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 Die Geister, die ich !nicht! rief ( Die Weihnachtsgeschichte/Voldemort)

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Sisilia
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BeitragThema: Die Geister, die ich !nicht! rief ( Die Weihnachtsgeschichte/Voldemort)   Do Jan 24, 2008 1:59 am

Die Geister, die ich !nicht! rief






Vergangenheit:

Finstere Schatten wanden sich fast schmeichelnd um das alte heruntergekommene Gebäude, als die Nacht angebrochen war, auch wenn seit einigen Stunden dichte Schneeflocken um das Riddle-Haus trieben, die sich auf den bereits hart gefrorenen Boden legten und langsam einen weißen Teppich bildeten.
Es war der 22.12. und Lord Voldemort saß zusammengesunken in einem Sessel und war eingeschlafen. Sein Kinn lag auf seiner Brust und eine Hand hatte er auf der Lehne liegen, während die andere in seinem Schoß ruhte. Nagini, seine Schlange, lag zu seinen Füßen auf einem kleinen Teppich vor dem Kamin und döste ebenfalls ruhig vor sich hin.
Doch mit einem Mal schreckte er hoch, als er eine eiskalte Hand auf seiner Schulter spürte. Er öffnete die Augen und sein Blick fiel auf lange schmale Finger, die sich fest in seine Schulter drückten und die seiner Meinung nach einem alten Mann gehören mussten. Langsam hob er seinen Kopf an und folgte der Hand nach oben, bis er in ein ihm wohl bekanntes Gesicht blickte.
„Albus Dumbledore!“, keuchte er leise auf und sprang sofort aus seinem Sessel. Seine Augen verengten sich zusehends. Ganz plötzlich hatte er seinen Zauberstab in der Hand und richtete diesen auf die Erscheinung neben ihm.
„In der Tat, Tom, das bin ich“, antwortete ihm derselbige freundlich, aber doch bestimmt, wobei dessen Stimme klang, als würde sie nicht von dieser Welt kommen. Ein leiser Widerhall war zu hören, und doch verstand er jedes Wort überdeutlich.
„Severus Snape hat mir gesagt, er hätte dich getötet. Alle haben sie es bestätigt, du bist tot“, zischte er jetzt und kniff seine roten, schlangenartigen Augen noch mehr zusammen.
Kurz ließ er seinen Blick durch den Raum schweifen, um nachzusehen, ob sonst noch jemand hier war. Doch sie waren alleine, nicht einmal seine Schlange schien Dumbledore zu registrieren, sie lag immer noch auf dem kleinen Teppich und schlief tief und fest.
„Du hast Recht, Tom. Sie alle haben Recht, ich bin wirklich tot. Aber wie ich dir schon vor Jahren gesagt habe, es gibt Schlimmeres als den Tod, Tom“, sagte er und lächelte Voldemort, der total aufgebracht vor Zorn auf Dumbledore starrte in seiner üblichen Weise über seine Halbmondbrille hinweg an.
„Wenn die andern es nicht geschafft haben dich zu vernichten, dann muss ich es wohl für sie erledigen!“, fauchte Voldemort vor Wut und packte unwillkürlich seinen Zauberstab fester.
„Du kannst ihn zurück stecken, Tom. Er wird nicht funktionieren“, erklärte Albus Dumbledore ruhig und deutete auf dessen Zauberstab. Dann ging er einen Schritt nach hinten, hob die Arme auseinander, um dem verwirrten Dunklen Lord zu zeigen, dass er keine Furcht vor ihm hatte.
Doch dieser scherte sich nicht darum, was ihm der ehemalige Schulleiter von Hogwarts sagte, riss hasserfüllt seinen Zauberstab hoch und richtete ihn mit wutverzerrtem Gesicht auf dessen Brust.
„Avada Kedavra!“, rief er eiskalt und seine hohe Stimme schien sich bei seinen Worten zu überschlagen, während seine reptilienartigen Augen rot und vernichtend aufglühten.
Doch es passierte nichts.
Kein grüner Lichtstrahl löste sich aus der Spitze des Zauberstabes, wie es hätte sein sollen.
„Tom, Tom, Tom. Einmal nur, einmal nur würde ich gerne sehen, dass du auf mich hören würdest“, bei diesen Worten schüttelte der ehemalige Schulleiter den Kopf und blickte Voldemort enttäuscht an.
Doch dieser gab nicht so leicht auf, und versuchte es erneut, doch… es passierte wieder nichts, der Zauberstab schien nicht zu funktionieren.
„Warum siehst du nicht endlich ein, dass es keinen Zweck hat, Tom?“, fragte der alte weißhaarige Mann ihm gegenüber jetzt, verschränkte seine Arme vor der Brust und sein Blick wurde langsam ungeduldig.
„Aber wer bist du? Was bist du, bist du ein Geist?“, fragte Voldemort, hielt seinen Zauberstab noch immer fest in seiner Hand, so dass seine Knöchel weiß hervortraten und musterte ihn argwöhnisch.
„Du weißt wer ich bin. Ich bin Albus Dumbledore. Doch im Moment bin ich … sagen wir mal eine Art Geist. Aber nicht, wie du sie bisher gekannt hast, Tom. Ich bin ein Geist, der durch deine Vorstellung ins Leben gerufen wurde.
Ich bin gekommen, um dir etwas zu zeigen, Tom. Ich will dir deine Vergangenheit zeigen. Deine Vergangenheit, wie du sie siehst und wie du sie aus deiner Erinnerung verband hast. Sagen wir es doch einfach mal so. Ich, Albus Dumbledore, bin heute Nacht der Geist deiner Vergangenheit“, erklärt er mit sehr deutlicher Stimme und deuteten dann auf die Wand neben ihnen.
Verwirrt von den Worten Dumbledores, folgte er seinem Fingerzeig und starrt auf die Wand, in der sich mit einem Male eine Türe aufgetan hatte, die zuvor nicht dort gewesen war.
„Ich würde dich gerne auf eine kleine Reise mitnehmen“, erklärt er jetzt und streckte einladend seine Hand zu der Türe, die sich jetzt geräuschlos öffnete.
„Du kannst freiwillig mitkommen, oder ich werde dich einfach mitnehmen, auch gegen deinen Willen, Tom“, sagte Dumbledore nun ernst.
Voldemort lachte auf und schüttelte den Kopf.
„Du willst mich zwingen? Oh, nein, vergiss das ganz schnell wieder, Dumbledore. Keiner, hörst du, keiner wird mich je zu etwas zwingen, was ich nicht will“, sein hohes schrilles Lachen ertönte und hallte schaurig von den Wänden wieder.
Doch mit einem Male packte ihn eine unsichtbare Macht und riss ihm mit sich. Er kam nicht gegen diese an und wurde mitgezogen, ohne auch nur einen Finger bewegen zu können.
Die Türe kam immer deutlicher auf ihn zu… nein… er schien auf diese Türe zuzuschweben und glitt einfach durch sie hindurch. Er kniff wütend seine Augen zusammen und wollte protestieren, Dumbledore etwas zurufen, doch kein Laut drang in dem Moment über seine Lippen. Neben ihm schien Dumbledore ebenfalls zu schweben, doch dann hielten sie abrupt an und als er sich genauer umsah, stockte ihm der Atem.
Sie beide standen in einem Raum, den er nur zu gut in Erinnerung hatte. Es war die Eingangshalle des Waisenhauses, in dem Voldemort, damals unter dem Namen Tom Riddle bis zu seinem elften Lebensjahr aufgewachsen war. Er erkannte die Gesichter der Kinder wieder, die damals mit ihm dort gelebt hatten.
Perplex starrte er auf die verschiedenen Türen, welche von hier abgingen und dann zu einer, am Ende des Flures, aus der nun ein kleiner, dunkelhaariger Junge mit hoch erhobenem Kopf heraus trat, den er besser kannte, als jeder andere Mensch.
Das war er selbst, im zarten Alter von vielleicht gerade zehn Jahren.
„Tom!“, rief eine Frau hinter dem Jungen her.
„Warum willst du denn nicht einfach zugeben, dass du das Kaninchen am Dachbalken aufgehängt hast. Ich meine, wenn du vielleicht eifersüchtig auf Billys Haustier warst, könnte ich das vielleicht noch verstehen. Bitte denke drüber nach, Tom Riddle und vielleicht auch darüber, dich bei dem armen Billy zu entschuldigen“, sagte die Frau ruhig, aber dennoch bestimmt.
„Aber ich habe es nicht getan“, rief der Junge und sah sie mit funkelnden Augen, die in seinem blassen Gesicht leuchteten, an.
Voldemort ging einen Schritt auf die Beiden zu und mustert sie genauer.
„Sie können uns nicht sehen, nicht wahr?“, fragte dieser jetzt.
„Nein, das können sie nicht. Es sind nur Schatten aus deiner Vergangenheit, die wir hier sehen… einfache Erinnerungen, in die ich mit dir reise und die ich dir zeigen will“, erklärte Dumbledore ruhig und beobachtete den Voldemort von jetzt.
Dieser grinste sarkastisch und seine Augen leuchteten rötlich auf.
„Diese Muggelfrau, konnte mir nie beweisen, dass ich das blöde Karnickel dort aufgehängt hatte. Es hat ganz schön gezappelt und geschrieen, bis es endlich sein Leben aushauchte“, erzählte er jetzt amüsiert, als er an seinen ‚Streich’ von damals zurück dachte.

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Mit Zauberei hat das Geschichtenschreiben eben auch zu tun! Cornelia Funke (Tintenherz)

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Zuletzt von Sisilia am Fr Aug 01, 2008 5:01 pm bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Die Geister, die ich !nicht! rief ( Die Weihnachtsgeschichte/Voldemort)   Do Jan 24, 2008 1:59 am

Plötzlich standen sie vor einer anderen Szene aber immer noch im Flur des Weisenhauses, es war eine vorweihnachtliche Stimmung und eine erwartungsvolle Geschäftigkeit zu spüren. Voldemorts Blick fiel auf ein kleines Mädchen, das nun langsam über den Flur ging. Es hatte einen goldenen Weihnachtsstern in der Hand, den es wie einen ganz wertvollen Schatz vor sich her trug und in den großen Raum bringen wollte, in dem ein Weihnachtsbaum aufgestellt und geschmückt wurde.
„Lass es nicht fallen“, konnten sie aus einem der Zimmer nebenan hören.
„Nein, ich passe auf“, rief das Mädchen dann mit leuchtenden Augen zurück und ging langsam weiter.
Sehr vorsichtig hielt sie das zerbrechliche Teil in ihren Händen, als ein anderer Junge wild über den Flur rannte, sie anrempelte und ihr das Kleinod aus den Händen stieß.
Mit einem Scheppern knallte der glänzende Stern auf den Boden und zersplitterte. Die entsetzten Augen des kleinen dunkelhaarigen Mädchens, starrten auf den kaputten Baumschmuck und sofort fing es erbärmlich an zu weinen.
Voldemort beobachtete, wie sein 10 jähriges ‚Ich’, auf das Mädchen zuging, welches seine Hände vor das Gesicht geschlagen hatte und auf die Knie gefallen war.
Natalie… Ja, so war der Name des Mädchens gewesen. Natalie! Er hatte schon lange nicht mehr sie gedacht… nein, er hatte sie wohl sogar aus seinem Gedächtnis gelöscht gehabt.
Er konnte beobachten, wie sein junges Ebenbild sich neben dem Mädchen hinkniete, konzentriert auf die Scherben starrte, die sich nun wieder von Geisterhand zusammenfügten und als die Weihnachtsbaumspitze wieder ganz war, hob er sie auf, nahm die Hand des Mädchens und legte den glitzernden Stern ihr auf die Handfläche. Sie sah ihn total perplex und fragend an.
„Sie war nicht wirklich kaputt“, sagte Tom daraufhin leise zu ihr, doch als sie ihn anlächelte, stand er abrupt auf, dreht er sich um und ging mit großen Schritten davon.
Voldemort wurde es einen Moment lang ganz komisch. Er erinnerte sich jetzt wieder daran, dass er danach die Kleine immer heimlich beschütz hatte. Jeder der ihr zu nahe gekommen war, hatte seine Wut und seine schreckliche Magie zu spüren bekommen.
Doch eines Tagen hatte man sie weggebracht. Die Schwestern aus dem Heim hatten allen erzählt, dass sie von einer Familie adoptiert worden wäre, doch er hatte dies nie geglaubt, er war sich sicher gewesen, dass man sie nur von ihm hatte wegbringen wollen.
„Was ist aus ihr geworden?“, fragte er Dumbledore nun leise.
„Natalie? Sie wurde schwer krank und starb kurz darauf. Etwas mit ihrem Blut war nicht in Ordnung“, erklärte er ruhig und als er Voldemorts erschrockenen Gesichtsaudruck sah, fügte er noch an.
„Es hatte rein gar nichts mit dir zu tun, Tom. Du hattest keine Schuld daran.“
„Schade um die Kleine, sie war anders als die anderen“, sagte er nur knapp und wandte sich dann noch mal um.
„War’s das jetzt? Können wir dann gehen?“, fragte er nun wieder genauso kalt, wie zuvor, bevor sie hier gelandet waren.
Dumbledore antwortet nicht und deutete auf die Türe, die wieder aus dem Nichts erschienen war und der Dunkle Lord ging mit großen Schritten darauf zu.
Aber er war sehr verwundert, als sie nicht in seinem Haus auftauchten, sondern mitten in Hogwarts standen.
„Es ist lange her, dass du im Schloss warst. Stimmt es, Tom?“
„Das letzte Mal vor gut 20 Jahren, als ich mich um die Stelle als Professor für die dunklen Künste beworben habe“, gab dieser knapp zurück.
„In welcher Zeit befinden wir uns jetzt?“, fragte er mit zusammengekniffenen Augen nach. Denn auch, wenn er sich damit abgefunden hatte, im Moment nichts gegen diesen angeblichen Geist und diese Zeitreisen unternehmen zu können, so hatte er noch lange nicht aufgegeben seinen Wissensdurst zu stillen, in der Hoffnung, dieser alptraumartigen Situation entkommen zu können.
„Wir befinden uns etwa 55 Jahre zurück, von heute aus gerechnet. Du warst in der 5. Klasse und hast dich gerade auf deine Prüfungen in den ZAGs vorbereitet. Nun, wenn man es genau nimmt, haben wir heute den 24. Dezember. Erinnerst du dich daran?“, fragte Albus jetzt und musterte Voldemort, aus den Augenwinkeln. Dieser dachte kurz nach und dann fiel ihm ein, auf was der alte Mann hinaus wollte.
„Oh nein. Nicht diese Geschichte. Das war doch nur alles ein… Irrtum“, wehrte er sich und wollte sich umdrehen, um durch die Türe, durch die sie gerade gekommen waren wieder zu verschwinden, doch die war nicht mehr hier.
„Verdammt noch mal Dumbledore, schaff diese verfluchte Türe wieder hier her und bring mich zurück, sonst…“
„Sonst was, Tom? Es tut mir leid, aber du wirst dir das ansehen müssen, bevor du wieder nach Hause zurück kannst“, erklärte der ehemalige Schulleiter und deutete einladend mit der Hand zur Treppe, die in die Kerker führte, direkt zum Gemeinschaftsraum der Slytherins.
In dem Moment, als sie vor der Tür standen, ging diese auf und zwei Mädchen verließen kichernd den Gemeinschaftsraum. Sie nutzten den Moment und betraten dann diesen, bevor hinter ihnen wieder die Tür zu schwang.
Der Raum war nun leer, bis auf zwei Personen. Ein junger gut aussehender Teenager, der vor dem Kamin saß und ein dunkelhaariges Mädchen, welches in einer Ecke hockte und in ein Buch vertieft war.
„Clarissa?“, sagte der Junge plötzlich, als er bemerkte, dass sie alleine waren und als das Mädchen den Kopf hob, winkte er sie zu sich heran. Sie war schlank und hoch gewachsen und im selben Alter wie Tom, der nach wie vor auf dem bequemen Sofa saß und sie anlächelte.
„Nun komm schon, ich beiße dich schon nicht. Ich will dich nur etwas fragen“, sagte er und nach kurzem Zögern, stand sie auf und trat zu ihm, mit seiner Hand deutete er auf den Platz neben sich und es kam fast so rüber, als sei es ein Befehl gewesen, denn das Mädchen setzte sich, das Buch, das sie gerade gelesen hatte vor die Brust gedrückt.
Riddle griff nach dem Buch, entriss es ihr, las kurz den Titel und legte es dann auf das Tischchen neben sich. Daraufhin musterte er das Mädchen kurz und ein Schmunzeln huschte über seine Lippen.
„Du bist sehr hübsch“, sagte er nun in die entstandene Stille hinein, ergriff ihre Hand und rutschte etwas näher an sie heran. Dann warf er einen knappen Blick nach oben, über sie beide auf den Mistelzweig, der nun über ihnen schwebte. Auch sie folgte seinem Blick, doch noch bevor sie wirklich begriff, was dies für eine Bedeutung hatte, hatte er sich zu ihr nach vorn gebeugt, seine Arme um sie gelegt und begann sie heftig, fast schon brutal zu küssen.
Clarissa keuchte überrascht auf und stieß den Jungen hart von sich weg.
„Was fällt dir eigentlich ein. Du grobklotziger Kerl!“, schrie sie ihn an. „Wie wäre es, wenn du nicht immer versuchen würdest dir nur einfach das zu nehmen, was dir gefällt. Wir andern haben auch Gefühle, aber das scheint dich ja nicht im Geringsten zu interessieren“, fuhr sie weiter fort, sprang auf und funkelte ihn böse von oben herab an.
„Und ich hatte doch echt geglaubt, du wärst was Besonderes. Wie konnte ich nur denken, dass ich dich mögen könnte. Du machst auf diese Art und Weise immer alles kaputt. Verschwinde Tom Riddle, verschwinde aus meinem Leben, ich will nichts mehr mit dir zu tun haben“, schrie sie nun, wandte sich um und verschwand wütend aus dem Gemeinschaftsraum.

„Na und? Sie war nur ein Mädchen von vielen und alle waren scharf auf mich, zu der Zeit“, winkte Voldemort ab.
„Waren sie das wirklich, Tom? War es nicht gerade nur dieses eine Mädchen, das mehr für dich empfunden hat? Für das du auch etwas empfunden hast? Hast du daraufhin nicht alle anderen davon gejagt, wenn sie dir zu nahe kamen?“
„Und wenn schon. Ich habe sie nicht gebraucht, ich brauche niemanden und jetzt alter Narr, bring mich wieder zurück, hast du verstanden?“, befahl er Dumbledore und in ihm begann es zu kochen. Warum zeigte er ihm das alles? Es waren doch nur unbedeutende Geschehnisse, sie hatten nichts zu sagen und waren völlig belanglos. Was sollte das, das Mädchen wäre ihm für seine Zukunft sowieso im Weg gewesen und was sollte es, so war es nur eine weniger, die er eben nicht hatte haben können…
Das Gefühl, dass sie ihn damals doch sehr verletzt hatte, mit ihrer so rüden und doch direkten Abweisung, leugnete er vor sich selber. Auch, dass er einen Fehler gemacht hatte, gab er vor niemanden zu. Er brauchte keinen, er hatte noch nie in seinem Leben jemanden gebraucht, er war immer alleine zurechtgekommen und das war auch gut so, so konnte ihn auch keiner beleidigen oder verletzen.
„Was ist aus Clarissa geworden?“, fragte Voldemort beiläufig.
„Sie hat geheiratet und zwei wunderbare erfolgreiche Kinder bekommen. Inzwischen ist sie sogar schon Großmutter“, erklärte Dumbledore ihm und Voldemort sah ihn aus zusammengekniffen Augen an. Er wusste was ihm der ehemalige Schulleiter damit sagen wollte. Wenn er nicht so besitzt ergreifend gewesen wäre und ihr vielleicht seine wahren Gefühle gestanden hätte, hätten das auch seine Kinder, seine Familie sein können…
Doch was sollte er mit einer Familie, das war doch alles nur Lug und Trug. Nein, es war gut so, wie es war und er hätte es auch gar nicht anders gewollt.
„Nun? Gehen wir endlich?“, zischte er schroff dem Geist der Vergangenheit zu.
Dumbledore zuckte nur mit den Schultern und deutete wieder mit der Hand gegen die Wand des Gemeinschaftsraumes, wo sich erneut eine Türe auftat. Doch diesmal zögerte Voldemort und sah ihn noch einmal an.
„Wir gehen diesmal auch wirklich zurück?“, fragte er nach.
Dumbledore lächelte nur und sagte keinen Ton mehr. Er ließ Voldemort zuerst durch die Türe gehen, doch in dem Moment, als dieser einen Fuß über die Schwelle gesetzt hatte, wurde er ganz plötzlich so müde, dass er auf der Stelle einschlief. Nur noch aus der Ferne hörte er die Worte seines nächtlichen Besuchers.
„Tom Riddle… vergiss nicht, es gab auch gute Momente in deiner Vergangenheit, auch wenn du sie aus deiner Erinnerung versuchst zu verbannen, sie waren da. Vielleicht denkst du einmal drüber nach, was sie für dich wirklich bedeutet haben…“, die Stimme wurde immer leiser und verschwand dann gänzlich aus seinem Kopf.
Erschocken wurde er am nächsten Morgen in seinem Sessel vor dem Kamin, in dem das Feuer inzwischen ausgegangen war, wach und starrte auf die Stelle, wo sich letzte Nacht noch diese ominöse Türe befunden hatte.
Hatte er das wirklich erlebt? Oder war es nur einer dieser wirren Träume gewesen?
Er beschloss nach einigen Minuten, es als einen Traum ab zu tun, stand dann auf und ging zum Fenster, aus dem er eine ganze Zeit lang nachdenklich hinaus blickte.

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BeitragThema: Re: Die Geister, die ich !nicht! rief ( Die Weihnachtsgeschichte/Voldemort)   Do Jan 24, 2008 2:01 am

Gegenwart:

Voldemort hatte den ganzen Tag damit verbracht, einige seiner Anhänger anzubluffen und ihnen Aufgaben zu geben, die nicht nur schwierig sondern teilweise fast unmöglich waren. Er hatte so schlechte Laune, dass er sogar einem seiner Todesser einen Folterfluch aufhalste, weil dieser es gewagt hatte zu niesen, während ER gesprochen hatte.
So verbrachte er den ganzen Tag in extrem mieser Laune und als es wieder Abend wurde, und er endlich alleine war, beschloss er früh schlafen zu gehen. Mit ein Grund dafür war, dass er die Nacht davor wenig geschlafen hatte.
Sehr schnell fiel er in tiefen Schlaf, doch mit dem zwölften Schlag seiner Uhr, welche Mitternacht ankündigte, wurde er mit einem Male wach und setzte sich in seinem Bett auf.
Sein Blick fiel sofort auf die schon ältere Frau, in dem grünen gemusterten Kleid, die ihr Haar zu einem festen Knoten im Nacken gebunden hatte und an deren Hut eine lange Fasanen Feder steckte. Durch ihre rechteckige Brille musterte sie ihn scharf, nestelte nervös an ihrem Mantel herum und zupfte diesen zurecht.
Voldemort griff sofort zu seinem Zauberstab und richtete ihn auf die schon ältere Frau, die sich sichtlich unwohl fühlte.
„Wer sind Sie? Und wie kommen Sie hier herein“, fragte er mit zusammengekniffenen Augen und musterte sie genau. Doch sie hob nur leicht genervt die Arme und begann zu jammern.
„Wie konnte ich mich nur von dem guten Albus Dumbledore zu diesem Wahnsinn überreden lassen? Ich denke nicht, dass es wirklich Sinn macht, warum hab ich nicht einfach nein gesagt?“, jammerte sie jetzt und fuchtelte fahrig mit den Händen in der Luft herum.
„Ich kenne Sie, Sie sind doch… diese …“, begann er, doch irgendwie fiel ihm in dem Moment ihr Name nicht ein, so dass sie mit einem Stöhnen zu ihm sah.
„Professor McGonagall. Lehrerin für Verwandlung in Hogwarts“, erklärte sie knapp und presste ihre Lippen so fest aufeinander, dass diese nur noch einen Strich bildeten.
Voldemort starrte sie an und wunderte sich warum sie ihm so durchsichtig vorkam. Aber das konnte auch nur das düstere Licht sein, denn der Raum wurde nur erhält von dem wenigen Licht, das der Mond von draußen herein schickte. Obwohl er sich nicht sicher war, ob diese Professorin nicht sogar etwas fahl leuchtete.
„Sie haben mir immer noch nicht erklärt, was Sie hier wollen….“, doch dann stockte er.
„Dumbledore hat Sie geschickt?“, fragte er nach.
„Ja, das hat er in der Tat. Auch wenn ich mir nicht sicher bin, ob ich diesen Auftrag hätte annehmen sollen“, jammerte sie erneut.
„Dann sind sie auch... tot?“, hakte er nach.
„Merlin bewahre, nein. Ich erfreue mich bester Gesundheit“, gab sie spitz zurück.
„Ich habe genug von diesen Spielchen“, zischte er nun bitterböse, richtete seinen Zauberstab auf Minerva …
Doch wie schon in der Nacht zuvor, als Dumbledore bei ihm gewesen war, passierte … nichts.
„Nein, nicht schon wieder“, keuchte er leise auf.
„Glauben Sie mir, mir macht das Ganze auch keinen Spaß. Also würde ich vorschlagen, wir fangen an, so dass ich bald wieder zurück in mein warmes Bett komme“, erklärte Minerva sehr streng und musterte Voldemort dementsprechend. Ihr Ausdruck war sehr gemischt, teils konnte man sehen, dass ihr hier, in seiner Gegenwart, gar nicht wohl war und auch, dass sie irgendwie Angst hatte, doch schaffte sie es, diese Tatsache, mit ihrem strengen Blick, leicht zu überspielen.
„Ich werde gar nirgendwo hingehen, und das können Sie Dumbledore auch sagen“, blaffte er sie an und dann knurrte er wieder zu sich selber.
„Was sag ich denn da, der Mann ist tot.“
„Ich fürchte Sie haben keine Wahl. Ich werde Sie mitnehmen, ob es Ihnen gefällt oder nicht“, sagte sie streng aber im nächsten Moment zupfte sie wieder sehr nervös an ihrem Mantel herum. Man konnte ihr ansehen, dass sie sich absolut nicht gut fühlte in ihrer Haut, auch wenn sie wusste, dass Lord Voldemort ihr nichts anhaben konnte, aber es war auch etwas anderes nun wirklich vor dem Magier zu stehen, der als der gefährlichste der heutigen Zeit galt und ihm in die Augen zu sehen.
Minerva McGonagall atmete noch einmal tief durch und richtete sich dann vor dem Bett Voldemorts gerade auf.
„Nun? Kommen Sie freiwillig mit?“, hakte sie noch einmal nach und fluchte innerlich wieder, dass sie sich von Albus zu diesem irrsinnigen Vorhaben hatte überreden lassen.
„Ich denke nicht dran“, zischte er erzürnt. Minerva wurde ungeduldig, sowie sauer und ohne ein weiteres Wort zu sagen, schwebten beide Personen plötzlich nach oben, direkt auf die hohe Decke des Raumes zu.
„Was tun Sie? Hören Sie sofort auf damit“, rief Voldemort erzürnt, weil er nichts dagegen tun konnte.
Er konnte sich nicht wehren, denn eine ihm unbekannte Macht zog ihn einfach mit sich immer höher und höher.
McGonagall sagte kein Wort, mürrisch starrte sie nur zu dem Mann, der sie wiederum mit vor Zorn glühenden Augen anfunkelte und dann etwas erschrockenen zur Decke starrte, die immer näher auf sie zu kam.
Dann, als sie diese fast erreicht hatten, riss er beide Arme nach oben, um seinen Kopf zu schützen, der jeden Moment gegen die Decke krachten musste. Er schloss die Augen und erwartet jede Sekunde den Schmerz, aber es passierte nichts.
Überrascht nahm er langsam wieder die Arme weg und bekam mit, wie er und diese ‚unmögliche Person’, die er schon längst getötet hätte, wenn es ihm möglich gewesen wäre, mit ihm durch die Decke, den Dachboden und dann durch das Dach hinaus ins Freie flog.
Voldemort wunderte sich kurz, dass er die Kälte durch seine dünne Kleidung, die er trug, nicht wahrnehmen konnte und blickte erneut zu seiner Begleitung.
„Was wollen Sie eigentlich von mir? Wohin bringen Sie mich?“, fragte er durch seine zusammengebissenen Zähen, doch Minerva hatte keine Lust für große Erklärungen.
„Das werden Sie gleich sehen“, antwortete sie knapp und mit einem Male wurde es total dunkel um sie und als er keine zwei Sekunden später wieder etwas erkennen konnte, schwebten sie über einer riesigen Stadt, in der überall die Lichter brannten.
„Das ist London? Hab ich recht?“, fragte er nach und McGonagall nickte.
Langsam sanken sie tiefer und landete auf einem Balkon vor einer kleinen Wohnung. Suchend warf Minerva einen Blick durch die Balkontüre hinein.
„Ah, ja. Da sind sie ja“, sagte sie und deutete in den Raum, woraufhin Voldemort ihrem Fingerzeig folgte.
„Ja und? Ich kenne die nicht“, erklärte er, als er ein Mädchen sah, vielleicht 15 oder 16 Jahre alt, welches neben einem Mann auf einem alten schäbigen Sofa saß, der vom Aussehen her ihr Vater sein konnte. Sie weinte bitterlich und man konnte ihr Schluchzen bis zu ihnen hinaus hören.
Minerva McGonagall hob ihre Hand, woraufhin sich Voldemort wie von alleine in Bewegung setzte und auf die Türe zugezogen wurde, durch die er durch glitt, als wäre sie gar nicht vorhanden.
Kurz konnte sie sehen, wie Voldemort zusammenzuckte, als er glauben musste, er würde gleich gegen die Scheibe stoßen, doch er fing sich rasch wieder und seine Augen verengten sich aufs Neue.
„Sagen Sie mir endlich, was wir hier machen? Und noch etwas, wo und wann sind wir?“, knurrte er sie wütend an.
„Sie scheinen wirklich nicht dumm zu sein“, begann sie, doch dann murmelte sie leise in sich hinein, „aber schnelle Auffassungsgabe, hat noch lange nichts mit Weißheit zu tun.“
Voldemort ging nun mit einem Zischlaut auf sie zu und griff nach ihrem Hals, wollte sie packen um sie zu würgen, doch seine Hände gingen einfach durch sie hindurch.
„Was zum…?“, begann er und starrte von seinen Händen, auf die nun durchsichtig schimmernde Gestalt der Frau vor ihm.
„Ach herrje, haben Sie denn immer noch nicht begriffen, dass Sie mir nichts antun können und sich auch nicht dem entziehen können, was ich Ihnen zeigen will? Und im Übrigen, befinden wir uns in der Gegenwart“.
Ihre Stimme schien sich fast zu überschlagen, bei diesen Worten und wieder begann sie etwas nervös an ihrem Mantel herum zu zupfen. Doch dann deutete sie auf das Mädchen, das jetzt sein Gesicht in ihren Händen vergraben hatte.
„Hannah, bitte, so beruhige dich doch. Das viele Weinen wird dir deine Mutter auch nicht wieder bringen. Ich denke sie hätte auch nicht gewollt, dass wir jeden Abend nur hier sitzen und uns gegenseitig voll jammern. Wir müssen weitermachen… für sie weiterleben“, sagte der Vater und legt einen Arm um seine Tochter.
„Das ist Hannah Abott. Ich denke der Name sagt Ihnen was? Sie haben ihre Mutter vor einiger Zeit getötet.“, erklärte sie ihm jetzt.
„Ja, ich kenne den Namen. Ihre Mutter hatte den Tod verdient. Sie hätte die Wahl gehabt, sie hätte sich auf meine Seite stellen können, aber sie hat den Tod vorgezogen. War’s das jetzt? Können wir wieder gehen?“, fragte er sichtlich genervt.
„Lässt es Sie wirklich so kalt, das arme Mädchen hier so weinen zu sehen?“, fragte McGonagall nun fast schon empört und deutete mit ihrem ausgestreckten Arm auf Hanna Abott, die immer noch an der Schulter ihres Vater weinte, der auch selber mit den Tränen zu kämpfen hatte.
„Was interessiert mich diese Göre? Ich kenne sich noch nicht mal“, gab er gleichgültig zurück.

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BeitragThema: Re: Die Geister, die ich !nicht! rief ( Die Weihnachtsgeschichte/Voldemort)   Do Jan 24, 2008 2:03 am

„Was es Sie zu interessieren hat? Sie haben ihr die Mutter genommen. Das arme Kind, muss nun ohne Mutter klar kommen und das nur, weil Sie meinten, dass diese den Tod verdient hat? Was gibt Ihnen das Recht, einfach so über Leben und Tod zu entscheiden“, fuhr sie Voldemort nun außer sich vor Zorn und vor Entsetzten seiner eisigen Art, an.
Voldemort lachte kalt auf und seine Mundwinkel zuckten nur verächtlich.
„Was mir das Recht gibt“, grinste er nun siegessicher, „Die Macht, das Wissen über die Dunklen Künste. Keiner, der es bisher gewagt hat, sich mir in den Weg zu stellen, hat das überlebt… keiner“, zischte er, und seine Stimme wurde dabei immer leiser.
„Oh, jetzt irren Sie sich aber. Es gibt einen. Harry Potter“, erklärte McGonagall und hob eine Augenbraue, während ihr Gesicht selbstgefällig zu ihm blickte.
Sie merkte, wie es in ihm zu arbeiten begann nach ihren Worten, doch sie ließ ihm keine Zeit zu einem eventuellen weiteren Wutausbruch, sondern sie hob erneut die Hand, woraufhin sie beide sofort vom Boden abhoben und durch die Wände des Hausen wieder nach draußen schwebten.
Im ersten Moment hatte Voldemort wieder die Hände schützend vors Gesicht gehoben, doch dann verschränkte er wütend die Arme vor der Brust und wandte den Blick von ihr ab, so als könnte er damit verhindern, dass sie ihn woanders mithin nehmen würde.
Aber weit gefehlt. Sie ließ sich dadurch nicht beeinflussen und sie schwebten weiter über die Dächer von London, bis sie zu einem größeren Gebäude kamen, wo davor auf der Straße nichts los war. Die alten Schaufenster, waren ganz leer, nur eine alte Schaufensterpuppe, die Kleidung trug, die schon lange aus der Mode gekommen war, befand sich darin.
„Das ist das St. Mungos“, stieß Voldemort überrascht aus, als er es erkannte.
„Was wollen wir denn hier? Möchten sie mir noch weitere Menschen zeigen, die es wagten, sich mir in den Weg zu stellen, so dass ich sehen kann, was ich schon alles geleistet habe?“, fragte er fast schon amüsiert.
„Nein, nicht direkt“, gab sie spitz zurück und hob ihr Kinn etwas an.
„Ich will Ihnen zeigen, dass Menschen selbst, wenn sie nicht mehr… sagen wir mal… ganz gesund sind, weil sie von ihren Leuten fast zu Tode gefoltert worden sind, oder zumindest in den Wahnsinn getrieben wurden, auch noch Zuneigung und Liebe füreinander empfinden können, was alles überwinden kann. Auch die schlimmste Krankheit“, erklärte sie direkt und schon schwebten sie durch die Wand in das Krankhaus hinein.
Als sie in das Zimmer traten, welches sich hinter der dicken Mauer befand, konnten sie einen 16 jährigen Jungen erkennen, der am Bett einer Frau saß und dieser eine Tüte Bonbons reichte. Neben dem Bett stand eine schon ältere Frau, die sehr knochig aussah, man konnte sehen, dass sie nicht mehr die jüngste war und sie beobachtete die Situation skeptisch.
„Neville, ich denke nicht, dass du ihr gleich die ganze Tüte geben solltest“, sagte diese leise und der ausgestopfte Geier, den sie auf dem Hut hatte, zitterte bei ihren Worten leicht.
Voldemort ging ein Stück näher und betrachtet die Frau in dem Bett genauer. Das lange Haar dieser Frau war schon ergraut und ihr Gesicht, das bestimmt einmal sehr hübsch gewesen war, war eingefallen. In dem Bett neben an, lag ein Mann und starrt an die Decke.
„Ich kenne diese Leute. Longbottom? Hab ich Recht? Mit ihnen hatten sich Bellatrix und Barty Crouch jr. beschäftigt“, sein sarkastisches Grinsen wurde breiter. „So, so, sie sind also hier bei den Verrückten gelandet“, ergänzte er darauf hin höchst amüsiert.
„Das ist nicht komisch. Ihre Leute haben Sie zu dem gemacht, was sie nun sind. Es waren ehrbare gute Leute, die nie jemandem etwas Böses gewollt haben“, fuhr Minerva McGonagall ihn jetzt an.
„Doch, haben sie. Sie haben sich gegen mich gestellt“, knurrte Voldemort wütend.
Neben ihnen setzte sich Alice Longbottom, die Mutter von Neville auf und nahm plötzlich ihren Sohn in den Arm, Voldemort jedoch warf sie einen so bitterbösen Blick zu, dass dieser mit einem fragenden Ausdruck im Gesicht auf Minerva, einen kleinen Schritt zurück wich. Er deutete mit seiner dürren knochigen Hand auf die Frau.
„Sie kann uns aber doch nicht sehen?“, fragte er nun unsicher, da diese ihm jetzt die Zunge raus streckte, wobei sie ihren Sohn nicht los ließ.
„Wer weiß? Wer weiß, wozu kleine Kinder, Betrunkene und Verrückte in der Lage sind“, erklärte McGonagall amüsiert und versuchte ihn gleichgültig anzusehen.
„Mum?“, sagte Neville überrascht, als seine Mutter das tat, denn normalerweise schien sie ihn nicht mal zu erkennen, wenn er sie besuchen kam. Noch einmal streckte sie Voldemort die Zunge heraus, nahm dann die Tüte mit Bonbons und gab Neville eines davon. Dann legte sie sich wieder in die Kissen zurück und blieb, mit der Bonbontüte in der Hand ruhig liegen und starrte dann ebenfalls wieder mit leeren Augen an die Wand.
„Sie liebt ihren Sohn, das hat nicht mal der Wahnsinn ihr nehmen können. Und auch Neville liebt seine Mutter“, sagte Minerva jetzt erklärend.
„Papperlapp, sinnlose Gesten, einer Verrückten. Sie wird keine Ahnung haben, wer das vor ihr überhaupt ist. Und der Junge schämt sich für seine Eltern, ich bin mir sicher, er hat keinem erzählt, dass seine Eltern in der Irrenabteilung gelandet sind“, wieder lachte Voldemort schrill auf und drehte sich jetzt zu ihr um.
„War es das jetzt? Können wir zurück?“
Minerva brummte etwas Unverständliches, es war nur so etwas wie ‚hab ich’s nicht gleich gesagt’ und ‚hoffnungsloser Fall’, da wurde Voldemort wieder von der unsichtbaren Kraft gepackt und sie schwebten durch einige Stockwerke und Wände des Hospitals, bis sie wieder ins Freie kamen.
Voldemort war klar, dass sie das mit Absicht getan hatte, weil es ihr wohl Vergnügen bereitet hatte, wie er sich bei den ersten Malen erschreckt hatte. Doch diesmal tat er ihr die Freude nicht, sondern ließ sich mit verschränkten Armen einfach mitziehen.
Wieder wurde es stockfinster um die Beiden und als er erneut sehen konnte, stand er in seinem Schlafzimmer im Haus in Little Hangleton.
Zufrieden knurrte Voldemort auf und hob seine knochige Hand an. Einer seiner langen knochigen Finger deutete nun auf sie bevor er zu sprechen begann.
„Na endlich. Und wissen Sie was? Sie können Dumbledore ausrichten...“, begann er, doch dann ergriff ihn erneut eine so tiefe Müdigkeit, dass er in sich zusammen sackte und sofort in einen tiefen Schlaf fiel.

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BeitragThema: Re: Die Geister, die ich !nicht! rief ( Die Weihnachtsgeschichte/Voldemort)   Do Jan 24, 2008 2:04 am

Zukunft:



Dieser Tag verlief nicht besser, als der zuvor. Mal davon abgesehen, dass es endlich aufgehört hatte zu schneien. Doch diese Tatsache interessierte den Mann, der jetzt an seinem Schlafzimmerfenster stand und in die winterliche Dunkelheit hinaus starrte, nicht im Geringsten.
Sein Gesicht war immer noch wutverzerrt, wenn er an die beiden letzten Nächte dachte. Er hatte sich noch nie in seinem Leben so ausgeliefert gefühlt und das war es, was ihn am meisten zum kochen brachte. Doch wie war das alles nur möglich gewesen, warum hatte kein Zauber funktioniert?
Als er an diesem Abend in sein Bett stieg, wanderten seine Gedanken kurz zu seinen Leuten, den Todessern, von denen die meisten, die Familie hatten, den Abend bei diesen verbrachten. Nur Wurmschwanz befand sich noch im Hause, der saß in der Küche, trank einen von diesen billigen Elfenweinen und sang sich selber Lieder vor.
Verächtlich verzog Voldemort das Gesicht und legte sich dann mürrisch schlafen.
Doch er schlief nicht sehr lange. Genau fünf Minuten vor zwölf erwachte er wieder und setzte sich sofort kerzengerade in seinem Bett auf. Seine Sinne waren zum zerreißen angespannt und er lauschte in die Stille, die nur vom Ticken einer Uhr unterbrochen wurde, während seine Augen leicht nervös im Zimmer hin und her huschten.
Dann war es soweit.
Die Uhr kündigte die zwölfte Stunde an.
In Gedanken zählte er jeden Gongschlag mit. ‚… acht, neun, zehn, elf und zwölf’.
Der Zauberstab, den er in seiner Hand hatte, zuckte leicht bei dem letzten Ton und sein Kopf ruckte herum, als plötzlich aus dem Nichts, jemand ins Zimmer gestolpert kam.
Voldemorts Augen wurden groß, als er erkannte, wer da soeben förmlich in sein Schlafzimmer strauchelte.
Es war kein anderer, als der, den er am meisten hasste.
Es war Harry Potter!
Sofort sprang Voldemort auf und stand nun auf seinem Bett, seinen Zauberstab auf den Jungen gerichtet, der sich etwas unsicher umsah und schluckte, als er Voldemort wahrnahm, der mit funkelnden Augen und sich blähenden Nasenflügeln auf ihn herunter starrte.
Harry bewegte sich kurz so, als würde er jemanden hinter sich abwehren und wedelte auch kurz mit seinen Armen, wobei er leise flüsterte. „Ja, ist ja gut, ich mach ja“. Er schien dies zu einer nicht sichtbaren Person hinter sich zu sagen und drehte sich dann wieder zu Voldemort um, der jetzt seinerseits auf die Stelle starrte, zu der Harry zuvor gesehen hatte.
„Harry Potter“, er sagte dies gedehnt, „Was sucht der … ‚Auserwählte’, denn hier bei mir? Du wirst mir doch nicht erzählen wollen, dass du dich mir anschließen willst, dass du endlich zur Vernunft gekommen bist und weißt, wer der Mächtigere, der künftige Sieger ist?“, fragte Voldemort und so etwas wie ein Triumph lag in seinen Augen.
„Nein, ganz sicher nicht“, brummte Harry stattdessen und man konnte sehen, dass er sich nicht wirklich wohl fühlte in seiner Haut, was noch untertrieben ausgedrückt war und unwillkürlich ging seine Hand zu der Stelle an seinem Kopf, an der sich seine Narbe befand, die er von Lord Voldemort einst als Baby bekommen hatte.
„Was willst du dann hier?“, fauchte der Dunkle Lord jetzt und stieg von seinem Bett herunter, wobei sich seine schwarze Kutte, die er trug, kurz hinter ihm aufbauschte.
Wieder konnte Voldemort beobachten, wie sich Harry umdrehte und nach hinten abwinkte, so, als würde da jemand Unsichtbares stehen und ihm immer wieder etwas zuflüstern.
„Ich werde es ihm schon sagen“, zischte Harry jetzt leise und sah Voldemort entgegen, der langsam auf ihn zutrat.
„Gut. Ich soll Ihnen sagen, dass ich geschickt wurde, als Geist der Zukunft“, begann er und sprach wieder leise nach hinten zu einem, wie es schien, unsichtbaren Dritten. „Das ist doch zu albern, wer glaubt denn noch an diese Weihnachtsmärchen“, erklärte Harry jetzt leise, doch dann drehte er seinen Kopf wieder zu Voldemort, der nun nur noch wenige Zentimeter von ihm entfernt da stand und ihn von Kopf bis Fuß musterte.
„Mit wem redest du da? Wer ist noch bei dir?“, wollte der Lord jetzt wissen und fuchtelte mit seinem Zauberstab vor Harrys Nase herum.
„Ich…“, etwas unsicher jetzt, „mit niemandem. Wie gesagt ich wurde geschickt, um Ihnen ihre Zukunft zu zeigen“, erklärte Harry jetzt mit einer etwas festeren Stimme.
„Es war Dumbledore, nicht wahr? Ist er bei dir?“ Voldemorts Stimme war nur ein leises Wispern, welches Harry aber immer noch überdeutlich verstehen konnte.
„Professor Dumbeldore? Nein, wie sollte er. Er wurde doch auf Ihren Befehl hin, von Snape ermordet“, die letzten Worte spuckte Harry ihm förmlich wütend ins Gesicht, worauf ein höhnisches Grinsen auf selbigem erschien.
„Das ist richtig. Severus Snape hat den alten Narren für mich erledigt“, erklärte er und Harry konnte hören, wie selbstzufrieden der Lord in dem Moment klang. Im ersten Augenblick sah es fast so aus, als wollte Harry sich auf Voldemort stürzen, doch irgendwas oder irgendwer schien ihn zurück zu halten, woraufhin Voldemort wieder misstrauisch hinter Harry blickte.
„Ist ja schon gut. Ich weiß ja“, knurrte Harry erneut leise, so als würde er mit jemand anderem reden.
„Hören Sie zu Voldemort, ich hab mich zu diesem Mist hier überreden lassen. Sehen wir zu, dass wir es hinter uns bringen. Ich soll Ihnen Ihre Zukunft zeigen und das mach ich, aber dann ist gut“, den letzten Teil des Satzes rief er wieder hinter sich, so dass Voldemort, ohne ihn aus den Augen zu lassen und ohne seinen Zauberstab runter zu nehmen aus seiner Schlafzimmertür sah, ob da noch jemand war. Aber sie waren eindeutig alleine.
Was ER nicht wusste, war, dass Harrys eigentliches Ich, sein Körper noch in Hogwarts war und nur eine materialisierte Abbildung, oder anders ausgedrückt ein Hologramm hier bei ihm war. Und Harry redete mit Ron und Hermine, die bei ihm standen und ihn bei seiner Mission unterstützten.
„Du wirst mich nirgendwo hinbringen, verstanden“, schrie er ihn an, doch Harry grinste kurz, als dieser seinen Stab hob und ihm diesen ins Gesicht streckte.
„Doch werd ich. Und glauben Sie mir, es war weder meine Idee, noch gefällt mir die Situation. Also gehen wir, bevor ich es mir doch noch anders überlege“, sagte Harry dann zerknirscht.
Er wusste zwar, dass Voldemort ihm nichts antun konnte, aber es war dennoch eine sehr komische Situation, hier vor ihm zu stehen, seinem schlimmsten Feind in die Augen zu sehen und ihm seine angebliche Zukunft zu zeigen.

Harry ließ den Mann vor sich nicht mehr zu Wort kommen, schnippte kurz mit den Fingern und plötzlich standen sie mitten auf einem finsteren Friedhof, wo ein paar dunkle Gestalten dabei waren, ein Grab zuzuschaufeln. Dichte Nebelschwaden zogen über den Boden und ließen den gespenstischen Ort, noch gruseliger aussehen.
„Ich denke das war’s“, sagte der eine Mann, der nun den Dreck auf dem Erdhügel glatt klopfte.
„Ja, du hast Recht. Willst du noch ein Kreuz oder einen Grabstein aufstellen?“, fragte der zweite.
„Ne, ich denke nicht, dass da noch irgendjemand kommt, um den zu besuchen“, lachte der erste Mann jetzt auf, der etwas kleiner war als der andere, doch dann hob dieser etwas vom Boden auf. Es war ein Zauberstab, der in zwei Teile zerbrochen worden war.
Voldemort erkannte ihn sofort. Es war sein eigener. Ein Zischen drang aus seinem Mund, als er ihn sah. Der Totengräber, nahm die obere Hälfte des zerstörten Stabes und drückte sie am oberen Ende des Grabes in den Boden.
„Das muss reichen“, sagte er und lachte erneut auf, dann legte er seinen Arm um die Schulter seines Kollegen und schob ihn in Richtung Ausgang des Friedhofs.
„Komm, lass uns auf das Ende dieses Verbrechers einen trinken gehen“, schlug dieser dann vor, womit der andere sofort einverstanden war. So gingen sie immer noch lachend mit ihren Schaufeln davon und verschwanden in der Dunkelheit.
„Wer… wer ist da begraben?“, fragte Voldemort zögernd, die Antwort schon erahnend, seine Augen hatte er zusammengekniffen und deutete auf den frischen Erdhügel.
„Können Sie sich das nicht denken?“, fragte Harry ganz ruhig.
Voldemort schüttelte den Kopf und starrte weiter auf das Grab.
„Das ist unmöglich, ich bin unsterblich. Niemand wird es schaffen mich zu töten…“, jetzt wirbelte der Dunkle Lord herum und ging auf Harry zu.
„Du willst mich mürbe machen. Doch das schaffst du nicht. Es kann nicht sein und es wird niemals geschehen. Lord Voldemort tötet man nicht!“, seine roten Augen glühten gefährlich, als er das sagte und obwohl Harry wusste, dass ER ihm im Moment nichts tun konnte, wich er unwillkürlich einen Schritt zurück.
Harry brauchte einen Moment, bis er sich wieder gefangen hatte, doch dann sprach er mit ruhiger, wenn aber auch leicht zitternder Stimme weiter.
„Scheinbar, war es doch möglich“, sagte er und warf einen Blick auf das Grab, wobei er selber aber auch heftig schlucken musste.
„Nein, das kann nicht sein. Das ist ein Trugbild, mehr nicht“, wiederholte Voldemort.
„Wenn Sie das glauben wollen? Ich denke wir sollten weiter“, sagte Harry und wieder schnippte er mit seinen Fingern, bevor sein Begleiter noch etwas erwidern konnte.
Diesmal landeten sie in Hogwarts, mitten in der Großen Halle, wo ein gewaltiges Fest im Gange war.

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BeitragThema: Re: Die Geister, die ich !nicht! rief ( Die Weihnachtsgeschichte/Voldemort)   Do Jan 24, 2008 2:06 am

Die Halle war dekoriert mit Bändern, Fahnen und Luftballons in den schillernsten Farben. Tische waren in U-Form aufgestellt worden und in der Mitte wurde getanzt.
An den Rändern standen überall riesige Käfige, welche aussahen wie überdimensionale Vogelkäfige, in denen jeweils ein Mensch eingesperrt worden war. Auf den zweiten Blick erkannte Voldemort, dass es Männer aus seinen Reihen waren, die mit schweren Ketten an Händen und Füßen in die Käfige gefesselt worden waren. Fast gehetzt blickte sich Voldemort nun um und betrachtete das Geschehen ungläubig.
„Lang lebe Harry Potter!“, ertönte es immer wieder von den Tischen, wo die Leute gemeinsam anstießen uns ausgiebig feierten.
„Er hat „Ihn“ besiegt“, „Harry ist der Größte“, ertönte es von allen Ecken.
„Was soll das?“, fragte Voldemort und sein Blick wanderte über die Köpfe der Leute hinweg.
„Sie feiern. Sie feiern den Sieg über den, dessen Namen nicht genannt werden durfte!“, erklärte Harry und musterte seinen Gegenüber genau, als er das sagte.
„Das ist nicht möglich. Ich bin viel mächtiger als du. Ich kann nicht sterben. Der einzige Grund, warum du mich damals aufhalten konntest, war die Liebe deiner Mutter, doch diesen Schutz hast du nicht länger“, schrie er Harry an.
„Sag mal wie hieß ‚du weißt schon wer’ denn eigentlich nun?“, fragte ein Mädchen ihre Freundin.
„Ich weiß es nicht und es ist mir auch egal. Ich weiß dafür wie der heißt, der „ihn“ vernichtet hat“, erklärte die andere, worauf das erste Mädchen los lachte.
„Stimmt, nur das ist wichtig. Es lebe Harry Potter!“, rief diese noch mal laut und lief dann mit ihrer Freundin auf die andere Seite des Saales.
Voldemort ging an den Käfigen vorbei, die jeweils von zwei Auroren bewacht wurden und besah sich die Männer, die Zorn funkelnd an den Gittern standen. Einige flehten um ihr Leben und erklärten, dass sie unter dem Imperius gestanden hätten, währen andere fluchten und den Leuten um ihnen herum den Tod wünschten.
Leise murmelte er die Namen der Leute, die er erkannte.
„Avery, McNair, Lestrange und Malfoy“, seine Worte waren kaum hörbar und er ging auf die andere Seite des Saales, schritt auch hier an den Käfigen vorbei und vor einem blieb er stehen. Er blickte in das hasserfüllte Gesicht eines Mannes dem er nur zu gut vertraute. Severus Snape. Dieser stand nur da, sagte keinen Ton, während sein Blick immer wieder über die feiernde Gesellschaft wanderte.
Auch Harry zuckte bei diesem Anblick zusammen und hätte im ersten Moment am liebsten seinen Zauberstab gezogen, um sich auf Snape zu stürzen, bis ihm selber bewusst wurde, dass dies doch alles nicht real war.
Voldemort zögerte, als er das sah und hob seinen Kopf wieder an.
„Nette Spielchen habt ihr euch da ausgedacht. Und wer auch immer dich geschickt hat, Harry Potter, du kannst ihm ausrichten, dass es nicht funktioniert hat. Ich falle auf diese Tricks nicht herein. Und das ist nicht meine Zukunft, meine Zukunft… unsere Zukunft ist noch nicht geschrieben…“, schrie er Harry an, ging immer weiter auf ihn zu und deutete mit seinen langen dürren und knochigen Finger auf ihn.
„Ich fürchte da irren Sie sich, Voldemort. Sie ist geschrieben, auch wenn wir sie nicht immer kennen. Und im Gegensatz zu Ihnen, hab ich mich in mein Schicksal ergeben, auch Sie werden eines Tages sterben, so oder so. Ob nun durch meine Hand, oder durch die eines anderen. Doch im Gegensatz zu Ihnen, werde ich glücklich sterben, da ich etwas habe, was sie nicht haben… und Sie werden Höllequalen leiden!“, sagte Harry jetzt. Er wusste gar nicht, wie er darauf kam, woher er das mit einem Mal zu wissen glaubte, doch er war sich so sicher dessen, dass er beim Reden nicht einmal mit den Wimpern zuckte.
Voldemort wurde sehr wütend, er kochte förmlich und dann stürzte er sich ohne Vorwarnung auf Harry und versuchte ihn zu packen…

Mit einem leisen Aufschrei setzte sich Lord Voldemort in seinem Bett auf und starrte ins Leere. Seine Robe klebte an seinem Körper, so sehr hatte er geschwitzt.
„Verfluchter Traum, verfluchter Alptraum“, murmelte er jetzt leise und schüttelte den Kopf. Er sah zum Fenster und erkannte, dass es langsam hell draußen wurde. Es war der Weihnachtsmorgen und die Welt lag tief verschneit und vollkommen ruhig da.
Der Mann mit den reptilienartigen Augen strich sich mit seinen Händen über das Gesicht und atmete tief durch.
Doch dann sah er zwischen seine Finger hindurch etwas, dass auf seiner Bettdecke lag.
Sofort nahm er die Hände runter und erstarrt.
Das konnte nicht sein, das war unmöglich, so etwas konnte es nicht geben. Er starrte auf drei Dinge die vor ihm lagen.
Das Erste war eine dunkelhaarige Haarlocke, mit einer blauen Schleife dran, von einem Mädchen das er kannte. Dem Mädchen, welchem er den Weihnachtsstern repariert hatte…
Das Zweite war ein leeres Bonbon Papier. Er wusste woher er stammte. Es war genau so eines, wie Alice Longbottom es ihrem Sohn geschenkt hatte und das Dritte…
Er starrte auf das Stück Holz, welches vor ihm lag, und so aussah, wie die andere Hälfte seines Zauberstabes, des Teiles, das am Kopfende seins Grabes hineingesteckt worden war.
Einen Moment blickte er starr auf die Dinge, dann warf er die Zudecke darüber, dass er sie nicht mehr sehen musste und schüttelte nur immer wieder nicht verstehend und ungläubig den Kopf.

Nun was glaubt ihr? Haben die Reisen mit den Geistern der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft, bei diesem Mann etwas ausrichten können? Wird er nun sein Leben ändern?
Oder wird er genauso weitermachen wie bisher?
Ich überlasse es euch, das zu entscheiden.
Wissen werden wir es erst, wenn wir den Band 7 von J.K. Rowling in den Händen halten werden…

In diesem Sinne eine besinnliche Weihnachtszeit und lasst euch ruhig auch mal von den Zeitgeistern entführen.

Eure Sisilia

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BeitragThema: Re: Die Geister, die ich !nicht! rief ( Die Weihnachtsgeschichte/Voldemort)   Do Dez 11, 2008 9:58 am

Große Geschichte. Es war eine lange lesen, aber es lohnt sich definitiv.


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BeitragThema: Re: Die Geister, die ich !nicht! rief ( Die Weihnachtsgeschichte/Voldemort)   Do Dez 11, 2008 7:14 pm

Vielen lieben Dank für deinen Kommentar. Und passend zur Weihnachtszeit.

LG Sisilia

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