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 Wunsch nach Frieden 7 -12

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Sisilia
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BeitragThema: Wunsch nach Frieden 7 -12   Do Feb 07, 2008 10:25 pm

7. Die seltsamen Wege der Liebe




Die letzten beiden Tage hatte Cathreen so gut wie nur damit zugebracht, sich um ihn zu kümmern, immer wieder seinen Verband zu wechseln und viel mit ihm zu reden. Als es ihm etwas besser ging, machten sie immer wieder kleine Spaziergänge vor der Hütte, sodass er an die frische Luft kam. Sichtlich erleichtert stellte sie fest, dass er sich doch sehr schnell erholte und sein Zustand sich zusehends verbesserte.

Inzwischen war es wieder Abend geworden und die Dämmerung war bereits hereingebrochen. Nachdenklich saß sie nun vor dem Kamin und grübelte, wie sie es die letzten Tage immer wieder getan hatte, denn in ihr tobte ein kleiner Krieg. Auf der einen Seite hatte sie ein Abkommen mit den Soldaten und sollte ihnen über alles berichten, was sie über Ashley Sinclair herausgefunden hatte, aber auf der anderen Seite war etwas geschehen, mit dem sie nicht wirklich gerechnet hatte.
Ihre Gefühle für diesen Mann waren doch viel stärker geworden, als sie je gedacht hatte, und gingen inzwischen über eine einfache Freundschaft hinaus, das war ihr deutlich klar geworden. Verzweifelt versuchte sie ihre Gedanken zu ordnen und eine Lösung zu finden, doch so sehr sie auch grübelte, es gab keine, jedenfalls keine die wirklich zufriedenstellend war. Sie liebte diesen Mann, aber auf der anderen Seite liebte sie auch ihre Freiheit und die würde sie mit Hilfe der Soldaten bekommen und dem Gold, das man ihr versprochen hatte.
Seufzend ließ sie ihre Finger durch das große weiche Fell, auf dem sie vor dem kleinen Kamin saß, gleiten und starrte weiterhin in die wärmenden Flammen.
In dem Moment trat Ashley wieder in die Hütte, er hatte ein paar Holzscheite auf seinem Arm, die er nun neben dem Kamin auf den Boden legte und einen größeren davon noch ins Feuer gab.
„Wie geht es dir?“, fragte Cathreen, die ihn dabei beobachtet hatte und sah zu ihm auf.
„Dank deiner hervorragenden Pflege, fühle ich mich wie neugeboren“, erklärte er ihr mit einem Lächeln, dann deutete er neben sie.
„Darf ich?“
„Natürlich“, gab sie zurück und rutschte etwas zur Seite, so, dass er sich neben sie setzten konnte.
„Wir sollten noch ein paar Tage hier bleiben, bis du ganz gesund bist. Ich möchte nicht, dass ...“, begann sie und drehte denn ihr Gesicht den Flammen zu, „… ich will nicht, dass dir etwas passiert“, sagte sie nun kaum hörbar.
„Im Grunde ist das hier ein wunderschöner Ort, deshalb denke ich, dass du recht hast, auch glaube ich kaum, dass man uns hier finden wird“, gab er zurück und sie spürte seinen Blick auf sich ruhen, als er das sagte.
„Das stimmt und vielleicht haben sie die Suche auch auf eine andere Gegend verlegt, oder sie sogar schon aufgegeben“, mutmaßte sie hoffnungsvoll ohne den Blick von den Flammen zu nehmen.
Als Ashley plötzlich ihre Hand ergriff und einen zarten Kuss darauf hauchte, sah sie zuerst erstaunt auf ihre Hand und dann in sein Gesicht.
„Wofür war das?“, hauchte sie jetzt leicht unsicher und sah in seine wunderschönen, dunkeln Augen, die im Schein des Feuers zu glühen schienen.
„Ich wollte nur den Händen danken, die mich wieder gesund gepflegt haben“, gab er leise zurück und ein spitzbübisches Funkeln huschte über sein Gesicht.
„Danke nicht ihnen, sondern danke deinem starken Willen“, versuchte sie auszuweichen und als sie sein Lächeln sah, welches sie so sehr faszinierte, versuchte sie dieses zu erwidern, doch dann wendete sie ihren Blick wieder unsicher ab.
„Der war nur so stark, weil du an meiner Seite warst.“ Er streckte die Hand nach ihrem Gesicht aus und drehte es sanft wieder zu sich. Seine kräftige Hand an ihrer Haut fühlend sah sie ihn wieder an. Immer noch unsicher schlug sie ihre Augen nieder, um aber gleich wieder ihren Blick auf sein Gesicht zu richten.
„Deine Augen leuchten wie funkelnde Edelsteine im Schein des Feuers. Schöner, als ich je einen Edelstein gesehen habe“, erklang seine tiefe männliche Stimme nun, deren Klang sie nun leicht erschaudern ließ. Langsam ergriff sie seine Hand und legte diese an ihre Wange, um sich dagegen zu schmiegen und ein leises Lächeln huschte über ihr Gesicht bei seinen Worten.
„Ich weiß nicht, was ich getan hätte, wenn … wenn du …“, begann sie, brach mitten im Satz ab und blickte erneut in die Flammen, da sie nicht wollte, dass er sah, wie sich ihre Augen mit Tränen füllten.
„Aber ich lebe, dank dir. Ich … Oh, Cathreen. Ich wünschte wir könnten einfach hier bleiben für immer. Nur wir beide“, er nahm ihre Hand und legte diese gegen seine Brust.
„Spürst du es? Mein Herz, es schlägt nur noch für dich!“
Seinen Herzschlag gegen ihre Finger schlagend spürend, schloss sie für einen Moment die Augen, öffnete sie aber gleich wieder und blickt ihn, gerührt von seinen Worten, aus schimmernden Augen an.
„Ich dachte es würde nie wieder schlagen, als der Arzt mir sagte, dass er keine Hoffnung mehr hätte“, flüsterte sie leise und bewegte ihre Fingerspitzen leicht auf seiner Brust.
„Ohne dich hätte es die auch nicht gegeben“, erwiderter er und kam ihr noch ein Stück näher, sodass ihre Gesichter nur noch wenige Zentimeter voneinander entfernt waren. Schon konnte sie seinen Atem auf ihrem Gesicht spüren und trotz der Wärme des Feuers aus dem Kamin, bekam sie eine Gänsehaut. Dennoch schüttelte kaum merklich den Kopf, als er das sagte.
„Nein, das hast du fast ganz alleine geschafft.“
„Aber nur fast. Ohne dieses fast …“, er brach mitten im Satz ab und näherte sich noch mehr ihrem Gesicht, erst kurz vor ihren Lippen hielt er inne und zögerte noch einen Moment. Heftig begann Cathreens Herz zu schlagen und unwillkürlich krallte sie ihre Finger in die Stelle an seiner Brust, unter der sein Herz nicht minder schnell schlug.
Ihre Augen blickten in die seinen, die wie zwei dunkle glühende Kohlestücke wirkten, und sah ihn erwartungsvoll und doch unsicher an.
„Ich liebe dich, Cathreen“, hauchte er, bevor er seine Lippen auf die ihren legte, was sie sofort leicht erzittern ließ. Ihr Herz machte heftige Sprünge in ihrer Brust und dennoch erwiderte sie am Anfang nur zaghaft seinen Kuss. Doch als sie sich daran erinnerte, wie sie sich am See geküsst hatten, was ihr vorkam als wäre dies schon eine Ewigkeit her, kam sie ihm entgegen und begann sanft an seinen Lippen zu knabbern, genauso wie er es damals getan hatte.
Während er mit seinen Händen über ihre Haare und ihren Rücken strich, öffnete er leicht seine Lippen, wobei sein Kuss noch etwas fordernder wurde. Ihre Hand immer noch auf seiner Brust, die sie leicht hin und her bewegte, lehnte sie sich gegen ihn, öffnete ihre Lippen einen Spaltbreit und seufzte kurz darauf auf, als sie seine Zunge spürte, die er langsam und vorsichtig in ihren Mund gleiten ließ. Als sie sich nun dicht an seinen Körper gepresst wieder fand, erschauderte sie leicht. Unsicher hob sie ihre Arme, umschlang ihn ebenfalls und begann unbewusst seine Schultern zu massieren. Nach einiger Zeit wurde sie mutiger und sie lieferte sich einen heftigen Kampf mit seiner Zunge, wobei auch ihr Atem immer schneller ging.
Es gab nur noch eines, was sie im Moment wollte, ewig so von ihm gehalten zu werden, im nahe sein und seinen Körper zu spüren und … von ihm geliebt zu werden …
Erschrocken über ihre eigenen Gedanken, löste sie sich keuchend von ihm, ließ ihr Hände aber weiterhin auf seinem Rücken liegen und sah ihn nach Atem ringend einfach nur an. In seinem Blick lag eine leichte Unsicherheit, das konnte sie sehen und so schob sie ihre Hand in sein Genick und zog ihn wieder zu sich heran, um erneut ihre Lippen auf die seinen zu pressen. Sofort kam er ihr entgegen und nicht nur das tat er. Langsam drückte er sie sanft nach hinten auf das Fell. Doch in dem Moment, als sie das weiche Fell in ihrem Rücken spürte, löste sie sich von ihm und blickte ihm erneut in seine Augen. Ein Lächeln huschte über ihr Gesicht, als sie begann, mit ihren Fingern seine Gesichtskonturen nachzuzeichnen.
Sein Blick heftete auf ihren Augen und sie spürte, wie er sanft mit seiner Hand über ihren Hals strich und diese weiter zu ihrem Nacken gleiten ließ. Auch sie ließ ihre Hand über seinen Hals abwärts gleiten, kurz berührte sie seine Brust und zog dann gleich wieder ihre Hand unsicher zurück und legte diese erneut an sein Gesicht. Wieder beugte sich Sinclair zu ihr hinunter küsste sie sanft. Doch dann ließ er seine Lippen über ihre Wange wandern, ihre Gesichtskonturen entlang bis zu ihrem Ohr, an dem er zu knabbern begann. Cathreen schloss langsam die Augen, genoss einfach nur seine Berührungen, bog ihren Rücken leicht durch und schnurrte wie ein zufriedenes Kätzchen, bevor sie die Augen wieder öffnete, „Ash ...?“, hauchte sie leise.
„Ja?“, gab er zurück und hob den Kopf an.
Unsicher, ob sie sagen sollte, was sie wollte, sah sie ihn an, doch dann verließ sie der Mut und sie schüttelte kurz den Kopf und strich mit ihrer Hand erneut über sein Gesicht.
„Bitte sag es mir. Ich will nicht, dass irgendetwas zwischen uns steht“, forderte er sie auf.
Ihr Herz schlug nun bis zu ihrem Hals und sie nahm nun allen Mut zusammen, hob den Kopf und neigte ihren Mund zu seinem Ohr, in das sie leise flüsterte.
„Liebe mich“, es war nur ein leises Hauchen und aus Verlegenheit begann sie nun an seinem Ohrläppchen zu knabbern und ließ sich, ihn verschüchtert ansehend, zurücksinken.
Er zögerte einen Moment und folgte ihrem Blick.
„Bist du sicher, dass du das wirklich willst?“, fragte er noch einmal nach, doch konnte sie das Glühen in seinen Augen sehen, das Verlangen, das in dem Moment in ihm aufflackerte.
Nicht den Blick von ihm nehmen, nickte sie und er beugte sich wieder zu ihr hinunter und diesmal waren seine Küsse noch fordernder. Mit seinen Fingern strich er sanft ihren Hals entlang, bis zum Stoff ihrer Bluse, dort schob er seine Hand hinein und strich zart über die Ansätze ihre Brüste.
Das Blut begann durch ihre Adern zu rauschen, als sie seine Hand auf ihrer Haut spürte. Noch immer streichelte sie einfach über seinen Rücken, massierte seine Schultern und schob dann, kaum spürbar ihre Hand unter sein Hemd, zog sie jedoch gleich wieder hervor. Unterdessen begann Ashley ihre Bluse zu öffnen und schob diese dann ganz zur Seite. Sein Blick fiel auf ihre zarte, weiße Haut, bevor er seine Lippen darauf senkte und hauchzarte Küsse darauf zu verteilen begann.
Kurz spannte sie ihren Körper an, als er das Stück Stoff zur Seite schob, doch nachdem sie seine weichen Lippen auf ihrer Haut fühlte, schloss sie seufzend die Augen und schob ihre Hände ganz unter sein Hemd, wo sie zuerst zögernd über die Haut seine Brust streichelte.
Ein leichtes Zittern durchlief ihren Körper, als er begann, zart ihre Brüste zu liebkosen. Angespornt davon öffnete Cathreen ebenfalls sein Hemd, schob es ihm über die Schultern und strich zart über seine warme Haut. Doch in dem Moment, als er zig Küsse auf ihren Brüsten verteilte und seine Lippen sich um ihre Knospen legten, keuchte sie leise auf, bog ihren Rücken durch und krallte kurz ihre Hände in seine Schultern, so überwältig war sie von dem Gefühl, das er in ihr erzeugte. So etwas hatte sie noch nie empfunden, es war gleichzeitig quälend und doch so zuckersüß.
Auch er konnte seine Erregung nicht mehr verbergen, eng schmiegte er seinen Körper gegen den ihren, rutschte aber wieder etwas nach oben, um sie erneut zu küssen. Seine Hand glitt weiter über ihren Bauch, über ihre Brüste, wo er kurz mit den Fingerspitzen über ihre inzwischen harten Knospen rieb, was sie dazu brachte, dass sie in seinen Mund stöhnte. Kurz danach hob er seinen Kopf nach oben und blickte sie heftig atmend an.
„Alles in Ordnung?“, fragte sie zögernd, weil sie sich nicht sicher war, ob sie etwas falsch gemacht hatte.
„In bester Ordnung. Ich musste mich nur noch mal davon überzeugen, dass es kein Traum ist“, sagte er leise.
„Nein, ich bin kein Traum, keine Illusion. Voller Leben bin ich und … ich liebe dich“, hauchte sie nun zurück und nichts war ihr ernster, als diese letzten Worte. Sie hätte in dem Moment alles für ihn getan, wirklich alles, wenn er es nur ausgesprochen hätte.
„Ich liebe dich“, gab er fast heißer zurück, küsste sie erneut und ließ seine Hand wieder über ihren Oberkörper wandern, bis hinunter zu ihrer Hose. Zuerst versucht er seine Finger einfach nur so unter den Bund ihrer Hose zu schieben, doch als er merkte, dass der Gürtel zu straff gebunden war, zog er die Hand wieder zurück. Währendessen ließ sie ihre Lippen über seinen Hals gleiten, hinunter über seine Brust und wieder zu seinen Schultern, an denen sie leicht zu knabbern begann. Etwas irritiert sah sie ihm hinterher, als er sich streckte und auf dem Tischchen neben ihnen, nach etwas zu greifen schien.
Er hatte ein kleines Messer in der Hand und noch ehe sie begriff, was er wollte, hatte er den Gürtel mit dem Messer durchtrennt und schob ihr dann die Hosen von ihren Hüften. Langsam zog er sie immer weiter nach unten und warf diese dann neben sich auf den Boden. Cathreen beobachtete ihn dabei und ihr Atem ging nun noch schneller und unregelmäßiger, als ihr seine Blicke auf ihren Körper deutlich bewusst wurden. Er kam langsam wieder zu ihr nach oben, strich dabei jedoch mit seinen Fingerspitzen über ihre Beine, ihre Hüften, Bauch und zwischen ihren Brüste nach oben. Noch immer sah sie zu ihm hoch. Bebend vor Verlangen und zitternd vor Aufregung und Angst, hatte sie ihre Hände in das weiche Fell unter sich gekrallt.
„Hab keine Angst. Ich verspreche dir, es wird wunderschön werden“, sagte er mit leiser, vibrierender Stimme, als er wieder halb über ihr lag.
Cathreen versuchte zu lächeln, sie wollte nicht, dass er sah, wie sie sich dennoch leicht fürchtete, vor dem, was sie eigentlich doch so sehr wollte.
Ashley strich erneut mit seinen Fingern über ihre Wange, küsste sie zart und ließ dann seine Hand wieder tiefer wandern. Erneut erzitterte sie unter seinen Berührungen, schlang wieder ihre Arme um seinen kräftigen Oberkörper und ließ die Hände über seinen Rücken gleiten, bis kurz vor seinem Po, während sie sanfte Küsse auf seinen Schultern verteilte.
Als er langsam nach unten glitt, viele Küsse auf ihrer Haut verteilend, folgte sie ihm mit ihrem Blick.
Erregt keuchte sie auf, als er abermals an ihren Brustwarzen saugte, um gleich daraufhin ihren Bauchnabel zu liebkosen.
Fast wie von selber fielen ihre Augen zu und sie bog ihren Rücken durch, um ihm noch näher zu sein. Ihre Hände lagen immer noch auf seinem Rücken und als er seine Lippen gegen ihre Scham presste und sie dort küsste, drückte sie leicht ihre Nägel in seine Haut und keuchte erregt auf, biss sich jedoch sofort auf die Lippen, um ein weites Keuchen zu unterdrücken.
Kurz warf sie ihm einen Blick zu, und sah, wie auch er in dem Augenblick zu ihr schaute, dann aber wieder seinen Mund auf ihre Mitte presste und das Ganze wiederholte.
Gefangen von seinen Berührungen, bäumte sie sich unter ihm auf. Unwillkürlich öffnete sie die Beine etwas und als sie spürte, wie er seiner Zunge in sie vorstoßen ließ, kämpfte sie verbissen darum, ein Stöhnen zu unterdrücken. Sie hörte, wie ihr Blut durch ihre Adern rauschte, als er sachte begann sie zu verwöhnen, fast so, als hätte er Angst sie zu verletzen.
Wieder krallte sie die Hände in das Fell unter sich und zuckte verschüchtert, und doch bis in alle Maßen erregt, immer wieder mit ihrer Hüfte leicht nach oben.
Ihre Augen hatten sie nun ganz geschlossen, nur ihr Mund war einen Spaltbreit geöffnet und ein kaum vernehmbares Wimmern, war daraus zu hören.

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Mit Zauberei hat das Geschichtenschreiben eben auch zu tun! Cornelia Funke (Tintenherz)

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Zuletzt von Sisilia am Fr Aug 01, 2008 5:28 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Wunsch nach Frieden 7 -12   Do Feb 07, 2008 10:26 pm

Ashley hatte inzwischen seine Hände an ihre Hüften gelegt und hielt sie fest, als sie begann sich unter ihm zu winden, jedoch hörte er nicht auf mit seinem Tun und machte einfach begierig weiter.
Mit dem Gefühl, ihr Herz würde sich jeden Moment überschlagen, glaubte sie es keine Sekunde länger auszuhalten, doch immer wenn sie dachte, dass sie diesem Gefühl nicht mehr standhalten könnte, brachte er sich noch ein Stück höher.
Inzwischen versuchte sie nicht mehr das Stöhnen zu unterdrücken, im Gegenteil. Mal leiser und mal lauter stöhnte sie nun immer wieder unter seinen Liebkosungen auf und wand sich wie eine Schlange unter ihm, während das Feuer in ihr immer wilder zu brennen begann.
Ashley hob langsam und mit glitzernden Augen seinen Kopf und sah sie verlangend an. Ihr Atem ging keuchend und sie verfolgte, wie er sich langsam zwischen ihren Beinen nach oben schob bis sein Gesicht direkt vor dem ihren war. Sie spürte seine heiße Haut auf der ihren, spürte, wie seine Brust an der ihren rieb und seinen Atem der hörbar gehen ihre Lippen ging.
Wie wild schlangen beide ihre Arme um den andern, sie küssten sich erneut, ließen ihre Zungen miteinander rangeln und wieder versuchte jeder von ihnen, die Vorherrschaft zu bekommen. Doch nach einiger Zeit spürte sie, wie er etwas unruhiger wurde und dann seine Hand zwischen sie beide schob.
Als er merkte, dass es so nicht ging, richtete er sich wieder etwas auf, öffnete den Gürtel seiner Hose und dann die Knöpfe. Cathreen konnte einfach nicht anders, als ihm fasziniert dabei zuzusehen, doch dann legte sie ihre Hand auf die Seine, stoppt ihn und schob ihm dann die Hose von seinen Hüften, wobei ihr Blick dabei schüchtern über seinen Körper huschte. Als der Stoff seiner Beinkleider irgendwo im Raum neben ihnen gelandet war, ließ sie sich erneut zurück auf das Fell sinken und langsam wanderte ihr Blick wieder nach oben zu seinen Augen. Er schien ihre kurzen, knappen Blicke auf sich zu genießen und dann hatte sie das Gefühl, er würde nur noch auf eine Aufforderung von ihr warten, die ihm sagen würde, dass sie es auch wollte, so sehr wie er.
So drückte sie sich erneut leicht nach oben, kam mit ihren Lippen den seinen gefährlich nah und hob ihm ihr Becken eine Winzigkeit entgegen. Doch erstaunt über ihre eigene Kühnheit, errötete sie in dem Moment etwas dabei.
Nun war Ashley es, der wieder die Initiative ergriff. Er strich mit seinen Händen zart über die Innenseite ihrer Schenkel, bevor er diese etwas weiter auseinander drückte und sich ihr vorsichtig entgegen drückte. Sie spürt seine heiße Erregung an ihrer Haut, als er das tat und schloss bei diesem erregenden Gefühl die Augen. Ihr Herz hörte sie nun überdeutlich trommeln und ihre Hände krallten sich unbewusst in seine Schultern.
„Nein, bitte. Sieh mich an!“, forderte er sie auf.
Sofort öffnete sie ihre Augen wieder und blickte ihn an. Er nickte jetzt zufrieden und drang dann ein kleines, kaum messbares Stück, in sie ein. Die Luft anhaltend, spürte sie ein leichtes Ziehen und hatte das Gefühl, etwas wäre nicht in Ordnung. Ashley jedoch hielt in dem Moment inne, ergriff ihre Hände, verschränkte seine Finger mit den ihren und drückte diese dann neben ihrem Körper in das Fell.
Mit einem ängstlichen Blick krallte sie ihre Hände in die seinen, und als er plötzlich kurz und kräftig in sie stieß und sie dann ganz auszufüllen begann, spürte sie einen kurzen, scharfen Schmerz, der ihren Körper durchzuckte. Sie schloss ihre Augen für einen Moment und bewegte sich keinen Zentimeter, während ihre Brust sich unregelmäßig hob und senkte.
Nach einem kurzen Moment hörte sie wieder seine Stimme und öffnete auch sogleich die Augen.
„Geht es wieder?“, fragte er leise und besorgt.
Ein leichtes Lächeln legte sich auf ihre Lippen und sie nickte langsam, wenn auch zögernd. Ashley beugte sich zu ihr hinunter und legte seine Lippen auf die ihren und während er das tat, begann er sich langsam in ihr zu bewegen.
Unsicher wagte Cathreen nicht irgendetwas zu tun, so blieb sie erst einmal nur ruhig liegen und versuchte alle ihre Gefühle gleichzeitig zu verarbeiten. Erst nach wenigen Minuten traute sie sich, ihr Becken versuchsweise leicht anzuheben und ihm entgegen zu kommen.
Ihr war klar, dass er ihre Unsicherheit spürte, doch er zeigte es ihr nicht, im Gegenteil er nahm sich extra viel Zeit und ganz langsam zog er sich aus ihr zurück, um dann wieder tief in sie zu dringen. Sie konnte spüren, wie er sie immer wieder von Neuem ausfüllte und je öfter er das tat, umso mehr gefiel es ihr. Mit der Zeit schaffte sie es ganz gut, sich seinem Rhythmus anzupassen und so hob sie ihm ihr Becken immer fordernder entgegen.
Doch dann, presste er sich noch mehr gegen sie, schlang seine Arme um sie und drehte sich ohne Vorwarnung mit ihr um, sodass nun er unter ihr lag. Erstaunt und vollkommen überrascht blickte Cathreen ihn an, richtete sich dann unsicher auf und sah zu ihm hinunter.
Wie automatisch begann sie nach einiger Zeit sich auf ihm zu bewegen, (Komma einfügen) indem sie ihr Becken anhob und sich langsam wieder auf ihn sinken ließ, (Komma einfügen) unterstützt von seinen Händen, die er auf ihre Hüften gelegt hatte. Dabei stöhnte sie auf, als viele kleine Stromstöße durch ihren Körper zu zucken schienen.
Nach kurzer Zeit richtete sich Ashley auf, sodass er fast zum Sitzen kam, legte seine Arme um sie und ließ erneut seine Hände über ihre Hüften zu ihrem Po wandern, um sie in ihrer Bewegung noch mehr zu unterstützen.
Ohne zu zögern, schlang Cathreen auch ihre Arme fest um seinen Nacken und hielt sich an ihm fest. Entzückt über die Empfindungen, die sich schon jetzt in ihrem Inneren angestaut hatten, begann sie ihre Hüften mit seiner Unterstützung zu bewegen, bis sie wusste, was sie tun sollte und sich dann von selber immer wieder auf ihn sinken ließ, wobei sie jedes Mal leise aufstöhnte. Als sie begann sich immer fordernder auf ihm zu bewegen, ließ er sich wieder auf den Rücken sinken und seine Augen beobachteten jede ihrer Bewegungen, während er ihr immer wieder entgegenkam und seine Hüften nach oben drückte.
Mit jedem Eindringen glaubte sie, dass er sie stärker auszufüllen schien und das Gefühl, das sie in diesem Moment hatte, konnte sie überhaupt nicht in Worte fassen.
Aus einem inneren Instinkt heraus, lehnte sie sich etwas nach hinten, stützte ihre Hände auf seinen Oberschenkeln ab, die sie, noch während sie sich schneller auf ihm zu bewegen begann, mit ihren Nägeln bearbeitete. Sie hörte sein Stöhnen und fühlte seine Hände, die jetzt auf ihrem Körper auf Wanderschaft gingen und über ihren Bauch strichen, nach oben zu ihren Brüsten, die er zu massieren begann und ihre Brustwarzen immer wieder zwischen seinen Fingern rieb.
Stöhnend warf sie jetzt ihren Kopf in den Nacken, ihre Haare streiften seine Füße dabei und von Minute zu Minute, wurden ihre Bewegungen immer fordernder.
Sie beugte sich wieder nach vorn, ihre Finger, die nun über seine Brust strichen, hinterließen kleine, kaum sichtbare, aber für ihn wohl deutlich zu spürende Striemen. Total verzückt von den vielen Berührungen seinerseits, stöhnte sie nun lauter auf und bewegte ihr Becken noch schneller, ohne dies allerdings selber zu merken, viel zu sehr war sie gefangen von den Gefühlen, die sich in ihrem Unterleib aufstauten und jede Sekunde auszubrechen drohte. Auch wenn sie es jetzt noch nicht erklären konnte, wünschte sie sich, dass sie endlich erlöst würde und gleichzeitig wollte sie, dass es niemals aufhören sollte.
Gefangen in ihren Gefühlen, in ihren Empfindungen, die sie vorantrieben, auf eine große Welle der Ekstase zu, gepackt und mitgerissen von seinem Stöhnen, bäumte sie sich immer wieder auf.
Ihre beiden Körper waren inzwischen feucht vom Schweiß und glänzten im Schein des Feuers. Doch mit einem Mal spürt Cathreen wie etwas auf sie zukam, ja, sie nahezu mitriss. Etwas, was sie nicht hatte erklären können, packte sie und ihr Körper verkrampfte sich mit einem Mal, was sofort von einem heftigen Zittern und Zucken abgelöst wurde. Sie hatte plötzlich das Gefühl, als ob ihr innerstes Feuer gefangen hätte und mit einem leisen, aber hellen Schrei bäumte sie sich auf, krallte ihre Hände in seine Haut und drückte sich fest an ihn. Ihr Schrei endete in einem Stöhnen, das danach in ein entzücktes Wimmern überging. Noch immer bebend und völlig erschöpft, aber so glücklich wie noch nie, sackte sie auf seiner Brust zusammen und atmete heftig gegen seine schweißnasse Haut.
Schwer atmend spürte sie, wie er seine Arme um sie schlang, sie festhielt und an sich presste. Er gab ihr die Zeit, die sie brauchte, um sich wieder etwas zu beruhigen, strich mit seiner Hand über ihre Wange und suchte dann ihren Blick.
Nicht nur ihr Herz spürte sie, als sie so dicht aneinander lagen, auch seines konnte sie genauso schnell schlagen fühlen. Als sie seine Berührung an ihrer Wange fühlte, sah sie auf und ein sanftes Lächeln legte sich auf ihre Lippen. Nur zu gerne erwiderte sie seinen Blick und schmiegte dabei ihr Gesicht in seine Hand.
Einen Moment später hob er seinen Kopf an, hauchte ihr einen Kuss auf die Lippen und drückte sie sanft zurück auf das Fell, welches ihr angenehm kühl, im Gegensatz zu seiner Haut vorkam, auf dass sie sich ohne zu zögern sinken ließ.
Gleich spürte sie wieder seine Lippen an ihrer Haut, die küssend von ihrem Bauch weiter nach oben wanderten, keine Stelle auszulassen schienen. Sie beobachtete ihn dabei, bis er sich wieder aufrichtete, sich erneut zwischen ihre Beine drängte und abermals in sie eindrang. In dem Moment, als er sie ganz ausfüllte und ein wohliges Stöhnen aus seiner Kehle kam, schloss sie kurz die Augen. Ihre Hand ließ sie zu seinem Nacken wandern, umfasste diesen zart und zog ihn ganz nahe zu sich heran.
„Ich liebe dich“, flüsterte er kurz vor ihrem Gesicht und seinen feurigen Blick erwidernd hauchte sie gegen seine Lippen:
„Ich liebe dich auch“, noch während sie das sagte, schlang sie ihre Beine um seine Hüften, bog ihren Rücken durch, um ihm so nahe wie möglich zu sein.
Diesmal schlug er gleich ein etwas forscheres Tempo an und Cathreen versuchte ihm genug Bewegungsfreiheit zu lassen, trotz ihrer Umklammerung. Immer wieder verschmolzen ihre Lippen miteinander, um sich kurze Zeit nach Atem ringend wieder voneinander zu lösen.
Abermals erfasste sie dieses Kribbeln in ihrem Unterleib, wenn auch nicht ganz so stark wie noch kurz zuvor, aber dennoch einnehmend. Sie umfasste sein Gesicht nun mit beiden Händen und begann sanfte Küsse darauf zu verteilen, glitt mit ihren Lippen langsam von seiner Wange zu seinem Ohr und während sie an seinem Ohrläppchen zu knabbern begann, raunte sie ihm mit dunkler leicht zittriger Stimme zu.
„Halte dich nicht zurück, mein Liebster!“ Während sie das sagte, hob sie erneut ihr Becken noch mehr an und begann, selber aufgeputscht von seinen fordernden Stößen, die Haut auf seinem Rücken zu malträtieren.
Nach einiger Zeit löste er seine Lippen von den ihren und drückte sich etwas mehr nach oben, dabei wurden seine Bewegungen etwas härter und noch fordernder, was ihren Körper nun bei jedem seiner Stöße erzittern ließ.
Keuchend wanderte ihr Blick über seinen von einem Schweißfilm überzogenen Körper und sie spürte, wie kleine Schweißtropfen über seinen Rücken rannen, den sie Sekunden zuvor noch so gereizt hatte. In dem Moment warf er stöhnend seinen Kopf in den Nacken, während sie das Gefühl hatte, sein Körper würde von einem heftigen Beben geschüttelt, nur um kurz darauf hin schwer atmend zu ihr nach unten zu sinken und seine Lippen erneut auf die ihren zu pressen.
Sofort umfing Cathreen ihn mit ihren beiden Armen, zog ihn noch dichter an sich heran und hauchte ihm viele kleine Küsse auf seine Lippen. Überdeutlich konnte sie seinen schnellen Herzschlag fühlen und streichelte ihm nun beruhigend über seinen Rücken, nicht fähig den Blick von ihm zu nehmen, oder etwas zu sagen, aus Angst, sie könnte diesen wunderbaren Augenblick durch ihre Worte zerstören.
Nach einiger Zeit aber huschte ein sanftes Lächeln auf ihr Gesicht, während sie weiter, immer wieder zart mit den Fingerspitzen über sein Gesicht streichelte.
„Hätte ich früher gewusst, dass es … so ist, hätte ich dich damals nicht so ohne Weiteres aus dem See steigen lassen“, hauchte sie jetzt leise, mit dem Gedanken daran, wie nahe sie schon damals dieser Liebe gewesen waren.
„Der See war aber verdammt kalt“, erklärte er nun grinsend. Auch Cathreen musste nun schmunzeln und presste dann ihre Wange an die Seine.
„Bist du glücklich?“, fragte Ashley nun in die entstandene Stille hinein.
„Ja“, flüsterte sie erneut seinen Blick suchend, „ja, wer wäre das nicht?“, fügte sie noch überglücklich an.
„Ich wünschte die Zeit könnte hier und jetzt für uns stehen bleiben“, sagte er mit einem sanften, jedoch sehnsüchtigen Blick.
„Leider kann sie das nicht“, gab sie nun zurück und blickte an ihm vorbei, in eine dunkle Ecke des Raumes.
„Nein, leider geht das nicht“, seufzte er leise, hauchte ihr erneut einen Kuss auf die Lippen und ließ sich neben sie gleiten, wo er auf der Seite liegen blieb und begann mit seinen Fingern zart über ihre Haut zu streichen.
Den Wunsch verspürend, ihm immer noch nahe zu sein, kuschelte sie sich sofort gegen ihn, legte ihren Kopf gegen seine Brust und genoss einfach seine Wärme.
Kurz kam ihr ein Gedanke und sie holte schon Luft um diesen auszusprechen, überlegte es sich dann aber doch anders. Allerdings hatte Ashley das wohl bemerkt.
„Eine Penny für deinen Gedanken“, sagte er leise. Zögernd und ohne ihn anzusehen, begann sie dann doch zu sprechen.
„Ich dachte nur an deinen Brief … willst … willst du immer noch, dass ich zurück zu meinem Vater gehe?“, fragte sie sehr zögernd.
„Ich …, nein. Ich wollte dich doch nur in Sicherheit wissen. Ich könnte es nicht ertragen, wenn dir etwas geschehen würde. Das war der Grund, warum ich wollte, dass du nach Hause gehst. Doch jetzt … Ich will es dir überlassen. Noch einmal werde ich dich nicht fortschicken, aber du weißt, wie gefährlich es an meiner Seite ist. Man hat mich schon zwei Mal erwischt. Ich bin wohl nicht der begabteste Spion“, fügte er mit einem Grinsen an.
„Überlege es dir gut. Doch wenn du dich dafür entscheidest, bei mir zu bleiben, dann werde ich dich mitnehmen.“
Cathreen richtete sich langsam auf, griff nach einer Decke, die neben dem Fell lag, stand auf und schlang sich diese um ihren Körper. Ohne ein Wort zu sagen, ging sie zu dem Fenster und blickte eine ganze Weile hinaus. Sie spürte die fragenden Blicke von Ashley in ihrem Rücken und hörte, wie er nach einiger Zeit des Schweigens Holz in dem Kamin nachlegte.
„Ich möchte nicht weg von dir“, begann sie. Auch wenn sie sich nun überhaupt nicht mehr sicher war aus welchem Grund. War es der Auftrag oder war es das, was für ihn empfand, oder vielleicht beides?
„Das Einzige, was ich möchte, ist bei dir zu bleiben. Doch das kann ich nicht, wenn ich nicht weiß, was du tust“, begann sie nun, drehte sich zu ihm um und sah ihn, der noch immer vor dem Kamin saß, an.
„Sag mir, für wen spionierst du? Was tust du genau und wieso, warum beschuldigt man dich immer wieder auf so grausame Weise, eines Verbrechens, das du nicht begangen hast?“
Diese Fragen brannten ihr schon lange unter den Nägeln. Egal ob für ihren Auftrag oder nur für sich. Sie musste einfach wissen, warum er immer wieder sein Leben riskierte.
Für einen Moment zögerte er, doch dann, mit einem Kopfnicken, begann er zu reden.
„Gut, ich vertraue dir. Ich lege erneut mein Leben und das vieler anderer in deine Hände. Ich will dir die Wahrheit sagen. Der Grund, warum ich das tue, ist, weil ich hoffe, auf diese Weise endlich Frieden zwischen England und Schottland zu schaffen.“
Erstaunt musterte sie ihn einen Moment.

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BeitragThema: Re: Wunsch nach Frieden 7 -12   Do Feb 07, 2008 10:28 pm

„Ich habe diese Kämpfe und ewigen Streitereien satt. Jeder will doch nur noch mehr Macht, mehr Land, mehr Besitz. Dabei richten sich doch alle gegenseitig zugrunde.“ Sein Blick war leicht verbissen, als er das sagte.
„Den Frieden? Wie willst DU das fertigbringen“, fragte sie ihn überrascht und sah ihn an, als hätte er erklärt, er wolle einen Ausflug auf den Mond machen.
„Ich war beim König, Cathreen. Und dieser hat mir eine Botschaft für den schottischen Herrscher, König Jakob, mitgegeben. Es war ein Friedens- und Bündnisangebot. Ich sollte dieses Schreiben an den Soldaten vorbei bringen und es ihm nur persönlich übergeben.
Mit der Antwort von ihm werde ich jetzt in London erwartet. Wenn ich mich nicht irre, ist der Brief, den ich hier habe, ein Friedensvertrag. Verstehst du jetzt, was das bedeutet. Was es für unser ganzes Land bedeuten würde? Nur gibt es ein paar Generäle, denen der Frieden absolut nicht gefallen würde, und ich weiß nicht wie, aber sie haben wohl von der Aktion erfahren und wollen nun mit allen Mitteln verhindern, dass der Vertrag zustande kommen wird.“
Einige Zeit musterte sie Ashley nachdenklich, versuchte ihre Gedanken zu ordnen und das soeben Erfahrene zu verarbeiten.
„Du warst beim König?“, wiederholte sie dann erstaunt und als er nickte, fragte sie noch.
„Und jetzt musst Du den Brief nach London bringen?“
„Ja, der König wartet auf die Antwort. Hat er sie nicht bis zu einem bestimmten Termin, der genau in fünf Tagen um Mitternacht endet, muss er tun was seine Generäle von ihm fordern und Schottland den Krieg erklären. Was das bedeutet, ist dir sicherlich klar“, endete er mit seiner Erklärung.
„Aber …, aber das kann er doch nicht machen?“, sagte sie und sah ihn entsetzt an, dann ging sie zu ihm und setzte sich erneut neben ihn.
„Das heißt, dass das Wohl Englands und Schottlands von deinem Erfolg abhängt?“, fragte sie erneut ungläubig nach.
„Und von dem Brief. Denn ich weiß nicht mal genau, ob es auch wirklich ein unterzeichneter Friedensvertrag ist. Ich kenne den Inhalt nicht. Aber egal, was auch darin stehen mag, es ist meine Pflicht und Aufgabe ihn an den König zu übergeben“, sagte er sehr entschlossen und sein Blick zeigte ihr, wie ernst es ihm damit war.
„Das musst du auch, doch … ich meine … schaffst du das? In nur fünf Tagen? Was ist, wenn nicht? Was ist, wenn man dich wieder festnimmt und dich dann …“, sie brach ab, bei dem Gedanken, den sie nicht ertragen konnte und starrte nun in die Flammen.
„Dann werde ich nur einer von Tausenden von Männern sein, die in den nächsten Monaten sterben werden. Denn was danach folgen wird, ist viel schlimmer und grausamer … Ich will daran lieber nicht denken“, seine Stimme brach ab und auch er blickte nachdenklich in die Flammen.
Cathreen konnte jetzt nicht anders, ergriff seine Hand und hauchte einen Kuss auf seine Handfläche.
„Sag so was nicht … bitte nicht“, flehte sie jetzt und sah dann, dass er für einen Moment die Augen schloss.
„Noch können wir es schaffen, Cathreen. Und wenn sie mich doch erwischen sollten, musst du eben den Brief zum König bringen, für mich.“
„Nein! Sprich nicht so!“ Ihre Augen funkelten entschlossen in dem Moment. Wir schaffen das gemeinsam oder gar nicht“, erklärte sie mit einem bestätigenden Kopfnicken.
„Das wäre mir natürlich am liebsten. Es gibt nichts, was ich mir im Moment mehr wünschen würde, als mit dir vor den König zu treten und ihm diesen Vertrag aushändigen zu können.“
In dem Augenblick konnte Cathreen nicht anders und schmunzelte ihn an.
“Ich wollte schon immer mal vor einem König stehen und ihm meine Meinung sagen“, erklärte sie jetzt und Ashley sah sie etwas irritiert an.
„Ach ja?“
„Ja, allerdings. Ich bin mit vielem, was er tut, nicht einverstanden und vielleicht sollte es jemanden geben, der dem König das einmal aus der Sichtweise seiner Untertanen sagt, die er nur von Erzählungen her kennt.“
„Ich weiß nicht, ob das so klug wäre. Wenn dem König nicht gefällt, was du ihm sagst, könnte er dir deinen hübschen Mund stopfen, in dem er befiehlt, dir den Kopf abschlagen zu lassen. Und ich muss sagen, das würde ich sehr bedauern, denn eine Ehefrau ohne Kopf, ist zurzeit nicht gerade … modern“, erklärte er grinsend.
„Keine Sorge, auch ich weiß meine scharfe Zunge im Zaum zu halten“, erklärte sie leise lachend und schmiegte sich wieder an ihn.
„Das hoffe ich, denn sonst müsste ich dir vielleicht deinen vorlauten Mund stopfen“, gab er ebenfalls grinsend zurück.
„Das würdest du tun?“, fragte sie und zog eine Schnute.
„Wenn es notwendig wäre“, funkelte er sie spitzbübisch an.
„Oh, ich denke, von Euch würde ich mir liebend gern den Mund stopfen lassen, Mylord“, gab sie nun ebenfalls mit funkelnden Augen zurück und kämpfte mühevoll dagegen an, nicht loszulachen.
„Ja? Dann sollten wir vielleicht schon mal üben?“, fragte er und ohne abzuwarten, beugte er sich über sie und gab ihr einen leidenschaftlichen Kuss, der ihr fast dem Atem raubte. Sofort drückte sie sich ihm entgegen und erwiderte auch seinen Kuss. Aber dann begann sie immer wieder grinsend, seinen Lippen auszuweichen. Einige Male versuchte er vergebens ihre Lippen zu erreichen, bis er einfach seine Hand unter ihr Kinn legte und dieses festhielt, sodass sie keine Chance hatte, ihm erneut zu entkommen. Leise keuchte sie gegen seine Lippen, als sie merkt, dass sie nicht mehr wegkam, doch dann schmiegte sie sich eng an ihn.
„Das ist aber nicht die feine englische Art, jemanden den Mund zu verbieten“, sah sie ihn schmunzelnd an.
„Aber scheinbar die Einzige, die bei dir wirkt.“
„Nein, ganz und gar nicht, aber vielleicht die Einzige, die mir gefällt“, haucht sie nun an seine Lippen.
„Ach ja?“, fragte er schmunzelnd und hob eine Augenbraue.
Doch bevor sie darauf etwas erwidern konnte, nahm er ihr Gesicht in seine beiden Hände, legte erneut seine Lippen auf die ihren und drückte sie nach hinten. Zuerst erstaunt ließ sie sich nach hinten sinken, doch sofort als sie seine Lippen auf den ihren spürte, schloss sie die Augen und vergrub ihre Hände in seinem weichem Haar.
Sanft, behutsam und kaum spürbar, schmiegte er sich an sie, strich sanft über ihre Haut, während seine Lippen, ganz im Gegensatz dazu, sie fordernd, sogar fast wild küssten.
Es machte sie fast verrückt, als er das tat und immer wieder vergrub sie ihre Hand in seinem Haar, sodass er sich nicht von ihr entfernen konnte. Die Decke, in die sie sich eingewickelt hatte, rutschte langsam von ihrem Körper, was sie aber weder beachtete noch störte, denn viel zu sehr war sie damit beschäftigt, seinen Küssen entgegen zu kommen. Als er sich etwas von ihr löste und sie ansah, konnte sie in seinen Augen buchstäblich lesen, was er empfand und was er wollte.
Es lief ihr ein Schauer über den Rücken und als er begann ihren Hals und anschließend ihre Schultern zu küssen, schloss sie ihre Augen. Sie bekam gar nicht mit, wie er immer wieder zwischendrin, während er jeden Zentimeter ihrer Haut zu küssen schien, nach oben sah und sie musterte, um zu sehen, wie sie auf seine Berührungen reagierte. Ihre Hände glitten von seinem Körper und krallten sich immer wieder, bei jeder neuen Berührung seiner Lippen auf ihrer Haut, in das Fell, auf dem sie lag. Sie merkte, dass er nicht genug davon bekam, genauso wenig wie sie. Immer tiefer wanderten seine Lippen und hinterließen eine heiße Spur auf ihrer Haut, während seine Finger über ihre Arme strichen, auf der Suche nach Stellen, die er noch nicht berührt oder geschmeckt hatte.
Ein heißeres Stöhnen drang über ihre Lippen, was für sie fast ein Signal war, und vor sich und ihrem Tun selbst erschrocken, drückte sie ihn zur Seite, drehte sich mit ihm langsam um, sodass nun sie halb auf seiner Brust lag und sah ihn einen Moment an, bevor sie ihre Lippen auf seine Brust legte und nun das Spiel umdrehte. Sie merkte, wie er sich entspannte und den Kopf nach hinten sinken ließ. Durch diese Geste wurde sie noch mutiger und küsste seine Haut noch verlangender und nahm nun auch ihre Hände hinzu, die über seine Seiten wanderten. Immer tiefer glitt sie und ließ ihre Zunge um seinen Bauchnabel kreisen, um kurz darauf in diesen zu stoßen, was ihm ein leises Stöhnen entlockte.
Angespornt und völlig verzückt von seinem Stöhnen und seinen Fingern, die durch ihr Haar glitten, ließ sie nun auch noch ihre Hände auf Wanderschaft gehen. Streichelte über seine Brust, wobei sie kurz seine Brustwarzen streifte, nur um sie daraufhin wieder an seinen Seiten hinab und wieder hinaufgleiten zu lassen. Ihre Lippen wanderten indessen noch weiter nach unten, verteilten sanfte Küsse auf seinen Hüften, und wanderten von einer Seite zu anderen.
Wann immer sie ihn berührte, spürte sie ein Kribbeln auf ihrer Haut, während ihr seine schon fast fiebrig vorkam.
Vergessen hatte sie in dem Moment seinen Auftrag, das was sie in den letzen Tagen durchzustehen hatten. Ihre Sinne waren nur noch auf ihn ausgerichtet und seine Berührungen. Noch nie hatte sie sich so fallen lassen können, wie in seinen Armen und sie genoss dieses wundervolle Gefühl.
In dem Moment, als er seine Arme, welche die ganze Zeit über ihren Rücken gestreichelt hatten, neben sich sinken ließ, hob sie ihren Kopf an. Als sie seinen Blick bemerkte, huschte ein Lächeln über ihr Gesicht und sie kniete sich neben ihn. Während sie nun ohne Scheu, und mit lüsternem Blick an seinem Körper entlang blickte, öffnete sie leicht ihre Lippen und haucht ihm leise entgegen.
„Was möchtest du?“, fragte sie ihn und sah ihm wieder in seine dunklen, leuchtenden Augen.
„Was ich möchte? Ich habe alles, was ich möchte. Ich habe dich an meiner Seite. Ich will immer so glücklich sein mit dir, wie jetzt“, erklärte er, doch dann huschte ein Funkeln in seine Augen.
„Doch wenn du darauf anspielst, was ich ‚jetzt’ gerne möchte …“
In dem Moment nahmen ihre Gesichtszüge einen warmen Ausdruck an und langsam glitt sie neben ihn. Beim Hinaufrutschen streifte sie wie zufällig kurz seinen Schaft, mit ihrem Arm, doch tat sie so, als hätte sie es nicht bemerkt. Auch wenn er kaum hörbar die Luft einzog, als sie ihn an seiner empfindlichsten Stelle berührte.
„Wenn es das ist, was du möchtest? Dann hast du es. Mich. Ganz nah an deiner Seite“, erklärte sie, und kuschelte sich an ihn.
„Genau das meinte ich“, keuchte er in dem Moment leise. Langsam richtete er sich nun auf, legte eine Hand auf ihre Schulter und ließ die Finger dann an ihrem Arm nach unten gleiten.
Cathreen dachte jedoch nicht daran, ihm wieder dir Führung zu überlassen. Diesmal war es an ihr. So drückte sie ihn erneut nach hinten, was er zuerst nicht so recht wollte, doch als sie wieder begann seine Brust zu küssen, ließ er sich mit einem Seufzen nach hinten sinken.
Erneut ließ sie ihre Finger über seine Hüfte wandern, direkt vorbei an seiner Erregung, kratzte leicht mit den Nägeln über die Innenseite seiner Hüfte und hinterließ dort leichte, rote Striemen, was ihm ein leises wohliges Zischen entlockte.
Leicht lächelte sie nun gegen seine Haut und begann immer wieder kleine Bisse auf seiner Brust zu verteilen, nur um kurz darauf mit der Zunge darüber zu streichen. Durch sein leichtes Aufbäumen ermutigt, ließ sie ihre Hand langsam von seinem Schenkel nach oben wandern, zögerte noch kurz, doch dann berührte sie kaum merklich seinen Schaft und strich zart darüber. Leise stöhnend presste er in dem Moment die Luft aus seinen Lungen. Unsicher zog sie ihre Hand dann aber wieder weg und sah ihn fragend an, darauf wartend, wie er wohl reagieren würde.
„Bitte, hör nicht auf“, hauchte er leise und seine Augen hatten fast schon einen flehenden Ausdruck angenommen.
Wie durch einen Nebel hörte sie seine Worte, viel zu berauscht war sie allein davon, nur seinen Körper zu betrachten, dennoch vernahm sie seine Bitte mit einem Lächeln. Zuerst zögerlich schob sie ihre Hand wieder in Richtung seiner Lenden, strich kurz über seine Erregung, und als sie seinen schneller werdenden Atem vernahm, umfasste sie seinen Schaft ganz, aber vorsichtig mit einer Hand. Langsam, zuerst noch unsicher begann sie ihn zu massieren, wobei sie kaum Druck ausübte. Wieder fanden ihre Lippen nun fast verschüchtert seine Brust und auch den Weg zu seinem Hals, an dem sie sanft zu knabbern begann. Mit der Zeit festigte sich ihr Griff etwas, dennoch steigerte sie das fast quälende, langsame Tempo nicht, mit dem sie ihn bearbeitete.
Cathreen spürte, wie seine Finger über ihre Haut zu wandern begannen, sie strichen genauso sanft über ihre Schultern, Arme und Seiten, wie sie ihn umfasst hatte und dann begann er, genauso zärtlich ihre Brust zu streicheln. Einige Zeit änderte keiner von ihnen etwas daran, doch als sie aufblickte, bemerkte sie, wie er sie von oben bis unten musterte und dann sein Blick auf ihre Hand hängen blieb, die ihn massierte. Auch sie folgte seinem Blick und einen Augenblick lang war sie versucht ihre Bewegung einzustellen, doch stattdessen, umfasste sie ihn noch stärker und beschleunigte ihr Tempo minimal und sah ihm dabei in die Augen. Kaum merklich hob er sich ihrer Hand entgegen, während er seine nun ebenfalls tiefer gleiten ließ, in schlangenförmigen Linien, glitt er bis zu ihrer Mitte und strich einige Male darüber. Jedes Mal keuchte sie leicht unter seinen Berührungen auf, nahm aber nicht den Blick von seinen Augen, die ihr nun viel dunkler und leuchtender vorkamen, wie wenige Augenblicke zuvor. Fast schwarz waren sie nun, mit ein paar hellen sternförmigen Funken darin. Ein wohliger Schauer durchlief ihren Körper, der seine Finger in ihrem Schoß fand und unwillkürlich presste sie sich seiner Hand entgegen. Wieder begann sie ihn zu küssen, doch im Gegensatz zu ihren sanften Küssen, wurde ihre Hand immer fordernder, umfasste ihn fester und steigerte das Tempo langsam aber stetig, wobei sie mal fester und dann wieder sanfter über seine Erregung rieb.
Je fordernder sie wurde, umso mehr begann er mit seinen Fingern über ihre Scham zu reiben und den Weg immer tiefer in sie zu finden.
Ihre Küsse wurden immer leidenschaftlicher und Cathreen begann, vor Erregung leicht zu zittern. Inzwischen hielt sie sich, dicht an ihn geschmiegt, an seinem Oberarm fest, und je mehr er sie reizte, desto unruhiger begann sie mit den Hüften hin und her zu rutschen, schob sich ihm entgegen und bäumte sich kaum merklich auf.
So war es nicht verwunderlich, dass ein Stöhnen aus ihrer Kehle drang, das ihm zeigen musste, was sie gerade empfand.
„Komm, setzt dich auf mich! Ich will dich spüren!“, keuchte er und nahm die Hand weg. Doch zu ihrer Verwunderung drehte er sie so herum, dass sie ihm den Rücken zuwandte und nickte ihr dann aufmunternd zu.
Zu gern hätte sie ihm jetzt in die Augen gesehen, doch sie kam seinem Wunsch dennoch nach. Langsam, Stück für Stück, ließ sie sich auf seine Hüften sinken und das Gefühl war unbeschreiblich, als sie ihn in dieser Position in sich spürte.

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BeitragThema: Re: Wunsch nach Frieden 7 -12   Do Feb 07, 2008 10:32 pm

In dem Moment legte sie ihren Kopf in den Nacken und krallte keuchend ihre Hände in seine Oberschenkel. Dann merkte sie, wie er sich hinter ihr aufrichtete, seine Arme um sie schlang und seine Brust gegen ihren Rücken presste. Sie konnte und wollte sich in dem Moment nicht bewegen, sondern nur dieses wahnsinnige Gefühl genießen, dieses Gefühl, das wie heiße Lava durch ihren Körper floss. Genauso wie seine Hand, die über ihre Haut strich und zielsicher nach unten wanderte und erneut begann, sie zwischen ihren Beinen zu reizen, während er den anderen Arm um ihre Taille gelegt hatte und sie so festhielt. Der zusätzliche Reiz war schon fast zu viel für sie und stöhnend legte sie ihren Kopf in den Nacken, wobei sie ihn auf seine Schulter bettete. Immer wieder keuchte sie auf, mal leiser dann wieder lauter, doch dann hielt sie es nicht mehr aus, sie musste sich einfach bewegen, ihr Hüfte leicht anheben und kreisen lassen, um sich im nächsten Moment wieder auf ihn herab sinken zu lassen.
Seufzend schloss sie die Augen, presste sich gegen ihn und genoss seine warme Haut. Er legte seine Hände an ihre Hüften und begann nun, sie bei ihren Bewegungen zu unterstützen, doch dann sank er leise stöhnend zurück auf das Fell. Immer wieder kam er ihr rhythmisch entgegen und sie konnte hören, wie sein Atem immer schneller ging und sich mit diesem, immer wieder ein genussvolles Geräusch seinen Weg an ihre Ohren bahnte.
Jedes Mal, wenn sie sich auf ihn sinken ließ und sie seine harte Männlichkeit voll und ganz in sich spürte, krallte sie nicht gerade sanft ihre Nägel in seine Hüften. Das Pochen und Ziehen in ihrem Inneren nahm langsam aber stetig zu, zu erregt, von dem, was bisher schon gewesen war, begann sie sich nun schneller auf ihm zu bewegen. Immer zuckte ihre Hüfte nach vorn und sie drückte sich fest an ihn. Jedes Mal keuchte er auf, als sie ihre Nägel tiefer in sein Fleisch bohrte und mit einem Mal, spürte sie wieder seine erhitzte Haut an ihrem Rücken, was sie aber nicht daran hinderte, ihre Bewegungen weiterzuführen. Als er seine Arme um sie schlang, drehte sie den Kopf etwas nach hinten und vergrub ihr Gesicht in seiner Halsbeuge, während sie immer wieder heiße Küsse auf seine salzig schmeckende Haut verteilte.
„Ash, Ash“, hauchte sie immer wieder und er versuchte ihre Lippen zu küssen, was aus der Position nicht leicht war. Sein heißer Atem ging gegen ihre Haut, vermischt mit einem keuchenden Stöhnen rieben ihre schweißnassen, im Kaminfeuer glänzenden, Körper gegeneinander.
„Cathreen, bitte sieh mich an. Ich will in deine Augen sehen!“ Stöhnend und außer Atem kamen diese Worte über seine Lippen und sie spürte wie ihr ganzer Körper, unter seinen Händen, inzwischen vor Verlangen zitterte. Sie öffnete ihre Lippen, die ebenfalls leicht bebten, und machte einem lustvollen Stöhnen platz. Immer fester presste sie sich an ihn, nicht nur die Hitze ihres Körpers, sondern auch die seines spürend, die sie beide gemeinsam fast zu verbrennen schien. Mit vor Lust und Erregung funkelnden Augen sah sie ihn an, verschränkte die Finger mit den seinen und ließ sich in dem Moment einfach fallen.
Doch scheinbar reichte ihm das Ganze nicht mehr, denn er drückte sie nach oben und dann nach vorn, sodass sie nun auf allen Vieren vor ihm kniete. Fragend und verlangend sah sie zu ihm nach hinten, als er sich hinter sie kniete und ohne zu zögern wieder in sie eindrang.
Doch sein Stoß war so heftig und fordernd, dass ein heiserer Schrei aus ihrer Kehle drang, und sich mit seinem Stöhnen in dem Moment vermischte. Sofort krallte sie ihre Hände wieder in das Fell und versuchte, so gut es ihr in dieser Position möglich war, sich ihm entgegen zu schieben. Seine Stöße, so viel fester als zuvor, füllten sie völlig aus und ließen sie nun jedes Mal leise keuchend aufstöhnen. Tief in ihrem Innersten schien sich etwas aufzubauen, viel heftiger als es beim ersten Mal der Fall gewesen war und doch so süß, dass ihr Körper wieder zu zucken begann. Hartnäckig versuchte sie diesmal dieses Gefühl zu halten, es nicht ausbrechen zu lassen. Dabei biss sie sich leicht auf die Lippen und unterdrückt ein weiteres Stöhnen, bis sie das Gefühl hatte, ihr Herz würde jeden Moment kollabieren und sie öffnete erneut ihrem Mund, aus dem sofort ein weiteres heftiges Stöhnen drang.
Das Ganze schien Ashley noch mehr zu erregen, immer wieder zog er sich langsam aus ihr zurück, um gleich wieder heftig in sie zu stoßen. Nach einiger Zeit schlug er dann ein schnelleres Tempo an, stieß aber dafür nicht mehr so stark zu. Dafür ließ er nun seine Hände, die bisher auf ihren Hüften geruht hatten, nach oben über ihren Rücken bis hin zu ihrem Nacken wandern, dann griff er kurz in ihre Haare, die einen Moment gepackt hielt, um dann wieder ihre Hüften zu packen.
Mit einem Male begann Cathreens Körper heftig zu zucken, sie spürte, wie der Höhepunkt diesmal donnernd auf sie zurollte. Oder war es ihr Herz, das so laut in ihrer Brust schlug? Sie wusste es nicht und es war ihr auch egal. Ohne weiter nach einer Antwort auf diese Frage zu suchen, kam sie ihm plötzlich soweit sie konnte entgegen, stöhnte heißer auf und legte ihren Kopf in den Nacken.
Ihre Hände krallten sich so fest wie nur möglich in das Fell unter ihr, als sie sich um ihn zuckend verengte und sie hatte das Gefühl, dass sie nur für ihn zitterte, nur für ihn leise Schreie ausstieß, nur für ihn mit ihrem Herzschlag weitermachte und es fühlte sich alles so verdammt richtig an.
In dem Moment spürte sie, wie Ashleys Bewegungen auch unkontrollierter wurden und er sich laut stöhnend gegen sie presste, als er sich in ihr ergoss. Seine Hände bohrten sich fest in ihre Hüften und sie bäumte sich nun leicht auf, bevor ihre Arme zitternd nachgaben und sie erschöpft auf das Fell sank. Er folgte ihr und schmiegte sich an ihren Rücken, während er seine Arme um sie schlang. Gemeinsam zitterten nun ihre Körper um die Wette und sie hatte das Gefühl, die ganze Erde würde beben.
Cathreen glaubte, ihr Herzschlag wollte sich gar nicht mehr beruhigen, heftig atmend lag sie einfach nur da.
Erst nach einiger Zeit bewegte sie langsam ihre Hand, griff damit nach seiner und hielt diese einfach nur fest. Nach schier endlosen Minuten, in denen sie einfach nur da lagen und sie sein Gewicht auf ihrem genoss, drehte sie den Kopf zur Seite und sah ihn überglücklich an.
Er richtete sich etwas auf, zog sie aber gleichzeitig mit sich, um den Körperkontakt zu ihr nicht zu verlieren, während er sich neben sie legte, dann schmiegte er seine Wange gegen ihren Kopf.
„Du bist wirklich unglaublich, weißt du das?“ hauchte er mit einer fast rauen Stimme an ihr Ohr. Überdeutlich nahm sie nun seinen Geruch wahr, den sie in sich aufnahm, so, als wollte sie ihn sich für immer einprägen. Glücklich seufzend hob sie den Kopf, als sie seine Worte vernahm und sah ihn eine Weile einfach nur an, dann strich sie ihm eine seiner dunklen Strähnen aus der Stirn und ließ ihn dabei nicht aus den Augen.
"Nein, du bist unglaublich. Ich hatte von Anfang an das Gefühl, dass du etwas ganz Besonderes bist, doch jetzt weiß ich ... es war nicht nur ein Gefühl, du bist wirklich etwas ganz besonderes", hauchte sie nun gegen seine Lippen.
„Mir ging es mit dir nicht anders. Schon als du wie ein kleines bockiges Mädchen dir nicht von mir helfen lassen wolltest, nach dem Überfall, hatte ich mir gewünscht, dich zu erobern und dein Herz zu gewinnen. Wie habe ich meine Lage in dem Moment verflucht, gerade jetzt diesen Brief nach Inverness bringen zu müssen. Und doch hatte ich in mir die leise Hoffnung, dich irgendwann wieder sehen zu dürfen“, murmelte er leise und nahm nicht den Blick von ihren Augen.
„Wie du siehst, hast du es geschafft. Mein Herz und alles andere gehört dir“, gab sie leise zurück.
Nach kurzer Zeit löste sie sich wieder von ihm und hauchte ihm einen Kuss auf die Lippen.
„Ich liebe dich“, sagte sie leise und Ashley zog sie noch fester an sich heran. Mit seiner freien Hand fischte er nach der Decke, die hinter ihm lag, und breitete diese über Cathreen und sich aus.
„Ich hätte nie gedacht, dass man so glücklich sein kann“, sagte er nach ein paar Minuten. Kurz hob Cathreen den Kopf und sah, dass er seine Augen geschlossen hatte. Auch sie legte den Kopf wieder auf seine Brust und begann ihre Finger mit den seinen zu verschränken.
„Ich hoffe doch, du bist es“, antwortete sie ihm leise und lauschte seinem Herzschlag an ihrem Ohr.
„Ja, das bin ich. Sehr sogar und ich hoffe du bist es auch. Ich liebe dich Cathreen, mehr als mein eigenes Leben.“ Es war nur mehr ein Hauchen, als er das sagte, doch sie verstand jedes Wort und drückte sich dabei noch fester an ihn.
„Natürlich bin ich es. Glücklicher, als jemals zuvor in meinem Leben“, auch ihre Worte waren sehr leise, doch sie war sich sicher, dass er sie hören konnte.
„Das ist wunderbar, ich …“, begann er, doch er sprach den Satz nicht zu Ende, nur noch seine gleichmäßigen Atemzüge waren zu hören, er war eingeschlafen.
Mit einem Grinsen auf den Lippen kuschelte sie sich noch enger an ihn und schlief dann nach einiger Zeit auch glücklich ein.

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BeitragThema: Re: Wunsch nach Frieden 7 -12   Do Feb 07, 2008 10:34 pm

8. Auf See



Erschrocken zuckte Cathreen zusammen, als sie eine kalte Hand auf ihrem Mund spürte und blickte verwirrt zu Ashley.
„Shhh. Cathreen, leise. Ich glaube da kommt jemand“, erklärte er flüsternd und als ihr seine Worte bewusst wurden, sah sie ihn fast schon geschockt an.
Auch Ashley sah sich etwas gehetzt um und stand dann leise auf.
„Wir sollten uns lieber anziehen“, erklärte er flüsternd, sammelte ihre Kleider zusammen und warf ihr die ihren zu, bevor er begann, sich selber eilig anzukleiden.
„Beeil dich!“ Seine Stimme vibrierte und sie merkte, dass er sich wirklich ernste Sorgen machte.
So schnell sie konnte, schlüpfte sie in ihre Hose und das Hemd. Sie hatte gerade noch Zeit sich ihren Umhang umzulegen, als das Hufgetrappel, genau vor dem Häuschen verstummte.
Hilfe suchend blickte sie zu Ashley, der inzwischen fertig angezogen begonnen hatte, ihre wenigen persönlichen Sachen einzusammeln und in die Satteltaschen zu stopfen. Fast schon panisch sah Cathreen zu ihm, als sich schwere Schritte der Türe näherten.
Genau in dem Moment, als dieser sich die Tasche über die Schulter werfen wollte, wurde die Türe aufgestoßen und ein großer, bärtiger Mann um die fünfzig betrat den Raum. Er trug die typische Kleidung eines Forstaufsehers und sah die beiden erstaunt an, als er sie erblickte.
„Was zum Kuckuck habt ihr hier zu suchen? Das Haus ist Privatbesitz!“, fuhr er sie mit zusammengekniffenen Augen an.
Verängstigt starrte Cathreen auf den kräftigen großen Mann, der in dem Moment sehr düster und Furcht einflößend auf sie wirkte und besorgt beobachte sie, wie Ashley mit leicht erhobenen Händen auf den Mann zuging und sich dabei zwischen ihn und sie stellte.
Fieberhaft versuchte sie im Geiste zusammenzubekommen, was sie jetzt sagen durfte oder nicht.
„Es tut uns leid. Wir wollten nicht hier eindringen. Nur …“, begann er, trat dann zu ihr und legte seinen Arm um ihre Schultern.
„Nur was?“, fragte dieser jetzt mit einer brummigen Stimme.
„Meine Frau hat sich nicht wohl gefühlt und wir dachten, es wäre nicht so schlimm, wenn wir kurz Rast hier machen würden. Die Tür war nicht verschlossen … Wir haben auch nichts angefasst, ehrlich“, erklärte er dem Mann, der sie beide weiterhin misstrauisch musterte.
„So, so. Nicht wohl gefühlt?“, wiederholte er und sein Blick blieb einen kurzen Augenblick auf ihr hängen.
„Ganz recht, aber ich fühle mich schon wieder blendend, so dass wir sofort aufbrechen können“, erklärte sie und schenkte dem Mann ein hinreißendes Lächeln, während Ashley an ihrer Seite zur Bestätigung nickte.
„Wir hatten ganz und gar nicht vor, hier irgendwas Unrechtes zu tun, das müssen Sie uns glauben“, erklärte er noch einmal eindringlich.
„So, so. Ihre Frau …“, murmelte er dann aber nachdenklich und betrachtete skeptisch ihre Hände, „Ihr tragt gar keine Ringe?“, fragte er dann plötzlich und Cathreen sah Hilfe suchend zu Ashley.
„Ringe? Nun, ganz einfach, wir konnten uns noch keine leisten. Wir sind auch noch nicht lange verheiratet“, fügte er dann noch hinten an und Cathreen nickte bestätigend.
„Hatte ich mir fast gedacht“, gab er mürrisch zurück und sah sich überlegend um.
„Ich denke wir gehen dann besser jetzt. Wir haben Sie schon lange genug aufgehalten, Sie haben doch bestimmt nichts dagegen?“
„Nein, warum sollte ich. Es scheint nichts zu fehlen und somit wäre ja wohl ausgeschlossen, dass ihr Diebe seid. Ich muss das Haus jetzt für eine Jagdgesellschaft herrichten und dann ist es mir nur sehr recht, wenn ihr jetzt wieder verschwindet“, erklärte der Mann nun geschäftig und sah sich noch einmal im Raum um.
„Keine Sorge, wir sind schon so gut wie weg. Wir wollen Ihnen keine Probleme machen“, erklärte er und griff nach seiner Satteltasche, die auf dem Sofa lag.
„Wohin wollt ihr beide überhaupt?“, fragte er sie nun musternd und Cathreen sah ihn daraufhin misstrauisch an.
„Ich wüsste nicht, was Sie das angeht“, zischte sie jetzt spitz.
„Warum denn so unfreundlich? Ich habe Ihnen nichts getan. Sie waren es, die in das Haus widerrechtlich eingedrungen sind, vergessen Sie das nicht.“
„Das war nicht unfreundlich. Wir sind nur vorsichtig, was das Ausplappern unseres Reiseziels angeht“, gab sie mit in Falten gezogener Stirn zurück und blickte den Mann direkt an.
Da stellte Ashley sich wieder zu ihr und legte seine Hand auf ihre Schulter.
„Ich weiß ganz und gar nicht, was du für ein Theater machst Liebes“, begann er, „wir wollen Verwandte in London besuchen“, erklärte er dann dem Mann freundlich. Cathreen sah Ashley an und setzte dann ein Lächeln auf.
„Entschuldige“, sagte sie leise zu ihm.
„Warum macht ihr dann so ein Geheimnis draus?“, hakte der bärtige Mann noch mal mürrisch nach.
„Das tue ich nicht“, sagte Cathreen nun scharf.
„Sie müssen ihr verzeihen. Sie ist Fremden gegenüber sehr misstrauisch“, erklärte Ashley jetzt. Fast schon Hilfe suchend ergriff sie seine Hand und verschränkte ihre Finger mit den seinen, während sie ihren Gegenüber nicht aus den Augen ließ.
„Ich glaube, wir sollten Sie nicht länger aufhalten. Sie haben bestimmt noch eine Menge Dinge zu erledigen“, hörte sie Ashley jetzt sagen, der sie dann einfach mit sich zog, in Richtung Türe.
„Das habe ich allerdings“, seufzte er jetzt.
„Und wenn mich die verdammten Soldaten gestern nicht mehrmals aufgehalten hätten, wäre ich schon letzte Nacht hier gewesen“, knurrte er und wollte mit seiner Arbeit beginnen.
„Soldaten? Wo?“, fragte Cathreen ihn jetzt besorgt.
„Überall“, erklärte er mit einem missmutig verzogenen Gesicht.
„Überall? Auch hier?“, wollte sie nun wissen.
„Die Letzten waren im nächsten Ort. Keinen halben Tagesritt von hier. Wenn ich das alles vorher gewusst hätte, hätte ich ein Schiff genommen, dann wäre ich schneller hier gewesen.“
„Ein Schiff?“, gespannt sah Cathreen den Mann an, sie spürte, wie Ashley ihre Hand fester drückte, aber dennoch ließ sie sich nicht von ihrer Fragerei abbringen.
„Ja, ein Schiff. Sie wissen schon, so was, das auf dem Wasser fährt“, gab er zurück und als Cathreen noch mal antworten wollte, fiel ihr Ashley ins Wort.
„Ich denke wir machen uns auf den Weg, wir haben noch ein ganzes Stück hinter uns zu bringen“, sagte er und zog sie energisch mit sich. „Und wenn, wie Sie sagten, man immer wieder aufgehalten wird, dann dauert es sowieso länger“, fügte er noch an und schüttelte den Kopf, als sie erneut ihren Mund öffnete, um etwas zu sagen. So schloss sie ihn wieder und sah ihn nur stumm an.
„Wir danken Ihnen jedenfalls, dass Sie es uns nicht übel nehmen, dass wir hier kurz Rast gemacht haben“, sagte er noch, warf sich die Satteltasche über die Schultern und schob Cathreen zur Tür.
„Schon gut. Es hat ja keinem geschadet und ich will kein Unmensch sein. Schließlich könnte es ja auch einen ganz bestimmten Grund für die Unpässlichkeit der jungen Ehefrau geben, nicht wahr?“, rief er ihm noch hinterher, als sie beide vor das Haus traten.
Kurz überlegte Cathreen, was er damit wohl gemeint haben könnte, doch dann schüttelt sie nur etwas durcheinander den Kopf.
Als die Türe ins Schloss fiel, atmete Ashley hörbar aus und Cathreen sah ihn fragend an.
„Alles in Ordnung?“
Er nickte nur als Antwort und zog sie mit sich nach hinten zu dem Stall, in dem ihre Pferde standen.
„Das ist nicht mal so eine schlechte Idee. Wir könnten uns doch auch ein Schiff suchen und würden so den Soldaten entkommen. Und schneller wären wir auch noch. Die können dann auf dem Land suchen, bis sie schwarz werden“, erklärt er grinsend, anscheinend von der Idee mehr als begeistert.
„Das ist richtig, nur …“, wollte Cathreen widersprechen, da sie selbst nicht so sehr froh über seine Gedanken war, denn sie wusste noch von ihrer letzten Überfahrt, dass sie nicht wirklich seefest war.
„Nur was? Du willst mir doch nicht etwa sagen, dass du Angst hast mit einem Schiff zu fahren?“, hakte er nach.
Doch ihr war diese Sache sehr peinlich und sie suchte fieberhaft nach einer guten Ausrede.
„Nun ja, es ist so … ich mag Schiffe nicht. Sie schaukeln und … und dann wird mir immer schlecht“, erklärte sie leise, doch dann, als ihr bewusst wurde, was er gesagt hatte, verschränkte sie ihre Arme vor der Brust.
„Nein, ich habe keine Angst davor“, gab sie nun schmollend zurück.
„Hast du denn eine bessere Idee? Ich meine, es dürfte verdammt schwer werden, an den viele Posten vorbei zu kommen, und das Zickzack reiten, wird uns zudem noch einiges an Zeit kosten“, versuchte er sie zu überzeugen und sie musste zugeben, dass der Vorschlag mit dem Schiff, gar nicht mal so schlecht war. Theoretisch jedenfalls. Aber etwas Besseres fiel ihr im Moment auch nicht ein.
„Nein, ich habe keine bessere Idee“, gab sie leise seufzend zurück, daran denkend, dass sie so vielleicht keine Chance haben würde, den Soldaten eine Nachricht zukommen zu lassen, so wie es ihre Aufgabe war.
„Wäre es so schlimm, wenn wir mit dem Schiff fahren würden? Ich meine, es soll ja keine Kanal Überquerung werden. Es wäre ja nur ein Stück die Küste entlang …“
Cathreen kämpfte mit sich und sah ihn dabei lange an. Sie wusste, dass es die allerbeste, einfachste und schnellste Lösung für ihn wäre. Dann gab sie sich schweren Herzens einen Ruck und antwortete.
„Nein, suchen wir uns ein Schiff. Dort wird man uns nicht finden, weder die Soldaten, noch sonst irgendjemand.“
„Das war mein Gedanke dabei.“
Die schreckliche Erinnerung an ihr letztes Mal auf einem Schiff verdrängend nickt sie.
„Dann sollten wir uns beeilen. Du hast ja gehört, die Soldaten sind nur wenige Stunden von hier entfernt.“
„Ja, das sollten wir“, antwortete er, gab ihr einen flüchtigen Kuss und begann sein Pferd zu satteln.
Auch Cathreen machte sich daran ihr Pferd zu satteln, wobei er ihr half, den Sattel auf das Pferd zu legen, während sie dem Tier das Zaumzeug anlegte.
Als er wieder zu seinem Pferd ging, um den Sattel fest zu zurren, sah sie ihm hinterher. Ein sanftes Lächeln schlich sich auf ihr Gesicht, während sie ihn bei jeder Bewegung beobachtete und als sie sah, wie sich seine Muskeln unter dem Hemd bei jeder seiner Bewegungen spannten, musste sie an die letzte Nacht denken.
„Wir sind hier ganz in der Nähe von Ayr. Ich denke, wir sollten versuchen dort ein Schiff zu bekommen, dann könnten wir schätzungsweise in zwei Tagen in Cardiff sein“, erklärte er und drehte sich zu ihr um. Kurz zögerte er, als er ihr Lächeln bemerkte und hielt mit seinem Tun inne.
„Was ist?“
„Nichts … gar nichts“, gab sie leise zurück. Ashley musterte sie noch einen Moment etwas verwirrt, fragte dann aber nicht weiter, sondern führte sein Pferd nach draußen, wo er auf sie wartete.
Den Zügel des Pferdes nehmend, folgte sie ihm und ließ noch mal ihren Blick genussvoll über seinen Körper gleiten, als er sich in den Sattel schwang.
„Wenn das alles hier vorbei ist, werde ich mich nie wieder auf ein Pferd setzten“, murmelte sie leise, als sie selber aufsaß und wieder ich ihren Muskelkater wahrnahm.
„Keine Angst, für die nächsten zwei Tage, brauchst du kein Pferd“, grinst er jetzt.
„Lieber ein Pferd, als ein Schiff“, verzog sie das Gesicht.
„Vielleicht haben wir Glück und das Meer bleibt schön ruhig, bis jetzt ist das Wetter noch gut“, versuchte er sie zu beruhigen, aber ein Schmunzeln huschte über sein Gesicht.
Ihr Blick blieb auf seinen Augen hängen.
„Du machst dich über mich lustig, nicht wahr?“, fragte sie Stirn runzelnd.
„Nein, das würde ich nie tun. Ich kann mir das einfach nur nicht vorstellen, dass ausgerechnet du seekrank werden könntest“, erklärte er.
„Ach und warum nicht?“
Gespannt blickte sie ihn nun an, während ihre Hand über den Hals ihres Pferdes strich.
„Weil es einfach nicht zu dir passt. Nicht zu der Cathreen, die ich bisher kennengelernt habe.“
Nun war es Cathreen, die ein Schmunzeln nicht verhindern konnte. Kurz zwinkerte sie ihm zu.
„Nun, ich muss doch wenigstens versuchen, mich wie eine Dame zu benehmen. Es könnte ja sein, dass mich jemand erkennt und es wäre ein Skandal, wenn ich auf dem Deck eines Schiffes herumhüpfen würde, ohne wenigstens ein wenig blass um die Nase zu sein.“
Laut lachte Ashley jetzt auf und schüttelte amüsiert den Kopf.
„Wenn das so ist, dann bauch ich mir ja keine Sorgen um dich zu machen.“
Sie schenkte ihm ein Lächeln und ließ dann ihren Blick wieder über die Landschaft gleiten, während sie ihre Pferde über eine Wiese lenkten, um die öffentlichen Straßen zu meiden. Immer wieder machten sie ein paar Schlenker, wichen Bauernhäusern im großen Bogen aus und durchquerten so manchen Wald.

Erst am späten Nachmittag erreichten sie den Fischerort Ayr. Die strenge Seeluft schlug ihnen mit einem scharfen Wind entgegen und sie sog sie tief in ihre Lungen ein, während sie in den Ort hinein ritten und sich immer wieder vorsichtig umsahen.
„Zumindest scheinen hier noch keine Soldaten zu sein“, erklärte er beruhigt, und auch sie nickte, obwohl sie mit den Gedanken woanders war.
„Und wenn ich mir es recht überlege, eigentlich kann es mir egal sein, wenn jemand mich wieder erkennt. Mein Ruf ist sowieso schon ruiniert“, sie sah ihn dabei nicht an, sondern ihr Blick war auf die Küste und das Meer gerichtet.
„Du wolltest es doch nicht anders. Du meintest doch, dich einem gesuchten Verbrecher anschließen zu müssen“, gab er grinsend zurück und deutete dann auf eine Gaststätte über dessen Tür ein Schild hing.
‚Zum weißen Schwan’
„Ich denke wir werden hier bleiben. Das sieht ganz ordentlich aus.“
„Gut“, erwiderte Cathreen, stieg ab und sah zu der Schenke.
„Zumindest sollten wir sehen, ob wir hier etwas Anständiges zu Essen bekommen, ich hab ziemlichen Hunger“, erklärte er.
Sie sah, wie sein Blick zum Hafen fiel und folgte diesem. Erst als er von Hunger sprach, merkte sie, dass ihr Körper auch nach etwas Essbarem verlangte.
„Du hast Recht. Binden wir die Pferde hier an?“, fragte sie und deutete auf einen Baum, mit ein paar tief hängenden Ästen.

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BeitragThema: Re: Wunsch nach Frieden 7 -12   Do Feb 07, 2008 10:36 pm

„Ja. Bestelle du schon etwas zu essen. Ich werde mich kurz im Hafen nach einem Schiff umsehen“, erklärte er dann, band sein Pferd fest und ging sofort los.
„In Ordnung“, gab sie zurück und macht ihr Pferd neben dem seinen fest, bevor sie sich umdrehte und die Schenke betrat.
Diese war nicht sonderlich groß, dafür aber sehr hell und freundlich. Nur zwei der sechs Tische im Raum waren besetzt, wobei dort nur Männer saßen, die wohl zu einem der Schiffe gehören mussten, die hier im Hafen angelegt hatten.
Der Mann hinter der Theke, der fast keine Haare mehr auf dem Kopf hatte, musterte sie skeptisch, als sie eintrat. Doch als sie ihm zwei Silberstücke auf den Tresen legte und etwas zu essen bestellte, wurde er plötzlich sehr freundlich und begann geschäftig ihren Auftrag auszuführen.
Cathreen selbst setzte sich an einen kleinen Tisch in einer Ecke und wartete auf Ashley, der dann nach zwanzig Minuten endlich wieder, mit einem zuversichtlichen Lächeln auf den Lippen, zurück kam und sich zu ihr an den Tisch setzte, genau in dem Moment, als der Wirt das Essen brachte.
Einen Augenblick lang wartete sie noch, bis der Mann wieder verschwunden war.
„Du strahlst ja so?“
„Ich habe auch allen Grund dazu. Ich habe ein Schiff gefunden, und das Allerbeste ist, sie laufen noch heute Abend mit der Flut aus“, erklärte er und sah auf den reichlich gefüllten Teller, den der Wirt auf den Tisch gestellt hatte.
„Wirklich? Das sind doch wunderbare Neuigkeiten. Bis zum Abend ist es nicht mehr lange und ich fürchte länger können und sollten wir auch nicht mehr warten“, begann sie und senkte dann die Stimme.
„Die beiden Männer da drüben haben gerade darüber gesprochen, dass sie hier ganz in der Nähe einige Soldaten gesehen haben“, berichtete sie ihm und deutete unauffällig zu dem Tisch in der Nähe der Türe, an dem zwei Seeleute saßen, die scheinbar ihren Landurlaub hier verbrachten.
Unauffällig blickte Ashley zu den Männern hinüber und nickte knapp.
„Wir sind weg, bevor ‚die’ hier sind. Aber wir brauchen noch einen Platz für die Pferde, die können wir ja nicht mitnehmen.“
„Ich denke wir können sie hier lassen. Gasthäuser können immer Pferde gebrauchen, und wer weiß, vielleicht bekommen wir ja noch ein paar Goldstücke für sie.“
„Ich habe nicht vor mein Pferd zu verkaufen. Schließlich habe ich ihn eigenhändig aufgezogen, er bedeutet mir einiges. Mir wäre ehrlich gesagt ein Stellplatz lieber, bis ich ihn wieder abholen kann“, erklärte er nun zu ihrer Verwunderung. Sie hatte nicht erwartete, dass er so sehr an dem Tier hängen würde, doch machte es ihn so menschlich und ein sanftes Lächeln huschte über ihre Lippen.
„Dann frag doch den Wirt, ob du ihn einige Zeit bei ihm unterstellen kannst“, schlug sie ihm jetzt vor, nachdem sie zu essen begonnen hatte. Es war zwar kein fürstliches Mahl, was der Wirt ihnen gebracht hatte, aber es schmeckte zu ihrer Freude um einiges besser, als es aussah.
„Nein, das ist mir zu gefährlich. Hier ist mir zuviel Publikum und sie könnten die Pferde wieder erkennen. Meiner ist leider nicht gerade unauffällig. Doch wir könnten einen Bauern hier in der Gegend fragen, der würde sich bestimmt über ein paar Goldstücke extra freuen“, schlug er nun vor.
„Du solltest sparsamer sein, was deine Goldstücke angeht. Die Fahrt mit dem Schiff werden wir auch nicht umsonst bekommen“, warf sie bedenklich ein und aß weiter.
„Stimmt schon. Wir werden eine Lösung finden“, erklärte er nachdenklich und begann auch zu essen. Er schlang das Essen fast gierig hinunter. Demnach schien er wirklich sehr hungrig zu sein.
Insgeheim war Cathreen sehr froh darüber, dann als er so krank gewesen war, hatte er kaum etwas zu sich genommen und dadurch auch einiges an Gewicht verloren.
„Das weiß ich“, gab sie mit einem Lächeln auf den Lippen zurück und legte ihre Hand auf die Seine.
Ashley hielt einen Moment inne und musterte sie.
„Wie wäre es? Ich denke ein hübsches Kleid für dich, wäre auch nicht ganz verkehrt?“, fragte er jetzt zu ihrer Überraschung und sie sah ihn verblüfft, ja fast entsetzt an.
„Ein Kleid? Oh nein. Das ist völlig indiskutabel. Glaub mir, wenn du wüsstest, wie es sich in so einem Ding anfühlt, dann würdest du mir so etwas nicht vorschlagen. Man bekommt kaum noch Luft, geschweige denn, dass man darin richtig gehen kann“, protestierte sie.
„Es muss ja keines ‚dieser’ Kleider, mit den hunderttausend Unterröcken sein. Ich dachte da eher an so etwas …“, beschwichtigte er sie und deutete auf die Wirtin, die ein einfaches schlichtes, aber dennoch schickes Leinenkleid trug.
Cathreen sah ihn nun mit hochgezogener Augenbraue an.
„Hast du denn überhaupt kein Standesbewusstsein?“, fragte sie ihn nun fast empört.
„Oh nein. Bevor ich so etwas anziehe, dann lieber eines, in dem ich keine Luft bekomme“, erklärte sie ihm entschlossen.
„Ach und du glaubst, in deinen Hosen hättest du ein besseres Standesbewusstsein?“, hakte er kopfschüttelnd nach.
„Wenn du meinen Rat hören willst, Cathreen … Wir fallen bestimmt weniger auf, wenn du anstatt in Hosen, in einem Kleid reisen würdest“, fügte er noch an und schob dann seinen leeren Teller beiseite, nahm einen großen Schluck von seinem Bier und sah sie dann wieder an.
Warum wollte er das nicht verstehen, dass sie diese Dinger hasste. Sie wollte sich nicht in diese schrecklichen Kleider zwängen, aber herumlaufen wie eine Magd, wollte sie auch nicht. Was hatte er auf einmal nur gegen ihr Aussehen. Vorher hatte es ihn doch auch nicht gestört.
„Nein, ich denke nicht, dass es besser ist. Ich werde tragen, was mir beliebt und nicht was du oder andere für angemessen halten“, erklärte sie nun widerspenstig und nahm nun auch einen Schluck von dem Bier, verzog aber leicht das Gesicht, wegen des bitteren Geschmacks.
„Jetzt sei nicht gleich böse. Mir persönlich ist es doch egal, was du anhast, oder ob du überhaupt was anhast. Ich denke dabei nur an die Vorteile“, sagte er nun leise und zu ihr nach vorn gebeugt. In seinen Augen funkelte es kurz auf, bevor er sich schmunzelnd wieder zurücklehnte. Entsetzt blickte Cathreen ihn nun an, doch dann schüttelte sie den Kopf.
„Du bist unmöglich“, sagte sie leise empört zu ihm.
„Das fällt dir erst jetzt auf?“, fragte er nach, leerte seinen Krug und stellte diesen neben seinen Teller auf den Tisch.
„Worauf hab ich mich da nur eingelassen“, seufzte sie leise vor sich hin.
„Ich hatte dich gewarnt“, gab er grinsend zurück und stand dann auf.
„Ruhe dich hier noch ein wenig aus. Ich werde sehen, dass ich für die Pferde einen geeigneten Platz finden werde.“
„Ja gut. Aber bitte beeil dich. Wer weiß, wie nahe die Soldaten schon sind und … ich will nicht zu lange alleine sein“, fügte sie noch leise hinzu und sah zu den Männern an den beiden andern Tischen, die ihr nicht ganz geheuer waren.
„Ich bin bald wieder zurück“, nickte er ihr noch mal zu und verließ das Gasthaus wieder. Sie sah noch durchs Fenster, wie er zu den Pferden ging, beide losband, sich auf den Rücken seines Tieres schwang und mit beiden Tieren die Straße hinauf und aus dem Ort ritt.
Als er weg war, bat sie den Wirt, um ein Stück Papier und etwas zu schreiben.
Einen Moment zögerte sie, doch als sie wieder daran dachte, was ihr blühte, wenn ihr Vater sie mit dem Waliser verheiraten würde, begann sie fast automatisch zu schreiben.
Es fiel ihr diesmal verdammt schwer. Was war nur mit ihr geschehen … warum hatte sie nun so viel Mühe, diesen Auftrag weiter auszuführen?
Im Grunde wusste sie es, doch sie wollte es sich selber nicht eingestehen.
Sie hatte sich in Ashley verliebt.
Das alles, was zwischen ihnen war, war echt und so wunderbar und es versetzte ihr einen Stich in die Herzgegend, doch sie hatte keine andere Wahl. Sie wollte nicht ihr Leben lang als Sklavin leben, sie brauchte das Gold, um sich eine sichere Existenz aufbauen zu können.
So beendete sie den Brief und bat den Wirt, ihn den Soldaten zu übergeben, wenn diese hier irgendwann eintreffen würden.
Voller Ungeduld, wartete sie zuerst noch im Gasthaus, aber als die Blicke der Männer in dem Raum immer öfters zu ihr gingen, beschloss sie nach draußen zu gehen. Sie schritt nervös vor dem Haus auf und ab, und als er lange nicht zurückkam, überlegte sie, ob sie ihn nicht suchen gehen sollte, weil sie befürchtete, dass ihn die Soldaten vielleicht schon erwischt hatten.
Doch dann besann sie sich eines Besseren und beschloss doch lieber hier zu warten. Ruhelos sah sie nun die Straße hinauf und ihre Ungeduld wuchs von Minute zu Minute an.
Endlich sah sie eine Gestalt den gepflasterten Weg herunter kommen, mit zwei Taschen auf seinen Schultern und als sie ihn erkannte, lief sie ihm erleichtert entgegen.
„Ich denke, ich habe einen guten Platz für sie bekommen. Wir haben ausgehandelt, dass er für jede Woche und jedes Pferd ein Goldstück gekommen wird, wenn wir sie wieder abholen und es ihnen gut geht. Sollten wir nicht wieder kommen, darf er die Tiere behalten. Er war sofort einverstanden mit dem Handel, denn wie auch immer es für ihn ausgeht, er verdient eine Menge dabei“, erklärt er ihr, doch sie hörte nur halb zu, denn sie war nur froh, dass er unversehrt und gesund war.
„Gut, sehr gut“, gab sie nun lächelnd zurück und sah ihm in die Augen.
„Ich hatte mir Sorgen gemacht, du hast so lange gebraucht“, erklärte sie und ergriff sogleich seine Hand.
„Der Weg zurück war weiter als ich bedacht hatte, zumal ich auch noch zu Fuß gehen musste“, beruhigte er sie.
„Schon gut. Hauptsache, es ist dir nicht passiert“, gab sie erleichtert zurück und er nickte nur. Für einen Moment sah sie wieder in seine dunklen Augen und wünschte sich und ihn wieder zurück in diese Hütte …
‚Cathreen’ ermahnte sie sich nun selber und senkte fast schockiert über ihre eigenen Gedanken den Kopf.
„Sonst war alles ruhig hier“, wollte er dann wissen und sie nickt nur langsam.
„Dann gehen wir besser an Bord. Ach ja, es ist nur ein Frachtschiff, also sei bitte nicht allzu enttäuscht, wenn es keinen wirklichen Komfort bietet.“
Kurz verzog sie das Gesicht, bei dem Gedanken an ein dreckiges Schiff, doch dann nickte sie und ging stumm und nachdenklich neben ihm her hinunter zum Hafen.
„So schlimm wird es schon nicht werden“, versuchte er sie aufzumuntern, und als sie seine Hand auf ihrer Wange spürte, sah sie zu ihm auf und schmiegte für einen verbotenen Moment ihr Gesicht in seine Finger.
„Solange ich in deiner Begleitung bin, werde ich es sicherlich überleben“, erwiderte sie leise seufzend, da sie sich da im Grunde nicht so sicher war, ob sie das gut überstehen würde, denn sie hasste Schiffe und das Geschaukel und überhaupt …
Beschützend legte Ashley seinen Arm um ihre Schulter und drückte sie kurz an sich. Es war ein wunderbares beschützendes Gefühl, das er ihr verlieh und er nahm ihr damit sogar etwas die Angst. Immer wieder warf sie einen Blick in sein Gesicht, während sie sich etwas an ihn lehnte.
Dann fiel ihr Blick auf das glitzernde Wasser, wobei der Wind sich in ihren Haaren verfing und es leicht durcheinander wirbelte. Ashley hob den Arm und deutet auf ein mittelgroßes optisch schon sehr heruntergekommenes Segelschiff.
„Das ist sie, die St. Katarina“, erklärte er, „Die Männer machen einen finsteren Eindruck, aber der Kapitän scheint mir in Ordnung zu sein.“
Sie hob den Kopf und blickte auf das Deck des Schiffes, wo die Seeleute die letzten Handgriffe taten, um das Schiff zum Auslaufen fertig zu machen.
Schon jetzt gefielen ihr diese finsteren Gesichter nicht und sie wäre am liebsten umgekehrt.
„Wenn du das sagst“, gab sie nur leise zurück und presste ihr Lippen aufeinander.
„Du kannst mir ruhig glauben. Er ist ein alter Ire, streng aber gerecht“, flüsterte er leise und schob sie den Steg hinauf, der auf das Schiff führte.
Dann deutete er auf einen Mann, dessen Bart genauso rot war, wie sein Haupthaar. Sein wettergegerbtes Gesicht war unter dem mächtigen bauschigen Bart, kaum zu erkennen und seine strengen grünen Augen beobachteten ganz genau, was seine Männer taten.
„Ich hoffe du hast Recht“, wisperte sie nun leise, als sie das Deck des Schiffes betraten. Nachdem der Kapitän sie erblickt hatte, kam er ihnen entgegen und begrüßte sie herzlich. Er nahm ihre Hand und drückte sie sehr fest, so dass sie kurz aufstöhnte, doch das schien der Mann nicht mal zu bemerken. Er redete wie ein Wasserfall in einen harten irischen Dialekt und erklärte ihnen noch mal die Reiseroute, während er ihre Hand die ganze Zeit festhielt und sie ununterbrochen anstarrte.
Erleichtert, dass der Mann zwar etwas ruppig, aber ansonsten sehr nett war und noch froher, als dieser ihre Hand losgelassen hatte, lächelte sie ihn kurz an.
Einer seiner Männer brachte sie dann nach unten und zeigte ihnen ihre Kabine. Neugierig sah sie sich um, als sie das Innere des Schiffes betraten und sie wunderte sich sehr, wie sauber es hier doch war. Das hatte sie als Letztes vermutet. Der Kapitän schien seine Mannschaft sehr gut unter Kontrolle zu haben. Vielleicht würde es gar nicht so schlimm werden, wie sie befürchtet hatte.
Der kleine knorrige Mann mit der Hakennase öffnete eine Türe und ließ sie in eine Art Kabine eintreten. Hier unten war es sehr eng und es roch auch etwas muffig, aber wie auch im Rest des Schiffes, war es erstaunlich sauber.
„Nicht gerade viel Platz, aber für zwei Tage wird es schon gehen“, murmelte Ashley und warf die Satteltaschen auf das Fußende des Bettes. Er bedankte sich noch bei dem von einem Ohr zum andern grinsenden Seemann und schloss die Türe hinter ihnen.
„Sag mal, du kannst doch sicher nähen?“, fragte er sie und sie blickte ihn überrascht an.
„Nähen? Nun ja … sicher doch. Auch wenn ich es nicht gerne mache. Warum fragst du?“
Sie musterte ihn und ließ sich auf das Bett sinken.
„Sehr gut“, gab er zurück, zog seine Jacke aus und warf ihr diese zu. Dann nahm er einen Brief aus seinem Stiefel und reichte ihr diesen auch noch.
„Kannst du mir diesen in das Futter meiner Jacke einnähen?“ bat er sie dann zu ihrer Überraschung und sie sah ihn mit offenem Mund an.
„Ich möchte ihn nicht offen mit mir herum tragen“, fügte er dann noch als Erklärung an.
Zögernd nahm sie den Brief mit dem ungebrochenen Siegel und starrte darauf. Das war also jeder ominöse Brief, den er zum König bringen sollte, der über das Leben von so vielen Menschen entscheiden würde. Kurz zögerte sie und sah ihn dann wieder an.
„Hältst du das für sinnvoll?“, fragte sie nachdenklich.
„Hast du eine bessere Idee? Dann raus damit“, forderte er sie auf und setzte sich auf einen Stuhl, der neben einem kleinen Tisch stand.
„Ja. Ja vielleicht. Ich könnte es in mein Hemd einnähen. Sie werden sich wohl eher davor scheuen mir die Kleider zu nehmen, als dir. Falls man uns erwischen sollte“, schlug sie ihm nun vor. Wobei ihr Gedanke auch dahin ging, dass sie dann die Möglichkeit haben würde, den Brief den Soldaten auszuhändigen. Vielleicht konnte sie so auch sein Leben schützen, denn dann hatten sie ja, was sie wollten. Sie hoffte sehr, dass er auf ihren Vorschlag eingehen würde. Einen Moment dachte sie schon, er würde es ablehnen, doch dann stimmte er zu ihrer Überraschung doch zu.
„Da ist was dran. Ja gut, dann mach es so.“
„Dann werde ich doppelt auf dich aufpassen müssen“ erklärte er grinsend und verschränkte seine Arme vor der Brust.

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BeitragThema: Re: Wunsch nach Frieden 7 -12   Do Feb 07, 2008 10:38 pm

„Ich kann ganz gut selber auf mich aufpassen“, gab sie nun trotzig zurück und sah ihn leicht skeptisch an. Ihr Blick ging zu ihrem Hemd, das sie trug und dann wieder zu ihm.
Er bemerkte ihren Blick und erhob sich.
„Ich werde solange nach oben gehen“, sagte er dann und drehte sich zur Türe.
„Warte“, rief sie ihm nach und er drehte sich noch mal zu ihr um.
„Ja?“
„Geh nicht“, bat sie ihn leise.
„Aber ich dachte …“, begann er, sah sie an und nickte dann knapp. Einen Moment sah er sich überlegend um, nahm dann seine Satteltasche vom Bett, legte sie auf den Tisch in der Kabine und setzte sich wieder. Dann begann er seine paar Habseligkeiten, die sich darin befanden, auszupacken.
Cathreen beobachtete dies einen Moment lang, erhob sich dann und trat neben ihn.
„Was dachtest du? Dass ich mich scheue mich auszuziehen, wenn du da bist? Glaubst du das? Vor allem nach der gestrigen Nacht?“, fragte sie leise, ohne ihn aus den Augen zu lassen. Überrascht sah er auf und erwiderte ihren Blick. Es wirkte bezaubernd, als er so leicht unbeholfen begann herumzustottern.
„Nein …, ja …, ich weiß nicht. Ich meine das war gestern … Ich weiß nicht, was ich meinen soll …“, verlegen sah er weg und zog ein kleines Ledermäppchen aus seiner Tasche, welches er ihr nun reichte.
„Hier sind Nadel und Faden drin“, erklärte er leise.
Unsicher, was er damit sagen wollte, irritiert von seiner nun so zurückhaltenden Art, nahm sie das Ledermäppchen und senkte ihren Blick.
„Danke“, sagte sie leise und wollte sich wieder zum Bett umdrehen. Da spürte sie, wie er nach ihrem Handgelenk griff und sie festhielt. Unwillkürlich sah sie ihn wieder an und konnte sehen, wie ein Lächeln über sein Gesicht huschte.
„Die letzte Nacht war wundervoll, Cathreen. Ich wollte nur, dass du das weißt“, seine Stimme klang sanft und doch so kraftvoll, als er das sagte. Wieder überkam sie dieses wundervolle Gefühl und am liebsten hätte sie sich ihm an den Hals geworfen, ihn geküsst, so wie sie es die Nacht zuvor getan hatte.
Stattdessen legte sie nur eine Hand auf seine Wange und strich zart darüber, während ihr Innerstes dagegen ankämpfte, die Kontrolle über sich zu verlieren.
„Jetzt weiß ich es.“ Ihre Stimme war nur ein Hauchen, als sie sein Lächeln erwiderte.
Er fing ihre Hand ein und haucht einen Kuss auf ihre Handfläche, ohne sie dabei aus den Augen zu lassen.
„Du bist etwas ganz besonderes“, seine Stimme hallte in ihren Ohren wieder, doch sie schüttelte den Kopf. Sie war nichts Besonderes, das wollte sie auch gar nicht sein.
„Doch, für mich bist du das“, seine Worte klangen sehr bestimmt, so dass sie nicht wagte, ihm zu widersprechen … Wollte sie das überhaupt? Ohne darüber nachzudenken, beugte sie sich über ihn, stoppte erst ein paar Zentimeter vor seinem Gesicht und hatte ihren Blick fest auf ihn gerichtet.
„Ich liebe dich“, hauchte sie leise gegen seine Lippen, die nur noch Millimeter von den seinen entfernt waren. Sie spürte seinen Atem gegen ihr Gesicht schlagen und ein wohliger Schauer rann über ihren Rücken. Nun war er es, der das letzte Stück überwand und seine Lippen sanft auf die ihren presste. Sofort lehnte sie sich ihm entgegen und erwiderte seinen Kuss genauso vorsichtig, so als hätte sie Angst etwas zu zerstören, wenn sie ihrem Drang, ihn leidenschaftlicher zu küssen, nachgeben würde. Seine Hände glitten über ihren Rücken bis zu ihren Hüften, doch dann löste er sich, musterte sie noch einen kurzen Moment lang und deutete auf den Brief, der auf dem Bett lag.
„Wäre es zuviel verlangt, wenn du den Brief jetzt in das Hemd nähen würdest? Ich möchte nicht, dass einer von den Kerlen ihn zu Gesicht bekommt“, erinnerte er sie leise.
Zuerst war sie irritiert, da sie mit allem gerechnet hatte, nur nicht damit. So zögerte sie kurz, hin und her gerissen von ihren Gefühlen, doch dann senkte sie den Blick und heftete diesen auf seine Brust.
„Nein … ich meine du hast Recht“, sie löste sich von ihm und ging wieder zurück zum Bett, auf dessen Kante sie sich setzte. Diesmal begann sie, ohne zu zögern, das Hemd aufzuknöpfen. Ohne auch noch einmal den Kopf in seine Richtung zu drehen, streifte sie dieses ab und begann dann, mit leicht zitterigen Fingern, den Brief zwischen die beiden Lagen Stoff einzunähen.
Aus den Augenwinkeln beobachtete sie, immer wieder, was er tat. So sah sie, wie er ein Buch aus der Tasche nahm, es kurz ansah, dann aber wieder einpackte, wie all die andern Dinge, die er zuvor herausgeholt hatte, auch. In dem Moment, als ihr Blick wieder zu ihm gewandert war, stach sie sich heftig in den Finger und vor Schreck ließ sie die Nadel fallen. Mit gerunzelter Stirn sah sie auf ihren Finger und saugte leicht daran, als ein kleiner Blutstropfen daraus hervor trat.
„Was ist?“, fragte er besorgt.
„Nichts, ich habe nur nicht aufgepasst. Ist schon gut“, wehrte sie ab und nahm die Nadel wieder auf, um den Rest des Fadens zu vernähen. Dann betrachtete sie ihr Werk und nickte zufrieden.
„Sehr gut. Das heißt, dass ich jetzt besonders gut auf dich aufpassen muss. Und vergiss nicht! Du trägst jetzt das Schicksal der Menschen aus Schottland und England in deinem Hemd.“
Ruckartig drehte Cathreen jetzt den Kopf und sah ihn leicht geschockt an, als ihr das bewusst wurde.
„Vielleicht war es doch keine besonders gute Idee“, sie war nun nicht mehr so sicher, ob es richtig gewesen war, den Vorschlag zu machen.
„Nein, die Idee war wunderbar. Bei einer Frau werden sie den Brief nie vermuten. Und sollten sie mich doch irgendwann erwischen, dann kannst du ihn dem König immer noch bringen.“
Einen Moment lang sah sie ihn einfach nur an, zu viele Gedanken huschten ihr durch den Kopf in dem Augenblick, doch dann nickte sie nur langsam.
„Ja“, antwortete sie leise und wich seinem Blick aus.
„Schön. Ich denke wir laufen gleich aus. Ich würde noch gerne etwas an Deck gehen und frische Luft schnappen. Kommst du mit? Vielleicht könnten wir ja den Sonnenuntergang ansehen?“, bot er ihr nun an. Sie hatte das Gefühl, er wollte der bedrückten Stimmung hier entfliehen, doch das war ihr nur Recht, auch sie hatte das Gefühl, dass frische Luft, genau das Richtige wäre.
„Ja, wieso eigentlich nicht“, gab sie zurück und zog ihr Hemd wieder an.
„Nimm deinen Mantel mit, es wird ein starker und frischen Wind gehen“, forderte er sie noch auf.
Sie tat, was er gesagt hatte, legte sich ihren Mantel über die Schultern und ging mit ihm nach oben an Deck. Er hatte Recht gehabt, hier an Deck blies ein scharfer Wind, der sich sofort ihn ihren Kleidern verfing und sie zog unweigerlich den Mantel enger um sich, als er sie nach vorn zur Reling führte.
Seine Hand deutete zum Horizont, wo sich die Sonne schon rot glühend dem Meer näherte. Inzwischen hatten sie den Hafen verlassen und befanden sich schon auf dem Weg nach Süden. Cathreen ging ganz nach vorn und legte die Hände auf die Reling. Fasziniert blickte sie auf das Wasser, das nun rot zu glühen schien. Ein Lächeln schlich sich bei diesem Anblick auf ihr Gesicht und ihre Augen begannen zu leuchten.
„Es ist wunderschön“, sagte sie begeistert.
Ashley, der genau hinter ihr stehen geblieben war, beugte sich zu ihr und haucht leise in ihr Ohr.
„Ja, das ist es, aber nicht so schön, wie du“, gleichzeitig legte er seine Hände auf ihre Schultern und sie spürte immer noch seinen warmen Atem an ihrem Ohr.
Sehnsüchtig lehnte sie sich gegen seine Brust und holte langsam tief Luft.
„Nein, ich glaube nichts kann schöner sein, als das hier“, widersprach sie ihm seufzend.
„Du glaubst es nur. Ich weiß es“, gab er zurück und strich mit seinen Händen über ihre Arme. In dem Moment, als sie den Kopf zu ihm drehen wollte, bemerkte sie wie die Matrosen sie beide bei der Arbeit immer wieder anstarrten und sofort stellte sich wieder aufrecht hin, den Blick starr auf das Meer gerichtet. Als sie spürt, wie Ashley sich herumdrehte, folgte sie seinem Blick und sah einen der Matrosen, der kopfüber von einem der unteren Segel herunterhing und sie grinsend anstarrte. Mit drohendem Finger ging Ashley einen Schritt nach vorn und schrie den Mann an.
„Ich würde dir raten, dich auf deine Arbeit zu konzentrieren, mein Freund. Sonst könnte es vielleicht sein, dass du sie nicht mehr lange ausführen kannst“, drohte er ihm jetzt und dann drehte er sich zu den andern rum, die sich inzwischen um sie eingefunden hatten.
„Das gilt für auch alle“, schrie er diese auch wütend an. Heftig zuckte sie zusammen, denn so böse hatte sie ihn noch nie sprechen hören.
Nach und nach zogen sich die Männer wieder zurück und sie erkannte einen zufriedenen Ausdruck auf seinem Gesicht. Nachdenklich richtete sie ihren Blick wieder in die Ferne, wo die Sonne ins Meer einzutauchen schien.
„Warum bist du so böse? Lass sie doch schauen. Was kümmern dich diese nichtssagenden Matrosen?“
„Was sie mich kümmern? Ganz einfach. Die Männer sind seit Monaten auf See. Der Kapitän hat mir erzählt, dass er sie die ganze Zeit nicht an Land hat gehen lassen, was heißt, dass sie diese ganze Zeit keine Frau gesehen, geschweige denn angefasst haben. Sie sollen nur wissen, dass du kein Freiwild bist. Das ist alles“, erklärte er und sie konnte echte Besorgnis in seiner Stimme hören, was ihr bei dem Gedanken an die Männer einen kalten Schauer über den Rücken jagte.
Als die Sonne nun für einen Moment den ganzen Himmel in ein glühendes Orange zu tauchen schien, drehte sie sich langsam zu ihm um. Ihre Hand wanderte zu seiner, die sie leicht drückte und dann schenkte sie ihm ein Lächeln.
„Keine Sorge, ich denke jetzt wissen sie, dass ich kein Freiwild bin.“
„Ich hoffe es für sie“, sagte er immer noch leicht böse und sah sich noch mal nach den Kerlen um, die sehr geschäftig weg schauten, als sie seinen Blick bemerkten.
Als sich ihre Blicke wieder trafen, hielt er ihre Hand fest und seine Augen huschten kurz über ihr Antlitz.
„Deine Haare leuchten wie glühende Kohlen im Schein der Sonne. So wild und gefährlich, wie die ihre Besitzerin.“ Seine Worte durchdrangen ihr Innerstes und schienen erneut ein Feuer in ihr entfachen zu wollen. Ein Schmunzeln huschte über ihr Gesicht und sie strich sanft über seine Hand.
„Genau wie deine Augen … nur dass diese eher wie dunkler Bernstein leuchten“, hauchte sie und ihre Stimme schien leicht zu beben. Sanft schmiegte sie ihr Gesicht gegen seine Hand, die über ihre Wange strich und für einen Moment schloss sie die Augen.
„Gleich ist sie weg“, hörte sie nun seine Stimme und sie drehte sich wieder zu der Reling um. Innerhalb von Sekunden verlor das Wasser die orangerote Farbe, der ein tiefes Schwarz wich. Ohne noch ein Wort zu sagen, blieben sie stehen und warteten, bis die Sonne ganz verschwunden war. Das Meer war vollkommen ruhig und der Himmel sternenklar, was wohl eine ruhige Nacht versprechen würde, so hoffte sie zumindest. Noch einen Moment, betrachtete sie die funkelnden Sterne am Firmament und als ihr Blick wieder auf das Wasser vor ihnen fiel, musste sie feststellen, dass dieses inzwischen tiefschwarz gefärbt war.
„So wirkt es fast schon unheimlich. So … dunkel“, sagte sie leise.
„Alles, was unbekannt und fremd ist, kommt uns unheimlich vor“, erklärte er mit ruhiger Stimme.
„Ja, aber es ist anders. Es ist schön und doch so … beängstigend.“ Sie musterte das Wasser weiter, auf dem ab und zu im Schein des Mondes kleine Schaumkronen zu erkennen waren.
„Ich gebe dir Recht. Ich war bisher zwei Mal auf einem Schiff, doch ich finde es immer wieder aufs Neue faszinierend.“
Der Wind frischte immer mehr auf und Cathreen zog den Mantel noch enger um sich.
„Ja, das ist es. Das ist es wirklich“, gab sie gedankenverloren zurück.
„Möchtest du wieder unter Deck gehen? Ist dir kalt?“, wollte er nun wissen, doch Cathreen wollte noch nicht nach unten gehen.
„Nein, ich würde gerne noch etwas hier bleiben. Außerdem habe ich immer das Gefühl, dass es unter Deck mehr schaukelt als hier“, erklärte sie ihm.
„Gut, dann bleiben wir noch etwas an Deck. Obwohl es doch sehr ruhig ist. Fast zu ruhig. Mit etwas mehr Wind wären wir schneller am Ziel.“
„Aber es würde kälter sein und noch mehr schaukeln“, gab sie zu bedenken, dann ging sie weiter nach vorn bis zum Bug des Schiffes legte die Hände wieder auf die Reling und sah hinunter wie das Schiff, das Wasser zu teilen schien und dieses schäumend an dem Schiff vorbei floss.
Als Ashley neben sie trat, sah sie ihn an und lächelte.
„Es ist doch nicht so schlimm, wie ich befürchtet habe“, erklärte sie erleichtert und beobachte ihn, wie er sich auf den Rand setzte und sich kurz umsah.
„Das beruhigt mich. Ich hatte schon Sorge.“
„Brauchst du nicht zu haben. Jedenfalls nicht, solange wir jetzt rein gehen, denn sonst fürchte ich, werde ich eine Erkältung bekommen. Langsam wird es doch kühl“, gab sie nun zu und ergriff seine Hand.
„Dann gehen wir rein. Ich denke es wäre nicht sonderlich gut, wenn du einen Schnupfen bekommen würdest. Stell dir vor wir verstecken uns hinter einem Gebüsch und du niest gerade, wenn Soldaten vorbeigehen“, sagte er grinsend und rutschte von dem Geländer herunter.

Als sie wieder in der Kajüte waren, freute sie sich über die angenehme Wärme, die sich noch vom Tag hier gehalten hatte.
„Besser, viel besser“, seufzte sie, legte den Mantel über den Stuhl und setzte sich auf die Bettkante. Als sie hörte, wie er die Tür hinter ihnen verriegelte, fiel ihr Blick auf Ashley und ihr Herz begann plötzlich viel zu schnell zu schlagen.
„Nur, dass wir keine ungebetenen Gäste haben“, erklärte er, als er ihr Gesicht sah.
„Ich traue den Kerlen nicht und ich habe keine Lust mit einem Messer im Bauch aufzuwachen“, fügte er noch an.
„Ja …, ja, ist wohl das Beste so“, schielte sie noch mal zu dem Riegel.
„Du hast doch nicht etwa Angst, weil ich uns hier eingeschlossen habe?“, fragte er schmunzelnd, als er ihren Blick bemerkte.
„Angst? Ich? Ganz und gar nicht“ wehrte sie ab und hob leicht schmollend das Kinn an.
„Entschuldige, ich hatte vergessen, du hast ja nie Angst.“
„Mach dich nur lustig über mich“, schmollend presste sie ihre Lippen aufeinander.
„Verzeih mir, das war nicht meine Absicht“, er sah sie entschuldigend an und setzt sich auf den Stuhl neben dem Tisch.
„Bist du nicht müde?“, fragte sie ihn nun musternd.
„Noch nicht. Du?“
„Ein wenig“, schwindelte sie jetzt, „aber ich glaube, ich bin zu aufgeregt, um schlafen zu können“, fügte sie noch an und setzte sich jetzt auf die Mitte des Bettes.
„Gut, was machen wir dann mit dem restlichen Abend?“, fragte er und sie konnte sehen, wie er sie genau beobachtete.
„Ich weiß nicht genau … viel kann man wohl auf einem Schiff nicht machen.“

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BeitragThema: Re: Wunsch nach Frieden 7 -12   Do Feb 07, 2008 10:39 pm

„Nein, wohl nicht. Lesen, sich ausruhen, reden …“, fing er an aufzuzählen.
Leise seufzend sah sich Cathreen nun in der Kabine um und setzte die Aufzählung fort.
„Ja, diskutieren, auf das Wasser starren, die Matrosen beschimpfen …“
„Nun ja, ich könnte mir Besseres vorstellen“, lachte er auf.
„Wirklich? Und das wäre?“, fragte sie nun und sah ihn mit erhobenen Augenbrauen an.
„Das, meine Liebe, sollte eine junge Dame einen Herrn besser nicht fragen, und schon gar nicht, wenn sie mit ihm alleine in einer Kabine ist“, tadelte er sie scherzhaft. Dies ließ ein Schmunzeln auf ihren Lippen erscheinen und sie sah ihm direkt entgegen.
„Nun, die junge Dame fragt es den Herrn aber und es wäre sehr unhöflich von ihm, ihr nicht zu antworten.“
„Wäre es das?“, sah er sie nun mit einem gespielt nachdenklichen Gesicht an.
„Natürlich“, nickte sie bestätigend.
„Ich fürchte, ich muss dir Recht geben. Wenn die Dame eine Dame wäre. Doch ein Mädchen in Hosen würde ich nicht als Dame bezeichnen.“
Eine Weile sah Cathreen ihn stumm an, doch dann nickte sie und stand vom Bett auf.
„Aber ein Mädchen in Hosen bekommt auch nicht so schnell eine Erkältung und kann sich auch alleine gegen aufdringliche Matrosen wehren. Also wird dieses Mädchen noch einmal nach draußen, an die frische Luft gehen … alleine“, erklärte sie und wollte an Ashley vorbei zur Türe gehen.
Doch in dem Moment, als sie neben ihm war, ergriff er ihren Arm und hielt sie fest.
„Nein, das wirst du nicht“, stoppte er sie und seine Stimme klang sehr ernst dabei.
„Doch, das werde ich“, gab sie genau so entschlossen zurück und entzog ihm ihren Arm.
„Du weißt nicht, wozu diese Kerle fähig sind. Und gegen mehrere von ihnen hättest du keine Chance!“, erklärte er und in seiner Stimme schwang nun echte Besorgnis mit, was sie schon fast dazu brachte, ihr Vorhaben aufzugeben.
„Sie werden mich schon nicht beißen“, versuchte sie noch einmal zu erwidern.
„Nein, sie werden viel Schlimmeres mit dir tun“, sagte er leise und ein Schauer rann über ihren Rücken.
„Hör auf mir Angst zu machen“, sagte sie und schlang die Arme um sich, worauf er mit besorgter, aber ruhiger Stimme antwortete.
„Ich sage dir nur, wie es ist. Ich habe schon Geschichten gehört, die würden dir die Haare zu Berge stehen lassen, glaub mir. Diese Kerle sind nicht gerade zimperlich.“
Nachdenklich starrte sie Ashley an und setzte sich dann mit finsterer Miene wieder auf das Bett.
„Cathreen, ich habe doch nur Sorge um dich“, sagte er leise.
„Schon gut.“
„Nein, das ist es nicht. Du bist wütend, das sehe ich.“
„Dann lass mich doch einfach wütend sein“, funkelte sie ihn böse an.
„In Ordnung. Dann sei wütend, wenn es das ist, was du willst“, gab er nun auch leicht verschnupft zurück, zog das Buch aus seiner Tasche und begann darin zu lesen.
„Das werde ich auch“, knurrte sie und ließ sich nach hinten auf das Bett sinken, den Blick starr auf die Decke gerichtet.
Was bildete er sich eigentlich ein, war er Mr. Allwissend?
„In Ordnung. Wenn du genug wütend warst, kannst du es mir ja sagen“, murmelte er, ohne von seinem Buch aufzusehen, was ihr nur ein leises Schnauben entlockte. Sie hörte, wie er begann in seinem Buch zu blättern und schielt kurz zu ihm hinüber. Zuerst öffnete sie den Mund um etwas zu sagen, doch dann schloss sie ihn wieder, drehte sich auf die Seite und rollte sich auf dem Bett zusammen, während sie gleichzeitig nach dem Kissen griff und dieses fest umklammert hielt. So lag sie einige Zeit da und war in ihren Gedanken, als sie hörte, wie er das Buch auf den Tisch warf.
„Ach das ist doch albern. Cathreen. Es gibt doch gar keinen Grund, dass irgendeiner von uns auf den anderen wütend sein sollte“, sagte er in die entstandene Stille hinein, in der nur das Knarren des Schiffes zu hören war, das sich über Meer schob.
Eine Schute ziehend drehte sie kurz den Kopf und sah ihn an.
„Ich bin nicht wütend“, gab sie schmollend zurück.
„Was dann?“, fragte er nach, ging zu ihr hinüber und setzte sich auf die Bettkante.
„Ich bin …“, begann sie, zögerte, kurz bevor sie sich aufrichtete und weitersprach.
„Nein, ich bin nicht wütend, ich war es für einen Moment, auch wenn ich nicht weiß warum, aber jetzt bin ich es nicht mehr“, erklärte sie ihm und sah in sein verdutztes Gesicht.
„Das muss ich jetzt aber nicht verstehen, oder?“, wollte er unsicher wissen.
„Nein“, schmunzelte sie nun, „das sind die Launen einer Frau“, erklärte sie dann noch.
„Ach, davon hab ich schon gehört“, erklärte er erleichtert und lächelte jetzt auch wieder.
„Doch ich muss sagen, du siehst wirklich süß aus, wenn du so eine Schnute ziehst.“
Leicht empört richtete Cathreen sich noch mehr auf und funkelte ihn an.
„Das ist nicht wahr“, protestierte sie laut.
„Doch ist es, auch wenn es mir noch besser gefällt, wenn du lächelst“, gab er zurück und presste kurz seine Lippen aufeinander.
„Ich habe heute wohl kein besonderes Händchen, was die Wahl meiner Worte angeht, wenn ich dich immer in Rage versetzte. Vielleicht ist es besser, wenn ich eine Weile schweige“, sagte er nun etwas leiser.
„Nein, ich mag es gerne, wenn du redest“, ihre Stimme klang nun sehr weich und leise, als sie das sagte und sie kam nicht umhin ihn anzulächeln.
„Du magst es, wenn ich so ein einen Unsinn zusammen rede?“
„Mir ist egal, was du redest. Hauptsache ich kann deine Stimme hören. Ja, ich mag es sehr.“
„Mein Vater meint immer, es wäre besser, wenn ich den Mund zu lassen würde, weil sowieso nichts Gescheites herauskommen würde“, brummte er und sah an ihr vorbei.
„Das ist nicht wahr, ganz und gar nicht“, protestierte sie und legte zwei Finger auf seine Lippen, mit denen sie zart darüber strich.
„Dieser Mund hat uns schon aus mancher Situation heil herausgeholt.“
„Da war aber auch viel Glück mit dabei“, flüsterte er, fing ihre Hand ein und hauchte einen Kuss auf ihre Handfläche. Dann begann er jeder ihrer Fingerspitzen zu küssen, während seine Augen immer wieder in die ihren sahen. Sie konnte auch den Blick nicht von ihm nehmen und wieder hatte sie das Gefühl, seine Augen hätten erneut die Farbe gewechselt. Jetzt schienen sie ihr so dunkel zu sein, wie die See draußen, so furchterregend und faszinierend zugleich.
„Mir ist noch etwas eingefallen, was man tun könnte, um die Zeit hier rum zu bringen“, sagte er plötzlich leise und strich mit seiner Hand über ihre Wange.
„Und das wäre“, gab sie ebenso leise zurück, konnte aber immer noch nicht, den Blick von seinen Augen nehmen.
„Das hier“, hauchte er noch, beugte sich nach vorn und näherte sich langsam ihrem Gesicht. Nur ein paar Zentimeter davon hielt er inne.
„Und du glaubst, das ist eine gute Idee“, hauchte sie gegen seine Lippen, „hier … auf einem Schiff … wo uns sicher jeder hören kann?“, warf sie mit fast rauer Stimme ein. Doch sie spürte, dass ihr Körper schon über ihre Vernunft gesiegt hatte und es ihr im Grunde egal war, ob man sie hören konnte oder nicht.
„Wer sollte schon einen Kuss hören?“, fragte er leise, „doch wenn du möchtest, werde ich wieder zum Tisch zurück gehen und …“
Sie ließ ihn nicht ausreden, kam ihm die letzte Strecke entgegen und erstickte seine letzten Worte in einem fordernden Kuss.
„Nein, ich denke nicht“, hauchte sie ihm entgegen, als sie sich wieder von ihm löste. Er sagte zuerst kein Wort, sondern strich mit seiner Hand sanft eine Haarsträhne aus ihrem Gesicht.
„Soll ich dir etwas sagen? Ich bin verdammt eifersüchtig, eifersüchtig auf jeden anderen Mann, der dich auch nur ansieht“, gestand er ihr plötzlich. Verwirrt blinzelte Cathreen ihn an, bevor sie dann doch verstand, was er damit sagen wollte und dann lehnte sie sich mit einem Lächeln auf das Bett zurück.
„Tatsächlich? Nun, irgendwie gefällt mir das … vielleicht sollte ich ja doch nach oben an Deck gehen und …“, begann sie, ließ eine Hand zu ihrem Hemd wandern, an der sie den obersten Knopf öffnete und ihn dann mit funkelnden Augen anblickte.
„… und ihnen etwas geben, was sie ansehen können?“
Langsam rutschte sie zur Bettkante und erhob sich. Doch noch, bevor sie einen Schritt machen konnte, ergriff er ihr Handgelenk und hielt sie fest, dabei sagte er kein Wort und schüttelte nur seinen Kopf.
„Nein?“, fragte sie, krabbelte langsam wieder auf allen Vieren zurück aufs Bett und blieb vor ihm sitzen.
„Nein“, gab er ernst zurück. „Denn dann könnte es vielleicht sein, dass ich doch noch zu dem werde, als was man mich bezeichnet und das möchtest du doch sicherlich nicht?“ erklärte er. Sie spürte seine Unsicherheit, etwas was sie bei ihm noch so gut wie gar nicht gesehen hatte. Normalerweise wusste er immer ganz genau, was er wollte. Konnte es sein, dass sie ihn so aus dem Gleichgewicht gebracht hatte? Konnte es sein, dass er sie vielleicht doch wirklich liebte?
Mit schwirrenden Gedanken in ihrem Kopf ließ sich Cathreen über die Bettkante auf den Boden rutschen, so dass sie nun vor ihm kniete, legte ihre Hände auf seine Knie und stützte ihr Kinn darauf ab. In dieser Haltung sah sie eine ganze Zeit zu ihm hoch und musterte ihn eingehen, während er mit einer ihrer Locken spielte. Erst nach, wie es ihr schien, unendlichen Minuten begann sie zu sprechen.
„Ich bin mir nicht mehr so sicher, was ich will. Einen Verbrecher oder einen Helden. Manchmal ist der Gedanke einen Verbrecher an meiner Seite zu haben angenehmer, doch manchmal ängstigt er mich“, sagte sie bedächtig, ohne den Blick von ihm zu nehmen.
„Was möchtest du? Auch du kannst dich zwischen zwei Seiten entscheiden. Bei dir selbst und auch bei mir“, fragte sie nun.
„Kann ich das wirklich? Ich meine, was mein Leben betrifft, da weiß ich, was ich will. Ich habe genaue Pläne, doch ich würde nie über dich entscheiden wollen, was du sein sollst. Sei einfach du selbst. Lass dir von niemandem sagen, wer oder was du sein sollst. Denn genau das liebe ich an dir, genau so … liebe ich dich“, erklärte er. Seine Worte waren mit Bedacht gesprochen, langsam und auch leise, doch jede Silbe brannte sich in ihr Gehirn ein und ein wunderbares Gefühl breitete sich in ihrem Inneren aus, was sie sehr glücklich machte.
Mit einem Lächeln legte sie nun ihren Kopf gemütlich auf seinen Oberschenkel und schielte zu ihm hoch.
„Du bist etwas ganz Besonderes, ob Verbrecher oder Held, ist eigentlich egal“, begann sie, hob dann wieder den Kopf und sah ihn an.
„Weißt du, es ist eigentlich ganz gleich, was du tust. Jeder begeht irgendwann in seinem Leben einmal ein Verbrechen, bewusst oder unbewusst, es redet nur niemand offen drüber … und so bleibt es meist verborgen. Du könntest sogar jemanden umbringen … es wäre egal, verstehst du? Du darfst nur nicht daran denken. Es ist so, wie wenn ich mir ein neues Kleid kaufe. Ich denke nicht die ganze Zeit daran, dass ich ein neues Kleid habe … es ist geschehen … es ist nicht so wichtig, genau wie ein Mord.“
„Nein, sag so etwas nicht. Ich … ich denke nicht, dass du das Kaufen eines Kleides damit vergleichen kannst, wie man sich fühlt, wenn man einen anderen Menschen das Leben genommen hat. Ob er es nun verdient hat oder nicht. Manche werden als Helden gefeiert, wenn sie einen Verbrecher zur Strecke gebracht haben, aber ich sehe das ganz anders …“, er strich mit seinen Fingern durch ihre Haare und sah sie dabei an, doch bei seinen letzten Worten, wendete er den Kopf und blickte auf die Wand hinter sie. Sie wusste, dass er sie nicht richtig verstanden hatte, doch sie konnte es ihm im Moment nicht besser erklären. Er wusste nicht, was in ihr vorging, wie es in ihr aussah, und das konnte sie ihm auch nicht sagen. So richtete sie sich etwas auf und nahm sein Gesicht zwischen ihre Hände.
„Ich wollte damit doch nur sagen, dass oft nicht alles so ist, wie es zu sein scheint“, erklärte sie mit fast verschwörerischer Stimme.
„Damit könntest du Recht haben. Nein, du hast wohl ganz sicher Recht. Und ich habe Recht damit, wenn ich sage, dass du eine ganz außergewöhnliche junge Frau bist, Cathreen“, seine Stimme klang sanft, wie das leise Rauschen des Meeres und als er ihre Hände ergriff, hatte sie das Gefühl seine Finger würden leicht glühen, so eine angenehme Wärme strahlten sie aus.
„Wenn du das sagst, muss es wohl …“, sie brach ab, als sie ein Geräusch hörte und blickte zur Tür.
„Was war das?“
„Vielleicht ist Schichtwechsel und die Nachtwache geht jetzt nach oben?“, überlegte er laut.
„Ja … vielleicht“, murmelte sie und blickte wieder zu ihm. Doch er schien von irgendwas aufgeschreckt zu sein, denn er lauschte weiterhin nach draußen.
„Das kommt von Deck! Vielleicht sollte ich besser doch mal nachsehen gehen?“
In dem Moment, als er aufstehen wollte, ging ein harter Ruck durch das Schiff und er würde zurück auf das Bett geworfen.
„Verdammt! Ich hoffe wir sind nicht irgendwo aufgelaufen“, fluchte er leise und ging zur Tür, die er vorsichtig öffnete. Cathreen hatte sich gerade noch am Bettpfosten festhalten können und sah ihm nun besorgt nach.
„Soll ich mitkommen?“
„Nein, bleib besser hier“, sagte er und deutete kurz in die Kabine hinein, bevor er nach draußen schlüpfte.
Wartend und mit großer Sorge, setzte sie sich wieder auf das Bett und wartete. Sie hatte das Gefühl, die Geräusche von oben würden immer lauter werden, was sie nicht gerade beruhigte. Als sie einen Schrei vernahm, krallte sie ihre Hände in den Bettpfosten und begann nervös an ihrer Unterlippe zu kauen. Was sollte sie tun?
Sie wollte gerade aufstehen, als die Türe wieder aufging und Ashley schnell und gehetzt herein schlüpfte. Auf seinem Gesicht konnte sie lesen, dass etwas Schlimmes geschehen sein musste und ihr Herz schlug auf einmal sehr heftig.
„Was ist los?“, fragte sie und ihre Stimme war eher ein Krächzen und er blickte sie mit finsterer Miene an.
„Ich fürchte ich habe keine guten Nachrichten“, presste er durch seine zusammengebissen Zähne hindurch.
„Warum meint es das Schicksal so hart mit uns. Warum will es nicht zulassen, dass wir diesen gottverdammten Brief einfach nach London bringen können?“, brummte er noch und starrte auf ein Regal an der Wand, dann wandte er sich wieder zu Cathreen.
„Du kannst ja schwimmen. Ich hoffe du hältst auch einige Zeit durch? Es sind Piraten. Sie haben das Schiff geentert. Vielleicht kommen wir ungesehen von Bord, solange sie kämpfen und können an Land schwimmen. Es ist zwar ein ganzes Stück, doch ich glaube es ist machbar“, sagte er nachdenklich auf Cathreen starrend.
„Pi … Piraten“, stammelte sie geschockt, „aber es sind so viele Matrosen hier auf dem Schiff, können sie die Piraten denn nicht überwältigen?“, fragte sie fast panikartig.
„Du hast die Männer gesehen. Es sind keine Kämpfer. Es sind einfache Matrosen. Ich glaub kaum, dass sie lange gegen diese Piraten bestehen können.“ In Cathreens Gehirn begann es zu arbeiten, sie versuchte fieberhaft irgendeine Lösung zu finden.
„Gut dann … aber … wir können nicht schwimmen. Das würde den Brief zerstören“, fiel ihr dann ein und sie deutete auf ihr Hemd. Er nickt und begann laut zu überlegen.
„Bis jetzt sind alle am Bug beschäftig. Vielleicht können wir ungesehen ein Boot zu Wasser lassen …“, begann er, und da ihr nichts Besseres einfiel, nickt sie knapp.
„Uns bleibt wohl nichts anderes übrig, als es zu versuchen“, sagte sie besorgt.

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BeitragThema: Re: Wunsch nach Frieden 7 -12   Do Feb 07, 2008 10:41 pm

„Doch der einzige Weg führt über Deck, was wenn sie uns entdecken?“, warf sie jetzt ein, als ihr das bewusst wurde.
„Darüber will ich lieber nicht nachdenken. Doch wir müssen es versuchen, bevor sie das Schiff mit Mann und Maus versenken. Nimm deine Sachen“, forderte er sie auf, ergriff seine Tasche, die er sich über die Schultern warf.
Mit zittrigen Fingern griff sie nach ihrer Tasche und folgte ihm zur Türe. Er warf einen kurzen Blick hinaus und ging den Gang entlang, der zu den Stufen nach oben führte. Leise schlichen sie nach oben, während das Säbelgerassel und die Schreie immer lauter wurden. Der kühle Nachtwind schlug ihnen ins Gesicht, als sie nach oben schlichen, doch war es zu ihrem Glück ziemlich dunkel. Plötzlich packte Ashley sie am Arm und zog sie hinter eines der Boote, als ein kräftiger Pirat, der nur noch einen Arm hatte, an ihnen vorbei lief. Mit klopfendem Herzen stand sie da und wagte kaum zu atmen, doch Ashley ließ ihr nicht die Zeit, sich von dem Schrecken zu erholen, sondern schob sie in eines der Boote, in das sie sofort krabbelte. Doch kaum war sie in dem Boot und wollte sich hineinducken, rannte eine kleine Maus über ihren Schuh und ein spitzer Schrei kam über ihre Lippen, noch bevor sie es verhindern konnte. Sie schlug sofort die Hand vor den Mund und sah Ashley erschrocken an, der den Kopf herumriss und sie beinahe vorwurfsvoll anblickte. Dann aber löste er schnell das Tau, welches das Boot festhielt und drehte sich dann um …
„Wen haben wir denn da?“, fragte eine sonore Männerstimme und Cathreen hob den Kopf, um zu sehen, wer das war. Vor ihr stand ein großer, kräftiger und verwegen aussehender Kerl mit langen dunklen Haaren und einem mächtigen Bart, der sein Gesicht zierte. Seine dunklen Augen huschten gefährlich über Ashley, auf dessen Brust er seinen Degen gesetzt hatte. Ashley starrte auf die Waffe, denn er hatte den Mann wohl genauso wenig kommen gehört wie sie.
„Ich denke nicht, dass ihr beiden einen Ausflug mit dem Boot machen werdet. Jedenfalls nicht mit diesem Boot hier. Ich kann euch aber gerne meines anbieten. Oder aber ihr werdet mit den Matrosen hier auf dem Schiff untergehen“, sagte er und sein Blick wanderte jetzt von ihm zu ihr. Sie musterte die kalten Augen des Mannes und ihr Magen verkrampfte sich vor Furcht. Doch dann kam ihr Stolz nach oben und ließ sie mutiger reagieren, als sie es in Wirklichkeit war.
„Wer seid Ihr, dass Ihr hier bestimmen könnt, wer untergeht oder und wer nicht?“, fragte sie und hob ihr Kinn noch etwas weiter an.
Überrascht musterte der Mann sie und winkte einen seiner Leute mit einer Fackel zu sich. Sie erkannte, wie sich das Gesicht des Mannes plötzlich aufhellte. Sie vermutete, dass er wohl aufgrund ihrer Kleidung und der Dunkelheit nicht gleich gesehen hatte, dass sie eine Frau war, denn seine Stimme wurde mit einem Male sehr freundlich, fast schon schleimig.
„Mein Name ist Ortega“, begann er und deutete eine leichte Verbeugung an, ohne aber seine Waffe von Ashleys Brust zu nehmen, der inzwischen leicht seine Hände gehoben hatte und ihnen beiden zuhörte. Sie konzentrierte sich dabei voll auf den Mann vor ihr, so konnte sie nicht sehen, was für ein Gesicht Ashley machte.
„Ich bin der Kapitän der St. Maria hier, einem der schnellsten Schiffe in diesem Gewässer, was mir schon mehr als einmal das Leben gerettet hat. Doch darf ich auch Euren Namen erfahren?“, wollte er dann von ihr wissen. Kurz wies er seinem Mann an sich um Ashley zu kümmern und ihn wegzubringen, bevor er sich wieder ihr zuwandte und sie nun genauer betrachtete.
„Wenn mich meine Nase nicht täuscht, steckt hinter dem hübschen Gesicht und der schäbigen Kleidung, noch eine Menge Geld. Nicht wahr“, fragte er amüsiert und legte seine Hand unter ihr Kinn.
In dem Moment versuchte Ashley einen Schritt auf sie zuzumachen, doch Ortega hatte seinen Säbel so schnell hochgerissen und die scharfe Klinge gegen dessen Hals gedrückt, dass dieser wieder abrupt stoppte und Cathreen einen warnenden Blick zu warf.
„Erzähle ihm gar nichts, Cathreen!“, rief er ihr warnend zu und sie schüttelte nur den Kopf.
„Behaltet eure Nase bei Euch. Kapitän seid ihr also?“, fragte sie und musterte ihn mit einem abschätzigen Blick, Ashleys besorgten Blick ignorierend.
„Ich dachte schon die Matrosen auf diesem Schiff hier, geben einen schlechten Anblick ab, doch wenn ich Euch so ansehe, weiß ich, dass mich getäuscht habe“, erklärte sie abschätzig.
„Ich fasse das als Kompliment auf, kleine Lady“, erwiderte er grinsend hinter seinem Bart und seine Augen huschten genüsslich über ihre Gestalt.
„Was wollt Ihr?“, fragte sie mit einem scharfen Blick und hob ihr Kinn noch etwas weiter an.
„Ich denke, ich kann für Euch ein schönes Lösegeld bekommen? Ihr kommt aus vornehmem Haus, das kann auch diese schäbige Kleidung nicht verbergen. Wer ist er? Gehört er zu Euch?“, fragte er dann wieder kühler.
„Das geht Euch gar nichts an …“, begann sie, als Ashley ihr ins Wort fiel.
„Allerdings tue ich das. Und wenn Sie nicht die Finger von ihr lassen, dann …“
„Was dann?“, fragte der Pirat und näherte sich ihm so weit, dass ihre Gesichter nur noch eine Handbreit voneinander entfernt waren.
„Sei bitte still“, zischte Cathreen jetzt zu Ashley, da sie nicht wollte, dass der widerliche Kerl ihm etwas tat.
„Ach wie niedlich“, lachte Ortega kalt auf und wendete sich wieder ihr zu und ihre Augen verengten sich, als er wieder zu sprechen begann.
„Ich will Euren Namen wissen. Sagt ihn mir, wenn Ihr nicht als Fischfutter enden wollt“, drohte er ihr nun. Besorgt sah sie, dass Ashley immer wütender wurde und sich wohl am liebsten auf den Mann gestürzt hätte, hätte ihn die Waffe an seinem Hals nicht gehindert.
„Die Fische halten sich bei Eurem Anblick weit fern von hier, glaubt mir. Schon allein Euer Geruch würde ausreichen, um sie alle zu vertreiben“, spuckte sie ihm förmlich entgegen, sah ihm dabei ins Gesicht und hob herausfordernd eine Augenbraue.
In der Sekunde hob Ortega seine Hand und holte aus, doch er kam nicht weit. Ashley schlug das Schwert, das nur noch lose an seinen Hals gedrückt worden war weg und sprang nach vorn. Er ergriff den Arm des Piratenkapitäns und hielt diesen fest, doch der Mann reagierte verdammt schnell, entwand sich sofort wieder seinem Griff und presste erneut fest seinen Degen gehen den Hals von Ashley, der sich erneut keuchend versteifte.
„Noch so etwas und ich werfe dich zu den Haien“, drohte er ihm nun mit zischenden Worten und Ashley wagte nicht mehr sich zu bewegen oder etwas zu sagen. Aber nicht so Cathreen.
„Das würde ich an Eurer Stelle nicht tun“, sagte diese nun erstaunlich ruhig.
„Ach, würdet Ihr nicht?“, fragte er und drehte den Kopf zu ihr, ohne ihn loszulassen.
„Könntet Ihr mir vielleicht auch den Grund nennen, warum ich ihn am Leben lassen sollte?“, fragte er knurrend.
„Allerdings“, begann sie und ging langsam auf den Piraten zu, der sie misstrauisch musterte.
„Ihr verlangtet vorhin nach Geld. Nicht wahr?“
Kurz sah sie in Ashleys Gesicht, der sie verwundert ansah, er hatte wohl nicht erwartet, dass sie es wagen würde, sich so gegen diesen Mann zu stellen.
„Ja, habt Ihr es Euch doch überlegt? Werdet Ihr mir Euren Namen nennen?“, fragte Ortega gespannt.
Dass Ashley leicht den Kopf schüttelte, ignorierte sie jetzt, denn sie hatte einen Plan und wollte so versuchen, ihrer beider Leben zu retten.
„Ich heiße Cathreen und ich kann Euch geben, was Ihr wollt. Aber dazu müsst Ihr ihn am Leben lassen.“
„Rede weiter“, forderte er sie nun auf, blickte kurz zu Sinclair und sah dann wieder zu ihr.
„In Ordnung. Ich weiß von einem Ort, an dem so viel Gold lagern soll, dass selbst Euer Schiff nicht alles davon tragen könnte. Es heißt die Soldaten des Königs, hätten ihn persönlich dorthin gebracht und bewachen diesen. Ich kenne den Ort, aber ich brauche ihn …“, deutet auf Ashley, „um an das Gold zu kommen, darum müsst ihr ihn am Leben lassen.“
Mit einem Lächeln blickte sie in das mehr als interessierte Gesicht des Kapitäns.
„Ihr müsst verstehen. Er und ich, wir gehören nicht zusammen. Männer können so unglaublich gutgläubig sein, wenn man sie für seine Zwecke benutzt und ich gebe zu … er war ein nettes Spielzeug“, fuhr sie fort und warf einen vielsagenden Blick zum Kapitän. Dann ging sie langsam um Ashley herum, der sie nun unglaubwürdig anblickte.
„Ein Spielzeug, das Euch alle Eure Wünsche erfüllen könnte … willig, so tapfer … es wäre doch schade, ihn jetzt schon zu töten. Meint ihr nicht auch?“, fragte sie und stellte sich wieder zu dem Kapitän.
„Und wieso sollte ich Euch das glauben?“ Seine Blicke wanderten nun zwischen ihnen beiden hin und her. Cathreen warf Ashley einen kurzen Blick zu und hoffte er würde verstehen, dass das alles nur gespielt war, nur ein Plan, um sie hier raus zu bekommen.
„Glaubt mir und Ihr werdet reich. Lasst es und tötet ihn. Ich … brauch ihn nicht mehr“, erklärte sie nun kalt.
„Du hast mich benutzt?“, zischte Ashley nun erbost. „Dir ging es die ganze Zeit nur um das Gold?“
„Oh nein, mein Schöner. Es ging mir nicht nur um das Gold. Ich hatte meinen Spaß mit dir, das muss ich schon zugeben“, erklärte sie ihm nun schmunzelnd und ging wieder auf ihn zu.
In dem Moment gab der Piratenkapitän seinem Mann die Anweißung Sinclair zu fesseln und ihn auf sein Schiff zu bringen.
„Sperrt ihn unter Deck“, rief er seinem Mann noch hinterher.
„Du verdammtes Miststück“, schrie Sinclair nun, als er weggebracht wurde, seine Augen funkelten böse, als man ihn auf das andere Schiff brachte. Cathreen schluckte und versuchte den schmerzlichen Ausdruck in ihren Augen, als man ihn roh wegschleppte und hoffte, dass er ihren Worten, die selbst für sie sehr überzeugend geklungen hatten, keinen Glauben schenkte.
Als Ashley weg war, wandte sich der bärtige Mann wieder an sie.
„Gut, dann verratet mir, wohin wir segeln müssen. Doch eines sage ich Euch gleich. Solltet Ihr mich belügen, werd ich euch beide an die oberste Ra hängen, verstanden?“, drohte er ihr mit funkelnden Augen.
Cathreen versuchte ganz ruhig zu bleiben und lächelte ihn dann sogar an.
„Da müssen wir hin“, sagte sie und deutete Richtung Süden, „und keine Sorge, Ihr könnt mir glauben, auch wenn ich gerne einen anderen Umgangston hören würde.“
„An den Umgangston werdet Ihr Euch wohl gewöhnen müssen, Mylady. Schließlich sind wir auf einem Piratenschiff und nicht auf einem Ball, wie Ihr es vielleicht gewohnt seid.“
„Das hab ich schon befürchtet“, seufzte sie leise.
Kurz deutete Ortega zu seinem Schiff und deutete ihr an dort hin zu gehen, dann gab er seinen Männern, die Anweißung das Schiff, auf dem sie sich noch befanden, zu versenken. Ohne zu zögern, ging sie über einen kleinen Steg aus Brettern auf das andere Schiff hinüber, und blieb aber dann dort stehen, während sie mit viel Unbehagen, auf die vielen Piraten blickte, die noch düsterer wirkten, als die Matrosen auf dem anderen Schiff. Irgendwie war sie fast froh, als der Kapitän auftauchte und sie nach unten in eine große Kabine brachte, doch nur im ersten Moment.
„Wo habt Ihr ihn hingebracht?“, fragte sie leicht ängstlich.
„Unter Deck. Sorgt Euch nicht, es geht ihm gut“, erklärte er knapp und Cathreen nickte nur.
„Ist das Eure Kabine?“, fragte sie, während sie sich neugierig umsah.
„In der Tat. Doch ich bin bereit, sie Euch zu überlassen. Solange, bis wir diesen angeblichen Schatz des Königs gefunden haben“, erklärte er und machte eine einladende Handbewegung in den Raum hinein.
„Das ist nicht nötig. Ihr … ich könnte auch Mr. Sinclair Gesellschaft leisten“, gab sie zurück.
„Ich glaube kaum, dass es Euch dort gefallen würde“, erklärte er grinsend und Cathreen erschauderte, bei dem Gedanken an das Loch, wo sie Ashley vermutlich hineingeworfen hatten, sagte jedoch nichts dazu.
„Wozu ist er notwendig?“, wollte der Kapitän wissen und musterte sie eindringlich.
„Das ist etwas, was ich Euch nicht verraten werde. Das ist meine Lebensversicherung. Doch glaubt mir, er ist notwendig.“
„Nun gut. Wie Ihr meint. Ihr wisst, was Euch blüht, wenn Ihr mich belügt. Ach ja, Ihr dürft Euch auf dem Schiff frei bewegen, aber auf eigene Gefahr. Doch wie ich Euch einschätze, seid Ihr voll und ganz in der Lage auf Euch achtzugeben. Ach ja, und in dem Koffer dort hinten, findet ihr ein paar nette Kleider und Schmuck, wenn ihr Euch vielleicht passend kleiden wollt“, bot er ihr an und deutet auf eine große Kiste in der Ecke, bevor er sich umdrehte und zur Türe ging.
„Solltet ihr jedoch Gesellschaft wünschen … dann ruft mich einfach“, erklärte er mit einem vielsagenden Schmunzeln und verneigte sich leicht etwas vor ihr.
„Keine Sorge. Wenn Ihr nun bitte gehen würdet? Ich würde mich gerne umziehen“, sagte sie nun streng und hob ihr Kinn noch mal etwas an. Ortega verließ schmunzelnd die Kabine und verschwand nach oben. Schnell verriegelte sie die Tür und atmete erst einmal tief durch. Dann ging sie zum Kabinenfenster am Heck des Raumes. Dort konnte sie sehen, wie das andere Schiff hinter ihnen langsam im Meer versank und ihr Herz krampfte sich zusammen, wenn sie an die Männer dachte, die dort drüben ihr Leben verloren und schon verloren hatten.
Sie wandte das Gesicht ab und ihre Augen durchsuchten die Kabine, bis sie an der gewissen Truhe hängen blieben, die der Pirat ihr genannt hatte. Langsam ging sie darauf zu und öffnete den Deckel.
Ihre Augen wurden groß, als sie die prächtigen Kleider sah, die sich darin befanden. Sie zog eines nach dem andern heraus und breitete sie auf dem Bett aus. Nach kurzem Überlegen ergriff sie ein dunkelgrünes, aus schwerem Samt bestehendes Kleid, welches nicht so reich verziert war, wie die andern, in denen sie zu sehr auffallen würde. Schnell trennte sie ihr Hemd wieder auf und nahm den Brief heraus, den sie flink in den Rock des Kleides einnähte, bevor sie es anzog.
Zu ihrer Überraschung passte es wunderbar, nur war es etwas zu kurz, aber das machte ihr nichts, dann konnte sie schon besser darin laufen, ohne immer über den Saum zu stolpern, es waren nur zwei oder drei Zentimeter, die fehlten.
Als sie das getan hatte, begann sie die Kabine zu durchsuchen, bis sie eine halbe Stunde später sogar einen kleinen Dolch, der zweifellos auch von den Piraten gestohlen worden war, fand, und den sie dann in einer ihrer Rockfalten versteckte. So steifte sie das Kleid über die Unterröcke und kontrollierte, ob man ihn auch wirklich nicht sehen konnte. Dann beschloss sie nach oben zu gehen, um rauszubekommen, wo sie waren und wie lange sie noch brauchen würden, bis sie in Cardiff ankommen würden.
Sie hatte Angst, aber wenn sie es schaffen wollte, sich und Ashley zu retten, blieb ihr nichts anderes übrig, als dies durchzuziehen. So atmete sie noch einmal tief durch, öffnete dann die Kabinentür und trat hinaus. Als sie auf dem Weg nach oben war, überlegte sie es sich dann aber doch anders und beschloss erst nach Ashley zu suchen, da sie sich furchtbare Sorgen machte und wissen wollte, ob es ihm auch einigermaßen gut ging.
So schlich sie den Gang zurück und suchte hinter jeder Türe, doch in dem Teil des Schiffes fand sie ihn nicht. Sie blickte zu der Treppe, die noch weiter nach unten in den Bauch des Schiffes führte. Mit einem Blick auf ihr Kleid, verdrehte sie die Augen, wagte es dann aber doch die steilen Treppen nach unten zu steigen und sah sich dort unten um.
Viel konnte sie nicht erkennen, es war zu dunkel hier, da von oben kein Licht nach hier unten kam. An der Wand konnte sie eine Öllampe sehen, die sie kurzerhand entzündete und aus ihrer Halterung nahm. Langsam ging sie tiefer in den Bauch des Schiffes hinein und sah in die vielen Holzverschläge, die hier als Lager dienten. Teilweise für Diebesgut, teilweise für Nahrung und auch Ersatzteile. Ganz hinten sah sie einen Verschlag, der komplett leer war, bis auf eines … Ashley, der mit dem Rücken and die Wand gelehnt auf dem Boden kauerte und vor sich auf den Boden starrte.

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BeitragThema: Re: Wunsch nach Frieden 7 -12   Do Feb 07, 2008 10:44 pm

Schnell überwand sie letzten Meter und blieb vor seinem Gefängnis stehen.
„Ashley?“, begann sie besorgt aber leise, da er sie wohl nicht bemerkt hatte. Er zuckte zusammen, als er ihre Stimme hörte und drückte sich sofort nach oben. Einen Moment musterte er sie und trat dann auf sie zu.
„Cathreen“, sagte er ebenso leise und legte seine Hände an die Holzbalken, die sie beide voneinander trennte.
„Geht es dir gut?“, fragte sie besorgt, doch lächelte sie, als sie sah, dass er zumindest am Leben war.
„Mach dir keine Sorgen. Mir fehlt nichts. Was ist mit dir? Ich hoffe der Kerl hat dich nicht angefasst?“, fragte er und sein Blick huschte kurz über ihren Körper, bevor er wieder in ihre Augen sah.
„Nein, hat er nicht. Mir geht es gut.“ Erleichtert atmete er aus und streckte seine Finger durch die Balken, die sie ergriff und darüber strich.
„Gott sei Dank. Bist du alleine?“, fragte er und versucht hinter sie in die Dunkelheit zu sehen.
„Ja, ich bin alleine. Ich kann mich frei auf dem Schiff bewegen“, erklärte sie ihm jetzt und er nickte, doch dann wurde sein Ausdruck nachdenklich.
„Würdest du mir sagen, was du vorhast? Was glaubst du, wie lange du ihn täuschen kannst?“, wollte er nun wissen.
„Ich weiß es nicht. Ich will ihn solange in Schach halten, bis ich herausgefunden habe, wo sie den Schlüssel für diese Türe aufbewahren, dann kann ich dich hier raus holen und können von Bord verschwinden.“
„Wo die Schlüssel sind, weiß ich. Die hat der Kerl mit dem Holzbein an seinem Gürtel. Ich glaube der ist der Koch hier und der Barbier. Hörte sich jedenfalls so an“, erzählte er ihr und kratzte sich nachdenklich am Kopf.
„Ich werde schon irgendwie an diese Schlüssel rankommen“, murmelte sie nachdenklich, doch dann richtete sie wieder ihren Blick direkt zu ihm.
„Ash, hör zu … meine Worte vorhin … an Deck, die ich zu dir sagte, das war nicht so gemeint“, stammelte sie nun leicht verlegen.
„Schon gut, ich habe es schon verstanden. Das war alles nur gespielt, wegen des Kerls. Keine Angst und ich hoffe, du hast meine auch nicht wörtlich genommen“, erklärte er mit einem leicht misslungenen Lächeln.
„Nein, hab ich nicht“, gab sie seufzend zurück und schüttelte leicht den Kopf dabei.
„Ich werde versuchen, dich so schnell wie möglich hier heraus zu holen“, flüsterte sie dann und blickte in den total verdreckten Verschlag, in dem er fest saß.
„Das wäre wirklich sehr nett“, antwortete er etwas zerknirscht. „Ich habe hier Mitbewohner, mit denen ich nicht wirklich zurecht komme“, meinte er dann und deutete in die hinterste dunkle Ecke. Sie konnte sich denken, was er meinte, wohl Mäuse oder sogar Ratten. Bei dem Gedanken schnürte es ihr die Kehle zu.
Mit einem gequälten Ausdruck sah sie ihn nun an und nickte dann fest entschlossen.
„Ich beeile mich, versprochen“, sagte sie und drückte kurz seine Hand.
„Sehr schön. Ich wäre dir auf ewig dankbar“, antwortete er ihr und sie versuchte ihn aufmunternd anzulächeln, was ihr aber nicht wirklich gelang.
„Ich muss jetzt zurück, nicht dass sie doch noch misstrauisch werden“, sagte sie nun leise und drehte sich schon zum Gehen.
„Ist gut. Cathreen?“, hielt er sie noch einmal auf.
„Ja?“
Sie sah noch einmal zu ihm und er versuchte durch einen etwas breiteren Spalt zwischen den Brettern seine Hand durchzustecken, welche sie ergriff.
„Danke“, flüsterte er noch leise.
„Ich komme wieder, sobald ich kann“, versuchte sie ihn zu trösten und lächelte kaum merklich.
„Jetzt geh! Bevor sie dich vermissen und Cathreen? Gib auf dich Acht!“ rief er ihr noch leise hinterher.
„Keine Sorge“, sie sah noch einmal zu ihm, drehte sich um und ging den Gang zurück, die steilen Stufen nach oben und dann ganz nach oben auf Deck.
Noch einmal holte sie tief Luft, strich ihr Kleid glatt und trat dann hinaus. Kurz sah sie sich um und ihr Blick fiel nach oben, wo der Kapitän selber am Ruder stand. Doch in dem Moment, als er sie bemerkt hatte, übergab er dies an einen seiner Männer und kam zu ihr herunter.
Im ersten Moment achtete Cathreen weniger auf ihn, sondern hielt Ausschau nach dem Kerl mit dem Holzbein, der sich aber scheinbar nicht auf Deck aufhielt.
„Was für ein wunderbarer Anblick auf meinem bescheidenen Schiff“, sagte er einschmeichelnd und verbeugte sich knapp vor ihr. Cathreen hingegen nickte ihm nur kühl entgegen, wie sie es auf diesen Bällen auch immer getan hatte, wenn sie einen ihrer Verehrer schnell wieder loswerden hatte wollen.
„Ein unerwartetes Kompliment, aus dem Mund eines Piraten“, sagte sie ebenso kühl, wie ihr Blick war.
„Ich bin auch nur ein Mann“, schmunzelte er jetzt mit einem Blick, bei dem jeder andere Mann von ihr eine Ohrfeige erhalten hätte. Doch das konnte sie hier nicht riskieren.
„Kann ich etwas für Euer Wohl tun? Wünscht Ihr etwas zu essen oder zu trinken?“
„Ja. Ihr könntet mich so schnell wie möglich von diesem Schiff herunterbringen. Das wäre mir Wohl genug“, erklärte sie weiterhin ohne eine große Emotion zu zeigen.
„Ihr könnt das Schiff verlassen, sobald Ihr mich zu dem Schatz gebracht habt“, erklärte er ihr gelassen. Im Grunde war ihr klar gewesen, dass der Kerl so antworten würde, doch dann beschloss sie ihn in ein Gespräch zu verwickeln, um sein Vertrauen zu gewinnen. Langsam drehte sie sich um und ging zur Reling, gegen die sie sich lehnte und auf das fast schwarze Meer blickte.
„Sagt mir, warum habt Ihr Euch für die Piraterie entschieden? Gab es für Euch keine Möglichkeit, Euer Leben ehrbar zu gestalten?“, fragte sie jetzt, während der Wind in ihr Gesicht blies und eine angenehme Kühle auf der Haut hinterließ. Sie hörte, wie Ortega ihr folgte und schräg hinter ihr stehen blieb. Er zögerte mit seiner Antwort, was ihr ein Schmunzeln auf die Lippen gleiten ließ, anscheinend hatte sie einen wunden Punkt bei ihm getroffen.
„Mylady, ich denke nicht, dass Euch das etwas angeht. Ich liebe mein Leben, so wie es ist und warum sollte ich dann etwas anders machen? Mir geht es sehr gut. Ich bin reich und bald habe ich soviel Gold zusammen, dass ich mich ohne Sorge zur Ruhe setzten kann“, er stellte sich neben sie an die Reling und musterte sie ausgiebig, während er sprach.
„Hattet Ihr nie den Wunsch nach einem Zuhause, nach einer Frau und Kindern? Denen Ihr beim Aufwachsen zusehen könnt?“, fragte sie ihn völlig ruhig, ohne den Blick vom Wasser zu nehmen.
„Wer sagt Euch, dass ich das nicht habe? Was ist mit Euch? Ich sehe, dass Ihr aus reichem Hause kommt. Also wozu braucht Ihr gestohlenes Gold?“, hakte er nach.
„Nun … jeder strebt vielleicht danach, einmal ein Abenteuer zu erleben, oder nicht? Wenn man sein Leben lang nur an die Etikette gebunden ist, von allen und jedem beschützt, sehnt man sich irgendwann danach, etwas zu tun, das ganz und gar nicht in das eigentliche Leben passt.“
„Dann ist es nur Abenteuerlust, die Euch dazu treibt?“, fragte er überrascht und lachte dann auf.
„So kann man es ausdrücken, ja“, sagte sie leise, das Glitzern der Schaumkronen auf dem Meer beobachtend.
„Ihr seid eine bemerkenswerte Frau, wirklich. Es ist höchst ungewöhnlich für eine Dame. Ich bewundere das, wirklich“, schleimte er jetzt und drehte sich zur Seite, als jemand zu ihnen trat. Sofort wurde ihr klar, dass jemand mit einem Holzbein auf sie zukam, denn das Klappern des Holzes auf Deck war unverkennbar.
Während der Kapitän mit ihm redete und ihn anwies etwas zu Essen zuzubereiten - auch für den Gefangenen unter Deck, musterte sie den Piraten mit dem Holzbein. Er war klein und rundlich, seine weißen spärlichen Haare auf dem Kopf standen in alle Richtungen ab. Auf seinem rechten Auge befand sich eine schwarze Augenklappe und der große Ohrring zog sein linkes Ohrläppchen etwas in die Länge. Die wässerigen graublauen Augen huschten zwischen dem Kapitän und ihr immer wieder hin und her. Dann schlurfte er mit einem frechen Grinsen zu ihr davon und verschwand wieder unter Deck.
Nachdenklich sah sie dem Mann hinterher und hofft inständig, dass dies auch der Mann war, der die Schlüssel hatte. Vielleicht, mit etwas Glück, würde Ashley noch vor ihr an den Schlüssel kommen würde. Plötzlich wurde sie aus ihren Gedanken gerissen, als der Kapitän sie wieder ansprach.
„Ich hoffe, Ihr werdet mit mir zusammen Essen?“, fragte Ortega sie nun zu ihrer Überraschung.
„Mit Euch und … und Eurer Mannschaft?“, fragte sie unsicher nach.
„Meiner Mannschaft?“, lachte er rau auf. „Die Kerle haben doch keine Ahnung, wie man sich in Gegenwart einer Dame zu benehmen hat. Nein, ich kann Euch beruhigen, nur mit mir“, erklärte er.
Bei dem Gedanken, länger als nötig Zeit mit diesem Mann verbringen zu müssen, war ihr mehr als unwohl, dennoch nickte sie knapp.
„Ja, wieso denn nicht?“, antwortete sie höflich und dachte bei sich, dass ihr ja nichts anderes übrig blieb, denn ein ‚Nein’ würde er sicherlich nicht akzeptieren.
„Sehr schön. Dann erwarte ich Euch in einer halben Stunde in meiner … oh verzeiht, in Eurer Kabine“, gab er dann vor.
„Natürlich. Ich werde da sein“, erklärte sie kühl. Da zog Ortega seinen Dreispitz und verbeugte sich galant, bevor er mit einem Schmunzeln wieder nach oben kam und erneut das Steuer übernahm, nachdem er seinen Leuten ein paar neue Befehle gegeben hatte.
Zumindest schien der Mann seine Mannschaft im Griff zu haben, denn mehr als einen kurzen Blick riskierten die Männer nicht, sondern konzentrierten sich auf das, was sie zu tun hatten.
Nachdem Ortega, verschwunden war, ging sie mit schnellen Schritten wieder unter Deck. Den Koch zu finden war nicht schwer, sie brauchte nur dem Geruch nach zugehen, der sich von der Kombüse durch das ganze Schiff zog.
Als sie schließlich vor der Kombüse stand, warf sie einen Blick durch den Raum und sah neben der Türe an einem Haken einen Schlüsselbund hängen. Schnell überlegte sie sich, wie sie den Koch ablenken könnte und da hatte sie auch schon eine Idee. Sie bat ihn um ein paar Früchte, und als dieser meinte, so was gäbe es auf diesem Schiff nicht, erklärte sie ihm, der Kapitän hätte gesagt, dass sie alles haben könnte und er solle gefälligst nachsehen, ob er nicht doch noch wenigstens einen Apfel für sie hätte. Mit Knurren und lauten, nicht für Damenohren geeigneten, Worten stapfte er davon, um nach etwas Passendem zu suchen. Sie sah ihm hinterher, wie er den Flur hinunter ging und durch eine kleine Türe verschwand. Schnell nutzte sie die Gelegenheit und griff nach dem Schlüsselbund und versuchte den Schlüssel, der zu dem Schloss von Ashleys Gefängnis gehört, abzumachen.
Sie zog und zerrte und schaffte es dann schließlich doch, und das keine Sekunde zu spät, denn schon hörte sie, wie er die Türe wieder schloss und zurückkam. Er murmelte, dass er es doch gesagt hätte. Es wären keine Früchte da und er machte sich wieder daran, das Essen weiter zuzubereiten. Ohne ein weiteres Wort, verschwand sie und kletterte vorsichtig und so schnell sie konnte, wieder die steilen Stufen in den Laderaum zu Ashley hinunter. Wenn sie schnell den Schlüssel wieder an seinen Platz bringen wollte, musste sie sich sehr beeilen. Sie hatte viel Glück und kam tatsächlich ungesehen bis nach unten.
„Ashley“, rief sie leise, aber dennoch gehetzt. Sinclair, der mit dem Rücken gegen die Wand gelehnt da gesessen hatte, stand abrupt auf und trat auf die Türe zu, die Cathreen sofort aufschloss. Überrascht blickte er sie an, als sie für ihn ganz plötzlich aufgetaucht war.
„Wie hast du …?“, begann er, trat sich umsehend hinaus.
„Ich habe keine Zeit für Erklärungen. Der Kapitän erwartet mich gleich. Ich muss mich beeilen. Hör zu …“, begann sie zu erklären, doch Ashley ergriff ihre Hände.
„Er erwartet dich?“, fragte er fast entsetzt.
„Ja, zum Essen … aber das ist doch jetzt unwichtig.“
„Alleine?“, fragte er sie überraschend.
„Ja alleine. Ashley hör zu … die gesamte Mannschaft, wird wohl die nächsten Stunden unter Deck verbringen, bis auf ein paar. Ich glaube, das ist unsere einzige Chance von hier weg zu kommen.“, erklärte sie leicht hektisch.
„Nicht unbedingt“, warf er ein und seine Augen verengten sich nachdenklich.
„Wo werdet ihr essen?“, fragte er knapp und sie sah ihn überrascht an.
„In seiner Kabine, die jetzt eigentlich meine für die paar Tage ist, oben den Gang entlang, Richtung Heck des Schiffes, dann rechts und links … ist nicht zu verfehlen“, erklärte sie ihm jetzt, doch bevor sie noch fragen konnte warum, sprach er schon leise grinsend weiter.
„Gut. Versuch ihn dazu zu bewegen, etwas mehr zu trinken. Ich habe eine gute Idee.“
Eine Sekunde betrachtete sie ihn nachdenklich, doch anstatt nachzufragen, nickte sie nur.
„Ja, gut. Ich muss jetzt aber los. Ich hoffe den Schlüssel wird der Koch heute nicht mehr vermissen“, dachte sie nun laut.
„Der Kerl war vorhin bei mir. Ich denke nicht, dass er sich heute noch mal hier unten blicken lässt. Gib auf dich Acht“, sagte er leise, hauchte ihr einen Kuss auf die Lippen und schob sie dann zur Treppe, die nach oben führte. Dann deutete er ihr an, sich zu beeilen. Hastig nickend machte sie sich schnell auf den Weg zu der Kabine und erst das letzte Stück ging sie wieder langsam, um keine Aufmerksamkeit zu erregen.
Als sie um die Ecke bog, hörte sie, wie jemand an eine Türe klopfte und sah dann auch schon den Kapitän davor stehen. Tief durchatmend nahm sie all ihren Mut zusammen und ging auf ihn zu.
„Herein“, sagte sie nun schmunzelnd, als sich der Kapitän überrascht zu ihr herumdrehte. In dem Moment nahm sie auch wieder ihren Kopf höher und setze ein freundliches Lächeln auf.
„Oh, da seid Ihr ja. Ich dachte eigentlich, Ihr wartet schon in der Kabine auf mich?“, sagte er erstaunt zu ihr und musterte sie nun ausgiebig von oben bis unten, während seine Hand durch seinen Bart strich.
„Ich habe mir nur etwas Euer Schiff angesehen. Es ist wirklich wunderbar“, schmeichelte sie ihm und deutete dann auf die Kabine.
„Wollen wir …?“
„Ich danke Euch. Es ist mir ein Vergnügen“, sagte er mit einer leicht angedeuteten Verbeugung, öffnete die Türe und ließ sie dann zuerst in die Kabine eintreten. Sie spürt förmlich seine Blicke, wie er sie ganz genau von hinten betrachtete, obwohl sie ihn nicht sehen konnte. Ihr war mehr als mulmig zumute, da sie nicht wirklich wusste, zu was der Mann fähig war und was dieser plante. Auch wenn er sich mehr als zuvorkommend gab, für einen einfachen, dreckigen, verbrecherischen Piratenkapitän.
Einen Moment musste sie tief durchatmen, um die Wut, die sie auf den Mann hatte, wieder hinunter zu schlucken. Mitten in der Kabine blieb sie dann stehen und wartete einen Moment, bis sie hörte, dass die Kabinentür ins Schloss fiel. Ihr Blick wanderte zu dem reichlich gedeckten Tisch, in der Mitte des Raumes stand und sie war überrascht, was der Koch geschafft hatte herzuzaubern.

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BeitragThema: Re: Wunsch nach Frieden 7 -12   Do Feb 07, 2008 10:46 pm

„Wollt Ihr nicht platzt nehmen?“, bot er ihr nun an.
„Gerne, viele Dank“, erwiderte sie und setzte sich dann auf einen der Stühle, die an dem Tisch standen. Ortega ging zum anderen Ende des Tisches, blieb aber noch stehen.
„Darf ich Euch Wein einschenken?“, fragte er und deutete auf eine Karaffe.
„Nein, danke ich trinke keinen Wein. Was aber Euch nicht im Geringsten davon abhalten sollte, selber etwas davon zu nehmen“, erklärte sei höflich aber bestimmt.
„Wirklich nicht? Ihr wisst nicht, was Ihr verpasst. Es ist ein französischer Wein, einer der besten Tropfen, die ich je getrunken habe“, versuchte er sie noch mal zu überreden, doch sie schüttelte den Kopf.
„Nein, ganz sicher nicht. Aber schenkt Euch nur ein“, erklärte sie lächelnd und strich sich elegant eine Haarsträhne aus dem Gesicht.
„Schade“, sagte der Kerl nur und schenkte sich dann selber das Glas voll.
Mit einem zufriedenen Gesicht und der Hoffnung, dass Ortega bei sich mit dem Wein nicht sparen würde, nahm sie sich nun etwas zu essen und wich seinen Blicken dadurch aus, dass sie genau musterte, was so alles auf dem Tisch lag.
„Meine Gnädigste, ich hoffe doch, es ist etwas dabei, was Euren Geschmack trifft“, sagte er, als er sie beobachtete und bediente sich dann selber. Bevor er zu essen begann, hob er seinen Kelch mit dem Wein und prostete ihr zu.
„Auf die schönste Frau an Bord“, erklärte er grinsend und lehrte ihn mit einem Zug. Sie erwiderte das Lächeln gezwungen und würgte dann das Essen hinunter. Es war nicht mal schlecht, aber da sie absolut keinen Hunger hatte und ihr Gastgeber, ihr absolut nicht geheuer war, fiel ihr da Essen schwer.
„Ich bin ja auch die einzige Frau an Bord“, gab sie gespielt freundlich lächelnd zurück.
„Da mögt Ihr vielleicht Recht haben. Doch auch wenn ihr das nicht währt, würde ich meine Meinung nicht ändern“, erklärte er sehr bestimmt, während er sich noch mal Wein nachschenkte.
„Und nun verratet mir doch den Ort, an dem dieser Schatz liegen soll“, forderte er sie direkt auf und trank erneut einen großen Schluck. Mit einer Art von Genugtuung beobachtete sie das und legte dann ihr Besteck zur Seite.
„Nein, das werde ich sicherlich nicht, denn Ihr werdet es noch früh genug sehen. Das ist sozusagen meine Lebensversicherung“, erklärte sie mit einem kühlen Gesichtsaudruck und hoffte, dass Ortega, dies so einfach akzeptieren würde. Wovor sie im Moment am meisten Angst hatte, war, dass er vielleicht ausrasten würde und sie mit Gewalt zwingen würde, ihr Geheimnis preis zu geben.
„Ich verstehe Euch schon, doch Ihr müsst mir doch sagen, welchen Kurs ich einschlagen muss und wo wir an Land gehen werden?“, hakte er noch einmal nach.
„Das werde ich Euch sagen, wenn es soweit ist. Haltet einfach den jetzigen Kurs bei.“
„In Ordnung. Ihr seid wirklich hartnäckig, das muss ich zugeben.“
„Ich weiß“, erklärte sie schmunzelnd und beobachtete, wie der schmierige Kerl nun schon sein viertes Glas leerte. Es dauerte nur ein paar Minuten, da schob auch er seine Teller von sich weg, nahm einen kräftigen Schluck aus seinem von Cathreen noch mal voll geschenktem Kelch und stand dann auf.
„Ich hoffe es hat Euch geschmeckt?“, fragte er, als er langsam um sie herum ging und schräg hinter ihr stehen blieb.
Misstrauisch beobachtete sie ihn bei jeder seiner Bewegungen und fragte sich, was er wohl vorhatte.
„Ja, es … es war wirklich vorzüglich … für ein Schiff“, antwortete sie ihm nun etwas unsicherer, als er hinter ihr stehen blieb. Sie hörte, wie er noch etwas näher kam und nun spürte sie, wie er eine Haarsträhne von ihr zwischen seine Finger genommen hatte und mit dieser zu spielen begann.
„Wollt Ihr nicht noch etwas trinken?“, fragte sie und schenkte ihm noch mal nach, sodass sein Kelch bis oben hin voll war.
„Alleine trinkt es sich nicht gut“, erklärte er knapp.
„Oh“, entfuhr es ihr und dann starrte sie auf die Flasche, da sie sich nicht sicher war, ob er schon genug Wein getrunken hatte. Als seine Finger durch ihr Haar streiften, versteifte sie sich und erschauderte innerlich. Am liebsten wäre sie aufgesprungen und hätte dem Kerl eine verpasst und nur mit Mühe konnte sie sich zurück halten, es nicht zu tun.
„Wollt ihr wirklich nichts mehr trinken?“, fragte sie noch mal um ihn abzulenken, doch er reagierte nicht auf ihre Frage.
„Ihr habt wundervolles Haar“, begann er nun hinter ihr zu säuseln und sie merkte wir ihr leicht übel wurde.
„Danke“, presste sie mühevoll und steif hervor, stand dann auf und ging um den Tisch herum. Mit leicht zittrigen Händen ergriff sie seinen Kelch und reichte ihn ihm.
„Wollt ihr nicht wenigstens versuchen“, fragte er mit einem Blick auf den Wein, doch Cathreen schüttelte nur den Kopf, und als er nicht gewillt war, ihr den Kelch abzunehmen, stellte sie ihn selber auf den Tisch zurück.
„Nein, nein wirklich nicht.“
„Das ist sehr schade“, sagte Orthego nun leise und ging auf sie zu. Mit leicht geweiteten Augen, sah sie ihm entgegen, bewegte sich jedoch nicht, abwartend, was dieser jetzt vorhatte.
Er blieb erst direkt vor ihr stehen und während er sie musterte, strich er sich mit den Fingern, durch seinen langen gekräuselten Bart. Sie wusste absolut nicht einzuschätzen, was dieser jetzt vorhatte oder überhaupt dachte, und das beunruhigte sie noch mehr.
„Ist alles in Ordnung?“, fragte sie nun unsicher.
„Aber sicher doch. Ich habe nur gerade überlegt, dass wir beide ein nettes Piratenpärchen abgeben würden. Wir könnten uns den Schatz teilen und wenn Ihr noch etwas Abenteuer sucht ... bei mir währt Ihr da richtig. Und wenn Ihr dann genug haben solltet, könnten wir uns in aller Ruhe zurückziehen und uns irgendwo in der Südsee ein Haus suchen, wo wir dann leben könnten. Was denkt ihr?“
Perplex sah Cathreen ihn nun an und brauchte eine Sekunde, um wieder einen klaren Gedanken fassen zu können.
„Das ist wirklich ein sehr verlockendes Angebot, doch ich muss leider ablehnen. Ein Leben auf hoher See ist wirklich nichts für mich“, erklärte sie, während sie immer noch um ein Lächeln bemüht war. Während sie einen Schritt zurücktrat, warf sie einen kurzen Blick zur Türe, sich fragend, wann Ashley wohl auftauchen würde. Aus den Augewinkeln beobachtete sie, wie Ortega schmunzelte, zum Tisch trat und noch mal den Kelch mit dem Wein ganz leerte.
„Ihr solltet darüber ernsthaft nachdenken. So ein Angebot werdet Ihr nicht oft bekommen. Wir könnten den Teil auf See auch auslassen. Ich habe genug Gold, dass es bis an unser Lebensende reichen wird“, versuchte er sie noch einmal umzustimmen.
„Trotzdem muss ich ablehnen“, erklärte sie knapp, was ihm wohl nicht besonders gefiel, denn er kam wieder auf sie zu, mit leicht zusammengekniffen Augen.
„Das ist aber nicht sehr nett von Euch“, sagte er und in seiner Stimme lag nun etwas Bedrohliches, genauso wie in seinen Augen. Ängstlich wich sie weiter vor ihm zurück, bis sie die Kabinenwand im Rücken spürte.
„Es war nicht meine Absicht, Euch zu beleidigen“, begann sie und sah wieder hilfesuchend zur Tür.
„Wenn ich das getan habe, dann tut es mir aufrichtig leid“; erklärte sie nun unsicher.
„Vielleicht sollte ich Euch erst einmal zeigen, was Euch entgehen würde?“, sagte er mit einem sarkastischen Grinsen, packte sie an ihren Oberarmen und versuchte sie schroff zu küssen.
„Lasst mich los“, forderte sie ihn energisch auf und versuchte ihn von sich weg zu schieben. Doch er hatte verdammt viel Kraft, gegen die sie nicht wirklich ankam und er reagierte nicht auf das, was sie sagte. Im Gegenteil er drängte sie noch mehr gegen die Wand versucht seinen Lippen auf die ihren zu pressen, doch sie wich ihm immer wieder aus, so dass er das nicht schaffte. In dem Moment flog auch schon die Türe zur Kabine auf und Ashley stürmte herein. Er brauchte nur eine Sekunde um sich zu orientieren, dann rannte er auf den Kapitän zu und riss ihn an der Schulter herum. Ohne zu zögern, verpasste er ihm sofort einen Faustschlag, mitten ins Gesicht, so dass dieser durch den halben Raum flog und mit dem Rücken gegen den Tisch krachte. Verwirrt starrte dieser nun auf Ashley, doch er fing sich schnell wieder und riss seinen Degen heraus, mit dem er sofort auf Ashley losging. Auch dieser hatte seinen Degen, den er sich wohl vorher von irgendwo geschafft haben musste, hoch gerissen und wehrte den ersten Hieb des Mannes leicht ab. Ohne abzuwarten setzte er nach und griff den Piraten an. Doch dieser parierte die Hiebe sehr geschickt und Ashley hatte alle Mühe mit ihm mitzuhalten, denn der Pirat verstand sein Handwerk nur allzu gut. Immer wieder holte er aus und schlug kraftvoll zu, drängte Ashley immer weiter zurück, auch wenn Cathreen sah, dass Ortega sich wohl aufgrund des Weingenusses sehr konzentrieren musste. Keuchend und mit vor dem Mund gepresster Hand, stand Cathreen immer an die Wand gepresst da und verfolgte das Geschehen mit beinahe panischem Blick auf die beiden Männer. Geschickt schaffte es Ashley den sehr harten Schlägen auszuweichen und nun seinerseits den Kapitän in eine Ecke des Raumes zu drängen, was aber gar nicht so leicht war, denn trotzt des Alkohols, welchen der Mann getrunken hatte, war er immer noch der bessere Fechter von ihnen. Kalt lachte der nun auf, dem das auch klar geworden war und setzte mehrere Hiebe hintereinander an. Ashley blieb nur noch übrig, seine Angriffe abzuwehren - an Angriff konnte er im Moment nicht mehr denken. Nicht wissend, was sie tun sollte, blickte sie sich panisch in der Kabine um, so als hoffte sie, eine Lösung zu finden.
„Du Wicht, glaubst doch nicht, dass du gegen mich eine Chance hast?“, zischte Ortega und drängte Ashley nach hinten zurück.
„Noch habe ich nicht verloren und ich werde auch nicht so schnell aufgeben“, gab er grinsend zurück und versuchte sicherer vor dem Piraten aufzutreten, als er es in Wirklichkeit war, das sah sie sofort und sie bekam fürchterliche Angst um ihn.
„Ash…“, reflexartig machte sie einen Schritt nach vorn doch er hob sofort seine freie Hand.
„Bleib wo du bist“, rief er und warf ihr einen kurzen besorgten Blick zu. Dadurch sah er den Hieb von Ortega fast zu spät und konnte nur noch im letzten Moment ausweichen, bevor dieser ihn gefährlich am Hals getroffen hätte.
Erschrocken zuckte Cathreen zurück und sah ihn mit besorgtem, fast verzweifeltem Blick an.
„Ich gebe dir noch eine Chance“, zischte der Kapitän ihn nun an. „Gib auf und ich werde versprechen, dich schnell und sauber zu töten. Wenn nicht … dann hänge ich dich an der höchsten Ra auf“, drohte er ihm jetzt sehr siegessicher und lachte wieder eiskalt auf.
„Das glaube ich kaum. Ich vertrage die luftige Höhe nicht so. Deshalb ziehe ich es vor, Euch in die Hölle zu schickten“, erklärte Ashley mit wutverzerrtem Gesicht und wehrte erneut einen heftigen Schlag ab. Ortega verstärkte seine Bemühungen jetzt noch mehr, doch auch Ashley gab alles. Immer wieder prallten die Klingen hart gegeneinander und ängstlich wich Cathreen nun etwas zurück, als die beiden sich der Ecke näherten, wo sie stand.
Hecktisch von einem zum anderen schauend, sah sie, wie Ashley ihr erneut einen besorgten Blick zu warf, dann unter einem der kraftvollen Hiebe wegtauchte und schließlich über den Tisch sprang, um eine gewisse Distanz zwischen sich und den Piraten zu bringen, damit er kurz Luft holen konnte. Mit einem Keuchen wich sie wieder in die Ecke zurück, da sie nun fast zwischen den beiden Kämpfenden gestanden hatte. Ortega hatte im Moment kein Interesse an ihr und beachtete sie gar nicht, sein Blick war nur auf Ashley gerichtet, den er unbedingt töten wollte.
Kurz warf Ashley einen Blick zu Cathreen und auf den Krug, der auf dem Tisch stand, doch dann musste sich dieser wieder auf seinen Gegner konzentrieren. Aber diese Sekunde hatte schon ausgereicht, dass dem Pirat ein geschickter Hieb gelang, der ihn am Arm verletzte. Die scharfe Klinge von Ortega schnitt in seine Haut wie Butter und hinterließ einen tiefen blutenden Schnitt, was den Kerl schadenfroh auflachen ließ. Kurz presste er seine Hand auf die Wunde, doch sofort musste er den nächsten Hieb, des wie wild um sich schlagenden Mannes abwehren.
Cathreen war zu durcheinander und hatte viel zu viel Angst, um wirklich klar denken zu können. Sie hatte die Andeutung von ihm nicht verstanden. Und als sie sah, wie er verletzt wurde, griff sie ohne groß nachzudenken in die Tasche ihres Rockes und zog den Dolch, denn sie darin verborgen gehabt hatte, heraus. Mit einem großen Schritt war sie bei Ortega und hatte ihm den Dolch in den Hals gestoßen.
„Nein!“, hörte sie Ashley noch rufen, doch es war schon zu spät um die Bewegung zu stoppen. Sie spürte, wie die Klinge tief in dessen Körper glitt und so, als hätte sie sich in dem Moment an dem Dolch verbrannt, nahm sie geschockt die Hand wieder weg. Wie in Zeitlupe reagierte der Piratenkapitän nun. Zuerst starrte er Ashley überrascht an, bevor er den Kopf langsam drehte und sein Blick zu ihr ging. Geschockt und mit geweiteten Augen starrte sie auf dem Kapitän, der den Dolch immer noch in seinem Hals stecken hatte und ging ein paar Schritte rückwärts. Die Augen des Mannes waren geweitet und er sah sie weiterhin geschockt an.
„Ich fürchte, ich habe Euch unterschätz. Ich hätte nie gedacht, dass es mal eine Frau sein würde, die …“, er stockte, griff nach dem Dolch und zog ihn langsam wieder heraus, doch in dem Moment sank er auf die Knie.
„Verdammt. Du solltest ihm den Krug über den Kopf ziehen und ihn nicht erdolchen“, rief Ashley selber geschockt, von dem was er gerade gesehen hatte, lief auf den Mann zu, der gerade zur Seite kippte und regungslos auf dem Boden liegen blieb.
Regungslos blieb Cathreen stehen, sie konnte nichts tun, nichts sagen und starrte nur mit leerem Blick auf den regungslosen Körper vor sich. Im Gegensatz zu ihr reagierte Ashley sehr schnell. Er riss das Tischtuch vom Tisch, ohne darauf zu achten, dass das ganze Geschirr auf den Boden krachte und begann es in Streifen zu reißen. Sofort versuchte er die Blutung am Hals des Piraten zu stoppen, und legte diesem dann einen Verband an.
Cathreen, die langsam wieder zu sich kam, sah ihn erstaunt an.
„Was … was machst du denn da?“, fragte sie und schüttelte leicht den Kopf, in der Hoffnung, wieder einen klaren Gedanken fassen zu können.
„Was ich hier tue? Ganz einfach, was fange ich mit einer toten Geisel an“, zischt er zu ihr und kontrollierte seinen provisorischen Verband.
Was willst du denn mit ihm. Verdammt er hatte vor dich umzubringen“, schrie sie ihn nun wütend an.
„Ja, und jetzt wird er unsere Lebensversicherung“, erklärte er ihr ebenso laut, „und jetzt hilf mir mal!“, forderte er sie auf und versuchte ihn zum Bett zu zerren, doch Cathreen sah ihn nur an, als ob er verrückt geworden wäre und Ashley hielt noch einmal inne.
„Nein, fass ihn nicht an. Wir brauchen ihn nicht. Die ganze Mannschaft schläft, wir können ungehindert von Bord gehen“, sagte sie beinahe panisch. Ashley stand nun auf und trat auf sie zu.
„Jetzt hör mir mal einen Moment zu, ja? Wir müssen nach London und ich habe keine Lust, mich erneut auf dem Landweg auf zu machen. Wir lassen uns noch ein ganzes Stück mit dem Schiff nach Süden bringen und gehen dann an Land. Wir haben dann immer noch ein ganz schönes Stück vor uns. Und solange wir die Geisel haben …“, deutet zu dem verletzten Kapitän, „… werden seine Männer tun, was wir wollen“, erklärte er fest von seiner Idee überzeugt.

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BeitragThema: Re: Wunsch nach Frieden 7 -12   Do Feb 07, 2008 10:47 pm

„Oder dich im Schlaf erdrosseln“, sagte sie nun sehr leise, „Du kannst doch nicht noch zwei weitere Nächte ohne Schlaf durchhalten. Und von hier bis zur Küste ist es nicht mehr weit, dann können wir von dort nach London“, versuchte sie ihm zu erklären, denn im Moment wollte sie nichts mehr, als von dem Schiff runter, weg von diesem ekelhaften Kerl und seiner noch schlimmeren Mannschaft.
„Und was dann? Wir haben fast kein Geld mehr. Keine Pferde. Wir werden es so nicht mehr rechtzeitig nach London schaffen. Das Schiff ist unsere einzige Chance“, erklärte er.
„Verflucht sein dein Stolz Ashley Sinclair“, sagte sie und sah ihn böse an. „Er verdient es doch nicht anders, als zu sterben.“
Da packte Ashley sie an den Oberarmen und schüttelte sie leicht.
„Nein. Ich möchte nicht über Leben und Tod entscheiden, das … soll ein anderer“, erklärte er und sah kurz nach oben. „Warum sollten wir die Möglichkeiten die wir haben nicht nutzen? Das hier ist ein verdammt schnelles Schiff und wir könnten in einem Tag gut soweit vorankommen, dass wir es nachher ohne Probleme nach London schaffen können“, erklärte er ihr und sah sie eindringlich an. Kurz öffnete sie den Mund, um zu widersprechen, doch dann schloss sie ihn wieder und sah ihn einen Moment lang nur an.
„Gut, wie du willst. Du lässt dich davon sowieso nicht abbringen. Doch hätte er den Tod verdient, ob durch Gott oder durch mich, das ist mir ganz gleich.
„Aber mir ist es nicht gleich. Egal was für ein schlechter Mensch er ist, er wird seine gerechte Strafe noch bekommen, aber dann von jemandem, der dazu berechtigt ist.“ Seine Worte klangen sehr bestimmt, so dass sie nichts mehr darauf sagte, sondern nur an ihm vorbei sah.
„Cathreen?“
„Ja?“, ihre Stimme klang mehr als gleichgültig und sie wendete wieder ihren Blick zu ihm.
„Bitte versuch mich zu verstehen. Du kennst den Grund, warum ich das hier alles mache“, versuchte er ihr klar zu machen.
„Ja ich kenne den Grund“, sagte sie leise.
„Du weißt, warum ich es sogar riskiere, am Galgen zu enden. Ich möchte nicht, dass unschuldige Menschen ihr Leben lassen müssen, das Frauen und Kinder um ihre Männer und Väter trauern müssen, wegen eines Krieges, der nicht sein müsste … wegen machthungrigen Generälen, die glauben, sie müssten gegen alles und jeden Krieg führen, für ein Stück Land oder was auch immer“, funkelte er sie fanatisch an. „Bitte, Cathreen hilf mir!“, flehte er sie nun an.
„Hör auf melancholisch zu werden!“, gab sie nun kühl zurück, „wir sollten die Zeit besser nutzen und diesen … Menschen zu verarzten“, erklärte sie nun verachtend und sah zu Ortega.
Grinsen nahm er ihren Kopf zwischen seine Hände und presste seine Lippen auf die ihren, noch bevor sie wirklich reagieren konnte.
„Das ist meine Cathreen. Danke“, haucht er und sie sah ihn einen Moment perplex an, doch dann konnte sie nicht anders und ihre Mundwinkel zuckten leicht nach oben. Er hatte es doch tatsächlich geschafft, sie zum Lächeln zu bringen. Er war schon etwas ganz besonders und ein Gefühl machte sich in ihr breit, was ihr sagte, dass sie sich wirklich in ihn verliebt hatte. Sie konnte es sich gar nicht mehr vorstellen, ohne ihn zu sein.
Als er zu Ortega zurückging, packte er ihn unter den Achseln und hob ihn an. Doch alleine konnte er das nicht schaffen, der Mann war viel zu schwer.
„Nimm du seine Beine, wir sollten ihn besser aufs Bett legen“, forderte er sie auf und sie nickt knapp.
„Schon gut“, murmelte sie und half ihn auf das Bett zu hieven.
„Man ist der Kerl schwer“, keuchte er und schob ihn dann noch weiter in die Mitte des Bettes und drehte sich dann zu ihr um.
„Hör zu. Ich habe einen Plan. Ich meine, die Mannschaft glaubt doch, dass du und der Kapitän …“, begann, er, „du weißt schon …“
Einen Moment wusste sie nicht, was er sagen wollte, doch dann ging ihr ein Licht auf und sie sah ihn leicht entrüstet an. Doch sie begriff, was er damit sagen wollte, und nickte dann.
„Pass auf. Wenn du die Männer im Glauben lässt, dass ihr beide euch … verbündet habt, kannst du ja so tun, als würdest du ihnen vom Kapitän Befehle übermitteln“, fuhr er mit seiner Erklärung fort, die ihr sofort einzuleuchten begann. Und nicht nur das, sie würde mit Sicherheit auch Ruhe vor der Mannschaft haben, wenn diese annahm, dass sie zu Ortega gehören würde.
„Das könnte in der Tat funktionieren“, flüsterte sie leise.
„Ich weiß, was ich da von dir verlange, aber würdest du das tun?“
„Natürlich … es bleibt mir ja auch nichts anderes übrig“, seufzte sie.
„Ich werde dich zu nichts zwingen, wenn du nicht willst. Sag es mir und wir überlegen uns einen anderen Plan. Doch vergiss nicht, wir brauchen keine zwei Tage mit dem Schiff nach Cardiff. So schnell sind wir über Land nicht“, erklärte er leise und lächelte nun.
„Gut einverstanden. Ich möchte zwar nicht länger hier bleiben als nötig, aber mach dir keine Sorgen, ich werde es tun und am besten fange ich gleich damit an“, entschlossen ging sie sofort auf die Türe zu.
„Warte“, hielt er sie noch einmal auf und ging ihr hinterher. Fragend drehte sie sich noch einmal zu ihm um.
„So wie du aussiehst, wird dir doch keine glauben, dass da gerade …“, begann er und schmunzelte sie dann an. Kurz entschlossen begann er ein paar Haarsträhnen aus ihrem hochgesteckten Haar zu ziehen. Doch in dem Moment schnappte sie nach seiner Hand, hielt diese fest und sah ihn bitterernst an.
„Bringe niemals … niemals meine Frisur in Unordnung“, fauchte sie nun, „denn selbst nach solch einem … Akt … bin ich durchaus imstande meine Haare wieder in Ordnung zu bringen“, erklärte sie resolut und drückte seine Hand von sich weg. Zu ihrem Erstaunen grinste er aber nur noch breiter.
„Ich glaube, jetzt hab ich doch etwas gefunden, was dich als ‚Dame’ auszeichnet.“
Mit zusammen gepressten Lippen und vor der Brust verschränkten Armen musterte sie ihn jetzt.
„Ein wenig Anstand, habe selbst sich“, verkündete sie bestimmt.
„Das ist mir bisher noch gar nicht aufgefallen“, schmunzelte er, doch er hob sofort wieder beschwichtigend seine Hände.
„Nein, das war ein Scherz. Hm … dann werden wir dich eben auf eine andere Art glaubwürdig erscheinen lassen müssen“, fügte er noch an, beugte sich so schnell zu ihr, dass sie keine Chance hatte, zu reagieren und begann sie leidenschaftlich zu küssen. Überrascht keuchte Cathreen auf, als er das tat und schob wieder ihn etwas von sich weg.
„Hast du den Verstand verloren? Doch nicht hier … was, wenn er aufwacht?“, sagte sie etwas außer Atem.
„Jetzt habe ich doch erreicht, was ich wollte. Du hast wunderschöne rote Bäckchen. Dann geh schnell nach oben und viel Glück. Ich kümmere mich solange um den da. Lass sie das Schiff nach Cardiff steuern und das auf dem schnellsten Weg“, forderte er sie grinsend auf.
„Irgendwann werde ich dir das heimzahlen“, schmunzelte sie und mit einem Lächeln auf den Lippen ging sie dann aus der Türe.
„Das hoffe ich doch“, hörte sie ihn noch sagen, als sie die Türe hinter sich zumachte und nach oben an Deck ging.
Einer der Männer, ein kleiner schmächtiger, fast weißblonder Mann, mit einem Kopftuch auf, stand am Steuer und sah nach unten, als er sie wahrnahm. Er fixierte sie mit seinen kleinen wässerigen Augen, als sie langsam die Treppe zu ihm nach oben stieg. Sie wusste nicht wirklich, an wen sie sich nun wenden sollte, doch beschloss sie schließlich mit dem Steuermann zu sprechen, was ihr dann am logischsten erschien.
„Kann ich Ihnen helfen Miss“, rief er ihr schon von Weitem entgegen und sie trat, sich noch mal unsicher umsehend, zu ihm.
„Allerdings können Sie das. Auf Anordnung Kapitän Ortegas, sollen sie den Kurs nach Cardiff einschlagen“, sagte sie mit einem sehr bestimmten Ton.
Der Mann, der bestimmt schon an die fünfzig war, mustert sie einen Moment lang ausgiebig.
„Eine Anordnung des Kapitäns? Und warum sagt er mir das nicht selber?“, fragte er leicht skeptisch.
„Nun drücken wir es mal so aus. Er ist etwas … erschöpft“, erklärte sie und schenkte dem Mann vor sich ein vielsagendes Lächeln. Mit einem Male huschte ein Grinsen über das Gesicht des Mannes, der eine Augenbraue hob und genießerisch seine Augen über die Figur von Cathreen huschen ließ.
„Ich verstehe. Na dann auf nach Cardiff“, lachte er nun makaber auf.
Mit leicht finsterer Miene fixierte sie nun den Steuermann.
„Hören Sie. Ich möchte morgen Abend schon in Cardiff sein. Ich weiß auch, dass diese Reise normalerweise einige Stunden länger dauert, doch ist es unbedingt notwendig, das wir morgen Abend schon dort sind. Sollte das nicht der Fall sein, soll ich Euch von eurem Kapitän ausrichten, dass er Euch an die höchste Ra hängen wird“, zischte sie ihm gefährlich entgegen. Unbeeindruckt warf er ihr weiterhin Blicke zu, als wolle er sie mit seinen Augen ausziehen, doch dann, wie es ihr vorkam nach einer Ewigkeit, dreht er leicht am Steuerrad und legt das Schiff noch mehr in den Wind.
„Harte Worte von einer so hübschen Frau. Doch keine Sorge, der Wind steht mehr als günstig. Mit dieser Lady hier …“, deutet auf das Schiff, „werden wir das locker schaffen. Sagt das dem Kapitän, wenn Ihr wieder zu ihm geht“, erwiderte er trocken und süffisant grinsend.
„Fahrt so schnell Ihr könnt … Das ist ein Befehl“, nickte sie noch einmal dem Mann zu und drehte sich dann, ohne ihn eines weiteren Blickes zu würdigen, um.
„Aye, Aye, Kapitän Miss“, rief er ihr hinterher, aber sie reagierte nicht mehr sondern ging schnellstens wieder zurück unter Deck.
Als sie die Kabine betrat, sah sie wie Ashley den Kapitän, den er gerade geknebelt hatte, auf dem Bett herumrollte, so dass dieser nun gegen die Wand blickte. Immer wieder versuchte Ortega nach Hilfe zu schreien, was der Knebel aber verhinderte und man nur ein leises Knurren vernehmen konnte.
So wie es aussah, war wohl die Verletzung des Kapitäns doch nicht so schlimm, wie sie zuvor gedacht hatte, denn er wand sich recht heftig auf dem Bett hin und her. Und hätte Ashley ihn nicht wie ein Paket verschnürt, hätte er sich bestimmt auf ihn gestürzt.
Einerseits erleichtert, dass sie den Mann nicht getötet hatte, andererseits immer noch voller Angst, dass ihr Plan schief gehen könnte, sah sie nun zu Ashley, der ihr, als er sie bemerkt hatte, entgegen trat.
„Und?“, fragte er knapp.
„Erledigt. Der Steuermann hat mir versichert, dass wir morgen Abend Cardiff erreichen werden“, verkündete sie mit einem sanften Lächeln.
„Sehr gut. Das hast du wirklich super gemacht. Und er war kein bisschen misstrauisch?“
„Nicht nachdem er mir abgekauft hatte, dass der Kapitän und ich …“, sie brach ab und verzog das Gesicht bei dem Gedanken. Nur schon die Vorstellung, dass der Mann sie angefasst hätte, verursachte bei ihr leichte Übelkeit.
„Hauptsache er hat es geglaubt, alles andere ist jetzt nicht wichtig. Und was machen wir jetzt bis morgen Abend?“, fragte er sichtlich gut gelaunt. Er schien an den Erfolg ihrer Sache voll und ganz zu glauben.
„Nun, ich weiß es nicht …“, begann sie und sah sich in der Kabine um, ihr Blick fiel auch auf das Bett, auf dem Ortega es geschafft hatte sich umzudrehen und sie beide nun mit offen Augen anstarrte. Ashley war ihr skeptischer Blick aufgefallen und auch er sah kurz zum Bett.
„Wir könnten ihn auch bis morgen in einen Schrank stecken“, schlug er ihr über beide Ohren grinsend vor. Doch ihr war gar nicht nach Spaßen zumute.
„Hör auf Witze zu reisen“, fuhr sie ihn an und ließ sich auf einen Stuhl sinken. Tief durchatmend sah sie ihn an.
„Ich hoffe, dass ich so schnell wie möglich wieder Land unter den Füßen habe“, stöhnte sie auf. Irgendwie war ihr das alles zu viel. Das Schaukeln des Schiffes war noch das geringste Problem, das sie im Moment hatte.
Besorgt ging er auf sie zu und legte seine Hand auf ihre Schulter.
„Fühlst du dich nicht wohl?“, wollte er wissen.
„Oh, mir geht es bestens“, erklärte sie, da sie keine Lust hatte mit ihm darüber zu sprechen.
„Sicher“, hakte er nach und musterte sie eindringlich.
„Ja ganz sicher. Es ging mir nie besser“, sagte sie und erhob sich von ihrem Platz.
„Entschuldige mich. Ich glaube ich muss ein wenig an die frische Luft!“
„Ich weiß nicht, ob es so klug ist, noch mal alleine nach oben zu gehen“, warf er besorgt ein.
„Keine Sorge, ich kann auf mich aufpassen.“
„Dann nimm wenigstens den Dolch mit, wenn du unbedingt nach oben willst“, sagte er und reichte ihn ihr. Sie nahm ihn entgegen und steckte ihn in ihren Rock.
„Dass du damit umgehen kannst, hab ich ja bemerkt“, erklärt er grinsend. Cathreen nickte nur und ging zur Tür.

Doch als sie im Flur stand, ging sie nicht nach oben sondern suchte die Kabine des Mannes, der Kurse für das Schiff berechnete. Sie erzählte ihm etwas von einem Befehl des Kapitäns und nahm sich dann eine der Brieftauben heraus, die dieser in einem Käfig, der unter der Decke hing, hielt. Auf einen kleinen Zettel, den sie sich von dem Seemann erbat, schrieb sie eine kurze Nachricht, an die Soldaten, so wie es versprochen hatte zu tun und steckte diese an das Bein der Taube, die sie fliegen ließ, als sie an Deck ging. Noch einmal strich sie dem Tier über das Gefieder.
„Beeil dich mein Täubchen“, sagte sie leise, als sie an die Reling trat und die Taube fliegen ließ. Eine Zeit lang sah sie ihr nach, bis man sie nicht mehr erkennen konnte. Dann ging sie zufrieden an der Reling entlang, ihre Finger strichen nachdenklich über das Holz und ihre Gedanken gingen zu ihrer Zukunft, in der sie sich erhoffte unabhängig von ihrem Vater zu sein. So dass sie tun und lassen konnte, was immer sie wollte und auch heiraten wen und wann immer sie wollte. Und nicht wie es ihrem Vater passte. Doch was würde mit Ashley passieren, würden sie ihn einsperren, oder vielleicht sogar … Nein, er hatte doch nur getan, was der König wollte. Die Engländer würden nicht versuchen ihn zu töten. Ihr Herz verkrampfte sich bei dem Gedanken. War es richtig, was sie getan hatte …? Sie mochte ihn, ja, sie mochte ihn sogar sehr, doch sie musste an sich denken. Sie würde eingehen, wenn sie diesen Waliser heiraten musste. Nein, sie hatte das Richtige getan, es musste sein. Mühevoll verdrängte sie ihre Bedenken und ihre Gefühle für Ashley, die sich inzwischen sehr stark entwickelt hatten. ‚Cathreen du bist dumm. Kümmere dich erst mal um dich selber, sonst bist du verloren’, mahnte sie sich selber und schüttelte den Kopf.
Summend ging sie dann weiter und blickte auf das tiefschwarze Meer vor ihnen. Das Schiff machte gute Fahrt und in der Ferne konnte sie im Schein des Mondes sogar die Westküste Englands erkennen, an der sie entlang segelten. Sie wünschte, dass es schon der nächste Abend wäre und sie endlich wieder von dem Schiff herunter kommen würde. Tief atmete sie die frische Seeluft ein und hinter der Küste sah man schon, wie es langsam hell wurde und die Sonne aufging. Das Meer bekam eine dunkle orange-rote Farbe und der Wind frischte noch mal etwas auf. Noch einige Zeit beobachtete sie dieses Naturschauspiel fasziniert, doch dann merkte sie, wie sie durchgefroren war, und beschloss wieder unter Deck zu gehen. Als sie leise die Türe aufmachte und in die Kabine trat, sah sie, wie Ashley mit dem Kopf auf den Armen vornüber gebeugt auf dem Tisch eingeschlafen war. Leise trat sie zu ihm beobachtete ihn einen Moment, bevor sie ihm kaum spürbar durch die Haare strich.

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BeitragThema: Re: Wunsch nach Frieden 7 -12   Do Feb 07, 2008 10:48 pm

„Oh, süßer Abschiedschmerz … bald bist du wieder da“, sagte sie ohne jede Regung in ihrer Stimme. Ihr war klar, dass sich ihre Wege trennen würden, wenn sie wieder Land unter den Füßen hatten und es tat ihr weh, auch wenn sie es nicht zugeben wollte. Auch wenn sie sich nicht eingestehen wollte, dass er inzwischen mehr für sie war, als nur ein Auftrag, ein Mittel um ihre Freiheit zu bekommen. Mehr als nur ein Abenteuer …
Schweren Herzens nahm sie ihre Hand wieder von ihm, ging durch die Kabine zum Heck und öffnete eines der Fenster. Leise seufzend setzte sie sich auf die Fensterbank und blickte auf das tiefe Meer hinaus, stumm die Möwen beobachtend die das Schiff immer wieder umkreisten.
„Du warst lange weg“, hörte sie plötzliche Ashleys Stimme hinter sich. Er war wohl aufgewacht, doch sie wagte es noch nicht ihn anzusehen, so sah sie weiterhin auf das Wasser hinaus, während sie antwortete.
„Eine Weile …“, gab sie nur knapp zurück.
„Ist wirklich alles in Ordnung mit dir?“, fragte er und trat zu ihr.
Mit einem aufgesetzten Lächeln erhob sie sich nun und stellte sich vor ihn.
„Natürlich. Bald sind wir in London … ich bin bei dir. Es ging mir nie besser“, antwortete sie ihm ruhig und versuchte sich nicht anmerken zu lassen, dass es in ihrem Inneren ganz anders aussah. Doch sie hatte da Gefühl, er würde es ihr nicht ganz abnehmen. Zu ihrer Beruhigung aber bohrte er nicht nach.
„Gut, dann bin ich beruhigt“, gab er nicht sehr überzeugend zurück und sie hob ihre Hand, strich mit den Fingern über sein Gesicht, seine Wange und dann mit dem Daumen zart über seine Lippen.
„Lächle ein wenig … für mich“, hauchte sie dann. Kurz zögerte er, (Komma einfügen) doch dann schenkte er ihr ein angenehmes Lächeln. Sie versuchte es zu erwidern, was ihr nicht leicht fiel und so ließ sie ich gegen ihn sinken, dass er ihr Gesicht nicht mehr sehen konnte. Leicht rieb sie ihre Wange an seiner Brust und legte ihre Hände an seine Hüfte. Doch wieder überkam sie dieses Gefühl, das sie jedes Mal überkam, wenn sie in seinen Armen lag, denn dort wurde sie immer mehr sie selbst und nicht die Rolle, die sie im Moment spielen musste.
„Oh, Ashley“, hauchte sie mit einer leisen Verzweiflung in ihrer Stimme. Sie wünschte, sie könnten einfach verschwinden, weit weg gehen. Irgendwohin, wo es keinen König, keine Soldaten oder Piraten gab, sondern nur sie beide. Doch das war unmöglich und sie wusste nur zu genau, dass sie solche Wünsche nicht haben sollten, nicht haben durfte. Und wieder geriet sie in den Zwiespalt, was richtig war. Hatte sie richtig gehandelt?
Fest hatte er seine Arme um sie gelegt und strich mit seinen Händen beruhigend über ihren Rücken.
Als sie zu ihm aufsah, schlug er ihr vor, dass sie vielleicht etwas schlafen sollte, da es ein harter Tag gewesen war und eine ebenso lange harte Nacht.
„Ja, ich denk du hast Recht, ich sollte wirklich etwas schlafen.“ Müde ging sie zu dem Sofa, das sich noch in der Kabine befand und setzte sich darauf.
„Bald sind wir da und dann haben wir es geschafft … dann … dann ist alles vorbei“, flüsterte sie noch leise, bevor sie sich hinlegte.
„Du hast vollkommen Recht. Dann werden wir endlich frei sein und können tun, was wir wollen. Ruh dich jetzt aus“, forderte er sie leise auf.
„Ja“, presste sie mühevoll hervor und schloss die Augen. Doch er wusste ja nicht, was sie wusste und ihr Gewissen begann immer heftiger an ihr zu nagen und sie war sich immer weniger sicher, ob es richtig war, was sie getan hatte. Mit diesen zermürbenden Gedanken schlief sie dann doch irgendwann völlig erschöpft ein.

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BeitragThema: Re: Wunsch nach Frieden 7 -12   Do Feb 07, 2008 10:50 pm

9. Die schreckliche Wahrheit


Sie bekam überhaupt nicht mit, wie Ashley Ortega genau und eindringlich erklärte, wie er sich zu verhalten hatte, wenn sie gleich an Deck und an Land gehen würden. Sie hörte nicht, wie er ihm drohte, dass, was sie gestern begonnen hatte, ohne zu zögern zu beenden und er ihm vor seiner ganzen Mannschaft die Kehle aufschneiden würde, wenn er einen falschen Schritt tun oder ein falsches Wort sagen würde.
Erst als er sie ansprach, wurde wie wach. Wobei sie einen Augenblick brauchte, um wieder richtig zu sich zu kommen.
„Bist du wach, Cathreen?“, fragte er und schüttelte leicht ihre Schulter.
Den Schlaf aus den Augen reibend setzte sie sich auf und sah ihn fragend an.
Mit ein paar kurzen Worten erklärte er ihr, dass sie Cardiff erreicht hatten und sie in den nächsten Minuten an Land gehen würden.
„Was? Hab ich den ganzen Tag geschlafen?“, fragte sie nun fast geschockt, „ja, ja. Ich bin soweit, von mir aus können wir das Schiff verlassen. Lieber gleich als später.“
„Gut wir nehmen Ortega in die Mitte“, erklärte er und als der Pirat anfing, sie beide zu verfluchen und dabei auch etwas lauter wurde, drückte Ashley ihm einen Dolch gegen die Rippen, was diesen augenblicklich wieder verstummen ließ.
„Ich habe das wirklich ernst gemeint, ich habe nichts zu verlieren, klar?“ zischte er dem Piraten ins Ohr.
Kurz atmete Cathreen noch einmal tief durch und trat dann zu ihnen. Als sie Ortega in die Augen blickte, zuckte ein eisiges Lächeln über ihre Lippen und dann sah sie lächelnd zu Ashley.
„Gut, gehen wir?“, fragte sie, da sie es nicht erwarten konnte, dieses Schiff zu verlassen.
„Ja, wir sollten los“, antwortete er und schob den Mann durch die Türe nach draußen. Dieser traute sich nicht mehr etwas zu sagen und tat, was die beiden von ihm forderten. Als Cathreen hinter den beiden das Deck betrat, sah sie sich um und ihre Augen verengten sich fragend.
„Aber was ist los. Warum haben wir nicht im Hafen angelegt?“; fragte sie erstaunt.
„Wir können mit einem Piratenschiff nicht in Cardiff einlaufen. Schon mal daran gedacht?“, antwortete er leise.
„Aber …“, begann sie, da diese Tatsache ihre ganzen Pläne über den Haufen warf. Sie hatte erwartet, dass sie dort ankommen würden und die Soldaten dort auf sie warten würden, wo sie dann auch ihre Belohnung bekommen würde … doch nun? Daran, dass sie mit dem Piratenschiff nicht direkt an den Hafen fahren konnten, daran hatte sie wirklich nicht gedacht.
„Natürlich, du hast ja recht“, antwortete sie nun leicht zerknirscht.
Ashley hatte dem Kapitän befohlen seiner Mannschaft den Auftrag zu geben ein Boot zu Wasser zu lassen, was diese auch ohne zu fragen taten und mit der Erklärung, dass die Mannschaft an Bord bleiben sollte, stiegen sie alle drei über eine Strickleiter in das Boot hinab. Cathreen war wütend, dass sie es nun nicht mehr rechtzeitig nach Cardiff schaffen würden und versuchte zu überlegen, was sie jetzt tun sollte.
Unauffällig reichte Ashley ihr den Dolch, als er sich an die Ruder setzte, um das Boot ans Ufer zu bringen. Sodass es die Männer auf dem Schiff es nicht sehen können, drückte sie den Dolch, genauso wie Ashley es getan hatte gegen den Körper des Piraten, der sie mit finsterer Miene beobachte.
„Was habt Ihr jetzt vor?“, fragt Ortega, als sie ein Stück vom Schiff weg waren.
„Ich denke das geht Sie nichts an“, zischte Cathreen, die jetzt absolut keine Lust hatte, sich mit dem Kerl zu unterhalten. Er schien dies zu merken, denn er sprach kein einziges Wort mehr, bis sie die Küste erreicht hatten.
Bevor sie aus dem Boot stiegen, durchsuchte Ashley noch die Taschen des Mannes und nahm ihm einen Beutel mit Gold ab.
„Ich denke, es wird Euch nichts ausmachen, wenn ich den hier an mich nehme“, erklärte er grinsend, „Ihr habt ja noch genügend davon auf Eurem Schiff.“
Den Beutel in seine Tasche steckend, stieg er aus dem Boot und reichte Cathreen seine Hand, um ihr zu helfen. Schmunzelnd hatte sie beobachtet, wie er den Piraten seines Goldes beraubt hatte und als sie endlich wieder festen Boden unter den Füßen hatte, atmete sie erleichtert tief durch.
„Ein herrliches Gefühl, wenn es nicht mehr so schwankt“, sagte sie mit einem strahlenden Lächeln.
Währendessen gab Ashley dem Boot einen kräftigen Stoß, sodass es zurück ins Wasser glitt.
„Dann viel Spaß beim Zurückrudern. Ich denk ein wenig Bewegung schadet Euch nicht“, rief er dem Mann noch lachend hinterher, der sie beide wütend anstarrte.
„Das werdet ihr bereuen. Dafür werde ich euch töte. Ihr entkommt mir nicht. Noch nie hat jemand gewagt Kapitän Ortega so zu behandeln!“, schrie er ihnen noch zu und legte sich dann mächtig ins Zeug, um so schnell wie möglich zu seinem Schiff zurückzukommen, was aber dennoch nicht so einfach war, denn die Wunde, die ihm Cathreen zugefügt hatte, machte ihm immer noch zu schaffen.
Ohne weiter auf den Piraten zu achten, ging Ashley an der Küste entlang und suchte einen Weg nach oben, den er auch recht schnell fand.
„Glaub mir, ich fühle mich an Land auch wohler, als auf einem Schiff“, erklärte er und warf noch mal einen Blick zurück zu dem Ruderboot.
„Ich schätze, wir haben ungefähr zwanzig Minuten, bevor er mit Verstärkung zurückkommen wird. Wir sollten uns besser beeilen“, drängte er und ging mit schnellen Schritten weiter, sodass sie fast schon Probleme hatte, ihm zu folgen. Und wieder einmal verfluchte sie die Kleider, in denen sie sich nicht so bewegen konnte, wie sie wollte.
„Wie weit sind wir von Cardiff entfernt?“, fragte sie leicht außer Atem und er sah sie überrascht an.
„Ich war hier noch nie, doch nach meiner Schätzung so fünf bis zehn Meilen Luftlinie.“
„Zehn Meilen? Aber dann schaffen wir es nie bis zum Abend nach Cardiff!“, leichte Panik erfasste sie.
„Hast du eine Verabredung dort?“, wollte er nun wissen und Cathreen begann, nervös auf ihrer Unterlippe herumzukauen.
„Was? Nein, hab ich nicht“, antwortete sie sehr schnell und fluchte innerlich, dass sie so offensichtlich nervös war.
„Warum willst du dann unbedingt bis zum Abend dort sein?“, wollte er wissen. „Wir haben doch noch 4 Tage Zeit, bis wir in London sein müssen, das reicht locker.“
„Ich … nun ich dachte, es wäre schön die Stadt im Abendlicht zu sehen. Ich habe gehört, dass sie sehr wundervoll sein soll, mit allen Lichtern und so, das ist alles“, erklärte sie und hoffte, er würde diese Erklärung schlucken.
„Seit wann bist du denn so romantisch veranlagt?“, fragte er jetzt grinsend. „Wenn du es einmal nachts sehen willst, dann werden wir einfach, wenn das hier alles vorbei ist, noch einmal hierher fahren“, schlug er ihr vor.
„Nein, das geht nicht, verdammt noch mal“, fauchte sie ihn jetzt an. Sie hielt den Druck langsam nicht mehr aus. Sie hatte gehofft, dass heute Abend endlich alles vorbei sein würde und sie ihr neues Leben anfangen könnte und nun …
Er sah sie überrascht und verständnislos an, als sie so aufbrausend wurde.
„Aber warum sollte das nicht gehen?“, fragte er nun vorsichtig und blieb sie musternd stehen.
„Entschuldige, ich wollte nicht … es tut mir leid“, stotterte sie nun leise und hätte sich am liebsten selber geohrfeigt, dafür, dass sie die Kontrolle verloren hatte.
„Lass uns das später weiterdiskutieren, wir müssen hier weg. Ich denke, wir sollten uns auch Pferde besorgen“, sagte er, ergriff ihre Hand und zog sie mit sich.
Ganz mechanisch folgt sie ihm, nur den einen Gedanken im Kopf, wie sie es noch schaffen konnten, diese Nacht Cardiff zu erreichen. So schnell es ihr möglich war, kletterten sie die teilweise sehr steile Küste hinter ihm nach oben. Ashley musste ihr immer wieder helfen, da sich ihre Röcke öfters in den scharfen Felsvorsprüngen verhackten. Doch dann standen sie endlich schweratmend oben und sahen sich um. Sie hatten Glück, denn nicht allzu weit von ihnen entfernt erkannten sie ein einsam gelegenes Farmhaus.
„Dort!“, erklärte er und zeigte auf das Haus, „lass uns dort hingehen!“
Nach Luft schnappend nickt sie und blieb neben ihm stehen.
„Ja, beeilen wir uns besser“, keuchte sie und lief auch sogleich los. Dass ihre Seite stach, beachtete sie nicht, sie wollte nur so schnell wie möglich weiter. Weg von den Piraten und nach Cardiff, das war ihr einziger Gedanke im Moment. Sie durfte so kurz vorm Ziel nicht schlappmachen.
Ashley folgte ihr sogleich und irgendwann überholte er sie wieder und erreicht noch vor ihr den Hof. Sogleich klopfte er an dessen Türe und als ein junger Mann heraustrat, redete er nicht lange um den heißen Brei herum und fragte diesen sofort nach einem Pferd. Zuerst zierte dieser sich und hatte nicht vor ihnen sein einziges Pferd zu überlassen, doch als Ashley ihm ein paar Goldstücke zeigte, änderte der blonde Mann sehr schnell seine Meinung, ging mit Ashley zum Stall hinüber und half diesem in Windeseile das Pferd zu satteln. Cathreen blieb vor dem Haus stehen und hielt sich die Seite, die immer noch heftig stach und sich nur langsam beruhigte.
Der Gedanke, vielleicht doch versagt zu haben, nagte an ihr, doch gleichzeitig machte sie die Tatsache ihn noch längere Zeit bei sich zu haben auch froh. Diese gemischten Gefühle erzeugten in ihr Verzweiflung und dann auch Wut. Wut auf sich und auf die Umstände, in denen sie steckten.
Als sie die Hufe eines Pferdes hörte, sah sie auf und blickte auf den Fuchs, den Ashley hinter sich herführte. Der Farmer verschwand mit seinen Goldstücken im Haus. Vermutlich wollte er seiner Familie sagen, was für ein gutes Geschäft er gemacht hatte. Cathreen vermutete, dass er wohl soviel bekommen hatte, dass er sich gut drei neue Pferde davon kaufen konnte. Dies war ihr im Moment jedoch völlig egal.
„Besser als gar nichts, nicht wahr?“, sagte Ashley, als er zu ihr trat und sie nickte schwach.
„Ja, wir sollten los“, sagte sie nur knapp. Ohne zu zögern, stieg er auf und reichte ihr seine Hand, um sie auch auf das Pferd zu ziehen.
Inzwischen waren sie ein eingespieltes Team und keine zwei Sekunden später saß sie auch schon vor ihm. Er schlang einen Arm um sie und trieb sofort das Pferd an.
Sich an ihm festhaltend starrte sie mit leeren Augen in die Gegend. In ihr tobte ein innerer Krieg und sie fühlte sich so leer dabei. Er trieb das Pferd ziemlich rasch an, sodass sie die Küste doch sehr schnell hinter sich ließen und lenkte es in Richtung Cardiff. Doch nach einiger Zeit wurde er langsamer und ließ das Pferd, das unter dem Gewicht der beiden ganz schön ins Schwitzen gekommen war, nur noch im Schritt gehen, damit es sich wieder etwas erholen konnte.
„Vielleicht sollten wir uns ein Versteck suchen, bis die Piraten die Suche aufgeben“, schlug sie nun vor.
„Ich bin mir nicht so sicher, ob sie das so schnell werden. Außerdem haben wir das einzige Pferd weit und breit. Sie müssten uns schon zu Fuß folgen. Ich denke eher wir sollten durchreiten, soweit wie wir eben kommen. Jede Meile Vorsprung rettet uns“, widersprach er ihr nun und Cathreen nickt langsam, denn sie wusste, dass er recht hatte.
Plötzlich spürte sie, wie er sich zu ihr gebeugt hatte und begann ihr etwas ins Ohr zu flüstern.
„Weißt du noch, der Abend, als wir uns das erste Mal gesehen haben?“, fragte er und lehnte sich dabei mit seiner Brust gegen ihren Rücken. Wie ein Stromstoß durchfuhr es sie, seine Stimme schien leicht zu vibrieren und sie erzitterte dabei, wobei sie nicht anders konnte und ihre Augen schließen musste.
„Damals saßest du auch vor mir auf dem Pferd und ich habe dich zum Haus von Sir William gebracht. Ich hätte nie gedacht, dass es einmal so wundervoll mit uns weiter gehen würde.“
„Wie könnte ich das je vergessen“, gab sie leise zurück immer noch die Augen geschlossen, „nie werde ich das vergessen“, fügte sie noch leiser hinzu und die Erinnerungen an die letzten Tage und Wochen kamen ihn ihr hoch und es wurde ihr so warm ums Herz, dass sie glaubte, es müsste jeden Augenblick zerspringen.
„Erinnerst du dich noch an die Nacht, in dieser verfallenen Scheune, als ich das erste Mal in deinen Armen lag, wenn auch nur für einen Moment?“
„Natürlich. Ich erinnere mich an jede Sekunde mit dir“, gab er ebenso leise zurück und schmiegte sein Gesicht gegen ihres.
„… als du mich im Wald wieder gefunden hast und wir dann später diese Jagdhütte fanden“, hauchte sie nur noch.
„Ja sicher. Das war der schönste Augenblick in meinem Leben.“ Sie spürte seine warme Wange, die sanft gegen die ihre rieb, unter dem Rhythmus des langsam weitergehenden Pferdes.
„Ich hatte solche Angst, dass du nicht wieder gesund werden würdest. Jedes Mal, wenn ich dich angesehen hatte, als du so ruhig da lagst, dich kaum bewegt hast, war es wie ein Schnitt in mein Herz“, die Worte kamen so einfach über ihre Lippen und erst jetzt wurde ihr so einiges wirklich bewusst. Ihre Stimme begann leicht zu zittern, als sie ihn wieder so nahe bei sich spürte und ihr klar wurde, was sie beide schon alles zusammen erlebt und durchgestanden hatten. Wie glücklich sie doch in jeder Minute mit ihm gewesen war und innerlich spürte sie mehr und mehr, wie die Verzweiflung sich breit machte. Vor allem bei dem Gedanken, dass sie gerade dabei war, ihn an die Soldaten auszuliefern.
„Mit deiner Hilfe bin ich wieder gesund geworden. Ohne dich hätte ich es mit Sicherheit nicht geschafft. Ich hatte schon aufgegeben, aber du hast mir Kraft gegeben, das alles zu überstehen. Cathreen, ich kann dir gar nicht sagen, wie glücklich du mich machst.“
Zitternd holte sie nun Luft und presste verzweifelt ihre Finger auf seine Lippen, als sie spürte, dass sie die Tränen nicht mehr zurückhalten konnte und diese sich den Weg, nach draußen bahnten.
„Du weißt gar nicht, was du da sagt … du hast ja keine Vorstellung …“, begann sie den schrecklichen Schmerz spürend, der ihr Herz zusammenzupressen schien.
Barsch griff sie nach den Zügeln des Pferdes, stoppte dieses und sprang vom Pferd. Mit schnellen Schritten rannte sie über den Waldweg, den sie gerade entlang geritten waren und blieb erst an einem dicken Baum stehen, gegen den sie sich lehnte und nach Beherrschung rang.
Hinter sich konnte sie hören, dass auch Ashley vom Pferd stieg und ihr folgte. Neben ihr blieb er stehen und musterte sie nun fragend.
„Was meinst du? Ich verstehe nicht, was du damit sagen willst.“
Das war der Moment, als ihr Kampfgeist brach. Sie konnte nicht mehr, sie hatte nicht mehr die Kraft weiterzumachen und brach in Tränen aus.
„Ich kann das nicht. Ich hatte es so fest vor, aber ich kann nicht …“, schluchzte sie und vergrub das Gesicht in ihren Händen.
„Was kannst du nicht? Mein Gott, Cathreen, was ist denn mit dir? Habe ich etwa falsch gemacht? Bitte erkläre es mir, ich verstehe dich nicht“, fragte er und sie konnte hören, dass leise Verzweiflung in seiner Stimme mitklang.
Sie sah zu ihm auf und konnte seinen fast gequälten Blick sehen, seine Hände zuckten, so als würde er überlegen sie in den Arm zu nehmen, doch irgendwas schien ihn davon abzuhalten, vielleicht war es einfach die Angst, nochmal etwas Falsches zu tun und so starrte er sie nur fragend an.
„Ashley, verstehst du denn immer noch nicht?“, fragte sie verzweifelt und ihre Stimme zitterte immer heftiger, mit jedem weiteren Wort, das sie sprach
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BeitragThema: Re: Wunsch nach Frieden 7 -12   Do Feb 07, 2008 10:53 pm

„Verstehst du nicht, warum dich die Soldaten immer und immer wieder gefunden haben? Warum ich dich jedes Mal befreien konnte, obwohl es fast unmöglich schien? Ich war es … verstehst du?“
Sie wendete den Blick von ihm ab und starrte in den Wald hinein, da sie es nicht mehr ertragen konnte, in seine Augen zu sehen.
„Ich war es, die den Soldaten immer wieder mitgeteilt hat, wo du bist. Um dich dann wieder retten zu können, um dein Vertrauen zu gewinnen … um deine Liebe zu gewinnen. Ich brauchte dies alles, um zu erfahren, was du vorhattest. Dass ich herausbekommen konnte, ob du wirklich der bist, den man verdächtigt einen Auftrag auszuführen, für England … für den König. Ashley, ich wurde auf dich angesetzt, dein Vertrauen zu gewinnen und herauszufinden, was du vorhast. Das war es, was ich getan habe …“, ihre Stimme brach nun ab und sie brauchte einen Moment, um sich zu fangen und weiter zu sprechen.
„Ihr seid des Hochverrates angeklagt Mr. Sinclair und ich sollte Euch ausliefern und genau das hatte ich auch vor. Ich schrieb einen Brief an die Soldaten und bestellte sie nach Cardiff, wo sie auf dich warten, um dich zu verhaften. Es war alles geplant … und ich war ein Teil dieses Plans … ich sollte dich in einen Hinterhalt locken …“, ihre Stimme versagte in dem Moment und sie starrte auf den Boden vor sich, kaum wagend wirklich Luft zu holen. Auch Ashley schwieg, sie konnte ihn nicht ansehen, und so wusste sie auch nicht, was für ein Gesicht er machte, oder was er gerade vielleicht dachte.
„Was dabei ganz und gar nicht geplant war in dieser Intrige, war, dass ich mich in mein eigenes Opfer tatsächlich verlieben würde. Dass ich in deinen Armen ich selber wurde, ich selber sein konnte …“, sie sprach die letzten Worte leise aus, auch wenn sie wusste, dass es wohl keine Rolle mehr spielte, was sie nun sagte, musste sie es einfach los werden.
Sie hob erst den Kopf, als Ashley einen Schritt vor ihr zurückwich. Sie sah, wie sich seine Augen verengt hatten und er sie kopfschüttelnd musterte.
„Du hast mir das alles nur vorgespielt, um mich zu überführen. Dies alles, deine Liebesschwüre, deine Worte, deine Blicke. Alles nur ein gemeiner hinterhältiger Plan?“, fuhr er sie an und seine Hände, die er zu Fäusten geballt hatte, zitterten merklich, als er sich umdrehte und in den nun immer dunkler werdenden Horizont starrte.
Tränen rannen über ihre Wangen, die sie nun nicht versuchte aufzuhalten und ihr Blick glitt am Baumstamm entlang zum Boden.
„Am Anfang schon, bis ich merkte, dass mich Gefühle ergriffen, die ich nicht hätte haben sollen. Gefühle für dich … Ich wusste nicht mehr, was ich tun sollte. Dich ausliefern, dich retten. Ich wusste nicht mehr, was ich überhaupt wollte. Meinen Plan weiterverfolgen, der mir ein Leben in Freiheit bringen sollte, oder meinen Gefühlen für dich nachzugeben und …“, sie brach ab, da sie glaubte, dass egal was sie sagen würde, sie es nur noch schlimmer machte.
„Verdammt!“, fluchte er auf und schlug mit der Faust gegen den Baumstamm neben sich, was ihr erneut einen Stich ins Herz versetzte und ihren ganzen Körper zusammenzucken ließ. Sie konnte es einfach nicht ertragen, ihn so leiden zu sehen und hätte alles dafür gegeben und es ungeschehen zu machen, doch das konnte sie nicht.
„Ich war so ein Narr. Man hatte mich gewarnt, dass so etwas passieren könnte, dass man mit allen möglichen Tricks versuchen würde, mich daran zu hindern, den Auftrag auszuführen. Doch nie hätte ich gedacht …“, seine Hände zitterten sichtbar und sein ganzer Körper war bis in die letzte Faser angespannt.
Mit einer fahrigen Bewegung drehte es sich wieder zu ihr um und sah ihr mit einem eiskalten Blick entgegen, der in ihr den Wunsch aufkommen ließ, hier und jetzt tot umzufallen.
Kopfschüttelnd sah sie ihm entgegen, presste ihre Finger auf ihre Lippen und versuchte verzweifelt das Zittern ihres Körpers zu unterdrücken. Ihre Knie gaben irgendwie nach und sei sank am Baumstamm langsam in Hocke und stützte sich mit einer Hand leicht ab.
„Wie soll es nun weiter gehen?“, fragte er mit leiser gebrochener Stimme und sah auf sie hinunter.
„Ich sage dir, was ich dir schon von Anfang an hätte sagen sollen. Die Soldaten werden wohl in Cardiff auf dich warten. Das bedeutet, du kannst mit großer Sicherheit ungehindert über einen anderen Weg nach London kommen und hast dann auch noch einen Vorsprung, von einem Tag, bevor sie die Suche nach dir wieder aufnehmen werden“, erklärte sie mit leiser Stimme zu ihm aufblickend.
„Ich nehme an, dir ist klar, dass ich es nicht zulassen werde, dass du meine Mission, meinen Auftrag zerstörst?“, fragte er bestimmt und seine Stimme klang nun eiskalt, was ihr einen schrecklichen Schauer über ihren Rücken jagte.
„Warum sagst du mir das jetzt? Was bringt dich dazu, es nicht zu Ende zu bringen? Und was wird mit dir geschehen, wenn du deinen Auftrag nicht zu Ende bringst“, fragte er nun leicht verächtlich.
„Warum sage ich dir das jetzt?“, wiederholte sie seine Worte leise und drückte sich wieder auf ihre Beine. Auch ihre Stimme wurde nun ruhiger. Ihr war klar, dass sie jetzt nichts mehr zu verlieren hatte. Sie hatte alles, was ihr etwas bedeutet hatte, schon verloren.
„Das sagte ich dir schon … weil ich angefangen habe Gefühle zu bekommen, die ich für diesen Auftrag nie hätte haben sollen … weil ich mich in den Mann verliebt habe, den ich ans Messer liefern soll, was ich nicht mehr kann. Und warum jetzt? Weil ich vorher nicht den Mut hatte, es zu tun. Seit dem Tag, als wir diese Hütte im Wald fanden, wollte ich es dir sagen, seit ich die Wahrheit von dir kenne … aber ich konnte nicht, ich war zu feige“, erklärte sie und war versucht wieder den Blick zu senken, doch entschloss sie sich, es nicht zu tun. Wenigstens jetzt wollte sie zu ihren Fehlern stehen und sie wollte ihn ansehen.
„Was sie mit mir tun werden? Was spielt das jetzt noch für eine Rolle?“, sagte sie gleichgültig, denn es war ihr vollkommen egal.
Sie sah in seine Augen und konnte darin lesen, dass er selber nicht wusste, was er nun tun oder sagen sollte. Es lag soviel Schmerz darin, dass sie glaubte, ihr Herz würde an seinem Schmerz zerbrechen.
„Es spielt eine Rolle für mich“, antwortete er leise.
„Nein …, nein, es spielt absolut keine Rolle mehr. Ich sagte dir, was du wissen musst. Erfülle deinen Auftrag. Bring deinem Land den Frieden, den es verdient. Alles andere ist nicht wichtig. Nicht mehr …“
Zu ihrer Überraschung schüttelte Ashley energisch den Kopf und kam auf sie zu. Er hatte seinen Blick auf ihre Augen geheftet und sah sie einen Moment nachdenklich an.
„Cathreen, ich werde meinen Auftrag erfüllen oder sterben. Doch ich möchte, dass du an meiner Seite bleibst. Wenn das stimmt, was du sagst, dann will ich, dass du mich zum König begleitetest“, forderte er sie auf.
Gequält blickt sie ihn nun an.
„Nein … wie kannst du das wollen? Ich habe dich hintergangen, dich verraten. Mir dein Vertrauen, deine Liebe erschlichen. Ich habe fast einen Mann getötet, nur wegen Gold. Es war alles nur ein Spiel … ein Versuch mir ein schönes Leben zu erkaufen. Bis zu dem Punkt, an dem ich …“, sie brach erneut ab. Es schien ihr alles so unwirklich. Sie hatte vorgehabt, nur um ihrem Leben Komfort und Reichtum zu geben, das Wohl der ganzen Menschen von England und Schottland aufs Spiel zu setzten. Sie schämte sich, für ihr Tun.
„Geh zum König. Rette dein Land. Dadurch wirst du der Held, der du im Inneren schon immer warst. So jemand wie ich passt einfach nicht dazu. Du hast Besseres verdient, geh Ashley, erfülle deine Mission“, forderte sie ihn auf und drehte sich um, in der Hoffnung, es ihm so leichter zu machen, zu gehen. Doch zu ihrer Überraschung packte er sie an der Schulter und drehte sie wieder zu sich um. Er hatte den kleinen Dolch aus seiner Tasche gezogen und reichte ihn ihr hin und seine Stimme klang sehr ernst, als er sprach.
„Nein. Entweder du musst mich hier und jetzt töten, oder ich werde dich mitnehmen!“
Seinen Blick erwidernd ging sie noch einen Schritt auf ihn zu und drehte den Dolch in seiner Hand herum, sodass die Spitze nun auf ihr Herz deutete.
„Nein, auf keinen Fall. Denn das wäre noch schlimmer für mich, als wenn du zustechen würdest“, sie hob den Kopf noch etwas an, trat noch einen Schritt auf ihn zu, sodass die Spitze des Dolches sie nun berührte.
„Du bist etwas ganz Besonderes, du hast etwas Besseres verdient, als jemand, der wegen Gold versucht dich an den Galgen zu bringen. Du brauchst mich doch gar nicht Ashley und du weißt das“.
Mit verzweifeltem Blick ließ er den Dolch einfach auf den Boden fallen und ging einen Schritt von ihr zurück, eine Arme ließ er an seinen Seiten herunterhängen, die Welt nicht mehr verstehend.
„Du hast es nur wegen Gold getan?“
„Ja Gold. Gold und Ansehen. Viel Gold, darum tat ich es. Ich hätte dich für ein paar Säckchen Gold an den Galgen gebracht.
Wenn ich nun sage - verzeih mir - wäre das eine Bitte, die ich nie von dir verlangen könnte. So belasse ich es bei einem Einfachen: Es tut mir leid … Was ich getan habe, bereue ich mehr, als ich irgendwas in meinem Leben bereut habe, doch ich bin nicht besser als die Piraten, ich wollte alles nur für mich, für mein Wohl … und da du das nun weißt, wird es dir nicht schwer fallen, mich zu vergessen. Such dir eine Frau, die deiner würdig ist, die dir das geben kann, was du verdienst.“
Einen Moment schloss Ashley seine Augen, doch dann sah er sie wieder ausdruckslos an und streckte die Hand aus.
„Würdest du mir den Brief geben?“, fragte er nun tonlos.
„Alles nur wegen Gold. Aber das ist nun vorbei, es war in dem Moment vorbei, als wir damals diese Hütte betreten hatten. Dort war ich zum ersten Mal ich selbst. Nichts Vorgespieltes, nichts, was ich tat, um dich zu gewinnen, nur ich selbst …“, sagte sie leise, was sie aber mehr zu sich sagte, denn sie hatte das Gefühl, er würde ihr sowieso nicht mehr zuhören und als er den Brief einforderte, nickte sie nur und holte den Brief hervor, den sie ihm ohne ein weiteres Wort aushändigte. Sofort steckte er den Brief in sein Hemd, drehte sich um und ging zu dem Pferd zurück. Eine Sekunde zögerte er, doch dann saß er auf und ohne sich noch einmal umzusehen, gab er dem Pferd die Sporen und ritt im eiligen Galopp davon.
Langsam ging sie auf den Weg zurück und sah ihm hinterher, wie er davon ritt.
„Ich liebe dich“, haucht sie ihm noch kaum hörbar hinterher.
Leer und innerlich wie tot ging sie den Weg zurück, in Richtung Küste. Sie starrte nur auf den aufgewühlten Waldweg vor sich, ohne jedoch wirklich etwas wahrzunehmen, einen Schritt vor den andern setzend. Ihr war egal, was nun mit ihr passieren würde, sie wollte nicht mehr denken und wie ein Automat ging sie einfach nur weiter. So bemerkte sie erst sehr spät das Hufgetrappel, das sich ihr von hinten näherte. Erschrocken fuhr sie herum und starrte auf den braunen Hengst, der mit einem Mal vor ihr auftauchte. Aus leeren Augen starrte sie zu dem Mann hoch, der ihr seine Hand entgegen streckte.
„Wenn du mich wirklich liebst, so wie du gesagt hast, dann komm mit mir“, sagte Ashley sehr ernst.
„Nein“, gab sie kaum hörbar zurück und ging einfach weiter. „Das kann ich nicht. Wenn dich die Soldaten nicht finden … dann finden sie mich. Ich werd nicht noch einmal jemanden verletzten oder in Gefahr bringen“, erklärte sie, ohne sich umzusehen.
Er ritt an ihr vorbei und stellte sich ihm mit dem Pferd in den Weg.
„Was nein? Nein, du liebst mich nicht?“
„Doch, das tue ich. Mehr als alles andere. Doch ich werde dich nicht noch einmal in Gefahr bringen“, erklärt sie, doch schloss sie die Augen, als er ihr den Weg versperrt. Sie wusste, dass sie es nicht ertragen könnte, ihm noch mal in die Augen zu sehen.
„Das musst du nicht. Denn du könntest ihnen doch auch eine falsche Information zukommen zu lassen und dann hätten wir freie Bahn“, schlug er zu ihrer Überraschung nun vor und erstaunt blickte sie nun doch zu ihm auf.
Wieder streckte er ihr seine Hand hin.
„Und?“
„Du weißt nicht, was sie mit mir tun werden, nicht wahr?“, fragte sie ihn jetzt und schüttelte dann ihren Kopf, als sie seinen fragenden Blick sah.
„Nein, du weißt es nicht. Mach es mir nicht noch schwerer, als es sowieso schon ist.
Warum nutzt du die Chance nicht und bringst den Brief zum König? Warum gehst du nicht einfach und baust dir ein neues Leben auf? Warum nicht?“, verzweifelt sah sie ihn an, ihre Worte wurden dabei immer leiser.
„Mein Gott, Cathreen. Du scheinst es wirklich nicht zu kapieren, was? Warum denkst du bin ich zurückgekommen? Ich liebe dich, auch wenn du … Aber du hast dich geändert, du hast deine Fehler eingesehen und nur das zählt. Gib dir eine Chance, gib uns eine Chance“, bat er sie und automatisch schüttelte sie den Kopf.
„Ich habe sehr gute Verbindungen zum König, er vertraut mir, so wie ich ihm vertraue. Ich werde ihn bitten, dass er sich darum kümmert, dass dir niemand etwas antun wird. Stell dich auf meine Seite und gemeinsam werden wir es schaffen, Frieden für das ganze Land zu bringen.“, seine Stimme klang bittend und seine Augen sahen sie flehend an, was sie nicht mehr ertragen konnte und sie senkte den Blick wieder.
„Bitte, Cathreen!“
Verzweifelt schloss sie nun die Augen, als sie seine Worte hörte und sie hatte das Gefühl, dass ihre Beine nachgeben würden und langsam hob sie den Blick auf seine ausgestreckte Hand blickend. Sehr zögerlich legte sie ihre Hand in die seine und als sie das tat, sah sie wie ein Lächeln über sein Gesicht huschte und kraftvoll zog er sie nach oben auf das Pferd, umfasste sie sofort um ihre Mitte und hielt sie fest. Im ersten Moment versucht sie soweit wie möglich von ihm wegzurutschen, als sie im Sattel saß, doch ließ dies sein Griff nicht wirklich zu. Er legte seine Hand unter ihr Kinn und drehte ihr Gesicht zu sich, als er merkte, wie sie ihm auszuweichen versuchte.
„Cathreen. Ich bin davon überzeugt, dass nicht alles was wir erlebt haben, gespielt war. Ich weiß, dass du wirklich der Mensch bis, den ich kennen und lieben gelernt habe, wenn auch ein Mensch, der für kurze Zeit den richtigen Weg verlassen hat. Doch ich weiß den Grund dafür und ich weiß, dass du nicht wirklich so bist, wie du mir vorhin klar machen wolltest. Ich liebe dich“, die letzten Worte hauchte er nur noch und kam ihr noch ein Stück näher, doch kurz vor ihrem Gesicht, hielt er inne.
Erneut begann ihr Körper wieder zu zittern, als sie seine Worte hörte, ihre Sicht verschwamm leicht, da sie nicht verstehen konnte, wie er, nach allem was sie getan hatte, noch so etwas zu ihr sagen konnte.
„Sieh mich bitte an. Ich will in deine Augen sehen“, bat er sie.
„Es tut mir leid. Es tut mir alles so schrecklich leid“, sagte sie mit bebender Stimme und langsam und ängstlich hob sie den Blick und sah ihn an.
„Ich weiß“; hauchte er und küsste sie nun einfach. Sehr vorsichtig legte er seine Lippen auf die ihren, denen sie zitternd entgegen kam und sich zögerlich gegen ihn lehnte.
Langsam nahm er seine Hand von ihrem Kinn und griff sanft in ihren Nacken, während er gleichzeitig seinen Kuss intensivierte, doch in dem Moment vernahmen sie wildes Geschrei und wie von einer Tarantel gestochen, warf er den Kopf herum.
Die Piraten hatten sie gefunden. Auch wenn sie sich nicht erklären konnte, wie sie so schnell auf ihre Spur gekommen waren, war es Tatsache, dass eine ganz Horde von ihnen mit wildem Geschrei, auf sie zu gestürmt kam. Fassungslos starrte sie den Männern entgegen.
„Verdammt, die hatte ich ganz vergessen“, flucht Ashley laut los.
„Halte dich fest!“, rief er ihr zu und trieb das Pferd an.

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BeitragThema: Re: Wunsch nach Frieden 7 -12   Do Feb 07, 2008 10:54 pm

Erschrocken hielt sie sich am Sattel fest, als das Tier lospreschte und ihr Herz schlug nun wie verrückt gegen ihre Brust. So schnell es ging, trieb er das Pferd voran und verlangte alles von ihm ab. Einen Arm hatte er um Cathreen gelegt, die er sehr fest hielt und so preschten sie quer über das Gelände. Erst als sie einen dichten Wald erreicht hatten und sie sicher waren, dass sie ihre Verfolger abgeschüttelt hatten, zügelte er das Tier wieder.
„Ich denke wir haben sie abgehängt. Vorerst zumindest.“
Er lenkte das Pferd ein Stück in den Wald hinein, und als sie eine kleine Lichtung erreicht hatten, hielt er das Tier an. Ihr war klar, dass das Pferd nach diesem wilden Ritt eine Verschnaufpause brauchen würde und als sie stehen blieben, drehte sie sich, nachdem sie sich, immer noch unter Schock stehend, nach allen Seiten umgesehen hatte, zu Ashley um und ließ sich zittrig gegen ihn sinken. Er schlang sofort seine Arme um sie und hielt sie fest, bis sie den Kopf hob und ihn fragend ansah.
„Ich glaube nicht, dass die Piraten uns zu weit ins Landesinnere folgen werden. Sie werden ihr Schiff, das bis oben hin mit Gold beladen ist, nicht zu lange alleine lassen“, versuchte er sie zu beruhigen. Doch das war für sie im Moment nicht so wichtig, wie die eine Frage, die sie quälte.
„Verzeihst du mir?“, wollte sie wissen und hatte nun Mühe seinem Blick standzuhalten. Zu stark war ihr Schuldbewusstsein. Ashley schüttelte energisch den Kopf und sie blickte irritiert zu ihm.
„Ich habe dir schon längst verziehen“, hauchte er und strich mit seinen Fingern eine Haarsträhne aus ihrem Gesicht. Cathreen war es, als würde eine schwere Last von ihren Schultern genommen und zaghaft hob sie ihre Mundwinkel an und schenkte ihm ein vorsichtiges Lächeln.
„Ich liebe dich“, erklärte sie nun leise.
„Ich weiß“, gab er nun schmunzelnd zurück.
Wieder lehnte sie sich gegen ihn, doch diesmal schlang sie ihre Arme um ihn und hielt ihn fest. Er tat es ihr gleich und zog sie noch näher zu sich heran und sie hatte das Gefühl, oder war es vielleicht auch nur der Wunsch, dass er sie nie wieder loslassen wollte.
Nach einiger Zeit, es kam ihr fast wie eine Ewigkeit vor, begann er zu sprechen,
„Wir sollten wohl eine kurze Pause machen. Das Pferd ist erschöpft.“
Mit einem Kopfnicken ließ sich Cathreen vom Pferd gleiten und als sie unten stand, schwang Ashley auch sein Bein über das Tier und rutschte aus dem Sattel.
„Vielleicht finden wir ja in der Nähe auch etwas, wo wir über Nacht bleiben können. Hier gibt es bestellte Felder, da dürfte ein Hof nicht weit weg sein“, erklärte er und sah sie an.
„Eine gute Idee. Ich denke es wäre heute Nacht nicht gut, unter freiem Himmel zu schlafen, es ziehen Wolken auf“, antwortete sie ebenso leise, wie er gesprochen hatte.
„Gut, dann geben wir dem Pferd ein paar Minuten um sich zu erholen, bevor wir weiter reiten“, erklärte er noch leise. Sie standen dann da und sahen sich eine ganze Zeit lang an, ohne etwas zu sagen oder zu tun, als der rotbraune Hengst, Ashley plötzlich einen Stoß mit seinem Kopf gab, sodass dieser völlig überrascht auf Cathreen zu stolperte und gegen sie prallte. Erschrocken blicke Cathreen ihn an und schielte dann kurz zum Pferd.
„Das war er“, entschuldigte er sich und deutete auf den Fuchs hinter sich.
„Schon gut“, lächelte sie, löst sich wieder von ihm und trat nun auf das Pferd zu, welches sie an den Nüstern streichelte.
„Du magst Pferde, nicht wahr?“, fragte er sie neugierig.
„Ja, sehr. Sie sind so … unschuldig“, gab sie leise zurück und drehte sich dann zu ihm um.
„Das sind sie, so wild und doch die besten und treuesten Freunde“, erwiderte er ebenso leise.
„Ja. Bei Tieren kann man sich sicher sein, dass man von ihnen nicht enttäuscht wird. Das macht sie so einzigartig.“
„Da hast du wohl recht“, stimmte er ihr zu und strich mit der Hand über den Hals des Tieres, als dieser sich gegen ihn lehnte.
Mit einem Lächeln beobachtete sie das, doch dann ging sie ein Stück auf die Lichtung, atmete die kühler werdende Luft ein und blickte auf den langsam dunkler werdenden Himmel. Kurz warf sie Ashley einen Blick zu und sie konnte sehen, wie er dem Pferd etwas ins Ohr flüsterte. Ein Schmunzeln huschte über ihr Gesicht, als das Pferd dann leise aufschnaubte, so als hätte es verstanden, was er zu ihm gesagt hatte. Erneut warf sie einen Blick in den Wald.
„Ach meinst du?“, fragte Ashley plötzlich und irritiert drehte sich Cathreen um, als sie ihn sprechen hörte.
„Wie bitte?“
„Männergespräche“, erklärte er und deutete auf das Pferd.
„Oh, verstehe“, gab sie knapp zurück und drehte sich wieder um. Genüsslich schloss sie für einen Moment die Augen, als eine kühle Briese über das Wäldchen wehte.
„Ich glaube, da hast du vollkommen recht mein Freund“, sagte er, was sie wieder dazu brachte, zu ihm zu sehen.
„Was sagt er denn?“, fragte sie nun neugierig geworden und schmunzelte über sein Verhalten.
„Na, er meinte nur, dass ich der größte Narr unter der Sonne wäre, wenn ich dich einfach so gehen lassen würde“, erklärte er todernst.
Leicht runzelte sie die Stirn bei seinen Worten und hob dann fragend eine Augenbraue an.
„Soso, das hat er also gesagt?“
„Aber ja, hat er. Du kannst ihn ja selber fragen. Stimmt doch mein Freund?“, sagte er diesmal an das Pferd gewandt, das in dem Moment sogar den Kopf bewegte, so als würde es nicken.
Schmunzeln schüttelte sie den Kopf und ging ihm etwas entgegen.
„Ich glaube dir auch so.“
„Tust du das? Ich glaube, du denkst wohl eher, dass ich verrückt geworden bin, nicht wahr? Ein Mann, der vorgibt mit seinem Pferd reden zu können“, kontert er grinsend.
„Nein, das denke ich ganz und gar nicht. Ich finde es eher … niedlich.“
„Niedlich also?“, hakte er nach und hob skeptisch eine Augenbraue.
„Ja, niedlich“, wiederholte sie und grinste noch breiter, „weißt du, immer wenn du mit deinen Pferden redest, bekommst du einen herzigen Ausdruck im Gesicht.“
„Na wunderbar! Ich will der Frau, die ich liebe, etwas Nettes sagen und sie findet mich niedlich und meint ich hätte einen herzigen Ausdruck im Gesicht. Na das kann ja noch was werden“, stöhnte er gespielt auf, doch dann musste er ebenfalls von einem Ohr zum andern grinsen.
„Nun ja, ich finde es eben niedlich. Wie ein kleiner Schuljunge, der etwas ausgefressen hat.“
„Vielleicht bin ich das im Herzen ja auch noch. Ein kleiner Schuljunge?“, mit einem sanften Lächeln trat er zu ihr, legte seine Finger unter ihr Kinn und strich mit dem Daumen zart über ihre Lippen.
Um dieses Gefühl noch intensiver genießen zu können, schloss sie bei dieser Berührung ihre Augen und öffnete leicht ihren Mund.
„Ja, vielleicht“, hauchte sie nun.
„Aber ich glaube ein Schuljunge würde das hier wohl nicht tun“, flüsterte er und legte seine Lippen auf die ihren. Ohne zu zögern, kam sie ihm entgegen und strich mit ihrem Mund über seinen, bevor er sie fordernder zu küssen begann. Sie legte ihre Hände auf seine Hüften und lehnte sich gegen ihn. Einen Augenblick später schob er seine Hand in ihren Nacken und zog sie sanft noch näher zu sich heran. Seine Wärme verursachte ein Verlangen in ihr, das stetig immer weiter anstieg. So wanderten ihr Hände auf seinen Rücken und dann unaufhörlich tiefer, bis sie seinen Po umfasste und ihn gegen ihre Hüften drückte.
Überrascht keuchte Ashley auf und hob seinen Kopf an, um sie anzusehen. Sie konnte das Funkeln in seinen Augen erkennen, jenes, das sie schon ein paar Mal gesehen hatte, wenn sein Verlangen nach ihr anstieg. Auch sie verspürte den Wunsch, ihm nahe zu sein und sie war schon fast enttäuscht, als er sich von ihr löste.
„Ich denke wir sollten nach einer Unterkunft für die Nacht suchen“, sagte er und sie konnte sehen, dass sein Atem ebenfalls wie auch ihrer, schneller ging.
Doch er hatte recht, es wurde dunkel und es war besser, wenn sie für die Nacht ein Dach über dem Kopf haben würden.
„Ja …, ja du hast recht“, gab sie leise zurück.
„Ich denke nicht, dass dies hier ein guter Ort wäre“, gab er leise zu bedenken und schmunzelte, als er ihren enttäuschten Blick bemerkt hatte.
„Wirklich nicht?“, funkelte sie ihm entgegen. Denselben Blick in ihren Augen, wie an dem Tag, als sie sich vor der spröden Gesellschaft, von Lord William davon geschlichen hatten.
„Nein, nicht wirklich“, antwortete er, sich noch mal umsehend.
„Lass uns eine Scheune oder so etwas suchen.“ Sie merkte, wie er mit sich kämpfte, nicht doch noch über sie herzufallen. Belustigt betrachte sie ihn und legte den Kopf etwas schief, als sie ihn anschmunzelte.
„Nun komm schon!“, forderte er sie auf, ergriff ihre Hand und zog sie mit zum Pferd.
„Du bist wirklich zu süß“, sagte sie, ihm folgend.
Schnell schwang er sich in den Sattel und reichte ihr seine Hand.
„Kommst du nun, oder willst die Zeit damit weiterhin vergeuden, dir für mich noch mehr solche Bezeichnungen auszudenken?“
„Ja, wo ich gerade dabei bin. Wieso eigentlich nicht“, erklärte sie grinsend, nahm aber dann seine Hand und ließ sich aufs Pferd helfen.
„Wage es nicht. Die paar reichen mir schon. Niedlich, süß und was war’s noch? Ach ja ein Schuljunge.“ Er verdrehte kurz die Augen, bei seinen Worten. Sofort lehnte sich Cathreen gegen ihn und hauchte dann an sein Ohr.
„Wie wäre es mit anziehend … betörend … oder unheimlich verlockend“, flüsterte sie und begann sanft an seinem Ohrläppchen zu knabbern.
„Das hört sich irgendwie besser an. Doch wäre es nicht mein Part, das über dich zu sagen?“, warf er überrascht ein.
„Nein. Ich denke, ich kann das genau so gut zu dir sagen. Weißt du was ich sehr gerne mag …“, fragte sie ihn plötzlich und sah ihn an.
Langsam setzte sich das Pferd nun in Bewegung und sie ritten langsam quer durch eines der Kornfelder, welches schon sehr hoch stand, sodass man sie darin fast nicht mehr sehen konnte.
„Was magst du?“
„Ich mag es eine gewisse Macht über dich zu haben“, hauchte sie, nicht auf die Landschaft achtend, oder wohin er das Pferd lenkte. Sie hatte nur noch Augen für ihn, das Kribbeln in ihrem Körper stieg immer weiter an und der Wunsch ihn zu spüren mit ihm. Wieder begann sie sanft an seinem Ohr zu knabbern und zarte Küsse darauf zu verteilen. Langsam schob sie dann ihre Hand zwischen sich und ihn und rieb dann kurz über den Stoff in seinem Schritt.
„Cathreen!“, keuchte Ashley kurz überrascht auf und drückte für einen Moment seinen Rücken durch.
„Ja?“, raunte sie mit einer unschuldigen Stimme an sein Ohr.
In dem Moment packe er ihre Hand, um sie daran zu hindern, ihr Tun noch einmal zu wiederholen.
„Was hast du vor? Du kannst doch nicht …!“, sah er sie tadelnd an.
„Was kann ich nicht? Sagtest du nicht, du liebst mich so, wie ich bin?“, fragte sie ihn mit einem unschuldigen Blick, entzog ihm ihre Hand und strich ihm aufs Neue über seinen Schritt.
„Du bist verrückt, weißt du das?“, keuchte er erneut auf. „Aber du hast recht. Genau das liebe ich an dir“, fügte er an, ließ die Zügel des Pferdes los und schlang seine Arme um sie, während er sie verlangend zu küssen begann.
Das Pferd lief einfach in die Richtung weiter, die sie schon eingeschlagen hatten und störte sich nicht daran, was auf seinem Rücken geschah. Hingebungsvoll erwiderte sie seinen Kuss und lächelte leicht gegen seine Lippen. Doch diesmal verstärkte sie den Druck, als sie über seine Erregung rieb.
„Wenn du so weitermachst, werde ich nachher nicht mehr vom Pferd herunter kommen“, drohte er ihr, grinste aber, während er immer wieder Küsse auf ihre Lippen hauchte.
„Weißt du was? Das ist mir ganz gleich“, flüsterte sie und intensivierte ihre Bewegungen.
„So? Ist es das?“, fragte er und schob nun eine Hand von ihrer Taille nach oben und strichen mit zart massierenden Bewegungen über ihre Brüste. Im ersten Moment keuchte sie leise auf, und schloss für eine Sekunde die Augen, doch dann holte sie zu einem Gegenschlag aus. Küsste ihn fest, öffnete dabei ihre Lippen und begann mit seiner Zunge zu rangeln, während sie ihre Finger seinen Hosenbund entlang gleiten ließ und immer wieder ein paar Zentimeter mit ihren Fingern darin eintauchte.
„Ja, ist es“, raunte sie gegen seine Lippen. Wieder und wieder kämpfte er mit ihr um die Vorherschafft und drängte seine Zunge in ihren Mund. Seine Hände wurden immer forscher und verlangender und strichen nun über ihre Brustwarzen, die sich deutlich unter ihrem Kleid abzeichneten.
Seufzend löste sich nun Cathreen von ihm und heftig atmend flüstert sie nun gegen seine Lippen.
„Vielleicht sollten wir doch lieber …“, begann sie und brachte den Satz nicht zu Ende. Sie schluckte hart, als sie in seine dunklen Augen blickte, die beinnahe schon zu glühen schienen.
Kurz warf er einen suchenden Blick in die Umgebung und deutete dann in die inzwischen hereingebrochene Dämmerung.
„Wie wäre es damit?“, fragte er und sie wand den Kopf in die angegebene Richtung, in der sie eine große Scheune erkennen konnte. Schmunzelnd sah sie ihn nun wieder an.
„Aber mein Herr. Ihr wollt doch nicht etwa eine Dame in einer Scheune verführen, oder?“
„Das würde ich doch nie wagen. Außer die Dame würde mich darum bitten. Ich kann doch einer hübschen Frau keine Bitte abschlagen“, erklärte er schmunzelnd, ergriff die Zügel des Pferdes und lenkte es jetzt auf die besagte Scheune zu, die noch relativ neu aussah.
„Ach, ich muss dich also darum bitten?“
„Ein flehender Blick von dir genügt schon.“
„Dann muss ich mich wohl darum bemühen dich nicht anzusehen“, erklärte sie ihm lächelnd und sah dann zu der Scheune, der sie sich schnell näherten.
„Das dürfte verdammt schwer werden“, erwiderte er und haucht ihr einen Kuss auf die Wange.
„Da gebe ich dir recht“, gab sie leise zurück und schmiegte sich in seinen Arm, den er wieder um sie gelegt hatte.
Er dirigierte das Pferd direkt in die offen stehende Scheune hinein und hielt erst an, als sie mitten drinstanden. Langsam ließ sich Cathreen aus dem Sattel gleiten und sah sich in dem Gebäude um.
„Nicht schlecht, für eine Scheune.“
„Ja, allerdings. Gehört wohl einem reichen Bauern, wenn er so was hier hinstellen kann“, interessiert sah sie sich um und ging ein paar Schritte weiter hinein.
„Der Hof, der dazugehört, scheint weiter weg zu sein. Aber das soll uns nur recht sein, dann können wir ziemlich sicher sein, dass wir keinen Besuch bekommen, heute Nacht“, dachte er laut und stieg dann auch vom Pferd, welches er weiter nach hinten in den Stall führte, wo er eine Art Pferdebox vorfand. Sie beobachtete, wie er das Pferd absattelte, es etwas abrieb und ihm einen Berg Heu in die Box warf, bevor er wieder zu ihr trat. Er blickte zu einer Leiter, die in den oberen Teil der Scheune führte.
„Sollen wir?“, fragte er und deutete hinauf.
„Glaubst du, dieses Ding ist stabil“, fragte sie mit einem skeptischen Blick auf die Holzleiter.
„Das werden wir gleich sehen“, erklärte er und stieg die Stufen nach oben. Als er oben angekommen war, drehte er sich wieder um und sah zu ihr hinunter. „Du kannst raufkommen, sie ist stabil.“

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BeitragThema: Re: Wunsch nach Frieden 7 -12   Do Feb 07, 2008 10:56 pm

Mit einem leisen Lachen auf den Lippen folgte sie ihm, ihre vielen Röcke raffend und als sie endlich mit einiger Mühe oben war, sah sie sich um. Überall lag frisches Heu, welches erst geerntet worden war und einen angenehmen Duft verbreitete, nach Gras und Kräutern.
„Sieht doch recht gemütlich aus … für eine Scheune“, entgegnete sie mit dem Gedanken, dass dies ein wunderschönes, weiches Bett ergeben würde.
Ashley ging auf eine Öffnung zu, ein Fenster, durch welches üblicherweise das Stroh und Heu rein oder rausgebracht wurde. Dieses stand ein ganzes Stück offen und er blickte hinaus in die laue Spätsommernacht.
„Finde ich auch und so eine Aussicht hat man auch nicht überall. Von hier aus können wir schon früh sehen, wenn jemand kommen sollte“, erklärte er und sie trat neben ihn.
„Wunderschön“, hauchte sie, als sie über die Felder blickte, die nun vom aufgehenden Mond beschienen wurden.
Daraufhin drehte sich Ashley zu ihr um und blickte sie an.
„Allerdings“, sagte er leise.
Auch sie sah ihn nun an.
„Was denkst du gerade?“, wollte sie wissen.
„Wie schön du bist. Wie schön deine Augen im Mondlicht leuchten. Wieso uns das Schicksal so eine harte Prüfung auferlegt hat. … und wie sehr ich dich liebe“, sagte er sanft und legte eine Hand auf ihre Wange, gegen die sie sich schmiegte.
„Du bist wirklich etwas ganz Besonderes und jetzt sag nicht, dass das nicht stimmt, denn für mich bist du es“, lächelte sie ihn nun an.
„Ich werde dir nicht widersprechen. Wenn du es sagst, werde ich dir glauben, denn mir geht es mit dir nicht anders“, erklärt er ihr. Cathreen wollte etwas erwidern, doch ihr wollten partout nicht die richtigen Worte einfallen, so beschloss sie lieber gar nichts zu sagen, als vielleicht etwas Falsches.
„Cathreen … Liebe mich! Jetzt! Hier!“, hauchte er, seinen Blick auf ihre Augen geheftet. Sie spürte, wie ihr Herz bei seinen Worten wild zu trommeln begann und sich ihre Brust mit einem Mal schneller hob und senkte.
Langsam näherte sie sich seinem Gesicht und legte dann als Antwort einfach ihre Lippen auf die seinen. Sofort schlang er seine Arme um sie und erwiderte ihren Kuss. Vorsichtig ließ er sich mit ihr auf das Heu sinken und als sie den weichen Untergrund unter sich spürte, presste sie sich noch fester an ihn und merkte mit einem Mal, wie das Gefühl, das sie vorhin schon auf dem Pferd hatte, erneut über sie hereinbrach. Sie merkte, dass es nicht nur ihr so ging, sondern dass auch sein Atem schnell und heiß gegen ihr Gesicht schlug, als er begann ihre Wange zu küssen und seine Lippen bis zu ihrem Ohr wandern ließ.
Das wundervolle Gefühl genießend, schmiegte sie sich fester an seinen Körper, während seine Lippen über ihren Hals wanderten. Langsam ließ er seine Hand über ihren Nacken nach unten streichen, ihre Schulter streifend, über den Stoff ihres Kleides, immer tiefer bis zu ihren Hüften und etwas nach hinten, wo er sie liegen ließ und sie gegen sich presste. Sie suchte erneut seine Lippen, doch da er sich immer wieder etwas von ihr entfernte, griff sie in seinen Nacken und zog ihn zu sich heran, um ihn verlangend zu küssen. Doch dann unterbrach sie den Kuss und schnappte nach Luft, wobei sie in seine dunklen Augen sah, die beinahe vor Lust zu glühen schienen.
„Du raubst mir den Atem, … im wahrsten Sinne des Wortes“, erklärte sie und atmete nur noch flach und sehr schnell, da es ihr in dem Kleid nicht anders möglich war.
„Das hatte ich nicht vor, doch du machst mich wahnsinnig. Wahnsinnig und verrückt nach dir. Ich denke, ich könnte und wollte ohne dich nicht mehr leben“, antwortete er ihr und seine Hand strich von ihrem Kinn den Hals entlang weiter nach unten, über den Stoff ihres Kleides hinweg, über ihre Brüste, ihren Bauch und dann noch weiter, über ihre Mitte zu ihren Beinen. Seine Augen folgten seiner Hand und erst, als diese auf dem gleichen Weg wieder nach oben kam, sah er ihr wieder in die Augen, die sie einen Moment geschlossen hatte.
Immer wieder aufs Neue musste sie sich fragen, wie es sein konnte, dass diese Augen, dieser Blick von ihm schon allein genügten, um sie so zu erregen, so ihr Verlangen nach seinen Berührungen zu steigern.
Mit einem Lächeln, genau wissend was sie tat, hob sie ihr Bein etwas an und schob es zwischen seine Beine, was mit den vielen Lagen Stoff nicht ganz so einfach war. Doch sein leises Aufstöhnen, als sie über seinen Schritt rieb, zeigte ihr, dass ihr Bemühen nicht umsonst war.
Geschickt begann er nun ihre Vorderkorsage zu öffnen, jede einzelne der Schnüre zu lockern und als der Druck dadurch von Cathreens Körper genommen wurde, atmete diese erleichtert tiefer ein. Sofort wurde sie aktiver, drückte ihr Bein fester gegen ihn, während sie gleichzeitig begann sein Hemd zu öffnen und jeden Zentimeter an Haut, die sichtbar wurde, ausgiebig zu mustern.
Als er begann ihr das Kleid über die Schultern zu schieben, schmiegte sie sich noch enger an ihn, neigte den Kopf nach vorn und begann zarte Küsse auf seiner Schulter zu verteilen. Immer mutiger werdend ließ sie nun ihre Hand über seinen Bauch nach unten gleiten, nahm ihr Bein etwas zurück und legte ihre Hand auf seinen Schritt. Sanft strich sie mit den Fingern über die Ausbeulung seiner Hose, während sie gleichzeitig sanft an seinem Ohr knabberte.
„Gefällt dir das?“, hauchte sie rau an sein Ohr. Mit einem leisen Stöhnen öffnet er seine Lippen und flüstert an ihre Wange.
„Natürlich. Welchem Mann würde das nicht gefallen“, gab er leise keuchend zurück und sie konnte das leuchtende Funkeln in seinen Augen erkennen. Mit einer schnellen Bewegung streifte er sein Hemd ganz ab und warf es irgendwo neben sich ins Heu. Ihr Blick ging über seinen Oberkörper und forschend ließ sie dann ihre andere Hand darüber gleiten.
„Ich habe das Gefühl, es gefällt dir ganz besonders“, hauchte sie ihm entgegen und griff unvermittelt fester zu und begann ihn durch den nun deutlich gespannten Stoff seiner Hose zu massieren. Er hatte versucht die vielen Lagen Stoff ihres Rocken zu raffen und nach oben zu schieben, doch in dem Moment, als sie ihn stärker umfasste, glitt ihm der Stoff aus der Hand und er musste erneut danach greifen.
„Was hast du vor?“, stöhnte er nun fast heißer, „willst du mich wahnsinnig machen?“
„Dich in den Wahnsinn treiben, dir die Luft zum Atmen nehmen, dich einmal durch die Hölle gehen lassen und dir danach den Himmel zeigen“, flüsterte sie rau, drückte ihn auf den Rücken und beugte sich über ihn, ihn zwischen jedem ihre Sätze einen Kuss auf die Lippen hauchend. Doch dann begann sie, seine Hose zu öffnen.
„Ja, das will ich“, hauchte sie noch einmal und machte weiter.
„Ich merke es“, er beobachtete jeden ihre Handgriffe, sah sie genau an und seine Augen blieben einen Moment an ihrer Schulter hängen, über die der Stoff des Kleides nach unten gerutscht war.
Doch sie ließ ihm nicht groß die Zeit, etwas zu tun. Sie küsste seinen Hals, knabberte immer wieder daran, während sie dabei war, ihm seine restliche Kleidung auszuziehen. Er half ihr dabei, so gut er konnte, was unter ihren fordernden Fingern nicht leicht war. Als auch das letzte Kleidungsstück neben ihm lag, begann sie erneut an seinem Hals zu knabbern und zu saugen. Ihre Hand schob sie erneut zu seinem Schaft, um den sie ihre Finger legte. Doch dann hob sie ihren Kopf und sah ihn nur fragend an.
„Sag mir, was du möchtest“, schnurrte sie leise gegen seine Haut. Er hob seinen Kopf und öffnete die Augen, die er für einen Moment geschlossen hatte.
„Was ich möchte? Zu allererst, dass du mir hilfst, dich aus diesen vielen Lagen Stoff zu befreien. Ich will dich spüren, deine warme, zarte Haut an meiner“, gab er ebenso leise zurück.
„Hast du mir vorhin nicht zugehört?“, fragte sie nach. „Ich hatte gesagt, ich werde dich einmal durch die Hölle gehen lassen … lass mich dich ein wenig … quälen“, raunte sie und ihre Augen funkelten ihn lüstern an. Noch bevor er antworten konnte, verschloss sie seine Lippen mit den ihren und strich fordernd mit ihrer Hand über seine Erregung, bevor sie begann, ihn in einem schnellen Rhythmus zu massieren. Sie hat das Gefühl, dass er erst noch aufbegehren wollte, doch dann schlang er seine Arme um sie und seufzte leise in ihren Mund, ohne sie an ihrem Tun zu hindern. Immer wieder strichen ihre Hände fordernd über seinen Körper, kehrten wieder zurück zu seinem Schaft, um ihn mal schneller, mal sanfter zu reiben, ohne aber ihre Lippen von den seinen zu nehmen und das wilde Spiel ihrer Zungen zu unterbrechen.
In dem Moment, als er versuchte seine Hand unter ihr Kleid zu schieben, hielt sie diese fest.
„Hab Geduld, Liebster“, hauchte sie und begann von Neuem, Küsse auf seiner Brust zu verteilen.
„Das ist verdammt schwer“, erklärte er und ließ seine Hand wieder zurück auf ihren Rücken gleiten.
„Dann will ich dir doch etwas Befriedigung verschafften“, raunte sie leise und schlängelte sich langsam an seinem Körper hinunter. Immer wieder verteilte sie Küsse auf seiner Brust, seinem Bauch und schließlich auf seinen Hüften, bevor sie sanft ihre Zunge über seinen Schaft gleiten ließ und ohne Vorwarnung begann, ihn zu stimulieren und fordernd an seiner Männlichkeit zu saugen. Er hob überrascht den Kopf, er hatte wohl nicht damit gerechnet, dass sie das tun würde, doch mit einem erregten Keuchen ließ er sich wieder auf das Heu sinken und schloss die Augen.
Cathreen hatte auch nicht vorgehabt von ihm abzulassen und war erleichtert, dass er sie nicht daran hinderte, das zu tun, was sie gerade tat. Auch wenn vielleicht manche der adeligen Damen und Herren in Ohnmacht fallen würden, wenn sie das hier mitbekommen würden.
Fordernd bearbeitete sie ihn mit ihrem Mund und ihrer Zunge, während ihre Hände an seinen Hüften lagen, die sich im gleichen Rhythmus wie ihre Bemühungen, sich ihr leicht entgegen hoben. Nach einiger Zeit nahm sie noch eine Hand zu Hilfe, die sie um seinen Schaft legte und ihn nun gleichzeitig, mit Lippen, Zunge und Finger versuchte in den Wahnsinn zu treiben, wie sie es ihm versprochen hatte. Er wand sich unter ihr und sie hatte das Gefühl, dass noch nie eine Frau so etwas mit ihm gemacht hatte. Sie hörte sein wohliges Stöhnen und verstärkte ihre Bemühungen noch mehr. Mit einem Male begann sein Körper heftig zu zucken und zu beben und mit ihrem Namen auf den Lippen, ergoss er sich in ihrem Mund.
Seine Hände fuhren in ihre Haare und krallten sich leicht dort hinein. Ihr Herz begann wild zu trommeln und mit einem überglücklichen Lächeln, nahm sie alles auf, was er ihr gab und schluckt es. Erst als er sich etwas beruhigt hatte, ließ sie von ihm ab und hob den Kopf, kurz strich sie mit ihren Fingern über ihre Lippen und saugte leicht daran, einen Blick auf sein leicht entrücktes Gesicht und seinen zitternden Körper werfend.
„Shhh“, hauchte sie, kam wieder nach oben zu ihm und streichelte im sanft über seine Wange.
Liebevoll betrachtete sie ihn, als er die Augen aufschlug.
„Geht es dir gut? Du zitterst ja“, wollte sie wissen und ließ ihren Daumen über seine leicht feuchte Stirn gleiten, ohne den Blick von seinen Augen zu nehmen.
Er hob den Kopf und seine Finger strichen über ihre Wange.
„Mir ging es nie besser“, erklärte er immer noch leicht außer Atem. Doch dann legte er seine Hand hinter ihren Nacken und zog sie zu sich herunter, um ihr einen leidenschaftlichen, fast schon feurigen Kuss zu geben. Als er kurze Zeit später wieder zu ihr aufsah, begann er zu grinsen, während sie immer noch sein Herz in seiner Brust trommeln hören konnte.
„Und jetzt wirst du mir dabei helfen, dir dieses Kleid auszuziehen“, sagte er bestimmt und deutete auf die vielen Lagen Stoff. Mit einem Schmunzeln richtete sie sich langsam etwas auf und ihre Hände wanderten zu ihrer Korsage, wo sie nun auch die letzten Schnüre öffnete. Kurz hielt er inne und dann mit einem vielsagenden Lächeln schob er das Kleid nach unten. Ashley hatte sich etwas nach oben gedrückt und stützte sich auf seinen Ellenbogen ab, während seine Blicke über ihren freigelegten Körper strichen.
Als sie so vor ihm saß, drückte er sich noch weiter nach oben und hauchte ihr einen Kuss mitten auf ihr Dekolletee. Seine Brust hob und senkte sich sichtlich, als er begann seine Lippen zwischen ihren Brüsten nach unten wandern zu lassen und immer wieder zarte Küsse auf ihre Haut hauchte. Cathreen schloss kurz die Augen und drückte ihr Kreuz durch, als er das tat, doch dann hob sie ihre Hüften leicht an und machte sie daran, das Kleid über diese nach unten zu schieben, was nicht so einfach war, wie sie gedacht hatte. Doch als sie es dann mit seiner Hilfe endlich geschafft hatte, sah sie ihn mit leicht geröteten Wangen an, woran seine zarten Küsse auf ihren Brüsten nicht ganz unschuldig waren.
„Du bist dir sicher, dass du mich wirklich immer in solchen Dingern sehen willst?“, fragte sie und deutete auf Kleid neben ihr.
„Hab ich das denn gesagt“, grinste er, „von mir aus, darfst du anziehen, was du willst“, erklärte er und ließ seine Finger über ihre Seite wandern, ihre Hüften und dann nach hinten zu ihrem gut geformten Po, den er fest umfasste. Kurz keuchte sie überrascht auf, doch dann setzte sie sich ohne etwas zu sagen, rittlings auf seinen Schoss.
Sie sah ihm tief in die Augen, bevor sie ihn erneut hingebungsvoll küsste, ihre Hände in seinem langen, dunklen und mit ein paar Grashalmen bespicktem Haar vergrub und leise in seinen Mund seufzte.
Kurz kamen ein paar Bedenken in ihr auf, doch als sie seine Hitze so deutlich spürte, warf sie diese gleich wieder über Bord, drückte verlangend ihre Hüften fester gegen seinen Schoss und rieb sich an ihm. Mit einem kräftigen Griff zog er sie noch etwas mehr zu sich und ein leises Stöhnen kam über ihre Lippen, als sie ihn so nah spürte.
Erneut begann sie ihn zu küssen, öffnete wieder ihre Lippen und kämpfte wild sie mit seiner Zunge. Doch nach einer Weile löste sie sich von ihm, rang nach Luft und als sie wieder zu Atem gekommen war, sah sie ihm in die Augen und ließ eine Hand zu seiner Wange wandern.
„Ich weiß nicht, was ich getan hätte, wenn du nicht wieder zurückgekommen wärst, wenn du einfach weggeritten wärst“, sagte sie mit einem schmerzlichen Ausdruck in ihren Augen, jedoch versuchte sie zu lächeln, sodass er nicht merken sollte, wie sie dabei empfand.
„Verstecken, denke ich. Denn Piraten machen keinen Unterschied, zwischen Mann und Frau. Sie hätten dich sofort getötet, wenn sie dich erwischt hätten. Aber lass uns nicht davon reden“, bat er sie und küsste erneut ihre Schulter.
„Ich will dich lieben, Cathy, dich spüren. Sag mir nur, wie du es willst“, hauchte er gegen ihre Haut und sah sie dann wieder mit funkelnden Augen an.
Sich fest an ihn schmiegend, ihre Hände über seine Schultern wandern lassend, blickte sie zu ihm, senkte den Kopf und ließ ihre Lippen zart über seine Wange bis hin zu seinem Ohr wandern.
„Liebe mich, wie du noch keine Frau zuvor geliebt hast“, raunte sie in sein Ohr, „bleib einfach ganz nah bei mir und versprich mir, dass du nie wieder weggehst … versprich mir das.“ Ihre Stimme vibrierte vor Verlangen und sie schmiegte leicht bebend ihre Wange gegen die Seine.

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BeitragThema: Re: Wunsch nach Frieden 7 -12   Do Feb 07, 2008 10:57 pm

„Dein Wunsch ist nicht schwer, denn ich habe noch nie eine Frau so geliebt, wie ich dich liebe. Und nichts werde ich lieber tun. Ich will dich nie wieder verlassen, ich will, dass du meine Frau wirst, hörst du? Ich will, dass du mich heiratest, wenn das alles hier vorbei ist“, flüsterte er an ihrem Ohr.
Cathreen hatte in dem Moment das Gefühl, als würde ihr Herz für einen Moment aufhören zu schlagen und blickt ihn überrascht, ja beinnahe entgeistert an. Doch dann senkte sie den Blick und schüttelte den Kopf. Das konnte er gerade unmöglich gesagt haben oder doch?
„Was ist?“, fragte er nun irritiert, aufgrund ihrer Reaktion. Sie spürte, wie er zwei Finger unter ihn Kinn legte und es etwas anhob, sodass sie ihm wieder in die Augen sehen musste.
„Kannst du … kannst du deinen Satz bitte noch einmal wiederholen, damit ich sicher bin, dass mein Gehör mir gerade eben keinen Streich gespielt hat?“, fragte sie und ihre Augen leuchteten dabei, wie sie es noch nie zuvor getan hatten.
In dem Moment hoben sich seine Mundwinkel wieder an und ein Lächeln huschte über sein Gesicht.
„Ich möchte, dass du mich heiratest und meine Frau wirst, Cathy“, wiederholte er.
„Hast du die Braut denn gefragt, ob sie das auch möchte?“, hauchte sie jetzt, die Arme um seinen Nacken geschlungen und ihm direkt in die Augen sehend.
„Ich dachte, das hätte ich eben getan?“, hakte er nach und musterte sie nun abwartend.
Doch anstatt einer Antwort senkte sie ihren Kopf und legte erneut ihre Lippen auf die seinen. Er jedoch nahm, auch als sie ihn zu küssen begann, den Blick nicht von ihr. Irritiert löste sie sich wieder von ihm und sah ihn an.
„Soll das nun ‚ja’ heißen oder …?“, fragte er immer noch etwas unsicher.
Lächelnd küsste sie ihn noch mal.
„War das jetzt Antwort genug?“
„Ich bin mir nicht ganz sicher, könntest du das vielleicht noch einmal wiederholen? Ich glaube auf dem Ohr bin schon etwas schwerhörig“, gab er schmunzelnd zurück.
„Ich wäre überglücklich deine Frau zu werden“, hauchte sie gegen seine Lippen, doch dann begriff sie, was er meinte. „Oder meintest du, ich soll es auf diese Weise wiederholen?“, ohne ihm die Chance zu geben, darauf etwas zu erwidern, legte sie ihre Lippen auf die seinen und küsste ihn hingebungsvoll. Einen Moment schien er zu zögern, doch dann, ihre Antwort in sich aufnehmend, es ihm klar werdend, dass sie „ja“ gesagt hatte, schlang er seine Arme um sie, zog sie mit sich, als er sich wieder nach hinten sinken ließ.
Zu ihrer Überraschung drückte er sie dann auf den Rücken und rollte sich mit ihr herum, ohne den Kuss zu lösen. Sie spürte, wie ein leichter Wind, der aufgekommen war über ihre Körper strich und sich in seinen Haaren verfing.
„Ich glaube, wir waren gerade woanders stehen geblieben“, raunte er ihr entgegen.
„Ich glaube auch“, flüsterte sie mit rauer Stimme, „doch ich würde sagen, dass ich zuvor in einer anderen Position gewesen bin, in einer Position, in der ich nur zu gerne noch mal das wiederholen würde, was ich vorhin schon getan habe“, flüsterte sie, hob ihre Hüfte etwas an, um sie an seiner zu reiben und versuchte ihn wieder auf den Rücken zu drücken. Im ersten Moment, stemmte er sich dagegen, doch dann kam er ihrem Wunsch nach und ließ sich wieder auf das Heu gleiten.
„So besser?“, hauchte er und ließ diesmal seine Hände ungehemmt über ihren Körper wandern und seine Küsse benetzten jeden Zentimeter von ihr, den er erreichen konnte.
Unter seinen Händen und Lippen stöhnend schmiegte sie sich an ihn, schob eines ihre Beine zwischen seinen Oberschenkel und begann dieses leicht gegen ihn zu reiben. Sofort tat er es ihr gleich und hob eines seiner Beine an, um es zwischen ihre Schenkel zu drücken. Leise keuchte sie auf, als er das tat und wieder spürte sie das Verlangen, das sie vorhin gehabt hatte, als er zuckend und bebend unter ihr lag.
Ihre Hände glitten kurz an seiner Seite hinab und gleich wieder hinauf, vergruben sich hektisch ihn seinen Haaren, als ihr Kuss immer fordernder wurde. Inzwischen lag sie mit ihrem ganzen Gewicht auf ihm und genoss einfach die Wärme, die sein Körper ausstrahlte. Während seine Hände über ihren Po strichen und diesen sanft kneteten, schob sie ihm ihre Hüften noch mehr entgegen und spürte seinen harten Schaft gegen ihre Haut pochen. Nun hielt auch sie es fast nicht mehr aus. Ihr Atem ging schneller und ihre Berührungen wurden fordernder und fester, beinnahe schon grob. Immer wieder erstickte sie ihr Stöhnen in seinem Mund, da sie das Gefühl hatte, ihr Körper würde vor Verlangen fast verbrennen. Sein Blick verriet ihr, dass auch er mehr wollte und als er ihr auffordernd zunickte, huschte ein schon fast teuflisches Lächeln über ihr Gesicht. Langsam setzte sie sich auf ihn, immer wieder sanft mit ihrem Becken nach vorne ruckend, während sie sich mit ihren Händen auf seiner Brust abstützte.
Seine Augen zeigten ihr überdeutlich, was er empfand, auch wenn er sich zusammennahm, um nicht bei jeder ihrer fordernden Bewegungen aufzustöhnen. Aus lustverschleiertem Blick sah sie ihn jetzt an, konnte sich selbst kaum noch zurückhalten und zuckte keuchend zusammen, als er seine Hand über ihre Hüften nach vorn bis zu ihrem Schoss wandern ließ und sie mit seinen Fingern zu reizen begann.
Sie konnte nicht anders, als heftig aufstöhnend ihre Augen zu schließen, wohl wissend, dass er sie genau beobachtete.
„Du scheinst Spaß daran zu haben, mich zu quälen“, flüsterte sie heißer, öffnete die Augen und konnte nicht verhindern, dass ihre Hüfte gegen seine Hand ruckte und er sie dadurch erneut reizte.
„Nicht minder, als du es tust, meine schöne Cathy.“ Seine Worte waren nur ein zartes Hauchen und als er mit einem Mal seine Hand wieder wegnahm, gab sie einen protestierenden Laut von sich. Erneut presste sie sich ihm entgegen und rieb dabei einen kurzen Moment über seine Erregung.
„Würdest du dieses Spiel die ganze Nacht durchhalten? Was glaubst du?“, fragte sie leise und ließ ihre Hand wie zufällig über ihre eigene Brust wandern.
Er folgte mit seinem Blick ihrer Hand und sah dann wieder zu ihr auf.
„Willst du das etwa testen?“, wollte er leicht schmunzelnd wissen. „Ich glaube kaum, dass auch nur ein Mann fähig ist, das eine ganze Nacht aushalten kann. Wobei … Die Nacht ist ja nicht mehr all zu lange“, grinste er sie jetzt an, doch dann wanderte seine Hand wieder über ihren Bauch nach oben, schob ihre Hand zur Seite, um selber den Platz auf ihrer Brust einzunehmen und über die harten, sich erregt aufgestellten Knospen zu streichen.
Keuchend und vor Erwartung leicht zitternd, ließ sie ihr Becken immer wieder nach vorn zucken, ihn fordernd reibend, bis er sie mit einem heftigen Stöhnen stoppte.
„Bitte!“, kam es flehend über seine Lippen und sie verstand sofort, was er wollte. Schon allein diese Aufforderung jagte ihr mehrere kleine Blitze durch den Körper und ließen diesen unkontrolliert und dennoch kaum merklich zucken. Langsam hob sie ihre Hüften an und ohne den Blick auf seine, wieder einmal fast schwarzen Augen zu nehmen, sank sie langsam auf ihn hinunter. Jeden Zentimeter, den sie ihn mehr in sich spüren konnte, voll auskostend.
Unwillkürlich krallte sie ihr Hände in seine Arme und als er sie ganz ausfüllte, kam erneut ein wohliges Stöhnen über ihre Lippen, fast zeitgleich mit ihm.
Für einen Moment schloss sie die Augen, spürte ihn hart und pochend in sich. Ihr ganzer Unterleib zog sich vor Lust und Begehren fast schmerzhaft zusammen. Nie hätte sie gedacht, dass sie so die Kontrolle ihres Körpers verlieren könnte, doch genau das geschah gerade. Ihr Körper begann leicht zu zittern, als sie ihre Hände, wie von alleine, mit den seinen verschränkte und sich zu bewegen begann. Langsam entfernte sie sich etwas von ihm, aber nur, um sich ihm nächsten Moment wieder mit einem erneuten Stöhnen auf ihn sinken zu lassen.
Schnell hatte sie einen langsamen Rhythmus gefunden, den sie beibehielt, auch wenn sie das Gefühl hatte, dass er sie früher oder später dafür töten würde. Doch sie hatte vor, ihn so lange wie möglich zu spüren, solange wie es beide aushalten würden.
Mit ihren Händen begann sie wieder über seine Brust zu streicheln, um dann feine Spuren mit den Nägeln über seine Haut zu ziehen.
Bei jeder Bewegung kam er ihr entgegen, hob seine Hüften an, wodurch sie ihn noch tiefer in sich spüren konnte.
Sie glaubte schon, dass ihre Gefühle und ihre Erregung sich nicht mehr lange steigern lassen würden, und in jeder Minute, in der sie weitermachte, wurde sie eines Besseren belehrt. Ihr Becken fühlte sich an, als würde es bald explodieren, und dennoch waren ihre Gedanken so auf ihn fixiert, ihr Augen nur auf sein Gesicht gerichtet, wie noch nie zuvor.
Immer schneller wurden ihre Bewegungen, ihr Becken kreiste immer stärker auf ihm und jedes Mal, wenn er sie so hart und heiß ausfüllte, stöhnte sie lustvoll auf.
Sie hatte vergessen, wo sie waren und warum sie hier waren. Nicht einmal das entfernte Donnern und Blitzen nahm sie wahr, welches sie durch die kleine immer noch offen stehende Türe hätte sehen können. Den kühlen Wind, der in die Scheune blies, spürte sie, doch vermochte dieser nicht das Feuer in ihr und die Hitze ihrer beider Körper zu kühlen, die sich inzwischen aufgebaut hatte. Immer mehr hatte es für sie den Anschein, als würde ihr Innerstes lichterloh brennen. Oder tat es das vielleicht schon?
Immer wieder, wenn sie ihn so hart in sich spürte, keuchte sie auf, krallte ihre Hände fester in die seinen und rückte mit ihrer Hüfte immer wieder heftig nach vorn.
Doch mit einem Male hielt sie inne, auch wenn sie das alles Überwindung kostete. Keuchend sah sie ihn an, denn sie wollte noch nicht, dass es schon so bald vorbei war, auch wenn ihr Körper nahezu nach einer Erlösung schrie.
Als sie ihre Augen öffnete, bemerkte sie seinen irritierten fragenden Blick. Sie rang nach Atem und betrachtete seine verschwitzte Haut, die im Mondlicht glänzte, dann beugte sie sich zu ihm hinab.
„Ich liebe dich“, hauchte sie, bevor sie ihre Lippen auf die seinen legte und dabei wieder mit ihrer Hüfte nach vorn ruckte.
„Und ich liebe dich“, raunte er ihr entgegen, als sie kurz ihren Kopf hob und er küsste sie erneut leidenschaftlich. Leise stöhnte sie in seinen Kuss, richtete sich wieder auf, legte den Kopf leicht in den Nacken und bewegte sich wieder auf ihm, fordernd, verlangend, fast schon stürmisch. Ihr Körper schien zu vibrieren und immer wieder konnte man nun ihr Stöhnen hören, das schon fast flehend aus ihrem Mund kam. Jedes Mal versuchte sie ihn so nah wie möglich zu spüren, sie ergriff seine Hand fester und erhöhte ihren Rhythmus noch ein winziges Bisschen, das wenige bisschen, das sie gebraucht hatte, um dem Begehren ihres Körpers nachzugeben. Sie konzentrierte sich nun nur noch auf ihn, er gab sich ihr vollkommen hin und ließ ihr absolute freie Hand.
Unterstützt von seinem Keuchen, das ihr zeigte, wie sehr auch er sich in Ekstase befand, schaukelten sich beide immer weiter, immer heftiger auf ein Ziel zu, auf das Ziel, die Begierde ihrer Körper zu stillen.
Mit einem Male krallte sie ihre Hände in die seinen und ein leises Wimmern kam über ihre Lippen, als sie sich das nächste Mal auf ihn sinken ließ. In dem Moment hatte sie das Gefühl, ihr Unterleib würde auseinandergerissen, schmerzhaft und gleichzeitig so süß, wie sie es noch nie erlebt hatte. Nur einen Moment später drückte er seine Lenden nach oben, ihr entgegen, seinen Kopf presste er nach hinten ins Heu und ein tiefes Stöhnen kam aus dem Innersten seiner Kehle.
Immer noch bewegte sie sich auf ihm, gefangen von dem Gefühl, das in ihrem Körper tobte, mitgerissen von einem Höhepunkt, der sie über ihm aufbäumen ließ.
„Ashley“, hauchte sie heißer mit geschlossenen Augen.
Ihre beiden Körper bebten und zuckten in dem Moment um die Wette und als Cathreen, keuchend auf seine Brust sank, schlang er sofort seine Arme um sie und hielt sie einfach nur fest.
Zitternd lag sie auf ihm, ihr Herz wollte sich einfach nicht beruhigen und pochte heftig gegen ihre Brust. Doch nicht nur ihr Herz, sondern auch seinen Herzschlag spürte sie, der nicht minder schnell ging.
Kaum hatte sie sich von ihm herunter gerollt, suchte sie sofort wieder seine Nähe, er drehte sich zu ihr, schlang erneut seine Arme um sie und hauchte ihr einen Kuss auf die Lippen.

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BeitragThema: Re: Wunsch nach Frieden 7 -12   Do Feb 07, 2008 10:59 pm

Inzwischen war das Gewitter draußen schon ziemlich nahe gekommen und immer wieder zuckten grelle Blitze am Himmel, denen ein Donnern oder tiefes Grollen folgte. Auch der Wind blies heftiger und strich auch immer wieder über ihre beiden verschwitzten Körper.
Das Gewitter erst jetzt wirklich registrierend, schmiegte sie sich fester in seine Arme, hob dann langsam ihren Blick und sah ihm mit einem zufriedenen Lächeln in die Augen. Ihre Hand ging nach oben und langsam ließ sie ihre Finger über sein Gesicht gleiten, strich über seine Lippen und tauchte kurz einen Finger in seinen Mund, den sie dann sofort in ihren steckte.
„Du schmeckst gut. Sagte ich dir das schon?“, fragte sie mit einem lüsternen Blick zu ihm.
„Nein, das war mir absolut neu. Doch das kann ich nur zurückgeben“, antwortete er und leckte sich mit der Zunge über seine Lippen, über die sie gerade mit ihren Fingern gestrichen hatte. Sie schmunzelte leicht, doch als erneut eine frische Windböe in die Scheune blies und über ihren erhitzen Körper streifte, begann sie leicht zu zittern und drückte sich noch fester an ihn.
„Wir bekommen ein heftiges Unwetter, wie es scheint. Vielleicht sollte ich die Luke besser schließen“, sagte er laut denkend.
„Ja“, nickte sie froh über seinen Vorschlag und warf einen kurzen Blick hinaus.
„Ich bin gleich wieder da“, er hauchte ihr einen Kuss auf die Nase und erhob sich. Sich auf dem weichen Heu zusammenrollend, beobachtete sie seinen sehr männlichen Körper mit den geschmeidig wirkenden Bewegungen und lächelte dann leicht.
Nachdem er die Türen geschlossen und die Luke verriegelt hatte, drehte er sich wieder zu ihr um und bemerkte ihren Blick.
„Bist du glücklich?“, wollte er wissen, als er zurückkam.
„Das fragst du noch?“ Sie richtete sich etwas auf und blickte ihn mit leuchtenden Augen an. „Natürlich bin ich das. Bist du es denn?“
„Ich kann mit Worten gar nicht sagen wie sehr. Und wenn ich diesen verdammten Brief endlich dorthin gebracht habe, wohin er gehört, dann wird uns nichts und niemand daran hindern, vollkommen glücklich zu werden“, erklärte er fest überzeugt und setzte sich neben sie.
Sofort suchte sie wieder seine Nähe und das nicht nur, weil sie leicht fror.
„Ja. Du hast recht, doch …“, sie brach ab und sah nachdenklich auf das Heu vor sich.
„Was ist? Was hast du?“, fragte er, als er ihren besorgten Blick bemerkte.
„Was wird deine Familie sagen, wenn sie herausbekommen, was wir alles … was ich getan habe. Sie werden mich nicht mögen … ich hätte dich fast an den Galgen gebracht“, sagte sie sehr leise und wagte es nicht, ihn anzusehen.
Er richtete sich etwas mehr auf und sah sie streng an. Sie konnte seinem harten Blick in dem Moment nicht standhalten und wendete ihren sofort woanders hin.
„Das geht meine Familie gar nichts an. Es ist mein Leben, nein es ist unser beider Leben. Sie werden akzeptieren müssen, dass ich mit einer Frau … mit meiner Frau wiederkomme. Und mach dir keine Sorgen, ich bin nicht abhängig von ihnen, ich habe selber etwas Geld und einen kleinen Besitz, es ist jedenfalls genug, sodass wir unser Auskommen haben werden“, erklärte er bestimmt.
„Aber es ist nicht nur deine Familie. Mein Vater, wenn er wüsste, was wir getan haben … was ich alles getan habe. Er würde es nicht verstehen“, protestiert sie leise.
„Muss er es denn erfahren? Ich meine, es gäbe doch zwei Möglichkeiten … Die eine, wir stellen ihn vor vollendete Tatsachen. Er wollte dich doch sowieso an diesen Waliser verheiraten, oder das andere … wenn dir das lieber ist … Ich werde offiziell bei ihm um deine Hand anhalten. Und von dem hier … muss er nichts wissen“, schlug er ihr vor.
„Ich …“, sie zögert, da sie nicht wusste, was sie dazu sagen sollte, „ich weiß es nicht, ich will nicht darüber nachdenken und doch tue ich es. Ich weiß einfach nicht, was wir tun sollen.
„Ist es dir so wichtig, was dein Vater denkt?“
„Er ist mein Vater, ich liebe ihn …“
„Gut, dann werde ich eben offiziell bei ihm um deine Hand anhalten. Oder bereust du es etwa? Die gemeinsamen Nächte, mit mir meine ich“ er sah sie prüfend an, da er wohl ihre Bedenken nicht verstand.
„Nein!“, sagte sie sofort, ohne zu zögern, was auch die reine Wahrheit war.
„Ich habe noch nie etwas weniger bereut, als diese beiden Nächte“, gab sie zurück und sah ihn nun direkt an.
„Dann vertraue mir. Wir werden das hinbekommen. Auch so, dass dich dein Vater weiterhin respektiert“, versprach er ihr. Er klang so sicher, dass sie einfach nicht anders konnte, als ihn anzulächeln.
„Danke“, hauchte sie leise.
„Nichts zu danken. Dafür liebe ich dich doch“, er hauche ihr einen Kuss auf die Nase, als ihr in dem Moment etwas einfiel und sie schmunzeln musste.
„Was ist nun schon wieder?“, fragte er irritiert nach und hob eine Augenbraue.
„Nun Mr. Sinclair? Was habt Ihr für die restliche Nacht noch vor?“, diesmal grinste sie über beide Ohren.
„Für die restliche Nacht? Nun … das kommt ganz darauf an …“, grinste er zurück, als ein sehr lauter Donner, sie beide zusammenschrecken ließ. Aus einem Reflex heraus drückte sie sich dichter an ihn.
„Es ist nur ein Gewitter“, versuchte er sie zu beruhigen.
„Ich weiß, aber ich mag es nicht. Es ist so … so unheimlich“, gab sie leise zurück, doch dann sah sie erneut schmunzelnd zu ihm auf.
„Aber wohl nicht unheimlich genug, um dir diesen Blick zu verderben“, musterte er sie jetzt amüsiert.
„Da stimme ich dir zu“, ihn weiterhin ansehend, begann sie jetzt auch noch leise zu lachen.
„Würdest du mir vielleicht bitte sagen, was so lustig ist?“
„Du.“
“Ich? Wieso ich?“
„Nun ja“, nickte sie nun und legte die Hand auf ihren Mund, um ihr Grinsen zu verbergen. Ich dachte nur eben daran … Falls du einmal Kinder haben solltest, werden sie eines Tages dieselbe Nase haben, die sich so süß kräuselt, wenn du erregt bist.“
„Oder das gleiche freche Mundwerk wie ihre Mutter“, gab er gespielt empört zurück und drückte sie nach hinten ins Heu, folgte ihr, hielt aber, nur wenige Zentimeter von ihrem Gesicht entfernt, inne. Kurz war sie überrascht und sie sah ihn leicht perplex an, doch dann schmunzelte sie erneut.
„Wäre doch eine nette Mischung. Meinst du nicht?“
„Im Grunde hast du recht. Doch soll ich dir was sagen? Ich bin Gott froh, dass ich nie in den Genuss kommen werde, einmal die Nasen meiner Kinder im erregten Zustand sehen zu müssen“, grinste er jetzt und küsste sie erneut.
Leise lachte sie gegen seine Lippen und umschlang ihn mit beiden Armen.
„Dein Mundwerk steht dem Meinen ihn nichts nach, mein Lieber“, stellte sie fest.
„Das ist auch ganz gut so, ich muss mich doch auch gegen dich wehren können.“
„Und irgendwann einmal auch gegen deine Kinder. Zumindest dann, wenn sie ein bestimmtes Alter erreicht haben. Dann wirst du deinen Söhnen beibringen hinter den Mädchen herzustellen und deine Töchter einschließen, wenn fremde Männer anfangen ihnen nachzustarren“, leise lachte sie bei dem Gedanken. „Und ich werde ihnen beibringen, dich nicht immer ernst zu nehmen.“
„Na, vielen Dank auch“, er machte ein gespielt beleidigtes Gesicht.
„Oh, keine Sorge Liebster, wenn sie dich nicht respektieren, werden sie es bei mir tun … reichte das denn nicht?“, sie verkniff sich ein Lachen.
„Ich glaub ich muss mir das mit der Heirat noch mal überlegen“, er sah sie nachdenklich an, doch dann schüttelte er den Kopf.
„Nein, ich glaube, das kann ich gar nicht. Ich könnte gar nicht mehr ohne dich leben“, sagte er und sein Blick wurde sehr ernst und dennoch wirkten seine Augen in dem Moment so sanft, dass es ihr heiß und kalt wurde.
Hinter ihnen zuckten immer mehr Blitze auf, wie man durch die Ritzen in den Wänden der Scheune sehen konnte und sie hörten, dass inzwischen ein ziemlicher Sturm aufgezogen war, der um das Gebäude heulte und sich mit dem Prasseln des Regens auf dem Dach vermischte.
„Sag so etwas nicht“, schüttelte sie den Kopf, „natürlich könntest du es.“ Eng kuschelte sie sich jetzt an ihn, denn es wurde langsam immer kühler.
„Nein, ich könnte und ich wollte es nicht“, widersprach er und zog sie noch näher zu sich heran, fischte dann nach seinem Umhang, den er beim Hochklettern neben der Leiter abgelegt hatte. Diesen breitete er über ihnen aus und strich ihr dann eine Locke aus dem Gesicht. Nachdenklich betrachtete er sie einen Augenblick, während sie seine Hand einfing und einen Kuss auf die Innenseite hauchte.
„Was ist los, Ashley?“
„Ich habe nur überlegt, wie wir morgen weiter reiten. Ich denke, ich muss dich um etwas bitten, Cathreen.“
„Um was denn genau?“
„Ganz einfach. Ich möchte, dass du den Soldaten einen Brief schickst. Ich bin mir sicher, sie werden sich wundern, warum wir nicht, wie du ihnen mitgeteilt hast in Cardiff angekommen sind und sie werden uns mit großer Sicherheit suchen.“
„Was? Nein … niemals“, sie schüttelte energisch den Kopf. Sie wollte mit den Soldaten nichts mehr zu tun haben.
„Warte. Lass mich ausreden“, stoppte er sie. „Hör mir erst mal zu, in Ordnung? Sie wissen, wo wir ungefähr sind und sie werden uns suchen. Nur du kannst sie in eine andere Richtung schicken, sodass für uns der Weg frei ist. Verstehst du?“
„Aber sie warten in Cardiff auf uns. Wenn wir bis in zwei Tagen nicht dort sind, dann …“
„Wir werden nicht nach Cardiff gehen“, unterbrach er sie.
„Ich weiß“, erwiderte sie leise, „ich …“
„Und sie werden auch keine zwei Tage warten. Sie wissen, dass ich übermorgen Nacht vor Mitternacht im Palast sein muss. Du hast ihnen gesagt, dass wir heute ankommen und wenn wir nicht da sind, werden sie ausschwärmen und nach uns suchen. Und wenn es ihnen gelingt, unsere Spur finden, dann …“
„Ich hab solche Angst“, sagte sie leise an ihrer Unterlippe kauend. Sie konnte ihm einfach nicht ins Gesicht sehen, denn sie fühlte sich so schuldig. „Wenn sie dich finden, werden sie dich umbringen und mich … ich möchte nicht, dass dir etwas passiert.“
„Dann hinterlasse ihnen eine Nachricht, erkläre ihnen wir reisen südlich weiter, dann haben wir im Norden vielleicht Ruhe und kommen ohne Probleme nach London.
„Ja gut, ich werde es tun. Sie werden mir glauben, da bin ich mir sicher. Sag mir nur was ich ihnen schreiben soll“, stimmte sie dann zu.
Sie wollte alles tun, damit sie heil aus der Sache rauskommen würden und sie mit ihm ein neues Leben anfangen konnte. Sie klettert über ihn und zog Papier und etwas zu schreiben aus ihrer Tasche, bevor sie sich wieder neben ihn setzt und zu schreiben begann. Er sah ihr zu und nickte dann.
„Ich möchte, dass du noch etwas schreibst …“, kurz zögerte er, bevor er weitersprach. „Ich will, dass du ihnen schreibst, dass ich herausgefunden habe, dass du mich verraten hast, und ich dich jetzt als Geisel mit nach London nehmen werden, um dich dem König auszuliefern.“
Cathreen zuckte vor ihm zurück, als er das sagte. Langsam kreisten ihre Gedanken um seine Worte und sie nickte nachdenklich.
„Das wäre nicht einmal eine Lüge. Wenn du den Brief dem König gibst und ihm erzählst, was vorgefallen ist, dann …“, sie brach ab, bei dem Gedanken.
„Keine Sorge. Ich werde dem König nichts sagen und wenn er doch etwas erfahren sollte, dann erkläre ich ihm, dass du mir geholfen hast und dass ich es ohne deine Hilfe nicht geschafft hätte, dir wird nichts geschehen. Ich will nur eine Art … Versicherung für dich … für den Fall … Nun jedenfalls könnte es dir nützlich sein, wenn wir es nicht schaffen.“
„Keine Sorge. Ich werde tun, was immer du verlangst. Das ist das Mindeste, was ich tun kann“, erklärte sie und schrieb weiter. Als der Brief fertig war, reichte sie ihm ihn. Er las ihn durch und hauchte ihr einen Kuss auf die Wange.
„Schon gut“, lächelte sie ihn an und legte ihren Kopf auf seine Schulter. „Wir sollten noch etwas schlafen. Der morgige Tag, wir bestimmt nicht minder anstrengend werden, als der Heutige.“
„Du hast vollkommen recht. Ich hoffe nur, dass das Unwetter bald vorbei ist“, sein Blick wanderte kurz durch die Finsternis, so als könnte er durch die Wände nach draußen sehen.
„Normal gehen so starke Gewitter schell vorbei. Ich hoffe es wenigstens“, erwiderte sie gähnend. Jetzt erst merkte sie, wie müde sie doch war und ihr Körper nach Erholung gierte.
„Dein Wort in Gottes Ohr“, erklärte er hoffend, legte eine Hand an seinen Mund und rief dann laut nach oben. „Ich hoffe, du hast das eben auch gehört!“ Sein Blick ging wieder grinsend zu ihr, doch mehr als ein müdes Lachen brachte sie nicht mehr zustande. Zu heftig kam nun die Müdigkeit über sie.
„Schlaf mein wunderschöner Engel“, hauchte er jetzt und legte sich auch bequem zurück.
„Aber ich bin doch noch gar nicht … nicht müde“, murmelte sie, als sie ihren Kopf auf seine Brust bettete. Kaum hatte sie sich hingelegt, fielen ihr auch schon die Augen zu.
„Ja ich weiß“, hörte sie ihn noch sagen. Kurz spielten ihre Finger noch auf seiner Brust, als sie wenige Augenblicke später sanft einschlief.

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BeitragThema: Re: Wunsch nach Frieden 7 -12   Do Feb 07, 2008 11:00 pm

10. Über Berg und Tal


Leise aufstöhnend drehte sich Cathreen zur Seite. Ihr Heulager war doch nicht ganz so weich und angenehm, wie ein richtiges Bett und sie hatte das Gefühl, ihr ganzer Körper wäre gefoltert worden. Müde blinzelte sie und sah sich verwirrt um, im ersten Moment nicht wirklich wissend, wo sie war.
Sie spürte einen kitzelnden Grashalm auf ihre Wange und schlug danach, drehte sich dann aber so, dass sie ihr Gesicht an Ashleys Brust vergraben konnte. In der Ferne hörte sie, dass der Regen immer noch auf das Dach der Scheune trommelte, nicht mehr so heftig wie die Nacht zuvor, aber immer noch unablässig.
Erst als sie fühlte, wie Finger durch ihr Haar strichen und sie leise ihren Namen hörte, drehte sie den Kopf so, dass sie zu ihm hoch sehen konnte und ein immer noch müdes Lächeln huschte über ihr Gesicht.
„Guten Morgen“, hauchte sie dann.
„Dir auch einen wunderschönen guten Morgen“, gab er lächelnd zurück.
„Bist du schon lange wach?“, fragte sie nach.
„Nein, auch erst ein paar Minuten.“
Wieder ihre Augen schließend, schmiegte sie sich erneut gegen ihn.
„Es tut mir leid, dir das sagen zu müssen, aber wir sollten wirklich aufbrechen“, erklärte er mit einem Bedauern in seiner Stimme, die ihr sagte, dass er es auch nicht wirklich gern tat.
Doch Cathreen antwortete nichts darauf sondern murrte nur, während sie dem Regen, der immer noch auf das Dach prasselte, lauschte.
„Müssen wir wirklich schon weiter?“, hakte sie nach einer guten Minute nach.
„Ja. Morgen Nacht ist die Frist rum und wir haben noch ein ganzes Stück Weg vor uns“, sagte er bestimmt und richtete sich nun auf.
„Ich fürchte du hast Recht“, seufzte sie und setzte sich auch auf, wobei der Umhang, mit dem sie sich zugedeckt hatten, von ihren Schultern glitt. Schnell zog sie ihn wieder nach oben und sah zerknirscht auf das Kleid, welches neben ihr ihm Heu lag.
„Es kann noch einige Zeit dauern, bis wir los können … bis ich das hier wieder anhabe“, knurrte sie verächtlich und deutete auf ihr Kleid.
„Gut, dann gehe ich solange das Pferd satteln“, erklärte er, stand auf und zog sich rasch an. Einen Moment beobachtete sie ihn genüsslich dabei, doch dann begann sie, sich in das Kleid zu zwängen.
Als sie es endlich geschafft hatte, kletterte sie die Leiter zu ihm hinunter und sah ihm noch zu, wie die Satteltasche an dem Pferd befestigte, die sie ihm gereicht hatte. Den Brief, den sie geschrieben hatte, klemmte sie neben dem Tor gut sichtbar zwischen zwei Balken.
„Ging doch ganz schnell“, warf er ein und musterte sie.
„Ich habe mich auch beeilt“, erklärte sie und trat wieder zu ihm.
„Zieh deinen Umhang fest um dich. Wir müssen wohl durch den Regen“, erklärte er und deutete mit dem Daumen hinter sich zum Scheunentor.
Seufzend warf sie ihren Umhang um die Schultern und schloss ihn an ihrem Hals mit einem kleinen Haken.
„Wenn das alles vorbei ist, werde ich nie wieder reiten oder durch den Regen gehen, geschweige denn auf Bäume klettern oder Ähnliches“, erklärte sie, als er auf das Pferd aufstieg und ihr seine Hand reichte, um ihr auch hoch zu helfen.
„Ich hoffe, das ist nicht dein Ernst. Ich reite doch sehr gerne mit dir aus.“
„Solange es nicht bei Sturm und Regen ist, begleite ich dich auch gern“, erklärte sie dann doch, nahm vor ihm auf dem Pferd platz und lehnte sich leicht gegen ihn.
„Dann werden wir unsere Ausritte, eben auf schönes Wetter verlegen“, grinste er und schnalzte mit der Zunge, sodass sich der Fuchs in Bewegung setzte. Mit einem gezielten Fußtritt schaffte er es das Tor zu öffnen und sie ritten in den Regen hinaus. Er zog seinen Kragen etwas höher und drückte seinen Dreispitz tiefer ins Gesicht, dann schlang er seinen Umhang auch noch ein Stück um Cathreen, die sich sofort auf dem Pferd zusammenkauerte, als die ersten Tropfen sie im Gesicht trafen.
„Ich hoffe, dass wir bald in London sind“, brummte sie, eng an ihn gepresst.
„Wenn wir schnell sind, heute Abend, und wenn wir nicht aufgehalten werden.“
„Weißt du, was ich jetzt am meisten möchte?“
„Nein, was denn?“
„Ein heißes, langes Bad“, seufzte sie leise wieder in den grauen Himmel blinzelnd.
„Und dann ein schönes gemütliches üppiges Frühstück in einem weichen kuscheligen Bett“, fügte er noch schmunzelnd an.
„Genau“, bei dieser Vorstellung schloss sie einfach die Augen.
„Essen! Gutes Stichwort. Wir sollten die Augen aufhalten, ob wir unterwegs nicht etwas Essbares auftreiben können.“
„Ein wunderbarer Gedanke“, gab sie mit leicht knurrendem Magen zurück und schaute sich in der Gegend um, was durch den trüben Regenschleier nicht gerade einfach war.
„Ash? Hältst du es für ratsam, hier auf offenem Gelände zu reiten? Vielleicht sollten wir lieber im Schutz der Bäume reiten. Meinst du nicht?“, fragte sie offensichtlich besorgt.
„In einem Wald werden wir aber mit Sicherheit kein Haus oder eine Schenke finden“, warf er ein.
„Aber hier kann man uns leichter entdecken“, widersprach sie ihm und kurz überlegte er und lenkte dann das Pferd auf den Wald zu.
„Oder vielleicht wäre es doch auch besser nach einem Gasthaus Ausschau zu halten“, dachte sei nun laut.
„Wir werden ein Stück im Schutz des Waldes reiten, und wenn der Regen nachlässt, suchen wir nach einem Gasthof, in Ordnung?“, schlug er als Kompromiss vor.
„Ja, sicher“, nickte sie kaum merklich, da ihr bei jeder Bewegung, der Regen noch mehr ins Gesicht peitschte.


Eine ganze Zeit lang, es waren bestimmt eineinhalb oder zwei Stunden, sprachen sie kein Wort und als dann zumindest der Wind, der ihnen den Regen ins Gesicht getrieben hatte, nachließ, lenkte er das Pferd wieder aus dem Wald auf einen breiten Weg, den sie entlang ritten und tatsächlich kurze Zeit später ein paar Häuser entdeckten, die zuerst nur schemenhaft zu erkennen waren. Ihre gesamte Kleidung war inzwischen durchnässt und der immer noch frische Wind trug nicht gerade dazu bei, dass sie sich wohler fühlte.
Sie ritten in den Ort hinein und als sie an einem größeren Haus vorbei kamen, an dessen Front ein Schild hing, deutete er darauf, mit der Erklärung, dass sie hier etwas zu Essen bekommen würden. Doch Cathreen hatte kein gutes Gefühl, als sie in das kleine Dorf ritten.
„Wir sollten weiter reiten“, sagte sie besorgt.
„Wir essen nur etwas und wärmen uns eine Stunde auf. Dann verschwinden wir wieder.“
„Sie wusste, dass er Recht hatte, ihr Magen knurrte schon sehr laut, denn Sie hatte das letzte Mal auf dem Piratenschiff etwas gegessen.
Ashley ließ sie vom Pferd absteigen, bevor er auch selber aus dem Sattel glitt. Sie verzog das Gesicht, als sie den Boden berührte und ihre steifen eiskalten Glieder bewegen musste. Doch sagte sie keinen Ton, nicht die kleinste Klage kam über ihre Lippen und dennoch war sie mehr als froh über diese Pause. Sie ging sofort unter das Vordach des Hauses und wartete auf Ashley, der das Pferd unter einem Seitendach, des Gasthauses anband, sodass es wenigstens eine Zeit lang im Trockenen stand und führte Cathreen dann in die Schenke hinein.
Froh im Trockenen zu sein, sah sie sich dennoch misstrauisch um. Aber zu ihrer Erleichterung konnte sie nichts Gefährliches entdecken und so sah sie nur zu dem kleinen dicken Mann, der ihnen entgegen kam und wie sich rausstellte, der Wirt dieses Wirtshauses war.
Ashley fragte gleich nach Essen und der Wirt, der vielleicht so um die Mitte vierzig war, wies ihnen einen Tisch zu und versprach ihnen auch gleich etwas Warmes zu bringen.
„Gib mir deinen Umhang. Ich hänge ihm zum Trocknen an den Kamin“, bot er ihr an.
Sie sah ihm nach, als er ihren und seinen neben dem Kamin aufhängte und auch seine Jacke, die klatschnass war. Den Hut neben sich legend, setzte er sich zu ihr und warf einen Blick in die Runde. Viel war nicht los, nur ein paar Männer, wohl Einheimische, saßen an einem Tisch und diskutierten über ihre Ernte, die dieses Jahr wohl nicht so schlecht ausfallen würde und über den König und seine Armee, die ihnen gut die Hälfte wieder abnehmen würde.
Als der Wirt ihnen das Essen gebracht hatte, das noch heiß auf den Tellern dampfte, sah sie auf. Sie hörte die Worte der Bauern und schüttelte den Kopf.
„Wie kann man nur so einen Mann zum König machen, der sein Volk hungern lässt und sich mehr nimmt, als er je verbrauchen kann“, warf sie leicht wütend, aber leise ein.
„Ein König kann man nicht werden, sondern dazu wird man geboren. Aber davon abgesehen braucht er die Dinge nicht für sich, sondern für die Soldaten. Doch bis das bei diesen ankommt, geht oft auch ein Teil verloren“, erklärte er sehr leise und begann zu essen. „Es wäre besser, wenn man keine Soldaten mehr brauchen würde, dann wären die Abgaben nicht so hoch und allen Menschen würde es besser gehen.“
„Man sollte ihn hängen lassen. So wie er es mit den meisten der Menschen tut, die in seinen Verliesen sitzen und von denen die Hälfte unschuldig ist. Kein Land braucht so einen König“, sagte sie nicht gerade leise und begann dann ebenfalls zu essen. „Und was die Soldaten angeht, die plündern und morden genug, als dass sie auch noch vom König etwas brauchen würden!“
„Cathreen, bitte!“, zischte er ihr leise zu. „Pass auf, was du hier sagst. Wir wollen doch nicht unnötig auffallen. Außerdem weißt du viel zu wenig vom König, um so über ihn urteilen zu können.“ Sein Blick war warnend und kurz sah er zu den Bauern, die wieder wegsahen, als er sie anschaute.
„Ich weiß zu wenig von ihm?“, empört sah sie ihn an, „glaube mir, es reicht mir von ihm zu wissen, dass er ein Mann ist, der seine Soldaten rauben und morden und sein Volk hungern lässt.
“Cathreen, bitte nicht hier“, bat er sie und hob beschwichtigend seine Hand. Daraufhin schloss sie den Mund und aß nun ruhig weiter.
Als Ashley den Männern einen kurzen entschuldigenden Blick zu warf, hörten sie, wie sich einige Pferde der Schenke näherten. Zuerst dachte sich Cathreen nichts dabei und schluckte ihren letzten Bissen hinunter, doch als Steward sich zum Fenster beugte, hinaussah und leise auffluchte wurde sie kreide bleich.
„Soldaten“, flüsterte er durch seine zusammengebissenen Zähne. Vor Schreck ließ sie ihr Messer fallen, das klirrend auf ihr Teller fiel und starrte dann ängstlich zur Türe.
„Sie können uns doch unmöglich gefunden haben?“, flüsterte sie ihm zu.
Er gab keine Antwort, kramte in seiner Tasche und warf ein Goldstück auf den Tisch, dann nahm er ihre Hand und zog sie mit sich zum Kamin, an dem noch ihre Sachen hingen.
„Dann müssen wir dafür sorgen, dass es auch so bleibt. Komm!“
Mit klopfendem Herzen folgte sie ihm. Noch im Gehen setzte er seinen Hut auf, griff nach ihren Sachen und steuerte dann auf den Hinterausgang zu. Cathreen nahm ihm ihren Umhang ab, der wieder etwas trockener war und legte ihn sich um die Schulter, während er in seine Jacke schlüpfte, doch noch, bevor er sie ganz angezogen hatte, wurde hinter ihnen die Türe aufgestoßen. Wie vom Donner gerührt blieb sie stehen und die Gedanken rasten nur noch so durch ihren Kopf.
„Sie sind meinetwegen hier. Ich hätte dich nie begleiten dürfen“, hauchte sie leise und starrte jetzt auf die Vordertüre, durch die zwei uniformierte Männer traten und sich im Raum umblickten. Ashley zog seinen Hut tiefer ins Gesicht und vermied es zur Türe zu sehen und wartete noch einen Moment. Er stand zwischen den Soldaten und Cathreen und sie sah ihn ängstlich an.
„Was tun sie?“, fragte er sehr leise. Vorsichtig sah sie an Ashley vorbei zu den Männern.
„Sie kommen auf uns zu ...“, sie brach ab, als sie einen der Soldaten wieder erkannte und keuchte leise auf, als sie mit einem Mal in dessen kalte Augen sah. Ashley musste ihren entsetzten Gesichtsausdruck bemerkt haben, denn mit einem Male ging alles verdammt schnell.
Er griff nach ihrem Arm und zog sie zu sich heran.
„Was tust du?“, zischte sie leise und perplex.
„Keine Panik jetzt“, flüsterte er ihr noch zu, riss sie mit sich und rannte auf den Hinterausgang zu, dessen Türe er mit einem Ruck aufstieß. Im ersten Moment war Cathreen total überrumpelt von seiner Aktion, doch er hatte so einen festen Griff, dass sie einfach mit ihm mitstolperte. Erst als sie bei ihrem Pferd ankamen, realisierte sie, dass ihnen die Soldaten folgten.
Noch bevor sie etwas tun oder sagen konnte, hob er sie in den Sattel und band dann das Pferd los.
„Rutsch nach vorn!“, forderte er sie auf, und warf noch einen Blick über seine Schulter zurück. Schnell tat sie, was er sagte und sah sich dann noch mal um. Die Soldaten waren nur noch ein paar Meter von ihnen weg.
„Beeil dich!“, wisperte sie ihm zu, nahm ihren Fuß aus dem Steigbügel, da sie dachte er würde auch gleich aufsteigen. Zu ihrer Verwunderung gab er dem Pferd aber einen Klaps, das sich langsam in Bewegung setzte. Was hatte er den vor? Sie wurde kreidebleich in dem Moment. Doch dann, mit einem kurzen Blick auf die Soldaten, die ihn schon fast erreicht hatten, rannte er hinter ihr und dem Pferd her, nahm Anlauf und sprang von hinten auf. Einmal musste er nachgreifen, sonst wäre er wieder heruntergerutscht, doch dann saß er sicher ihm Sattel, ließ sich von ihr die Zügel geben und sie ritten im schnellen Galopp davon.
Immer wieder warfen sie kurze Blicke über ihre Schultern, als das Tier, so schnell es seine Beine tragen konnte, aus dem Dorf preschte. Sie sahen, dass die Soldaten, vielleicht acht oder zehn Männer, ihnen auf ihren Pferden folgten.
Schonungslos trieb Ashley ihren Fuchs jetzt an, während sie auf einen Fluss zu ritten. Wild schnaubend galoppierte das Pferd unter dem Gewicht von ihnen beiden stöhnend voran.
„Verdammt, sie holen auf“, fluchte Ashley, als er wieder mal nach hinten geblickt hatte.
Er versucht noch mehr aus dem Tier herauszuholen, was eigentlich unmöglich war, denn es bewegte sich schon am Rand dessen, was möglich war. Sie hatten inzwischen den Fluss erreicht und ritten über einen schmalen Wiesenstreifen, am Ufer entlang. Kurz kniff Cathreen ihre Augen zusammen, als sie etwas sah, doch noch, bevor sie Ashley warnen konnte, war es schon passiert. Das Pferd nahm Anlauf und sprang flach über einen kleinen Graben, den Ashley wohl in der Aufregung übersehen hatte. Bei der Landung hatten sie große Mühe sich im Sattel zu halten, da das Tier versuchte, sich auf beiden Vorderbeinen abzufangen, um sich nicht zu überschlagen. Selbst Ashleys harte Hilfe und Bemühungen konnten nicht verhindern, dass das Pferd mit einem Male stehen blieb, das eine Vorderbein anwinkelte und mühsam versuchte, auf seinen drei anderen Beinen, nicht umzufallen.
Fluchend sprang er ab und reicht ihr die Hand.
„Komm runter, wir müssen zu Fuß weiter“, rief er gehetzt. Sofort tat sie, was er sagte und als sie abgestiegen war, ging das Pferd in die Knie und legte sie schnaubend auf die Seite.
„Aber ...“, wollte sie protestieren, doch Ashley griff schnell nach der Satteltasche und dann nach ihrer Hand und zog sie mit sich hinter ein paar dichte Büsche
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BeitragThema: Re: Wunsch nach Frieden 7 -12   Do Feb 07, 2008 11:02 pm

„Wir können jetzt nichts tun. Die Soldaten werden sich sicherlich um das Pferd kümmern“, versuchte er sie zu beruhigen, als er ihren besorgten Blick bemerkte.
Noch während er sie mit sich zog, starrte sie weiterhin auf das verletzte Tier und wie betäubt folgte sie ihm, nicht fähig etwas zu sagen. Immer weiter zog er sie einen kleinen Berg nach oben, der zwar nicht so sehr hoch, aber ziemlich steinig und schwer begehbar war. Mühsam folgte sie ihm, was mit dem Kleid und den Unterröcken nicht gerade einfach war. Immer wieder rutschte sie aus und fiel hin. Doch jedes Mal zog er sie wieder hoch und mit sich, immer weiter, bis sie einen kleinen, verstecken Pfad fanden, der nach oben in die Berge zu führen schien.
„Warte“, keuchte sie schweratmend und zog an seiner Hand, „ich kann nicht so schnell.“
„Nur noch ein Stück, da oben können wir uns verstecken“, erwiderte er und zerrte sie einfach weiter hinter sich her. Cathreens Atem ging immer schneller, sie versuchte ihm so gut es ging zu folgen, doch stolperte sie mehr hinter ihm her, als dass sie lief. Kurz warf sie einen Blick, zu den Felsen, die nicht mehr allzu weit von ihnen entfernt waren. Auch er sah sich immer wieder gehetzt um, ob die Soldaten sie vielleicht schon entdeckt hatten, und schob sie dann durch einen Felsspalt, der ihr vorher gar nicht aufgefallen war in das Innere einer kleinen, dunkeln und feuchten Höhle. Sie musste sich durchzwängen, genauso wie auch Ashley, doch als sie beide endlich drinnen waren, lehnte sie sich mit den Rücken gegen die Wand und presste schweratmend die Hand auf ihre Brust. Als er sich ebenfalls neben ihr gegen die Wand lehnte, streckte sie ihre Hand zu ihm aus.
„Das war verdammt knapp“, keuchte er schweratmend.
„Ashley, dein Messer … gib es mir“, bat sie ihn, nach Luft ringend. Ohne zu fragen, worüber sie mehr als froh war, zog er es aus seinem Stiefel und reicht es ihr. Sie legte eine Hand in ihren Rücken, hielt noch einmal die Luft an, bevor sie ihre Korsage mit einem Ruck auseinander schnitt und dann erleichtert tief durchatmete.
„Muss ich jetzt Angst bekommen?“, fragte er grinsend, „warum hast du nichts gesagt? Das hätte ich doch auch machen können“, sein Blick ging von ihrer zerschnittenen Korsage zu ihrem Gesicht.
„Weil ich keine Luft mehr bekommen habe. Diese Dinger ...“, sie sagte das mit einem verächtlichen Ton und einem ebensolchen Blick auf ihr Kleid, „sind nicht für das Bergsteigen gedacht“, erklärte sie ihm, ließ sich jetzt langsam auf den Boden sinken, wo sie das Messer neben sich legte.
Auch Ashley folgte ihr und setzte sich mit aufgestellten Beinen neben sie.
„Es tut mir leid, daran hatte ich nicht gedacht“, entschuldigte er sich und legte die Satteltasche, die er immer noch auf der Schulter gehabt hatte neben sich auf den Boden.
„Ist schon gut“, sagte sie leise.
Doch dann stand er noch einmal auf und ging zu der Öffnung, durch die sie gekommen waren, und sah einen Moment lang hinaus.
Cathreen zog den Umhang, der ihr von den Schultern gerutscht war, fest um ihren Körper und beobachtete ihn. Das Licht hier war sehr dürftig, aber dennoch erkannte sie sein zerknirschtes Gesicht, als er wieder zurückkam.
„Wir sitzen hier wohl für eine ganze Weile fest“, sagte er und fluchte noch leise vor sich hin.
„Wie auch immer, nutzen wir die Zeit, um uns etwas auszuruhen, denn dann geht es erst mal zu Fuß weiter.“
„Das habe ich befürchtet“, seufzte sie leise auf und lehnte sich, die Augen schließend, gegen die kalte Wand.
„Ich hoffe, du hast den Brief noch?“, fragte er dann in die entstandene Stille hinein.
„Nein, den hast du doch. Du hast ihn an dich genommen, als ich dir gesagt hatte, was ich …, nun ja, als ich es dir erzählt hatte.“
„Stimmt, das hatte ich in der ganzen Aufregung total vergessen“, er griff in die Innentasche seiner Jacke und zog ihn heraus, kurz überprüfend, ob er noch da war, dann steckte er ihn wieder ein.
„Wir werden uns den Tod holen, wenn wir noch lange hier bleiben müssen“; erklärte sie leicht zitternd, denn ihre Kleider waren, trotzt der Pause, die sie im Trockenen gemacht hatten, immer noch leicht feucht.
„Wir müssen nur so lange ausharren, bis sie aufgegeben haben nach uns zu suchen“, erklärte er mit geschlossenen Augen.
„Dann kennst du die Soldaten schlecht“, murmelte sie leise.
„Was macht dich da so sicher? Ist das Kopfgeld auf mich so hoch?“, fragte er neugierig.
„Hör auf, so etwas zu sagen“, gab sie leise zurück und blickte dann auf den Boden vor sich.
„Aber es muss doch einen Grund geben, warum sie soo hinter mir her sind“, sagte er ruhig, öffnete die Augen und sah sie an.
„Könnten wir bitte das Thema wechseln? Ich möchte darüber nicht sprechen“, bat sie ihn.
„Schon gut, reden wir über etwas anderes. Zum Beispiel, wie wir schnellstens nach London kommen.“
Genervt seufzte Cathreen nun auf.
„Kannst du nicht einmal für fünf Minuten still sein?“, fuhr sie ihn wütend an. Überrascht sah er sie an, doch dann klappte sein Mund, den er zum Sprechen schon geöffnet hatte, zu, lehnte sich erneut gegen die Wand und schloss die Augen.
„Entschuldige … ich wollte nicht …“, stammelte sie.
„Schon gut, vergiss es. Wir sind beide gereizt.“
„Ich wollte dich nicht anschreien, es ist nur … langsam etwas zu viel für mich“, fügte sie noch leise entschuldigend an. Ihr Blick war nun wieder auf den Boden gerichtet und sie musterte ein paar kleine Kiesel, die dort lagen.
„In zwei Tagen ist es vorbei … so oder so“, seine Stimme klang leise, fast schon resigniert. Sie hob den Kopf, streckte eine Hand nach ihm aus, doch dann ließ sie diese wieder unsicher sinken. Er schien es gehört oder irgendwie gespürt zu haben, denn noch bevor sie Hand ganz sinken lassen hatte können, ergriff er diese und sah sie an.
„Wir können es noch schaffen und dann wird alles gut werden, glaub mir.“
Einen Moment lang sah sie auf seine Hand, die ihre hielt und dann rutschte sie an ihn heran, kuschelte sich an seine Seite und hauchte einen Kuss auf seine Finger.
„Ja, ich weiß“, haucht sie. Dann legte er seinen Arm um ihre Schultern und drückte sie wärmend an sich.
„Lass uns ein wenig ausruhen“, schlug er vor, „und dann solltest du dir überlegen, ob du das hier anlässt“, deutet auf ihr Kleid, „oder doch lieber … Zumindest wären die Sachen trockener.“
„Bei nächster Gelegenheit werde ich das Kleid ausziehen, es ist jetzt sowieso ruiniert“, erklärte sie schmunzelnd.
„Gut, mach das“, mit diesen Worten drückte er sie an sich. Abermals griff sie nach seiner Hand und verschränkte die Finger mit den seinen.
Während sie sein Gesicht beobachtete, wie er versuchte sich etwas zu entspannen, huschte ein Lächeln über ihre Lippen und sanft strich sie mit ihren Fingern über seine Wange.
„Mhh?“, machte er, ohne seine Augen zu öffnen.
„Nichts“, hauchte sie zurück und streichelte weiter seine Wange bis zu seinem Kinn.
„Auch gut“, gab er zurück und küsste ihre Finger, als sie damit über seine Lippen strich.
„Ja“, grinste sie und hauchte ihm einen kaum spürbaren Kuss auf die Wange. Als er wieder seine Augen öffnete und er sie ansah, konnte sie deutlich ein Leuchten in seinen Augen sehen.
„An was denkst du?“
„Daran, dass ich heute noch gar keine Gelegenheit hatte, dir zu sagen, dass ich dich von ganzem Herzen liebe“, erklärte er leise.
„Das musst du auch nicht. Ich spüre es auch, ohne dass du es mir sagst.“
Mit einem knappen Nicken hauchte Ashley ihr einen Kuss auf die Lippen, nach denen Cathreen spielerisch schnappte.
„Und du? An was denkst du?“
„An dich … nur an dich“, hauchte sie und sah im nun direkt in die Augen.
„Das klingt verdammt gefährlich, weißt du das?“
„Tut es das? Du hast doch nicht etwa Angst?“, fragte sie, eine Augenbraue nach oben ziehend.
„Vor dir? Nein. Oder sollte ich?“
„Hmm … vielleicht ja“, schmunzelte sie, „vielleicht falle ich ja irgendwann einmal in der Nacht über dich her, wenn du ahnungslos schläfst und träumst“, sagte sie und ihre Stimme wurde dabei immer leiser und geheimnisvoller.
„Ja wirklich? Und was würdest du dann mit mir machen?“, wollte er musternd wissen.
„Ich würde dich küssen. So sanft, dass du denkst, es sei gar nicht echt, dich streicheln, so zart, dass du es nur in deinen Träumen merkst“, hauchte sie nah an seinen Lippen und ließ ihre Finger über seine Brust wandern.
„Das klingt gut. So gut, dass ich mir wünschen würde, du würdest mich jede Nacht so überfallen“, sagte er leise und nahm seine Augen nicht von den ihren.
„Tust du das? Dann würde ich dir aber sehr viel Schlaf rauben“, warf sie schmunzelnd ein.
„Dann müssen wir eben am Tage schlafen“, erwiderte er jetzt grinsend.
„Das würde dir gefallen, nicht wahr?“, hauchte sie und schob ihre Finger zwischen den Knöpfen in die Lücken seines Hemdes.
„Genau so wie dir auch, habe ich recht?“, fragte er und sah auf ihre Hand.
„Ich denke schon. Nein ich bin ganz sicher“, gab sie zurück und strich mit ihren Fingerspitzen über seine warme Haut, dabei nicht den Blick von seinen Augen nehmend.
Leise seufzte er auf, begann nur zögerlich zu sprechen.
„Ich …, ich glaube nicht, dass das jetzt eine gute Idee ist …“
„Warum? Ich tue doch gar nichts“, erklärte sie mit einem unschuldigen Blick, doch ließ sie ihre Finger immer weiter nach unten gleiten, „ich würde nie etwas tun, das du nicht auch möchtest“, haucht sie nun dicht an seinen Lippen.
„Ach nein, du tust nichts?“, stöhnte er erneut auf und legte dann seine Hand auf die ihre, die er nun stoppte. Fragend sah Cathreen ihn jetzt an.
„Soll ich aufhören?“, fragte sie leise zögernd.
„Ich …, ich weiß jetzt gar nichts mehr. Du verwirrst mich“, sagte er, doch dann zog er sie zu sich heran und begann sie forsch zu küssen. Zuerst sah sie ihn überrascht an, doch dann erwiderte sie seinen Kuss, eben so wild und fordernd. Doch nach einiger Zeit löste sie sich wieder von ihm.
„Entschuldige, ich wollte nichts tun, was dir unangenehm ist“, sagte sie unsicher und zog ihre Hand unter seiner hervor.
„Du verstehst das falsch“, versuchte er sich zu rechtfertigen, wobei er sich etwas aufrichtete.
„Es ist mir nicht unangenehm, im Gegenteil, doch … ich kann nicht. Nicht, wenn da draußen Soldaten herumlaufen, die uns suchen. Es tut mir leid.“
„Nein …, nein mir tut es leid. Ich hätte gar nicht damit anfangen sollen. Ent … entschuldige bitte“, sagte sie und hatte das Gefühl, dass sie sich am liebsten selber dafür ohrfeigen könnte, weil sie daran nicht gedacht hatte.
„Hör bitte auf dir Vorwürfe zu machen. Soll ich dir was sagen?“
„Ja?“, fragte sei und warf ihm einen kurzen Seitenblick zu.
„Das nächste Mal, wenn wir …“, er zögerte kurz und schien nach den richtigen Worten zu suchen, „nun das nächste Mal, würde ich viel lieber in einem schönen weichen Bett mir dir zusammen sein, mit vielen warmen kuscheligen Decken“, sagte er leise und sah sie abwartend an. Sie drehte ihren Kopf nun wieder ganz zu ihm und ein Lächeln huschte über ihre Lippen.
„Ich liebe dich“, sagte sie leise und ergriff seine Hand, die sie gegen ihre Wange legte.
„Nein, ich liebe dich!“



***



Cathreen hatte schon ihren Mund geöffnet um etwas zu erwidern, als sie Geräusche von draußen hörten, die sich wie schwere Schritte anhörten, welche nicht weit von dem Eingang entfernt waren. Erschrocken zuckte auch Ashley zusammen und deutete gleich tiefer in die Höhle hinein.
Doch sein Vorschlag gefiel ihr gar nicht, schon überhaupt nicht, wenn sie auf die vielen, im noch schwachen Licht erkennbaren, Spinnweben sah, die sich hier überall entlang zogen. Nachdem er Messer und Satteltasche an sich genommen hatte, drückte er sich ohne zu zögern auf die Beine und zog sie einfach mit sich. Langsam tasteten sie sich immer tiefer in den inzwischen stockfinsteren Gang hinein.
Ashley wischte zwar immer wieder die Spinnweben, die ihnen den Weg versperrten weg, aber dennoch streiften sie ab und an diese ekeligen Fäden im Gesicht oder an ihren Armen, was ein gruseliges Ekelgefühl in ihr erzeugte.
Da sie dies vor Ashley auf keinen Fall zugeben wollte, versuchte sie, so gut es ging, den Ekel zu unterdrücken und sah sich immer wieder nach hinten um, ob sie verfolgt wurden, doch es war vollkommen dunkel und still. Auch die Schritte konnte sie nun nicht mehr hören.
Immer tiefer gingen sie weiter in das Dunkel dieser natürlichen leicht verschlungenen Höhle hinein, bis Ashley plötzlich stehen blieb und sie fast in ihn gelaufen wäre.
Da hörte sie es. Ein leises Plätschern wie von einem kleinen Bach.
„Sag mal, sind deine Unterröcke trocken?“, fragte er plötzlich in die Stille hinein.
„Ash“, zischte sie empört, „natürlich sind sie das …, aber das ist doch ein Bach oder kleiner Fluss?“, fragte sie erstaunt nach.
„Ich höre, dass das ein Fluss ist. Unterirdisch denke ich. Und wenn ich das Geräusch richtig deutete, muss er irgendwo, gar nicht so weit von hier, diese Höhle verlassen. Könntest du vielleicht etwas Stoff von einem deiner trockensten Unterröcke entbehren?“, fragt er in die Dunkelheit hinein.
„Ja …, aber ich verstehe immer noch nicht, wozu du den Stoff von mir benötigst.“
“Reiß mir einfach eine lange Bahn vom Saum ab, dann zeig ich es dir“, forderte er sie auf.
„Aber …“, wollte sie protestieren, doch als sie hörte, dass er in seiner Tasche kramte, tat sie, was er wollte, was aber gar nicht so einfach war. Sie musste mehrmals ansetzte und viel Kraft aufwenden. Doch schließlich hatte sie es geschafft und reichte ihm in der Dunkelheit den Stofffetzen.
Sie konnte nicht erkennen was er da tat, doch irgendwas musste er arbeiten. Nach einiger Zeit, hörte sie, wie er mit irgendwas zu klopfen begann, und sah auch hin und wieder ein paar Funken, dann plötzlich schlugen ein Funken über und er entzündete eine Fackel damit, die er wohl gerade gebastelt hatte.
Dafür hatte er also den Stoff gebraucht, verstand sie nun sah ihn mit offenem Mund an.
„Ich frage lieber nicht, woher du so was kannst“, sagte sie völlig verblüfft zu ihm.
„Als Kinder haben wir gerne in der Scheune heimlich experimentiert. Aber die Fackel wird nicht lange halten“, erklärte er bedauernd.
„Dann sollten wir uns beeilen.“

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BeitragThema: Re: Wunsch nach Frieden 7 -12   Do Feb 07, 2008 11:03 pm

Ashley nickte und deutete auf einen kleinen Bach, dessen Lauf sie dann folgten, da der Boden ziemlich feucht und rutschig war. Der Bach wurde schnell breiter und es wurde für beide immer schwerer einen Weg zu finden, neben dem Wasser herzugehen.
Die Massen an Stoff machten es Cathreen nicht gerade leichter vorwärts zu kommen, dennoch schafften sie es, ohne sich etwas zu brechen, aber jedoch nicht, ohne nasse Füße zu bekommen, da sie einige Male in das Wasser steigen mussten, weil es trocken nicht mehr weiter ging. Sie hörten, wie das Rauschen immer lauter wurde, es konnte nicht mehr allzu weit sein.
Auf einmal stieß sie gegen Ashley, der plötzlich stehen geblieben war. Kurz schwankte er, griff hektisch nach rechts und hielt sich an der Wand fest, dann sonst wäre er mindestens fünfzehn Meter in die Tiefe gestürzt. Unwillkürlich packte Cathreen gleichzeitig nach seiner Jacke und zog ihn ein kleines Stück zurück. An ihm vorbeischielend, konnte sie unter sich einen wunderschönen türkisblauen See erkennen. Es wäre ein traumhafter Anblick gewesen, hätten sie sich nicht in der Lage befunden, in der sie steckten.
„Verdammt! Hier kommen wir nicht weiter, es sei denn ...“, begann er und sah sie dann nachdenklich an.
„Was? Was meinst du?“, fragte sie, als ihr plötzlich klar wurde, was er andeutete.
„Oh nein. Ich werde nicht da runterspringen, Ash. Auf gar keinen Fall“, wehrte sie sich, hob die Hände und ging ein paar Schritte zurück.
„Willst du lieber zurück?“, fragte er dann und deutete in die finstere Höhle hinein. In dem Moment erlosch auch die Fackel in seiner Hand, die er dann achtlos auf den Boden warf.
Überlegend sah Cathreen in die Finsternis zurück und dann auf den tosenden Wasserfall, der neben ihnen in die Tiefe stürzt.
„Ich kann das nicht …“, erklärte sie leise und starrte angespannt in die Tiefe auf das klare Wasser, was ihr den Eindruck vermittelte, dass es noch tiefer war, als in Wirklichkeit.
Ashley griff in seine Tasche und zog den Brief heraus, dann öffnete er die Satteltasche und suchte nach etwas. Nach einiger Zeit zog er eine Flasche hervor, deren Inhalt er einfach ausleerte und den zusammengerollten Brief, wie eine Flaschenpost in diese steckte.
„Das war unser Trinkvorrat“, protestierte sie laut.
„Und jetzt ist die Flasche der Aufbewahrungsort für den Brief, dass er nicht nass wird. Wenn wir wieder an Land sind, können wir das gerne wieder ändern, Wasser gib es hier ja genug“, erklärte er, während er die Flasche wieder verkorkte und zwischen seinen Ersatzkleidern sicher in der Satteltasche verstaute. Er richtete sich wieder auf, hängte die Tasche über seine Schulter und sah sie dann aufmunternd an.
„Es wird halb so schlimm werden, glaub mir. Gib mir einfach deine Hand und schließe die Augen“, forderte er sie auf und streckte ihr seine Hand hin.
Zögerlich hob sie ihre Hand und reichte sie ihm. Ihr Herz schlug so heftig vor Angst, dass sie nicht mehr klar denken konnte und am liebsten wäre sie in die Dunkelheit der Höhle zurückgerannt. Doch noch, bevor sie diese Überlegung in die Tat umsetzten konnte, ergriff er ihre Hand und zog sie neben sich.
„Auf drei!“, gab er vor und drückte kurz fest ihre Hand. Dann begann er zu zählen und bei drei stieß er sich kräftig von der Kante des Felsenvorsprungs ab und zog sie unweigerlich mit sich. Mit einem Male spürte sie keinen Boden mehr unter ihren Füßen und sie fielen und fielen.
Es kam ihr fast wie eine Ewigkeit vor, was in Wirklichkeit keine drei Sekunden dauerte und sie tauchten in das kalte Wasser des Sees ein. Immer noch geschockt von dem unfreiwilligen Sprung, merkte sie es zuerst gar nichts, doch als ihre Köpfe wieder an die Oberfläche kamen, wurde ihr sehr schnell bewusst, wie kalt das Wasser war und Cathreen keuchte laut auf. Doch dann spürte sie auch schon, wie der viele Stoff, der sich voll Wasser gesogen hatte, sie wieder nach unten ziehen wollte. Verzweifelt kämpfte sie dagegen an und schwamm und strampelt so fest sie nur konnte, doch sie schaffte es nicht und ehe sie es sich versah, schlug das Wasser erneut über ihrem Kopf zusammen. Panik erfasste sie und sie riss die Augen auf. Wild schlug sie unter Wasser mit den Armen um sich, so als könnte sie es schaffen, sich irgendwo festzuhalten. Doch auf einmal spürte sie einen kräftigen Arm, der sich um sie schlang und wieder mit nach oben zog.
Als ihr Kopf endlich wieder über Wasser war und sie die frische Luft in ihre Lungen saugen wollte, musste sie kurz heftig husten, da in ihrer Panik etwas Wasser in ihre Lungen geraten war.
„Ich werde nie …“, erneut überfiel sie ein heftiger Hustenreiz, „nie wieder in einem Kleid baden gehen“, beendete sie den Satz dann doch.
Ashley war mit ihr im Schlepptau ans Ufer geschwommen und blieb im seichten Wasser, mit ihr erst einmal schweratmend liegen.
„Und ich … ich werde dich nie wieder mit einem Kleid ins Wasser lassen“, keuchte er und blieb auf dem Rücken liegen, mit dem Blick nach oben auf den Wasserfall gerichtet.
Cathreen hingegen verspürte den unbändigen Drang ihr Kleid loszuwerden, welches sich anfühlte, als würde es Tonnen wiegen. So streifte sie es einfach über die Schultern ab und ließ es im Wasser treiben, wo es nach einiger Zeit einfach in der Tiefe verschwand.
„Wie ich diese Dinger hasse … die sind ja lebensgefährlich“, zischte sie nun böse auf die Stelle blickend, wo das Kleid versunken war.
„Zumindest für Flüchtlinge wie uns“, erklärte er und beobachtete sie dabei.
„Du willst aber doch nicht etwa so weiter?“, fragte er leicht amüsiert.
„Nein, aber wir du mir ja schon mal erklärt hast, besitzt du noch Ersatzkleidung und ich nehme an, du bist bestimmt so nett, und wirst mir diese überlassen?“, fragte sie und sah ihn auffordernd an.
„Das sollte ich mir vielleicht noch mal gut überlegen“, grinste er, reichte ihr aber dann die Satteltaschen in der die Sachen waren. Sie nahm diese und wollte aufstehen, doch dann hielt sie inne und sah ihn an, immer noch bis zum Kinn im Wasser schwimmend.
Irritiert sah Ashley sie kurz an und deutete mit dem Daumen hinter sich.
„Soll ich?“, fragte er.
„Wäre das nicht ein wenig lächerlich?“, fragte sie nun schmunzelnd.
„Und warum kommst du dann nicht einfach aus dem Wasser heraus? Du wirst dich noch erkälten“, erklärte vor sich hingrinsend.
Mit kurz auffunkelnden Augen hob Cathreen ihr Kinn an und sah ihn einen Moment lang an, ohne etwas zu sagen.
„Schon gut, ich verschwinde“, sagte er dann lachend, stand auf und ging ans Ufer.
„Das hatte ich gerade vor“, sagte sie aufmüpfig, sah ihm zögernd hinterher und stieg dann auch aus dem Wasser heraus. Die Tasche hatte sie neben sich gegen einen Baum gelehnt und begann erst mal ihre dunklen, ebenso klatschnassen Haare auszuwinden.
Mit ihrem Blick folgte sie ihm, der jetzt mit dem Rücken zu ihr stand uns sein Hemd aufmachte, welches er auswrang, und es dann über ein Gebüsch hängte, um es etwas trocknen zu lassen.
Cathreen schmunzelte, als sie sah, wie höflich er immer noch reagierte, trotz allem, was zwischen ihnen schon gewesen war.
„Bin ich so ein schrecklicher Anblick, dass du dich immer gleich wegdrehen musst“, begann sie ihn zu necken.
Er drehte sich nun zu ihr um und musterte sie.
„Nein, im Gegenteil.“
Sie konnte nicht anders, als ihn jetzt anzulächeln, dann griff sie in die Satteltasche und war froh, dass die Sachen in der Tasche nicht so nass waren, wie sie befürchtet hatte. Das Leder hatte das meiste Wasser abgehalten. Erleichtert schlüpfte sie in die leicht feuchte Hose, die sie mit dem Gürtel eng um ihre Taille fest zog, da diese ihr natürlich viel zu groß war, dann streifte sie das Hemd über und knöpfte es zu, während sie langsam auf Ashley zuging.
„Vielleicht sollten wir warten, bis deine Sachen getrocknet sind. Sonst holst du dir noch den Tod“, schlug sie nun vor, doch er schüttelte gleich heftig den Kopf.
„Nein, wenn wir stramm marschieren, werden die Sachen auch an meinem Körper schnell trocknen“, sagte er sehr bestimmt.
„Aber du könntest dich erkälten“, protestierte sie.
„Darauf kann ich jetzt keine Rücksicht nehmen. Wir haben nicht mehr viel Zeit. Außerdem erkälte ich mich nicht so schnell. Wir sollten sofort weiter“, beschloss er, doch dann zögerte er und ein Lächeln huschte über sein Gesicht.
„Aber ich habe noch eine gute Idee“, erklärte er.
„Und die wäre?“, fragte sie mit gerunzelter Stirn.
„Du könnest mich ja etwas aufwärmen“, sagte er und seine Lippen kräuselten sich leicht.
Nun war es Cathreen, die ihn verblüfft ansah.
„Ich dacht du wolltest weiter?“, hakte sie, leicht durch seine Worte aus der Fassung gebracht, nach.
„Ok, er war ja nur so eine Idee. Gehen wir weiter“, er griff nach seiner Satteltasche und hob diese vom Boden auf, doch als Cathreen auf ihn zu ging und direkt vor ihm stehen blieb, hielt er inne.
„Es war nur eine Frage“, begann sie leise und strich ihm eine nasse Haarsträhne aus seiner Stirn, „keine Ablehnung … sei mir nicht böse, ja?“, bat sie vorsichtig.
„Nein, nein ich bin dir ganz und gar nicht böse. Du hast vollkommen Recht, wir müssen weiter, sonst waren die ganzen letzten Tage und alles was wir durchgestanden haben umsonst.“
Müde ließ Cathreen ihre Hand wieder sinken und nickte schwach.
„Ja, gehen wir weiter“, gab sie leise zurück und wollte sich schon umdrehen, doch Ashley, ließ die Satteltasche neben sich auf den Boden gleiten, legte seine Hände an ihr Gesicht und hielt dieses nun so, dass sie ihn ansehen musste. Langsam senkte er den Kopf und legte seine Lippen auf die ihren und gab ihr einen sanften Kuss.
Überrascht sah sie ihn an, als er das tat, doch sogleich erwiderte sie seinen Kuss und legte ihre Hände über die seinen.
„Hör zu. In zwei Tagen sind wir frei. Dann werden wir uns von nichts und niemanden aufhalten lassen und nur noch das tun, wozu wir beide Lust haben“, hauchte er gegen ihre Lippen.
„Ich weiß“, flüsterte sie ebenso leise zurück, „nur langsam habe ich das Gefühl, dass ich das keine zwei Tage mehr durchhalten werde. Vielleicht wäre es wirklich besser, wenn du ohne mich weitergehst.“
„Auf keinen Fall!“, seine Stimme wurde etwas lauter und sehr ernst.
„Es ist doch nur noch ein kleines Stück, das werden wir gemeinsam schaffen. Ich lasse dich jetzt hier nicht zurück. Im Grunde ist es doch auch nur noch bis morgen um Mitternacht. Bis dahin muss der König das Pergament in den Händen haben, dann haben wir es überstanden.“
Kurz schloss sie ihre Augen und dachte über seine Worte nach und im Grunde wollte sie ja auch bei ihm bleiben, aber auf der anderen Seite, wollte sie das Gelingen seines Auftrags auch nicht gefährden. Als sie noch mal den Mund öffnete, um zu protestieren, legte er zwei Finger auf ihre Lippen und schüttelte den Kopf.
„Wir schaffen das, gemeinsam“, sagte er noch mal leise, aber eindringlich.
„Dann sollten wir aber weiter“, erklärte sie und reichte Ashley sein Hemd, das immer noch ziemlich nass war. Er streifte es sich über, ohne es allerdings zu schließen, hob die Satteltasche auf und hängte sie sich über die Schulter dann ergriff er ihre Hand, die er kurz drückte.
„Ich werde dir helfen, gemeinsam bekommen wir das hin. Wie bisher auch immer.“
Seine Worte ließen ein Lächeln über ihr Gesicht huschen und sie konnte nicht anders, als seine Hand zu nehmen und ihm einen Kuss darauf zu hauchen.
„Ja, ich weiß“, sagte sie leise und folgte ihm, als er sich kurz orientierend auf den Weg machte, in Richtung eines Bergkammes.
Ihre Motivation sank erheblich, als sie sah, welchen Weg er vorhatte zu gehen, jedoch sagte sie kein Wort und marschierte, so gut sie konnte neben ihm her. Die ersten Minuten waren auch kein Problem und sie kamen ganz gut voran, doch nach und nach wurde der Weg immer holpriger und schwerer zu begehen. Sie mussten über ein Geröllfeld laufen und selbst Ashley schimpfte immer wieder auf, wenn er den Boden unter den Füßen verlor und teilweise auf allen Vieren weiter musste.
Nach fast einer Ewigkeit, wie es ihr erschien, aufgerissener Haut an den Händen und dreckigen Hosen hatten sie endlich den Bergkamm erreicht und konnten über das Gelände sehen, welches in seiner ganzen Pracht vor ihnen lag.
„Siehst du den Fluss?“, fragte er sie und deutete in die südöstliche Richtung.
Etwas außer Atem stand sie neben ihm und suchte den Horizont ab, doch dann sie ihn.
„Den dort?“, fragte sie nach und ihre Augen folgten einem schmalen Streifen in der Landschaft vor ihnen.
„Ja, genau. Dort müssen wir hin. Am anderen Ende des Flusses liegt London“, erklärte er ihr.
„Wie langen brauchen wir zu Fuß?“, fragte sie nun besorgt, und dachte an ihre Füße, die sie jetzt schon schmerzten.
„Drei Stunden bis zum Fluss, schätzte ich und dann geht es nur noch eben weiter. Wenn wir das Glück hätten ein Boot zu finden, könnten wir über Wasser weiter“, erklärte er nachdenklich.
„Sehr gut“, seufzte sie innerlich. Trotzdem schaffte sie es, ihn anzulächeln. „Dann sollten wir wohl nicht so viel reden und lieber weiter gehen“, warf sie ein und ging auch sofort los.
„Jetzt geht es nur noch bergab“, versuchte er sie noch aufzumuntern und folgte ihr auch gleich. Tatsächlich ging es jetzt leichter und schneller, als bergauf. Auch gab es hier schöne angenehme Pfade, die sie entlang gehen konnten, was die Sache ein wenig angenehmer machte. Sie gingen über grüne Wiesen und durch einen kleinen aber freundlichen Wald.
So kamen ihr die drei Stunden Weg, bis zum Fluss gar nicht so weit vor, da die Landschaft um sie herum einfach wunderschön war.
Als sie das Ufer erreicht hatten, blieben sie stehen und sahen stumm einige Zeit auf das Wasser.
„Ich denke, wir sollten hier eine Pause machen“, schlug er dann vor und sah zu ihr.
„Nein. Nein ich denke wir sollten weiter gehen und nach einem Boot suchen“, widersprach sie ihm, „und selbst dann wird es wohl verdammt knapp werden, bis morgen Nacht.“
Ihre Worte klangen besorgt, denn sie hatte sich in den letzten Stunden fest vorgenommen, alles in ihrer Macht stehende zu tun, um Ashley zu helfen, seinen Auftrag zu Ende auszuführen und wenn es ihr Leben kosten würde.
„Nein, die Zeit haben wir. Wir sind sehr gut vorangekommen. Eine kurze Pause ist kein Problem“, erklärte er.
„Ganz sicher?“, fragte sie und sah wieder auf den dunklen Fluss vor ihnen.
„Ja, ganz sicher“, bestätigte er und setzte sich auf einen Stein in seiner Nähe und zog seine Stiefel aus. Er begann seine Füße zu massieren und stöhnte leise dabei. Anscheinend war er das lange Marschieren genauso wenig gewohnt wie sie, denn auch ihre Beine schmerzten fürchterlich. Sie setzte sich neben ihn in das weiche Gras und ließ sich sofort nach hinten sinken. Auch sie seufzte leise, als sie spürte, wie ihre Beine immer noch schmerzend vibrierten.
„Mir tut alles weh“, sagte sie leise, eigentlich mehr zu sich selber, „ich glaube, ich werde nicht mehr alleine hochkommen.“ Sie schmunzelte kurz über ihre eigenen Worte und schloss dann einfach erschöpft die Augen, während ihre Finger mit dem Gras neben ihr spielten.

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BeitragThema: Re: Wunsch nach Frieden 7 -12   Do Feb 07, 2008 11:05 pm

„Dann ruhe dich etwas aus. Vielleicht finden wir nachher noch ein Boot, dann wird es einfacher für uns werden.“ Auch er setzte sich nun neben ihr ins Gras und starrte noch einige Zeit auf das dahinrauschende Wasser vor ihnen, doch dann legte er sich auf den Rücken und beobachtete den Himmel, an dem die Wolken vorbeizogen.
„Ich hoffe sehr, dass wir ein Boot finden, auch wenn ich eigentlich nicht schon wieder aufs Wasser will, aber noch mehr Sorge habe ich, dass mich meine Beine nicht mehr länger tragen werden“, erklärte sie nun, öffnete ihre Augen wieder und beobachtete ihn eine Weile.
Sie sah, dass seine Augen sich langsam müde schlossen und er murmelte: „Nur fünf Minuten.“
„In Ordnung“, hauchte sie ebenso leise, legte ihren Kopf auf seine Brust und lauschte seinem gleichmäßigen Herzschlag. Doch auch sie wurde langsam immer müder und nach ein paar Minuten war auch sie eingeschlafen.



***




Eine Hand griff nach ihr und schüttelte sie heftig. Sie brauchte ein paar Sekunden, bis sie begriff, wo sie war.
„Was ist denn los?“, fragte sie verschlafen und merkte erst jetzt, dass es schon beinahe dunkel war.
„Haben wir etwa …?“, keuchte sie und ihr Herz begann, stärker zu schlagen.
„Wir sind eingeschlafen,“ sagte er leise und deutete fluchend auf die Leute, die nicht weit weg von ihnen am Ufer standen. Doch diese schienen sie beide noch nicht bemerkt zu haben.
„Nur gut, dass das keine Soldaten waren, sonst würde es schlimm für uns aussehen“, fügte er hinzu und Cathreen sah zum Ufer.
„Das sind vermutlich Bauern“, mutmaßte sie leise. „Wenn wir Glück haben, besitzen sie ein Boot?“, sie sah ihn fragend an.
„Gute Idee. Wir sollten sie fragen“, sagte er, stand auf und zog seine Stiefel wieder an. Auf noch etwas wackeligen Beinen folgte sie ihm zu den Menschen, die sich lautstark unterhielten und sie konnte hören, dass es um die Ernte ging, von der ihnen trotz, dass sie dieses Jahr nicht schlecht ausgefallen war, nicht viel bleiben würde.
Langsam gingen sie auf die Gruppe zu, die verstummte, als man sie bemerkt hatte. Misstrauisch wurden sie von den Männern begutachtet und Cathreen fühlte sich in dem Moment nicht sonderlich wohl. So hielt sie sich etwas hinter Ashley, der mit den Männern sprach und sich freundlich nach einem Boot erkundigte.
Sie hatten tatsächlich Glück. Einer der Männer, war ein Fischer, der ein Boot besaß und mit der Aussicht, auf ein blinkendes Goldstück, sofort bereit war, sie beide flussabwärts nach London zu bringen. Allerdings erst am nächsten Morgen. Aber das würde auch noch gut reichen, solange sie nicht mehr aufgehalten wurden.
Erleichtert, weder laufen - noch weiterhin stundenlang auf einem Pferd sitzen zu müssen, sah sie den Mann dankbar an und lächelte dann auch.
Die Abreisezeit auf Sonnenaufgang festlegend und sich bedankend, gingen die Männer weiter und fingen, als sie ein Stück weg waren, wieder an, über die viel zu hohen Abgaben zu schimpfen. Anscheinend war es landauf und landab immer dasselbe.
„Wenn es klappt, sind wir am frühen Nachmittag in London. Dann versuchen wir Pferde zu bekommen und der Rest ist dann noch eine Kleinigkeit. Jetzt müssen wir nur noch überlegen, wo wir dir Nacht verbringen?“, sagte er laut nachdenkend.
„Vielleicht bleiben wir einfach hier draußen? Am Fluss ist es zwar nachts mitunter schon recht kühl, aber noch auszuhalten. Und wenn wir ausgeschlafen sind, wird der Rest morgen auch leichter werden“, erklärte sie.
„Wenn es dir nichts ausmacht? Es wäre zumindest das Einfachste. Ansonsten frage ich einen von den Männern …“, schlug er noch vor, doch sie schüttelte den Kopf.
„Nein, schon in Ordnung. Sonst musst du ihm noch ein Goldstück geben und vielleicht brauchen wir das noch für die Pferde“, warf sie ein und setzte sich grinsend wieder in das hohe Gras. „Keine Sorge, ich werde es überleben. Bisher hab ich ja auch alles überlebt“, fügte sie noch an.
„In Ordnung. Warte hier“, sagte er zu ihr und reicht ihr die Satteltasche. „Gib gut darauf Acht. Ich bin gleich wieder zurück. Und lauf ja nicht weg“, grinste er und ging schnell davon. Sie sah ihm noch verdutzt nach, bis er hinter den Bäumen verschwand und legte dann seine Satteltasche neben sich auf den Boden.
Während sie wartete, schlang sie ihre beiden Arme um sich, da es langsam etwas frisch wurde.
Erst nach gut fünfzehn Minuten kam er wieder zurück, doch zu ihrer Überraschung trug er einen großen Korb unter dem Arm.
„Was ist das?“, wollte sie wissen und deutete darauf.
„Warte ab und bleib da, wo du bist“, sagte er, deutete mit dem Finger auf den Platz, wo sie saß und sah sich kurz um. Dann ging er Richtung Steg, der unten am Fluss war.
„Aber …“, wollte sie noch widersprechen, als er schon weg war. Sie verstand zwar überhaupt nichts mehr, dennoch blieb sie ruhig sitzen und wartete.
Keine zwei Minuten später stand er wieder vor ihr und verbeugte sich galant.
„Mylady. Das Mahl ist angerichtet, wenn Ihr mir bitte folgen würdet?“, sagte er und reicht ihr seinen Arm.
Überrascht erhob sie sich langsam, wobei sie das Gefühl hatte, jeden ihrer Knochen zu spüren. Das ganze Gekletter des Tages würde ihr mit Sicherheit einen schrecklichen Muskelkater einbringen, da war sie sich sicher. Doch dann versuchte sie die Gedanken daran zu verdängen und nahm seinen Arm.
Er führte sie zum Steg hinunter, wo er ein Picknick für sie beide hergerichtet hatte. Sogar einen Krug Wein hatte er dabei stehen.
„Es ist zwar nur ein Bauernmahl, aber ich hoffe, es wird dir schmecken.“
Erstaunt sah sie auf die ganzen Sachen und war im ersten Moment drauf und dran loszuschimpfen, da sie überzeugt war, dass er das alles geklaut hatte, doch dann knurrte ihr Magen so laut, dass es ihr schon fast peinlich war und sie drückte ihm nur noch lächelnd einen Kuss auf die Wange.
„Du bist ein Schatz“, hauchte sie stattdessen an sein Ohr und ging hinüber auf den Steg und setzte sich auf die Decke, die er dort ausgebreitet hatte.
„Immer zu diensten, Mylady“, erklärte er mit einer leichten Verbeugung und folgte ihr. Nachdem er sich neben sie gesetzt hatte, lehnte sie sich mit dem Rücken gegen ihn, zuckte jedoch zusammen, als ein leichter Schmerz sie durchzuckte.
Ashley fragte sie überrascht, was ihr fehlte, während er nach dem Brot griff.
„Nichts, gar nicht. Ich fürchte, ich bin es nur nicht gewohnt, meinen Körper so dermaßen zu fordern. Es ist wohl eine Mischung aus Muskelkater und vielleicht ein paar blauen Flecken. Daran werde ich mich wohl nie gewöhnen“, erklärte sie ihm und versuchte es etwas herunterzuspielen.
„Ich hoffe, du musst dich auch niemals daran gewöhnen“, gab er mit einem leicht besorgten Blick zurück und reichte ihr ein Stück Brot, das er ihr abgebrochen hatte.
„Es ist nicht so schlimm“, bestätigte sie noch einmal und begann das Brot und etwas Käse zu essen. Nachdem er aus dem Krug Wein in zwei Holzbecher gefüllt hatte, reichte er ihr einen davon, doch sie verzog nur das Gesicht und schüttelte den Kopf.
„Den kannst du ruhig trinken. Das ist neuer Wein, gerade frisch geerntet“, erklärte er ihr.
„Nein danke. Seit dem ich gesehen habe, was Wein so alles anrichten kann, hab ich beschlossen nie wieder so etwas zu trinken“, sagte sie abwehrend.
„Es ist aber noch kein richtiger Wein, eigentlich ist es noch Traubensaft. Versuch ihn doch wenigstens“, versuchte er es noch einmal.
Nach einigem Zögern nahm sie ihm dann doch den Becher ab, roch zuerst skeptisch dran und nahm dann einen kleinen Schluck.
„Und?“
„Gar nicht mal so übel. Wirklich noch wie Saft und schön süß“, sie nahm noch einen Schluck und sah Ashley über den Rand des Bechers an.
„Sag ich doch“, schmunzelte er und trank nun selber auch etwas.
„Aber nicht so süß wie du“, grinste sie ihn an und stellte den Becher zurück auf die Decke.
Sich nach allen Seiten umsehend, sah er sie nun verdutzt an.
„Wie … ich?“
„Ich meine schon dich“, lachte sie auf, „Oder siehst du hier noch jemanden … vielleicht diesen Grashüpfer dort?“, fragte sie und deutete auf das kleine Tierchen, welchen in dem Moment weghüpfte.
„Dann muss es wohl dieser gewesen sein.“
„Du weißt, wie ich es gemeint habe“, grummelte sie und zog eine Schnute.
„Sicher weiß ich es“, lächelte er sie jetzt an und schob ihr eine Weintraube zwischen die Lippen. Cathreen konnte es sich nicht nehmen lassen und schnappte, nachdem sie die Traube im Mund hatte, nach seinen Fingern, an denen sie kurz saugte und lehnte sich dann grinsend etwas zurück. Sie sah, wie er sie dabei genau beobachtete und als sie sich zurücklehnte, huschte sein Blick einen Moment genüsslich über ihren Körper.
Lüstern strich sie sich mit der Zungenspitze über ihre Lippen und sah ihn dabei genau an.
„Die … Weintrauben“, sie betonte dieses Wort extra, „sind wirklich sehr verlockend.“
„Nicht nur die“, gab er zurück und sie sah, wie ein Leuchten in seine Augen huschte.
„Ach nein, was denn noch“, hakte sie nach, ihn nicht aus den Augen lassend.
„Die Frau vor mir“, sagte er unverblümt und direkt, jedoch nicht mehr so laut wie zuvor und legte sich auch etwas zurück, sich auf seinen Ellenbogen aufstützend.
„Tatsächlich?“, auch sie senkte ihre Stimme etwas. „Ich wüsste da aber noch ein paar Dinge. Zum Beispiel, das hier“, raubkatzenhaft rutschte sie näher zu ihm und strich ihm kurz über seinen Oberarm.
„Oder das?“ Langsam ließ sie ihre Finger zu seinen Lippen wandern und strich zart über diese. „Oder einfach gesagt … Du“, die letzten Worte flüsterte sie nur noch heißer.
Er hauchte einen Kuss auf ihre Finger, in dem Moment, als sie über seine Lippen glitten, fing diese dann ein und hielt sie einfach nur fest.
„Du solltest noch etwas schlafen, der morgige Tag könnte lang werden“, sagte sie leise.
„Nicht nur ich. Dir tun doch auch alle Knochen weh“, erinnerte er sie, was aber nicht notwendig gewesen wäre, denn sie spürte es überdeutlich bei jeder Bewegung. Er beugte sich nach vorn und hauchte ihr einen Kuss auf die Lippen, dann deutete er nach oben zu einer Baumgruppe, deren Äste teilweise bis zum Boden hingen. Als sie sich reckte, konnte sie sehen, dass er mit einigen Decken ein Lager dort erstellt hatte. Wie sie vermutete, hatte er auch diese … gefunden … genauso wie das Essen.
„So viel Mühe, obwohl du so müde bist?“, fragte sie ihn erstaunt.
„Wenn ich dich schon durch ganz England jage, ist es das Mindeste, was ich für dich tun kann.“
„Du bräuchtest rein gar nichts für mich tun, außer bei mir zu sein“, sagte sie sehr leise und lehnte sich an ihn.
„Ich bin auch … noch gar nicht wirklich müde“, erklärte sie dann und schaffte es nur mit Mühe, ein Gähnen zu unterdrücken. Dennoch fielen ihr langsam die Augen zu und nach wenigen Augenblicken, sackte ihr Kopf auf seine Brust.
„Ja, ich merkte es“, sagte er kaum hörbar, richtete sich auf und zog sie zu sich hoch, nur um sie dann auf seinen Arm zu nehmen und sie hoch zu dem Lager zu tragen. Sich an ihn kuschelnd, nahm sie das gar nicht mehr wirklich wahr, erst als sie etwas Weiches unter sich spürte, öffnete sie überrascht die Augen und blinzelte ihn an.
Nachdem er sie noch zugedeckt hatte, ging er zurück an den Steg und packte den Rest zusammen, bevor er zu ihr zurückkehrte. Nachdem er seine Jacke abgelegt und seine Stiefel ausgezogen hatte, legte er sich neben sie, doch er sah sie überrascht an, als sie sich sofort eng an ihn kuschelte.
„Ich dachte du schläfst schon“, sagte er leise und legte einen Arm um sie.
„Nein, ich sagte dir doch, ich bin nicht müde“, schmunzelte sie jetzt.
„Ganz schön hinterhältig“, schmunzelte er, schüttelte den Kopf und stupste ihr mit dem Finger auf die Nasenspitze.
Als er das tat, verkroch sie sich schnell unter die Decke und rutschte dann mit einem kurzen Grinsen weiter nach unten. Geschickt zog sie kurzerhand sein Hemd aus der Hose und biss ihn dann frech, aber sanft in seine Hüfte.
„Hey!“, rief er überrascht und hob die Decke an, um nachzusehen, was sie da tat. „Kannst du mir sagen, was das werden soll?“
„Nach was sieht es denn aus?“, fragte sie und biss erneut leicht in seine Hüfte, „ich habe dich um Fressen gern“, erklärte sie schmunzelnd.
„Das Gefühl bekomme ich langsam auch. Hat dir das Essen denn nicht gereicht?“, fragte er immer noch etwas überrascht.
„Oh doch, hat es“, gab sie kichernd zurück, strich mit den Fingern über die Stelle, in die eben gebissen hatte und hauchte dann sanfte Küsse darauf. Sie konnte sehen, dass er kurz seine Augen geschlossen hatte, was ein heftiges Funkeln in ihre Augen trieb und als er versuchte seine Hand nach ihr auszustrecken, um sie zu berühren, rutschte sie noch etwas weiter nach unten, sodass er sie nicht erreichen konnte. Ihr Herzschlag erhöhte sich leicht, während sie ihn neckisch angrinste und ihre Finger wieder zu seiner Hüfte wandern ließ.
Seine Augen funkelten nun im Mondschein, während er beobachtete, was sie tat. Langsam ließ sie ihre Finger unter den Bund seiner Hose gleiten, strich über seine Haut und zog sie wider zurück, aber nur, um sie im nächsten Moment wieder hineinwandern zu lassen, doch diesmal tiefer als zuvor.
„Was wird denn jetzt aus unserem Schlaf“, fragte er und als sie aufsah, konnte sie sehen, dass seine Augen tiefschwarz wirkten.
„Oh … wenn du schlafen willst, dann kann ich natürlich …“, begann sie langsam und strich, wie fast aus Versehen, mit ihren Fingerspitzen über den Stoff in seinem Schritt, „dann solltest du vielleicht auch schlafen“, fügte sie noch an und zog ihre Hand zurück.
„Hab ich denn gesagt, dass ich das will“, stöhnte er leise in dem Moment auf.
„Du willst also noch nicht schlafen?“
Wieder strich sie über den Stoff seiner Hose, doch diesmal mit der flachen Hand, was ihm erneut ein Keuchen entlockte.
„Du bist ein Biest. Du glaubst doch nicht, dass ich jetzt noch einfach schlafen könnte“, sagte er und sie sah, wie sich sein Brustkorb erregt hob und senkte.
„Ein Biest bin ich also? Nein, …“, sie lächelte nun diabolisch, ließ ihre Hand einfach in seine Hose gleiten und umfasste ihn. Jedoch bewegte sie ihre Hand nicht, „jetzt bin ich ein Biest“, schlussfolgerte sie, selbst spürend, wie nicht nur ihn diese Situation erregte.
„Eine Wildkatze bist du“, stöhnte er erneut auf und versuchte erneut sie zu erreichen, doch wieder wich sie seinen Händen grinsend aus.
„Soll ich dir etwas sagen …“, raunte sie mit rauer Stimme und rutschte nun nach oben zu ihm, ohne aber von ihm abzulassen, im Gegenteil sie begann gleichzeitig ihn zu massieren, während sie an seinem Ohrläppchen zu knabberte und leise hauchte: „… ich bin es gern.“
Diesmal nutzte er es sofort aus, dass sie wieder bei ihm oben war, legte seine Arme um sie und begann mit seinen Fingern über ihren Rücken zu streichen.

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BeitragThema: Re: Wunsch nach Frieden 7 -12   Do Feb 07, 2008 11:06 pm

„Das ist mir klar, seit ich dich kenne“, keuchte er und begann die Knöpfe des Hemdes zu öffnen, welches sie trug.
Leise lachte sie auf, nahm die Hand wieder aus seiner Hose und rieb dann fordernd über den sich merklich spannenden Stoff an seinem Schritt. Sein Atem schlug gegen ihre Haut, als er das Hemd zur Seite schob und sie dort zu küssen begann.
Seufzend hielt sie in ihrer Bewegung inne und genoss seine Liebkosungen, während nur noch die tief hängenden Äste der Bäume, die sich fast schützend um ihr Nachtlager rankten, leicht im Wind hin und her schwankten.
Sie nahm ihre Hand jetzt nach oben und schob dafür ein Bein, zwischen die seinen, mit dem sie nun fordernd gegen seinen Schritt rieb. Seine Finger fuhren zur gleichen Zeit über ihre Brüste, gefolgt von seinen Lippen, die sich um ihre Knospen legten, um daran genussvoll zu saugen.
Cathreen konnte in dem Moment nicht anders, als sich ihm leise aufstöhnend entgegen zu biegen, während sie eine Hand in seinem Haar vergrub und ihre Finger durch die Strähnen wandern ließ. Immer fester drückte sie sich an ihn und nach kurzer Zeit ließ sie ihre andere Hand wieder in seine Hose gleiten und begann erneut ihn fordernd zu massieren.
Sie nahm wahr, wie er unter ihr immer heftiger zu atmen begann und nicht nur bei ihm wuchs das Verlangen rasch an. Die Gefühle, die sie beide, den ganzen Tag, immer wieder versucht hatten, zu überrollen, und die sie aber jedes Mal geschafft hatten, zurückzudrängen, kamen nun in voller Wucht über sie beide. Während er begann, ihre andere Brust zu liebkosen, wanderten seine Hände zum Gürtel ihrer Hose, den er versuchte zu öffnen.
Ihr gefiel es, mehr als sie sagen konnte, zu sehen, wie er so ausgeliefert bei ihr lag und nun hielt auch sie es nicht mehr länger aus, und nestelte fast schon hektisch an seiner Hose, öffnete diese und schob dann beide Hände hinein, umfasste ihn erneut und begann ihn zuerst langsam und dann wieder in einem schnellen Rhythmus zu massieren.
Ashley macht sich erst gar nicht die Mühe ihre Hose zu öffnen, sondern schob diese, nachdem er den Gürtel offen hatte, über ihre Hüften nach unten, was auch nicht schwer war, da diese ihr sowieso viel zu groß war. In dem Moment, als er seine Hüften etwas anhob und sich ihrer Hand entgegenpresste, zog sie ihm, die Gelegenheit auch ausnutzend seine Hose ganz aus und warf diese neben sich ins Gras. Sie setzte sich auf und ließ ihren Blick musternd über seinen Körper gleiten, was sofort ein Grinsen auf das Gesicht von Ashley zauberte.
„Und?“, fragte er, nachdem sie sich eine ganze Zeit nicht bewegt hatte. Doch sie dachte nicht daran zu antworten, stattdessen sah sie ihn mit funkelnden Augen an.
„Zieh das aus!“, forderte er sie auf und deutete auf ihr Hemd, das noch immer über ihre Schultern hing. Sie tat es, aber nur sehr langsam und ließ es dann wie die andern Sachen auch neben sich ins Gras fallen. Zuerst sah er ihr in die Augen, doch dann wanderten seine Blicke über ihren Körper nach unten und dann wieder hoch.
Zu ihrer Überraschung ergriff er ihre Hand und zog sie wieder zu sich herunter, sodass sie nun halb auf ihm lag. Geschickt gelang es ihr, erneut ihr Bein zwischen die seinen zu drücken und gegen seine Erregung zu reiben.
„Gefällt dir das?“, hauchte sie fragend an sein Ohr.
„Nein“, keuchte er leise auf, konnte aber bei seinen Worten ein Schmunzeln nicht verhindern.
„Nein?“, wiederholte sie und sah ihn gespielt entrüstet an, doch dann ließ sie ihre Hand wieder nach unten wandern, umfasste ihn, doch diesmal fester und schlug gleich einen forschen Rhythmus an.
„So, so. Es gefällt dir also nicht?“
Er nahm seinen Kopf etwas zurück und stöhnte laut auf, als sie das tat.
„Ja. Es gefällt dir“, hauchte sie heißer und lächelte selbst erregt von dem was sie tat, doch dachte sie nicht daran ihre Bewegungen zu unterbrechen, zu sehr gefiel ihr der Anblick von ihm.
„Cathy, bitte“, stöhnte er jetzt, „ja, sicher. Das weißt du doch.“
„Was willst du? Um was bittest du mich?“
„Ich will dich spüren“, keucht er leise und als sie aber nicht aufhörte mit dem was sie tat, legte er seine Hand auf die ihre und stoppte sie.
Doch Cathreen war nicht bereit, ihm heute so schnell seinen Wunsch zu erfüllen, obwohl sie selber inzwischen auch schon mehr als erregt von der ganzen Situation war und ihr Atem schneller ging. Bestimmt schob sie seine Hand von der ihren und massierte ihn weiter, langsamer zwar, doch ließ sie nun noch zusätzlich ihren Daumen immer wieder über seine Spitze kreisen.
„Nur nicht so eilig, mein Liebster“, hauchte sie zart an sein Ohr, „hab Geduld.“
„Wer hat es denn eilig?“, stöhnt er erneut auf und schloss dann seine Augen für einen Moment.
„Du“, raunte sie gegen seine Lippen und verschloss diese mit ihren, sodass er nichts mehr erwidern konnte. Immer fordernder massierte sie ihn und genauso leidenschaftlich verstärkte sie ihren Kuss. Seine Hände strichen über ihren Rücken und blieben immer wieder kurz auf ihrer Haut liegen. Das Stöhnen erstickte sie jedes Mal in ihrem Mund und als er begann mit heftig mit ihrer Zunge zu rangeln, hatte sie fast das Gefühl, er würde ihr den Atem nehmen. Immer wieder stieß sie seine Zunge zurück, umschmeichelte diese wieder mit ihrer und knabberte immer wieder fordernd an seinen Lippen, um dann erneut wieder wild, mit seiner Zunge zu rangeln. Auch verschwendete sie keinen Gedanken daran, ihre Berührungen an seinem Schaft zu mindern oder zu gar zu stoppen, ganz im Gegenteil. Ihre fordernde Massage wurde nun noch fester, fast schon forsch und immer wieder glitt sie mit der Innenfläche ihrer Hand über seine empfindliche Spitze. Kurz glaubte sie noch mal ein Aufbäumen von ihm zu spüren, wohl mit dem Gedanken, sie erneut zu stoppen, doch dann merkte sie, wie er sich ihr ganz hingab. Auch ihr Körper vibrierte nun mit dem seinen und obwohl sie den sehnlichsten Wunsch verspürte, sich mit ihm zu vereinigen, tat sie es nicht. Zu verführerisch war sein Anblick, die Macht, die sie im Moment über ihn hatte, und wie vollkommen er sich ihr auslieferte. Immer wieder küsste sie ihn, um ihn dann wieder zu beobachten, streichelte mit der freien Hand über seine Brust, rieb kurz an seinen harten Brustwarzen und küsste ihn wieder. Er rief heiser und leise ihren Namen, drückte seinen Kopf in die Decken und bäumte sich unter ihr mit einem tiefen Stöhnen auf, als ihn der Höhepunkt packte und ihn erzittern ließ. Cathreens Körper erbebte auch leicht, bei seinem Anblick, den ihr sein zuckender und bebender Körper bot. Sie hatte das Gefühl, sie könnte sein Herz schlagen spüren, als sie sich zu ihm hinunterbeugte und seine Lippen einfing. Ihre Hand nahm sie langsam von seinem Schaft und ließ diese nach oben wandern, um über seine leicht gerötete Wange zu streichen.
Einen Moment brauchte er, bis er wieder die Kontrolle über sich gewann und sich sein Atem wieder beruhigte, doch sofort schlang er seine Arme um sie, zog sie nahe zu sich heran und küsste sie erneut. Als er den Kuss löste, sah er sie an und strich mit seinen Fingern ihre Haare hinter ihr Ohr.
„Das war ganz schön gemein“, flüsterte er und grinste dabei.
„Ich weiß“, gab sie schmunzelnd zurück, fing seine Hand ein und küsste seine Fingerspitzen, wobei er sie musterte.
„Alles in Ordnung?“, fragte sie nun etwas verunsichert, als sie seinen Blick sah.
„Natürlich, doch so … hatte ich das nicht geplant“, erklärte er und ließ seine Finger über ihren Rücken gleiten.
„Auch das weiß ich“, wieder schmunzelte sie.
„Du bist ein Biest. Ich wusste es doch.“
„Das sagtest du schon.“
„Ja, aber das war die Bestätigung.“
„Soll ich dir mal was verraten?“, ihre Stimme klang nun fast schon geheimnisvoll und sie strich mit ihrer Hand über seine Brust.
„Es ist unglaublich erregend, wenn du unter mir liegst, dich vor Lust windest und dabei stöhnst … so wundervoll keuchst … und dein Gesicht, entrückt vor Begierde ist“, hauchte sie nahe an seinem Ohr.
„Wirklich? So genau beobachtest du mich dabei?“, fragte er leicht überrascht und bei seinem Blick, der nun folgte, lief ihr ein Schauer über den Rücken.
„Ja, so genau und noch viel mehr. Wenn du beginnst unter meinen Fingern zu zucken, dich aufbäumst und sich deine Augen vor Lust verdunkeln …“
„Hm. Vielleicht sollte ich das auch einmal versuchen. Es klingt wirklich sehr verführerisch, wie du das erzählst“, erklärte er langsam mit leicht vibrierender Stimme und ließ seine Finger nun zu ihrer Hüfte wandern.
„Tut es das?“, hauchte sie und küsste seine Wange, entlang bis hin zu seinem Hals, an dem sie gleich zu knabbern begann.
„Allerdings“; er nahm den Kopf etwas zur Seite, ließ aber dafür seine Hände nach vorn wandern und strich über ihren Bauch, bevor er seine Hand zwischen sich und sie schob und ihre Mitte suchte. Cathreen wollte noch etwas erwidern, als sie seine Hand spürt, doch mehr als ein leises Keuchen, kam nicht über ihre Lippen.
„Wer ist jetzt gemein von uns beiden?“, presste sie unter Anstrengung hervor.
„Du“, antwortete er knapp und drehte sie auf den Rücken.
„Ach“, sagte sie gespielt empört und sah zu ihm auf, doch dann suchte sie erneut seine Lippen und versuchte einen Kuss einzufangen. Kurz kam er ihr entgegen, doch erneut schob er seine Finger zwischen ihre Beine und begann sie sachte zu reiben.
Aufgewühlt schlang sie ihre Arme um ihn, drückte ihre Hüfte leicht gegen seine Hand, während ihre Brust sich merklich schneller hob und senkte. Sie spürte, wie er seine Bemühungen noch mehr verstärke und seine Finger tiefer wandern ließ, aber nur um sie wieder zurückzuziehen und dann wieder von vorn zu beginnen.
Cathreen krallte ihr Finger in seinen Rücken und zog diese dann langsam nach unten über seine Seiten, wo sie feine rote Striemen hinterließ. Doch kümmerte sie sich nicht darum, auch dass er leise aufkeuchte, nahm sie nicht wirklich wahr, viel zu sehr war sie gefangen von dem Gefühl, das sich nun ihn ihrem Unterleib zusammenbraute. Keuchend bog sie sich ihm, in einer stummen Einladung entgegen und schloss dabei ihre Augen. Ihr war klar, dass er sie beobachtete, doch das reizte sie nur noch mehr und als er seine Lippen auf ihr Knospen legte, daran zu saugen begann, kurz hinein biss und sie dann wieder küsste, bäumte sich ihr ganzer Körper auf und ein Zittern durchlief ihn.
„Ash …“, hauchte sie atemlos und krallte ihre Hand in die Decken unter sich. Doch auch er dachte genauso wenig, wie sie zuvor daran, sein Tun einzustellen, im Gegenteil, er verstärkte es eher noch. Inzwischen war ihr Atmen nur noch ein einziges Keuchen und immer wieder suchte sie sine Lippen und stöhnte in seinen Mund, wenn er ihren Bitten nachkam. Das Pochen in ihrem Innersten wurde immer heftiger … zitternd und sich windend lag sie nun neben ihm und versuchte, ihn über sich zu ziehen.
„Bitte!“, flehte sie leise und erneut zuckte ihre Hüfte gegen seine Hand, was sie abermals aufstöhnen ließ. Er gab jedoch ihrer Bitte nicht nach, noch nicht.
„Ich glaube, das gefällt dir genauso, wie es mir gefallen hat“, hauchte er ebenfalls mit leicht zittriger Stimme gegen ihr Gesicht und seine Augen musterten sie ausgiebig.
Erneut versuchte sie ihn zwischen ihre Beine zu ziehen, winkelte dazu ein Bein an, wodurch sie aber nur erreichte, dass sie seine Berührungen nur noch intensiver spürte … zu intensiv, denn mit einem Mal, krallte sie eine Hand in seinen Arm und die andere an der Decke fest.
Keuchend wölbte sie sich ihm entgegen, begann heftig zu zucken und stöhnte dann hell auf, als ein letztes Aufbäumen ihres Körpers folgte, bevor sie keuchend und mit wild klopfendem Herzen, zitternd auf die Decke zurücksank und die Augen schloss.
Doch in dem Moment, bevor sie richtig begreifen konnte, was geschah, hatte sich Ashley zwischen ihre Beine gelegt und drang in sie ein, mitten in ihren Höhepunkt, der noch nicht verebbt war. Kräftig begann er sich gleich in ihr zu bewegen und sie hatte das Gefühl, damit würde er das langsame Verklingen des Pochens in ihrem Unterleib aufhalten und sogar wieder steigern.
Mit einem lauten Stöhnen, von welchem sie überzeugt war, dass es weithin über den Fluss zu hören sein musste, klammerte sie sich an ihm fest. Ihre Beine schlang sie fordernd um seine Hüften, sodass er noch tiefer in sie dringen konnte und er sie so hart ausfüllte, dass sie am liebsten vor Lust laut aufgeschrien hätte. Heftig stieß er in sie, während ihre Körper in Ekstase aneinander geklammert waren, ihre Lippen ineinander verschmolzen und sie ihr Stöhnen im Mund des jeweils anderen erstickten.
Erneut bäumte sich ihr Körper unter ihm auf, doch diesmal war sie sich nicht sicher, ob es ihr Höhepunkt war, der sie so reagieren ließ oder seiner. Noch einmal drang er kräftig in sie, als seine Lenden heftig erbebten und er dann zuckend auf sie hinunter sank, sein Gesicht in ihrer Halsbeuge vergrub und versuchte wieder zu Atem zu kommen.
Ihre Hände strichen über seinen Rücken, während auch sie damit kämpfte, die Kontrolle über ihren Körper und auch über ihren Geist wieder zu erlangen. Zu sehr gefangen war sie von der Liebe, ... von der Wollust, die sie beide gepackt hatte und nur langsam verklang das wilde Pochen in ihr.
Nach Minuten, wie es ihr vorkam, hob er den Kopf und suchte ihren Blick. Sanft schob sie ihm eine Strähne aus der Stirn und lächelte ihn an, bevor er ihr einen Kuss gab.
„Ich sagte doch, wie eine Wildkatze“, hauchte er und erwiderte ihr Lächeln.
„Ich?“, fragte sie erstaunt nach.
„Ja“, gab er zurück und legte eine Hand an ihr Gesicht.
„Du bist wundervoll“, flüsterte sie überglücklich.
„Nein du“, gab er zurück, nahm ihr Gesicht zwischen seine Hände und küsste sie leidenschaftlich.
Sie schüttelte den Kopf, drückte ihn noch fester an sich und genoss einfach seine Nähe, seine warme Haut an der ihren.
Nach einiger Zeit ließ er sich neben sie sinken, aber nur soweit, wie sie es zu ließ, dann angelte er nach einer Decke, die er über sie beide zog, da es doch schon verdammt frisch geworden war.
Ihre Finger glitten durch seine weichen, langen schwarzen Haare, die sich aus dem Band gelöst hatten, während sie in die klare Nacht blickte und den sternenklaren Himmel betrachtete, an dem Millionen von kleinen Lichtpunkten nur für sie beide zu schimmern schienen.
Keiner von beiden sprach ein Wort, was auch absolut nicht notwendig war, sie hatte das Gefühl ein gesprochenes Wort, ein unbedachter Satz, könnte und würde diesen perfekten Moment nur zerstören. Eng aneinander geschmiegt lagen sie da und nach einiger Zeit überkam sie doch die Müdigkeit und ihre Augen fielen zu.

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BeitragThema: Re: Wunsch nach Frieden 7 -12   Do Feb 07, 2008 11:09 pm

11. Das letzte Stück Weg


Cathreen runzelte die Stirn, als etwas Kühles und Nasses in ihr Gesicht tropfte. In ihrem Traum kam doch gar kein Wasser vor, warum war es dann aber auf einmal so nass?
Wieder spürte sie, wie etwas Nasses über ihre Wange lief und in dem Moment vernahm sie auch schon eine Stimme.
„Aufwachen“, sagte eine ihr vertraute Stimme, genau über ihr, „du willst doch nicht, dass dich der Fischer so sieht?“
Langsam öffnete sie ihre Augen und nach einem kurzen Blinzeln wurde ihr Blick klar und sie sah direkt in Ashleys Gesicht.
„Guten Morgen, mein Wildfang“, sagte er und hauchte ihr einen Kuss auf die Lippen, wobei wieder ein paar Wassertropfen aus seinem Haar, auf ihr Gesicht tropfen.
„Du bist nass“, sagte sie, als sei das etwas ganz Schreckliches. Doch dann konnte sie kurz darauf ein leises Gähnen nicht mehr unterdrücken, vor allem, als ihr klar wurde, dass die Sonne noch nicht einmal aufgegangen war.
„Ich war auch schon schwimmen“, erklärte er grinsend und reichte ihr ihre Kleidung, die er vor sie auf die Decke legte. Er selber trug im Moment nur seine Hose und erhob sich, als Cathreen sich aufrichtete.
„Du warst schwimmen? So früh?“, hakte sie nach und erschauderte bei dem Gedanken. Ihr war so schon kalt genug und wenn sie an das Wasser dachte, das bestimmt noch kälter war, rann ihr ein Schauer den Rücken hinunter.
Ich hatte das Gefühl … ich hätte es nötig“, erklärte er mit einem Zwinkern und griff nach seinem Hemd, welches er überstreifte.
Mit langsamen Bewegungen begann Cathreen sich anzuziehen. Sie war immer noch sehr müde, da die Nacht doch ziemlich kurz gewesen war. Sie sehnte sich nach einem weichen Bett und danach, einmal so lange schlafen zu dürfen, wie sie wollte.
„Du solltest dich besser beeilen, der Mann wollte bei Tagesanbruch hier sein“, trieb er sie zur Eile an und riss sie aus ihren Gedanken.
„Schon gut, ich mach ja schon“, stöhnte sie und knöpfte etwas hastiger ihr Hemd zu. Als sie endlich angezogen war, sah sie zu Ashley, der gerade sein Hemd in die Hose stopfte.
„Wir sollten die Decken besser irgendwo verstecken“, sagte er kurz überlegend und zwinkerte ihr verschwörerisch zu. Sollte er diese tatsächlich gestohlen haben? Sie fragte lieber nicht nach, sie wollte es gar nicht wissen, sondern legte diese zusammen, als er sie ihr mit einem Male aus der Hand nahm und kurzerhand hinter einen dichten Busch warf.
„Das reicht schon“, gab er lachend zurück.
„Du scheinst heute besonders gut gelaunt zu sein“, stellte sie überrascht fest.
„Vielleicht, weil mir klar geworden ist, dass heute Abend endlich alles zu Ende sein wird. Dieses Verstecken, das auf der Flucht sein, das draußen Schlafen …“
„Zum Glück, ich glaube länger hätte ich das Ganze auch nicht mehr durchgestanden“, erklärte sie ebenfalls erleichtert an den Gedanken daran, dass alles bald vorbei sein würde.
„Ich freu mich darauf, endlich mal wieder in einem richtigen Bett, unter einem dichten Dach schlafen zu können“, sagte er verträumt und sah zum Fluss.
„Und ich will nur noch, dass es so schnell wie möglich vorbei ist. Ich habe es so satt, dieses ständige Umherlaufen, das Bergsteigen, das viele Reiten, die unfreiwilligen Bäder und das auf dem Boden schlafen … einfach alles“, sagte sie seufzend und ihr Blick verfinsterte sich bei ihren Worten.
„Es tut mir alles so leid“, sagte er und zog sie in seine Arme. Sie legte den Kopf an seine Brust und atmete ein paar Mal tief durch.
„Ist schon gut. Du kannst ja nichts dafür und diesen einen Tag, werde ich hoffentlich auch noch unbeschadet überstehen“, seufzte sie leise.
„Doch. Ich wollte den Auftrag und ich habe dich da mit hineingezogen. Doch ich verspreche dir, ich werde es wieder gut machen“, erklärte er, doch sie schüttelte nur den Kopf.
„Es gibt nichts, was du wieder gut machen musst.“
„Ich denke doch …“, begann er abermals, als sie hinter sich jemanden rufen hörten. Es war der Fischer, der mit seinem Boot soeben den Steg erreicht hatte und dort anlegte. Das Boot hatte bestimmt seine acht Meter und auch eine Kajüte. Der Fischer selber, war ein älterer Mann um die Fünfzig, hatte ein wettergegerbtes Gesicht und seine Augen blickten freundlich, als er sie an Bord bat. Seine graubraunen Haare hatte er unter einer Mütze versteckt, die nur büschelweise darunter hervor lugten. Er hatte ein tiefes Grübchen in seinem Kinn und seine Hände waren vom Arbeiten ganz rau und mit vielen Schwielen übersäht. Ihr Blick fiel einen Moment darauf, als er ihr die Hand entgegenstreckte, um ihr beim Einsteigen zu helfen. Kurz warf sie Ashley einen fragenden Blick zu und als dieser nickte, ließ sie sich in das Boot helfen, wobei Ash ihr gleich folgte und ebenfalls an Bord sprang.
„Guten Morgen. Ihr seid mehr als pünktlich“, sagte er zu dem Mann, der sie beide wohl gelaunt begrüßte und sofort begann, ihnen genau zu erklären, wie lange sie unterwegs sein würden und welche Städte sie passieren mussten. Er erzählte ihnen, dass sie über Reading, Henley, Maidenhead bis Bray fahren würden, das nicht mehr weit von Windsor entfernt war.
Weiter würde er nicht dürfen, doch Ashley erklärte ihm, dass dies schon reichen würde, den Rest des Weges würden sie dann schon noch so schaffen.
Wie ein Wasserfall redetet der Mann und hörte nicht auf, bis Cathreen sagte, dass sie sich ein wenig hinsetzten müsste und Ashley sie einfach zum Bug begleitete. Dann endlich gab der Mann ruhe, der schon angefangen hatte, sie in die Geheimnisse des Fischfangs einzuweihen und ihnen vorgerechnet hatte, wie viel Fische er wohl von London bis hier her zurück, in zwei Tage fangen würde können.
Seufzend ließ sich Cathreen auf einer Kiste, die dort stand, nieder und beobachtete Ashley, der auf den Fluss starrte, in die Richtung, in die sie fuhren.
Kurz beugte sie sich über die Reling und ließ ihre Fingerspitzen ins Wasser tauchen. Dies tat sie einige Zeit und beobachtete fasziniert die Wellen und wie sich die Sonne auf ihnen spiegelte. Als sie sich nach einiger Zeit umdrehte und ihren Blick nach hinten warf, sah sie, dass der Fischer angefangen hatte ein Liedchen zu pfeifen und zwischendrin immer wieder kräftig an der Pfeife zog, die er sich angezündet hatte. Sodass immer wieder kleine Rauchwolken nach oben stiegen, die der Fahrtwind sofort verwehte. Mit einem Schmunzeln auf den Lippen wendete sie ihre Augen wieder nach vorn zu Ashley und beobachtete ihn einige Zeit. Er hatte einen Fuß auf den Rand des Bootes gestellt und suchte mit seinen Augen das Ufer ab. Langsam stand sie auf und ging auf ihn zu. Vorsichtig, um ihn nicht zu erschrecken, denn er schien ganz in Gedanken zu sein, legte sie eine Hand auf seinen Arm.
„Du bist so still. Ist alles in Ordnung?“, fragte sie und legt die Hand teilweise vor die Augen um sie gegen die Sonne zu schützen, die inzwischen aufgegangen war und ihr ins Gesicht schien.
Er drehte sich zu ihr um und musterte sie nachdenklich.
„Ich hab nur so ein komisches Gefühl. Irgendwie kann ich mir nicht vorstellen, dass wir so einfach, ganz gemütlich nach London schippern können, ohne dass jemand versucht uns aufzuhalten“, erklärte er ehrlich. „Außerdem gehen mir die letzten Tage nicht aus dem Kopf“, fügte er noch an.
„Unsinn, niemand würde uns auf einem Fischerboot vermuten“, versuchte sie ihn zu beruhigen, auch wenn sie selber nicht so recht daran glaubte, dann hob sie eine Augenbraue.
„Die letzten Tage? Und was genau geht dir von ihnen nicht aus dem Kopf?“, hakte sie mit schlechtem Gewissen nach.
„Nicht nur die letzten Tage, eigentlich die letzten zwei Wochen um genau zu sein. Ich habe drüber nachgedacht, dass ich den Kerlen, die dich damals überfallen haben eigentlich dankbar sein müsste“, er hob seine Hand und strich mit einem seiner Finger über ihre Wange, weiter über ihre Lippen bis zu ihrem Kinn. Für einen Moment schloss sie die Augen und genoss einfach nur seine Berührungen.
„Ich bin mir sicher, wäre das nicht so gewesen, hättest du mich an dem Abend nie bemerkt.“
„Sag doch so etwas nicht. Dieser Kerl hätte dich umbringen können und wenn du sie nicht getroffen hättest, dann hättest du auch eine leichtere Reise nach London gehabt, denn schließlich war ich es, welche die Soldaten …“, hier brach sie ab. „Doch ich denke schon, dass ich dich bemerkt hätte, vielleicht auch nicht … ich weiß es nicht“, sah ihn nun wieder an und lächelte dann. „Aber warum ist dir das jetzt so wichtig? Ich habe dich bemerkt und nur das zählt.“
„Vielleicht hast du Recht, vielleicht war es auch einfach Schicksal, dass wir uns treffen mussten.“
„Du glaubst an Schicksal?“, fragte sie und sah ihn verwundert an.
„Ja, allerdings das tue ich. Ich denke, für uns alle ist ein Weg vorbestimmt, auf die eine oder andere Weise, es bleibt nur jedem selber überlassen, wie er damit umgeht und was er daraus macht“; erklärte er und nun war sie es, die ihre Hand an seine Wange legte und ihn ansah.
„So kenne ich dich gar nicht. Bist du sicher, dass alles in Ordnung ist?“
„Sicher ist alles in Ordnung“, lächelte er, legte seine Hände um ihre Taille und zog sie zu sich heran. Kurz sah er sich um, doch der Fischer sah gerade woanders hin und er legte dann einfach seine Lippen auf die ihren, um sie zu küssen.
„Du scheinst heute wirklich ganz besonders gut gelaunt zu sein“, hauchte sie gegen seine Lippen und lächelte.
„Das macht deine Nähe“, erklärte er und ließ sie nicht los.
„Ja wirklich? Dann sollte ich eigentlich gar nicht mehr von deiner Seite weichen.“
Kurz sah sie zur Seite und bemerkte, dass der Fischer sie inzwischen neugierig beobachtete. Verlegen wendete sie den Blick wieder ab und sah, auf das in der Sonne glitzernde goldene Wasser.
Sie drehte sich um und lehnte sich mit dem Rücken gegen ihn, während er seine Arme um sie schlang und sie einfach nur fest hielt. Sie sprachen eine ganze Zeit lang kein Wort, jeder von ihnen hing seinen Gedanken nach, bis der Fischer das Boot in einem kleinen Ort Richtung Ufer lenkte. Die Sonne hatte inzwischen ihren höchsten Stand erreicht und zeigte, dass es inzwischen Mittag geworden war.
„Ich dachte wir machen einen kleinen Zwischenstopp und besorgen uns eine Kleinigkeit zu essen“, erklärte der Mann schmunzelnd und rieb sich mit seiner Hand über sein braungebranntes Kinn, bevor er das Boot am Steg befestigte und dann an Land ging. Überrascht sah sie dem Mann hinterher und blickte dann zu Ashley, der nur mit den Schultern zuckte und auch auf den Steg kletterte. Dann reichte er ihr seine Hand und half ihr auch rauf. Langsam schlenderten sie über den Hafen, an dem es viele kleine Stände gab, wo die Händler ihre Waren feilboten. Sie kauften sich etwas Obst, Brot und auch ein Stück Schinken, bevor sie wieder zurück zu dem Kahn gingen, es sich auf ein paar Kisten gemütlich machten und zu essen begannen. Der Fischer kam erst einige Zeit später wieder, mit einem Päckchen unter dem Arm. Auf Cathreens fragenden Blick, auf das in braunes Papier gewickelte Paket, erklärte der Mann ihr, dass es ein Geschenk für seine Frau sei, zum 25. Hochzeitstag, den sie in ein paar Tagen feiern würden und dass er sehr froh darüber sei, dass er sie nach London fahren durfte, denn sonst hätte er es sich nicht leisten können, seiner Frau überhaupt ein Geschenk zu kaufen.
Ashley lud den Mann ein, bei ihnen mitzuessen, denn sie hatten mehr als genug, was er auch dankend annahm. Nach dieser Stunde Aufenthalt fuhren sie dann weiter, immer Richtung Osten ging es, und auch wenn der Fluss einige Schlingen machte, lagen sie noch sehr gut in der Zeit und sie konnten es ohne Mühe schaffen, vor Mitternacht das Schloss zu erreichen.
Ashley hatte wieder seinen Platz am Bug des Schiffes eingenommen und suchte aufmerksam das Ufer ab. Cathreen hingegen hatte es sich, so gut es ging, auf einer Kiste vor der Wand, die zur Kabine führte, gemütlich gemacht und war auch etwas eingedöst.

Plötzlich kam Ashley zu ihr, rüttelte sie an der Schulter und schob sie schnell, fast hektisch in das Innere des Kahns.
„Unter Deck, schnell“, sagte er und folgte ihr. Hier standen einige Körbe und Kisten herum, in einem waren sogar noch Fische drin, die schon leicht unangenehm rochen. Es gab eine Art Tisch, auf dem in einer Vertiefung ein paar scharfe Messer lagen und der Tisch selber war dreckig und blutverschmiert. Höchstwahrscheinlich wurde dieser zum Schlachten und Ausnehmen von Fischen benutzt.
Perplex sah sie ihn an, als er sie hineinschob und ihr auch sofort folgte.
„Da waren einige Soldaten“, erklärte er leise, als sie ihn fragend ansah und ihr Blick huschte noch mal durch die Türe nach draußen, doch er zog sie wieder zurück.
„Ich hoffe nur, sie haben uns beide nicht gesehen“, erwiderte er besorgt und seine Augen huschten nervös in der Kabine umher.
„Aber was sollte sie veranlassen mitten auf einem unbewohnten Stück Land zu stehen. Glaubst du sie ahnen, dass wir hier sind?“
„Ich weiß es nicht, aber es könnte gut sein, dass sie die ganze Gegend um das Schloss besonders überwachen.“
Sie lauschten nach draußen und hörte vom Ufer her laute Rufe, die den Fischer aufforderten, an Land zu steuern. Leise fluchte Ashley auf, als er sah, dass das Land immer näher kam und ihr Herz schlug heftig in ihrer Brust. Panik kam in ihr auf und hilfesuchend, sah sie ihn an.
Doch in dem Moment schob er sie etwas tiefer in die Kajüte hinein und drückte sie auf die schmale Britsche, die sich dort befand, auf die sie sich einfach setzte.
„Was …“, begann sie.
„Ich habe eine Idee, drück uns die Daumen, dass sie darauf reinfallen“, erklärte er knapp, schnappte sich einen kleinen Korb mit Fischen und stellte diesen auf den Tisch vor sich.
„Aber was hast du denn vor?“, fragte sie und beobachtete ihn, doch er gab ihr keine Antwort, stattdessen zog er sein Messer aus dem Stiefel und begann einen der Fische aufzuschneiden. Dann schmierte er sich das Zeugs, welches aus dem Tier heraustriefte auf die Hände, Arme und ein bisschen davon auch in sein Gesicht, bevor er begann, das Tier grob auszunehmen und aufzuschneiden. Das tat er mit einem zweiten und dritten Fisch auch noch und legte diese so hin, dass man sie sehen musste, wenn man von draußen herein schaute.
„Was tust du da?“, hakte sie noch einmal nach.
„Tarnung“, sagte er nur knapp und musste um sein Gleichgewicht kämpfen, als das Boot mit einem Ruck an dem Ufer anlegte. Hecktisch sah sie zu Ashley, der ihr andeutete, sich ganz in die Ecke zu verdrücken, sodass man sie nicht sehen konnte und mahnte sie ruhig zu sein.
Die Soldaten begannen dem Fischer Fragen zu stellen, nach einem Mann und einer Frau, gaben ihm eine ungefähre Beschreibung und als der Fischer nachdenklich seinen Hut abnahm und sich am Kopf zu kratzen begann, ergriff Ashley die andere Kappe, die an einem Haken hinter ihm hing, setzte sich diese auf und trat hinaus.
„Dad, was is’n los? Warum leg’n wir an? Wir müssen weiter, die Fische verderb’n uns sonst noch“, sagte er in einem merkwürdigen Akzent, was Cathreen überraschte, die ihm sowieso schon geschockt nachblickte, über soviel Unverfrohrenheit, sich einfach den Soldaten zu zeigen. Sie beobachtete ihn genau. Er vermied es die Soldaten direkt anzusehen, während er mit seinem Messer weiter dem Fisch, den er noch in der Hand hatte, den Bauch aufschnitt.
„Er ist verrückt geworden“, flüsterte sie nun leise vor sich hin, als sie seine Worte hörte.

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Mit Zauberei hat das Geschichtenschreiben eben auch zu tun! Cornelia Funke (Tintenherz)

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