brüderchen, weil der Drachen jedes einzelne Stück hier, das ihm ja schon gehört, genau kennt und es sofort bemerkten würde, dass wir ihm das gestohlen haben. Und ich glaube, du kannst dir denken, was er dann mit uns tun würde.“
„Äh … Rösten?“, fragte Ron jetzt unsicher und Charlie nickte mit ernstem Gesicht.
„Und wie wecken wir ihn auf?“ Diesmal war es Harry, der mit sehr ernster Miene sprach.
„Ihr werdet lachen. Ich denke genauso, wie es im Wappen von Hogwarts steht. Kitzel niemals einen schlafenden Drachen.“
„Ja, leuchtet ein“, brummte Ron, dennoch schien ihm etwas nicht ganz so zu passen, auch wenn er den beiden nach unten folgte, blickte er extrem nachdenklich drein. Und in dem Moment, als sein Bruder die Hand ausstreckte, hielt er ihn zurück.
„Warte“, flüsterte er nun. „Ist das nicht eher eine Warnung es nicht zu tun?“
„Muss nicht sein. Du kennst die Art der Gründer. Alles in Rätsel und versteckten Hinweisen. Ich glaube eher, dass wir es ganz genauso tun müssen.“ Charlie schien sich verdammt sicher zu sein, so wagte keiner von beiden, ihm zu widersprechen. „Doch ich würde sagen ihr wartet dort an den Hinterläufen des Tieres. Sicher ist sicher. Und wenn ich es euch sage, klettert ihr auf den Rücken. Aber gebt acht, der Kamm des Hebriden ist verdammt scharf, er könnte euch in zwei Teile schneiden.
„Netter Gedanke. Ron und seine bessere Hälfte“, versucht Ron selber zu scherzen, was aber keinen von ihnen zum Lachen brachte, in der angespannten Situation.
Langsam beugte sich Charlie wieder nach vorn, streckte die Hand in Richtung vom Hals des Drachen aus, wie er wusste, die empfindlichste Stelle - außer unter dem Schwanz beim Drachen. Und genau diesem wollte er nicht zu nahe kommen, denn der lief am Ende des Schwanzes zu einem spitzen Stachel aus.
Was für den Drachen nun ein Kitzeln war, sah für andere Augen eher so aus, als würde Charlie ihn kräftig in seine dunkle rauschuppige Haut zwicken. Zuerst passierte nichts und er wiederholte es an einer anderen Stelle. Und diesmal passierte was.

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BeitragThema: Re: The Unbreakable Truth 11 - 21   Di Jan 15, 2008 1:04 am

Als Erstes zuckte der Drache nur leicht, dann als die Finger ihn nochmal zwickten, zuckte er mehr und der ganze Drache schien zu wackeln. Erschrocken wichen alle drei zurück, als der Hybride sich ganz auf den Bauch legte und den Kopf auf seinen Vorderfüßen bettete.
Noch einmal zwickte Charlie zu und gleich nochmal und noch einmal.
Der Blick von allen Dreien war schließlich so köstlich, als der Drache ein Geräusch von sich gab, als würde er lachen. Je öfter Charlie ihn berührte, je mehr schüttelte es das riesige schwarze Tier. Dann erbebte es, schüttelte sich und aus einem riesigen Maul kamen Geräusche wie lautes Lachen oder war es doch ein Knurren?
Bevor sie darüber nachdenken konnte, schlug der Drache seine Augen auf und blickte sie mit seinen purpurroten Augen wütend an. Reflexartig machte Charlie einen Satz zurück, was eine sehr gute Idee gewesen war, denn ohne Vorwarnung schoss ein heißer Feuerstrahl auf ihn zu und versenkte ihm die Haarspitzen.
„Hoho … Warte Kleiner. Ich hab hier was für dich“, erklärte er und hielt dem Drachen Rons Galeone unter die Nase, die er aus der Ferne zu beschnüffeln begann. „Das ist ganz neu und aus purem Gold. Es gehört dir … sie her?“
Dann warf er es dem Drachen zu, der die Goldmünze genau betrachtete, die unter seiner Nase auf dem ganzen anderen Gold gelandet war. In dem Moment gab Charlie den beiden ein Zeichen, dass sie auf den Rücken des Drachen klettern sollten, da dieser für einen Moment beschäftigt war. Und nachdem der Drache ein zufriedenes Brummen von sich gegeben hatte, nutzte auch er den Moment und kletterte direkt hinter dem Hals, auf den Rücken. Zuerst wollte der Drache sie abwerfen und begann sich zu schütteln und zu winden, aber als Charlie ihm das Schwert und vor allem die Uhr, die daran gebunden war, vor die Nase hielt, starrte er nur noch darauf.
„Ja … so ist es fein. Ein sehr schönes und altes Stück. Hab ich recht? Das würde dir doch gefallen“, redete Charlie weiter, wobei er nur sprach, um sich selber von seiner Angst abzulenken, als dass er glaubte, dass der Drache ihn verstehen würde.
Langsam bewegte er das Schwert nach rechts und der Kopf des Hybriden folgte dem funkelnden Ding, dass er neugierig beschnupperte. Auch als er das Schwert nach rechts drehte, folgten die rot funkelnden Augen dem Edelmetall.
„Ok, festhalten jetzt. Ich werde mal sehen, wie gut sich der alte Kerl hier lenken lässt“, erklärte er und streckte das Schwert etwas weiter weg, woraufhin der Drache sich auf seine Beine stellte und versuchte der Uhr zu folgen.
„Es geht“, rief er nun erfreut aus und dachte bei sich … ‚hoffentlich nicht nur drei Mal im Kreis.’
Während Charlie die Uhr etwas anhob, stellte sich der Drache jetzt auf seine Beine, was für die Drei eine sehr wackelige Angelegenheit war und sie sich gut festhalten mussten, weil der alte Drache wohl einige Mühe hatte, sich nach der langen Zeit des Schlafens aufzurichten.
Doch schließlich stand er und versuchte nach dem goldenen Kleinod zu schnappen, aber Charlie war auf der Hut und zog sie jedes Mal etwas höher. Was nun wieder zur Folge hatte, dass der Drache seine schwarzen, lederartigen und fledermausförmigen Flügel auszubreiten begann. Doch er flog nicht, sondern machte eher Sprünge wie ein Känguru und schlug dabei mit den Flügeln. Harry musste Ron einmal festhalten, als dieser begann, seitlich herunterzurutschen.
„Ich hoffe der kann noch fliegen“, warf Ron ein, als er endlich wieder richtig saß und so als wäre das ein Startzeichen gewesen, schlug der Drache kräftiger mit den Flügeln, und ehe sie es sich versehen hatten, hoben sie ab.
Schaukelnd wie auf einem Kamel, oder so ähnlich jedenfalls, wurde der Abstand zwischen ihnen und dem Boden immer größer.
„Verdammt Charlie. Warum haben wir uns nicht etwas Gold in die Taschen gesteckt? Hier liegt es doch eh nur rum.“
„Ganz einfach, weil der Drache das bemerkt und uns alle drei dann zum Frühstück verspeist hätte“, erklärte Charlie und hätte fast vergessen die Uhr etwas höher zu halten, so dass sie für einen Moment wieder ein Stück abgesackt waren.
Ron war blass geworden und auch Harry sah nicht wirklich glücklich in dem Moment aus, dennoch krallten sich beide in der schuppigen Haut fest und Charlie gelang es, den Drachen wieder dorthin zu lenken, wohin er wollte. Sie näherten sich der Öffnung und auch, wenn sie am Anfang gedacht hatten, sie könnte für den Drachen viel zu klein sein, mussten sie jetzt feststellen, dass dies ganz und gar nicht der Fall war.
Sie schossen durch die Öffnung, ohne dass der Hybride auch nur irgendwo das Gestein streifte.
Die frische Luft empfing sie wie eine angenehme Dusche und sie sogen sie begierig in ihre Lungen.
Der Drachenbändiger stieß einen Jubelschrei aus, in den die beiden andern dann mit einstimmten und sie sich ihre strahlende Gesichter blickten.
Langsam und auch vorsichtig ließen sie den Drachen tiefer sinken, wobei sie Kreise flogen, um den Ort zu finden, wo sie vor gut drei Jahren schon mal Drachen gehalten hatten. Sobald Charlie ihn ausgemacht hatte, lenkte er das Tier mit Hilfe der Uhr genau dort hin. Die Landung war hart und Harry und Ron schafften es nicht mehr sich festzuhalten, sie stürzten auf den Boden.
„Benutzt euer Zauberstäbe und stellt die Gitter auf, schnell!“, rief Charlie ihnen zu, der noch im Nacken des Tieres saß und den Drachen sich langsam um sich selber tanzen ließ.
Ron und Harry taten sofort, was er gesagt hatte. Stellten drei der Zäune auf, die sie magisch miteinander verbanden.
„Harry? Geh hinter den Zaun, ich werfe dir die Uhr zu, und wenn du sie hast, lauf. In der Zeit werd ich von dem Drachen klettern und mit Ron das vierte Gitter aufstellen. Bekommst du das hin?“
„Mit einem Besen wäre ich schneller, aber ich schaffe das schon“, antwortet er ihm.
„Ron?“
„Ich bin bereit, großer Bruder.“

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BeitragThema: Re: The Unbreakable Truth 11 - 21   Di Jan 15, 2008 1:05 am

Dann wartete Charlie bis Harry auf der anderen Seite war und zählte bis drei. Bei drei warf er die Uhr so fest er konnte und während der Drache dieser hinterher sah und ihr dann auch folgen wollte, sprang er von dem schuppigen Rücken und rannte zu Ron, der dann schnell das Gitter hochschweben ließ und Charlie es mit Magie schließlich befestigte.
So schnell, wie Rons Bruder nun arbeitet, konnte Ron gar nicht wirklich mitverfolgen. Hier ein Zauber, hier eine Schutzwand noch ein Zauber …
Es dauerte keine zehn Minuten und der Drache war für alle anderen Augen unsichtbar und sicher in dem Käfig eingesperrt. Charlie hatte ihn mit einer Kette, die auch noch hier herumgelegen hatte, am Boden fixiert und zur Verwunderung aller, legte der sich dann einfach auf den Boden und schlief wieder ein.
„Na hoffentlich pennt der nicht auch ein, wenn wir seine Hilfe brauchen“, sagte Ron skeptisch, aber sichtlich erleichtert, dass sie es geschafft hatten.
„Harry, Ron ihr ward klasse“, lobte er die beiden, als Harry sich zu ihnen gesellte.
„Ach was, ohne dich wäre das gar nicht gegangen, ich hab doch recht Ron?“
„Hast du. Uns hätte der Drache garantiert geröstet und dann genüsslich verspeist. Danke großer Bruder. Ich bin verdammt stolz auf dich.“
„Das aus deinem Mund, Ron? Das bedeutet dann aber wirklich eine ganze Menge.“ Grinsend klopft er Ron auf die Schulter, der dann aber einfach seinen Bruder, der ein klein bisschen kleiner war als er, wenn auch um einiges kräftiger, umarmte und kurz drückte.
„Hey, hey. Jetzt werd nur nicht gleich sentimental. Ich bin immer noch ich, Charlie Weasley.“
Nun knuffte Ron Charlie und alle drei gingen lachend zurück Richtung Schloss.
„Müssen wir dem Drachen nicht auch was zu fressen und zu trinken bringen?“, wollte Harry dann plötzlich wissen, kurz bevor sie den Wald verlassen wollten.
„Hm … sicher. Aber ich hab mir überlegt, dass es da einen Mann gibt, der für diese Aufgabe, wie geschaffen ist.“
„Hagrid“, kam es gleichzeitig aus Harrys und Rons Mund.

Nachdem alle Schüler aus Hogwarts zurückgekehrt und Sisilia ihre Aufgabe als Aufpasserin in Hogwarts ganz gut gemeistert hatte, wartete sie nun nervös auf die drei Drachenjäger. Nur zu deutlich war ihr bewusst, dass die Sache verdammt gefährlich werden konnte. Immer wieder ging sie vor die Eingangstüre von Hogwarts und ließ ihren Blick über die Wiesen und Bäume streifen. Ein paar von den Schülern hatten vorhin in einem Gang erzählt, sie hätten einen schwarzen Drachen beim Wald gesehen, wie er hinter Hogwarts aufgetaucht sei und dann hinter den Bäumen auf dem kleinen Hügel wieder verschwunden wäre. Doch das war jetzt auch schon mind… Ihr Blick ging auf die Uhr.
‚Gut es war erst 30 Minuten her’, aber es kam ihr wie eine Ewigkeit vor. Sie hoffte, dass ihnen nichts passiert war und wieder bekam sie Angst.
In dem Moment, als sie wieder mit leicht zitternden Knien ins Schloss zurückkehren wollte, nahm sie am Waldrand eine Bewegung wahr. Sie musste mehrmals hinsehen, doch dann war sie sich sicher. Es waren Harry, Ron und Charlie, den die beiden in die Mitte genommen hatten, und die sich lachend unterhielten.
Überglücklich, dass es ihnen gut ging, rannte Sisilia los und erreichte die kleine Gruppe atemlos. Fragende Blicke schlugen ihr nun entgegen, doch sie brauchte einen kurzen Moment, bevor sie reden konnte.
„Ist was passiert, Sis?“
„Nein … alles … in … Ordnung“, keuchte sie noch und auch sie strahlte jetzt. „Ich bin so froh, dass es Euch gut geht.“
„Es könnte nicht besser sein.“ Ein breites Grinsen lag auf Rons Gesicht.
„Na, nun lasst euch nicht alles aus der Nase ziehen“, unruhig tappte sie jetzt von einem Bein aufs andere.
„Vorschlag. Ihr Zwei“, Charlie sah zu den beiden Jungs, „ihr geht zu euren Mädels und erzählt ihnen was wir erlebt haben. Und ich werde mit Sisilia zu Hagrid gehen und ihn darum bitten, worüber wir geredet haben.“
Die Zwei waren sofort damit einverstanden und rannten schließlich zum Schloss hoch, während Charlie Sisilias Hand in seinen Arm einhakte und sie auf Hagrids Hütte zuführte. Währenddessen erzählte er ihr alles, was sie erlebt und durchgemacht hatten. Dabei ließ er es sich nicht nehmen, alles noch ein wenig dramatischer zu erzählen, wie es tatsächlich gewesen war.
Und genau das zeigte Wirkung. Er spürte, wie sie sich immer fester an ihn klammerte und als sie vor Hagrids Haus standen, blickte sie eingehend an.
„Dann kann ich wirklich froh sein, dass du dich so gut mit den Drachen auskennst“, sagte sie schließlich leise. Doch als Antwort bekam sie nur ein Nicken und er legte seine Hände an ihr Gesicht. „Ich musste doch da wieder rauskommen. Ich hab doch vor, dir noch weiter den Hof zu machen“, raunte er und seine Augen huschten über ihr leicht verwirrtes Gesicht. Genau diese Verwirrtheit nutzt er dann auch aus und gab ihr einen Kuss, dem sie nicht auswich.
„Charlie Weasley. Du bist …“
„Unmöglich?“ Sein Grinsen schien in dem Moment von einem Ohr zu andern zu gehen, doch bevor Sisilia noch etwas darauf antworten konnte, ging die Türe auf und Hagrid sah sie beide erstaunt an.
„Ah, genau der Mann, den wir brauchen. Können wir mit dir kurz reden? Drinnen?“
„Klar, warum nich. Aber ich bin kein Priester, wenn ihr heiraten wollt, müsst ihr euch nen andern suchen.“
„Schade, ich hätte sofort JA gesagt“, gab er grinsend zurück und betrat nach Hagrids einladender Geste die Hütte, wo sie von Fang schwanzwedelnd begrüßt wurden. Die Tatsache, dass Sisilia ihn noch in die Seite gekniffen hatte, ignorierte er einfach.
Dann erzählte er Hagrid alles von dem Drachen und der brauchte erst mal einen großen Schnapps. Sisilia und Charlie lehnten aber dankend ab, sie kannten Hagrids harte Selbstgebrannte.
Natürlich war der Halbriese sofort bereit, sich um den Drachen zu kümmern. Ihn zu füttern und auch zwei Mal am Tag nach dem Rechten zu sehen.
„Jetzt hat Hogwarts seit über 1000 Jahre einen Drachen, und keiner weiß davon. Ich kann das gar nicht glauben“, wiederholte er nun schon zum zehnten Mal und seine beiden Gäste hatten Mühe nicht zu grinsen, denn die Freude die Hagrid ausstrahlte, war einfach gigantisch, wie der Mann selbst.
„Charlie? Ich denke wir sollten langsam auch wieder zurück, bevor man uns vermisst. In zwei Tagen ist auch Halloween und wir haben noch ein bisschen etwas zu tun.“

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BeitragThema: Re: The Unbreakable Truth 11 - 21   Do Feb 07, 2008 9:00 pm

Kapitel 21. Und dann ging plötzlich alles ganz schnell



Aufgeregt wegen des bevorstehenden Halloweenfestes, rannten die Schüler durch die Gänge des Schlosses, um die letzten Vorbereitungen zu treffen.
Für dieses Jahr hatte McGonagall noch zusätzlich ein Theaterstück eingeführt, ein Lustspiel, welches die Schüler eigens aufführen sollten. Damit wollte die gute Minerva erreichen, dass die Schüler wenigstens für eine kurze Zeit diesen schrecklichen Krieg vergaßen.
Erfolgreich hatte Sisilia es geschafft sich vor irgendwelchen Aufgaben, in und um dieses Stück zu drücken und dann lieber die Zeit mit Severus verbracht.
Vor allem, nachdem Severus immer wieder mal beteuerte, dass irgendwas im Busch sein musste, weil der dunkle Lord sich sehr merkwürdig und geheimnisvoll benahm. ER erzählte kaum noch jemanden was er vor hatte und gab seinen Leuten Aufgaben, die alle irgendwie unwichtig erschienen und irgendwie keinen Sinn ergaben. Solche Dinge, wie unwichtige Leute beobachten oder Botengänge erledigen, wo keiner wusste, was der Inhalt der Pakete war. Der Lord selber war oft weg und kam jedes Mal aufs Neue schlecht gelaunt wieder und genau diese schlechte Laune, ließ er an seinen eigenen Leuten aus.
So war es nicht verwunderlich, dass Sisilia über jeden Tag froh war, an dem Severus bei ihr im Schloss sein konnte. Und das nutze sie auch leidlich aus. Nein! Sie beide nutzen es aus, sehr zum Verdruss von Charlie, der schon anfing sich zu beschweren, dass er sie gar nicht mehr zu Gesicht bekommen würde. So erklärte sie diesem einfach, dass sie sich nicht wohlfühlen würde, einen Virus eingefangen hätte, so dass sie sich im Bett mit einer Wärmflasche ausruhen müsste.

Diese Aussage, während Severus hinter ihr im Raum war, brachte ihr anschließend ein, dass der ehemalige Tränkemeister sie heftig durchkitzelte für die Bezeichnung „Wärmflasche“.

*****


Dann kam die Halloweenfeier, vor der auch Sisilia sich nicht drücken konnte. Doch noch, bevor sie sich fertig angezogen hatte für das Essen, wurde Severus von „IHM“ gerufen und sein Gesichtsausdruck zeigte ihr größte Sorge.
„Sil. Würdest du etwas für mich aufbewahren?“, bat er sie, nachdem er sich seine Schuhe und seinen Umhang angezogen hatte.
„Natürlich“, gab sie zurück und nahm das kleine schwarze Büchlein entgegen, das er ihr überreichte.
„Bitte verstecke es sehr gut. Sollte ich nicht zurückkommen …“
Sisilia wollte ihn unterbrechen, denn davon wollte sie nun gar nichts hören, doch er legte zwei seiner Finger auf ihre Lippen und stoppte sie.
„Bitte höre mich einfach an. Es muss ja nicht zwangsläufig so sein. Also sollte ich nicht zurückkommen, dann soll es dir gehören. Du kannst es lesen und dann damit tun, was du für richtig hältst.“
„Ich werde es für dich aufheben, aber nur, um es dir später wiederzugeben.“
Ihre Worte waren so bestimmt, dass Severus darauf nichts erwiderte, sondern sie nur in seine Arme zog und sie zum Abschied noch einmal innig küsste. Nachhaltig sah er sie noch einen Moment schweigend an, so als wollte er sich ihre Gesichtszüge ganz genau einprägen, schenkte ihr schließlich ein sanftes Lächeln und drückte nochmals ihre Hand, die er noch einen Augenblick festhielt. Dann zog er eine kleine Phiole aus dem Umhang und trankt sie leer. Kurz darauf verwandelte er sich in einen Kater, den Sisilia dann schweren Herzens ziehen ließ. Einen Augenblick lang hingen ihre Augen noch auf dem kleinen schwarzen Tier, bis es um die Ecke bog, wohl einen Weg wählend, wo er nicht zu vielen Schülern begegnen würde, und dann schließlich aus ihrem Blick verschwunden war.
Sisilia war so in Gedanken, dass sie Charlie nicht bemerkt hatte, der sich neben sie gestellt hatte und ihrem Blick in den Gang hinein folgte.
„Suchst du etwas oder wartest du auf jemanden?“ Sie zuckte heftig zusammen und wand erschrocken ihren Kopf in seine Richtung.
„Bei Merlins Bart. Charlie, hast du mich erschreckt“, gab sie zu, doch schnell huschte ein freundliches Lächeln auf ihre Lippen.
„Ich hab nur den Kater rausgelassen, der an der Türe gekratzt hatte.“
„Und ich hatte schon befürchtet, du siehst so traurig aus, weil dich jemand versetzt hat.“
Zwar lächelte Charlie bei seiner Antwort, aber dennoch erkannte Sisilia etwas Lauerndes darin, so als wollte er sie testen. Oder hatte er irgendwas mitbekommen? Hoffte er vielleicht, sie so zum Reden zu verlocken?
„Mich hat niemand versetzt, Süßer. Ich hab nur keine Lust auf das Fest da unten. Und dabei fällt mir ein. Ich sollte meine Haare fertig machen.“
„Darf ich auf dich warten?“
Kurz zögerte Sisilia, denn aus dem ersten Instinkt heraus, wollte sie ihn wegschicken, aber schließlich nickte sie doch. Er würde sie etwas ablenken können, so dass sie nicht mehr an Severus und die Gefahr in der er war, denken musste.
Was der Lord wohl von ihm wollte? Hoffentlich gab Severus auf sich acht und hoffentlich rief dieses Monster ihn nicht nur zu sich, um seine Wut an ihm auszulassen. Schnell schob sie diese trüben Gedanken beiseite und schmunzelte leicht, als sie an die Worte von Sev denken musste, die er immer zu ihr sagte, wenn sie traurig war.
‚Lass uns nicht trauern über das, was wir verlieren könnten, lass uns genießen, was wir haben dürfen’.
Der Klang seiner Stimme schien noch in ihrem Kopf widerzuhallen und als sie Charlies Blick auf sich bemerkte, gab sie die Türe frei, in dem sie in ihr Zimmer ging und vor den Spiegel trat. Der junge Weasley folgte ihr, schloss die Türe hinter sich und sah ihr zu, wie sie ihre Haare hochsteckte und ein paar einzelne Strähnen seitlich frech festklemmte.
„Wunderschön.“
Seine Stimme ließ sie erschaudern. Es war nicht zu überhören, dass er das, was er sagte, auch wirklich so meinte. Es war nicht zu leugnen, dass seine Worte voller Liebe und Zuneigung zu ihr waren und sie schämte sich jetzt dafür, dass sie ihn immer wieder angelogen hatte. Sie würde ihm alles beichten müssen. Irgendwie und zwar bald. Sie mochte ihn zu sehr, um ihn noch mehr zu verletzten. Auch wenn sie wusste, dass er sie vielleicht dann verachten oder gar hassen würde. Doch das was sie im Moment tat, war einfach nicht fair.
Sisilia war erneut so tief in ihren Gedanken versunken gewesen, dass sie nicht mitbekommen hatte, wie Charlie sich leise hinter sie gestellt hatte. Erst als er seine Hände auf ihre Oberarme legte, zuckte sie leicht erschrocken zusammen.
„Dir geht es wirklich gut? Du bist die ganze Zeit so abwesend?“
„Mir geht es wirklich gut. Sehr gut, bitte glaube mir“, ihre Augen blickten über den Spiegel in seine und wieder musste sie feststellen, wie schön sie waren. Sanft legte er seine Arme um sie und drückte sie vorsichtig an seine kräftige Brust.
Wieso schmolz sie schon wieder in Charlies Armen dahin, wo sie doch Severus liebte. Wie war das möglich, dass man sich zu zwei Männern gleichzeitig hingezogen fühlte.
Sie fühlte seinen warmen, muskulösen Körper und erschauderte. Ihre Augen schlossen sich für einen Moment von ganz alleine und sie bewegte sich auch nicht, als sie seine Lippen auf ihrem Nacken spürte, der einen angenehmen Feuerstoß, durch ihren Körper schickte.
„Nicht Charlie, bitte. Wir … müssen runter. Man wird uns bestimmt schon vermissen.“ Nur halbherzig drückte sie ihn von sich weg, doch er gab nach und löste sich von ihr.
„Schon gut, Sis. Aber schlage mir die Bitte, heute Abend neben mir zu sitzen, nicht aus, ja?“, fragte er und sein Blick war so hoffnungsvoll, so … flehend und irgendwie unschuldig, dass sie lächelte und als Antwort nickte.
So verließen sie ihr Zimmer und als sie die Große Halle erreichten, war diese schon sehr gut gefüllt und beinahe alle Plätze besetzt.
Professor McGonagall hatte für den heutigen Abend runde Tische aufstellen lassen, an die immer acht Personen passten und Charlie ging auf einen der Tische zu, der nahe an der aufgebauten Bühne stand, und wo er wohl schon zwei Plätze für sich und Sisilia reserviert hatte.
Galland schob er Sisilia ihren Stuhl zurecht. Sie nickte Professor McGonagall, Professor Trelawney und Professor Slughorn, die auch an ihrem Tisch saßen, freundlich zu.
„Ich bin wahrhaftig gespannt, was die Schüler für uns Nettes vorbereitet haben.“ Professor Slughorn zwirbelte an seinem Bart und tätschelte kurz Sisilias Hand. „Ich hab Sie übrigens vorgestern auf meiner Party vermisst, Sisilia.“
„Tut mir leid, Professor Slughorn …“
„Horace, Sie wollten mich Horace nennen“, unterbrach er sie und klopfte noch einmal auf ihre Hand, die sie anschließend dann wegzog.
„Gut Horace. Wie gesagt es tut mir leid, aber ich habe mich nicht wohl gefühlt. Ich musste Bettruhe halten.“
„Das stimmt, hatte ich dir aber gesagt, Horace. Ich wollte sie ja abholen, doch sie meinte sie müsse sich ihr Bett mit einer Wärmflasche teilen“, erinnerte Charlie ihn.
„Armes Mädchen. Ich hoffe es geht Ihnen jetzt wieder gut?“, wollte der dicke Zaubertränkelehrer wissen und seine kleinen neugierigen Augen zeigten, dass es ehrliche Sorge und keine gespielte oder höfliche Floskel war.
„Danke, mir geht es wieder gut. Die Wärmflasche …“, sie warf Charlie kurz einen Blick zu, „und das Bett haben mir gut getan.“
„Ja, Schlaf ist immer noch die beste Medizin“, Slughorn hatte den Blick aber auch gesehen und jetzt erst wurde Sil bewusst, dass dieser das Ganze vielleicht falsch deuten könnte.
Aber zum Glück kamen in dem Augenblick zwei Schüler, die Professor McGonagall noch etwas zum Ablauf des heutigen Abends fragten.
„Ja, ich würde sagen, direkt nach dem Essen fangen wir an. Ich werde das Theaterstück dann ankündigen. Professor Flitwick übernimmt dann die Musik und die Regie.“

Das Essen verlief ohne irgendwelche Besonderheiten. Die Schüler, die in dem Stück mitspielten, waren aufgeregt und manche brachten kaum etwas vom Essen runter. Andere genossen einfach den Abend, betrachteten die vielen ausgehöhlten Kürbisse, die unter der Decke schwebten und in denen Lichter brannten. Man konnte sehen, dass der Nachthimmel klar war und die Sterne funkelten zwischen den Kürbissen hindurch.
„Schade, dass Sie nicht mitmachen, beim Theaterstück.“ Slughorn grinste, als er das sagte, und schob seinen leeren Nachtischteller beiseite.
„Ich kann nicht gut schauspielern. Ich denke die Schüler werden das wunderbar machen und uns einen unterhaltsamen Abend bieten.“
„Diese Frau ist stur wie ein Felsen, was?“, scherzte Slughorn in Charlies Richtung.
„Oh, ja ist sie. Ich versuch sie schon seit Monaten rum zu bekommen, aber ich beiße auf Granit.“
„Charlie Weasley!“, fuhr sie ihn kurz aber heftig an, sodass er leicht in Deckung ging.
„Na was denn? Ich sage doch nur, wie es ist. Eigentlich könnte ich einen Korbversandhandel aufmachen, mit den vielen Körben, die du mir schon gegeben hast. Aber ich werde nicht aufgeben. Wenn sich ein Weasley was in den Kopf gesetzt hat, bekommt er es auch.“
„Ach, glaubst du das wirklich? Vielleicht wird es dann das erste Mal sein, dass sich ein Weasley die Zähne ausbeißt.“ Sisilia streckte ihm neckend die Zunge heraus, doch Charlie flirtete nur noch heftiger mit ihr, sodass sie schließlich die Augen verdrehte und ihn sanft knuffte.
In dem Moment erhob sich Professor McGonagall, schlug mit einem Löffel gegen ein Glas und wartete, bis es ruhig geworden war.
„Liebe Schüler, Schülerinnen, Kollegen und Kolleginnen. Dieses Jahr zum ersten Mal wird es zu Halloween ein Theaterstück in Hogwarts geben. Welches von den Schülern selber inszeniert und aufgeführt wird, unter der freundlichen Leitung von Professor Flitwick. Ich denke, wenn wir euren Mitschülern noch 15 Minuten Zeit geben sich umzukleiden, können wir damit beginnen. Ich bin sicher, wir alle dürfen gespannt sein, was sie sich für uns ausgedacht haben.“
Auch Professor Flitwick entschuldigte sich jetzt und verschwand mit den Mitwirkenden hinter der aufgestellten Bühne.
„Schade, dass sie nicht Romeo und Julia spielen“, flüsterte Charlie schmunzelnd und schob seinen Stuhl etwas anders hin, so dass er zum einen zur Bühne sehen konnte und zum andern neben Sisilia saß, um deren Stuhllehne er seinen Arm legte.
Zwar warf ihm Sisilia einen kurzen warnenden Blick zu, doch da er brav blieb, ließ sie ihn einfach gewähren.
Dann kündigte Flitwick an, dass sie soweit waren und das Theaterstück nun beginnen konnte. Alle wandten ihre Köpfe nach vorne, gespannt darauf, was sie nun geboten bekommen würden. Nur Sisilias Augen blieben einen Moment auf Charlie hängen. Er hatte sehr markante Gesichtszüge, was überaus männlich wirkte.
Einen Moment lang schloss sie die Augen, sich selber tadelnd. Da draußen irgendwo war Severus, und sie wusste nicht wo er war und wie es ihm ging, und sie hatte solche Gedanken.
Das Stück fing sehr lustig an. Ein paar Teenager, die auf Weltreise waren und glauben sie wären in Mexiko und keiner von ihnen kam darauf, dass sie nicht Südamerika angekommen waren, sondern in Venedig. Es war ein Stück mit vielen Irrungen und Wirrungen, wobei sich auch zwei Liebespaare fanden.
„Mit ist egal, wo wir gelandet sind und wenn es der Mond währe, solange wir zusammenbleiben“, zitierte einer der verliebten Jungs. Dann neigte er sich nach vorn, um dem Mädchen einen Kuss zu geben.
Ohne es zu merken, hatte sich Sisilia an Charlie gelehnt und fieberte richtig mit. Bis jetzt hatte sich das Mädchen immer geziert. Würde sie sich jetzt küssen lassen? Die ganze Große Halle schien in den Moment die Luft anzuhalten.
Doch noch bevor seine Lippen, die des Mädchens berührten, erschallte eine sehr laute Stimme durch das ganze Schloss.
„HARRY POTTER!“
Jeder, aber auch wirklich jeder zuckte heftig zusammen und alle Köpfe ruckten herum, um nach der Quelle zu suchen. Als man die nicht fand, gingen die Blicke zu Harry, der aufgestanden war und sehr blass zu Ron und Hermine blickte.
„Ich hoffe, ich störe nicht bei der Halloweenfeier!“, es erklang ein hohes höhnisches Lachen und Professor McGonagall legte geschockt die Hand auf ihren Mund. Sie hatte wohl als einige der Wenigen sofort erkannt, wer da mit magisch verstärkter Stimme sprach.
„Wenn die Lehrer nicht wollen, dass wir die Schule angreifen, dann sollten sie mir Harry Potter ausliefern. Ich gebe euch 30 Minuten Zeit, dann soll Potter zum Verbotenen Wald kommen. Ist er nicht da, dann machen wir das Schloss dem Erdboden gleich und mit ihm alle, die darin sind.“
Als Beweis hörten sie lautes Geschrei und Gebrüll. Doch als die Schüler zur Türe rennen wollten, erschallte die verstärkte Stimme von Professor McGonagall. „Jeder bleibt auf seinem Platz sitzen. Wir werden nachsehen, was da lost ist.

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Mit Zauberei hat das Geschichtenschreiben eben auch zu tun! Cornelia Funke (Tintenherz)

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BeitragThema: Re: The Unbreakable Truth 11 - 21   Do Feb 07, 2008 9:11 pm

Charlie war einer der Ersten, die aufgesprungen waren und nun gingen er und ein paar weitere Lehrer in die Eingangshalle. Charlie öffnete die Türe ein Stück, um hinauszusehen. Zuerst wollte Sisilia bei den Schülern bleiben, als sie aber sah, dass genug von den Lehrern bei ihnen zurückblieben, und versuchten die Schüler zu beruhigen, genauso wie die Vertrauensschüler das taten, folgte sie den andern und stelle sich hinter Charlie, um über seine Schulter nach draußen zu blicken. Schnell presste sie ihre Hand auf den Mund, als ihr ein entsetztes Keuchen entkam. Was sie da sah, verschlug ihr den Atem. Unten am Waldrand stand eine ganze Armee. Bestehend aus dunklen Gestalten mit Kapuzen und Masken, eindeutig Todesser. Und ganz vorn vor den ganzen Gestalten stand eine Person, die nicht zu verkennen war. Nicht besonders groß, er trug ein dunkles Gewand, das sich im Wind immer wieder aufbauschte. Die ausgemergelte Gestalt stand aufgerichtet da und als er erkannte, dass man ihn vom Schloss aus beobachtete, lachte er los. So laut, dass es über das Gelände bis in die engsten Nischen des Schlosses vordrang. Sisilia lief ein Schauer über den Rücken. Ihre Augen huschten über die anderen Gestalten hinter ihm. Ob Severus unter ihnen war? Ihr Magen verkrampfte sich und sie merkte, wie ihr übel wurde. Sie bekam schreckliche Angst und klammerte sich an Charlies Arm. Dann wanderte ihr Blick zu den anderen Figuren, es waren finstere, nicht maskierte Männer und vielleicht auch die ein oder andere Frau darunter. Verbrecher und aus der Gesellschaft Ausgestoßene. Glaubten sie wirklich „ER“ würde ihnen ein besseres Leben verschaffen können?
Was ihr dann aber einen besonderen Schrecken einbrachte, war die kleine Horde von Riesen, deren Köpfe hinter den Todessern, immer wieder mal aus dem Wald auftauchten und welche aus Langeweile versuchten, die Bäume aus dem Boden zu reißen, oder ihnen zumindest die Äste abzubrechen, die sie schließlich über ihren Köpfen schwangen.
„Verdammt“, fluchte Charlie und murmelte noch etwas von Werwölfen und genau in dem Moment konnten alle das Heulen von mind. drei oder vier von ihnen hören. Sofort ging Sisilias Blick in den Himmel und sie sah, wie der Vollmond am Himmel stand und das ganze Gelände um Hogwarts in ein silbernes Licht tauchte.
„Das sieht nicht gut aus.“ Charlie war sehr angespannt und schloss dann einfach die Türe wieder.
Plötzlich tauchte Harry bei ihnen auf und starrte aus der Türe.
„Ich ... werde mich ihm stellen“, sagte er tonlos und war blass bis unter die Haarspitzen.
„Das kommt nicht in Frage, Harry. Auf keinen Fall.“ Charlies Stimme war hart und er hatte nicht vor Harry Potter da einfach raus zu lassen.
„Charlie hat recht. Es gibt da immer noch das eine ...“ Sie sprach es nicht aus, denn die andern rundherum hatten ja keine Ahnung von den Horkruxen.
„Aber er wird sie bei sich haben. Vielleicht habe ja sogar ich die Chance beide gleichzeitig zu vernichten.“
„Du bist verrückt! Hast du gesehen, was für eine Armee er mitgebracht hat?“
Nun sah Harry in die Gesichter der Lehrer, die um ihn herumstanden.
„Er will mich. Mich alleine. Es mussten schon genug Leute wegen mir sterben. Ich werde nicht zulassen, dass es noch mehr Tote gibt. Ich werde rausgehen und mich ihm stellen, jetzt gleich.“
„Nein, warte Harry. Ich habe den Orden informiert und sie werden bald hier sein. Und wenn du wirklich da raus gehen willst, dann werden wir dich begleiten.“ Diesmal hatte Professor McGonagall gesprochen und ihr Gesichtsausdruck war sehr, sehr ernst. Ihre Lippen waren so schmal, als sie zusammen gepresst hatte, dass sie fast nicht mehr zu sehen war.
„Und was dann? Was, wenn ihn das wütend macht und seine Leute uns angreifen? Es wird Tote und Verletzte geben. Das will ich nicht.“
„Ich denke, wer sich dieser Gefahr aussetzen will oder nicht, musst du schon uns überlassen. Harry wir brauchen auch etwas Zeit, um die Schüler in Sicherheit zu bringen, nur für den Fall dass ... dass „Du weißt schon wer“, doch noch das Schloss angreifen will.“
Nach kurzem Überlegen nickte Harry dann.
„Gut, dann werde ich warten, aber nur, weil ich die andern in Sicherheit wissen will.“
Charlie verschloss die Schlosstüre wieder sorgfältig, während McGonagall zurück in die Große Halle ging und die Schüler informierte.
Harrys Hände zitterten kaum merklich und als er das merkte, steckte er sie in die Hosentasche. Kurz darauf tauchten Ron, Hermine, Ginny, Neville und auch Luna neben Harry auf.
„Wir werden bei dir bleiben“, sagte Ron und legte seine Hand auf Harrys Schulter. Die andern nickten und stimmten dem, was Ron gesagt hatte, zu. „Wir lassen dich nicht im Stich.“
„Kapiert ihr denn nicht. Er will nur mich. Das ist etwas, was ich alleine mit Voldemort regeln muss!“
Jetzt war es Ginny, die den Arm um Harry legte. „Doch, das wissen wir alle. Doch keiner von uns wird dich im Stich lassen. Wir weichen nicht von deiner Seite.“
„Nein Ginny, ihr müsst hier bleiben. Er wird euch als Druckmittel benutzen oder sonst was mit euch anstellen. Ihr helft mir am meisten, wenn ihr hier bleibt.“
Sisilia beobachtete das alles, doch wurde ihr sofort klar, dass sich Harrys Freunde nie und nimmer hier verstecken würden. Auch Charlie war entschlossen, sich nicht im Schloss zu verschanzen.
„Hört zu. Ich werde mir den Drachen schnappen und wenn ihr mir ein Zeichen gebt, komme ich vor das Schloss mit ihm.“
Harry sah Charlie mit großen Augen an und wollte zuerst protestieren, doch Charlies Blick war so entschlossen, dass er nichts darauf erwiderte.
Im Hintergrund sahen sie, wie die Schüler in den Kerker gebracht wurden, von wo aus, sie durch einen Geheimgang, der nur der Schulleitung und dem Hausmeister bekannt war, aus dem Schloss, in die Berge, in Sicherheit gebracht wurden.
Schließlich nickte Harry. „Dann bleibt wenigstens hinter mir. In einem gewissen Abstand.“
Zuerst wollten Ron und Hermine protestieren, doch Sisilia legte beiden die Hände auf die Schulter.
„Wir bleiben zurück, wie du es möchtest, Harry.“
„Danke“, Harry versuchte seine Stimme kräftig klingen zu lassen, doch jeder hörte die Angst in ihr und keiner konnte es ihm verdenken oder würde mit ihm tauschen wollen.
In dem Moment erschienen die Ordensmitglieder auf der Treppe.
Remus und Kingsley führten die kleine Gruppe an, denen Professor McGonagall sogleich entgegen ging und ihnen Bericht erstattete, während Remus gleich noch mal mit Harry sprach und ihm auch nochmals erklärte, dass sie ihn nicht alleine da rausgehen lassen würden.
Der junge Potter sagte daraufhin nichts, doch man sah, dass es in seinem Kopf heftig arbeitete.
„Sis, ich werde jetzt zu dem Drachen gehen. Bitte schicke mir eine Nachricht, wenn ihr das Schloss verlasst. Ich brauche nur wenige Minuten, um dann bei euch zu sein.“
„Ist gut. Charlie? Bitte gib auf dich acht“, sagte sie leise. Dieser nickte, packte Sisilia einfach, schlang seine Arme um sie und gab ihr einen Kuss. Es war so überraschend, dass sie sich nicht wehrte, aber wahrscheinlich hätte sie sich auch nicht gewehrt, wenn sie es vorher gewusst oder erahnt hätte.
„Viel Glück“, flüsterte sie noch leise, als er sie wieder losließ.
„Du wirst mir Glück bringen“, gab er ebenso zurück, dann verließ er, ihr noch mal zuzwinkernd, das Schloss.
Nun merkte sie, dass sie sehr angespannt war. Charlie war unterwegs zu diesem Drachen, Harry starrte nachdenklich ins Leere, während seine Freunde heftig diskutierten und ihre Gedanken wanderten zu Severus.
War er mit da draußen? Wartete er neben Voldemort darauf, dass Harry herauskam? Würde er mit den andern das Schloss stürmen, wenn der Dunkle Lord es befehlen würde?
Sie spürte einen heftigen Schmerz in der Brust. Sie würde das nicht können. Spätestens dann würde sie zusammenbrechen und diesem Monster nicht mehr vorspielen können, auf seiner Seite zu sein. Sie wollte mit Severus nicht tauschen müssen. Es war erstaunlich, wie er das überhaupt die ganze Zeit ertragen konnte.
Sisilia wurde aus ihren Gedanken gerissen, als Remus eine Hand auf ihre Schulter legte und sie ansprach.
„Gehst du mit den Schülern oder bleibst du hier?“, wollte er von ihr wissen.
„Ich bleibe!“
„Gut. Sobald alle weg sind, die hier nichts zu suchen haben, gehen wir raus. Hagrid versucht seinen Bruder herzubringen. Zwar weiß ich nicht, ob die beiden überhaupt eine Chance haben, im Fall des Falles die Riesen irgendwie aufzuhalten, aber wir brauchen jeden Mann, den wir bekommen können. Und wenn Charlie den Drachen wirklich lenken kann, dann haben wir schon mal eine gute Waffe.“
„Ich hoffe, dass sie das beeindrucken wird“, sagte Sisilia leise und hatte dennoch verdammt große Angst, egal wie sie es drehte oder wendete.
Nach einigen Minuten trat Professor McGonagall zu ihnen und verkündete, dass die Schüler alle das Schloss verlassen hatten und von Professor Sprout und Professor Flitwick in die Berge geführt wurden.
Erschrocken fuhr Sisilia herum, als noch mehr Leute die Stufen nach unten kamen. Es waren Auroren, die ebenfalls informiert worden waren und den Kamin im Schulleiterbüro benutzt hatten, um ins Schloss zu gelangen.
Dennoch war es fast lächerlich, diese Handvoll Menschen, gegen die gewaltige Armee, die dort draußen auf sie wartete.
Kingsley informierte seine Leute, darunter war auch Tonks, die sehr nervös wirkte, und als Remus sie am Arm packte und etwas zur Seite zog, begannen sie heftig zu diskutieren. Sisilia wollte nicht lauschen, doch sie bekam mit, dass es Remus nicht gefiel, dass sie hier war, und deutete mehrmals auch auf ihren Bauch. Sie war doch nicht etwa … Da fiel ihr der Spruch von Sirius ein.
‚Sag Remus, er soll seinem Sohn einen anständigen Namen aussuchen, weil dieser ja sein Leben lang damit rumlaufen muss.’
Tonks war schwanger und deshalb regte sich Remus auch so auf, dass sie hier war. Ja, das musste es sein. Doch Tonks ließ sich nicht überreden, sie bestand darauf, hier zu bleiben. Sie war Auror und sie würde hier ihre Arbeit tun, wie alle andern auch, verkündete sie lautstark. Remus blieb nichts anderes übrig, als es zu akzeptieren, verdonnerte sie aber dazu, hinten zu bleiben und auf keinen Fall in der ersten Reihe zu stehen. Schnaubend stimmte sie schließlich zu und Remus kam zu ihnen zurück.
„Wo ist Harry?“, fragte er sich umsehend.
Auch Sisilia sah sich um, denn Harry hatte doch gerade noch neben ihr gestanden.
Noch bevor sie etwas sagen konnte, fluchte Remus auf und war sofort neben Kingsley und berichtete ihm von Harrys Verschwinden. Dass dieser sehr wütend auffluchte, bekam Sisilia nicht mehr wirklich mit, denn sie war, vermutend, dass Harry sich alleine Voldemort stellen wollte, zur Türe gelaufen, war hinausgeschlüpft und rannte die Stufen nach unten. Noch im Rennen verwandelte sie sich in eine Eule, flog hoch und suchte die Gegend ab. Sie brauchte nicht lange, bis sie Harry ausmachte, der mit zielsicherem Schritt den Verbotenen Wald ansteuerte, wo noch immer die Todesser warteten, wobei sie in kleinen Gruppen zusammenstanden und leise miteinander flüsterten.
„Da kommt jemand“, verkündete schließlich eine dunkle Reibeisenstimme und alle drehten sich um, Harry entgegenstarrend.
Eine große Gestalt löste sich aus der Gruppe, seine Maske schimmerte silbergrau und seine Kapuze hing tief in sein Gesicht, als er sich links neben den Dunklen Lord aufbaute.
„Er ist tatsächlich gekommen. Wer hätte das gedacht“, erklärte er mit melodiöser, fast sarkastischer, aalglatter Stimme und zog schließlich die Maske und die Kapuze vom Kopf.
Lucius Malfoy!
Er war blass, hatte leicht eingefallene Wangen und seine Haar, dessen Farbe stumpf wirkte, hing nicht so gepflegt, wie man es sonst von ihm kannte, an seinem Kopf herunter. Askaban schien ihm nicht wirklich bekommen zu sein.
„Genauso wie Severus es vorher gesagt hat.“ Auch diese Stimme löste in Sisilia eine Gänsehaut aus. Sie klang hoch und eiskalt. Berechnend war nicht nur ihr Ton, sondern auch der Blick der Person, welche die Worte ausgesprochen hatte. Und diese winkte mit einer knappen Handbewegung einen weiteren Mann, zu sich heran.
Auch dieser war groß, doch viel hagerer, als Lucius. Fast hätte Sisilia laut aufgeschrieen, als dieser sich neben Voldemort stellend, ebenfalls die Maske vom Gesicht zog und sie in das ihr so vertraute Gesicht von Severus blickte.
„Ich habe doch von Anfang an gesagt, dass er alles tun würde, um seine Freunde zu schützen“, erklärte er selbstzufrieden und warf Lucius einen ‚hab ich’s dir nicht gesagt’ Blick zu.
„Ja, er ist nicht anders, als alle die andern gefühlskranken Narren“, antwortete der Lord und lachte auf, wobei sein hohes Lachen im Wald widerzuhallen schien und dort auch ein paar Vögel von den Bäumen aufjagte und davon fliegen ließ.
„Hier bin ich. Es wird Zeit, dass wir das ein für alle Mal klären, Voldemort“, verkündete Harry mit fester, ruhiger Stimme und baute sich drei Meter vor den drei Männern auf. Er warf allen einen bösen, drohenden Blick zu, doch an Severus Augen, blieb er am längsten hängen.
Sisilia war es, als würde Harry ihm ein stummes Versprechen geben. Das Versprechen mit ihm wegen Dumbledores Tod abzurechnen, nachdem er Voldemort in die Hölle geschickt hatte.
Severus entgegnete dem Blick mit undurchdringlicher Miene. Seine Augen wirkten in dem Moment so gefühllos und kalt, dass sogar Sisilia für einen Moment nicht mehr sicher war, ob sie sich nicht in ihm getäuscht hatte. Doch dann schüttelte sie heftig den Kopf. Nein! Sie war sich sicher, dass Severus auf ihrer und Harrys Seite stand. Sie vertraute ihm, denn sie liebte ihn. Wieder mischte sich Angst in ihre Gefühle und sie konnte kaum mehr sagen, wovor die Angst am größten war.
In dem Moment wurde sie durch ein Geräusch aus ihren Gedanken gerissen. Es kam vom Schloss oben her. Sie wendete den gefiederten Kopf und blickte durch das Laub, von dem Baum aus, auf dem sie saß, und sah die kleine entschlossene Gruppe auf sich zukommen, die bereit war, sich Voldemort und seinen Anhängern zu stellen.
Doch auch aus dem Verbotenen Wald kamen nun Geräusche. Immer mehr Gestalten traten auf die kleine Lichtung vor den Bäumen und scharten sich hinter den Todessern zu Gruppen zusammen. Viele verwahrloste Männer und auch einige Frauen zählte Sisilia und zuckte erneut heftig zusammen, als ein Geräusch, wie berstendes Holz an ihre Ohren gelangte.
Auch die Riesen traten aus dem Wald heraus, so als hätte sie jemand im selben Moment gerufen.
„Nun, Harry Potter? Bereit zu sterben?“, fragte die hohe Stimme in die ansonsten spannungsgeladene Stille hinein. Der Mann in dem dunklen Gewand, eingerahmt von Lucius und Severus, blickte Harry, mit seinen roten Augen und seiner schlangenartigen Nase siegessicher an. Er schien überhaupt keine Angst zu haben, dass nicht Harry, sondern er der Unterlegene in diesen Kampf sein könnte.
„Ich bin bereit. Doch werde ich dich mitnehmen“, gab Harry zischend zurück und blickte auf die Schlange, die nun zwischen Voldemorts Füßen und denen der andern beiden Männer umher kroch, Harry nicht aus den Augen lassen, in der Hoffnung, dass dieser ihre nächste Mahlzeit sein würde. Nur schwach funkelten ab und an die Edelsteine an Naginis Schwanzspitze auf, die diese Schlange so unverkennbar und zu etwas ganz Besonderen machten.
Doch noch etwas machte diese Schlange zu etwas Besonderem.

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