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 Wunsch nach Frieden 7 -12

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Sisilia
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BeitragThema: Re: Wunsch nach Frieden 7 -12   Do Feb 07, 2008 11:10 pm

Kurz war sie sich nicht sicher, ob der Fischer mitspielen würde, doch dann sah sie in Ashleys Hand kurz etwas Goldenes aufblitzen und auf einmal reagierte der alte Mann einfach fabelhaft.
„Nun, mein Sohn. Der freundliche Mann hier, der im Dienste des Königs steht, erklärte mir nur, dass sie nach jemand suchen, einem Mann und einer hübschen Lady. Er wollte wissen, ob wir sie vielleicht gesehen haben.“
Der Fischer kam sehr überzeugend rüber, doch das war noch gar nichts zu dem, was Ashley darbot.
„Ich hab den ganzen Tag nur Fische gesehen, n’ hübschen Mädchen wär’ mir auch lieber gewesen“, brummte er nur und drehte sich wieder zurück. Immer noch hatte er es geschafft, dass die Soldaten sein Gesicht bisher nicht hatten sehen können, was Cathreen mehr als verwunderte. Weiterhin saß sie mit wild klopfendem Herzen in der Kajüte und rührte sich keinen Zentimeter, in der Angst, dass man sie vielleicht sehen oder hören könnte.
Erneut ging er in das Innere des Schiffes, stellte sich wieder an den Tisch und tat so, als würde er seine Arbeit fortsetzten, aber dennoch bemerkte sie, wie angespannt er war und er immer wieder unauffällig einen Blick hinauswarf.
„Ich bedaure. Wie Sie meinen Sohn gehört haben, haben wir nur Wasser und Fische gesehen“, erklärte der Fischer noch mal und der Soldat winkte ab, und ließ sie weiterfahren.
Cathreen saß immer noch starr auf dem Britsche und starrt auf Ashley, einige Minuten vergingen, in denen keiner ein Wort sprach, erst als Ashleys Anspannung sich löste und er deutlich ausatmete, reagierte auch sie und sprang auf.
„Bist du total verrückt geworden? Sie hätten dich erkennen können, du Narr. Sie hätten dich umbringen können“, schrie sie ihn an und ihr Augen funkelten dabei.
„So wie ich aussehe?“, deutete auf sich, „die sind doch blind wie … wie diese Fische hier“, sagte er leicht gereizt und warf den Fisch, den er noch in der Hand gehabt hatte, zurück in die Kiste.
Mit einem skeptischen Blick musterte sie ihn und ließ ihre Augen über seinen Körper wandern, der überall voll mit dem Blut der Fische war.
„Ich glaube das Baden heute Morgen hätte ich mir auch sparen können, so wie ich jetzt stinke“, brummte er und rümpfte die Nase.
„Da gebe ich dir allerdings vollkommen recht“, gab sie leicht spitz zurück.
„Danke“, knurrte er und verzog sein Gesicht.
Seufzend ließ sie sich nun wieder auf die Britsche sinken und redete leise weiter.
„Hoffentlich fängt man uns nicht noch einmal ab. Ich habe es so satt, ich hätte gegen eine unterbrechungslose Fahrt bis nach London, wirklich nichts einzuwenden.“
„Nicht nur du“, erklärte er, streckte den Kopf hinaus und sah, ob die Luft rein war. Dann ging er hinaus und bedankte sich bei dem Fischer und Cathreen konnte sehen, wie er ihm noch mal ein Goldstück in die Hand drückte, worauf der Mann über das ganze Gesicht strahlte.
„Ich werde nicht nachfragen, was ihr beiden angestellt habt, dass man euch sucht, aber einen Rat will ich dir mit auf den Weg geben, mein Sohn“, begann er und grinste.
„Lass das mit dem Fischefangen besser sein, so wie du die Fische ausnimmst, werden sie ungenießbar“, erklärte ihm der Mann schmunzelnd.
„Ich denke, ich werde Ihren Rat nur zu gern beherzigen. Denn wenn ich ganz ehrlich bin, ich hab mich auch nicht wirklich wohl dabei gefühlt“, lachte er jetzt und der alte Mann stimmte mit ein. Aber dann deutet er in eine Ecke des Boten und erklärte Ashley noch, wo er ein Stück Seife hatte, sodass dieser sich waschen konnte. Er selber stand wieder am Steuer und zündete sich erneut seine Pfeife an. Stumm saß Cathreen immer noch im Bauch des Schiffes und starrte vor sich hin. Erst jetzt bemerkte sie, wie ihre Hände zitterten, vor Schreck und Aufregung.
Wie lange würden sie noch auf dem Boot bleiben müssen? Es kam ihr inzwischen schon fast wie eine Ewigkeit vor, dass sie hier waren und langsam wurde sie ungeduldig.
So ging sie wieder an Deck und trat zu Ashley, der gewaschen hatte zum Trocknen an ein Seil hängte, das am Bug und am Masten des Schiffes befestigt war.
„Was glaubst du, wie lange wir noch brauchen?“, fragte sie ihn mit einem kurzen Blick auf seinen muskulösen braungebrannten Körper, doch dann sah sie ihm ins Gesicht.
„Ich denke am späten Nachmittag oder frühen Abend sind wir in London, dann müssen wir uns Pferde besorgen“, gab er zurück und sah sie an.
„Du meinst wohl eher stehlen. Denn Gold haben wir wohl keines mehr“, sagte sie mit einem kurzen Blick auf den Fischer.
„Nein, du irrst dich, ein paar Goldmünzen hab ich noch“, erklärte er und klopfte auf die Satteltasche, die neben ihm auf einer Kiste lag.
„Und was ist mit Kleidung? Oder willst du so …“, sie deutete auf ihn und auf sich, „… vor den König treten?“
„Keine Sorge, darum kümmern wir uns, wenn es soweit ist. Erst einmal müssen wir Windsor erreichen, der Rest wird sich dann ergeben.“
„Möchtest du noch etwas essen?“, fragte er und deutet auf die Reste vom Mittag.
„Nein danke, der Fischgeruch da drinnen hat mir den Appetit verdorben“, erklärte sie und trat nach vorn, hielt sich am Seil fest, auf dem auch das Hemd hing und blickte in Wasser. Völlig in Gedanken starrte sie auf die Wellen, die sich um das Schiff herum auftürmten.
Aus den Augenwinkeln sah sie, wie Ashley sich wieder auf eine der Kisten niederließ und sich ein Stück von dem Brot nahm.
„Bist du sicher, dass du nichts möchtest?“, hakte er noch einmal nach.
„Nein, danke. Wirklich nicht. Das Einzige, was ich möchte, ist nur noch so schnell wie möglich aus diesem Albtraum aufzuwachen“, sie drehte sich nicht um, als sie das sagte, und starrte weiterhin auf den Fluss.
„Aber deshalb musst du doch nicht hungrig aufwachen?“
„Ich sagte doch, dass ich nichts möchte“, zischte sie schon fast wütend, da sie langsam merkte, wie die ganzen Strapazen der letzten Tage auch an ihren Nerven zehrten.
Mit einem Mal spürte sie seine Hände auf ihren Oberarmen und er drehte sie zu sich um. Sie sah lediglich zu ihm auf, bewegte sich ansonsten aber nicht.
„Schon gut. Es tut mir leid. Ich habe es nicht …“, erklärte er entschuldigend, „nur noch heute. Dann haben wir es hinter uns“, hauchte er leise.
„Nein. Nein. Es tut mir leid. Ich hätte dich eben nicht so anfahren dürfen. Es wird nur langsam etwas viel …“, gab sie zurück und schüttelte leicht verzweifelt den Kopf.
„Shhh, schon gut.“
Seufzend lehnte sie sich gegen ihn und verschränkte ihre Finger mit den seinen.
„Es tut mir leid“, wiederholte sie noch einmal.
„Du musst dich nicht entschuldigen. Ich weiß, was ich von dir fordere und es ist alles verdammt schwer. Doch glaub mir, morgen werden wir darüber lachen“, versuchte er sie aufzumuntern, was ihm aber nicht wirklich gelang.
„Morgen werde ich den ganzen Tag nur damit verbringen, mich wieder in einen normalen Menschen zu verwandeln, allein um die ganzen Knoten aus meinen Haaren herauszubekommen werde ich Stunden brauchen“, erklärte sie und deutete auf ihr Haar.
„Mir gefällst du auch so“, lächelte er und warf kurz einen Blick zu dem alten Fischer, der sie grinsend beobachtete.
„Ach ja? Ich mir aber nicht“, widersprach sie ihm und schenkte dem alten Mann auch ein Lächeln. „Ihm scheint das auch zu gefallen“, fügte sie hinzu.
Das Gefühl hab ich auch“, gab er schmunzelnd zurück, ließ sie aber nicht aus den Augen.
Sie erwiderte kurz seinen Blick, doch dann richtete sie ihren Blick an Ashley vorbei, in die sich vor ihnen auftuende Landschaft.
„Warst du schon einmal in London?“, wollte sie dann gedankenverloren wissen.
„Sicher, schon einige Male. Du nicht?“
„Nein. Ich war noch nie so weit von zu Hause weg“, erklärte sie und sah ihn nun wieder an.
„London ist sehr, sehr groß. Es leben viele Menschen hier und man kann sich sogar sehr schnell verlaufen, wenn man sich nicht auskennt. Aber wir müssen gar nicht ganz bis in die Stadt hinein. Windsor liegt außerhalb, da wo sich der König über den Sommer immer aufhält. Der Buckingham Palast befindet sich mitten in London. Vielleicht werde ich ihn dir auch einmal zeigen“, bot er ihr an und sie nickte interessiert. Das hörte sich alles sehr aufregend an und wenn sie nur eine Vergnügungsreise machen würden, hätte sie dieser Vorschlag bestimmt sehr gereizt, doch im Moment, wollte sie nur noch ein warmes ausgiebiges Bad und ein weiches warmes Bett.
Er deutet kurz auf die Kisten hinter ihnen und sah sie fragend an.
„Was ist?“
„Willst du weiterhin stehen bleiben? Gestern hast du noch gejammert, dass dir alles wehtun würde.“
Cathreen schmunzelte und setzte sich hin, streckte nun eine Hand nach Ashley aus, der ihr nur stumm hinterher gesehen hatte.
Er ergriff sie und setzte sich hinter sie auf die andere Kiste. Mit einem kurzen Blick stellte sie fest, dass der alte Fischer sie hier nicht mehr sehen konnte und mit einem Schmunzeln lehnte sie sich mit ihrem Rücken gegen Ashleys Brust, welcher einen Arm um ihre Mitte legte und sie fest hielt. Sanft strich sie mit ihren Fingern über seinen Arm und seine Hand und nach einigen Minuten schloss sie ihre Augen. Sie merkte gar nicht, wie sie beim leichten Schaukeln des Bootes wegdöste, in seinen Armen einfach einschlief und erst hochschreckte, als er ihr sanft über die Wange strich.
„Cathreen? Wir sind fast da“, flüsterte er ihr sanft ins Ohr.
Erschrocken fuhr sie hoch und sah sich kurz hektisch um. Sie brauchte kurz, bis sie begriff, wo sie war.
„Was? Oh. Gut, sehr gut“, murmelte sie noch etwas verschlafen und richtete sich auf.
„Du hast noch ein paar Minuten“, erklärte er und deutete auf eine Flussbiegung, hinter der sie schon ein paar Häuser erkennen konnten.
„Das ist ein Vorort von London. Von hier aus müssen wir zu Fuß oder per Pferd weiter, wenn wir welche bekommen“, erklärte er.
Neugierig stand Cathreen nun auf und ging zum Rand des Bootes. Sie konnte schon einige Dächer erkennen, die wohl zu einer größeren Stadt gehören mussten.
„Es ist ganz schön groß“, erklärte sie jetzt erstaunt.
„Das ist doch nur ein Randbezirk, das ist nichts im Vergleich zu London selbst. Wenn du möchtest, werde ich dir die Stadt mal zeigen, mit seinen Parks, dem Buckingham Palast und den wunderschönen Brücken. Vor allem die London Bridge. Stell dir vor, da haben Menschen ihre Häuser auf eine Brücke gebaut. Sogar eine Kirche soll es da mal darauf gegeben haben“, erklärte er begeistert und sie wurde nun wirklich sehr neugierig.
„Ja? Das Angebot nehme ich sehr gerne an. Aber erst, wenn all das hier vorbei ist und wir uns etwas erholt haben“, gab sie lachend zurück und wendete den Blick von den Häusern zu ihm.
„Wo werden wir an Land gehen?“, fragte sie, da sie es nicht mehr erwarten konnte, die ganze Sache zu einem Abschluss zu bringen und endlich wieder festen Boden unter den Füßen zu haben.
„Ich denke, da drüben“, er deutete auf die kleine Mole, die in dem Moment hinter der nächsten Kurve auftauchte.

Es dauerte nicht mehr lange, und der Fischer steuerte das Boot auf den Kai zu.
Als sie angelegt hatten, verabschiedete sich Cathreen von dem Mann und kletterte, ohne auf Ashley zu warten, aus dem Boot nach oben. Sie wollte nur noch festen Boden unter den Füßen und so stand sie dann auf der Kaimauer und sah zu den beiden Männern hinunter, die noch kurz etwas besprachen und zu ihrer Verwunderung, sah sie mit an, wie Ashley ihm noch mal eine Münze zu steckte. Zuerst wollte sie protestieren, doch dann dachte sie sich, dass er schon wissen würde, was er tat und ging langsam dem Weg in den Ort hinauf.
Es dauerte nicht lange, da hatte Ashley sie schon eingeholt und ging, die Satteltasche wieder über seine Schulter gelegt, neben ihr her.
Sie liefen durch eine belebte Straße, auf der sich viele Kinder tummelten, Frauen ihre Einkäufe nach Hause trugen und Männer an den Ecken standen und diskutierten. Sie sahen hier Menschen aller Schichten, vom Bettler bis hin zum Lord, war alles vertreten und so fielen sie hier überhaupt nicht weiter auf.
Nach einiger Zeit kamen sie an einem Gebäude vorbei neben dem es ein eingezäuntes Stück Wiese gab, auf dem einige Pferde standen und grasten. Es war ein offizieller Mietstall, wie sie feststellten, als sie um das Haus herumgingen.
„Sollen wir sie stehlen oder bezahlen“, fragte Cathreen Ashley jetzt und sah ihn mit einem Ausdruck an, als ob sie es ernst meinte. Doch im Grunde war es nur eine Anspielung darauf, dass er dem Fischer noch mal etwas gegeben hatte, obwohl sie selber kaum noch etwas hatten.
„Nein, wir werden sie nicht stehlen. Ich habe nicht vor noch mal ein Verbrechen zu begehen. Wir werden sie bezahlen. Ich denke es reicht, wenn uns die Soldaten auf den Fersen sind, da brauch ich nicht noch einen Mietstallbesitzer, der mir seine Leute hinterherjagt.“
Leise seufzte Cathreen, doch dann nickte sie und folgte Ashley zum Eingang, als in dem Moment ein großer hagerer Mann herauskam und sie beide fragend ansah.
„Einen wunderschönen guten Abend“, sagte Ashley überschwänglich freundlich und erkundigte sich danach, ob sie Pferde nur vermieteten oder auch verkaufen würden. Zuerst zierte sich der Mann, er wollte die Pferde lieber vermieten, doch als Ashley ihm seine letzten Goldstücke unter die Nase hob, änderte der Mann sehr schnell seine Meinung.
Cathreen beobachtete die beiden Männer aus etwas Abstand und warf immer wieder Blicke die Straße hinauf und hinunter, im Falle, dass Soldaten auftauchen würden. Aus dem Haus gegenüber schaute ab und an eine mollige neugierige Frau heraus und beäugte sie misstrauisch, jedoch versuchte Cathreen sie einfach zu ignorieren.
„Warum suchen Sie sich nicht einfach zwei aus“, bot der schlaksige Mann ihm nun an und deutete in den Stall hinein.
„Ich denke das kannst du machen“, lächelte er jetzt Cathreen an, „du hast ein gutes Händchen dafür“, forderte er sie jetzt auf.
„Meinst du?“, fragte sie überrascht und etwas unsicher.
„Das weiß ich“, bestätigte er seine Aussage und deutete auffordernd in den Stall hinein.
Während Ashley sich noch mit dem Mann unterhielt, ging sie die Stallgasse entlang und sah in diese und jene Box, doch schüttelte sie immer wieder den Kopf. Keines der Pferde gefiel ihr wirklich, sie waren ziemlich geschunden und hatten bestimmt kaum eine Weide, geschweige denn frisches Gras gesehen. So ging sie einfach weiter und trat am Ende des Stalles auf die kleine Wiese, wo sie zwei ganz passable Tiere, beide rabenschwarz, friedlich grasen sah. Lächelnd packte sie zwei Trensen, ging langsam zu den Tieren und legte sie ihnen um, dann marschierte sie mit ihnen durch den Stall zurück zu Ashley und dem Mietstallbesitzer, der keinen glücklichen Eindruck machte, als er sah, welche Tiere sie sich ausgesucht hatte. Denn die beiden waren zweifellos die besten Tiere des Stalles. Ashley nickte anerkennend, während der Mann zuerst zögerte, aber dann aufgrund der Goldstücke in seiner Hand die Tiere satteln ließ.
Während sie warteten, ließ sich Ashley den Weg nach Norden erklären, ein geschicktes Ablenkmanöver, falls jemand nach ihnen fragen würde.
Dann nahmen sie die Zügel der Pferde und verließen den Stall. Fast gleichzeitig schwangen sie sich in die Sättel und lenkten die Tiere die Straße entlang, zuerst ein Stück nach Norden, falls sie noch beobachtet wurden, doch dann auf einer Nebenstraße zurück nach Süden, eine schmale Brücke überquerend, die über die Themse führte und dann nur noch Richtung Windsor, wobei sie die großen Wege mieden, denn das war ihnen dann doch zu gefährlich.

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Mit Zauberei hat das Geschichtenschreiben eben auch zu tun! Cornelia Funke (Tintenherz)

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Zuletzt von am Do Feb 07, 2008 11:14 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Wunsch nach Frieden 7 -12   Do Feb 07, 2008 11:11 pm

„Glaubst du, wir schaffen es noch rechtzeitig?“, fragte sie besorgt.
„Es müsste mit dem Teufel zugehen, wenn nicht. Und wenn wir noch ein paar Mal im Zickzack reiten müssen. Spätestens bis Sonnenuntergang, sind wir am Schloss“, erklärte er sehr sicher.
„Sehr gut“, lächelte sie erleichtert und trieb, aus dem inneren Drang heraus es hinter sich zu bringen, ihr Pferd an.
Immer wieder mussten sie in Wäldern verschwinden, durch hohe Maisfelder reiten oder aber auch ein Stück zurück reiten, um einen anderen Weg zu finden, weil ihnen Soldaten des Königs, die in der Gegend patrouillierten, entgegen kamen.
Als sie wieder mal vor einer kleinen Gruppe Soldaten ausweichen mussten, hatte Cathreen eine Idee.
„Vielleicht wäre es besser, wenn wir einfach dort entlang reiten“, schlug sie vor und deutete auf eine freie Wiese, auf der das Gras hüfthoch stand und die immer wieder von kleinen Baumgruppen unterbrochen wurde.
„Ja, du hast Recht, das wird uns zwar mindestens noch eine Stunde kosten, aber immer noch besser, als und erwischen zu lassen“, stimmte er ihr zu und lenkte sein Pferd auf die Wiese.
„Wenn wir einen schnellen Galopp in Kauf nehmen, dann nicht. Wir sollten versuchen, die Zeit aufzuholen, denkst du nicht?“
Er musterte sie einen Moment nachdenklich.
„Schaffst du das?“ fragte er besorgt.
„Ich muss … wir müssen“, sagte sie knapp und versuchte ihn anzulächeln.
„Wir schaffen das schon“, sagte er zuversichtlich und versucht ihr Mut zu machen.
„Wenn es nicht mehr geht, dann sag es, und wir reiten langsamer weiter. Ich muss den Brief bis Mitternacht abliefern, persönlich. Das ist locker machbar, wir sind schon so verdammt nah dran, es kann nicht mehr weit sein.“
„Ja, zu nah dran, um noch aufzugeben. Keine Sorge ich schaffe das schon“, lächelte sie und trieb dann ihr Pferd an, das sofort in einem schnellen Galopp losprescht.
Sie hört, wie er ihr sofort folgte, als sie hinter einer Baumgruppe verschwand, wo man sie von der Straße aus, nur noch schwerlich ausmachen konnte. Trotz des schnellen Galopps hielt sie das Pferd etwas zurück, um es zu schonen. Dennoch flog die Landschaft schnell an ihnen vorbei, schneller als die Zeit, doch auch diese neigte sich von Minute zu Minute ihrem Ende zu.
Die Sonne hatte schon fast den Horizont erreicht, als Ashley neben sie ritt und ihr ein Zeichen gab, anzuhalten. Sie standen an einem kleinen Wäldchen, das gleich endete und sie würden danach wieder auf freies Gelände treffen.
„Es ist nicht mehr weit. Da vorn, hinter dem Hügel ist das Schloss“, erklärte er, während sein Pferd heftig schnaubte.
„Und wie soll es jetzt weiter gehen?“, fragte sie unsicher.
„Ich denke wir lassen die Pferde hier und gehen zu Fuß weiter. Es gibt jetzt keine Bäume mehr, hinter denen wir uns verstecken könnten, auf den Pferden würden sie uns zu früh entdecken.“
Sie nickte, saß sofort ab und führte es ein Stück tiefer in den Wald, sodass es nicht so leicht entdeckt werden konnte. Ashley tat es ihr gleich, begann an der Satteltasche zu werkeln und zog dann die Flasche mit dem Brief heraus, in der er immer noch steckte. Er fischte ihn mühevoll heraus und steckte ihn erneut unter sein Hemd.
Eine gewisse Nervosität überkam sie, als sie ihn dabei beobachtete und immer wieder warf sie einen Blick zu den Türmen des Schlosses, die man von hier aus erkennen konnte. Mit einem fragenden Blick blieb er noch einmal stehen, als er das sah.
„Was ist los?“
„Ich … Ich bin, nun da wir so nahe dran sind, doch … etwas nervös“, erklärte sie leise und biss sich auf die Unterlippen.
„Es gibt keinen Grund. So war es doch die letzten Tage auch, nur dass wir es jetzt so gut wie geschafft haben.“
„Ja, ich weiß. Du hast Recht. Lass uns besser gehen“, sagte sie, immer noch nicht wirklich überzeugt. Er ging einen Schritt auf sie zu und legte eine Hand auf ihren Oberarm.
„Wir schaffen das letzte Stück auch noch“, sagte er leise.
„Ja“, gab sie zurück, hob ihren Blick und sah ihm in die Augen, „wir sollten los“, hauchte sie nur noch, als er noch näher kam und seine Fingerspitzen eine Haarsträhne aus ihrer Stirn strichen.
„Ja, das sollten wir“, wiederholte er, senkte seinen Kopf zu ihr und küsste sie sanft. „Ich liebe dich“, hauchte er gegen ihre Lippen und als sie sich ein winziges Stück von ihm löste, sah sie ihn an.
„Tust du das?“ Ihre Worte waren kaum hörbar und dennoch verstand er sie sehr gut.
„Natürlich. Sonst würde ich es nicht sagen.“
Jetzt lächelte sie und legte ihre Lippen noch einmal auf die seinen.
„Ich liebe dich auch“, flüsterte sie ihm zu, während er versuchte, einen Kuss auf ihre Fingerspitzen zu hauchen, die nun über seine Lippen fuhren, doch als sie diese spielerisch schnell wieder zurückzog, ergriff er ihre Hand und drückte diese.
„Lass es uns hinter uns bringen.“
Cathreen nickte nur, sah dann wieder zu dem letzten Hügel, der sie von dem Punkt hier, zu einem freien Leben trennte.
Die Sonne warf ihre letzten warmen Strahlen über das Gras und so langsam wurden die Schatten, die die Nacht ankündigten, immer länger.
Gemeinsam gingen sie nun auf den Hügel zu, versuchten sich - so gut es ging - im Schatten zu halten und kamen sehr schnell und ungesehen voran. Doch dann blieb Cathreen wie vom Donner gerührt stehen und blickte auf das riesengroße Schloss vor sich.
„Du lieber Gott … es ist … wunderschön“, sagte sie fasziniert und betrachtete es mit großen Augen.
„Ja, es ist ein Prachtbau. Das Schloss des Königs eben“, erklärte er und wollte schon weitergehen, doch sie rührte sich einfach nicht.
„Sie müssen darin leben wie Vögel im goldenen Käfig. Wunderschön, doch mehr nicht“, sagte sie kopfschüttelnd und sah ihn dann an.
„Mir wäre es auch zu groß, aber nichts desto trotz müssen wir da rein.“
„Und wie?“, fragte sie. Ihr fiel erst jetzt auf, dass immer wieder Kutschen eintrafen, die in das Schloss fuhren. Scheinbar fand heute Abend ein Fest oder so etwas statt.
„Wir können uns wohl kaum an eine Kutsche ranhängen“, seufzte sie jetzt.
„Nein, allerdings nicht. Jedenfalls nicht so. Lass uns erst mal näher rangehen, vielleicht fällt mir dann etwas ein“, schlug er vor und das taten sie dann auch.
Inzwischen war es dunkel geworden und die Anzahl der Kutschen, die ankamen, wurden immer mehr, sodass der Mann am Tor voll und ganz damit beschäftig war, die Gefährte zu kontrollieren und nicht groß auf seine Umgebung achten konnte.
Diese Tatsache nutzten die beiden aus. Sie hatten sich an der dunklen Schlossmauer entlang geschlichen und in dem Moment, als eine Kutsche passieren durfte, schlüpften sie heimlich mit hinein, in den Schlosshof und versteckten sich immer wieder hinter Büschen oder Statuen, die hier standen, bis sie einen Anbau des Schlosses erreichten, in dem sie sich versteckten.
„Heute Abend ist irgendein Fest“, stellte sie Stirn runzelnd fest.
„Sieht wohl so aus und ein ziemlich Großes dazu. Hast du die vielen Kutschen gesehen?“, ohne eine Antwort abzuwarten, sah sich Ashley genauer um. Er trat zu einem Fenster und beobachtete das Geschehen eine ganze Zeit lang stumm genauer. Auch Cathreen war zum Fenster getreten und sah, wie immer wieder neue Kutschen vorfuhren, Leute ausstiegen, eine Einladung vorzeigten und dann im Schloss verschwanden, während die Dienerschaft, ihre Koffer aus Wagen hievten und in eine Art Scheune oder Abstellraum brachten, bevor sie diese später dann in die Zimmer hoch getragen wurden auf die Zimmer.
„Ich habe eine Idee“, sagte Ashley plötzlich, „ich besorge uns eine Einladung“, erklärte er und drehte sich zu ihr um.
„Und du mein Schatz, wirst dort drüben …“, er deutete auf den Stall mit den Koffern, „... wirst dort drüben die Koffer durchstöbern und etwas Nettes für dich und mich zum Anziehen suchen.“
„Aber …, aber die Sachen gehören uns doch nicht!“, protestierte sie jetzt.
„Wir können es ihnen ja später wieder zurückgeben oder bezahlen, wenn das alles vorbei ist. Doch so …“, deutet auf ihre zerschlissene Kleidung, „… kommen wir nicht ins Schloss.“
„Schon gut“, seufzte sei leise und hob nachgebend die Hand.
„Gut, dann sehen wir uns gleich wieder und lass dich ja nicht erwischen“, grinsend drehte er sich um und wollte gehen, als er noch einmal stehen blieb.
„Ach ja, such bitte etwas Dunkles für mich aus, ich hasse diese farbigen Jacken“, bat er sie mit einem Augenzwinkern und war im nächsten Moment verschwunden.
Cathreen wollte noch etwas erwidern, doch er war so schnell weg, dass sie ihren Satz wieder herunterschlucken musste.
Kurz huschte ihr Blick umher, bevor sie sich im Schatten der Nacht auf den Weg machte. Zum Glück schaffte sie es unbemerkt in die Scheune zu kommen und schloss leise die Türe wieder hinter sich. Der Raum war bis oben hin schon mit Koffern voll gestellt, und als sie sich in den hintern Teil aufmachte, konnte sie nicht mehr so leicht von den Dienern entdeckt werden, die immer noch Koffer in den Raum stapelten.
Sie hörte, wie die zwei Männer fluchten und sich über das schwere Gepäck von den Reichen beschwerten, bevor sie wieder verschwanden und auf die nächste Kutsche warteten.
So begann sie einen Koffer, nach dem anderen zu öffnen und nach etwas Passendem für sie beide zu suchen. Für Ashley fand sie zwar leichter etwas, was auch nicht so einfach war, da er doch größer und kräftiger war, als die meisten der Gäste hier. Doch sie war sich sicher, dass das blütenweiße Hemd mit einer mitternachtsblauen, in der Dunkelheit fast schwarz wirkenden Weste, einem dazugehörenden Jackett und die schwarze Hose ihm sicher passen würden.
Erst als sie den zwanzigsten Koffer geöffnet hatte, fand sie dann endlich ein Kleid, welches ihr passte und ihr auch noch, für ein Kleid jedenfalls, sehr gut gefiel.
Sie wartete, bis die Diener wieder einmal ihre schwere Last in dem Raum abgeladen hatten, und begann sich dann in Windeseile umzuziehen und ihr Haare, die sie mit einer Bürste, welche sie sich auch aus einem der Koffer ausgeliehen hatte, zu kämmen und dann hochzustecken, was im Dunkeln und ohne Spiegel fast nicht zu schaffen war. Aber irgendwie bekam sie es dann doch einigermaßen hin.

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BeitragThema: Re: Wunsch nach Frieden 7 -12   Do Feb 07, 2008 11:12 pm

12. Auch ein König ist ein Mensch




Langsam wurde sie ungeduldig, wo blieb Ashley nur? Sie hoffte, er war nicht erwischt worden, nicht so kurz vorm Ziel und nervös begann sie auf dem wenigen Platz, den sie in der Scheune hatte hin und her zu laufen, als plötzlich hinter ihr eine Türe aufging, die sie zuvor nicht bemerkt hatte. Sofort duckte sie sich zwischen die Koffer und presste sich eng zwischen sie, in der Hoffnung, dass derjenige sie noch nicht gesehen hatte.
„Cathy?“, hörte sie dann das Flüstern und drückte sich wieder nach oben.
„Ashley, Gott sei Dank!“, keuchte sie erleichtert.
„Oh, ich sehe, du hast etwas gefunden?“, sagte er mit einem Grinsen und musterte sie wohlwollend.
„Allerdings. Die Sachen für dich liegen auf der Truhe dort“, erklärte sie im Flüsterton und deutete neben ihn, während sie begann, ihr Kleid, welches ebenso weiß war, wie sein Hemd, zuzuschnüren.
„Bitte beeil dich, du musst mir auch noch mit diesem Mieder helfen“, stöhnt sie. Sie hasste es, so in diese Kleider geschnürt zu sein, doch blieb ihr jetzt nichts anderes übrig, da musste sie durch oder besser gesagt hinein.
Doch Ashley rührte sich nicht, sein Blick haftete immer noch auf ihr.
„Ich wusste nicht, dass du schon gleich heute Abend heiraten willst“, sagte er, seinen Blick immer noch auf das wunderschöne weiße Kleid geheftet. Sie hob den Kopf und spürte, wie ihr das Blut in die Wangen schoss. Aber dennoch war sie froh, dass es hier zu dunkel war, um dies erkennen zu können.
„Ich …, es war das Einzige … die andern waren alle zu groß“, stotterte sie nun herum und versuchte seinem Blick auszuweichen.
„Schade eigentlich. Aber ich verspreche dir, dein Hochzeitskleid, welches ich dir kaufen werde, wird noch viel schöner sein, als dieses Kleid hier. Welches dir im Übrigen traumhaft gut steht,“, sagte er mit einem hellen Lachen, als er ihr erschrockenes Gesicht sah und begann sich dann schnell umzuziehen.
Cathreen sagte kein Wort in der ganzen Zeit. Zu überraschend war seine Aussage. Ja, sie hatte ihm gesagt, dass sie ihn heiraten wollte und sie wollte es ja auch, doch im Grunde war die Hochzeit noch in so weiter Ferne für sie, dass sie nicht groß darüber nachgedacht hatte.
Aus den Gedanken geschreckt, sah sie Ashley an, der mit einem Male vor ihr stand, und begann, ihr mit der Schnürung ihrer Korsage zu helfen.
„Hast du eigentlich eine Einladung?“, fragte sie dann, um das Schweigen zu brechen und sich selber etwas abzulenken.
„Ja, habe ich“, antwortete er und hielt einen Brief hoch.
Ich habe sie einem alten Duke abgenommen, der zu sehr damit beschäftigt war, ein paar jungen Damen hinterher zu sabbern“, erklärte er grinsend und steckte die Einladung und den Brief dann in die Innentasche seiner Jacke, und nachdem er dann die Schnüre ihrer Korsage zugebunden hatte, trat er vor sie und hob seine Arme zur Seite weg.
„Nun. Seid Ihr zufrieden Mylady?“, wollte er wissen und Cathreen musste lächeln.
„Mehr als das“, sagte sie leise, „wollen wir?“, fragte sie dann? Der Drang es endlich ganz hinter sich zu bringen, wuchs immer mehr in ihr und so sah sie ihn auffordernd an.
„Dann wollen wir noch hoffen, dass sie uns auch reinlassen werden“, sagte er und atmete noch einmal tief durch.
„Wir sind viel zu nah dran, um jetzt noch aufgehalten zu werden“, sagte mit mehr Zuversicht in der Stimme, als sie in Wirklichkeit besaß. Sie spürte, wir ihre Hände vor Aufregung zitterten, und sie war froh, dass sie Handschuhe anhatte, die den Schweiß von ihren Händen aufnahmen.
Ashley nickte ihr noch einmal zu, ging zum Fenster und sah hinaus. Die Diener standen gerade bei einer Kutsche und entluden sie und auch sonst war niemand in der Nähe, der sie bemerkten würde, wenn sie jetzt aus der Scheune schlüpften. Er schob sie schnell durch die offen stehende Türe auf den Eingang des Schlosses zu, reichte ihr dann galant den Arm und stieg mit ihr, wie selbstverständlich, neben den andern Gästen die Treppen nach oben auf eine riesige Türe zu, an der rechts und links zwei Butler standen, welche die Einladungen entgegen nahmen.
Immer wieder sah sie sich um und blickte auf diese oder jede Gruppe, welche auch ins Schloss drängte und mehr als nur adelig aussahen. Sie mussten die oberste Schicht darstellen, die Reichsten der Reichen.
Als sie an der Tür ankamen, versuchte sie den Diener mit Absicht nicht anzusehen, doch ihr Herz klopfte bis zum Hals. Würde er sie reinlassen? Oder würde er den Schwindel bemerken, dass sie nicht die Personen auf der Einladung waren?
Zu ihrer Verwunderung, nahm der steife und geschniegelte Mann den Zettel nur entgegen, verbeugte sich leicht und bat sie hineinzugehen. Doch in dem Moment glaubte Cathreen, jemanden gesehen zu haben. Jemanden den sie hier weder erwartet hätte, noch treffen wollte. Doch als sie noch mal genauer hinsah, war die Person wieder verschwunden.
Vielleicht hatte sie sich auch getäuscht. Ja, so musste es sein. Er konnte nicht hier sein, das war unmöglich, versuchte sie sich zu beruhigen, doch Ashley war aufgefallen, dass sie gezögert hatte.
„Was ist los?“, fragte er ehrlich besorgt und sah auch in die Richtung, in die sie geblickt hatte.
„Nichts, ich … ich dachte nur, ich hätte jemanden gesehen. Ich hab mich wohl geirrt. Gehen wir besser weiter“, drängte sie nun. Sie betraten eine riesige Eingangshalle, in der auch eine große Uhr stand, die verkündete, dass es bereits nach zehn war und sie drängte zum Weitergehen.
„Beeilen wir uns lieber“, sagte sie und zog ihn weiter in den Saal, in den auch die andern Gäste strömten.
„Gut, aber wir müssen sowieso noch warten, bis der König auftauchen wird. Und das wird er wohl erst, wenn alle Gäste eingetroffen sind. Das ist seine Gewohnheit. Solange sollten wir uns etwas umsehen und dann vielleicht bis zu dem Raum vordringen, in den der König, als Erstes kommen wird“, erklärte er ihr.
„Ashley, bitte sieh auf die Uhr. Du kannst doch nicht ernsthaft warten wollen, bis er kommt. Was ist, wenn er zu spät kommt und …“, ihr Blick ging wieder zur Uhr, die von hier auch zu sehen war.
„Wir haben doch noch fast zwei Stunden und ich bin mir sicher, er wird rechtzeitig da sein. Schließlich wartet er auf den Brief“, versuchte er sie zu beruhigen und nahm dem Diener, der mit einem Tablett und gefüllten Sektgläsern an ihnen vorbei ging, zwei davon ab und reichte eines davon Cathreen.
Wie automatisch nahm sie ihm das Glas ab und nippte an dem Rebensaft. Ihre Augen wanderten über die Menschen, die lachend und sich unterhaltend an ihnen vorbei gingen.
Ein etwas dickerer, nicht allzu großer Mann, mit dunkelbraunem Haar und kleinen eng zusammenstehenden Knopfaugen, wendete sich plötzlich an Ashley und begrüßte ihn herzlich. Er erkundigte sich nach dem Befinden von dessen Vater und meinte, dass er in letzter Zeit nicht viel zu tun gehabt hatte für diesen. Ashley wechselte ein paar höfliche Worte mit dem Mann, der dann gleich wieder verschwand und mit einer Gruppe, sehr fein aussehender Menschen sprach.
„Das war der Anwalt meines Vaters. Richard McFurry“, erklärte Ashley ihr leise.
„Der Anwalt deines …“, begann sie und sah noch einmal dem Mann hinterher, der hier im Saal so ziemlich alle zu kennen schien und mit fast jedem ein Wort wechselte.
„Ja. Er ist ein sehr erfolgreicher Mann. Traut man ihm gar nicht zu, wenn man ihn so ansieht“, grinste Ashley jetzt.
„Was sagtest du noch mal, was dein Vater für einen Titel hat“, fragte sie nun doch interessiert und sah ihn fragend an.
„Mein Vater ist Lord Jonathan Sinclair. Ich glaube, ich hatte es noch gar nicht erwähnt. Warum fragst du?“, wollte er wissen.
Cathreen verschluckte sie jetzt an ihrem Sekt und begann zu husten. Hatte sie richtig gehört?
Sanft klopfte Ashley ihr auf den Rücken, bis es ihr wieder besser ging.
„Alles in Ordnung“, fragte er etwas irritiert.
„Dein Vater ist ein Lord?“, hakte sie noch einmal nach und sah ihn fast geschockt an. Warum hatte er das nie gesagt oder auch nur angedeutet?
„Dann bist du doch auch … warum hast du mir das nie erzählt. Ich meine … wenn dein Vater Lord ist …, in solchen Familien ist es doch immer so, dass …“, begann sie herumzustottern und einen Moment braucht sie, um sich zu fangen, um wirklich zu verstehen, was er da so eben gesagt hatte.
„Ist das so schlimm?“, nun war Ashley es, der etwas unsicher wurde.
„Sag mir eines, Ashley. Du bist bereits jemandem versprochen, nicht wahr? Es wäre absolut seltsam in deinem Familienstand, wenn das nicht so wäre. Ich habe doch Recht, bitte sag mir die Wahrheit“, fragte sie nun direkt.
„Nein, das bin ich nicht“, gab er sofort zurück und er musterte sie nun genau. „Ich will ehrlich sein. Natürlich hatten mir meine Eltern schon den einen oder andern ‚Vorschlag’ gemacht, wen ich heiraten sollte. Doch ich habe mich bisher geweigert, einer Frau, die ich nicht mal kenne, den Hof zu machen. Ich will für mich selber entscheiden. Das hat mir … sagen wir mal, doch einige heftige Dispute mit meinem Vater eingebracht“, erklärte er.
„Du hast dich den Wünschen deines Vaters widersetzt? Aber das …“, sie sah ihn jetzt völlig perplex an.
„Ja, sag es nur, das ist gegen die Regel und ich kann wirklich froh sein, dass er mich noch nicht enterbt hat. Aber keine Sorge, selbst wenn er es tun würde, ich besitze selber genug Geld, um für dich ausreichend sorgen zu können und auch für eine Familie“, versuchte er sie zu beruhigen, doch ihr ging es im Moment um ganz etwas anderes.
„Ashley, nein“, begann sie nun sehr energisch und legte eine Hand auf seinen Arm, „ich wusste nicht, was für einen Titel du zu vertreten hast und hätte ich gewusst, was das vielleicht bedeutet, dann … Ashley, hör zu. Ich will nicht dafür verantwortlich sein, dass dein Vater dich enterbt, denn ich habe einen gewissen Stand, doch nicht ganz den einer Frau, die für dich die Richtige wäre und nicht den, den dein Vater gerne bei der Frau, an deiner Seite sehen würde, … es tut mir leid …, aber ich werde dir nicht dein Leben kaputt machen“, erklärte sie entschlossen, stellte das Glas einem der Diener, der gerade an ihnen vorbei ging auf das Tablett und ging nun einen Schritt von ihm zurück.
„Es tut mir leid, aber das … ich kann einfach nicht“, erklärte sie und wollte sich umdrehen und davon gehen.
Ashley ergriff schnell ihren Arm und hielt sie fest.
„Jetzt halt aber mal die Luft an“, begann er, etwas lauter, als es gut war, denn die andern Gäste drehten sich jetzt zu ihnen um. So zog er sie ein Stück mit sich, in eine ruhigere Ecke des Raumes.
„Das Ganze hat doch überhaupt nichts mit dir zu tun, es war und ist meine Entscheidung. Und wenn er es tut, dann wegen mir und nicht, weil ich eine Frau heiraten will, die ihm vielleicht nicht passt.“
„Oh doch, das hat es. Ashley, du verstehst nicht …“, wollte sie ihm widersprechen, doch er unterbrach sie einfach barsch.
„Außerdem hat er noch meinen Bruder. Henry ist sein Ein und Alles, da er immer tut, was unser Vater von ihm will. Er ist genau der Sohn, den er haben will. Es ist vollkommen egal, was ich tun werde. Ich glaube du verstehst mich nicht. Ich kann und will nicht der sein, den sich mein Vater wünscht. Ich bin anders und gerade du müsstest das doch verstehen“, er sprach sehr eindringlich und hielt immer noch ihre Hand fest, so als hätte er Angst, dass sie fortlaufen würde.
„Aber du hast ein Anrecht auf diesen Titel, Ashley. Du bist der Erstgeborene. Was willst du denn noch mehr … du könntest alles haben. Alles, was du willst, wenn du nur auf deinen Vater hörst. Was willst du denn noch? Reicht dir denn dieser Titel noch nicht?“, bohrte sie weiter.
„Verdammt Cathy, ich pfeife auf diesen Titel, ich will ihn nicht! Hast du das denn immer noch nicht verstanden“, sagte er wieder lauter, doch in dem Moment war es ihm egal, denn er störte sich nicht daran, dass die Menschen um ihn herum, ihn nun eingehend musterten. Ganz im Gegensatz zu Cathreen, die sich kurz umsah und zu den Leuten lächelte. Erst als die Andern sich wieder wegdrehten, sah sie Ashley erneut an und schüttelte dann energisch den Kopf.
„Ashley, du könntest so vieles haben. Du könnest tun und lassen, was du willst. Sei, wer du willst, du musst doch nur die Wünsche deines Vaters erfüllen.“
„Nein, wenn ich seine Wünsche erfülle, dann mache ich mich zu seinem Sklaven, wie es bei dir sein würde, wenn du den Wunsch deines Vaters nachgehst und diesen Waliser heiratest.“
Nachdenklich sah sie ihn einfach nur an, sie versuchte zu verstehen, warum er so einen Titel, der ihm doch zustand, der ihm den Weg in die oberste Gesellschaftsschicht frei machte, so ablehnen konnte.
„Es ist doch nicht etwa dieser Titel, der dich an mir stört?“, fragte er nun unsicher und ließ ihren Arm los.
„Nein. Nein er stört mich nicht“, sagte sei leise, „ich möchte doch nur, dass du das bekommst, was du immer wolltest, was du verdienst. Ein Leben, welches dich glücklich macht.“
Ihr Blick zeigte ihm, wie verzweifelt sie in dem Moment war. Sie wollte doch nur sein Bestes und nicht, dass er wegen ihr sein Leben wegwerfen würde. Doch in dem Moment wurde sein Blick, der fast gehetzt gewirkt hatte, wieder sanfter und seine Stimme ruhiger.
„Das Leben, das ich immer schon führen wollte?“, begann er leise und machte eine kurze Pause.
„Cathreen, das will ich mit dir führen. Einfach nur mit dir, ob mit oder ohne den Titel. Er bedeutet mir nichts und ohne dich schon gar nicht“, beteuerte er und musterte sie. Ihre Augen blieben auf seinem Gesicht hängen, langsam fast zögerlich ging sie auf ihn zu und lehnte sich leicht gegen ihn.
„Es tut mir leid … ich glaube das sind einfach nur die Nerven, ich bin nur so verdammt angespannt und … Ich wollte dir eben nicht wehtun, mit dem was ich gesagt habe“, sie hob ihren Blick und suchte den seinen.
„Shhh, schon gut. Ich denke, im Nachhinein war es auch von mir nicht fair, es dir zu verschweigen, doch mir war es einfach nicht wichtig, verstehst du?“
Als eine ältere Dame ihr einen abschätzigen Blick zu warf, löste sie sich wieder von ihm und nickte nur, ohne etwas zu erwidern. Er sah ebenfalls den empörten Blick von dieser Frau und lächelte sie einfach freundlich an, woraufhin, diese den Kopf wegdrehte und mit der anderen Frau, die neben ihr stand, zu tuscheln begann. Cathreen sah ihr hinterher und drehte sich nun etwas verlegen weg.
Auch Ashley ließ sich von ihr anstecken und reckte sich etwas, um über die Köpfe der Anwesenden hinwegschauen zu können. Unruhig trat er nun von einem Bein auf das andere, während der Raum sich immer mehr füllte und die Leute alle in den großen Saal strömten. Auch erkannte sie das eine oder andere Gesicht, welches Sie schon damals bei Lord William gesehen hatte. Einer der Herren kam auch auf sie zu und sprach sie an. Sie gab sich die allergrößte Mühe freundlich mit ihm zu reden, doch immer wieder wanderte ihr Blick nervös zur Uhr.

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BeitragThema: Re: Wunsch nach Frieden 7 -12   Do Feb 07, 2008 11:16 pm

Ashley, der sich etwas abseits gestellt hatte, während sie mit dem jungen Mann redete, fuhr herum, als er die laute Stimme des Kastellans hörte, der das Eintreffen des Königs ankündigte.
Auch Cathreen starrte zur Türe, durch welche König George, ein Mann der schon die sechzig überschritten hatte, nun trat; eingerahmt von vier bewaffneten Soldaten, scheinbar seine. Abrupt brach sie das Gespräch mit dem jungen Mann ab und starrte abwartend zur Ashley, der wie angewurzelt da stand und mit offenem Mund nur nach vorn starrte.
Er ließ den König, der in seinem Festanzug fast zu erstrahlen schien, nicht aus den Augen. Auch während er eine Begrüßungsrede hielt, die ganze Zeit flankiert von der Leibgarde, welche die Leute nie zu nahe an den König herankommen ließen, beobachtete er ihn nachdenklich. Sie sah, wie sein Blick immer wieder von der Uhr zu den Soldaten ging, während er den Worten des Königs lauschte.
Langsam wurde Cathreen mehr als nervös und blickte immer wieder zu Ashley, der einfach weiterhin nur da stand. Er musste doch endlich etwas tun … er hatte nicht mehr viel Zeit. Ihr Augen huschten hin und her, während sie auf ihrer Unterlippe zu kauen begann.
Dann ging Ashley rückwärts zu ihr und neigte den Kopf an ihr Ohr.
„Ich brauch noch einmal deine Hilfe. Du musst die Wachen für mich ablenken, dass ich zum König vor kann. Egal wie, lass dir was einfallen. Falle von mir aus in Ohnmacht oder was auch immer“, bat er sie leise und ein weiterer Blick auf die Uhr verriet ihr, dass sie nicht mal mehr fünfzehn Minuten Zeit hatten.
Cathreen Herz schlug kräftig, als sie nickte und langsam auf einen der Uniformierten zuging. Zum Glück kam ihr ein Gedanke, den sie auch sofort umsetzte und dem Mann, der sie misstrauisch beäugte ins Ohr flüsterte. Sie erklärte ihm, draußen in der Eingangshalle, sei einer älteren Lady der Schmuck gestohlen worden, doch da diese kein großes Aufsehen deshalb wollte, bat sie ihn doch unauffällig nach ihr zu sehen.
Zuerst zögert der Soldat, doch dann gab er einem seiner Kollegen einen Wink und verließ mit ihm seinen Posten. Jetzt standen nur noch zwei bewaffnete Männer neben König George und flankierten ihn. Noch einmal warf sie einen unauffälligen Blick zu Ashley, der zufrieden grinste und ihr kurz kaum merklich zu nickte. Dann sah er wieder zu den Soldaten und lächelte sie kurz an, doch dann ließ sie sich einfach zusammensacken, wobei sie von einem der beiden Wachen aufgefangen wurde, noch ehe sie auf dem Boden aufschlug.
Durch ihre zugekniffenen Augen linste sie kurz in die Menge und konnte sehen, während sie von den beiden Soldaten hochgenommen und zu einem Sofa getragen wurde, wie Ashley die Sekunde nutzte und zum König trat. Er nahm seinen Hut ab und verbeugte sich tief vor ihm.
„Eure Majestät?“, sagte er leise.
Der König machte im ersten Moment ein verwundertes Gesicht und betrachtete den Mann vor ihm, so als würde er ihn nicht kennen, was Cathreen, die von den Wachleuten Luft zugefächert bekam, doch sehr verwunderte.
„Sir, ich denke Ihr werdet Euch sicher noch an mich erinnern“, begann Ashley nun selber etwas irritiert, vom Verhalten des Königs, der immer noch nichts sagte.
„Sir? Ich …“
„Wenn Ihr etwas für mich habt, gebt es mir. Wenn nicht, geht besser wieder, bevor meine Wachen Euch verhaften werden“, sagte er leise und warf einen Blick in Richtung seiner Männer.
Verwundert über die doch kühle Art des Königs, runzelte sie leicht die Stirn und erst jetzt wurde ihr bewusst, dass sie die Augen wieder ganz geöffnet hatte.
Ashley nickt nur zur Antwort, griff in seine Jacke, um den Brief hervorzuholen, doch in diesem Moment, hatte einer der Wachen Cathreens Blick gesehen, war herumgewirbelt und hatte seinen Degen gezogen, den er sofort auf Ashley richtete.
Noch bevor sie wirklich reagieren konnte, hatte der König seine Hand gehoben und hielt seinen Mann auf. Schnell trat Cathreen neben Ashley und sah ängstlich von einem zum andern. Langsam zog Ashley den Brief aus der Innentasche seiner Jacke, den Soldaten und die Klinge vor sich weiterhin beobachtend, die nur wenige Zentimeter von ihm entfernt war. Sie war sich sicher, dass nur ein kleiner Wink des Königs ausreichen würde, und der Mann würde ihm das Metall in die Brust stoßen.
Mit zittrigen und schweißnassen Händen beobachtete sie den König, der einen kurzen Blick auf Cathreen warf, dann das Siegel, des Umschlages brach und den Inhalt des Dokumentes zu lesen begann.
Er schien es auch noch ein zweites Mal zu lesen und die Anspannung in Cathreen wuchs immer mehr an. Ein Blick zur Seite verriet ihr, dass es Ashley wohl ähnlich ergehen musste, er wirkte sehr angespannt und sicherlich würde er wissen wollen, ob sich die ganze Sache, die vielen Male, die er fast das Leben wegen dieses Dokumentes verloren hatte, gelohnt hatten.
Nach einiger Zeit, es kam ihnen fast wie eine Ewigkeit vor, hob König George den Kopf und ein Lächeln huschte über das Gesicht des Mannes, der nun Ashley direkt ansah.
Doch dann drehte er sich weg, hob seine Hand und sah ihn die Menschenmenge vor sich. Er wartete, bis alle verstummt waren, bevor er zu Reden begann.
„Hört mir bitte alle zu. Ich habe sehr gute Neuigkeiten für Euch alle!“, begann er, machte noch mal eine kurze Pause und ließ seinen Blick über die nun fragenden Gesichter schweifen.
„Ihr habt Euch sicher auch nach dem Grund meines Festes gefragt und ich bin überglücklich, dass ich Euch diesen nun bekannt geben darf“, rief er in den Saal hinein.
Nervös griff Cathreen nach Ashleys Hand und drückte diese, die Wache nicht beachtend, welche sie skeptisch und finster musterte. Sie war sich nicht wirklich sicher, ob der König sich freute, weil der Friedensvertrag unterzeichnet worden war, oder ob er begeistert war, dass er wieder in die Schlacht ziehen durfte. Ein kurzer Seitenblick auf Ashley zeigte ihr, dass auch er nicht ganz sicher war, was kommen würde, so sah sie erneut abwartend zum König, der das Dokument hoch in die Luft hielt.
„Ich habe hier ein Schreiben von König Jakob, von Schottland“, sagte er laut und deutlich.
In dem Moment war es, als hätte man die Luft in Scheiben scheiden können. Alle Menschen in dem Raum schienen den Atem anzuhalten und unwillkürlich drückte sie Ashleys Hand noch fester.
König George drehte jetzt das Schreiben so, dass alle einen Blick darauf werfen konnten.
„Dieses Schreiben hier, das ich in meiner Hand halte … ist die unterschriebene Friedenserklärung und die Bereitschaft zu Verhandlungen über einen Zusammenschluss von den Königreichen England und Schottland zu einem vereinigten Großbritannien“, sagte er mit einer gewaltigen Euphorie in der Stimme und strahlte in die Menge.
Zuerst herrschte noch Totenstille, doch dann brach ein Flüstern und Murmeln unter den Menschen aus, welches immer mehr anschwoll, als sie so langsam begriffen, dass es endlich vorbei sein würde, mit den Kriegen.
Eine tiefe Erleichterung ging durch sie, als sie in die strahlenden Gesichter der anderen Leute sah und sie drehte sich zu Ashley, der es immer noch nicht so richtig glauben konnte.
„Und ‚du’ bist dafür verantwortlich“, sagte sie jetzt leise zu ihm, „Du kannst wirklich mehr als stolz auf dich sein.“
Es war, als würden ihre Worte ihn aus einer Art Starre herausholen und ungeachtet des Degens, den der Soldat immer noch auf ihn gerichtet hatte, packte er Cathreen an ihren Hüften hob sie hoch und wirbelte einmal mit ihr im Kreis herum.
„Nur mit deiner Hilfe“, lachte auch er erleichtert auf.
Im ersten Moment war sie total verblüfft, doch als er sie wieder abstellte und sie einfach vor allen Menschen hier küsste, konnte sie nicht anders, als seinen stürmischen Kuss zu erwidern.
Erst als sie das Räuspern des Königs hinter sich hörten, löste sie sich verlegen von ihm und drehte sich um. Unsicher senkte sie nun leicht den Blick, als der König sie musterte.
„Verzeiht, eure Königliche Hoheit“, entschuldigte sich Ashley bei ihm.
„Schon gut, ich kann Eure Freude verstehen. Aber würdet Ihr mir den Namen Eurer entzückenden Begleitung nennen?“
„Natürlich, Eure Majestät. Darf ich euch Cathreen McRowley vorstellen“, sagte er sehr höflich und galant und gleichzeitig sah Cathreen auf. Viele Gedanken auf einmal wirbelten ihr durch den Kopf, bis ihr einfiel, dass sie sich vor dem König verneigen musste, was sie auch sofort tat. Sie machte einen tiefen Hofknicks und wagte nicht wieder aufzustehen, bis der König ihre Hand ergriff und sie wieder nach oben zog.
„Ich glaube den Namen schon einmal …“, begann er, als einer der Wachmänner sich zu ihm beugte und ihm etwas ins Ohr flüsterte, woraufhin der König sie beide etwas perplex ansah.
„Ist sie nicht diejenige gewesen, die versucht hat, Euch … aufzuhalten?“
Ihr Herz schien einen Moment auszusetzen und kurz schloss sie einfach die Augen doch dann nickte sie.
„Genau die, Eure Hoheit. Genau die …“, gab sie leise und schuldbewusst zurück. Unsicher sah sie nun von einem zum andern, da sie jetzt nicht wusste, was geschehen würde und leise Angst beschlich sie, doch Ashley nahm ihre Hand und hielt sie fest.
„Ja und nein. Sie hat sich auf meine … auf unsere Seite gestellt und mir geholfen. Ohne sie hätte ich es nie geschafft, Eure Majestät“, erklärte er mit festen Worten und sah den König direkt an, der sie beide einige Zeit nachdenklich musterte.
„Ich glaube Euch“, nickte er dann nur knapp.
„Nun Lord Sinclair. Dann werde ich Euch Eure versprochene Belohnung geben“, begann er jetzt und gab seinem Wachmann den Befehl, endlich den Degen wegzustecken.
Überrascht sah Cathreen zu ihm, denn er hatte nie auch nur ein Wort von einer Belohnung verloren, die ihm noch zustehen würde. Sie sah, wie er kurz seinen Mund öffnete, um etwas zu sagen, ihn aber dann doch wieder schloss.
„Ihr werdet den Posten in meiner Leibgarde bekommen, und Euch werden einige Hundertschaften unterstellt werden. Auch werde ich Euch zu meinem persönlichen Berater in diesen ganzen Fragen machen“, erklärte laut, sodass es alle in dem Saal hören konnten.
Jetzt war sie völlig erstaunt und blickte sprachlos von einem zum andern, doch dann begann Ashley zögerlich zu sprechen.
„Eure Hoheit, bitte denkt jetzt nicht, dass ich undankbar wäre, oder so. Aber ich kann den Posten nicht annehmen. Bitte vergebt mir“, sagte er leise.
„Ihr wollt ihn nicht?“, fragte der König erstaunt.
„Ashley, das kannst du doch nicht ablehnen“, flüsterte sie leise.
„Würdet Ihr mir dann sagen, was Euch dazu bringt, dieses … Angebot Eures Königs auszuschlagen?“, wollte dieser nun erstaunt wissen.
„Ash, das ist doch eine große Ehre … warum willst du es denn nicht“, flüsterte sie erneut leise, weil sie nicht verstand, warum er das tat. Kurz blickt er sie an, doch dann sah er wieder zum König.
„Mein König, vergebt mir, aber ich habe schon andere Pläne. Ich möchte mir ein Stück Land kaufen und dort, mit meiner zukünftigen Frau eine Pferdezucht aufmachen. Vorausgesetzt, sie will es auch“, erklärte er und sah nun zu Cathreen, die ihren Mund öffnete und beinnahe wieder vergessen hätte ihn zu schließen.
Nun sah auch der König sie fragend an.
„Nun, was sagt ihr?“, wollte er wissen und eine leichte Ungeduld klang in seiner Stimme mit.
„Du willst …?“, hakte sie nach und sah immer noch total überrascht zu ihm. In dem Moment vergaß sie einfach, dass der Raum voller Leute war und auch den König beachtete sie in dem Moment nicht mehr.
„Wenn du es auch möchtest?“, lächelte er jetzt.
„Hast du je daran gezweifelt? Natürlich will ich“, antwortete sie ihm und lächelte jetzt auch.
Ungeachtet der Menschen im Raum zog Ashley sie jetzt zu sich heran und küsste sie einfach. Erst als sie den Blick und das Schmunzeln des Königs bemerkte, löste sie sich wieder von ihm und räusperte sich verlegen.
„Ich hoffe, ihr werdet dem ersten männlichen Fohlen, das aus Eurer Zucht hervor geht nach mir benennen“, schmunzelte der König.
Auf einmal hörten sie eine Männerstimme hinter sich.
„Cathreen!“, rief der Mann mit einem scharfen Unterton.
Alle Köpfe drehten sich nun in die Richtung, aus der gesprochen worden war und vor allem Cathreen zuckte merklich zusammen und wurde leichenblass, als sie einen Blick über Ashleys Schulter warf.
„Vater?“, sagte sie leise und sah ihn ungläubig an. Sie sah kurz in Ashleys überraschtes Gesicht und schluckte hart, als sich dieser dem Mann hinter ihm zuwandte, der sich kurz vor dem König verneigte.
„Ihr seid der Vater, der jungen Frau hier?“, fragte dieser nach und musterte den hochgewachsenen Mann, mit seinen ergrauten, lockigen Haaren. Die Augenfarbe war dieselbe, wie bei Cathreen und er hatte auch die gleiche Nase wie sie, wenn sie ansonsten doch mehr nach dem Aussehen ihrer Mutter kam.
„Entschuldigt, Eure Majestät, eben dieser, bin ich ja. Und ich würde zu gerne wissen, was hier vor sich geht. Ihr müsst wissen meine Tochter ist vor einigen Tagen einfach verschwunden und ich habe die ganze Zeit nach ihr gesucht“, erklärte er dem König, doch dann warf er Ashley einen tödlichen Blick zu und wandte sich wieder an seine Tochter.
„Was zur Hölle, machst du an der Seite dieses Mannes?“; fragte er sie nun bitterböse und sah sie durchdringend an.
„Sir, ich … bitte lasst mich sprechen“, bat Ashley ihn nun höflich, doch Cathreens Vater beachtete ihn gar nicht, er sah nur seine Tochter an und wartete auf eine Antwort.
„Ich …“, begann sie völlig verschüchtert.
„Schweig“, fuhr er sie barsch an, „hast du denn völlig den Verstand verloren? Deinen Verlobten vor aller Augen so zu brüskieren?“, zischte er, sodass sie einen Schritt vor ihm zurückwich.
„Meinen … Ver … Verlobten?“, keuchte sie entsetzt auf. Hatte ihr Vater es tatsächlich gewagt, sie ohne ihr Einverständnis zu verloben? In dem Moment trat ein sehr dicker Mann vor und stellte sich neben Cathreens Vater. Der Mann hatte schütteres Haar und die kahle Stelle auf seinem Kopf glänzte, als wäre sie mit Speck eingerieben worden. Seine Augen schienen vor Zorn zu sprühen.
Doch da schaltete sich Ashley ein, der nun auch wütend war, aber sich immer noch so gut ihm Griff hatte, dass er weiterhin höflich blieb.
„Sir, wenn Ihr mir nur eine Minute geben würdet?“, bat er ihn eindringlich, während der König das Ganze aus einer gewissen Distanz beobachtete.
„Das werde ich nicht. Nur noch eines“, zischte er und deutete mit dem Finger auf ihn, „haltet Euch von meiner Tochter fern“, seine Worte klangen ebenfalls wütend und er zog Cathreen mit sich, weg von ihm, die nun geschockt zu dem Mann blickte, der neben ihrem Vater stehen geblieben war. Sie ekelte sich vor dem Mann, nur wenn sie ihn ansah, und mit dem alten, fetten Kerl, wollte ihr Vater sie tatsächlich verheiraten. Ihr wurde übel bei dem Gedanken und fast hilfesuchend sah sie sich nach Ashley um, der ihnen sofort folgte.
„Sie, bei allen Ehren, aber das werde ich nicht tun!“, rief dieser ihm hinterher. Sofort stoppte Mr. McRowley und drehte sich wieder zu Ashley um.
„Wie bitte?“, fragte er drohend. „Das ist meine Tochter und ich sage noch einmal, haltet Euch von ihr fern. Sie ist verlobt und … seid froh, dass ich Euch nicht an den Galgen bringen lasse, dafür, dass ihr mein Kind entführt habt“, drohte er ihm mit verengten Augen.
„Vater, bitte!“, sagte Cathreen jetzt leise, doch mit einer Handbewegung, die aussah, als würde er sie jeden Moment schlagen, brachte er sie gleich wieder zum Schweigen.

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BeitragThema: Re: Wunsch nach Frieden 7 -12   Do Feb 07, 2008 11:18 pm

Doch Ashley gab nicht so schnell auf, er hob seinen Kopf etwas an und richtete sich zu seiner ganzen, doch imposanten Größe auf.
„Nein. Ihr täuscht Euch. Ich habe weder Eure Tochter entführt, noch ist sie mit diesem …“, er sah den Waliser von oben bis unten verächtlich an, „Herrn hier verlobt, denn sie wird mich heiraten“, erklärte er und sein Blick war sehr ernst.
„Sie wird was?“, fragte er nach, holte tief Luft und wurde noch viel wütender.
„Das wird sie gewiss nicht tun und mit einem Mann, der Eure Ansichten hat, werde weder ich, noch Cathreen jemals wieder ein Wort wechseln … Komm wir gehen“, sagte er, ließ Ashley stehen und zog sie mit sich aus dem Ballsaal.
Völlig überrumpelt und geschockt, von alledem ließ sie sich mitziehen und sah immer wieder verzweifelt zu Ashley. Doch dieser dachte nicht daran Cathreen einfach ziehen zu lassen und folgte ihnen, überholte sie und stellte sich ihnen in den Weg.
„So einfach gebe ich nicht auf, Mr McRowley“, sagte er bestimmt und seine Augen verengten sich, als der dicke Waliser Cathreen am Arm packte und sich an ihm vorbeidrängte.
„Sei froh Bursche, dass sie und ich noch nicht verheiratet sind, sonst würde dich das hier teuer zu stehen kommen … aber das ließe sich ja auch noch nachholen, nicht wahr“, er verzog sein Gesicht zu einem diabolischen Grinsen und sah von einem zum andern, doch dann zog er sie einfach weiter. Sie versuchte sich gegen ihn zu wehren, doch sein Griff war zu hart und zu brutal. Ihre Handgelenke brannten jetzt schon wie Feuer, so kraftvoll langte er zu.
„Ich werde nicht zulassen, dass sie ihre Tochter an diesen … diesen Sklaventreiber verheiraten werden“, seine Stimme überschlug sich fast, als er das sagte.
„Lasst das meine Sorge sein, an wen ich meine Tochter verheirate … Ich weiß besser, was für sie das Beste ist.“
„Ach, seid Ihr da so sicher? Wie wäre es, wenn Ihr sie mal selber fragen würdet? Hat Euch eigentlich schon ein einziges Mal interessiert, was Eure Tochter will? Was sie sich wünscht?“
„Das ist doch kompletter Unsinn, sie ist zu jung, um zu wissen, was gut für sie ist. Und jetzt geht mir aus dem Weg“, brummte er und schob Ashley einfach zur Seite. Er folgte dem Mann, der seine widerspenstige Tochter mit nach draußen zerrte.
Cathreen hatte die Worte noch gut hören können, während sie die Stufen nach unten stolperte, nur gehalten von dem widerlichen Kerl. Als sie den Kopf wandte, sah sie wie Ashley hinter ihnen her lief und sich nun vor ihnen aufbaute und dem schmierigen Typen den Weg verstellte, der ihn mehr als wütend anfunkelte.
„Merkt Ihr nicht, dass Ihr der Lady wehtut? Lasst sie sofort los“, forderte er ihn auf und sah ihn drohend an.
„Ash“, keuchte Cathreen jetzt leise und versuchte sich aus dem harten Griff des Mannes zu befreien. Ashley baute sich noch etwas mehr vor dem Mann auf, den er um gut einen Kopf überragte.
„Nun?“, sagte er noch einmal drohend und sah dann kurz zu ihr, bevor er wieder ihn musterte und nun noch wütender wurde, sodass Cathreen nun selber Angst bekam und ihre Augen nervös von einem zum andern huschten. „Lasst Ihr sie nun endlich los, oder …“, drohte er erneut, doch den Waliser schüttelte den Kopf.
„Vergiss es Bursche, das werde ich nicht tun. Sie ist meine Verlobte. Sie gehört mir, also verschwinde“, zischte er ihm fauchend zu.
„Nein, das tut sie nicht. Sie gehört niemanden. Sie gehört allerhöchstens ‚zu’ mir“, erklärte er wütend.
„Oh doch. Sie ist schon bald ‚meine’ Frau. Sie wird mir Erben schenken … MEINE Erben“, lachte er kalt auf und dann verengten sich seine Augen.
„Seid da mal nicht so sicher“, lachte Ashley jetzt auf.
„Ich warne dich, verschwinde endlich!“, drohte der Kerl ihm dann.
„Nein, ich warne Euch“, sagte Ashley jetzt todernst und warf einen kurzen Blick auf den Degen des Mannes, der neben ihm stand, bevor er wieder zu Cathreen und ihrem unfreiwilligen Begleiter warf.
„Sag ihm, dass wir verlobt sind, Cathreen“, befahl er ihr jetzt und umklammerte ihren Arm noch fester, sodass sie vor Schmerz leise aufkeuchte, aber sonst keinen Ton von sich gab.
„Mach sofort was ich dir sage“, befahl er ihr noch mal, doch auch diesmal presste sie die Lippen aufeinander und sah ihn nur an.
Gespielt bedauernd verzog Ashley jetzt das das Gesicht und sah ihn an.
„Seht Ihr? Ich sagte doch gleich, Ihr irrt euch. Und jetzt nehmt Eure Hände von ihr. Ihr merkt ja nicht mal, dass ihr der Lady wehtut“, forderte er ihn noch einmal im Guten auf. Leise schnaubte der Kerl auf und verengte die Augen noch mehr.
„Ob ich sie verletzte oder nicht, kann Euch doch egal sein. Sie geht Euch nichts mehr an.“
„Und ob mich das was angeht, und es ist mir auch nicht egal. Ich liebe Cathreen zufällig und ich gebe Euch nun noch diese eine letzte Chance!“, drohte er ihm erneut, und dass er es wirklich ernst meinte, konnte sie nur überdeutlich sehen, so gut kannte sie ihn inzwischen und langsam bekam sie Angst. Angst, dass ihm etwas passieren konnte. Aus den Augenwinkeln konnte sie sehen, wie ihr Vater in einiger Entfernung stehen geblieben war und das Gespräch mitverfolgte.
„Ihr liebst sie?“, er starrte zu Cathreen und dann wieder zu Ashley, doch dann lachte er kalt auf.
„Unsinn. Alles Unsinn … dieses kleine Biest kann man gar nicht lieben … und jetzt geht mir aus dem Weg“, zischte er.
Wieder versuchte sie sich aus seinem Griff zu befreien und schloss für einen Moment die Augen, als er noch fester zupackte. Mr. McRowley verengte die Augen etwas, als er die Worte des Mannes nun hörte und sah von einem zum andern.
Diesmal war es Ashley, der blitzschnell reagierte, er riss den Degen des Mannes der neben ihm stand an sich und richtete ihn gegen seinen vermeintlichen Rivalen.
„LASST SIE LOS!“, schrie er ihn nun an. Sofort zog dieser auch seinen Degen und richtete ihn gegen Ashley.
„Das werde ich nicht“, widersprach er und zog Cathreen wieder vor sich als Schutzschild. Ashley wich nicht zurück, sondern musterte sein Gegenüber immer noch genau.
„Warum kämpft Ihr nicht um Eure ‚Verlobte’? Ihr seid wohl zu feige und müsst Euch hinter einem Weiberrock verstecken?“, grinste er ihn jetzt sarkastisch an.
„Ganz und gar nicht“, gab dieser nun zurück, stieß Cathreen zur Seite und versuchte Ashley sofort mit seinem Degen zu durchbohren. Im gleichen Moment, wie dieser seinen Hieb abwehrte, drückte Cathreen dem schwitzenden Mann den Arm nach unten, sodass dieser ihn weit verfehlte.
„Nein … nicht“, schrie sie angstvoll.
„Cathreen halte dich da raus“, rief Ashley ihr warnend zu, nachdem er dem Hieb mit Leichtigkeit ausgewichen war.
„Du verdammtes Biest“, schrie der Waliser, schlug ihr mit der flachen Hand hart ins Gesicht und stürzte sich dann sofort wieder auf Ashley. Cathreen taumelte zurück und hätte ihr Vater sie nicht aufgefangen und gestützt, wäre sie mit Sicherheit gestürzt. Ungläubig blickte er nun auf den Mann, den er für eine gute Partie für seine Tochter gehalten hatte.
„Das werdet Ihr büßen, eine wehrlose Frau zu schlagen“, schimpfte Ashley, parierte den Schlag und holte dann selber zu einem heftigen Hieb aus.
Doch Ashleys Gegner wich trotz seiner Fülle dem Angriff geschickt aus und hieb gleich mehrmals auf ihn hintereinander ein. Doch auch diesen Hieben konnte Ashley ohne Mühe ausweichen oder sie geschickt parieren. Die Menschen jedoch, die um sie herumstanden, wichen entsetzt zurück.
„Es geht Euch gar nichts an, was ich mit ihr tue oder auch nicht“, warf der Waliser ihm entgegen.
„Das tut es sehr wohl, denn sie wird meine Frau werden“, gab er zwischen zwei harten Hieben zurück.
Zitternd und mit auf die Wange gepresster Hand, drückte Cathreen sich gegen ihren Vater, dabei schloss sie ihre Augen, um bei dem Kampf nicht zusehen zu müssen, sie ertrug es einfach nicht mehr, es war alles zu viel für sie.
„Das wird sie ganz sicher nicht, denn sie ist mir versprochen worden und sie gehört mir“, sagte er und lachte dann fast hysterisch auf, bevor er erneut zu einem Schlag ausholte.
In dem Moment drehte Cathreen doch wieder den Kopf und sah, wie Ashley in letzten Moment unter dem Hieb wegtauchen konnte, dann aber, während er sich duckte, selber zu einem Hieb ausholte, der den schwerfälligen Mann am rechten Arm traf und seine Jacke bis auf die Haut aufschnitt. Ein Aufschrei ging durch die Menge, als diese sah, wie der Mann eine Hand auf die Wunde presste.
Aus den Augenwinkeln konnte Cathreen sehen, dass der König seine Wache zurückhielt, die schon in den Kampf hatte einschreiten wollen. Scheinbar wollte dieser, dass die beiden Männer das unter sich klären sollten.
Mit einem wütenden Aufschrei sprang der Möchtegern Verlobte nun nach vorn und versucht sich dafür zu rächen, doch Ashley duckte sich erneut und sprang hinter den Kerl, schlang seinen Arm um dessen Hals und presste seinen Degen seitlich gegen dessen Brust.
„Und nun … werdet ihr euch bei der Lady entschuldigen“, zischte Ashley an das Ohr des Mannes.
Noch einmal versuchte sich der Waliser keuchend aus dem Griff zu winden, doch die Degenspitze an seiner Brust, belehrte ihn schnell eines Besseren.
„Sie ist meine Verlobte!“, zischte er noch einmal.
„Nein, das ist sie nicht. Jedenfalls nicht mehr. Ihr seid hiermit entlobt“, erklärte Ashley und sah nun zu Cathreen.
„Ich habe doch recht?“, fragte er und sah nun auch zu Cathreens Vater.
Doch diesen einen Moment, in dem Ashley nicht aufpasste, wandte sich sein Gegner schnell aus seinem Griff und holte zu einem heftigen Schlag aus.
„Das glaubst auch nur du“, lachte er dabei.
Beim Ausweichen, stürzte Ashley nach hinten, konnte sich nicht mehr auf den Beinen halten und krachte hart auf den Boden. Sofort setzte der Waliser nach und drückte ihm dann seine Degenspitze an den Hals.
„Ash“, schrie Cathreen furchtvoll auf und einen Moment sah er sie an, doch dann konzentrierte er sich wieder auf den Kerl vor sich. Schwer hob und senke sich Ashleys Brust, der mit allem zu rechnen schien in dem Augenblick, denn der Mann vor ihm hatte einen hochroten wutentbrannten Kopf und ihm konnte man durchaus zutrauen, dass er jetzt auch zustoßen würde.
Doch in dem Moment trat Cathreens Vater vor und blieb neben den beiden Kämpfern stehen.
„Das reicht!“, donnerte er ihnen entgegen, doch dann senkte er seine Stimme und funkelte seinen beinahe Schwiegersohn wütend an.
„Ich dachte immer meine Menschenkenntnis wäre gut, doch Ihr Verhalten belehrt mich leider eines Besseren. Ihr habt es gewagt, Hand an meine Tochter zu legen und Ihr habt sie beschimpft, obwohl Ihr sie nicht im Geringsten kennt. Glaubt mir, das wird noch ein Nachspiel haben. Und jetzt verschwindet oder Ihr werdet den morgigen Tag nicht mehr erleben“, drohte er dem Waliser mit bösem Blick und legte die Hand an den Griff seines eigenen Degens.
„Aber … sie gehört mir. Ihr habt sie mir versprochen!“, schrie er nun laut und aufgebracht.
„Hiermit ist die Verlobung aufgehoben und nun verschwindet“, zischte er ihn an, und als dieser keine Anstalten machte, sich auch nur einen Zentimeter zu bewegen, zog er seinen eigenen Degen und hielt ihn an die Kehle des Mannes.
„Sofort“, forderte er ihn sehr bestimmt auf.
Zitternd und mit weichen Knien beobachtete Cathreen das Geschehen, sah immer wieder von einem zum andern und hoffte, dass die ganze Sache doch ein gutes Ende nehmen würde.
Doch die Wandlung ihres Vaters, die Tatsache, dass er diese vermeintliche Verlobung gelöst hatte, war noch nicht wirklich in ihren Kopf vorgedrungen und nur ganz langsam wurde ihr bewusst, was hier gerade vor sich ging, dass sich das Schicksal, das vor wenigen Minuten noch vor ihr gelegen hatte, sich nun doch nicht erfüllen musste.
Ein angstvoller Blick des nun Entlobten auf den Degen vor sich zeigte, dass er sehr wohl Respekt vor dieser Waffe hatte. Er presste seine Lippen aufeinander und nahm seine Waffe von Ashleys Hals. Wütend sah er noch mal zu Cathreen und dann zu seinem Kontrahenten und mit einem letzten Blick auf Mr. McRowley, drehte er sich abrupt um und ging davon. Seine wütendes Geschimpfe und seine Flüche waren noch einige Zeit zu hören, bis dieser das Haus verlassen hatte.
Nachdem der Mann verschwunden war, steckte Cathreens Vater seinen Degen wieder weg und drehte sich zu Ashley um, der inzwischen aufgestanden war.
Mit leicht verengten Augen musterte er diesen nun eingehend.
„Nennt mir Euren Namen“, forderte er ihn jetzt auf.
„Ashley Stuart Sinclair, Sir“, antwortete ihm dieser sofort.
„Lord Sinclair“, fügte Cathreen noch matt an, doch rührte sie sich nicht von der Stelle.
„Ein Lord also … sieh einer an“, sagte er mit Respekt, doch seine Augen musterten ihn immer noch kalt.
„Ihr sagtet, Ihr liebt meine Tochter?“, fragte er jetzt direkt heraus.
„Auf den Titel lege ich keinen Wert, Sir. Und ja, ich liebe Eure Tochter“, gab er mit erhobenem Haupt zurück.
„Aber ich tue es. Ich will meine Tochter in den Händen eines Mannes wissen, der für sie sorgen kann, sodass es ihr an nichts fehlt“, sagte er sehr bürokratisch.
„Cathreen?“, sagte er nun lauter und sie zuckte kurz zusammen, als er sie ansprach.
„Hat dieser Mann dich entführt, dich bedrängt oder dir auf andere Weise jemals Gewalt angetan?“, wollte er jetzt wissen. Doch sie war in dem Moment nicht fähig zu sprechen. Sie schüttelte nur den Kopf auf die Frage ihres Vaters.
„Liebst du ihn?“, wollte er nun wissen und sah sie eindringlich an. Wiederum war sie nicht fähig etwas zu sagen und nickte nur, jedoch sah sie ihren Vater dabei direkt an, der sich daraufhin wieder an Ashley wandte.
„Und Ihr ... Lord Sinclair“, er betonte das Wort ‚Lord’ extra, „Ihr wollt meine Tochter heiraten?“
„Ja Sir, das möchte ich. Sie bedeutet mir wirklich sehr viel“, antwortete er und warf Cathreen einen kurzen vielsagenden Blick zu, sodass diese leicht errötet den Kopf senkte. Ihr Herz schlug aufgeregt in ihrer Brust, als sie das hörte, denn sie wusste, dass dieses Gespräch einem Heiratsantrag gleichkam und aufgeregt wartete sie, ob ihr Vater ihnen die Erlaubnis nun geben würde. Doch bevor dieser noch etwas sagen konnte, trat ein ihr fremder Mann auf sie zu und sah sie der Reihe nach an, wobei sein Blick auf Ashley hängen blieb.
„Ich fürchte nur, die Sache hat einen großen Haken“, warf der Mann dann mit finsterer Miene ein.
„Und wer seid Ihr?“, wollte Mr. McRowley nun wissen, doch in dem Moment fuhr Ashley herum, als er die Stimme erkannte.
„Vater. Aber was machst du …?“, fragte er total überrascht.

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BeitragThema: Re: Wunsch nach Frieden 7 -12   Do Feb 07, 2008 11:19 pm

„Du wirst es nicht glauben, doch auch mir hat der König eine Einladung zukommen lassen“, erklärte er und musterte seinen Sohn von oben bis unten, bevor er sich wieder zu Mr. McRowley wandte.
„Ich bin Lord Jonathan Sinclair“, antwortete er und betonte jeden Teil seines Namens, bevor er Ashley mit einer Art Verachtung ansah, „Der Vater dieses … Möchtegernhelden.“
„Vater, ich bitte dich …“, warf Ashley nun ein, doch dieser fuhr ihn gleich scharf an.
„Halte deinen Mund“, zischte er ihm wütend entgegen, woraufhin dieser verstummte.
„Tatsächlich?“, hakte Cathreens Vater nach und musterte den Mann vor sich genauer. Dieser hatte eine starke Ähnlichkeit mit seinem Sohn und er konnte nicht leugnen, dass er wirklich der Vater war, bis auf die Tatsache, dass er schon leicht ergrautes Haar hatte. Doch sie hatten die gleiche stolze Haltung, den gleichen aufrechten Gang und das gleiche entschlossene Funkeln in den Augen. Cathreen musterte beide und sie hatte irgendwie kein gutes Gefühl bei der ganzen Sache. Die beiden waren sich so erschreckend ähnlich und doch wieder total verschieden.
Wieder wandte sich der Vater an seinen Sohn und seine Augen verengten sich verächtlich.
„Eigentlich war ich davon überzeugt, dass du dich auf und davon gemacht hast, zu deinen schottischen Freunden. Weißt du eigentlich, was du deiner Mutter damit angetan hast?“
„Lass Mutter aus dem Spiel. Du weißt, dass sie nicht so denkt wie du!“, widersprach er, was seinen Vater nur noch wütender machte.
„Ach wirklich? Dann scheinst du mehr zu wissen, als ich“, sagte er leicht spöttisch. „Ich bin nur froh, dass wenigstens dein Bruder nicht so ein Taugenichts ist, wie du.“
„Mir ist klar, dass du Henry bevorzugst, weil er dir immer schön nach dem Mund redet und genau das tut, was du von ihm erwartest …“ Wieder fuhr Lord Sinclair seinem Sohn ins Wort.
Cathreen konnte nicht verstehen, warum der Mann so verbittert war und so schlecht über seinen Sohn redete, doch zuckte sie zusammen, als er mit drohendem Finger auf ihn zuging.
„Sei ruhig … das tut hier nichts zur Sache. Der einzige Grund, warum ich überhaupt noch mit dir rede ist, weil ich dir etwas zu sagen habe. Ich werde dich enterben und somit wird auch dein Titel weg sein. Den kannst du vergessen und nun sieh zu, wie du alleine zurechtkommst, ohne Geld und ohne den Titel.“ Abrupt drehte er sich jetzt wieder zu Cathreens Vater um und wurde wieder sehr höflich.
„Nun, jetzt dürft Ihr wieder“, sagte er überaus freundlich, „und verzeiht mir, dass ich Euch unterbrochen habe. Doch ich dachte, das ist wohl etwas, was vorab geklärt werden muss, bevor ihr Eure Entscheidung, vielleicht ein zweites Mal bereut.“
Erschrocken keuchte Cathreen jetzt auf und nun war es ihr nicht mehr möglich zu schweigen. Sie ging auf Ashleys Vater zu und sah ihn entsetzt an.
„Aber das könnt ihr doch nicht machen … Er ist Euer Sohn“, ihr Blick war fast verzweifelt, denn sie konnte einfach nicht verstehen, wie man so schlecht über sein eigenes Kind reden konnte. Was hatte Ashley denn schon getan? Er hatte den Frieden über das Land gebracht …
„Ihr seht doch, dass ich es kann“, sagte er mit keiner Spur des Bedauerns für sie.
„Bedeutet er Euch so wenig?“, sagte sie leise und sah den Mann vor sich ungläubig an.
„Er hat sein Land verraten und somit auch seine Familie. Das reicht aus, um mein Handeln zu rechtfertigen.“
„Aber er hat sein Leben riskiert und das nicht nur einmal, um England und Schottland den Frieden zu bringen“, widersprach sie jetzt.
„Das ist vielleicht Eure Auffassung. Ich werde nie akzeptieren, dass ein Schotte mir etwas befielt. Und jetzt entschuldigt mich. Ich habe gesagt, was ich zu sagen hatte.“
Er nickte kurz noch einmal Cathreen und ihrem Vater zu, seinen Sohn beachtete er überhaupt nicht und wollte wieder verschwinden, doch Cathreen ging ihm nach und stellte sich ihm in den Weg.
„Einen Moment noch, bitte“, hielt sie ihn auf.
„Seid Ihr so engstirnig oder tut ihr nur so? England und Schottland werden zusammen regiert werden von Engländern und Schotten gleichermaßen. Darum wird es ja auch Vereinigtes Großbritannien heißen“, versuchte sie ihm nun klar zu machen, doch er schien ihr gar nicht zuzuhören, sondern er musterte sie jetzt von oben bis unten.
„Ich muss zugeben. Ihr würdet sehr gut zu meinem Sohn passen. Genauso aufmüpfig und unerzogen wie er“, gab er als Antwort, ließ sie einfach stehen und verschwand in der Menge. Kochend vor Wut überlegte Sie, ob sie ihm nachlaufen sollte, doch noch bevor sie genug Zeit hatte einen Entschluss zu fassen, wurde sie plötzlich von hinten gepackt. Ein kräftiger Arm schlang sie um ihre Mitte und presste sie gegen sich.
Vor sich sah sie mit einem Male einen Dolch aufblitzen, den sie keine Sekunde später eiskalt an ihrem Hals spürte. Sie war wie versteinert und konnte sich nicht bewegen, ihr Herz setzte für eine Sekunde aus, als sie dann die Stimme hinter sich vernahm.
„Niemand bewegt sich, sonst ist sie tot“, zischte der Mann, den sie eigentlich schon Meilen weit weg vermutete hatte, auf dem Weg zurück nach Wales.
„Ihr dachtet wohl, Ihr könntet mich vor allen Augen hier lächerlich machen und mir wegnehmen, was mir gehört, was mir zusteht? Doch Ihr habt euch getäuscht.“
Sie sah, wie Ashley und ihr Vater im ersten Moment nach vorn stürzen wollten, dann aber aufgrund der Worte des Mannes und wegen des bedrohlichen glänzenden Stahls an ihrer Kehle stockten.
„Macht keine Dummheiten und lasst sie los“, forderte Mr. McRowley den Mann jetzt auf.
„Lasst sie gehen! Macht Euren Groll mit mir aus“, versuchte Ashley den Mann zu überreden.
„Wie rührend. Doch an Euch habe ich kein Interesse“, sagte er mit einem hohlen spöttischen Lachen.
„Ich werde sie nicht loslassen, sondern ich werde sie mitnehmen und niemand, rein gar niemand, wird mich davon abhalten“, er nahm den Dolch nicht weg, im Gegenteil er presste ihn nur noch fester gegen ihren Hals und sie hatte Angst, dass die Klinge sie verletzten würde, so bewegte sie sich keine Millimeter und versuchte sogar das Zittern ihres Körpers zu verhindern. Ekel packte sie, als der Mann hinter ihr seinen Kopf an ihr Ohr beugte und begann ihr etwas zuzuzischen.
„Wir zwei werden jetzt eine schöne Reise machen. In dein neues Zuhause, nach Wales, wo ich dich heiraten werde und dann wirst du mir einen Erben schenken“, keuchte er mit seinem heißen ekeligen Atem und dann ging er langsam rückwärts und zog sie mit sich.
Sie folgte ihm, sie hatte auch keine andere Wahl, denn sie war sich sicher, wenn sie sich weigern würde, hätte er keine Skrupel, den Dolch auch zu benutzen.
Ihr verzweifelter Blick ging von ihrem Vater zu Ashley, der nun auch einen Schritt vorging und unwillkürlich seine Hand nach ihr ausstreckte.
Sie kamen aber nicht sehr weit. Plötzlich spürte sie, wie sich der Griff des Mannes lockerte und der Dolch mit einem Klirren auf den Boden fiel. Ohne groß zu überlegen, machte sie ein paar Schritte nach vorn, sie wollte einfach nur weg, weg von diesem ekelhaften Kerl, der ihr Leben an diesem Abend nun schon zum zweiten Mal bedroht hatte. An einer Säule blieb sie stehen und lehnte sich zitternd dagegen, mit dem Gefühl, dass ihre Beine jeden Moment nachgeben könnten.
Erst, als sie eine Stimme hörte, drehte sie den Kopf.
„Es ist genug“, hörte sie den König nun sagen und konnte sehen, dass seine Wachen den Waliser eingekreist hatten, und diesem ihre Degen auf ihn gerichtet hatten.
Die Augen ihres Vaters sprühten vor Wut, als er den Mann, der nun von zwei von den Wachen gepackt wurde, ansah.
In dem Moment trat Ashley zu ihr und zog sie in seine Arme. Immer noch leicht zittrig ließ sie sich gegen ihn sinken und seufzte leise auf.
„Ist alles in Ordnung?“, fragte dieser leise und musterte sie besorgt. Doch anstatt einer Antwort drückte sie sich noch fester an ihn und war einfach nur froh, dass er da war. Erst als sie die Stimme von König George hörte, drehte sie den Kopf und sah zu ihm.
„Was wünscht Ihr, dass ich mit dem Mann tun soll? Er hat Eure Tochter bedroht, deshalb denke ich, soll es Eure Entscheidung sein, was mit ihm geschehen soll“, sagte dieser und sah Mr McRowley abwartend an.
„Habt vielen Dank, Eure Majestät. Ihr habt meiner Tochter das Leben gerettet“, begann er und verneigte sich leicht vor dem König.
„Ich bitte Euch, diesen Mann angemessen zu bestrafen. Er ist ein schrecklicher Widerling, der auch vor einem heimtückischen Mord nicht zurückschreckt. Ich denke das Einzige, was er verdient hat, ist der Galgen“, sagte er mit einer Abscheu, als er den Waliser dabei ansah. Dieser versuchte sich zu wehren und wurde erst wieder ruhiger, als er die Spitzen der Degen wieder auf seinem Körper spürte.
„Ich werde es veranlassen“, gab König George knapp zurück und gab seinen Wachen einen Wink, und diese brachten den zappelnden und wütend schreienden Mann fort.
Nachdenklich sah sie ihm hinterher und blickte dann zu Ashley auf, von dem sie sich nun wieder löste.
„Ash …“, begann sie leise, „vielleicht haben sie Recht.“ Kurz ging ihr Blick zu ihrem Vater und seinem Vater, der jetzt etwas abseits von ihnen wieder aufgetaucht war.
„Vielleicht soll es einfach nicht sein und ich will nicht, dass du wegen mir enterbt wirst“, erklärte sie mit leicht bebender Stimme. Doch Ashley sah sie nun wütend an, packt sie an den Schultern und sprach er eindringlich mit ihr.
„Verdammt noch mal, jetzt hör auf damit. Die Tatsache, dass mein Vater mich enterbt hat, hat absolut nichts mit dir zu tun, verstehst du das nicht? Das hätte er auch getan, wenn ich dich nicht kennengelernt hätte. Hierbei geht es einzig und allein nur um mich, um das was ich in seinen Augen getan habe. Ich habe mich gegen ihn aufgelehnt und ihm widersprochen, ich habe seiner Meinung nach die Familie verraten … ich ganz alleine, das hat nichts mit dir zu tun“, erklärte er eindringlich und sie zuckte leicht unter seinen Worten zusammen, während sie ihn einfach nur ansah.
„Aber vielleicht hast du etwas Besseres erwartet, vielleicht bedeutet dir dieser Titel mehr als mir. Doch den kann ich dir nicht bieten. Ich bin nicht arm, das hab ich dir gesagt, doch mehr als das habe ich nicht“, seine Stimme wurde leiser und in ihrem Kopf begann es zu arbeiten und sie holte mehrere Male Luft, bevor sie zu reden begann.
„Aber er hasst mich. Dich vielleicht auch. Und wenn wir heiraten … ich will nicht, dass er wegen mir nie wieder mit dir redet. Er ist dein Vater Ash, du solltest ihn lieben, denn auch wenn er manchmal ungerecht zu dir war, jeder Vater verdient die Liebe seines Kindes. Ich will nicht, dass das zwischen Euch zerstört wird. Dein Titel ist mir gleich, und wenn du keinen hast, ist mir das auch gleich. Ich liebe dich, ganz egal, was du mir bietest oder auch nicht“, antwortete sie nun leise und sah ihn verzweifelt an.
Beide sahen nicht, wie Cathreens Vater, der das Gespräch der Beiden mit angehört hatte, nun einen nachdenklichen Blick auf Lord Sinclair warf und diesen, der auch dem Gespräch folgte, ausgiebig musterte.
„Cathreen, ich fürchte ich kann an dem Verhältnis zwischen ihm und mir nichts ändern. Unsere Ansichten sind wohl einfach zu verschieden. Ich habe immer versucht ein gehorsamer Sohn zu sein, doch es ist wider meiner Natur, genau wie bei dir. Ich kann mich nicht zu etwas machen, das ich nicht bin. Entweder er akzeptiert mich so, wie ich bin, oder er lässt es. Es tut mir leid, wenn dir das nicht gefällt, aber so ist es und niemand kann das ändern“, erklärte er und in seiner Stimme klang Hoffnungslosigkeit mit.
In dem Moment trat Cathreens Vater zu ihnen und Ashley ließ Cathreen, die gerade noch etwas erwidern wollte, los.
„Irgendwoher kenne ich das doch“, sagte er leise und musterte sie beide jetzt.
„Sir?“ Ashley sah ihn fragend an, da er nicht verstand, was dieser damit sagen wollte.
„Ihr habt so eben ausgesprochen, was auch mir zunächst schwer fiel, zu akzeptieren. Ich habe eine Tochter, die ihren eigenen Kopf hat und sich nicht der Etikette beugen will, wie es eigentlich ihre Pflicht wäre. Doch habe ich soeben beschlossen, dies zu akzeptieren, einfach aus dem Grunde, weil ich möchte, dass sie glücklich ist. Eine Tochter, die einem vorgegebenen Muster entspricht und dabei nur unglücklich ist, wäre für mich ein unverzeihlicher Fehler“, sagte er und sah ihn dabei offen an.
„Auch wir …“, bei diesen Worten wandte er seinen Blick zu Lord Sinclair, „auch wir haben unsere Fehler als Väter gemacht, und wenn ein Kind dabei ist, das seinen eigenen Kopf hat, so soll es eben so sein, denn ich denke wir haben sie so erzogen, wenn vielleicht auch unbewusst. Wie auch immer, wir Väter wollen doch nur eines für unsere Kinder, dass sie glücklich sind, alles andere würde uns doch zu Versagern in der Erziehung machen, habe ich nicht recht?“
Sein Blick ging von einem verdutzten und jetzt nachdenklichen Lord Sinclair wieder zu ihnen beiden.
„Was ich im Grunde damit sagen will, auch wenn es mir nicht leicht fällt, meine Fehler einzugestehen … Meinen Segen habt ihr. Denn wie könnte ich es jetzt noch fertig bringen, meine Tochter in einen Käfig sperren zu wollen, wo ich sie doch von Kindesbeinen an habe auf Bäume klettern lassen“, er legte bei seinen letzten Worten sanft seine Hand auf ihre Schulter und nickte Ashley noch aufmunternd zu.
„Sir ich …“, begann dieser jetzt und sah von ihm zu Cathreen, „ich danke Euch, Sir“, sagte er und ein mehr als zufriedenes Lächeln huschte über sein Gesicht. Mit großen Augen sah sie nun ihren Vater an. Hatte er das wirklich gesagt, hatte er ihnen soeben die Erlaubnis gegeben zu heiraten? Mit strahlendem Gesicht hauchte sie ihrem Vater einen Kuss auf die Wange und sah ihn überglücklich an.
„Danke“, hauchte sie so leise, dass er im Grunde von ihren Lippen ablesen musste und doch verstand er es und nickte dann. Aber dann wandte er sich erneut an Ashley.
„Doch eine Sache ist da noch …“, begann er mit ernster Miene.
„Und die wäre, Sir?“
„Es ist eine Bitte, die ihr mir erfüllen müsst, bevor ich vollständig in diese Ehe einwillige.“
„Bitte sprecht!“, forderte Ashley ihn jetzt etwas irritiert auf.
„Ihr müsst versprechen, dass Ihr auf sie achtgeben werdet. Auch wenn ich weiß, dass sie denkt, das auch genauso gut alleine tun zu können“, begann er und versuchte ein Schmunzeln zu verkneifen. „Sorgt dafür, dass sie glücklich ist, und dass ihr nichts geschieht.“
„Wenn das alles ist. Das verspreche ich Euch nur zu gern“, erklärte er mit einem Lächeln und Mr. McRowley lächelte nun zufrieden zurück. Cathreen strahlte ihren Vater an, doch dann löste sie sich von ihm und ging zu Ashley, nahm seine Hand und verschränkte ihre Finger mit den seinen.

„Gut sehr gut“, sagte plötzlich der König, der zwischen den anderen Gästen aufgetaucht war.
Überrascht drehten sich alle zu diesem um und sahen, wie er kaum hörbar in die Hände klatschte und dann von einem zum andern sah.
„Jetzt habe ich noch ein Anliegen. Ashley Stuart Sinclair! Tretet bitte vor“, forderte er nun diesen auf.
Erstaunt sah er zum König und dann wieder zu Cathreen, doch als der König fast schon ungeduldig winkte, trat er vor und blieb vor diesem stehen.
„Eure Majestät?“, fragend blieb ein Blick auf dem Gesicht des englischen Herrschers haften, der vor sich auf den Boden deutete.
„Kniet nieder!“, befahl König George ihm jetzt und leicht verdutzt, tat er, was ihm aufgetragen wurde.

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BeitragThema: Re: Wunsch nach Frieden 7 -12   Do Feb 07, 2008 11:20 pm

In dem Moment gab der König einem seiner Leibwächter ein Zeichen und dieser verschwand mit großen Schritten in der Menge.
„Ihr habt meinen Lohn, den ich Euch geben wollte, ausgeschlagen. Was ich unter den gegebenen Umständen voll und ganz verstehen kann, auch wenn ich es sehr bedaure“, sagte er und warf bei seinen Worten einen kurzen Blick auf Cathreen.
„Doch dies hier, werdet Ihr ohne Widerrede annehmen“, befahl er jetzt und keiner schien zu wagen, ihm zu widersprechen. Der König nahm das reich verzierte Schwert entgegen, welches ihm der Soldat mit einer tiefen Verbeugung überreichte. Skeptisch blickte Cathreen jetzt das Schwert, an welches der König ergriffen hatte.
„Habt keine Sorge. Ich werde Eurem Zukünftigen nichts antun“, erklärte König George jetzt lachend, der wohl ihren Blick bemerkt hatte.
Auch Ashleys Vater war jetzt wieder nach vorn getreten und beobachte das, was hier geschah sehr neugierig. Mit leicht geröteten Wangen senkte Cathreen wieder etwas den Kopf und sah kurz zu ihrem und zu Ashleys Vater, bevor sie wieder den Blick nach vorn richtete.
Es war so still in dem Moment, als der König das Schwert anhob, dass man eine Stecknadel hätte fallen hören können.
„Als rechtmäßiger König von England, Herrscher über England und Teile von Wales, ist es mein Recht und mein Vergnügen, Euch Ashley Stuart Sinclair in den Adelsstand zu erheben. Diesen Titel wird Euch keiner, außer ein König selber, wieder aberkennen können“, sagte er und legt das Schwert auf die rechte Schulter von Ashley.
Mit klopfendem Herzen und ungläubig dessen, was sie gerade gehört hat, huschen ihre Augen vom König zu Ashley, der seinen Kopf leicht gesenkt hatte, als er das schwere Metall auf seiner Schulter spürte.
Langsam und erhaben nahm der König das Schwert wieder herunter und stellte es neben sich auf den Boden.
„Erhebt Euch Lord Ashley Stuart Sinclair, aus Königs Gnaden“, sagte er dann so laut, dass es jeder hier in dem Raum hören musste.
Eine Sekunde zögerte er, doch dann stand er auf und sah den König an.
„Ich … mein König, ich …“, begann er stotternd, doch dieser winkte ab und unterbrach ihn.
„Ihr braucht mir nicht zu danken. Ihr habt Euch den Titel mehr als verdient.
Ach noch etwas. Es gibt an der Grenze zu Schottland ein wunderbares Gebiet, war selber erst vor ein paar Monaten dort zur Jagd. Es würde sich meiner Meinung nach hervorragend zum Pferdezüchten eignen. Es ist ganz in der Nähe von York, ein schönes Plätzchen und eine schöne Stadt. Ich nehme mir die Freiheit, Euch beiden dieses Land zur Hochzeit zu schenken. Dort könnt ihr dann so viele Pferde züchten, wir ihr wollt“, erklärte dieser nun noch vergnügt.
Mit offenem Mund starrte Cathreen jetzt zum König. Sie konnte das alles einfach nicht glauben.
„Eure Hoheit? Das ist …, das können wir doch unmöglich annehmen, das …“, stotterte sie jetzt und sah fragend zu Ashley. Doch dieser war im Moment nicht fähig etwas zu sagen, ihm schien noch immer die Sache mit dem Titel in den Gliedern zu stecken und nun auch noch dies.
Die Hand hebend stoppte der König Cathreen und lächelte sie fast schon schelmisch an.
„Ihr wollt es doch nicht wagen, Eurem König zu widersprechen?“
Zuerst öffnete sie den Mund um es doch zu tun, doch dann huschte ein Schmunzeln über ihre Lippen und sie senkte nun fast verlegen leicht den Kopf.
„Ich würde es nie wagen“, antwortete sie jetzt leise.
„Sehr schön. Und wenn ich mich nicht irre, und ein König irrt sich nie, dann ist das hier doch ein Ball, nicht wahr?“, sagte er nun sehr zufrieden mit sich und der Welt und rief dann laut:
„Musik!“ Sofort begannen die Musiker nach ihren Instrumenten zu greifen und zu spielen. Lächelnd mischte sich der König unter die Leute, die teils lächelnd und teil flüsternd sich vor ihm verbeugten.
Sie sahen ihm hinterher, doch Cathreen seufzte nun auf, als sie sah, dass die Leute zu tanzen begannen.
„Oh, das Einzige, was ich heute nur noch möchte, ist erst mal ein schönes heißes Bad“, sagte sei leise und sah dennoch überglücklich zu Ashley.
„Und ein schönes, weiches und warmes …“, begann er und formte das letzte Wort nur noch mit seinen Lippen, „Bett“, bevor er sie angrinste.
„Du wirst doch keine Einladung des Königs zu einem Ball abschlagen. In deiner Position bist du fast schon verpflichtet, dich in der Gesellschaft zu zeigen“, grinste sie ihn jetzt an, „auch wenn dir das vielleicht nicht gefällt. Aber weißt du was? Wir reden später weiter, ich denke ich werde mir erst mal Bad gönnen“, sagte sie und sah nun zu Ashleys Vater, der auf sie zu kam. „Sprich du in Ruhe mit deinem Vater. Ich denke ihr habe einiges zu klären, was meiner Anwesenheit nicht bedarf“, sagte sie mit einem Augenzwinkern, hauchte Ashley einen zarten Kuss auf seine Lippen und verschwand dann in der Menge. Dennoch blieb sie unauffällig noch einen Moment zwischen den Menschen stehen, um zu lauschen, was die beiden wohl bereden würden.
Überrascht drehte sich Ashley zu seinem Vater um und sah ihn fragend an. Dieser blickte ihm etwas zerknirscht entgegen und schien verzweifelt nach den richtigen Worten zu suchen.
„Ashley … Ich denke, ich war wohl bei der ganzen Sache zu voreilig. Ich meine, ich könnte es auch verstehen, wenn du nicht mehr mit mir sprechen willst, oder vielleicht sogar nichts mehr mit mir zu tun haben willst, doch ich wollte dir nur sagen, dass mir das alles leid tut. Ich war wohl zu verblendet, um zu erkennen, dass du trotz allem mein Sohn bist. Vielleicht sind wir uns einfach auch nur zu ähnlich, sodass wir deshalb immer wieder aneinandergeraten“, sagte er und es war deutlich zu sehen, dass ihm das, was er zuvor noch gesagt hatte, sehr leid tat und es ihm mehr als schwer viel, das hier zuzugeben.
„Vater ich …“, begann Ashley nun unsicher, nicht wissend, wie er auf dieses Geständnis reagieren sollte, so trat er nur unsicher von einem Fuß auf den andern.
„Du musst nichts sagen. Wie gesagt, ich könnte nur zu gut verstehen, wenn du nichts mehr mit mir zu tun haben willst. Ich habe zu spät erkannt, dass ich den Groll auf meine eigenen Fehler, nur immer auf dich geschoben habe. Ich habe hier großes Unrecht an dir getan und nun muss ich auch die Konsequenzen dafür tragen. Was ich eigentlich damit sagen will ist …, wenn du diese hübsche Lady heiraten willst, dann tue es. Ich stehe euch nicht mehr im Weg“, schloss er und sah seinen Sohn abwartend ab. Da dieser aber nicht gleich etwas sagte, wollte er sich schon wieder zum Gehen wenden.
„Hör zu Vater, ich werde Cathreen auf jeden Fall heiraten, ob es dir passt oder nicht“, antwortete er ihm jetzt, mit einem Ton, der nicht zeigte, ob er seinem Vater verziehen hatte oder nicht. So nickt dieser nur und wendete sich abermals um.
„Vater? Ich würde mich sehr freuen, wenn du und Mutter, wenn ihr zu unserer Hochzeit kommen würdet. Henry und Beth natürlich auch“, sagte dann und schenkte seinem Vater ein Lächeln.
Man konnte sehen, wie dieser nun vor Rührung, gegen die Tränen kämpfte, die seine Augen schon leicht zum Glänzen brachten.
„Ashley ich …“, er zögerte kurz, da er mit dieser Reaktion seines Sohnes nicht mehr gerechnet hatte, dann huschte auch über seinen Lippen ein kurzes Lächeln und er breitet die Arme aus. Diesmal zögerte keiner und beide nahmen sich, Schulter klopfend in den Arm.
„Wir werden gerne kommen. Da sei dir sicher“, gab sein Vater zurück und deutete dann in den großen Saal hinein, in dem das Fest nun schon im vollen Gange war. Sogar der König ging seinen gesellschaftlichen Verpflichtungen nach und tanzte.
„Ich denke wir sollten auf deine Braut hören und uns besser noch etwas der Gesellschaft zeigen. Gehen wir hinein?“, forderte er seinen Sohn auf, der nur kurz aufbrummte und dann leise murmelte.
„Gut, ich sehe ja ein, ein paar Verpflichtungen muss man wohl einhalten …“

Schnell, bevor die Beiden sie entdecken konnten, schlüpfte sie durch die Türe und ließ sich von einem der Dienstmädchen ein Zimmer zeigen und bestellte auch gleich ein heißes wohltuendes Bad für sich. Sie musste auch nicht zu lange warten, bis sie endlich in das warme Wasser steigen konnte und sich seufzend und überglücklich zurück legte und für einige Minuten die Augen schloss. Sie spürt, wie wohl ihrem geschundenen Körper das Bad tat, und blieb einfach einige Zeit bewegungslos darin liegen.
Nach einer guten halben Stunde stieg sie wieder aus der Wanne und zog sich langsam ihr langes Unterkleid an und ging, während sie einen Morgenmantel überwarf, hinaus in das Schlafzimmer.
Dort rief sie sofort die Mädchen wieder herein, welchen sie auftrug, ihr zu helfen sie wieder in das Kleid zu stecken und ihre Haare einigermaßen herzurichten.
Während eine Zofe nun dabei war, ihr Haar zurechtzumachen, starrte sie einige Zeit lang stumm in den Spiegel, doch dann hielt sie es nicht mehr aus. Sie sprang einfach auf und rauschte aus dem Zimmer. So schnell es die Schuhe und das Kleid zuließen, rannte sie nun die Gänge entlang auf die große Treppe zu, von der man auch schon den halben Saal überblicken konnte und suchte nach Ashley. Aus irgendeinem Grund hatte sie die Befürchtung, er könnte vielleicht nicht mehr da sein, wenn sie unten war.
Einer der Diener, mit einem vollen Tablett Gläser musste zur Seite springen und dabei noch achtgeben, das Tablett nicht fallen zu lassen, als sie die Treppen hinunter rannte. Ohne das Tempo zu drosseln, rannte sie durch die Menge, stieß dabei noch fast den tanzenden König um und flog Ashley förmlich um den Hals, während sie ihn mit leuchtenden Augen anstrahlte. Er hingegen war völlig erstaunt und wusste im ersten Moment gar nicht, was er sagen sollte.
„Ist alles in Ordnung mit dir?“, wollte er wissen, doch Cathreen war nicht gleich fähig ihm zu antworten, sie musste erst ein paar Mal tief durchatmen, soweit das in dem Kleid möglich war, doch dann zog sie ihn etwas zu sich herunter und flüsterte ihn etwas ins Ohr. Seine Augen wurden groß, er schluckte und kurz sah er zu seinem Vater.
„Ist das dein Ernst?“, fragte er.
„Es ist mein Ernst. Glaubst du, sonst wäre ich durch eine nun empört drein sehende Menschenmenge gerannt?“, fragte sie und hob eine Augenbraue.
Sie bemerkte den verwunderten Blick von Ashleys Vater und sah nun ihren Vater, der zu ihnen trat und sie besorgt musterte.
„Gib es Probleme?“, fragte dieser jetzt.
„Nein, keine Probleme“, antwortete Ashley jetzt schnell und nahm Cathreens Hand. „Alles in bester Ordnung.“ Sie drückte diese und lehnte sich leicht gegen ihn.
„So? Und warum rennt meine Tochter dann durch den Saal, als sei der Teufel leibhaftig hinter ihr her?“, fragte ihr Vater, der dem Frieden nicht traute.
„Das würde ich aber auch gern wissen“, sagte Jonathan Sinclair und musterte die beiden jetzt auch.
„Vielleicht weil sie einfach Sehnsucht nach mir hatte“, erklärte er jetzt leicht verlegen. Diese Aussage quittierte Cathreen mit einem leichten Stoß gegen seine Rippen und sah ihn dann tadelnd an, woraufhin er ihr einen Unschuldsblick zu warf.
„Vielleicht sollte ich es besser dabei belassen, ihr werdet mir ja sowieso nichts sagen. Aber ich werde es schon noch herausbekommen, verlasst euch drauf“, sagte er und schmunzelte dann. Lord Jonathan Sinclair sah noch einen Moment lang zu seinem Sohn, wohl wissend, dass es da irgendwas geben musste, doch nickte er Cathreens Vater dann nur zustimmend zu und fragte, zur ihrer Erleichterung, nicht mehr weiter.
„Gut, dann werde ich mich jetzt verabschieden. Der Weg nach Hause ist lang und ich würde gern vor Morgengrauen daheim sein“, erklärte Mr. McRowley der Runde jetzt.
„Ihr bleibt nicht hier im Schloss?“, fragte Ashley überrascht.
„Nein, ich ziehe mein eigenes Bett vor. Und was die Hochzeit angeht, das überlasse ich ganz euch. Doch ich erwarte rechtzeitig eure Einladung“, erklärte er und zwinkerte ihnen beiden zu.
„Keine Sorge, du bekommst sie zuerst und Ihr natürlich, Lord Sinclair“, versprach Cathreen sofort.
„Das will ich doch hoffen“, sagte Ashleys Vater und stellte sein leeres Weinglas beiseite.
„Auch ich darf mich jetzt verabschieden“, erklärte dieser und nickt den beiden zu.
„Ach, Cathreen. Ich erwarte, dass ihr beide mich vor der Hochzeit noch besuchen werdet“, sagte Mr. McRowley bestimmt und Ashley wurde nun etwas unsicher.
„Ich weiß nicht, ob wir das alles noch schaffen werden. Ich hätte gerne einen baldigen Termin ausgesucht“, sagte er vorsichtig, doch Cathreen legte eine Hand auf seinen Arm und zwinkert ihm zu.
„Wir schaffen es.“
„Wenn sie es sagt. Dann wird es auch so sein“, antwortete er und grinste dann.
„Wunderbar“, sagte ihr Vater, klatschte begeistert in die Hände und ging noch einmal zu Cathreen, um ihr einen Kuss auf die Stirn zu hauchen.
„Dann sehen wir uns nächste Woche. Pass auf dich auf … und passt Ihr auf sie auf“, sagte er mit einem Zwinkern zu Ashley.
„Das tue ich, wir Ihr bereits gesehen habt“, antwortete er ihm.
„Hervorragend“, sagte er noch, nickte allen noch einmal zu und verließ dann mit schnellen Schritten den Saal.
„Ich hoffe, ich kann ebenfalls auf euren Besuch zählen? Deine Mutter wird ihre künftige Schwiegertochter auch kennenlernen wollen, Ashley“, sagte sein Vater jetzt auffordernd.
„Ist gut, wir werden kommen“, erklärte er sich bereit und sie nickte noch bestätigend.
„Sehr schön. Deine Mutter wird Augen machen, wenn ich ihr davon erzähle. Ich wünsche noch einen angenehmen Aufenthalt“, fügte er noch an, nickte beiden noch einmal zu und verließ das Fest.
Ashley wartete, bis er weg war, zog sie dann mit sich auf die Terrasse hinaus, wo in dem Moment keiner war.
Erstaunt folgte sie ihm und als sie draußen angekommen waren, sah sie ihn fragend an.
„Was hast du?“
Er sah sie an und ein Lächeln huschte über sein Gesicht, dann strich er mit seinen Fingern über ihre Wange und erwiderte ihren Blick.
„Weißt du, dass du mich zum glücklichsten Mann der Welt machst?“, fragte er sie und sie schmiegte ihr Gesicht für einen Moment in seine Hand.
„Du machst mich noch viel glücklicher“, gab sie zurück und schüttelte dabei den Kopf. Diesmal tat Ashley das, was er schon vorhin hatte tun wollten und nahm sie in seine Arme, in die sich ziehen ließ und in seinem langen Kuss versank.
„Weißt du, was mir jetzt noch fehlt, um völlig glücklich zu sein?“, fragte sie leise, als sie sich wieder von im gelöst hatte.
„Nein, aber wenn du mir es sagst, werde ich versuchen, dir diesen Wunsch zu erfüllen, wenn ich kann“, gab er auch leise zurück.
„Ein weiches, warmes, gemütliches Bett“, hauchte sie und grinste ihn an.
„Wenn das alles ist. Hier im Schloss gibt es mit Sicherheit genügend davon“, gab er ebenso grinsend zurück.
„Das ist allerdings richtig. Und was unsere Pflichtbesuche angeht, lass das nur meine Sorge sein, darüber brauchst du dir nicht den Kopf zu zerbrechen“, flüsterte sie lächelnd und streichelte über seine Wange.
„Das muss ich aber. Wir haben nicht mehr soviel Zeit, ich meine ...“
„Shhh, nicht jetzt ... nicht heute. Für heute haben wir genug nachgedacht“, ihre Augen sahen ihn schon fast flehend an und kaum merklich nickte er dann.

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BeitragThema: Re: Wunsch nach Frieden 7 -12   Do Feb 07, 2008 11:21 pm

„Ja. Gut, dann lass uns ein Zimmer suchen gehen, welches noch nicht vergeben ist“, sagte er leise.
Wortlos nickend nahm sie seine Hand in die ihre und ging mit ihm durch die Menschenmenge zielsicher auf die Treppe zu. Als sie dann die Menschenmenge hinter sich gelassen hatten, hielt er inne und sah sie an.
„Du weißt schon, wohin du gehen willst? Sollte ich nicht doch erst einen Diener ...?“, begann er, doch als sie sich nicht aufhalten ließ und ihn weiter zog, verstummte er.
„Keine Sorge, ich weiß schon, wohin wir gehen können“, erklärte sie und führte ihn zu dem Zimmer, in dem sie zuvor schon gewesen war.
„In Ordnung“, äußerte er knapp und ließ sich weiterführen. Als Cathreen die Türe zu dem Zimmer öffnete, sahen ein paar schnatternde Zofen zu ihnen. Diese verstummten in dem Moment, als sie Ashley sahen und rauschten dann sofort aus dem Zimmer.
„Sehe ich so furchterregend aus?“, fragte er irritiert und sah ihnen kopfschüttelnd hinterher.
„Nein, das nicht. Aber du bist ein Mann“, lachte sie und zog ihn in das nun leere Zimmer.
„Ach, was du nicht sagst“, gab er zurück und grinste sie an.
„Ich glaube, sie sind es nicht gewohnt, dass ein Mann und eine Frau ohne Anstandsdame in ein Zimmer kommen“, erklärte sie lachend und schloss die Türe hinter ihnen.
„Das wird es wohl sein. Ich sehe schon, wie sie sich die Mäuler zerreisen.“
„Aber hier haben wir beide bequem Platz. Es sei denn, du willst, dass ich einen Diener rufe, der dir ein eigenes Zimmer zuteilt“, schlug sie vor und griff nach einer kleinen Klingel.
„Bist du verrückt“, stoppte er sie und nahm ihr die Klingel aus der Hand.
„Oh“, gab sie trocken zurück und musste sehr kämpfen, um sich ein Grinsen zu verkneifen.
Er stellte die Klingel auf den Tisch zurück und musterte sie.
„Ich dachte du wolltest schlafen?“, fragte er.
„Oh ja. Das hab ich auch vor. Du etwa nicht?“ Unschuldig sah sie ihn nun an und ging zu dem Bett hinüber. Auf den Weg dorthin zog sie die Spangen aus ihrem Haar und warf diese achtlos zu Boden.
„Hört sich verdammt gut an“, konterte er und beobachtete sie. Sie drehte sich wieder zu ihm um und hob eine Braue, doch sagte sie keinen Ton zu ihm, stattdessen schüttelte sie ihr Haar aus und begann nun umständlich ihr Kleid zu öffnen. Er war stehen geblieben und rührte sich nicht mehr, seine Augen waren auf ihr hängen geblieben, als sie begann das Kleid über ihre Schultern zu streifen, nachdem sie es endlich offen hatte. Langsam ließ sie es zu Boden gleiten, mehrere Unterröcke folgten, bis sie nur noch in einem dünnen Unterkleid da stand.
„So viel Stoff hat auch was für sich“, begann er genüsslich grinsend, „... es ist fast so spannend wie an Weihnachten, wenn man Geschenke auspackt“, erklärte er und ließ seine Blicke über ihren Körper streifen.
„Oh, du ...!“, rief sie und sah ihn empört an, griff nach einem der Kissen auf dem Bett und warf es nach ihm.
Im letzten Moment konnte Ashley ausweichen und sah diesem hinterher, das irgendwo hinter ihm in einer Ecke landete.
„Guter Wurf“, erklärte er grinsend und ging auf sie zu.
Ohne zu zögern, griff sie nach einem weiteren Kissen und warf dieses auch nach ihm.
„Du bist unmöglich“, lachte sie jetzt, denn wirklich böse sein konnte sie ihm nicht.
Dieses Mal wich er nicht aus und das Kissen traf in voll, doch fing er es auf und sein Grinsen wurde noch breiter. „Ich weiß“, schmunzelte er und ging noch einen Schritt auf sie zu.
„Hrrr“, knurrte sie und wich vor ihm zurück. Aus den Augenwinkeln schielte sie schon auf das nächste Kissen, das noch auf dem Bett lag.
„Das wirst du schön liegen lassen“, drohte er ihr, als er ihren Blick bemerkte.
„Werde ich?“, fragte sie und ging noch weiter zurück um sich dem Kissen zu nähern.
„Ja, wirst du.“
„Oh nein. Ich denke nicht daran, auf dich zu hören, mein Lieber“, sagte sie, drehte sich um und griff nach dem Kissen.
„Lass es sein“, warnte er sie erneut.
„Ganz sicher nicht!“, gab sie zurück, nahm das Kissen und warf es abermals nach ihm. Schnell duckte er sich unter dem Kissen weg und warf gleichzeitig sein Kissen, welches er noch in der Hand hatte, doch Cathreen duckte sich im auch weg, warf sich auf das Bett und fingerte nach dem letzten verbliebenen Kissen. Ashley folgte ihr sofort, warf sich auch auf das Bett und ergriff ihre Hand, die nach dem letzten Kissen greifen wollte. Er lag nun halb über ihr und hinderte sie so daran, noch einmal nach ihm zu werfen. Unter ihm drehte sie sich jetzt um, sodass sie ihn ansehen konnte, aber immer noch versuchte sie, mit ihrer Hand an das Kissen zu gelangen.
Irgendwie schaffte sie es dann auch, griff nach dem Kissen und sah ihn vergnügt an.
„Was bekomme ich, wenn ich es nicht tue?“, fragte sie leise und schwenkte das Kissen in ihrer Hand leicht hin und her.“
„Was möchtest du?“
„Was immer du mir gibst“, erklärte sie dann und sah ihn grinsend an.
„Einen Kuss?“, fragte er.
„Nur einen?“, sie zog eine Schnute und bewegte blitzschnell die Hand, sodass sie ihn kurz mit dem Kissen am Rücken traf.
„Cathreen! Das war aber nicht fair, du hast gesagt, was immer ich dir gebe“, protestierte er auf.
„Na und?“, blinzelte sie ihn unschuldig an und krabbelte unter ihm weg, bevor er sie aufhalten konnte. Sofort drehte er sich um und sah ihr hinterher.
„Na wunderbar, da hab ich mir ja was Feines eingehandelt“, sagte er und versuchte ernst zu schauen, doch keine zwei Sekunden später musste er wieder grinsen.
Auch sie konnte sich nun ein Grinsen nicht mehr verkneifen, setzte sich ans Bettende und sah ihn nachdenklich an.
„Was denkst du gerade?“, fragte er sie musternd, während er zurück gelehnt auf dem Bett lag und sich mit den Ellenbogen abstützte.
„An dich …“, sagte sie leise und ließ ihre Blicke genüsslich über seinen Körper wandern.
„Ja wirklich? Und was genau?“, fragte er neugierig.
„Das willst du nicht wissen“, erklärte sie, sah zur Seite und schmunzelte vor sich hin.
„Und was, wenn ich es doch wissen will?“, hakte er grinsend nach und setzte sich wieder auf.
„Du hast es nicht anders gewollt und ich bin mir sicher, meine Mutter würde sich im Grabe umdrehen, wenn sie solche Worte aus meinem Mund hören könnte“, sie drehte den Kopf wieder zu ihm und ein undefinierbares Funkeln trat in ihre Augen und mit einer rauen Stimme begann sie zu sprechen.
„Nun, ich habe daran gedacht, wie du wohl jetzt ganz ohne diese, für meinen Geschmack, viel zu eleganten Kleidung aussehen würdest … was du tun würdest, wenn ich mit meinen Fingern über deine Haut streicheln würde. Würde diese, unter meinen Berührungen, genauso zucken wie damals, in der Scheune?“
Verschmitzt musterte er sie bei ihren Worten, doch blieb sein Mund geschlossen, sodass sie leicht unsicher wurde, was er nun wohl dachte.
„Du wolltest wissen, was ich denke … und das war es was ich gedacht habe“, erklärte sie noch mal nachdrücklich.
„Ich denke du hast recht, was deine Mutter betrifft. Aber zum Glück kann sie es nicht hören. Und zu deiner Frage … warum versuchst du es nicht einfach rauszufinden?“, fragte amüsiert.
„Aber Mylord … wollt Ihr mich etwa verführen?“, fragte sie und sah ihn gespielt empört an.
„Jetzt dachte ich, das wollt Ihr tun, Mylady“, erklärte er und versuchte so unschuldig wie möglich drein zu blicken.
„Das dachtet Ihr?“, hakte sie nach und musterte ihn noch einmal von oben bis unten. Ohne noch etwas zu sagen, legte sie sich seitlich auf das Bett, wobei sie sich mit einem Arm abstützte und deutete mit der freien Hand auf sein dunkelblaues Jackett.
„Zieh das aus“, hauchte sie und kaute leicht nervös und aufgeregt auf ihrer Unterlippe. Nach einem kurzen Zögern begann er langsam seine Jacke aufzuknöpfen und streifte sie sich dann über seine Schultern nach hinten.
Cathreens Augen begannen erneut zu funkeln, als er das tat, doch dann deutete sie mit dem Finger auf sein Hemd und sah ihn auffordernd an. Er begriff sofort, was sie wollte und knöpfte auch das Hemd auf, welches er ebenfalls auszog und ebenfalls auf einen Stuhl warf, der neben dem Bett stand und auf dem auch schon die Jacke seinen Platz gefunden hatte.
Cathreen begann zu lächeln und ließ sich genüsslich langsam auf den Rücken sinken, doch immer noch behielt sie ihn im Auge.
„Weiter …!“, sagte sie nun fast schon fordernd, ließ ihre eigene Hand für einen Augenblick über den dünnen Stoff ihres Unterkleides wandern und strich sanft über ihre Brust und ihren Bauch. Er ließ sie dabei keine Sekunde aus den Augen und stand dann auf, blieb direkt vor dem Bett stehen und begann seine Hose zu öffnen und sie sich langsam auszuziehen. So wie Gott ihn erschaffen hatte, blieb er dann einen Moment lang einfach vor ihr stehen.
Mit schamlosem Blick richtete sich Cathreen nun auf und betrachtete ihn eingehend. Nach schier unendlichen Minuten sah sie ihm in die Augen und ihre Zunge glitt kurz über ihre Lippen.
„Du bist … atemberaubend“, hauchte sie leise und ließ erneut ihren Blick über seine kräftige und doch schlanke Figur wandern, doch selber bewegte sie sich keinen Zentimeter.
Auch er ließ seine Blicke jetzt über ihren Körper wandern, streichelte mit seinen Augen über die Rundungen ihrer Figur und deutete dann auf sie.
„Glaubst du nicht, dass es jetzt etwas … ungerecht ist, ich meine …“, er sprach es nicht aus, da sie selber kurz auf den Stoff blickte, bevor sie ihn wieder ansah.
„Ich denke nicht“, hauchte sie und winkte ihn mit dem Finger zu sich heran. Langsam ging er auf sie zu, doch blieb er direkt vor dem Bett stehen.
„In was hab ich mich da nur verliebt“, grinste er sie jetzt an und sie rutschte zu ihm an die Kante und kniete sich vor ihn.
„Ich weiß nicht?“, sie schmunzelte jetzt und sah ihn direkt an, „bereust du es?“
Er schüttelte sofort den Kopf und strich mit seiner Hand durch ihre Haare.
„Nein, auf gar keinen Fall“, versicherte er ihr, ohne zu zögern, dann legte er seine Hände auf ihre Wangen, beugte sich zu ihr hinunter und gab ihr einen zarten Kuss, „das werde ich nie tun“, hauchte er dann an ihre Lippen und ein angenehmer Schauer rann ihr über den Rücken.
Sie schloss für einen Moment genießend die Augen, doch dann lächelte sie ihn an und wieder trat ein gewisses Glitzern in ihre Augen.
„Was willst du?“
Nachdenklich sah er sie einen Moment an und hob dann eine Augenbraue, doch dann winkte er ab.
„Das willst du sowieso nicht“, sagte er dann grinsend, woraufhin sie ihren Kopf schief legte.
„Das kannst du doch gar nicht wissen, wenn du es mir es nicht sagst“, konterte sie.
„Doch kann ich, denn ich habe es dir schon gesagt“, erklärte er amüsiert.
Nun war sie total verwirrt, denn sie wusste nicht, was er meinte.
„Aber du hast doch gar nichts gesagt … Das Einzige was du sagtest war nur, dass ich es sowieso nicht will.“
„Und ob ich das habe. Ich habe dieses störende Stück Stoff vorhin erwähnt“, schmunzelte er und zupfte an ihrem Kleidchen.
„Oh“, gab sie zurück und sah ihn nun leicht verlegen an.
„Du siehst, ich hatte es eben doch gesagt.“
Ohne darauf zu antworten, rutschte Cathreen in die Mitte des Bettes. Langsam zog sie das Unterkleid über ihren Kopf und ließ die Arme wieder sinken, dabei merkte sie kaum, wie der Stoff durch ihre Finger auf den Boden glitt.
Sie sah, wie seine Augen über ihren ganzen Körper wanderten, bevor er ihr wieder in die Augen sah.
„Du bist wunderschön. Ich habe noch nie eine Frau gesehen, die so … so …“, begann er und suchte nach den richtigen Worten.
„Die so, was?“, hakte sie nach, legte den Kopf leicht schief und sah ihn fragend an.
„Die so perfekt ist, wie ein Engel aus einem Traum. Und weißt du, was das Schönste daran ist? Der Engel ist real und er will tatsächlich zu mir“, sagte er leise und kniete sich jetzt neben sie auf das Bett.
„Will der Engel das?“, fragte sie mit Schalk in ihrem Blick, knabberte kurz an ihrer Unterlippe und rutschte lächelnd etwas von ihm weg.
„Was ist wenn nicht?“
Ashley zögerte einen kurzen Moment irritiert, doch dann zuckte er leicht mit den Schultern.
„Dann fürchte ich, wird es ein böses Erwachen aus meinem Traum geben.“
„Das muss nicht unbedingt sein. Warum erzählst du mir nicht, wie der Traum weitergeht? Was tut der Engel in deinem Traum?“, hauchte sie jetzt und ließ ihre Hand erneut einen kaum merklichen Augenblick über ihre Haut, diesmal über ihren Oberschenkel wandern. Sie konnte sehen, wie er ihrer Hand mit den Augen folgte, sich einen Moment lang auf seiner Unterlippe kaute, während sich sein Brustkorb sich nun etwas schneller hob und senkte. Sie wusste wohl, dass ihn diese Situation erregte, genauso wie sie, doch genoss sie es sehr, so eine gewisse heimliche Macht über ihn zu haben.
„Nun, in meinen Träumen würde der der Engel zu mir kommen, sich von mir berühren und küssen lassen“, sagte er leise mit bebender Stimme.
Und was tust du, wenn der Engel das nicht macht? Bist du dann böse?“, sie sah ihn fast unschuldig an, doch dann räkelte sie ich leicht auf dem Laken und ihre Hand krallte sich kurz die samtene Decke, bevor ihre Finger den Weg, über ihr Bein, ihren Bauch und ihre Brust, bis hin zu ihren Lippen fanden, über die sie kurz sanft strich, während sie ihn die ganze Zeit nicht aus den Augen ließ.
„Nein. Ich könnte doch einem Engel nie wirklich böse sein. Ich wäre wohl nur etwas … traurig“, erklärte er, tat aber sonst nichts.
„Oh, und das würde der Engel doch sicher nicht wollen“, sagte sie mit einem gespielt traurigen Gesicht und kam langsam auf ihn zu, legte sanft eine Hand auf sein Bein, doch dann bewegte sie sich nicht mehr, „nein, das würde er sicher nicht wollen.“
„Würde er nicht? Es scheint ein sehr selbstloser, lieber Engel zu sein“, gab er zurück und streckte seine Hand nach ihr aus, nahm ihre Haarspitzen zwischen seine Finger, die er langsam darauf aufzurollen begann und als das Haar straff um seine Finger gewickelt war, zog er sie sanft näher zu sich heran, ohne den Blick von ihr zu nehmen.
„Vielleicht ist er das … aber er kann auch ein quälender Engel sein“, funkelte sie ihn an und kam ihm entgegen. Doch bevor er ihre Lippen berühren konnte, neigte sie den Kopf zur Seite und saugte sich an seinem Hals fest. Sie hatte erwartet, dass er sie aufhalten oder zumindest bremsen würde, doch er schien es zu genießen, was sie da tat. So nahm sie kurzerhand ihre Lippen von seinem Hals und biss dafür sachte hinein, um gleich die malträtierte Stelle wieder zu küssen. Jedes Mal, wenn sie das wiederholte, keuchte er kurz auf, doch sie hört nicht auf damit.

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BeitragThema: Re: Wunsch nach Frieden 7 -12   Do Feb 07, 2008 11:22 pm

Leicht schmiegte sie sich gegen ihn, während ihre Hand an seiner Seite wieder hinabglitt.
Er schlang seine Arme um sie und so knieten sie jetzt voreinander auf dem Bett und pressten sich eng aneinander. Sie schob ihr Knie zwischen seine Beine und richtete sich dabei leicht auf. Immer noch bearbeitete sie seinen Hals, doch biss sie nun noch fester hinein und kratzte ihm auch noch über seinen Rücken, als sie merkte, wie er auf ihr Tun reagierte. Immer fordernder strichen seine Hände über ihre Haut und leicht begann ihr Körper nun zu erschaudern. Sein Stöhnen klang wie von weit her und seine Berührungen, schienen ihr so intensiv, wie noch nie vorher. Abermals senkte sie den Kopf und bearbeitete seinen Hals, biss sanft hinein, solange bis sie mit einem Male einen metallenen Geschmack im Mund hatte. Er zuckte kurz zusammen, darauf hin hob sie ihren Kopf und starrte wie gebannt auf die leicht rötliche Stelle, ließ ihre Finger über die Haut gleiten. Doch dann rutschte sie etwas von ihm weg und nachdem sie leicht den Kopf geschüttelt hatte, sah sie etwas geschockt auf ihre leicht roten Fingerkuppen.
„Was ist? Was hast du?“, fragte er irritiert, als sie von ihm wegrutschte.
Sie schüttelte den Kopf und rutschte wieder näher an ihn heran, schlang ihre Arme um seinen Nacken und hauchte federleichte Küsse, auf die Stelle, die sie eben noch gebissen hatte, streichelte dann sanft mit den Fingerspitzen darüber, bevor sie diese erneut mit Küssen übersäte.
„Du hast einen Engel, der dir weh getan hat“, flüsterte sie leise gegen seinen Hals und blies, sanft ihren Atem auf den Punkt, „das wollte ich nicht“; sagte sie immer noch leise.
„Da ist wohl wieder die Wildkatze aus meinem Engel hervor gekrochen“, grinst er jetzt, „nicht so schlimm“, gab er ebenso leise zurück, zog sie zu sich und schlang beide Arme um sie.
Sofort drückte sie sich eng an seinen warmen Körper, sah in seine Augen und strich ihm durch sein halblanges schwarzes kräftiges Haar. Dann neigte sich kaum merklich zu ihm, bis sie seinen Atem auf ihren Lippen spüren konnte. Noch einmal sah sie ihn an und dann presste sie ihre Lippen auf die seinen. Er kam ihr entgegen, knabberte erst vorsichtig an den ihren und öffnete dann sein Mund. Sofort umspielte sie mit ihrer Zunge die Seine und rangelte sogleich um die Vorherrschaft mit ihm.
Ihre Hände glitten an seinem Rücken entlang nach unten und umfassten seinen Po, wobei sie seinen Unterleib gegen den ihren drückte und mit einem leisen Stöhnen, welches in seinem Kuss unterging, als sie seine fleischgewordene Lust zwischen sich und ihm spürte, begann sie sich an ihm zu reiben.
Doch dann drückte er sie sanft nach hinten, auf das letzte verbliebene Kissen und folgte ihr, legte sich halb über sie und hörte dabei nicht auf sie zu küssen. Seine Hände strichen über die Seite nach oben weiter zu ihrer Brust, die er sanft massierte.
Abermals stöhnte sie in seinen Mund, als sie das weiche Kissen in ihrem Rücken spürte, sofort winkelte sie ihr Bein an und umschmiegte damit seine Hüfte, während sie immer noch ihren Unterleib gegen den seinen rieb. Dabei konnte sie ein erregtes Zittern nicht mehr unterdrücken und schon gar nicht, als er zwischen ihre Beine glitt.
Doch zu ihrer Überraschung rutschte er etwas tiefer und begann ihren Bauch zu küssen. Seine Zunge strich um ihren Bauchnabel und stieß auch kurz hinein, um dann langsam immer wieder ihre Haut küssend, weiter nach oben zu gleiten, bis er ihre Brüste erreicht hatte und dort das ganze Spiel von Neuem begann, was einen protestierenden Laut über ihre Lippen entweichen ließ. Ihre Hände krallten sich in seine Schultern und keuchend bog sie den Rücken durch, wobei ihre Hüften leicht nach oben stießen. Als er begann ihre Knospen zu küssen, vergrub die eine Hand in den weichen Strähnen seines Haares.
Nach kurzer Zeit kam er wieder nach oben, stützte sich mit seinen Händen neben ihr ab und drängte sich ihr, zuerst noch an ihr reibend entgegen, doch dann drang er langsam in sie ein. Keuchend legte sie den Kopf zur Seite und versuchte ihr Stöhnen in dem Kissen zu ersticken, schlang aber gleichzeitig das andere Bein um seine Hüfte und hob sich ihm fordernd entgegen. Die Augen geschlossen, krallte sie jetzt beide Hände über ihrem Kopf in das Laken, nur um dann eine Hand nach ihm auszustrecken und ihn zu einem fordernden Kuss zu sich zu ziehen. Er kam ihr willig entgegen, verharrte dann einen Moment, und begann dann langsam, sehr langsam, sich in ihr zu bewegen. Immer wieder zog er sich fast ganz aus ihr zurück, bevor er wieder tief in sie drang. Fast wahnsinnig unter seinen Berührungen streichelte sie immer hastiger über seine Haut und bei jedem Stoß kam sie ihm fordernd entgegen, während sich ihre Hand immer wieder in die Decke krallte.
Als sie ihre Augen wieder aufschlug und ihn ansah, bemerkte sie, dass er sie genau beobachtete, so als hätte er Angst, irgendetwas zu verpassen. Langsam erhöhte er sein Tempo und sie nahm den Kopf wieder zurück und flüsterte unter Erregung Worte, die sie selbst nicht verstand. Sie wand sich immer wieder leise wimmernd unter ihm hin und her. Auch er richtete sich nun etwas weiter auf, keuchte leise, als ihre Nägel über seine Haut kratzten, ohne, dass sie wirklich wusste, was sie tat und daraufhin wurden seine Bewegungen noch fordernder, wobei er immer wieder laut aufstöhnte. Verzückt nahm sie dieses wahr und drückte sich noch mehr nach oben und fing seine Lippen zu einem forschen, fast groben Kuss ein, bei dem sie heftig an seinen Lippen knabberte.
Fest drückte sie sich an seinen Körper, glitt mit ihren Fingern über seine nun feuchte schweißbedeckte Haut und verzierte diese mit immer mehr roten Striemen. Sanft saugte sie an seinen Lippen, nur um ihn im nächsten Moment wieder fordernd zu küssen, sein Gesicht dabei zu umfassen und keuchend in seinen Mund zu stöhnen, wann immer sie ihn so hart in sich spürte. Dass ein Bein von seinen Hüften glitt, störte sie gar nicht und ohne darauf zu achten, ließ sie es zur Seite fallen. Doch im nächsten Moment keuchte sie noch lauter in seinen Mund, da sie ihn noch härter und tiefer spüren konnte.
Sie sah, wie er die Augen schloss, stöhnend heftiger in sie stieß, getrieben aus der Mischung von dem Schmerz, den ihm ihre Nägel auf seinem Rücken beibrachten und der Lust, die sich schon überdeutlich auf seinem Gesicht widerspiegelte.
Nach einiger Zeit sank er wieder etwas zu ihr nach unten und begann sie fordernd zu küssen.
Nun hielt sie nichts mehr, sie schlang beide Arme um ihn und kam seinen Küssen heftig entgegen. Immer wieder hob sie ihre Hüfte seiner entgegen und spürte das verlangende Ziehen in ihrem Unterleib. Ein sich steigerndes Kribbeln ging durch ihren gesamten Körper, welches sie abermals aufstöhnen ließ, während sich ihre Lust auch immer mehr steigerte, so sehr, dass sie glaubte, es keinen Moment länger auszuhalten. Doch sein Gewicht auf ihrem Körper, seine Lippen auf den ihren und die Kraft seiner Stöße, belehrten sie eines Besseren.
Keuchend krallte sie sich an seinen Schultern fest, versuchte ihn noch näher zu sich heranzuziehen und gleichzeitig auch von seinen Küssen mehr zu bekommen, bis ihr selbst fast der Atem versagte.
Seine Stöße, jetzt so fest und kraftvoll, trieben sie höher und höher, bis sie das Gefühl hatte, ihr Herz würde sich überschlagen und ihr Innerstes zerreißen. Doch dann bäumte sie sich auf, umklammerte ihn fest und schlang beide Beine wieder um ihn, während sie halb keuchend und halb wimmernd aufstöhnte. Ihr Körper zuckte unter dem seinen und kaum nahm sie ihre zitternden Lippen wahr, die versuchten, ihn immer wieder und wieder zu küssen. In dem Moment, als sie sich erneut gegen ihn presste und windend seinen Namen stöhnte, warf er seinen Kopf in den Nacken und ergoss sich heiß ihn ihr, während er seinen Rücken durchbog und sich ihr kraftvoll entgegenpresste. Bebend bewegte er sich noch langsam in ihr weiter, jedes Mal zusammenzuckend, wenn sie sich um ihn zusammenzog und wie abgesprochen zitterten ihre beiden Körper um die Wette. Er ließ sich auf sie sinken und umschlang sie nun mit beiden Armen.
Eine ganze Zeit lang, verharrten sie so, sie presste sich an ihn, vergrub ihren Kopf an seiner Halsbeuge und hielt sich immer noch bebend an ihm fest. Doch dann ließ sie sich entkräftet zurück auf das Kissen sinken, streichelte zart über seinen Rücken, während sie immer wieder feine Küsse auf seine Schulter hauchte, bis sie den Blick hob und ihn liebevoll ansah.
Er hatte seine Augen auf sie geheftet und musterte sie nachdenklich.
„Was hast du?“, fragte sie etwas besorgt und immer noch leicht außer Atem.
„Ich frage mich immer wieder, warum es das Schicksal so verdammt gut mit mir meint. Ich habe die schönste und liebenswürdigste, wildeste und zahmste Frau auf dieser Welt gefunden, die ich mir nur vorstellen kann. Ich werde meinen Jugendtraum erfüllen können, eine Pferdezucht, mit den besten Tieren des Landes. Ich bin der glücklichste Mann auf der Welt, ist dir das klar?“, er hauchte ihr erneut einen Kuss auf die Lippen und strich ihr eine Haarsträhne aus dem Gesicht.
„Ich glaube nicht an Schicksal, aber ich glaube an die Liebe. Und davon hast du so viel zu geben. Ich liebe dich Ashley Stuart Sinclair. Mehr als alles andere auf der Welt.“

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