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 Sisilias Geheimnis Teil 3

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Sisilia
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BeitragThema: Sisilias Geheimnis Teil 3   Di Apr 01, 2008 10:15 pm

Lucius’ falsches Spiel
Falsches Spiel mit Moony





Die folgenden Tage verliefen sehr ruhig. Außer dem albernen Gekicher und Getuschel einiger Schüler waren es normale alltägliche ruhige Schultage. Fast schon zu ruhig, dachte Sisilia bei sich.
Dumbledore hatte bis jetzt nicht viel bei den Wassermenschen erreicht. Er hatte heraus-gefunden, dass es auch unter ihnen abtrünnige gab, die sich entschlossen hatten, dem Dunklen Lord zu folgen. Denn die Selkies selbst würden Excalibur niemals freigeben. Sie hatten Merlin versprochen, es für immer zu hüten, und daran würden sie sich halten.
Albus hatte gehofft, dass sie es ihm zur Aufbewahrung geben würden oder bereit wären, es endgültig zu zerstören, damit es nicht in falsche Hände geraten kann, aber in der Richtung blieben sie bisher stur. So blieb ihm nichts weiter übrig, als zu hoffen, dass es die abtrünnigen nicht in die Hände bekommen würden.
Es war Freitagnachmittag, das Ende der zweiten Schulwoche war gerade angebrochen.
Severus war mit Dumbledore irgendwo in Schottland unterwegs, um etwas Neues zu erfahren, wegen Excalibur und der Kinder.
Sisilia wollte zuerst mit Harry, Ron, Hermine und Ginny zu Hagrid zum Tee gehen, aber Hagrid selber musste auch irgendwas für Dumbledore erledigen. Harry, Ginny und Ron hatten ein kurzfristiges Quidditchtraining, und Hermine wollte natürlich ihrem Ron dabei zusehen.
So entschloss sich Sisilia, ein Buch zu nehmen, sich im Schlosshof eine schöne schattige Ecke zu suchen und ein wenig zu lesen. Es war herrliches, warmes Wetter, und die Sonne schien sich noch einmal richtig ins Zeug legen zu wollen. Ein paar Vögel zwitscherten in der Nähe, und in der Ferne hörte man die Schüler, die sich auf dem Schulgelände aufhielten, mit-einender reden und lachen.
Sie saß auf einer steinernen Bank unter einer Esche, als sie Schritte auf sich zukommen hörte. Sie hob den Kopf und sah Remus, der ihr entgegenschlenderte. Er sah blass aus, aber sein Lächeln verriet ihr, dass es ihm gut ging.
„Hallo, schöne Frau, gestatten Sie, dass ich mich zu Ihnen setze?“, fragte er galant.
„Es wäre mir eine Freude, der Herr“, antwortete sie ihm.
„So alleine hier?“
„Jetzt nicht mehr. Und ich bin froh darüber, das Buch ist nicht gerade der Hit“, Sisilia deutete darauf und legte es dann zur Seite.
„Dann bin ich ja froh, dass ich es gewagt habe, dich zu stören...“, begann Remus, als plötzlich eine große, dunkle Eule auf die beiden zuflog und etwas über Sisilias Schoß fallen ließ. Sie fing es geschickt auf und sah es überrascht an.
„Erwartetst du keine Post?“, fragte er neugierig, als er ihren Blick sah.
„Nein, eigentlich nicht, keine Ahnung von wem das ist.“, erklärte sie, und Remus sah einen besorgten Ausdruck auf ihrem Gesicht.
„Soll ich es für dich öffnen?“, bot er ihr an, da sie es immer noch anstarrte.
„Nein, schon gut, danke. Ich werde es aufmachen.“, sagte sie und wendete die Pegamentrolle. Da erst sah sie, dass die Rolle ein Siegel hatte, und als sie diese genauer betrachtete, erkannte sie von wem es war.
„Der Brief trägt das Siegel meines Großvaters“, sagte sie erstaunt, brach es auf und entrollte das Pergament.

Liebste Sisilia,

Ich glaube, ich habe mir Ärger mit dem Ministerium eingebrockt. Ich brauche dringend Deine Hilfe. Sage aber bitte nichts zu Deinem Mann oder Albus. Du weißt doch, wie sie sind.
Bitte komme gleich in den Eberkopf.

Dein Großvater

Aberforth


Sisilia schaute irritiert auf den Brief. Wieso sollte ihr Großvater Ärger mit dem Ministerium haben? Und was sollte sie dabei tun? Und irgendwas störte sie an dem Brief, sie wusste nur nicht, was das war? Sie reichte Remus den Brief, welcher ihn kurz las.
„Was wirst du tun?“, fragte er sie und gab ihr das Pergament zurück.
„Selbst wenn ich Severus und meinem Onkel was erzählen wollte, könnte ich nicht. Sie sind nicht da. Aber ich werde auf jeden Fall nach Hogsmeade gehen und nach dem Rechten sehen. Wobei ich den Brief schon recht merkwürdig finde“, sagte sie, faltete ihn und steckte ihn in das Buch hinein, welches sie vorhin gelesen hatte, und legte es wieder neben sich auf die Bank.
„Sil, dann werde ich dich nach Hogsmeade begleiten, zumindest bis vor das Haus. Bist du damit einverstanden?“, bot Remus ihr an.
„Sicher Remus, danke. Komm lass uns gleich gehen“, forderte sie ihn auf.
Sie marschierten auf kürzestem Weg hinunter nach Hogsmeade und direkt zum Eberkopf.
Als sie vor dem Eingang ankamen, sahen sie, dass an der Tür ein Schild hing.

Wegen privater Angelegenheiten vorrübergehend geschlossen!

„Ich werde hier draußen warten, in Ordnung? Wenn du mich brauchen solltest, dann ruf ein-fach“, sagte Remus.
„Danke, ich hoffe, es ist nicht so schlimm, wie es sich in dem Brief dargestellt hat“, sagte Sisilia besorgt und klopfte an die Tür. Doch niemand öffnete. Sie drückte die Klinke, und zu ihrer Überraschung war diese nicht verschlossen. Sie nickte Remus noch einmal zu und betrat den Schankraum.
Es war sehr dunkel hier drinnen, da die Scheiben so verdreckt waren, dass sie kaum Licht in den Raum ließen. Es roch auch nicht gerade besonders gut hier. Es war ein Gemisch aus Bier, Rauch und... Ziegen. Ja, es roch hier irgendwie nach Ziegen. Sisilia sah sich suchend um, doch es schien niemand hier zu sein.
„Großvater?“, rief sie nun und ging langsam weiter nach hinten durch zum Schanktisch.
Da sie keine Antwort bekam, entschloss sie sich, in den privaten Räumen zu suchen. Sie ging durch die Tür, welche sich hinter der Theke befand, einen kleinen Gang entlang und gelangte in den Wohnraum. Dort war es auch sehr dunkel, da die Vorhänge zugezogen waren.
„Großvater?“, rief Sisilia noch einmal und wollte zum Fenster gehen, um die Vorhänge auf-zuziehen. Da vernahm sie plötzlich ein Geräusch. Sie drehte sich blitzschnell um und konnte eine Gestalt langsam auf sich zugehen sehen. Da es sehr dunkel war, konnte sie das Gesicht der Person nicht erkennen. Doch was sie mit Bestimmtheit sofort sagen konnte war, dass dies nicht ihr Großvater war. In der Sekunde, als Sie das erkannte, griff in ihrem Umhang, um ih-ren Zauberstab zu ziehen.
„Lass ihn lieber stecken, mein Täubchen“, sagte eine Stimme, die ihr nur zu bekannt vorkam.
„Lucius Malfoy!“, zischte Sisilia fluchend. Sie wusste nun, dass dies eine Falle war. Er trat noch ein paar Schritte auf sie zu, und sie konnte sein Gesicht schemenhaft erkennen. Sein weißblondes, langes Haar rahmte wie immer sein fieses und arrogantes Gesicht ein.
Sisilia dachte nicht daran, seinen Anweisungen zu folgen und zog ihren Zauberstab heraus.
„An deiner Stelle, liebste Schwägerin, würde ich nicht versuchen, ihn zu benutzen, das könnte sehr schlecht für die Gesundheit deines Großvaters sein“, sagte er drohend und lachte dann, als er sah, dass Sisilia zusammenzuckte.
„Was hast du mit ihm gemacht, du widerlicher Hund?“, fauchte Sisilia ihn wütend an. Sie behielt aber immer noch ihren Zauberstab gegen Lucius gerichtet. Sie hätte ihm am liebsten einen Fluch auf den Hals geschickt, aber sie wusste nicht, was mit Aberforth war, und sie hat-te Angst um ihn.
„Deinem Großvater geht es gut, noch. Ich habe ihn unten im Keller eingesperrt. Aber wenn du nicht tust, was ich von dir verlange, dann werde ich ihn töten, einfach so“, sagte er und schnippte kurz mit seinen Fingern.
Was sollte sie tun, sollte sie es riskieren und gegen Malfoy kämpfen? War er alleine? Das konnte sie sich nicht vorstellen, und auch just in dem Moment bekam sie den Beweis.
Sie hörte, wie sich zwei Personen dem Zimmer näherten und dann eintraten. Sie blieben ab-rupt stehen, als Sisilia ihren Zauberstab auf die beiden richtete.
„Lucius, ich dachte, du hast das Weib unter Kontrolle“, sagte eine schrille Frauenstimme und blickte ihn an.
„Bellatrix, mach dir keine Sorgen, das hab ich“, und zu Sisilia gewandt: „Nun meine Liebe, ich denke, es wäre nun an der Zeit, dass du mir deinen Zauberstab gibst. Du möchtest doch nicht, dass sich unsere gute Bellatrix hier ein wenig um deinen Großvater kümmert, oder?“ Er trat einige Schritte auf Sisilia zu und streckte seine Hand aus. Sie wusste nicht, was sie tun sollte. Konnte Remus helfen, wenn sie um Hilfe rief? Sollte sie versuchen, es mit den dreien aufzunehmen? Sie steckte in einer Zwickmühle. Aber so leicht aufgeben wollte sie nicht. Sie musste es wenigstens versuchen. Sie ging schnell einen großen Schritt zurück, richtete ihren Zauberstab auf Bellatrix Lestrange und rief.
„STUPOR!“ Ein roter Lichtblitz traf diese in die Brust, und noch bevor sie wusste, was ge-schah, kippte sie nach hinten um.
„Remus!“, rief Sisilia fast zur gleichen Zeit laut Richtung Fenster und richtete ihren Zauber-stab gegen den zweiten Mann, den sie nicht kannte. Doch diesmal hatte sie nicht so viel Glück. Malfoy hatte ebenfalls seinen Zauberstab gezogen, und noch bevor Sisilia ihren zwei-ten Fluch aussprechen konnte, hatte Malfoy sie schon mit „EXPELIARMUS!“ entwaffnet. Es riss ihr ihren Zauberstab aus der Hand, während sie leicht ins Schwanken geriet, und Malfoy fing ihn geschickt auf.
„So, die frischgebackene Mrs Snape will es also mit uns aufnehmen“, sagte er dann, seinen Zauberstab auf sie gerichtet. Mit einem Kopfnicken deutete er seinem Kumpanen an, sich um Bellatrix zu kümmern.
„Weck sie wieder auf, und dann sucht mir diesen Remus Lupin, der muss sich draußen ir-gendwo rumtreiben. Und bringt ihn mir, verstanden?“ Malfoy ging nun weiter auf Sisilia zu, die nach hinten vor ihm auswich. Doch dann spürte sie die Wand in ihrem Rücken, sie konnte nicht weiter zurück. Malfoy grinste sie an, als er keine dreißig Zentimeter vor ihr stehen blieb.
„Das war sehr ungezogen von dir. Ich hätte gedacht, dass du vernünftiger bist.“, sagte er wü-tend und richtete seinen Zauberstab direkt auf ihr Gesicht.
Inzwischen war Bellatrix wieder auf den Beinen und fluchte. Sie zog ihren Zauberstab und wedelte damit drohend in der Luft herum, während der andere Mann sie hinausschob. Dann war Sisilia mit Malfoy alleine in dem Raum.
„Und nun, mein Täubchen, wirst du mir erst mal noch einige Fragen beantworten, hast du mich verstanden?“, zischte er ihr ins Gesicht.
„Wie hast du es geschafft, meinen Todesfluch zu überleben?“ fragte er sie. Er blickte ihr da-bei direkt in die Augen. Sisilia sagte nichts, sie hatte nicht vor, ihm die Wahrheit zu sagen, um keinen Preis. Malfoy kniff die Augen zusammen und kam noch ein paar Zentimeter näher. Die Spitze seines Zauberstabes hatte er nun gegen ihren Hals gedrückt. Sein Gesicht war knapp vor dem ihren, so dass sie seinen Atem spüren konnte.
„Rede endlich!“, fauchte er sie an.
„Selbst, wenn ich es wüsste, Lucius Malfoy“, sie betonte jede Silbe seines Namens, „würde ich es Ihnen nicht sagen.“, zischte sie ihm als Antwort zu.
Malfoy wurde wütend, trat blitzschnell ein paar Schritte von Sisilia zurück, richtete seinen Zauberstab auf sie und rief:
„CRUCIO!“
Sisilia erwartete nun, dass sie gleich ein fürchterlicher Schmerz erfassen würde. Sie zuckte automatisch zusammen, doch zu ihrer Verwunderung spürte sie nur ein Kribbeln in ihrem Körper. Sie blickte wieder zu Malfoy, der sie verwundert mit großen Augen ansah. Doch be-vor er noch etwas sagen oder tun konnte, ertönte ein Gepolter von draußen, und Bellatrix und der Mann stießen Remus in den Wohnraum. Dieser stolperte herein und fiel von der Wucht des Stoßes auf alle Viere auf den Boden, direkt vor Sisilias Füße. Sisilia bückte sich sofort und half ihm aufstehen.
„Remus, es tut mir leid...“, begann sie, doch Remus, der sich das Genick rieb, das an-scheinend beim Kampf gegen die beiden etwas abbekommen hatte, unterbrach sie.
„Es braucht dir nicht leid zu tun, Sil, ihm wird es gleich leid tun, diesem...“, sagte er und deu-tete auf Malfoy.
„Ich glaube nicht, dass Sie sich in der günstigen Lage befinden, irgendwelche Drohungen gegen mich auszusprechen, Professor Lupin. Ach nein, Sie sind ja kein Professor mehr, man hat Sie ja von der Schule geworfen, als man herausgefunden hat, dass Sie ein Werwolf sind“, sagte er amüsiert.
„Sie irren sich, Malfoy, ich bin selber gegangen“, protestierte Remus.
„Ach, das kommt doch auf dasselbe heraus. Wenn Sie nicht gegangen wären, hätte man Sie gefeuert“, sagte er sarkastisch und sah die beiden kurz nachdenklich an.
„Aber da kommt mir doch eine hervorragende Idee. Diesmal scheint das Glück gänzlich auf meiner Seite zu stehen. Wenn ‚ich’ es nicht schaffen kann, dich zu töten, dann werde ich es eben jemanden anderen erledigen lassen. Heute Nacht ist Vollmond, nicht wahr, Lupin?“, sagte Malfoy und sein Grinsen wurde immer breiter, als er Remus ansah. Dieser wurde krei-debleich.
„Wie wäre es denn, wenn ich euch beiden hübschen zusammen in einen Raum einsperre für heute nacht? Wie viele würden da morgen früh wohl noch lebend herauskommen?“, fragte er sie nun.
Remus sah von Malfoy zu Sisilia.
„Hast du heute...?“, fragte sie nur knapp und Remus schüttelte verzweifelt den Kopf. Sisilia verstand. Er hatte seinen Wolfsbanntrank heute noch nicht genommen. Das hieße, wenn der Mond aufging, würde er sich heute verwandeln und gefährlich sein.
„Das können Sie nicht machen, Malfoy, das ist mehr als unmenschlich“, sagte Remus und sah ihn ungläubig an.
„Ach, kann ich nicht? Sie glauben gar nicht, was ich alles kann. Und der Gedanke gefällt mir immer besser. Ich brauche nicht mal meine Hände schmutzig zu machen. Sie werden das für mich erledigen“, lachte Malfoy nun auf.
„Packt sie!“, befahl er nun seinen beiden Helfern.
Remus merkte, dass, egal, was er sagen würde, es Malfoy nicht davon abhalten würde, seinen teuflischen Plan auszuführen.
„Sil, sie können dir nichts tun, du musst hier verschwinden“, forderte Remus sie nun auf.
Doch sie schüttelte nur den Kopf.
„Er hat meinen Großvater und er wird ihn töten, wenn ich weglaufe“, erklärte sie in einem ruhigen Ton, so als würde sie nur erzählen, was es heute Abend zu essen gab. Remus sah sie verständnislos an.

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Mit Zauberei hat das Geschichtenschreiben eben auch zu tun! Cornelia Funke (Tintenherz)

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Zuletzt von Sisilia am Fr Aug 01, 2008 5:25 pm bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Sisilias Geheimnis Teil 3   Di Apr 01, 2008 10:17 pm

„Kluges Mädchen“, sagte Malfoy und trat hinter sie. Sisilia stand ruhig und steif da, während er ihre Haare hinter ihr Ohr schob und ihr etwas zuflüsterte.
„Wenn du mir dein Geheimnis verrätst, werde ich deinen Großvater verschonen. Ist das nicht ein Angebot“, hauchte er ihr ins Ohr.
„Nimm deine dreckigen Finger von ihr, Malfoy!“, fauchte Remus ihn an und wollte sich auf ihn stürzen, doch die beiden Helfer hielten ihn fest.
„Ach, spielst du jetzt ihren Beschützer, wenn Severus nicht da ist? Ja, ich hab schon von Dra-co gehört, dass Severus und du jetzt gute Freunde seid. Aber keine Angst, Lupin, ich mag keine gebrauchten Sachen. Das scheint ja eher dein Metier zu sein“, sagte er und betrachtete angewidert Lupins Kleidung. Lupin wurde immer wütender, und die zwei Todesser hinter ihm hatten alle Mühe ihn festzuhalten. Da richtete Malfoy seinen Zauberstab auf ihn.
„Ich kann auch ganz anders“, fauchte dieser ihn nun an. Sisilia stellte sich schnell schützend vor Remus. Sie wusste jetzt, dass irgendwelche Flüche ihr nichts anhaben konnten, deshalb hatte sie auch keine Angst, das zu tun.
Malfoy sah sie einige Sekunden an, ließ dann seinen Zauberstab sinken, und Sisilia drehte sich zu Remus um.
„Bitte, tu was er verlangt“, bat sie ihn nun und sah ihn eindringlich an. Sie hoffte, er würde verstehen, was sie ihm klarmachen wollte.
„Sil, aber wenn er uns zusammen für die Nacht einsperrt, dann werde ich dich töten. Ich habe den Trank heute noch nicht genommen, du... du hättest keine Chance!“, versuchte er ihr ver-zweifelt zu erklären. Er verstand nicht, wie sie so ruhig bleiben konnte. Sisilia stellte sich nun direkt vor ihn. Sie sah ihn ruhig an.
„Remus, wenn ich schon sterben soll, ist es mir lieber, du tust es, als er. Ich habe keine Angst. Vergiss nicht, der Tod ist nicht das Ende. Der Tod verleiht dem Leben nur Flügel“, sagte sie, und Remus sah sie aufgrund ihrer Worte verwirrt an. War sie jetzt übergeschnappt, überlegte er. Doch dann fiel bei ihm der Groschen, und er nickte unmerklich.
Sisilia wusste nun, er hatte verstanden, was sie ihm sagen wollte. Werwölfe töteten nur Men-schen, aber keine Tiere. Malfoy wusste nicht, dass Sisilia sich in eine Eule verwandeln konn-te, so drohte ihr keine Gefahr von ihm. Remus entspannte sich etwas.
„So ein dummes Geschwafel“, fauchte Bellatrix „Tot ist tot, und das wirst du bald sein, Sü-ße“, lachte sie nun spitz auf.
Remus und Sisilia ließen sich nun ohne große Widerwehr nach unten in den Keller bringen.
Als sie an dem Lagerraum vorbeigingen, dessen Tür ein vergittertes Fenster hatte, sprach Sisi-lias Großvater, der dort heraussah, sie an.
„Oh, beim Barte des Merlin. Ich hatte gehofft, du wirst nicht kommen. Hast du meine War-nung nicht verstanden Kleines?“, fragte er sie voller Sorge. Sisilia ging zur Tür, keiner hielt sie dabei auf, und sie sah ihren Großvater an.
„Ich bin ja so dumm, ich wusste, dass etwas an diesem Brief nicht stimmte, doch mir wird erst jetzt klar was es war“ Er hatte sie in seinen Briefen nie mit Namen angeredet und auch nie seinen Namen darunter gesetzt. „Es hätte mir auffallen müssen“, sagte sie und sah ihren Großvater besorgt an. Sie hatten es in der Tat immer vermieden, aus Sicherheitsgründen, Na-men in den Briefen zu verwenden. Er hatte sie immer nur meine Kleine genannt.
„Geht es dir gut?“, fragte sie ihn besorgt.
„Mir geht es gut, mach dir keine Gedanken“, antwortete er ihr.
„Genug geschwafelt“, fauchte Bellatrix nun und zog Sisilia von der Tür fort.
„Was habt ihr mit ihr vor?“, rief Aberforth ihnen hinterher.
„Mach dir keine Sorgen um mich, Großvater. Ich liebe dich!“, rief sie ihm noch zu, während Malfoy und die anderen beiden sie in den hinteren Teil des Kellers schoben.
Sie kamen zu dem letzten Raum hinten im Keller, der mit einer großen, schweren Gittertür versehen war. Malfoy richtete seinen Zauberstab auf die Tür, worauf diese unter Quietschen aufsprang. Sie schoben zuerst Lupin hinein und stießen dann Sisilia hinterher. Remus hielt Sisilia fest, die beinahe gestürzt wäre.
„Ein nettes Bild, ihr beiden, was Severus nur dazu sagen würde?“, fragte er süffisant.
Sisilia hatte keine Lust, auf die Anspielungen von Malfoy einzugehen, und so ignorierte sie einfach seine Worte. Als er dies merkte, wurde sein Blick wieder ernst.
„Ach ja, macht euch keine Hoffnungen, dank deines so klugen Großvaters liegt ein Antiappa-rierzauber auf dem Haus. Also könnt ihr auf dem Weg nicht entkommen.“
Er hob wieder seinen Zauberstab und verschloss magisch die Gittertür.
„Dann bleibt mir wohl nichts anderes übrig als Euch einen amüsanten Abend zu wünschen. Ich denke, ihr könnt es verstehen, wenn ich nicht bleibe und bei dem Schauspiel zusehe. Ich kann es nicht leiden, wenn so viel Blut fließt. Ich werde später wiederkommen und sehen, ob der Werwolf seine Arbeit gut gemacht hat“, sagte er kalt, nickte den anderen beiden zu, die hämisch grinsten, und machte auf dem Absatz kehrt.
„Wenn hier einer eine Bestie ist, dann Sie, Malfoy!“, schrie Sisilia ihm hinterher, doch er hob, ohne sich umzudrehen, nur den Arm, winkte kurz und ging ohne ein weiteres Wort davon. Sie hörten noch einige Geräusche, und wie eine Tür ging, dann wurde es ruhig. Sie warteten, bis die drei nicht mehr zu hören waren.
„Wie kannst du nur so ruhig bleiben?“, fragte Remus und sah sie besorgt an.
„Ganz einfach, Remus. Ich habe noch ein paar Trümpfe im Ärmel, oder sagen wir mal in den Fingern“, sagte sie, lächelte Remus an und machte eine kreisende Bewegung mit der Hand in Richtung Türschloss. Sie hörten ein leises Knacken, und Sisilia ging nach vorne, öffnete die Tür und machte eine einladende Handbewegung. Remus blieb der Mund offen stehen.
„Sag mal, woher kannst du das schon wieder?“
„Ich denke mal, das muss in der Familie liegen. Ich habe erst vor kurzem entdeckt, dass ich so etwas kann. Ist jedenfalls nicht schlecht, wenn man seinen Zauberstab mal nicht zur Hand hat, obwohl ich zugeben muss, dass es leider bisher nur bei einfachen Dingen funktioniert“, er-klärte sie.
„Muss ich mich jetzt vor dir fürchten?“, fragte er sie bewundernd.
„Ach, was denkst du denn, du doch nicht. Komm, wir müssen meinen Großvater befreien.“ Sie schaute sich vorsichtig um, aber keiner war zu sehen. Sie und Remus schlichen vorsichtig in den vorderen Teil des Kellers.
Als sie an der Tür angekommen waren, sahen sie, dass diese offen stand. Sisilia öffnete sie ganz und sah hinein.
„Verdammt, sie haben ihn mitgenommen. Was tun wir jetzt?“, fragte sie und sah Remus hil-fesuchend an.
„Auf jeden Fall sollten wir hier raus. Es wird langsam dunkel draußen“, sagte Remus und deutete besorgt auf das Kellerfenster.
„Du hast recht“, antwortete sie ihm und ging zur Treppe. Doch da hörten sie plötzlich ein Ge-räusch.
„Zurück, es kommt jemand“, sagte Sisilia. Sie stiegen die wenigen Stufen, die sie bereits hochgegangen waren, wieder hinunter und versteckten sich unter der Holztreppe, neben der einige Fässer aufgestapelt waren, so dass man sie nicht gleich sehen konnte.
Jemand schien den Keller zu betreten und langsam die Treppe hinunter zu steigen. Durch die Stufen konnten sie nun ein Paar schwarze Stiefel erkennen. Der Mann ging sehr langsam, als ob er sich gründlich umsehen würde. Sisilia und Remus verständigten sich mit Blicken. Sie wollten, wenn er unten angekommen war, sich auf ihn stürzen, und sie machten sich bereit.
Sie sahen nicht viel von dem Mann, nur dass er schwarze Stiefel trug und einen schwarzen Umhang. Er hatte nur noch drei Stufen, zwei, eine.... Sisilia und Remus hechteten aus ihrem Versteck hervor. Der Mann drehte sich blitzschnell um, seinen Zauberstab auf die beiden ge-richtet und...
Sisilia stoppte abrupt, als sie ihn erkannte. Remus war dagegen nicht so schnell und knallte gegen Sisilia, die durch den Stoß nach vorne gegen Severus krachte, welcher sie geschickt abfing.
„So eine stürmische Begrüßung hatte ich nicht erwartet“, sagte Severus und sah sie an.
„Sehr witzig, Severus“, sagte Sisilia, der überhaupt nicht nach lachen zumute war.
„Wir dachten, du wärst einer von ihnen. Wie hast du uns gefunden?“, fragte sie ihn.
„Ihr seid nicht zum Abendessen gekommen, da hab ich euch gesucht. Im Schulhof fand ich dann das hier“, sagte er und zog das Buch und den Brief aus seinem Mantel und reichte es ihr.
„Manchmal ist es wohl ganz gut, dass ich so schusslig bin und immer alles irgendwo liegen lasse“, sagte Sisilia erleichtert.
„Was ist denn geschehen, und wer dachtest du, dass ich bin?“, wollte Severus nun wissen. Remus erzählte ihm von der Falle, die Malfoy Sisilia gestellt hatte, davon, was er mit ihnen vorgehabt hatte, und dass sie Aberforth immer noch in ihrer Gewalt hatten.
„Dieser verdammte...“, sagte Severus und ballte seine Hand zu einer Faust.
„Hast du oben jemanden gesehen?“, fragte Sisilia ihn.
„Nein, als ich kam, war keiner da.“
„Severus, ich will ja nicht drängen, aber es wird dunkel, wir sollten wirklich langsam ver-schwinden“, gab Remus zu bedenken. Severus sah ihn kurz erschrocken an, so als ob ihm erst jetzt klar wurde, was er meinte.
„Du hast Recht, komm, wir werden Hilfe im Schloss holen. Sil, wir werden deinen Großvater schon retten, hab keine Angst“, sagte Severus und stieg die ersten beiden Stufen hinauf.
Da hörten sie plötzlich Stimmen.
„Los, Alter, schenk uns was zu trinken ein“, sagte eine Männerstimme.
„Ihr glaubt doch nicht, dass ich euch hier bediene, während meine Enkelin unten im Keller ist und von einem Werwolf zerrissen wird“, schrie er sie wütend an. Dann hörte man ein Krachen und Gläser zerbersten. Dann einen dumpfen Schlag und Ruhe.
„Der schläft jetzt ne Weile.“, erklärte der Mann, und eine Frau lachte schrill.
„Ihr Idioten, was sollte das denn? Er sollte doch noch einen Brief an Dumbledore schreiben.“, sagte Malfoy nun wütend zu ihnen.
In dem Augenblick hörten sie, wie noch mehr Leute den Pub betraten. Es waren mindestens 5 oder 6 Personen, wenn nicht sogar noch mehr.
„Schafft ihn nach hinten und fesselt ihn“, befahl Malfoy ihnen nun.
„Da seid ihr ja endlich“, sagte er wohl zu den Neuankömmlingen.

„Da kommen wir nicht mehr raus. Gibt es hier noch einen anderen Ausgang?“, fragte Severus und sah Sisilia an. Doch sie war vorher auch noch nie hier unten gewesen und hatte keine Ahnung. Sie zuckte mir den Schultern.
Sie sahen sich suchend um, als Remus plötzlich steif wurde. Sie sahen ihn beunruhigt an, doch er erholte sich gleich wieder.
„Verdammt, der Mond geht auf“, fluchte er, „Ich werde es nicht mehr schaffen. Ihr müsst mich hier irgendwo einsperren. Es wird nicht mehr lange dauern, und ich werde mich ver-wandeln“, sagte er und sah flehend von Sisilia zu Severus.
Er erinnerte sich nur zu gut an die erste Begegnung mit Lupin als Werwolf. Sirius hatte ihm damals in der Schule eine Falle gestellt (er wollte ihm einen Streich spielen, war damals seine Erklärung, doch Severus hatte bis heute die unumstößliche Meinung, dass er vorhatte, ihn zu töten), und ihn zu der Heulenden Hütte gelockt. Wäre James damals nicht gekommen und hätte ihn gerettet (was er auch für fingiert hielt), hätte Remus ihn mit Sicherheit damals in Stücke gerissen. Das hatte er Sirius nie verziehen.
„Remus, wir können dich doch nicht hier zurücklassen“, sagte Sisilia besorgt.
„Das werdet ihr wohl müssen, selbst wenn ihr einen Weg hier raus finden solltet. Ich wäre nur eine Gefahr für euch. Malfoy wird mir nichts tun, solange ich verwandelt bin, und ich bin sicher, bis der Mond untergegangen ist, habt ihr längst Hilfe geholt“, sagte er, und wieder ging ein Zucken und Reißen durch seinen Körper.
„Beeilt euch, wir dürfen keine Zeit mehr verlieren“, sagte er und ging zu dem hinteren Raum zurück, in den sie Malfoy vorhin eingesperrt hatte. Severus und Sisilia folgten ihm.
„Ist das die einzige Möglichkeit?“, fragte sie ihn noch einmal, und er nickte ihr stumm zu. Sie nahm ihn einen Moment in den Arm und drückte ihn, dann ging er in den Raum hinein.
Severus verschloss die Tür mit seinem Zauberstab.
„Vergesst nicht, ihr dürft die Tür nicht öffnen, solange ich ein Wolf bin. Ich würde euch nicht erkennen und euch töten“, sagte er noch, als sein Körper sich wieder versteifte.
Remus drehte sich um und starrte hasserfüllt zum vergitterten Kellerfenster hinaus, in dem sich der große runde Mond spiegelte. Sisilia erschrak. Sie hätte nie gedacht, dass sich soviel Hass in seinem Gesicht wiederspiegeln konnte. Dann konnte sie sehen, wie sich sein ganzer Körper aufbäumte und zu zittern begann. Ein schauriges Knurren drang aus seinem Mund, und dann begann er, vor Schmerzen zu schreien und zu stöhnen. Kurz darauf konnten sie se-hen, wie die Form seines Kopfes sich zu verändern begann. Er zog sich langsam in die Länge, während seine Schultern immer mehr schrumpften. Unwillkürlich machten sie einen Schritt rückwärts. Sisilia konnte sehen, wie Haare auf seiner Haut und seinen Händen wuchsen. Es war ein erschreckender Anblick, und doch konnten sie ihre Blicke nicht von ihm wenden. Remus hatte sich dem Fenster zugewandt und sah hinaus. Er öffnete sein inzwischen riesiges Maul und sie konnten lange, scharfe Fangzähne erkennen, dann begann er, fürchterlich zu schreien. Doch seine Schreie gingen immer mehr in ein gefährliches Knurren und Heulen über und seine Hände, die er zu Fäusten geballt hatte, verwandelten sich in riesige und gefähr-liche Pranken mit langen scharfen Krallen. Er begann sich die Kleider vom Körper zu reißen und verletzte sich dabei immer wieder selber, wobei er abwechselnd knurrte, heulte und schrie. Sisilia konnte es nicht mehr ertragen, ihn so leiden zu sehen und drehte sich zu Seve-rus um. Sie presste ihr Gesicht an seine Schulter, und er legte tröstend seinen Arm um sie.
Plötzlich wandte Lupin sich abrupt um und stürzte sich gegen die Gittertür. Sisilia und Seve-rus wichen erschrocken weiter nach hinten zurück. Sie sahen in leuchtend gelbe Augen, die sie mordlüstern anstarrten. Die Gestalt vor ihnen hatte nichts mehr mit Remus gemein. Sisilia rann es eiskalt den Rücken hinunter, als sie in diese unheimlichen Augen sah.
„Wir sollten etwas untenehmen, ich bin mir nicht sicher, ob die Gitter halten werden“, sagte Severus und betrachtete besorgt die Metallstangen.
„Vielleicht könnten wir die Gitter verstärken?“, schlug sie nun vor.
„Man könnte das Gitter versilbern“, überlegte Severus laut.
„Bist du verrückt, das könnte ihn töten. Nein, wir müssen es so versuchen“
„Gut, ich werde die Gitter verstärken, und dann hoffen wir, dass es reichen wird“, sagte er, hob seinen Zauberstab und murmelte ein paar Sprüche. Währenddessen warf sich der Wer-wolf immer wieder gegen das Gitter, doch der Zauber schien zu wirken, das Gitter hielt.
„Besser, wir verschwinden hier“, sagte Severus
„Ja, du hast recht, lass uns nach einem Ausgang oder so etwas suchen.“, sagte sie und ging, ohne einen weiteren Blick auf Remus zu werfen, zur gegenüberliegenden Wand und suchte sie ab. Severus sah sich weiter vorne genauer um.
Sisilia hatte das merkwürdige Gefühl, dass hinter dieser Wand noch etwas sein musste und untersuchte sie genauer. Immer wieder heulte der Werwolf laut auf, um sich dann an-schließend wieder gegen die Tür zu werfen. Sisilia versuchte das Heulen und das Gepolter zu ignorieren, was aber nicht einfach war, denn jedes Mal, wenn er von neuem zu heulen begann, rann ihr eine Gänsehaut über ihren Rücken.

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BeitragThema: Re: Sisilias Geheimnis Teil 3   Di Apr 01, 2008 10:19 pm

Dann, sie wusste nicht, warum sie das tat, ging sie einen Schritt zurück, hob ihre Hände, und es sah so aus, als würde sie in der Luft etwas abtasten, dabei schloss sie ihre Augen. Dann hielt sie inne. Sie wusste nicht, wieso, aber sie hatte das Gefühl, dass genau vor ihr eine Tür war. Sie öffnete die Augen, aber sie konnte nur eine kahle Wand erblicken. Dann schloss sie ihre Augen wieder und sah vor ihrem geistigen Inneren eine hölzerne Tür. Sie zögerte kurz, doch dann griff sie einfach nach dem Türknauf, den sie zu sehen glaubte. Und tatsächlich hat-te sie einen in der Hand. Sie drehte ihn herum und zog die Tür auf.
Als sie jetzt die Augen wieder öffnete, sah sie in einen anderen Raum hinein. Severus, der sie beobachtete hatte, trat nun zu ihr.
„Wie hast du das gemacht?“, fragte er sie.
„Ich bin mir nicht sicher, aber wenn ich die Augen geschlossen habe, konnte ich diese Tür hier sehen“, erklärte sie ihm.
Er sah sie erstaunt an und schaute dann in den Raum hinein. Drinnen standen mindestens 20 verschieden große und verschiedenfarbige Ziegen. Sisilia und Severus sahen sich überrascht um.
„Jetzt verstehe ich wenigstens, wo der Gestank herkommt“, sagte Sisilia und deutete auf die Tiere.
Plötzlich hörten sie Schritte von oben.
„Das möchte ich mir gerne ansehen, ich hab noch nie einen Werwolf gesehen“, sagte eine kratzige Männerstimme. Schnell schob Severus Sisilia in den Raum mit den Ziegen und zog die Tür hinter ihnen zu. Sofort konnten sie nichts mehr von draußen hören. Anscheinend war ein Schallschutzzauber auf den Raum hier gelegt worden, dass man die Ziegen draußen nicht hören konnte.
Sisilia ging mitten in den Raum hinein und sah sich um. Unter der Decke hingen einige Lichtquellen. Sisilia war sich nicht sicher, was das war, sie sahen aus wie lauter kleine Son-nen, vier Stück an der Zahl, und der Raum hatte keine Fenster oder erkennbare Türen, außer der einen, durch die sie hereingekommen waren.
„Was machen wir jetzt?“, fragte sie.
„Jetzt könnten wir Potters Tarnumhang gebrauchen“, sagte er und begann sich ebenfalls um-zusehen.
„Harry besitzt einen Tarnumhang?“, fragte Sisilia überrascht, während sie weiter die Wände absuchte.
„Ja, hat er von seinem Vater vererbt bekommen, soweit ich das weiß“, erklärte er und schob ein paar hartnäckige Ziegen aus dem Weg.
Sie suchten alle Wände ab, aber sie fanden keine weitere Tür.
„Ich fürchte, wir sitzen hier fest“, sagte er und sah Sisilia an, die es noch einmal mit ge-schlossenen Augen versuchte. Doch damit hatte sie diesmal kein Glück.
„Nichts, verdammt. Was, meinst du, werden sie tun, wenn sie feststellen, dass ich nicht mehr da bin?“
„Wie ich Malfoy kenne, wird er erst mal überall nach dir suchen lassen. Remus interessiert ihn nicht. Du bist es, die er will“, sagte er und nahm Sisilia, die ihn ängstlich ansah, in den Arm.
„Woher weißt du das?“, frage sie.
„Er hat mir schon einige Eulen geschickt. Natürlich ohne seinen Namen anzugeben, aber ich wusste trotzdem, dass sie von ihm waren. Es waren alles Drohbriefe. Ich habe sie dir nicht gezeigt, weil ich dich nicht noch mehr beunruhigen wollte“, sagte er zu ihr.
„Er kann es einfach nicht verstehen, wie du es geschafft hast, seinen Todesfluch abzuwehren. Das scheint ihm einiges Kopfzerbrechen zu breiten.“
„Du hast recht, das war das erste, was er mich gefragt hat“, begann sie, und als Severus sie fragend ansah, fügte sie noch hinzu: „Keine Angst, ich hab ihm nichts gesagt, und als er merkte, dass er mir nichts tun kann, kam er auf die Idee, mich mit Remus in einen Raum zu sperren, weil er hoffte, „er“ würde mich dann töten“, Sisilia verkrampfte sich, als sie an Re-mus dachte, der nur ein paar Meter von ihnen entfernt als Werwolf den Mond anheulte.
„Ich wusste nicht, dass es so schlimm ist. Ich hatte keine Ahnung, dass es so fürchterliche Schmerzen sind, die er jedes Mal ertragen muss“, sagte sie, und ein paar Tränen rannen aus ihren Augen.
„Mit dem Trank ist es nicht mehr so schlimm, Sil. Er spürt weniger Schmerzen, und da er nicht wild wird, fügt er weder sich noch anderen Verletzungen bei. Ich glaube, er kann damit sehr gut leben. Es ist diesmal eine große Ausnahme, da er heute seinen Trank nicht rechzeitig nehmen konnte“, erklärte er ihr. Sisilia verstand, doch das, was sie vorhin mit ansehen muss-te, war doch sehr hart für sie gewesen.
„Komm, gehen wir nach da hinten.“, sagte er und schob Sisilia zwischen den Ziegen durch in eine Ecke, in der frisches Stroh und Heu lag. Sie mussten über eine Art Absperrung steigen, aber zumindest hatten sie dort Ruhe vor den neugierigen Ziegen, die sie anzuknabbern ver-suchten.
„Wir können doch nicht einfach hier bleiben und nichts tun“, sagte Sisilia und machte An-stalten, wieder zurück zur Tür zu gehen, doch Severus hielt sie auf.
„Warte, wir werden es später versuchen, aber jetzt sollten wir erst mal abwarten, bis sie fertig sind das Haus abzusuchen. Sonst laufen wir ihnen direkt in die Arme“, sagte er und setzte sich auf das Stroh.
„Du hast recht, ich hab nur Angst um Remus und meinen Großvater“, sagte sie und setzte sich neben ihn.
Severus legte seinen Arm um sie und zog sie an sich heran.
„Wir warten eine Stunde, dann versuchen wir, hier rauszukommen“, sagte er mit ruhiger Stimme. Sisilia setzte sich aufrecht hin und sah ihn ungläubig an.
„Wie kannst du nur so ruhig bleiben?“ Er schüttelte den Kopf.
„Es sieht nur so aus, als wäre ich so ruhig, Sil. Ich habe gelernt, oder besser gesagt, ich muss-te lernen, meine Gefühle zu unterdrücken, anders hätte ich nicht überleben können“, erklärte er ihr. Sisilia nickte nur, sie konnte nichts mehr sagen.
So saßen sie eine ganz Weile da, jeder seinen Gedanken nachhängend. Sisilia beobachtete die Ziegen, als ihr etwas auffiel.
„Wozu hat mein Großvater hier unten Ziegen versteckt?“, fragte sie schließlich.
Severus sah sie überlegend an und zuckte ratlos mit den Schultern.
„Das würde ich auch gerne wissen. Dein Onkel hat einmal erzählt, dein Großvater hätte Pro-bleme mit dem Zaubereierministerium gehabt, als er irgendwelche verbotenen Zauber mit Ziegen ausgeführt hat. Er hat nur nie erwähnt, welche das waren“, sagte er und begann nun ebenfalls die Ziegen genauer zu beobachten.
„Das einzige, was mir bei Ziegen einfällt ist, dass sie Milch geben, dass man Käse daraus ma-chen kann und... dass sie furchtbar stinken“, sagte Sisilia und sah ihn nun fragend an.
„Nun ja, das erste, was mir einfällt bei dem Wort Ziegen, das ist Bezoar. Nur hab ich nie da-von gehört, dass man die speziell in den Ziegen züchten kann. Vor allem muss er die Tiere dann doch schlachten, um an die Steine heranzukommen. Du kannst ihn ja fragen, wenn wir hier wieder raus sind.“, schlug Severus ihr vor und sah dann auf seine Uhr.
„Ich glaube, jetzt könnten wir es versuchen. Du wartest hier, ich werde nachsehen. Wenn die Luft rein ist, hole ich dich. Wenn nicht, dann versuchst du es später selber“, sagte er und klet-terte über die Absperrung.
„Severus, aber...!“
„Nein, keine Diskussion. Wenn ich nicht zurückkomme, dann versuchst du ins Schloss zu gelangen und holst Hilfe, verstanden?“, sagte er sehr bestimmt. Sisilia sah ihn ängstlich an, so dass er sich noch einmal umdrehte, zu ihr ging und sie kurz in den Arm nahm.
„Wir werden das schaffen, wir haben schon schlimmere Sachen geschafft“, sagte er ihr auf-munternd. Dann ging er zur Tür und öffnete sie leise einen Spalt. Sofort konnte sie wieder das Heulen des Werwolfs vernehmen, und ihr Magen zog sich zusammen.
Als er sich sicher war, dass niemand vor der Tür war, ging er hinaus. Er deutete noch kurz an, dass er klopfen würde, wenn er zurück sei und schloss dann die Tür hinter sich. Sofort war es wieder still, nur die Ziegen waren noch zu hören.
Doch als er weg war, fiel ihr ein, dass er weder die Tür finden würde, noch sie sein Klopfen hören könnte. Sie rannte schnell durch die Ziegenherde, so schnell es ihr eben möglich war, da einige der sturen Tiere nicht bereit waren, zur Seite zu gehen, und sie um sie herum jon-glieren musste.
Sie nahm den Türknauf in die Hand und überlegte. Sollte sie besser nicht doch warten? Sisilia entschied sich dagegen. So leise sie konnte, drehte sie den Türknauf und schaute durch einen kleinen Spalt hinaus. Sofort hörte sie wieder das Knurren und Heulen. Auf dem Flur war kei-ner zu sehen. So holte sie tief Luft und öffnete die Tür ganz. In dem Moment, als sie die Tür wieder ins Schloss fallen lassen hatte, war diese für das normale Auge wieder verschwunden. Sie warf einen kurzen Blick zu Remus hinüber, der mit dem Gesicht zum Mond gewandt da-saß und immer wieder den Kopf in den Nacken warf und anfing, den Mond anzuheulen. Er hatte fürchterliche Schrammen und Kratzer auf seinem ganzen Körper, die teilweise stark bluteten.
Sisilia musste sich von dem schrecklichen Anblick losreißen, und dann ging sie Richtung Treppe. In dem Augenblick hörte sie, wie jemand die Treppe heruntergeschlichen kam. Sie stellte sich schnell hinter ein Weinflaschenregal und drückte sich gegen die Wand. Als sie vorsichtig zwischen den Flaschen hindurchlinste, konnte sie sehen, dass es Severus war, der wieder zurückkam. Sie trat hinter dem Regal vor. Severus, der im ersten Moment erschrak und seinen Zauberstab auf sie richtete, ging nun flüsternd auf sie zu.
„Was zum Henker machst du hier draußen? Du solltest doch da drinnen warten!“, sagte er und deutete mit seinem Kinn auf die Wand hinter ihr.
„Du bist gut. Du kannst die Tür nicht öffnen, und wenn du klopfst, kann ich dich nicht hö-ren“, erklärte sie ihm.
„Daran hab ich gar nicht gedacht. Ich weiß nicht, wie viele noch im Haus sind. Es ist ziemlich ruhig gerade, aber ich fürchte, wir kommen hier nicht raus. Sie haben zwei Wachen ab-gestellt“, erklärte er.
„Die könnten wir doch locker ausschalten“, sagte Sisilia und grinste ihn an.
„Womit bitte willst du das machen? Lucius hat immer noch deinen Zauberstab, vergessen?“
„Wer braucht denn einen Zauberstab? Hier gibt es doch genug Schlagwerkzeug“, erklärte sie und zog eine dicke Weinflasche aus dem Regal, „Oder hast du etwa Angst?“, fragte sie ihn.
„Die Idee ist schon wieder so verrückt, dass sie funktionieren könnte“, sagte er und griff sich auch eine Flasche. Sisilia sah ihn erstaunt an.
„Auf die Art und Weise hab ich es noch nie versucht, und den hab ich ja auch noch, falls es nicht klappen sollte“, sagte er und hob den Zauberstab in die Höhe.
„Sie stehen übrigens je einer links und einer rechts neben der Tür. Welchen hättest du ger-ne?“, fragte er flüsternd. Sisilia überlegte kurz und deutete dann nach links. Severus nickte, und sie stiegen leise die Stufen hinauf. Als sie oben angekommen waren, sahen sie sich an, Severus zählte stumm mit den Fingern auf drei, und dann stupsten sie die beiden Wachen an den Schultern an, worauf diese sich verwundert herumdrehten. Doch noch bevor die beiden wussten, wie ihnen geschah, hatten Sisilia und Severus ihnen schon die Weinflachen mit gro-ßer Wucht auf ihre Köpfe geschlagen, so dass die Flaschen in tausend Scherben zersprangen. Die Männer taumelten und fielen dann bewusstlos zu Boden.
„Das beginnt ja langsam, richtig Spaß zu machen“, sagte er leise, grinste, hob seinen Zauber-stab und begann, die beiden zu fesseln und zu knebeln.
Sisilia leckte sich über die Finger, über die der Wein aus der Flasche gespritzt war.
„Hm, ich glaube wir hätten vorher auf das Etikett schauen sollen, ich hab leider einen guten Wein erwischt, schade“, sagte sie und grinste ihn an.
Leise gingen sie weiter. Sisilia blieb vor dem Wohnraum stehen. Es war total finster da drin, doch schien es ihr, als würde sie ein Atmen vernehmen. Sie ging langsam hinein. Sie ent-deckte direkt neben der Tür auf einem Sekretär eine Kerze. Mit einem leichten Hauch fuhr sie mit der Hand über den Docht, der daraufhin anfing zu brennen. Sie nahm die Kerze mitsamt Halter und trat vorsichtig ins Zimmer hinein. Severus folgte ihr mit erhobenem Zauberstab. Als sie um den Tisch herumgegangen war, sah sie Beine hinter dem Sofa hervor schauen. Sie erkannte sofort, dass es die Beine ihres Großvaters waren. Schnell lief sie zu ihm, stellte die Kerze neben ihm auf den Boden und kniete sich neben ihn.
Als sie sah, dass er atmete, löste sie erleichtert seine Fesseln.
„Großvater“, sagte sie und begann leicht seine Wangen zu tätscheln. Severus kniete sich ne-ben die beiden, und als Aberforth begann, sich zu bewegen, half er ihm, sich aufzusetzen.
„Mr. Dumbledore, wie geht es ihnen?“, fragte er.
Zuerst zuckte Aberforth erschrocken zurück, als er Severus erblickte, doch dann erkannte er Sisilia, und erst jetzt schien er zu begreifen, wen er vor sich hatte.
„Professor Snape, Sie sollten sich vielleicht mal andere Kleidung zulegen. In dem schwarzen Sachen hält Sie doch jeder für einen Todesser“, sagte Aberforth zu ihm, und Severus sah ihn irritiert an, antwortete jedoch nichts darauf.
„Können Sie aufstehen?“, fragte Severus ihn nun.
„Ich hab eine auf den Kopf bekommen, nicht auf die Beine. Sicher kann ich aufstehen.“, brummte er und ließ sich von Severus und Sisilia hochziehen.
„Großvater“, ermahnte sie Aberforth, doch dieser ignorierte Sisilia.
„Wo ist den dein Freund, dieser Lupin?“, fiel ihm plötzlich ein, und er betrachtete Sisilia von oben bis unten, so als wolle er feststellen, ob sie unverletzt war.
„Er ist unten im Keller, wir mussten ihn einsperren, da er sich verwandelt hat“, erklärte sie ihm und senkte ihren Blick.
„Ich dachte, ihr beiden mixt ihm immer so einen Trank?“, fragte er und sah sie beide ab-wechselnd an.
„Sicher tun wir das, aber er konnte ihn heute nicht nehmen“, erklärte Sisilia ihm.
„Was für ein toller Tag heute. Zuerst überfallen diese Todesser meine Kneipe, dann wollen sie meine Enkelin töten, und jetzt hab ich noch einen Werwolf im Keller“, brummte dieser nun ärgerlich.
„Und damit sich diese Liste nicht fortsetzt, wäre es vielleicht ratsamer, wenn wir nun ver-schwinden würden“, sagte Severus und drängte zum Gehen.
„Und was passiert mit dem Werwolf?“, fragte Aberforth unsicher. „Der kommt doch aus dem Keller nicht raus, oder?“
„Severus hat die Gittertür verstärkt, wir denken, dass sie halten wird. Und keine Angst, deine Ziegen wird er schon nicht anrühren.“
Aberforth kniff die Augen zusammen. „Hätte ich mir ja denken können, dass du die Tür fin-dest“, brummte er, „Deiner Mutter konnte man auch nie was verheimlichen.“
Sisilia musste lachen.
“Das Beste wird sein, wir gehen nach Hogwarts, und wenn es hell wird, werde ich Remus hier rausholen. Solange er ein Werwolf ist, wird Lucius sich nicht trauen. ihm zu nahe zu kom-men”, sagte Severus und ging in den Flur, um nachzusehen, ob die Luft rein war.
„Irgendwie gefällt mir dein Mann. Sisilia, er hat so was verwegenes-“, flüsterte er und grinste Sisilia an. „Außerdem lässt er sich absolut nicht aus der Ruhe bringen, das ist immer nützlich, besonders, wenn er mal auf das Kind aufpassen muss.“
Sisilia knuffte ihn in den Arm, doch dann musste sie selber grinsen. In dem Moment kam Se-verus zurück.
„Es scheint keiner mehr da zu sein, wir können...“, begann er. Als er in die Gesichter von Si-silia und Aberforth sah, was ihn dann doch zu irritieren schien, stockte er.

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BeitragThema: Re: Sisilias Geheimnis Teil 3   Di Apr 01, 2008 10:20 pm

„Wir können auch den Hinterausgang benutzen. Von dort führt dann ein kleiner Pfad direkt hoch zum Schloss“, erklärte Aberforth schnell und ging vor, um den beiden den Weg zu zei-gen. Sisilia machte es ihrem Großvater nach und folgte ihm wortlos, so blieb Severus nur üb-rig, hinter ihnen herzugehen.

Sie hatten das Schloss über einen kleinen, versteckten Pfad erreicht, ohne dass sie von
irgendjemanden gesehen worden waren.
Sie hatten sofort Albus Dumbledore benachrichtigt und ihm berichtet, was vorgefallen war.
Albus und Aberforth forderten Sisilia mehrmals auf, schlafen zu gehen, doch sie wollte und konnte jetzt nicht schlafen. Doch als auch Severus begann, auf sie einzureden, gab sie nach und verließ das Büro ihres Großonkels. Doch sie ging nicht zu Bett, sondern in Lupins Zim-mer und suchte Kleidung für ihn zusammen. Da er das, was er getragen hatte, ja bei seiner Verwandlung zerrissen hatte, würde er etwas Neues brauchen. Sie verbrachte die restliche Zeit in ihrem Wohnraum, dann sie konnte absolut nicht schlafen und machte sich die ganze Zeit Gedanken über das, was geschehen war.
Als es langsam begann, hell zu werden, ging Sisilia in die Eingangshalle und wartete dort. Es dauerte auch nicht lange, bis Albus, Aberforth und Severus herunterkamen. Sie waren über-rascht Sisilia hier unten zu sehen.
„Eigentlich hätte ich es mir denken können, dass du nicht schlafen würdest“, sagte Severus zu Sisilia.
„Gut, dann können wir ja gehen, oder?“, fragte sie in die Runde.
„Wir? Du wirst hier bleiben“, sagte Aberforth schroff.
„Sisilia, ich finde auch, dass es besser ist, wenn du im Schloss bleibst. Wir werden das re-geln“, sagte Albus und sah sie eindringlich an. Doch Sisilia machte immer noch einen ent-schlossenen Eindruck, mitgehen zu wollen.
„Was sagen Sie?“, fragte Aberforth nun an Severus gewandt.
„Es wäre auch mein Wunsch, dass sie hier bleibt. Doch befehlen werde ich ihr es nicht. Sisilia hat ihren eigenen Kopf“, antwortete Severus und sah Sisilia an. Sie blickte nun von einem zum andern.
„Gut, ihr habt gewonnen, ich werde hier bleiben. Wenn ihr aber in einer Stunde nicht zurück seid, komme ich mit Verstärkung nach“, entgegnete sie ihnen.
Albus Dumbledore und ihr Großvater nickten ihr kurz zu und machten sich auf den Weg. Se-verus wollte sich schon zu gehen wenden, als Sisilia ihn noch einmal aufhielt.
„Severus, warte“, sagte sie und ging ihm ein paar Schritte hinterher.
„Hier hab ich Kleidung für Remus“ Sie streckte ihm ein Bündel entgegen.
„Du denkst auch an alles“, antwortete er ihr, drückte ihr noch einen Kuss auf den Mund und folgte dann den Dumbledores.

Es war nun schon fast eine ganze Stunde vergangen, und sie hatte immer noch nichts von ih-nen gehört. Nervös ging sie im Wohnraum auf und ab. Sisilia wurde immer unruhiger und sie überlegte schon, ob sie Minerva und Hagrid holen sollte, als endlich die Tür aufging und Se-verus eintrat.
Schnell ging sie ihm entgegen und sah ihn fragend an.
„Remus geht es bis auf ein paar Kratzer gut. Wir haben ihn zu Madam Pomfrey gebracht. Von Lucius und den anderen haben wir nichts mehr gesehen, sie haben sich wohl auf und davon gemacht“, beruhigte er sie, und Sisilia atmete erleichtert auf.
„Deinen Zauberstab habe ich leider nirgendwo gefunden, ich fürchte, Lucius hat ihn als An-denken behalten.“
„Prima, dann muss ich mir auch noch einen neuen Zauberstab besorgen“, stöhnte Sisilia und verdrehte die Augen. Doch im Grunde war ihr das nicht so wichtig. Was zählte, war, dass es Remus gut ging.
„Dein Großvater hat darauf bestanden, im Eberkopf zu bleiben. Er meinte, er müsse ihn ja schließlich heute Abend wieder aufmachen“, fasste er vollends kurz zusammen und sah sie dann mit gekräuselten Lippen an.
„Was?“, fragte sie nur.
„Jetzt weiß ich wenigstens, woher du deinen Sturkopf hast“, antwortete er.
„Gut. Dann werde ich jetzt meinen Sturkopf nehmen und kurz nach Remus sehen“, lachte Sisilia erleichtert, drückte Severus kurz und ging dann schnurstracks nach oben.

Als sie beim Krankenflügel ankam, sah sie, dass die Tür nur angelehnt war. Leise drückte sie diese weiter auf. Sie sah Remus mit dem Rücken zu ihr auf einem der Betten sitzen. Er hatte sein Hemd ausgezogen, und Madam Pompfrey wollte gerade seine Verletzungen mit einer Salbe versorgen.
„Sie sehen wieder furchtbar aus. Es ist lange her, als Sie das letzte Mal so schlimme Ver-letzungen gehabt haben. Warum haben Sie auch nur ihren Banntrank vergessen“, sagte diese bedauernd.
Sisilia ging leise näher und trat neben Madam Pomfrey, der sie, als sie sie bemerkt hatte, ein Zeichen gab, nichts zu verraten. Sie nahm ihr den Tiegel mit der Salbe ab und begann, die gelb-grüne Masse vorsichtig auf die Verletzungen auf Remus Rücken aufzutragen.
„Es war mein eigener Fehler, ich hab es gestern immer wieder hinausgeschoben, ihn zu trin-ken, wollte es erst beim Abendessen machen, und dann war es zu spät. Künftig werde ich ihn doch besser schon mittags zu mir nehmen“, antwortete er.
Madam Pomfrey ging nun zu einem Bett gegenüber und begann dort leise, mit Verbänden herumzuhantieren.
Sisilia konnte sehen, dass sich die Wunden an den Stellen, wo sie die Salbe aufgetragen hatte, langsam zu schließen begannen und nur noch leichte rote Narben zu sehen waren, welche wohl erst nach einigen Tagen verblassen würden. Sie wunderte sich sehr, dass er kaum rea-gierte, wenn sie die Salbe auftrug, denn sie wusste, dass diese Salbe doch ganz schön brannte, zumindest am Anfang, bis sich die Wunden verschlossen hatten.
Sie erkannte auch viele alte Narben auf seiner Haut, die von früheren Verletzungen stammen mussten. Ihr Magen verkrampfte sich bei der Vorstellung.
„Diese neue Salbe ist besser, als die, die Sie früher hatten, oder sind Sie heute nur besonders vorsichtig beim Auftragen?“, fragte er.
Automatisch antwortete Madam Pomfrey von der anderen Seite.
„Es ist eine neue Rezeptur, Professor Snape hat...“, begann sie, doch stockte sie gleich wieder und sah Sisilia entschuldigend an.
Remus, dem das sofort aufgefallen war, drehte sich überrascht um.
„Sil?“
„Hallo Remus“, sagte sie und lächelte ihn an. Er sah sie einen Moment lang an, dann stand er auf nahm ihr den Tiegel aus der Hand und stellte ihn aufs Bett.
„Sil, bitte tu das nicht“, sagte er zu ihr.
„Warum, ich hab doch nur Salbe auf deinen Wunden getan“, sagte sie nun durcheinander.
„Das meine ich nicht“ Er schüttelte energisch den Kopf. „Ich sehe es doch in deinen Augen, was du denkst. Ich möchte nicht von Dir bemitleidet werden. Ich komme inzwischen damit gut zurecht, es ist ein Teil meines Lebens. Es tut mir zwar sehr leid, dass du das gestern mit ansehen musstest, aber glaube mir, es ist nicht so schlimm, dass ich dein Mitleid brauche“, sagte er schroff.
„Jetzt halt aber mal die Luft an, Remus!“, sagte Sisilia ärgerlich. „Ich habe mir nur Sorgen um dich gemacht, und das werde ich wohl noch dürfen, oder?“ Sie sah ihn mit funkelnden Augen an. Dann ergriff sie wieder den Tiegel und forderte Remus auf:
„Und jetzt setzt dich gefälligst wieder, ich war noch nicht fertig“ Sie deutete auf das Bett.
„Es tut mir leid, Sil“, begann er und nahm wieder auf dem Bett Platz. „Es ist nur so, dass die meisten Angst haben, und diejenigen, die keine Angst haben, kommen immer mit dieser Mit-leidstour, und das habe ich inzwischen so satt“, erklärte er ihr.
„Schon gut, ich kann dich ja verstehen. Aber keine Angst, ich habe absolut kein Mitleid mit dir“, sagte sie und drückte nun beim Einreiben etwas fester auf.
„Au!“, zuckte Remus plötzlich zusammen. „Ich glaube, ich möchte doch lieber die Sil von vor zwei Minuten wieder haben“, brummte er.
„Jetzt auf einmal?“, lachte Sisilia.
„Ja, bitte, hab doch Erbarmen mit mir“, flehte er sie an.
„Aber Remus, du weißt doch, ein Snape kennt kein Erbarmen.“, flachste sie. Ihr war der Satz gerade wieder eingefallen. Sie hatte ihn vor gut einem halben Jahr in einem der Flure während einer Pause von einem Schüler gehört.
„Ach, wirklich nicht?“, hörten sie plötzlich von hinten eine Stimme.
Severus hatte den Krankenflügel betreten, ohne dass sie ihn gehört hatten, und stand mit ver-schränkten Armen hinter ihnen. Sisilia drehte sich zu ihm um.
„Nein, wirklich nicht“, antwortete Sisilia neckend. Severus ging auf sie zu und sah dann zu Remus.
„Entschuldige, Remus, aber ich glaube, ich muss da kurz was mit meiner Frau aus-diskutieren“, sagte er, schlang seine Arme um sie, zog sie an sich heran und begann, sie zu küssen. Sisilia, die in einer Hand den Tiegel hielt und deren andere Hand voll Salbe war, konnte sich nicht wehren, und eigentlich wollte sie es auch gar nicht.
„Leute, ich störe Eure Diskussion ja nur ungern“, sagte Remus nach einiger Zeit „Aber mir wird langsam etwas kalt hier. Dazu kommt, dass ich gewaltigen Hunger habe, da ich gestern das Abendessen verpasst habe, und drittens werde ich langsam müde. Also wäre es vielleicht möglich, dass jemand meine restlichen Verletzungen versorgt?“, fragte Remus, der langsam ungeduldig wurde. Aber er bekam nicht gleich eine Antwort und stöhnte theatralisch auf.
„Und, überzeugt?“, fragte Severus Sisilia und sah sie mit hochgezogenen Augenbrauen an.
„Hm, noch nicht ganz!“, antwortete diese. „Aber ich glaube, das sollten wir später ausführ-licher weiterdiskutieren. Ich muss zugeben, dass ich auch gewaltig Hunger habe und mit lee-rem Magen kann ich nicht gut argumentieren, wie du weißt“, erwiderte sie.
„Einverstanden“, sagte Severus und lies Sisilia los, die dann noch die restlichen Wunden von Remus versorgte.

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BeitragThema: Re: Sisilias Geheimnis Teil 3   Mi Apr 02, 2008 5:20 pm

Excalibur




Es war inzwischen schon spät geworden. Den ganzen Sonntag hatte er hier verbracht und ge-wartet und vergeblich gehofft. Er hatte es soeben von den Wassermenschen erfahren. Volde-mort war es nun doch gelungen, mit der Hilfe von abtrünnigen Selkies an Excalibur heranzu-kommen. Albus Dumbledore stand noch immer am Strand und schaute auf die weite See hin-aus. Es war inzwischen ein kräftiger Wind aufgekommen, der sein silbrig-weißes Haar kräftig umblies.
Die Sonne versank langsam hinter den Hügeln und die Wellen schlugen unruhig an den felsi-gen Strand.
Er hatte so gehofft, es würde „ihm“ nicht gelingen, er hatte die Selkies inzwischen sogar schon soweit gehabt, dass sie bereit waren, ihm das Schwert zu überlassen. Er hätte es dann sofort endgültig zerstört, wenn er es bekommen hätte.
Jetzt hatte sich das Blatt gewendet und Voldemort war im Vorteil. Albus fühlte sich in diesem Moment so alt und kraftlos. Jetzt würde es verdammt schwer werden. Wenn sie es nicht schafften, Tom Riddles Vorhaben zu durchkreuzen, waren sie hoffnungslos verloren. Er wür-de dann eine Macht erlangen, der kein Zauberer gewachsen war und davor hatte Albus Angst. Denn dann, da war er sich sicher, war es so gut wie unmöglich, ihn zu vernichten und Volde-mort würde sich dann nicht nur die Magische Welt untertan machen, sondern auch den Rest und das würde mit Sicherheit das Ende für viele Menschen bedeuten.
Sie hatten nicht mal eine Woche Zeit, sich einen Plan auszudenken und wenn dieser scheiter-te... Er mochte gar nicht weiter denken. Es half nichts, er musste zurück und ein Treffen ein-berufen, je eher desto besser.
Er sog noch einmal die kühle Meeresluft in seine Lungen, ehe er mit einem eleganten und trotzdem müde wirkenden Wedeln seines purpurnen Umhangs verschwand.



*




Die Mitglieder des Phönixordens hatten sich zu später Stunde alle im Grimmauldplatz ein-gefunden.
Dumbledore hatte sie verständigt und gebeten, alles liegen und stehen zu lassen und sofort hierher zu kommen.
Inzwischen waren auch schon alle hier eingetroffen und warteten nur noch auf Dumbledore. Sisilia blickte in die angespannten Minen der anderen. Selbst Fred und George, die in-zwischen auch für den Orden tätig waren, unterließen es diesmal, irgendwelche Späße zu treiben. Alle schienen zu spüren, wie ernst die Lage doch war.
Molly war zu Sisilia getreten.
„Wie geht es dir?“, fragte diese mit gesenkter Stimme, doch Sisilia wusste sofort, worauf sie anspielte.
„Mir geht es wunderbar Molly, danke“, antwortete sie ihr und versuchte ein Lächeln.
„Das freut mich sehr, Sisilia. Ich hatte, als ich mit den Jungs schwanger war, immer große Probleme, vor allem morgens, ich musste mich wirklich jeden Morgen übergeben, bevor ich den Tag überhaupt beginnen konnte“, erzählte sie ihr und verzog das Gesicht, als sie daran dachte.
„Molly, Liebes? Würdest du bitte mal kommen, ich brauch kurz deine Hilfe“, rief Arthur vom Herd zu ihnen herüber.
„Männer“, stöhnte Molly kurz auf und rollte mit den Augen. Doch dann ging sie zu ihm hin-über und half ihm.
Sisilia sah dann zu erst zu Severus, der sich mit Kingsley und Mad Eye unterhielt und dann zu Remus und Tonks, die in einer Ecke standen und leise miteinander sprachen. Tonks’ Ge-sichtsausdruck verriet ihr, dass er ihr von den Ereignissen vom Freitag erzählte. Als Tonks merkte, dass Sisilia sie beide beobachtete, winkte sie sie zu sich her. Sie zögerte kurz, doch als Tonks Aufforderung immer heftiger wurde, ging sie zu den beiden.
„Remus hat mir gerade erzählt, was vorletzte Nacht passiert ist. Glaube mir, sollte mir dieser Lucius Malfoy unter die Augen kommen, ich weiß nicht, was ich mit ihm anstellen werde“, drohte sie und ballte ihre Hände zu Fäusten.
Sisilia wollte gerade etwas darauf erwidern, als sich die Tür öffnete und Albus Dumbledore mit wehendem Umhang die Küche betrat. Sofort verstummten alle und sahen ihn überrascht an, da es normalerweise nicht seine Art war, so in einen Raum zu rauschen. Er sah sich einen Moment um, er schien zu überprüfen, ob auch alle da waren, dann ging er zum Ende des Ti-sches.
„Würdet ihr euch bitte alle setzen?“, forderte er sie auf, blieb selber aber stehen. Sisilia setzte sich neben Remus, der Tonks und ihr einen Stuhl zurechtrückte. Severus glitt zu ihnen her-über und nahm auf den letzten noch freien Stuhl neben Sisilia platz.
„Leider habe ich keine guten Neuigkeiten“, begann er mit finsterer Miene, „Ich habe heute erfahren, dass Voldemort Excalibur bekommen hat“, erklärte er und er sah in jedes einzelne der entsetzten Gesichter der Ordensmitglieder.
„Was ist geschehen?“, fragte Molly und Dumbledore erzählte es ihnen mit kurzen Worten.
„Er wird nun versuchen, seinen Plan auszuführen und wenn es ihm gelingen sollte, dann hat er so gut wie gewonnen“, sagte er mit belegter Stimme. Molly stöhnte laut auf und hob ent-setzt die Hand vor den Mund. Auch Tonks, der normalerweise immer etwas einfiel zu sagen, brachte kein Wort heraus. Dumbledore sah von einem zum andern.
„Wir brauchen jetzt ganz schnell und dringend einen guten Plan. Und ich muss gestehen, im Augenblick bin ich für jeden Vorschlag dankbar“, erklärte Dumbledore. Sisilia glaubte, so etwas wie Verzweiflung in seinen Augen zu sehen, als er sich müde auf seinen Stuhl hinter sich setzte.
„Ich denke, wir sollten einmal zusammenfassen, was wir wissen“, schlug Sisilia allen vor.
„Also, wir wissen, dass er alle drei Kinder braucht. Wir wissen, dass er Excalibur braucht, wir kennen den Ort, an dem er sein Ritual abhalten will und wir kennen den Zeitpunkt, das ist doch richtig?“, fasste sie nun zusammen.
„Beinahe richtig, Sisilia“, antwortete Dumbledore ihr. „Ich komme gerade von Professor Si-nistra und von Firenze. Sie haben versucht, nach den Angaben, die wir haben, noch einmal das genaue Datum zu errechnen, doch leider sind beide zu einem unterschiedlichen Ergebnis gekommen. Das eine lautet Freitagnacht und das andere Samstagnacht nächste Woche. Und eine weitere Sache ist die, dass wir nur den ungefähren Ort wissen“, erklärte er allen.
„Das würde doch bedeuten, man müsste versuchen, herauszubekommen, wann genau es statt-finden soll und man müsste sich umsehen, wo. Das ist doch richtig so?“, fragte Sisilia und Dumbledore nickte.
„Nun gut, dann werde ich nach Deutschland gehen und mich dort umsehen“, sagte Sisilia ent-schlossen. Alle schauten sie erstaunt an.
„Warum ausgerechnet du?“, fragte Tonks sie.
„Ganz einfach, weil ich Deutsch kann, weil ich dort schon einmal war und mich gut aus-kenne“, antwortete sie.
„Sil, das ist viel zu gefährlich“, protestierte Severus.
„Im Grunde finde ich die Idee nicht schlecht“, sagte Dumbledore, Severus’ Einwand nicht beachtend. „Nur fürchte ich, würde es auffallen, wenn du einfach vom Unterricht wegbleiben würdest“, warf er ein.
„Da werden wir uns schon etwas einfallen lassen“, sagte Sisilia optimistisch.
„Ich könnte den Unterricht für sie solange übernehmen, Professor“, erklärte Lupin sich bereit und Sisilia nickte ihm zu. Dumbledore sah sie überlegend an.
„Gut, in Ordnung“, sagte er dann, da er keine bessere Idee hatte, im Moment.
„Dann werde ich sie aber begleiten“, entfuhr es Severus, der Sisilia nicht alleine gehen lassen wollte. Dumbledore seufzte.
„Wenn euch eine gute Erklärung einfällt, meinetwegen, ansonsten wäre es mir recht, wenn Tonks Sisilia begleiten würde“, sagte er und warf einen Blick auf Tonks.
„Sicher Professor“, antwortete diese spontan.
„Gut. Ich würde sagen, es wäre das Beste, ihr könntet so bald wie möglich aufbrechen!“ schlug Dumbledore vor, sein Gesichtsausdruck verriet aber, dass ihm nicht sonderlich wohl dabei war.
„Aber ich möchte nicht, dass ihr irgend etwas unternehmt. Nur Informationen sammeln und sofort an uns weitergeben. Sobald wir die Lage genau kennen, werden wir zu euch stoßen, und dann hoffe ich, dass wir das schlimmste verhindern können“, sagte er mit einem Seufzen.
„Und ihr solltet, wenn möglich, nicht zaubern, damit das dortige Ministerium euch nicht orten kann. Ich weiß leider nicht, wie weit Voldemort dort schon seinen Einfluss eingebracht hat, was heißt, dass ihr sehr vorsichtig sein müsst“, warnte er sie.
Alle sahen Dumbledore stumm an, der irgendwie seinen natürlichen Optimismus verloren zu haben schien. Er wirkte in diesem Moment so alt und müde, dass es Sisilia und auch den an-deren Angst und Bange wurde, wie sie an deren Gesichtern ablesen konnte.
Molly erhob sich von ihrem Stuhl.
„Arthur, würdest du bitte allen etwas zu trinken anbieten, ich werde noch einen Tee auf-setzen“, sagte sie, um das lange Schweigen zu unterbrechen, das nun eingetreten war. Sie drückte Fred und George jeweils ein Tablett mit belegten Broten in die Hand, die sie auf dem Tisch abstellten und dann zu Tonks hinüber gingen, um sich mit ihr zu unterhalten.
Sisilia erhob sich von ihrem Stuhl und ging zu ihrem Onkel hinüber.
„Geht es dir gut?“, fragte sie ihn besorgt. Er sah sie einen Moment an, bevor er den Kopf hob und zu sprechen begann.
„Ich hatte das Schwert schon beinahe. Die Selkies hatten sich nun endlich bereiterklärt, es mir auszuhändigen. Doch dann kamen sie ohne das Schwert zurück und erklärten mir, dass es kurz zuvor gestohlen worden war“, erklärte er ihr.
„Aber das ist doch nicht deine Schuld. Du hast getan, was du konntest“, sagte sie nun zu ihm.
„Und noch hat er nicht gewonnen. Wir werden alles tun, was wir können, damit es ihm nicht gelingen wird. Wir haben schon öfters seine Pläne durchkreuzt“, sagte Sisilia fest ent-schlossen.
Nun war auch Severus zu den beiden getreten und sah ebenfalls besorgt zum Schulleiter.
„Macht euch keine Sorgen um mich, ihr beiden. Mir geht es gut“, entgegnete er ihnen, als er in ihre Gesichter sah.
„Sisilia, kommst du bitte mal eben?“, rief Tonks ihr zu. Sisilia sah ihren Onkel fragend an, doch der bedeutete ihr, dass sie ruhig gehen sollte.
„Ist alles in Ordnung, Direktor?“, fragte Severus ihn noch einmal.
„Mir geht es wirklich gut und lass doch endlich dieses Direktor. Ich möchte, dass du mich mit Vornamen anredest, schließlich gehörst du jetzt zur Familie“, sagte er leicht aufbrausend. So hatte Severus ihn noch nie erlebt und er sah ihn erstaunt an. Dumbledore erhob sich von sei-nem Stuhl und zog Severus auf die Seite, so dass er sicher war, dass sie keiner hören konnte.
„Wenn wir Voldemort nicht aufhalten können und er sich die magische Kraft der Kinder zu Eigen macht, fürchte ich, bleibt uns nicht mehr viel Zeit. Dann bezweifle ich sogar, dass noch genug Zeit bleiben wird, dass euer Kind zur Welt kommt“, erklärte er, und Severus verstand nun, warum Dumbledore so besorgt war.
„Sie...“, Dumbledore sah ihn kurz scharf an, „Du glaubst also, dass wir dann keine Chance mehr hätten?“, fragte er noch einmal nach und Albus schüttelte den Kopf.
„Wenn wir es nicht schaffen werden, ist das erste, was ich tun werde, die Schule zu schließen, da ich mir sicher bin, dass sie eines seiner ersten Ziele sein wird“, erklärte er und seufzte.
Sisilia kam wieder zu den beiden.
„Fred und George haben eine klasse Idee“, begann sie und strahlte beide an.
„Wir werden in die Winkelgasse gehen. Tonks und die Zwillinge wollen sich als Todesser verkleiden. Dann sollen wir so tun, als würden wie mit ihnen kämpfen. Mit Hilfe von Weas-leys Scherzartikel-Zauber wollen sie es dann so aussehen lassen, als wären wir beide schwer verletzt. Dann lassen wir uns ins St. Mungos bringen und du musst nur wieder dafür sorgen, dass keiner zu uns darf und schon können wir ohne Probleme nach Deutschland reisen. Was haltet ihr davon?“, fragte sie. Severus sah sie skeptisch an, doch Dumbledores Gesicht erhellte sich. Ihm schien die Idee zu gefallen.
„Prächtig“, sagte er. „Es gibt in letzter Zeit immer wieder Probleme mit den Anhängern Vol-demorts. Sie scheinen zurzeit in einer Art Euphorie zu stecken, so dass dies nicht einmal groß auffallen würde“, erklärte er begeistert.
Sisilia hatte das Gefühl, seine Laune und seine Zuversicht hätten sich wieder gebessert.
„Gut, am Montag haben wir beide keinen Nachmittagsunterricht, dann werden wir da in die Winkelgasse fahren. Ich brauche sowieso noch einen neuen Zauberstab“, erklärte Sisilia ih-nen. Tonks wird uns, das heißt, vor allem dir“, und sie sah Severus an, „ein paar Muggel-kleider besorgen, dass wir dann nicht so auffallen werden.“
Severus sah sie mit hochgezogenen Augenbrauen an. Daran hatte er gar nicht gedacht, dass er dann Muggelkleidung tragen musste. Sisilia ignorierte sein überraschtes Gesicht.
„Ich werde mir vielleicht als Tarnung meine Haare färben“, sagte sie dann so, als würde sie nur laut nachdenken und sah dann Severus mit angestrengt überlegendem Gesicht an.
„Vielleicht sollten wir zur Tarnung deine Haare etwas schneiden?“, fragte sie und versuchte, nicht dabei zu lachen, denn sie wusste, er würde dies nie zulassen. Er sah sie entrüstet an.
„Meine Haare bleiben so, wie sie sind“, erklärte er empört und erst als Sisilia losprustete ver-stand er, dass sie ihn nur damit aufgezogen hatte. Alles drehte sich plötzlich zu ihnen um.
„Tut mir leid, es war unpassend, sorry, doch ich konnte es mir nicht verkneifen“, sagte sie dann entschuldigend.
„Schon gut mein Kind“, sagte Dumbledore. „Vielleicht ist es ganz gut, wenn wir versuchen, die Sache nicht ganz so verbissen zu sehen, denn das macht die Situation auch nicht besser“, erklärte Dumbledore und lächelte sie über seine Halbmondbrille hinweg an.



*



Sie kamen erst sehr spät wieder auf Hogwarts an. Es war schon lange nach Mitternacht, als sie die Eingangshalle des Schlosses betraten.
Sie hatten den Plan noch genauer ausgearbeitet und alles nötige besprochen. Sie wollten im Schloss kein Wort mehr davon zu erwähnen. Man wusste ja nie.
Sie verabschiedeten sich gleich und Minerva und Albus stiegen die Stufen nach oben, wäh-rend Severus und Sisilia den linken Gang neben den Treppen, die zum Kerker führte, nach hinten gingen.

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BeitragThema: Re: Sisilias Geheimnis Teil 3   Mi Apr 02, 2008 5:22 pm

Am nächsten Morgen hielten sie wie gewohnt ihren Unterricht ab. Draco Malfoy verhielt sich so wie immer, entweder er hatte von seinem Vater noch nicht erfahren, was sich am Wochen-ende abgespielt hatte, oder aber er konnte es gut verbergen, was Severus aber eher für un-wahrscheinlich hielt.
Am Ende ihres Unterrichts bat Sisilia Harry, noch einen Moment da zu bleiben.
Als alle anderen gegangen waren, trat Harry zu ihr an das Pult.
„Harry, ich habe gehört, dass du einen Tarnumhang besitzt“, sagte Sisilia sehr leise und ohne Umschweife. Harry sah sie überrascht an.
„Ja das stimmt.“
„Harry, ich hätte eine große Bitte an dich. Würdest du ihn mir für ein paar Tage ausleihen? Es wäre wirklich sehr wichtig. Ich kann dir nur im Augenblick nicht sagen, warum. Würdest du das für mich tun?“, bat sie ihn. Harry zögerte nur kurz, bevor er antwortete.
„Sicher, Professor, das ist kein Problem, wann brauchen Sie ihn?“, fragte er sie.
„Ich danke dir, Harry. Wenn du ihn noch vor dem Mittagessen in mein Büro bringen könntest, wäre es fabelhaft. Und bitte sag niemandem etwas. Es darf keiner erfahren, egal, was in den nächsten Tagen auch passieren wird. In Ordnung?“ Harry sah sie erstaunt an, stellte aber kei-ne weiteren Fragen, worüber Sisilia froh war, denn sie hätte sie ihm nicht beantworten kön-nen.
„Geht in Ordnung, Professor, ich werde schweigen. Und den Umhang bring ich ihnen gleich“, antwortete er und verschwand.
Noch bevor es Zeit zum Essen war, hatte Harry ihr den Umhang unauffällig gebracht und Sisilia steckte ihn in ihre schon vorbereitete Tasche.
Auf dem Weg zum Mittagessen passten sie und Severus den Moment ab, als Draco und seine Freunde die Treppe heraufkamen. Sie stellten sich so die Nähe der Treppe, direkt am Gang, der zu ihren Zimmern führte, hin, dass Draco sie unweigerlich sehen und hören musste, taten aber selber so, als hätten sie ihn und seine Kumpane nicht bemerkt.
„Wenn ich nicht dringend einen neuen Zauberstab brauchen würde, müssten wir nicht in die Winkelgasse, dann könnte ich den Rest auch in Hogsmeade bekommen. Aber es gibt nun mal die besten Zauberstäbe nur bei Ollivander“, sagte Sisilia zu Severus, gerade so laut, dass Dra-co es auch hören musste.
„Wenn du nicht wieder einen Einkaufsbummel daraus machst, sind wir auch locker wieder bis zum Abendessen zurück in Hogwarts“, antwortete Severus ihr wie abgesprochen.
Dann taten sie so, als ob sie Malfoy gerade erst bemerkt hatten und gingen, nicht ohne dass Severus ihm einen warnenden Blick zugesandt hatte, in die Große Halle zum Mittagessen. Sie beobachteten, wie einige der Slytherins sich um Malfoy geschart hatten, der ihnen wohl etwas erzählte. Sisilia hätte zu gerne Mäuschen gespielt und bei ihnen gelauscht.
Nach dem Essen machten sie sich nur mit den allernötigsten Sachen auf den Weg nach Lon-don.

Als sie im Kamin des Tropfenden Kessels angekommen waren und ihre Kleider etwas vom Ruß befreit hatten, gingen sie schnurstracks zu Ollivander. Sie hatten genau eine Stunde Zeit, bis der „Angriff“ stattfinden sollte.
Ollivander selber stand hinter seiner Verkaufstheke, als sie den Laden betraten, der wie immer sehr düster wirkte.
„Guten Morgen, die Professoren, was kann ich für Sie tun?“, fragte er und sah Sisilia ein-gehend mit seinen weit geöffneten blassen Augen an. Seine Haare und seine Haut hatten die gleiche Farbe wie sein extrem staubig wirkender Laden.
„Nein, sagen sie nichts. Ihr Zauberstab harmoniert nicht mehr mit ihnen, habe ich Recht? Sie brauchen einen neuen“, sagte er zu ihr und sah sie eindringlich an.
„So kann man es auch sagen“, gab sie zerknirscht zurück. „Aber ich würde es dann doch lie-ber so ausdrücken: Er ist mir abhanden gekommen“, fügte sie dann noch hinzu.
„Oh, oh, oh. Dann wollen wir mal sehen, was ich für sie tun kann“, sagte er und verschwand hinter seinen hohen Regalen, in denen unsagbar viele Schachteln mit den verschiedensten Zauberstäben lagen. Dann kam er wieder nach vorne und sah Sisilia noch einmal an.
„Sie hatten Ahorn, acht Zoll, nicht war?“, fragte er, wartete aber keine Antwort ab, sondern verschwand wieder zwischen seinen Regalen, stieg eine Leiter hinauf und begann zu suchen. Dann kam er mit einigen Schachteln in der Hand wieder und legte sie auf den Tisch. Doch bevor er begann, diese zu öffnen, hielt er noch einmal inne.
„Ich überlege gerade...“, sagte er und sah von Sisilia zu Severus und dann wieder zu ihr.
Dann drehte er sich abrupt um und schritt durch eine Tür nach hinten in einen anderen Raum.
„Irgendwie ist mir dieser Ollivander immer noch unheimlich“, sagte Sisilia und rieb über ihre Arme, als ob es sie frösteln würde.
Dann kam er wieder zurück mit einem Zauberstab in der Hand.
„Habe ihn gerade erst fertiggestellt. Eberesche, neun ein viertel Zoll, biegsam mit Einhorn-haaren, aber Haaren von einem noch jungen Einhorn. Gibt es sehr selten, die habe ich erst die Tage bekommen“, erklärte er und reichte ihr den Zauberstab.
Sisilia nahm ihn und noch bevor sie ihn berührt hatte, spürte sie eine einzigartige Wärme in den Fingern, die von ihm ausging. Ollivander nickte ihr aufmunternd zu und Sisilia schwang ihn nur ganz leicht, als plötzlich tausend goldene Funken aus seiner Spitze hervorströmten. Es sah aus wie ein kleines prachtvolles Feuerwerk.
„Ah, gut, gut, sehr gut. Ich hatte es im Gefühl, dass dieser Zauberstab nicht lange in meinem Laden bleiben würde. Nur, dass ich nicht einmal die Zeit haben würde, ihn zu verpacken, hät-te ich nun nicht erwartet“, sagte er und er schien sich zu freuen wie ein kleines Kind.
Sisilia betrachtete den Zauberstab, er war wunderschön gearbeitet und sie hatte das Gefühl, sie hätte noch nie einen anderen benutzt. Er schien wie geschaffen für sie zu sein. Sie sah ihn sich genauer an. Er war sehr schön gearbeitet, wie gedrehtes Holz. Und ausgerechnet Ein-hornhaare, wo sie doch erst diese wunderschönen Einhornfohlen gesehen hatte. Sie hatte das Gefühl ihr Herz würde aufgehen und irgendwie war sie nun sogar froh, dass Lucius Malfoy ihr den alten Zauberstab entwendet hatte, denn dieser hier passte noch viel besser zu ihr, als der letzte.
Sisilia bezahlte die neun Goldenen Galleonen für den Zauberstab, bedankte sich freuden-strahlend bei Ollivander und dann verließen sie den Laden.

Sie hatten noch gut eine halbe Stunde Zeit und durchstöberten solange noch einige Geschäfte. Sie versuchten, so unauffällig wie möglich ihre Umgebung im Auge zu behalten. Sie hatten mit den Zwillingen ein Zeichen vereinbart, worauf sie dann loslegen wollten. Sisilia und Se-verus hatten einige Bestandteile aus Weasleys Snackbox erhalten, welche die verschiedensten Verletzungen vortäuschen sollten.
Jetzt würde es nicht mehr lange dauern, dachte Sisilia und in der Sekunde kam auch schon das Zeichen. Sie hörten ein Sirren und dann wie eine Schaufensterscheibe zu Bruch ging.
Dann traten auch schon drei Gestalten in schwarzen Umhängen und Masken vor sie. Severus und Sisilia zogen ihre falschen Zauberstäbe, die sie von Fred und George bekommen hatten, währen die Menschen um sie herum schrieen und entsetzt davonrannten, wobei sie sich ge-genseitig umstießen und auch teilweise die Stände, die vor den Läden aufgebaut waren, um-warfen.
Die drei zögerten auch nicht lange und begannen, mit ihren ebenfalls falschen Zauberstäben auf die beiden zu zielen. Es schossen abwechselnd grüne und rote Lichtstrahlen aus ihnen heraus und sie lieferten sich einen energischen Kampf. Wobei sie alle immer versuchten, den Blitzen (die natürlich harmlos waren), auszuweichen. Dann während des Tumultes warf George etwas vor Sisilias Füße und richtete seinen echten Zauberstab darauf.
„INCENDIO“, sagte er leise und das Teil explodierte mit einem lauten Krachen. Es schossen gewaltig viele Blitze und Funken daraus hervor. Das war das Zeichen für Sisilia und Severus, das „Naschzeug“ von Fred und George zum Einsatz zu bringen. Sie schoben sich die Dinger in den Mund und warfen sich dann bei der nächsten Explosion zu Boden.
Währendessen verschwanden die vermeintlichen Angreifer so schnell, wie sie gekommen waren.
Als sich der Krach gelegt hatte und der Rauch und die Funken verschwunden waren, sahen die Menschen in der Winkelgasse nur noch zwei Personen auf dem Boden liegen, die sich nicht mehr bewegten und schrecklich aus Mund und Nasen bluteten.

Es hatte alles hervorragend geklappt. Man hatte sie sofort ins St. Mungos gebracht, wo Dumbledore sogleich dafür sorgte, dass keiner außer Pye sich um sie kümmern durfte. Und dieser sorgte dafür, dass niemand außer ihm das Zimmer betrat, in dem die beiden angeblich lagen.
Sie machten sich dann sofort auf zum Grimmauldplatz 12, um die restlichen Vorbereitungen zu treffen.
Tonks hatte einen ganzen Stapel Kleidung besorgt und ihn auf dem Bett in einem Zimmer im ersten Stock ausgebreitet.
„Ich hatte keine Ahnung, was du anziehen willst, Severus. Da hab ich einfach mal eine ganze Auswahl besorgt. Sieh es dir einfach mal an, ich hoffe, es ist etwas dabei“, sagte sie und deu-tete auf die mindestens dreißig verschiedenen Kleidungsstücke.
Severus sah sich den Berg skeptisch an. Er schien nicht so recht zu wissen, wo er anfangen sollte.
„Ich glaube, wir lassen den Herrn mal alleine“, sagte Tonks und zog Sisilia am Arm, „Wir gehen derweil nach unten, und ich mache dir die Haare“, sagte sie und beide ließen Severus mit dem Wäscheberg alleine.

Eine halbe Stunde später trat Severus in die Küche. Tonks war gerade dabei, Sisilia zu helfen eine neue Haarfarbe auszuwählen.
„Nein, das ist doch viel zu auffällig, ich will nur ein dunkles einfaches Braun ohne rot“, sagte sie zu Tonks, die ihr gerade knall-rotbraune Haare gezaubert hatte.
Sisilia sah zu Severus, der in der Tür stehen geblieben war und sie mit offenem Mund ansah.
„Du kannst deinen Mund wieder schließen, ich werde so nicht auf die Straße gehen“, schimpfte Sisilia.
„Schade, mir hätte es gefallen“, sagte Tonks und tippte noch einmal mit ihrem Zauberstab gegen ihre Haare, die sich nun dunkelbraun färbten. Sisilia betrachtete ihre Haare in dem kleinen Handspiegel.
„Das finde ich jetzt gut, ist ganz anders als vorher und doch unauffällig. Was meinst du?“, sagte sie und sah zu Severus. Erst jetzt fiel ihr auf, dass er anders angezogen war, völlig un-gewohnt und sie musste zweimal hinsehen, obwohl sich an der Farbe seiner Kleidung nichts geändert hatte. Sie stand auf.
„Hey, wow!“, sagte sie, stand auf und betrachtete sich Severus genauer. Er trug eine schwarze Hose, einen schwarzen engen Rollkragenpullover und eine schwarze Lederjacke.
Er sah sie irritiert an.
„Irgendwie siehst du nicht viel anders aus als vorher“, lachte sie. „Immer noch so schwarz“, sagte sie und sah Tonks an.
„Ich fühle mich immer noch am wohlsten so“, sagte er, und sah die beiden Frauen unsicher an, was Sisilia von ihm überhaupt nicht gewohnt war.
„Schon gut, ich hoffe nur, du hast auch noch was anderes eingepackt“, Sisilia deutete auf die Tasche, die er in der Hand hatte, „als nur schwarze Sachen“, sagte sie und sah ihn fragend an.
„Ich sage doch auch nichts zu deiner „neuen“ Haarfarbe“, antwortete er und deutete auf ihren Kopf.
„Ja, eben, dabei wollte ich doch wissen, was du dazu sagst“, sie stellte sich nun vor ihm in Pose.
„Die Farbe vorhin hat mir besser gefallen“, sagte er, seine Lippen kräuselten sich und er sah kurz zu Tonks, die heftig nickte.
„Hrr, O.K., ich hab schon verstanden. Ich lasse dir deine Klamotten und du mir meine Haare“, sagte Sisilia und verdrehte kurz die Augen.
„Wo habt ihr vor, zu apparieren?“, fragte Tonks sie.
„Zwei Straßen weiter gibt es einen großen Mcdonald. Ich dachte, wir verschwinden dort auf die Toilette und werden von dort aus apparieren.“
„Was ist denn bitte ein McDonald?“, wollte Severus wissen, und auch Tonks sah sie fragend an.
„Ein Fast-Food-Restaurant“, antwortete sie ihnen, doch beide sahen sie immer noch ver-ständnislos an.
„Na, eine Restaurantkette, da gehst du rein, bestellst an einer Theke was zu essen, bekommst es gleich mit, ach ja und es ist billig. Allerdings ist es Geschmacksache, das Zeugs, was die da verkaufen, zu essen. Das habe ich aber ganz und gar nicht vor, ich dachte nur, das wäre hier in der Gegend das einfachste, um unauffällig zu verschwinden“, erklärte sie den beiden.
„Na, ich hoffe, du weißt, was du tust“, sagte Severus.
„Sicher weiß ich das. Glaubt mir, so ist es am unauffälligsten. Da sind so viele Leute, denen fällt nicht auf, wenn wir nicht mehr aus der Toilette wiederkommen“
Gesagt, getan. Sie packten ihre letzten Sachen zusammen und machten sich auf den Weg. Sisilia merkte, dass Severus sich sichtlich unwohl fühlte. Er zupfte immer wieder nervös an seiner Kleidung herum und wenn er nicht gerade damit beschäftig war, seinen Pullover in die Länge zu ziehen, sah er sich genau bei den Muggeln um und beobachtete diese. Sisilia führte ihn direkt zu einem großen Gebäude, wo vorne über der ganzen Hauswand in roten Buch-staben „McDonald“ stand. Es war wirklich sehr voll da drinnen. Als sie gerade das Gebäude betreten wollten, kamen ein paar halbstarke Jugendliche heraus, die Sisilia und Severus pro-vokant anrempelten. Als Severus ihnen einen bösen Blick zuwarf, baute sich einer von ihnen, ein großer und kräftiger Bursche mit einem Stoppelhaarschnitt vor ihm auf.
„Ist was, Alter?“, fragte dieser ihn angriffslustig. Seine Freunde stellten sich sofort neben ihn und sahen Severus ebenfalls drohend an.
Sisilia, die auf jeden Fall einen Streit vermeiden wollte, zog Severus am Arm.
„Nicht, bitte lass uns weiter gehen“, forderte sie ihn auf, doch er bewegte sich keinen Zenti-meter.
„Wenn dir etwas an deiner Gesundheit liegt, junger Freund, wirst du dich ganz schnell um-drehen und heim zu deiner Mama laufen“, sagte er ihm in einem sehr kalten Ton.
„Uh, da bekomme ich aber mächtig Angst“, antwortete der Bursche ihm.
„Inspektor, können wir nicht einmal irgendwo hingehen, ohne dass sie gleich immer irgend-welche Typen vermöbeln müssen?“, fragte Sisilia einen nun verwundert dreinblickenden Se-verus.
„Ein Bulle?“, fragte der Kerl, und Sisilia nickte.
„Verdammt, war nicht so gemeint“, rief der Kerl noch, drehte sich um und rannte mitsamt seinen Freunden davon. Sisilia musste lachen, als sie sah, dass die Burschen Fersengeld ga-ben.
„Inspektor? Bulle?“, fragte Severus verwirrt.
„Muggelpolizei“, erklärte sie ihm. „Das hab ich mal in einem Film gesehen, hätte nicht ge-dacht, dass es so gut funktioniert. Aber vielleicht hast du sogar doch die richtigen Klamotten angezogen, das hat Eindruck gemacht“, zwinkerte sie ihm zu.

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BeitragThema: Re: Sisilias Geheimnis Teil 3   Mi Apr 02, 2008 5:23 pm

Dann ging sie voran in das Restaurant hinein und Severus folgte ihr etwas verwirrt, da er nicht alles verstand, was sie gemeint hatte. Sisilia hatte schon die Tür am anderen Ende des Restaurants angepeilt, als sie plötzlich merkte sie, dass Severus stehen geblieben war und sich die Bilder von den Schauspielern, die an den Wänden hingen, ansah.
Besonders ein Bild, das einen Mann mit schwarzen lockigen Haaren und Vollbart zeigte, der mit einem fiesen Blick auf sie heruntersah, hatte es ihm angetan. Sisilia ging zu ihm zurück.
„Was ist das denn für einer?“ fragte er und deutete auf das Foto des Mannes.
„Der? Das ist... warte mal, wie war noch sein Name? Ach ja, Alan Rickman, ein Schauspieler, der hat in so einem Robin-Hood-Film mitgespielt. Der war wirklich gut“, erklärte sie ihm und wollte dann weitergehen.
„Einem Robin was Film?“, fragte er noch verwirrter.
„Ich erkläre es dir ein andermal, komm jetzt, die Leute schauen schon“, sagte sie und zog Severus hinter sich her.
An den langen Schlangen vorbeigehend, die sich an der Theke gebildet hatten, erreichten sie die Tür zu den Toiletten. Sie gingen in eine Art Vorraum hinein, von wo wiederum zwei Tü-ren zu den eigentlichen Toiletten führten. Sisilia sah gerade noch, wie sich dir Tür des Män-nerklos schloss, das gerade ein Mann betreten hatte.
„Warte mal“, sagte sie und öffnete die Tür zur Damentoilette. Als sie hineinging, stellte sie fest, dass niemand drin war. Alle drei Kabinen waren leer. Sie ging zurück und schaute in den Flur hinaus.
„Komm, hier ist niemand drin, das ist unsere Chance“, sagte sie, doch Severus zögerte.
„Das ist die Damentoilette“, sagte er nur und deutete auf das Schild, das an der Tür hing.
„Jetzt hab dich nicht so. Wenn das Männerklo frei wäre, würde ich auch mit dir da reingehen. Nun mach schon, bevor noch jemand kommt“, forderte Sisilia ihn auf und schaute sich nervös um.
Widerwillig folgte er ihr. Sie wählten gleich die erste Kabine, wo sie gemeinsam hinein-gingen. Sisilia verschloss die Kabine und zog einen Plan aus ihrer Tasche, den sie nun entfaltete.
„Hier hab ich den Plan vom Flughafen in Paris. Das Beste ist, wir apparieren dort auch wieder auf einer Toilette“, sagte sie und zeigte mit dem Finger auf die entsprechende Stelle im Plan.
„Und was ist, wenn gerade auf der Toilette einer sitzt, auf der ich appariere?“ Er sah sie fra-gend an. Sisilia musste lachen „Dann wird es verdammt peinlich“, sagte sie.
In dem Moment wurde die Tür geöffnet und zwei junge kichernde Damen betraten die Toilet-te. Eine ging in die Kabine nebenan, während die andere am Waschbecken hantierte.
Sisilia hielt ihren Finger an ihre Lippen. Sie hörten wie die Frau nach kurzer Zeit die Kabine wieder verließ und die beiden dann miteinander zu flüstern begannen. Nach kurzer Zeit fing eine von ihnen an laut zu reden.
„Was ist das nur für eine komische Stellung? Aber lasst euch von uns nicht stören, ihr beiden“ kicherte sie und dann hörten sie, wie die beiden lachend die Toilette verließen.
Sisilia wusste, dass die beiden wohl unter den Türen durchgesehen und ihre und Severus Füße gesehen hatten.
„Soviel zum Thema unbemerkt bleiben“, sagte Severus zerknirscht.
„Ach, das sind nur harmlose Muggel. Trotzdem würde ich vorschlagen, dass wir jetzt von hier verschwinden“, sagte Sisilia und Severus nickte.
Es dauerte keine Sekunde und sie waren aus London verschwunden.

Severus Befürchtungen hatten sich nicht bewahrheitet, er apparierte ungesehen und alleine auf dem Herrenklo, während Sisilia es vorgezogen hatte, die Damentoilette zu nehmen. Draußen vor den Toiletten trafen sie sich dann.
„So, und was hast du dir nun ausgedacht?“, wollte er wissen und seine Lippen kräuselten sich erneut.
„Jetzt setzen wir uns in einen Flieger und ab geht’s nach Stuttgart.“, sagte sie und wollte schon losmarschieren, als Severus sie mit entsetztem Blick aufhielt.
„Flieger? Du meinst diese großen Flugmaschinen, welche die Muggel erfunden haben?“, frag-te er laut und eine junge Mutter, die in ihrer Nähe stand und ein kleines Kind auf dem Arm trug, drehte sich überrascht zu den beiden um und betrachtete Severus skeptisch.
„Pst, nicht so laut“, ermahnte sie ihn und zog ihn ein Stück weiter weg.
„Du hast doch nicht etwa Angst?“, fragte sie ihn überrascht.
„Ich? Angst? Wie kommst du darauf? Ich traue nur diesen Muggelerfindungen nicht, das ist alles“, beteuerte er ihr.
„Du weißt doch, dass man von Frankreich nach Deutschland nur mit Genehmigung ap-parieren darf seit Ende des Zweiten Weltkrieges. Und wir dürfen auf keinen Fall auffallen. Mit dem Flugzeug sind wir in gut 2 Stunden dort, mit allem drum und dran. Dann haben wir noch genug Zeit, uns eine Bleibe für die Nacht zu suchen“, erklärte sie ihm.
„Aber gerade mit diesen...?“
„Sag mal, hast du in Muggelkunde nie aufgepasst? Fliegen ist und bleibt immer noch das si-cherste Verkehrsmittel, das es gibt, auch bei den Muggel“, sagte sie überrascht, doch Severus sah sie nun an, als hätte sie behauptet, seine Lieblingsfarbe sei weiß.
„Muggelkunde? Das wäre das letzte Fach gewesen, dass ich gewählt hätte“, antwortete er ihr entrüstet.
„Oh, hab ich vergessen. Na ja, dann wird es wohl noch ganz lustig werden die nächsten Ta-ge“, gluckste Sisilia.
„Was soll das schon wieder heißen?“, funkelte er sie böse an und begann wieder, seinen Pull-over in die Länge zu ziehen.
„Es war nur ein Scherz. Nun komm schon, die Maschine startet in einer halben Stunde“, er-klärte sie und sah auf die Uhr.
Severus folgte Sisilia, die schnurstracks zu einem Abfertigungsschalter marschierte. Ihm war sichtlich unwohl, doch Sisilia ignorierte das einfach. Sie holte die schon reservierten Tickets ab (hatte sie in der Zeit telefonisch reserviert, als Severus sich im Grimmauld Platz um-gezogen hatte) und machte sich dann direkt auf den Weg zum Einchecken.
Als sie die Passkontrolle erreicht hatten, fragte sie ein Beamter nach ihren Papieren.
„Bonjour. Passport, sil vous plait?“, sagte er. Severus sah Sisilia erschrocken an, doch die winkte beruhigend ab und griff in die Tasche ihrer Jeansjacke. Sie holte zwei Ausweise her-vor und legte sie dem Mann, der sie eingehend ansah, auf den Tisch.
„Tres bien. Bon Voyage, Madame et Monsieur Dorel“, wünschte er ihnen.
„Merci, au revoir“, antwortete Sisilia, nahm die Pässe und steckte sie wieder in die Tasche zurück.
Sie gingen an ihm vorbei, und als sie außer Hörweite des Zollbeamten waren, trat Severus neben Sisilia.
„Woher hast du die Muggelausweise, und warum Dorel?“, fragte er erstaunt.
„Also, meinen Ausweis hab ich noch von früher und ich dachte, ich zaubere dir einen auf den Namen Dorel, dann kann ich meinen so lassen, wie er ist und außerdem erkennt uns keiner unter dem Namen. Ist doch sicherer, als würden wir unter dem Namen Snape reisen, oder?“, fragte Sisilia.
„Ich muss zugeben, du hast Recht, du denkst auch an alles. Jetzt kann ich verstehen, warum Albus gleich bereit war, dich gehen zu lassen. Ich glaube, wir andern wären ganz schön auf-geschmissen, zumindest, wenn wir unauffällig bleiben müssten“, gab er zu.
„Schön, dass du das einsiehst“, sagte Sisilia und blieb stehen.
„Es ist auch sehr interessant, mal diese Seite von dir kennen zu lernen“, erklärte er und nahm sie spontan in die Arme. „Ich muss zugeben, ich finde diese Seite auch sehr reizvoll“, säuselte er und gab ihr einen Kuss.
Dann plötzlich hörten sie aus den Lautsprechern eine Stimme.
„Mr und Mrs Dorel, bitte kommen sie zum Abfertigungsschalter E 14. Mr und Mrs Dorel bitte.“
„Verflucht, wir sollten nicht trödeln, sie warten schon auf uns“, sagte Sisilia.
„Das zum zweiten Mal, zum Thema unauffällig. Nur gut, dass du die Idee mit dem falschen Namen hattest“, sagte er und ging mit raschem Schritt neben Sisilia her zum Abfertigungs-schalter.

Als sie das Flugzeug betreten hatten, geleitete sie eine freundliche Stewardess zu ihren Plät-zen. Sie hatten die Plätze 17 B und C. Sisilia setzte sich als erstes und Severus nahm den Sitz am Gang. Nervös blickte er sich um, er betrachtete sehr skeptisch die vielen neuen und un-gewohnten Dinge.
„Und du bist sicher, dass dieses Ding hier fliegen kann?“, fragte er sie und begann an den Knöpfen über ihm herumzuspielen.
„Oh, das solltest du besser lassen, wenn du da draufdrückst, kommt gleich die Stewardess wieder, oder hat sie dir so gut gefallen?“, ärgerte sie ihm. Er nahm schnell die Finger wieder herunter und sah sich aber dennoch misstrauisch um.
„Ich hab dir doch gesagt, Fliegen ist immer noch...“
„...das sicherste Verkehrmittel. Ja, hab schon verstanden“, sagte er, doch Sisilia bemerkte sei-ne Nervosität. Sie versuchte, ihn etwas abzulenken und begann, ihm den Sicherheitsgurt zu erklären.
„Wozu denn so ein Ding, wenn es so sicher sein soll, mit diesem Flugdings hier?“, fragte er als er den Gurt einschnappen ließ.
Doch bevor Sisilia antworten konnte, begann der Kapitän des Flugzeugs mit seiner Be-grüßungsansprache, zuerst auf Französisch und dann auf Deutsch. Severus verstand beide Male so gut wie kein Wort und ließ es sich dann von Sisilia übersetzen.
Es dauerte auch nicht mehr lange und die Maschine rollte zur Startbahn. Als der Pilot dann startete, ergriff Severus unwillkürlich Sisilias Hand, doch sie sagte nichts zu ihm. Nach eini-ger Zeit merkte sie, wie er sich er sich immer mehr entspannte und sie hatte bald sogar das Gefühl, es würde ihm gefallen, denn er versuchte immer wieder, durch das kleine, runde Fenster nach draußen zu sehen. Sisilia beobachtete ihn dabei. Er kam ihr vor wie ein kleiner, aufgeregter Junge. Als er sich wieder mal über sie beugte, um aus dem Fenster zu sehen, fuhr sie ihm mit ihrer Hand durch seine Haare und er wendete überrascht seinen Kopf zu ihr.
„Hab ich dir eigentlich heute schon gesagt, dass ich dich liebe?“, sagte sie dann zu ihm und sah ihm tief in die Augen. Er antwortete nicht, sondern sah sie einen Moment lang an und gab ihr dann einen kurzen Kuss.

Der Flug verlief ansonsten sehr ruhig und nach gut einer Stunde hatten sie den Flughafen in Stuttgart erreicht und gleich ausgecheckt.
Am Ende des Flughafengebäudes fanden sie eine Autovermietung, bei der sie sich einen Wa-gen mieteten.
Als sie dann auf dem Parkplatz vor dem Fahrzeug, einem dunkelgrauen Golf, standen, sah Severus sie fragend an.
„Eigentlich erstaunlich, was die Muggel sich inzwischen für Hilfsmittel ausgedacht haben. Diese Autos hier haben gegenüber Besen den Vorteil, dass man nicht nass wird, wenn es reg-net“, erklärte er zu Sisilias Erstaunen, die mit der Fernbedienung die Zentralverriegelung öff-nete. Severus sah und hörte, wie sich ein Knopf in der Tür nach oben schob.
„Die Muggel haben eine Menge Dinge erfunden, die ihnen das Leben gewaltig vereinfachen, auch z.B. eine Fernbedienung.“ Und sie hob diese kurz in die Luft.
„Siehst du, wenn ich darauf drücke, öffnet und schließt sie die Türen des Autos, ganz ohne Zauber“, sie demonstrierte es zwei, drei Mal.
„Ich glaube langsam, dass wir die Muggel unterschätzt haben“, erklärte er, doch Sisilia er-kannte, dass es ihm schwer fiel, dies zuzugeben.
„Wie auch immer, ich denke, wir sollten los, vielleicht schaffen wir es noch vor dem Regen“, sagte er und deutete in den Himmel hinauf, wo sich dunkle Wolken über ihnen zusammen-zogen. Sie stiegen beide ins Auto. Sisilia schnallte sich automatisch an.
„Muss man sich hier etwa auch an das Fahrzug binden?“, fragte er, als er Sisilia dabei be-obachtete. Diese musste lachen und hob bedauernd ihre Hände.
„Es ist Muggelgesetz, jeder muss sich anschnallen, auch du. Wir wollen doch nicht auffallen“, sagte sie und sah einen brummenden Severus ins Gesicht.
„Ich nehme das mit dem Unterschätzen wieder zurück“, erklärte er dann und begann an dem Gurt zu ziehen, der sich plötzlich nicht mehr weiter herausziehen ließ, da er zu kräftig daran gerissen hatte und er eingerastet war. Sisilia musste ihm erst erklären, dass er ihn langsam herausziehen musste, als sie dann schließlich und endlich einen genervten Mann neben sich sitzen hatte.
„Was für ein Tag.“, stöhnte er.
„Jetzt kannst du dich ja entspannen, das weitere übernehme ich“, sagte Sisilia und startete den Motor. Severus beobachtete jeden Handgriff, bzw. jede Bewegung mit dem Fuß, die Sisilia machte, als sie aus dem Parkhaus des Flughafens herausfuhr.
„Das sieht gar nicht mal so schwer aus. Könntest du mir die einzelnen Funktionen nicht er-klären?“, fragte er neugierig.
„Kann ich machen, aber ein Auto bedienen zu können, heißt nicht gleich, dass man damit fahren kann, na ja, zumindest nicht auf öffentlichen Straßen, das ist nämlich nicht so einfach, mit den vielen Schildern und Vorschriften und so. Das muss man richtig lernen in einer Schu-le, verstehst du?“, antwortete sie ihm und zeigte ihm ein paar der Verkehrsschilder, die ihnen gerade so begegneten.
„Du meinst, diese bunten Bilder haben alle Bedeutungen und sagen dir, was du tun darfst oder nicht?“
„Das hast du vollkommen richtig erkannt. Von diesen Bildchen, nun ja, sie werden Schilder genannt, gibt es eine Unmenge und die muss man alle kennen, bevor man auf die Straße darf.“
„Kommt mir vor wie ‚Alte Runen’, nur dass diese hier bunter sind“, sagte er amüsiert.
Sisilia erklärte ihm, als sie ein Stück über die Autobahn mussten, noch ein wenig, wie das Auto funktionierte und sah belustigt in das Gesicht von Severus, der versuchte, sich alles zu merken, was sie ihm zeigte.
Sie fuhren parallel am Aufstieg der Schwäbischen Alb entlang. Es war hier alles wunderschön üppig grün. Kurz bevor sie die Autobahn verlassen mussten, konnten sie in einer der Berg-gruppen eine kleine Burg erkennen, die stolz und strahlend auf dem Berg stand. Severus deu-tete auf sie.
„Ist es das, wo wir hin müssen?“, wollte er wissen.
„Nein, das ist die Burg Teck. Du musst wissen, es gibt hier am Albaufstieg sehr viele Burgen und Burgruinen und die Teck ist eine, die noch recht gut erhalten und auch bewirtschaftet ist, so wie ich weiß. Aber Reußenstein ist nicht sehr weit weg, man könnte gut von einer zur an-deren Burg wandern“, erklärte sie und verließ dann die Autobahn. Sie fuhren anschließend durch einige kleine idyllische Dörfer, in denen nicht viel los war. Auf den Feldern stand das Korn und der Mais, der hier gepflanzt worden war und auf grünen Wiesen weideten Kühe. Dann begann sie, Ausschau nach einem Gasthof oder einer Pension zu halten, in der sich ü-bernachten konnten.
Inzwischen hatte es angefangen, ziemlich stark zu regnen und sie musste sich schon sehr kon-zentrieren, um die Schilder noch alle lesen zu können.

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BeitragThema: Re: Sisilias Geheimnis Teil 3   Mi Apr 02, 2008 5:23 pm

Doch sie hatten tatsächlich Glück, in dem kleinen Ort Neidlingen verriet ihnen ein Schild an der Straße, dass gleich nach der nächsten Kreuzung eine kleine Pension mit einem Gasthof kam.
Sisilia stellte den Wagen direkt vor dem Gasthof ab. Es war ein typisch deutsches Restaurant. Oben über der Tür war ein Schild angebracht, da stand „Lamm“ darauf. Sisilia wusste, hier in der Gegend gab es kaum einen Ort, der nicht eine Gaststätte hatte, die Lamm hieß.
Sie liefen schnell durch den Regen, der inzwischen in Bindfäden herunterprasselte und be-traten das Gebäude. Nachdem sie keinen Hinweis fanden, wohin man sich wenden musste, wenn man ein Zimmer mieten wollte, betraten sie kurzerhand den Schankraum.
Sisilia ging direkt zur Theke, hinter der eine rundliche, schon ältere, aber sehr freundlich wir-kende Frau stand. Sie hatte ihre grauen Haare zu einem Knoten zusammengebunden und sah sie mit glitzernden grauen Augen an.
„Grüß Gott“, sagte diese zu ihnen, als sie die beiden bemerkte. „Kann ich was für sie tun?“
„Guten Tag. Sie vermieten doch Zimmer?“, fragte Sisilia die Frau nun freundlich.
„Ja, sicher“, antwortete diese und setzte ein Lächeln auf.
„Wie lange wollen sie denn bleiben?“, fragte sie, stellte das Glas, welches sie gerade ab-getrocknet hatte, ab und kam hinter ihrer Theke hervor. Sie wischte sich die Hände an ihrer Schürze ab und reichte zuerst Sisilia und dann Severus, den sie einige Sekunden lang muster-te, ihre Hand.
„Drei oder vier Tage, denke ich mal. Ich möchte meinem Mann die Gegend zeigen, in der ich aufgewachsen bin“, erklärte Sisilia nun der netten Wirtin.
„Ach, Sie kommen von hier?“, fragte diese nun neugierig.
„Nicht direkt, aber meine Familie hat mit mir immer viele Ausflüge gemacht und hier hat es mir immer besonders gut gefallen“, erklärte Sisilia.
„Ja, hier ist es schon wunderschön und es gibt viele interessante Dinge hier zu sehen“, sagte diese nun an Severus gewandt. Doch der verstand natürlich kein Wort. Sisilia übersetzte es ihm kurz und erklärte dann der Wirtin, dass er leider kein Wort Deutsch konnte, woraufhin die Wirtin nur kurz nickte und sich dann ausschließlich mit Sisilia unterhielt.

Nachdem sie die Anmeldung ausgefüllt hatten und die Wirtin ihnen ein Zimmer zugewiesen hatte, ließ Sisilia sich müde auf das Bett fallen. Draußen tobte inzwischen ein kräftiges Ge-witter und es regnete sintflutartig. Severus hatte die Lederjacke über einen Stuhl geworfen und stand nun am Fenster und sah hinaus.
„Ich denke, heute werden wir wohl nichts mehr unternehmen können. Bei dem Wetter jagt man doch keinen Hund vor die Tür“, sagte Sisilia und streckte ihre Hand aus, als Severus sich zu ihr umdrehte. Er ging zu ihr, ergriff ihre Hand und ließ sich neben sie auf das Bett ziehen.
„Du scheinst dich nicht sonderlich wohl zu fühlen?“, fragte sie ihn besorgt.
„So extrem würde ich es nicht ausdrücken, es ist einfach alles so fremd hier. Unter Muggeln, anderes Land, andere Sprache und andere Gepflogenheiten. Und dann dieser schreckliche Pullover“, schimpfte er und begann wieder, daran herumzuziehen.
Sisilia musste lachen, als sie das sah.
„Dann gibt es wohl nur eines, was du machen kannst“, lachte sie, „Du musst ihn ausziehen!“
Sie ergriff den Pullover am Saum und zog ihm ihn über den Kopf, wobei er bereitwillig mit-half. Dann warf sie ihn einfach achtlos in eine Ecke und grinste Severus an.

„Weg mit dem schrecklichen Ding“, sagte sie, grinste Severus an und ließ ihre Finger über seine Brust wandern. Severus sah sie überrascht an, doch dann streckte er seine Hand aus und fuhr mit seinen Fingern über ihre Gesicht.
„Dann sollten wir uns was überlegen, wie wir die Zeit anders nutzen können“, flüsterte er, schob seine Hand in ihren Nacken und zog sie zu sich heran, um sie zu küssen. Bereitwillig ließ sie sich gegen ihn fallen und erwiderte seinen Kuss, dabei schlang sie ihre Arme um sei-nen Nackten Oberkörper und fuhr zart abwechselnd mit ihren Fingern, dann wieder mit ihren Nägeln über seinen Rücken. Severus stöhnte leise auf, hob seinen Kopf und drückte sein Kreuz durch, als er ihre Nägel spürte, dann senkte er seinen Kopf wieder und begann ihre Halsbeuge zu küssen. Sisilia legte den Kopf etwas zur Seite, so dass er besser an ihren Hals kam und wiederholte das Spiel ihrer Finger auf seinem Rücken.
Severus Hände wanderten unter ihr T-Shirt und streiften es ihr dann vom Körper, sie half ihm dabei und hob ihre Hände hoch. Dann ließ er das Shirt einfach achtlos neben dem Bett zu Bo-den fallen. Severus betrachtete sie und seine Finger strichen dann zart über ihr Schlüsselbein hinunter bis zu ihrem Bauch.
„Du bist wunderschön“, sagte er zu ihr und seine Hände wanderten wieder über ihren Körper und verweilten dann einige Sekunden auf ihren Brüsten. Seine Blicke sprachen Bände, als er sie über ihren Körper streifen ließ. Sisilia genoss es wie er sie ansah, es verursachte ein an-genehmes Kribbeln in ihr.
Dann legte sie ihren Kopf in den Nacken, schüttelte ihr langes Haar, währen sie die Be-rührungen seiner Hände auf ihrer Haut genoss.
Sisilia hob ihren Kopf wieder an und sah Severus in die Augen, als er ebenfalls seinen Kopf hob und ihren Blick mit blitzenden Augen erwiderte. Plötzlich warf Sisilia sich nach vorn, schlang ihre Arme um seinen Nacken und presste sich eng an ihn, während sie anfing ihn wild zu küssen. Sie drückte ihn nach hinten aufs Bett und legte sich auf ihn, so dass sie seine war-me Haut spüren konnte. Er schlang ebenfalls seine Arme um sie und seine Hände strichen nun fordernd über ihren Rücken bis hinunter zu ihren Hüften, dann schwang er sich mit ihr herum, kam nun auf ihr zu liegen, hörte aber nicht auf, sie dabei immer wieder leidenschaftlich küs-sen.
Sisilia schob nun eine Hand zwischen sich und ihn und ließ diese immer weiter nach unten wandern bis zu seinem Hosenbund. Fordernd öffnete sie seine Hose und ihre Finger glitten unter seinen Hosenbund, wo sie sanft über seine Erregung strichen. Er stöhnte leicht auf, als sie ihn dort berührte und hob etwas seinen Kopf. Sie konnte seinen warmen Atem in ihrem Gesicht fühlen, das leichte Erzittern seines Körpers spüren. Sie merkte, wie er sich sanft ihren Fingern entgegenpresste. Sie massierte noch kurz weiter, doch dann begann Sisilia, ihm die Hose auszuziehen, wobei er ihr half. Als er das Kleidungsstück endlich los hatte, kümmerte er sich um Sisilias Hose, er öffnete sie und gab er ihr dann unvermittelt einen Kuss auf ihren Bauch, denn sie dann in dem Moment anspannte.
Sie hob ihren Unterkörper etwas an, dass er ihr die Hose leichter ausziehen konnte und sah ihm dabei zu. Er warf ihr dabei immer wieder diese Blicke zu, die sie so verrückt machten und die sie immer wieder zum Dahinschmelzen brachten. Dann strich er ihr mit seinen Hän-den über ihre Schenkel und seine Finger glitten sanft bis zu ihrem Schoß.
Sisilia schloss die Augen, als er sie dort berührte und stöhnte leise auf, sie öffnete leicht die Beine und hob das Becken etwas an, als seine Finger sie dort berührten und sanft zu streicheln begannen. Er beobachtete sie, senkte dann seinen Kopf und begann sie zwischen ihren Beinen zu küssen, er drückte ihre Schenkel noch etwas mehr auseinander und bezog dann seine Zun-ge in das Spiel mit ein. Seine Hände umklammerten ihre Hüften und Sisilia wand sich leicht unter Stöhnen unter ihm.
„Severus bitte................ ich will dich in mir spüren“, stöhnte sie nun heftig atmend und ihre Hände strichen durch seine Haare. Er hob seinen Kopf und sah sie an.
„Das möchtest du also? Ich glaube, das musst du dir erst noch verdienen“, sagte er dann mit einem fiesen Grinsen in seinem Gesicht. Sisilia wusste was er wollte, doch sie wusste auch, dass es ihn noch mehr reizte, wenn sie sich etwas zierte.
„Du bist gemein, erst machst du mich heiß, dass ich es kaum noch aushalte und dann...“, sagte sie und zog eine Schnute.
„Du willst nicht? Gut dann eben nicht“, antwortete er und stand von Bett auf und ging in Richtung Bad. Sisilia sprang ebenfalls aus dem Bett, rannte ihm hinterher und stellte sich ihm in den Weg.
„Nein geh nicht, so gemein kannst du doch nicht sein“, sagte sie nun zu ihm und versuchte ein
trauriges enttäuschtes Gesicht zu machen.
„Wenn du es dir nicht verdienen willst.......“, er sah sie abwartend an, hob eine Augenbraue und als sie nicht gleich antwortete, wollte er um sie herum zum Bad gehen. Sisilia hielt ihn am Arm fest, sah ihm nun in die Augen und nickte ihm zu. Er sah zurück und senkte etwas den Kopf. Sisilia hatte verstanden und lies sich nun langsam auf die Knie vor ihm, sie musst sehr kämpfen, um sich das Grinsen zu verkneifen. Sie wusste, dass er solche Spiele liebte, genauso, wie sie selbst. Sie nahm nun seinen Schaft in ihre Hand und begann ihn zu massie-ren. Dann stülpte sie zart ihre Lippen über die Spitze und leckte mit der Zungenspitze dar-über. Severus stöhnte erneut auf und Sisilia wiederholte ihre Aktion. Dann beginnt sie, sanft an seiner Erregung zu saugen und sie mit der Zunge zu reizen. Severus wich unwillkürlich einen Schritt zurück, bis er zu dem Spiegeltischchen hinter sich kam, an dem er sich dann abstützte. Sisilia musste etwas hinterher rutschen, dabei ergriff sie seine Hüften und hielt ihn fest. Sie warf einen kurzen Blick nach oben und sah, dass er die Augen geschlossen und sei-nen Kopf leicht in den Nacken gelegt hatte, doch er spürte wohl ihren Blick und sah dann zu ihr herunter. Sisilia nahm seinen Schaft demonstrativ tief in den Mund und begann, kräftig daran zu saugen, während ihre Hände über seine Hüften streichen. Severus stöhnte erneut auf und sie fühlte wie seine Lenden leicht erzitterten. Sie wiederholte diese Spielchen ein paar Mal, als er plötzlich mit seinen Händen in ihre Haare packte und ihre Bewegungen stoppte. Sie sah zu ihm auf und er deutete ihr an aufzustehen. Sie erhob sich, wendete aber ihre Augen nicht von seinen ab, die inzwischen tiefschwarz leuchten. Er schob sie zu dem Spiegeltisch-chen und hob sie darauf, dann schob er sich zwischen ihre Schenkel, die sie nur zu bereit-willig öffnete. Sie sahen sich beide tief in die Augen, während er mit einem Ruck tief in sie eindrang. Sisilia schlang ihr Arme um seinen Nacken und presste sich ihm entgegen, während er ihre Hüften packte und sie festhielt.
„Habe ich es mir jetzt verdient?“ feigste sie leicht stöhnend, als sich ihre Gesichter nur noch wenige Zentimeter voneinander entfernt befanden.
„In der Tat, mein kleiner Wilder Teufel, das hast du“, hauchte er und begann nun, sie mit kräftigen Stößen zu verwöhnen. Sisilia stöhnte auf, als sie seine harten Stöße spürte und schlang nun ihr Beine um seine Hüften, um ihn ganz tief in sich zu spüren. Severus presste seinen Lippen auf die ihren, während Sisilia ihre Nägel über seine Haut auf dem Rücken zog. Er stöhnte auf und sein Atem ging heftig an ihr Ohr. Sie hauchte immer wieder seinen Namen und presst sich ihm entgegen. Seine Bewegungen wurden immer heftiger und sie spürte sei-nen heißen Atem in ihrem Gesicht. Sisilia fühlte wie ihr Körper leicht zu zittern begann, doch sie wusste nicht, war es vor Erregung oder vor Anstrengung, wegen der ungewöhnlichen La-ge. Sie spürte den heißen schwitzigen Körper von Severus und fühlte, wie seine Haut schweißnass unter ihren Fingern wurde. Sie krallte sich an seinen Schultern fest, als er aber-mals sein Tempo verstärkte und spürte, wie es in ihrem Becken zu pochen begann, sie fühlte den langsam herannahenden Höhepunkt auf sich zukommen. Sie stöhnte wieder auf und Se-verus presste seinen Lippen auf die ihren, um ihr lautes Stöhnen zu stoppen, so stöhnte sie in seinen Mund, als der Höhepunkt sie durchschüttelte. Ihren Körper presste sie gegen ihn und ihre Nägel drückte sie unbewusst hart in seine Schultern. Er bäumte sich ebenfalls auf und presste sich ihr entgegen. Sie schlang erneut fest ihre Beine um seine Hüften und drückte ihn so eng gegen sich. Leicht bebend ließ er sich gegen sie sinken und begann, sie erneut lange und sehr gefühlvoll zu küssen. Als er seine Lippen von den ihren löste, lehnte sich Sisilia ge-gen seine Brust und ihre Beine sanken nach unten. Severus schlang erneut seine Arme um sie und drückte sich fest an sie.
Nach einer Minute hob Sisilia ihren Kopf und sah ihn an.
„Jetzt haben wir hier so ein schönes Bett und sind doch tatsächlich auf diesem Tischchen ge-landet“, sagte sie und grinste ihn an.
„Ach, das läuft uns schon nicht weg“, antwortete er, seine Lippen kräuselten sich und seine Augen funkelten sie spitzbübisch an. Sisilia boxte ihm leicht gegen den Arm.
„Hey, wir haben doch gerade eben erst..., du bist unmöglich, weißt du das?“ sagte sie und musste dann doch lachen, als sie in sein Gesicht sah.
Er hauchte ihr erneut einen Kuss auf die Lippen, nahm sie hoch und trug sie hinüber zum Bett, wo er sie sanft ablegte.
„So Madam, hier haben Sie ihr Bett“, sagte er grinsend und legte sich zu ihr.
„Vielen Dank der Herr“, antwortete sie ihm und kuschelte sich eng an ihn.

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BeitragThema: Re: Sisilias Geheimnis Teil 3   Mi Apr 02, 2008 5:32 pm

Das Geheimnis der Burg Reußenstein




Am nächsten Morgen erwachten beide mit einem großen Hunger. Als Severus im Bad ver-schwunden war, kam er nach kurzer Zeit wieder heraus.
„Ich hab da ein kleines Problem“, sagte er. „Ich bin es gewohnt, mich mit Hilfe von Zauber zu rasieren, aber wenn wir nicht zaubern sollen... Und ich habe eigentlich keine Lust, mich mit diesen scharfen Klingen zu verstümmeln“, fügte er nun hinzu.
„Warum lässt du dir nicht mal einen Bart stehen?“, schlug Sisilia ihm vor.
„Ach, du meinst wie der... na, der Schauspieler da, auf dem Foto? Meinst du, mir würde so etwas stehen?“, fragte er und sah in den Spiegel.
„Warum nicht, probier es doch einfach mal aus, und wenn es dir nicht gefällt, dann kauf ich dir eben einen Rasierapparat“, sagte sie und grinste ihn an.
Nach dem Frühstück in der Gaststätte machten sie sich auf, sie wollten sich, als ganz normale Touristen getarnt, einen ersten Eindruck von der Ruine verschaffen. Da heute ein wunder-schöner sonniger Tag war, würden bestimmt einige Leute dort sein, um die verfallene Burg zu besichtigen.
Sie mussten nicht weit fahren, bis sie zu einem Parkplatz kamen, an dem sie das Auto ab-stellten und sich zu Fuß auf dem Weg zur Ruine machen konnten. Es war von der Straße aus nicht sehr weit dorthin, nur etwa zehn bis fünfzehn Minuten gemütlicher Fußweg, den sie zu gehen hatten.
Sie gingen an einem Waldstück entlang, bis sie eine Wiese erreichten. Rechts von ihnen ging es dann über einen Felshang über 200 Meter senkrecht in die Tiefe. Als sie näher kamen, konnten sie sehen, wie einige Kletterer damit beschäftigt waren, diese Felswand an Seilen gesichert hinaufzuklettern. Sie sahen ihnen einige Minuten zu, bevor sie weitergingen. Sie mussten weiter durch ein Waldstück gehen. Der Weg hier war sehr uneben und mit Wurzeln und Felsen übersät. Ganz plötzlich dann tauchte die Burgruine vor ihnen auf. Ein großer qua-dratischer Turm ragte vor ihnen in den Himmel. Die restlichen Mauern waren teilweise in die Felsen hineingeschlagen, beziehungsweise darauf errichtet worden.
Der Eingang hinauf zur Burg war ein in den Fels gehauener Durchgang, durch den die beiden jetzt schritten. Sie mussten sich ziemlich bücken, da dieser nicht sehr hoch war.
„Ich hab vorhin auf dem Schild gelesen, dass diese Burg irgendwann im 13. Jahrhundert er-baut worden ist, von einem Heinrich von Stein, und dieser hat sie dann an seinen Vetter, ei-nem Cunradus Dictus von Reuß, weiter verkauft, deshalb der Name. Der Rest war relativ un-interessant. Jedenfalls nichts, was für uns von Bedeutung wäre“, erklärte sie ihm.
„Das Ding ist doch schon so alt?“, fragte er überrascht. „Dann es uns mal genauer unter-suchen.“
Sie gingen an der über einen halben Meter dicken Burgmauer entlang in die Burg hinein. Die-se bestand aber nur noch aus den Mauern rundherum, das Dach fehlte komplett. Auch die einzelnen Stockwerke, es waren wohl drei Stück gewesen, gab es nicht mehr. Nur noch einen Aufgang in Richtung des Turms gab es, und dort stiegen sie die glatten und auch rutschigen Stufen hinauf. Doch auch hier gab es nichts Besonderes zu sehen.
Inzwischen waren einige weitere Besucher angekommen, welche die Burg inspizierten, und es wurde langsam voller hier.
„Du meinst wirklich, dass es die richtige Burg ist? Es sind sehr viel Menschen hier, ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass ‚er’ gerade hierher kommen will“, sagte er und sprach den letzten Satz leise aus, da ein älteres Ehepaar gerade an ihnen vorbeigegangen war.
„Ich denke schon. Wenn du den Namen richtig verstanden hast, muss es die richtige sein, da es keine gibt, die gleich oder ähnlich heißt“, antwortete sie ihn, während sie sich mit den El-lenbogen gegen die Burgmauer lehnte und so tat, als ob sie die Aussicht genoss. Severus trat, als eine Gruppe von Jungendlichen die Stufen hoch stürmte, auch zu Sisilia und blickte nun ebenfalls hinunter in die Tiefebene.
Dann fiel sein Blick senkrecht nach unten, wo sie eine Art Burghof mit einem Brunnen ent-deckten.
„Lass uns doch mal da hinuntergehen“, sagte er und deutete auf den kleinen Platz.
Sisilia nickte, und sie machten sich auf den Weg. Um dorthin zu gelangen, mussten sie die eigentliche Burg wieder verlassen und halb um sie herumgehen. Doch dann, als sie an einer Art Wehrturm vorbei gegangen waren, hatten sie den Brunnen gefunden. Er war von den Muggeln mit Gittern gesichert worden, doch konnten sie, wenn sie hineinsahen, erkennen, dass dieser sehr tief war.
Direkt neben diesem Brunnen befand sich ein Eingang zu einer Art Verließ, doch zum einen war der Eingang mit einer Gittertür versperrt, und zum anderen sah es so aus, als wäre der Durchgang hinten eingestürzt.
Sisilia trat direkt an die Gittertür heran. Irgendetwas schien sie anzuziehen, sie wusste nur nicht, was es war.
„Das alles hier ist nicht...“, begann Severus.
„Pst...!“, machte Sisilia nur, und Severus hielt inne. Sie schloss die Augen, ergriff ihr Amulett und konzentrierte sich. Sie fühlte etwas, doch konnte sie nicht genau beschreiben, was es war.
Es schien ihr eine geballte Ansammlung an Emotionen zu sein, die sie hier wahrnahm, aber es war alles sehr schwach und kaum erkennbar. Severus war inzwischen neben sie getreten und beobachtete sie, ohne aber ein Wort zu sagen.
„Ich fühle hier etwas, es sind Schwingungen aus der Vergangenheit, aber sie kommen nicht zu mir durch, irgendetwas scheint sie nicht heraus zu lassen“, sagte sie ohne wirklich nachzu-denken, was sie da eigentlich von sich gab.
„Wie meinst du das?“, fragte er sie, da er nicht verstand, was sie damit sagen wollte, und sie drehte sich zu ihm um.
„Hier unten drunter muss es noch viele Räume geben, in denen schon sehr viel passiert ist. Ich fühle es, hier sind schon viele Menschen gefoltert und getötet worden. Ich spüre viel Leid und Trauer von hier aufsteigen“, sagte sie und hatte immer noch das Amulett in ihrer Hand.
Severus sah sie nachdenklich an, dann ergriff er ihre Hand. Sie erschrak und ließ das Amulett so plötzlich los, als wäre es glühend heiß. Ein stechender Schmerz durchfuhr ihren Kopf und breitete sich auf ihren ganzen Körper aus, doch verebbte er so schnell, wie er gekommen war.
„Severus!“, schrie sie kurz erschrocken auf. Dieser sah sie irritiert an.
„Bitte, tu das nie wieder“, fauchte sie ihn plötzlich an, doch er verstand nicht, warum sie so aggressiv reagierte.
„Was ist denn? Was hab ich denn getan?“, fragte er nun unsicher und sah Sisilia an, welche die Augen geschlossen hatte und tief durchatmete.
„Schon gut, es tut mir leid, du wusstest es ja nicht“, sagte Sisilia zu ihm, die sich wieder ge-fangen hatte. Hinter ihnen kam nun eine ganze Schar Schüler in den Hof gesprungen, die an-fingen, den ganzen Burghof in Beschlag zu nehmen. Sisilia zog Severus vom Eingang des Verlieses fort.
„Komm weg hier, dann erkläre ich es dir“, sagte sie und ging den Weg zurück in Richtung Wald, aus dem sie vorhin gekommen waren.
Als sie sicher war, dass niemand in der Nähe war, blieb sie stehen.
„Mein Amulett ist so etwas wie ein Empfänger und ein Verstärker, verstehst du das?“. begann sie mit ihrer Erklärung und Severus nickte.
„Sobald ich es aktiviere, kann ich, sofern irgendwo in der Nähe vorhanden, Dinge wahr-nehmen, die sonst keiner spüren oder bemerken kann. Meine Wahrnehmung ist auf das Äußerste sensibilisiert. Und in dem Moment, wenn jemand mich, bzw. das Amulett berührt ist es so, als ob jemand ein Radio auf volle Lautstärke aufdreht. Verstehst du, es ist, als ob ein Blitzschlag durch meinen Körper schießt. Ich habe alle Deine Emotionen, Gefühle und Ge-danken auf einmal wahrgenommen“, erklärte sie ihm, und es tat ihr schon wieder leid, dass sie ihn vorhin so angefahren hatte.
„Es tut mir leid, ich habe das nicht gewusst. Du hast mir das über dein Amulett nie erzählt, ich wusste nicht, dass es viel mehr als nur ein Schmuckstück ist“, entschuldigte er sich bei ihr, wollte sie in die Arme nehmen, doch dann zögerte er.
Sisilia fiel dies sofort auf, und anstatt etwas zu sagen, trat sie ihm entgegen und legte ihre Arme um seinen Nacken und gab ihm einen Kuss.
„Ich werde dich das nächste Mal vorwarnen“, sagte sie dann und Severus nickte.
„Und jetzt habe ich eine Idee. Ich möchte mehr über die Geschichte dieser Burg erfahren. Komm lass uns nach Esslingen fahren, die müssten die ganzen Unterlagen besitzen“, sagte Sisilia voller Tatendrang.
„Und du glaubst, die werden dich das einfach alles so lesen lassen?“, wollte er wissen.
„Wir werden uns als Reporter ausgeben, die für eine englische Zeitschrift über deutsche Bur-gen und Schlösser schreiben, das zieht immer. Jede Gemeinde hat gerne Werbung für sich, denn dann kommen auch die Touristen“, erklärte Sisilia ihm.
„Na du musst es ja wissen“, sagte er, da er nicht ganz verstand, was sie damit meinte, doch er hatte es aufgegeben, zu viele Fragen zu stellen, da ihre Antworten nur immer noch mehr Fra-gen hervorriefen.
Sie verbrachten den ganzen restlichen Tag damit, in irgendwelchen alten Dokumenten zu stö-bern und nachzulesen. Das hieß, hauptsächlich Sisilia verbrachte den ganzen Tag damit, da Severus ihr nicht gerade eine große Hilfe war, ohne Deutschkenntnisse.
So stand er fast nur den ganzen Tag herum, beobachtete die Gegend und die Leute. Das ein-zige was er ab und zu tat, war, einige Sachen zu notieren, die Sisilia ihm diktierte.
Am Ende hatten sie so einiges herausgefunden und sich den Rest eben zusammengereimt.
Sie hatten festgestellt, dass König Artus auf einem seiner Kreuzzüge wohl auch einmal hier gewesen sein musste. Und zwar genau in einer der Nächte, als der Ritter Cunradus Dictus von Reuß von einem seiner Feinde angegriffen worden war. Artus hatte ihm damals geholfen, diesen Feind zu schlagen, woraufhin der Ritter ihm ewige Freundschaft schwor und ihm auch im Kampf in dessen Heimat zu Hilfe eilte.
Ebenfalls wurde erzählt, dass die Nachfahren dieses Ritters Raubritter waren, welche die Händler, die auf die Alb oder von der Alb ins Tal hinunterfuhren, überfallen und ausgeraubt hatten. Es kam auch hin und wieder vor, dass sie Geiseln nahmen und für diese Lösegeld er-pressten. Wenn die Angehörigen nicht bezahlen wollten oder konnten, kümmerte sich ein Folterknecht um diese. Die wenigsten überlebten seine Folterattacken.
„Das ganze erklärt mir, was ich am Eingang dieses Verlieses gespürt habe. Es starben sehr viele unschuldige Menschen in diesen Verliesen“, sagte Sisilia zu Severus und klappte das letzte der Bücher zu, welches sie darüber in der Stadtbibliothek gefunden hatte. Dann kam die alte, weißhaarige Bibliothekarin, eine kleine schon gebückt gehende Frau, die sicher schon achtzig Jahre alt war, zu ihnen. Sie war ihnen vorhin auch schon behilflich gewesen, beim Heraussuchen der Bücher.
„Ich hoffe, Sie konnten etwas interessantes finden, was Ihnen weiterhelfen wird bei ihren Re-cherchen, junge Frau“, sagte sie und sah sie beide neugierig an. Ihre kleinen grauen Augen blieben überlegend an Severus Gesicht hängen. Dann beugte sie sich zu Sisilia.
„Ihr Freund hier versteht kein Deutsch?“, fragte sie noch mal, denn Sisilia hatte sie beide als englische Journalisten vorgestellt und ihr erklärt, dass er leider nur Englisch konnte.
Sisilia schüttelte den Kopf.
„Gut. Dann hören Sie mir zu, meine Liebe. Sie gefallen mir, irgendwie mag ich Sie, und das, was ich Ihnen jetzt erzähle, bekommt nicht jeder zu hören. Also passen Sie genau auf“, be-gann sie geheimnisvoll.
„Da Sie aus England stammen, darf ich doch annehmen, dass sie die Geschichte von Artus und Excalibur kennen?“, fragte sie Sisilia nun. Diese zuckte ein klein wenig zusammen. Wie kam diese Frau nur darauf. Was wusste sie? War sie keine gewöhnliche Muggelfrau? Sisilia sah sie neugierig an.
„In Ihrem Gesicht kann ich lesen, dass Sie die Geschichte kennen. Aber ich bin mir sicher, dass Sie etwas nicht wussten. Die Sage erzählt von dem sagenhaften Schwert Excalibur, wel-ches der König aus dem Stein gezogen hat. Doch keiner weiß, woher es kam und wer es wirk-lich geschmiedet hat“, begann sie zu erzählen. Dabei fiel immer wieder ihr Blick auf Severus und als sie feststellte, dass er wirklich nichts zu verstehen schien, fuhr sie fort.
„Ich weiß, wer es geschmiedet hat“, sagte sie trotzdem flüsternd und sah Sisilia erwartungs-voll mit ihren kleinen, wachen Augen an.
„Sie wissen, wer dieses sagenumwogene Schwert geschmiedet hat?“, fragte Sisilia die alte Dame nun, da sie den Eindruck hatte, dass diese darauf wartete.
„Ja mein Kind, ich weiß es“, erklärte sie und strahlte sie an, dann zeigte sie mit dem Zeige-finger auf sich und erzählte stolz weiter.
„Einer meiner Vorfahren hat dieses Schwert geschmiedet unter der Anleitung eines mächtigen und weisen Mannes, dessen Name keiner mehr kennt. Es wurde nur immer behauptet er sei ein Magier, ein Hexenmeister gewesen, wenn Sie verstehen was ich meine.“, Sisilia nickte unwillkürlich, und die Frau sah sie einen Moment lang an, als ob sie prüfen wollte, ob Sisilia nur aus Höflichkeit nickte oder ob sie wirklich verstand, was sie ihr sagen wollte.
„Glauben Sie daran, dass es so was wie Magier gibt?“, fragte die alte Frau sie nun und sah wieder zu Severus, der die beiden beobachtete.
„Verraten Sie es bitte niemanden, auch nicht meinem Kollegen, aber ich glaube tatsächlich an die Magie“, erklärte Sisilia und zwinkerte ihr zu.
„Ich glaube Ihnen, mein Kind, ich wusste doch, dass ich Ihnen die Geschichte erzählen kann. Dem da“, und sie deutete auf Severus, „hätte ich sie nicht erzählt, der würde mich bestimmt in die Klapse einweisen lassen“, erklärte sie nun. Severus sah Sisilia fragend an, doch diese schüttelte unmerklich ihren Kopf.
„Wo wurde das Schwert denn nun geschmiedet?“, fragte Sisilia neugierig weiter.
„Mein Ahne war Schmied bei den dem Grafen von Reußenstein, müssen Sie wissen, er war es, der das Schwert herstellte, mit seinen eigenen Händen hatte er es unter mühseliger Arbeit geschlagen. Man sagt, es besitzt große Kräfte. Vor allem dort, wo es erschaffen wurde, hat es besonders große Macht, nur hab ich den Grund vergessen, muss wohl irgendwas mit Magie zu tun haben“, sagte sie und kratzte sich überlegend am Kopf.
„König Artus selber kam sogar einmal vorbei, weil er den Mann sehen wollte, der dieses Schwert erschaffen hatte, welches er so siegreich gegen seine Feinde führte. Doch leider kam er zu spät. Mein Ahn starb eine Woche zuvor, aber mit dem Wissen, dass dieses Schwert schon gewaltige Dinge geleistet hatte, was ihn sehr stolz machte“, berichtete die Dame so stolz, als sie selbst es gewesen, die das Schwert geschmiedet hatte.
„Die Geschichte wurde von Generation zu Generation mündlich weitergegeben. Der Magier hat verboten, dass sie je niedergeschrieben werden sollte“, erklärte sie Sisilia mit einem Seuf-zen.
„Aber warum erzählen Sie dann gerade mir diese Geschichte, ich bin doch Journalistin und da müssten Sie doch am ehesten befürchten, dass ich sie aufschreiben würde“, fragte Sisilia nun doch überrascht.
„Das ist ganz einfach, mein Kind. Ich habe keine Nachkommen und meine Tage sind gezählt. Aber ich spüre, dass dieses Geheimnis bei Ihnen und Ihren Kindern“, sie hob die Hand und hielt sie ein paar Zentimeter über ihren Bauch, „sehr gut aufgehoben sein wird“, endete sie, warf noch einen Blick auf Severus, drehte sich dann um und ging. Doch dann drehte sie sich noch einmal kurz um.

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BeitragThema: Re: Sisilias Geheimnis Teil 3   Mi Apr 02, 2008 5:34 pm

„Ach, hab ich erwähnt, dass der Magier die Tochter meines Urahnen geheiratet hat“, sagte sie noch und verschwand. Sisilia brauchte ein paar Sekunden, um das zu kapieren, doch dann hatte sie verstanden und wollte der Frau hinterherlaufen. Aber als sie um die Ecke bog, war niemand mehr da. Die Frau war verschwunden, so als ob sie disappariert wäre.
Sie ging nachdenklich zu Severus zurück, der sah sie fragend an.
„Wenn mich jetzt nicht alles getäuscht hat, dann war diese Frau eine Hexe, oder sie hatte auf jeden Fall magische Vorfahren, und sie wusste auch, dass ich eine bin.“, erklärte Sisilia ihn immer noch nachdenklich.
„Was auch merkwürdig war, sie wusste, dass ich schwanger bin“, Sisilia war sehr erstaunt.
„Sie hat doch etwas über Excalibur und Artus erzählt?“, fragte Severus sie nun.
„Ja sie hat mir ein Familiengeheimnis anvertraut. Sie meinte, da sie keine Nachkommen hat, würde sie es mir erzählen, denn sie sei sich sicher, dass es bei mir und meinen Kindern gut aufgehoben sei“, antwortete Sisilia ihm unsicher, da sie nicht wusste, ob sie es ihm sagen durfte oder nicht. Doch eigentlich wollte sie es ihm sagen, denn er war ja auch ihre Familie.
„Warum hat sie mich immer so gemustert, hat sie einen Grund genannt?“, wollte er wissen.
Sisilia nickte, doch es fiel ihr schwer, es zu sagen.
„Sie wollte nicht, dass du es erfährst. Vielleicht hat sie dir nicht getraut? Ich weiß es nicht“, sagte Sisilia etwas verwirrt.
„Sil, wenn sie nicht wollte, dass du es mir erzählst, dann ist es in Ordnung, wenn du es für dich behältst, solange du es für notwenig erachtest. Ich bin dir nicht böse, wenn du es nicht sagst. Vielleicht weiß die alte Frau mehr als wir ahnen, und es ist vielleicht besser so“, sagte er und nahm den Zettel mit den Notizen, und sie verließen die Bibliothek.
Bevor sie in den Gasthof zurückfuhren machten sie noch Stopp bei einem Einkaufsmarkt. Sie wollten sich noch Taschenlampen, eine Zange und Schaufeln besorgen, für den Abend. Da sie möglichst ohne Zauberei auskommen sollten, wollten sie es eben auf die herkömmliche Art versuchen.
Nachdem sie in dem Gasthof zu Abend gegessen hatten, machten sie sich auf den Weg. Es war inzwischen schon dunkel geworden, und eine dicke Wolkendecke hing am Himmel, so dass die Dunkelheit sie förmlich einschloss.
Sie hatten den Parkplatz, der inzwischen verlassen dalag, erreicht und sich auf den Weg zur Burg gemacht. Sie versuchten, soweit es ihnen möglich war und sie noch etwas sehen konn-ten, im dunkeln den Weg zu finden, doch als Sisilia das dritte Mal beinahe gestolpert wäre, wurde es ihr zu dumm, und sie schaltete ihre Taschenlampe ein. Sie hoffte, dass das Licht von der Straße aus nicht mehr gesehen werden konnte, da sie schon ein ganzes Stück im Wald drin waren.
Sie hatten die Burg und das verschlossene Verlies bald erreicht und machten sich dran, das Schloss zu öffnen. Mit einiger Mühe schafften sie es, mit Hilfe der Zange, die sie gekauft hat-ten, die Kette mit dem alten Vorhängeschloss zu knacken. Vorsichtig schoben sie die Gitter-tore auf und betraten das niedrige Verlies. An einigen Stellen an der Decke waren Felsen her-untergestürzt, trotzdem schien das ganze einen massiven Eindruck zu machen.
Severus, der nun ebenfalls seine Taschenlampe eingeschaltet hatte, leuchtete die Wände ab.
„Dann werden wir uns wohl mal an die Arbeit machen müssen“, sagte er und deutete auf den Schuttberg in der Ecke, wo er den Zugang zu den Verliesen vermutete.
Sisilia nickte, doch dann blieb sie noch einmal kurz stehen.
„Ich möchte gerne noch mal etwas versuchen“, sagte sie, zog ihr Amulett unter dem T-Shirt hervor und deutete darauf. Severus wusste, was sie damit sagen wollte, und diesmal würde er sich hüten, sie noch einmal zu berühren. Sisilia schloss die Augen und konzentrierte sich.
Irgendetwas schien sie zu leiten. Ein Gefühl schien ihr zu sagen, wohin sie zu gehen hatte. Dann trat sie langsam ein paar Schritte vor, blieb noch einmal stehen, drehte sich um und ging direkt auf die Wand neben dem Steinschutt zu. Doch zu Severus Verwunderung blieb sie nicht davor stehen, sie hatte die Augen geschlossen und musste jedem Moment gegen die Wand prallen, doch sie tat es nicht. Severus Augen weiteten sich, als er sah, dass sie einfach durch die Wand hindurchging. Oder war da gar keine Wand? Severus folgte ihr in einem ge-wissen Abstand.
„Komm mit, ich glaube, ich habe den Durchgang gefunden“, flüsterte sie und wandte sich dann abrupt nach links. Als Severus an der Stelle ankam, wo die Mauer hätte sein müssen bemerkte er, als er die Hand danach ausstreckte, dass hier keine Mauer war, obwohl es so aussah. Er ging einige Schritt nach vorn, weiter mit ausgestreckter Hand, bis er vor sich dann wirklich eine Mauer berührte. Dieser Eingang war so perfekt getarnt worden, dass er dem bloßem Auge nicht auffiel und das Aussehen der Steinwand hinter dem Eingang fügte sich so einmalig in das Gesamtbild, dass man diese Öffnung nicht erkennen konnte, es sah einfach aus wie eine normale einzige Wand.
Er folgte Sisilia nun nach links in einen schmalen Gang hinein. Sie ging komplett im Dunk-len, fand aber den Weg so sicher, als wäre sie hier zu Hause. Sie war schon ein Stück ge-gangen, und er musste sich beeilen, um hinterherzukommen. Severus leuchtete mit seiner Ta-schenlampe in ihre Richtung.
Doch plötzlich sah er ein großes Loch im Boden, welches über den halben Weg reichte, auf das Sisilia zuging. Nur noch ein paar Schritte und sie würde da hineinstürzen. Er machte ei-nen hastigen Schritt nach vorn und streckte seine Hand aus, als ihm einfiel, dass er sie ja nicht berühren sollte. Er wollte gerade etwas sagen, als sie ganz plötzlich stehen blieb und die Hand ausstreckte, und es sah so aus, als würde sie mit der Hand an einer Mauer entlang tasten, die um dieses Loch im Boden gebaut war. So tastete sich zwischen diesem Loch und der tatsäch-lichen Wand hindurch, ohne dort hineinzustürzen. Severus schüttelte verwundert seinen Kopf, und als er das Loch erreicht hatte und hinein sah, stellten sich seine Nackenhaare auf, denn er konnte keinen Boden erkennen. Dieses Loch schien unendlich tief. Es schauderte ihn, und er warf einen kleinen Stein hinein, um festzustellen, wie weit es da hinunterging. Doch er warte-te vergeblich auf einen Wiederhall, den der Stein verursachen würde, wenn er auf dem Boden aufschlug.
Da merkte er, dass Sisilia schon längst weitergegangen war, und er folgte ihr rasch.
Vor ihnen tauchten nun Stufen auf, die in die Tiefe führten. Traumwandlerisch schritt Sisilia diese Stufen hinab, obwohl sie alle von so unterschiedlicher Höhe, waren, dass jeder normale Mensch auch mit offenen Augen Probleme gehabt hätte, sie ohne zu stolpern hinunter zu ge-hen. Severus musste höllisch aufpassen, nicht auf den glatten, unebenen Steinstufen auszu-rutschen. Es ging ein ganzes Stück in die Tiefe, und die Treppe machte auch einmal zwischendrin einen Knick, bis sie endlich unten ankamen.
Hier war es sehr feucht, und es roch furchtbar muffig, wenn man es nicht schon fast als Ge-stank bezeichnen konnte. Die Wände waren an einigen Stellen feucht, wo das Regenwasser durch das Kalkgestein sich seinen Weg gebahnt hatte. Auch merkte man hier nichts mehr von der sommerlichen Wärme, die draußen herrschte. Hier war es fast schon richtig kühl.
Severus leuchtete hinter Sisilia her, die immer noch mit schlafwandlerischer Sicherheit ihren Weg ging. Sie war durch eine weitere Öffnung, die einmal eine Tür gewesen sein musste, gegangen. In diesem Gang befanden sich sehr viele kleine Kammern oder Verliese, es waren 12 Stück. Bei den meisten waren keine Türen mehr vorhanden, so konnten sie in einige der dunklen Löcher hineinsehen, denn mehr als große Löcher waren das nicht. Doch drei von ihnen hatten noch Türen, und sie sahen auch noch voll funktionsfähig aus, so als ob sie repa-riert worden wären. Zwischen dem vorletzten und letzten Verlies befand sich ein weiterer Durchgang.
„Dies hier sind die Verliese, in denen sie die Menschen gefangengehalten haben“, erklärte Sisilia. „Es waren auch viele Kinder darunter, ich höre immer noch ihr Weinen und ihr Schreien. Sie rufen nach ihren Müttern, doch diese wurden zu dem Grafen gebracht, und er hat... er hat sich an ihnen vergangen“, Sisilia war stehen geblieben, sie hatte sich umgedreht und sah nacheinander in die Verliese.
„Nein... es ist ein grausamer Ort hier.“ Sie deute in eine Ecke. „Hier wurde ein Kind vor den Augen seine Mutter getötet“, sagte sie und sank auf die Knie. Severus trat wie in einem Re-flex auf sie zu, doch sie hob abwehrend ihre Hand, sie wollte nicht, dass er sie berührte, so blieb er stehen und beobachtete sie weiter. Sisilia blieb mindestens noch eine Minute lang auf ihren Knien und atmete heftig. Sie hatte das Gefühl, alles um sie herum würde sie sich dre-hen. Es war ihr, als könnte sie schemenhaft Menschen hier sehen, welche weinten und schrie-en, sie blickte in verzweifelte Gesichter. Doch dann verschwand das Bild wieder vor ihrem geistigen Auge.
Sie stand wieder auf und ging weiter in den nächsten Raum hinein, eine Art Gewölbe, wo sie mittendrin stehen blieb. Er war vielleicht 10 auf 15 Meter lang, und es hingen noch immer schwere Eisenketten von den Wänden herab, an welche die Gefangenen früher gekettet wor-den waren. Severus leuchtete die Wände ab. Hier konnte man auch noch die Halterungen für die Fackeln an den schwarzgerußten Wänden erkennen. In der Mitte des Raumes stand ein großer Steinblock, der ungefähr einen halben Meter hoch, einen halben Meter breit und einen Meter lang war. Genau vor diesem war Sisilia stehen geblieben und starrte ihn an.
„Dies hier war die Folterkammer, der Ort an dem mehr als hundert Menschen gequält und getötet wurden, unschuldige Menschen, die nie jemandem etwas getan hatten“, Sisilia begann zu zittern, Tränen rannen ihr über das Gesicht. Severus wusste nicht was er tun sollte, er trat auf sie zu, seine Hände erhoben und doch nicht wagend, sie anzufassen.
„Sil? Bitte, kannst du nicht aufhören?“, bat er sie und sah sie flehend an. Sisilia nickte un-merklich, doch es dauerte noch über eine Minute, bis sie ihr Amulett losließ und es wieder unter ihr T-Shirt stecke. Sie hatte immer noch Tränen in den Augen, und sie zitterte am gan-zen Körper.
„Es... es war so schrecklich“, erklärte sie und sah Severus hilflos an, worauf dieser sie trös-tend in seine Arme nahm. Sie sagten beide eine ganze Zeit kein Wort, als Sisilia sich aus sei-ner Umarmung löste.
„Jetzt verstehe ich, warum Voldemort diesen Ort ausgewählt hat. Dies ist der Ort, an dem Excalibur erschaffen wurde. Hier unten war einmal die Schmiede, hast du vorhin den Kamin gesehen?“, fragte Sisilia ihn nun.
„Einen Kamin?“, fragte er überrascht.
„Ja, als wir reingekommen sind, da war doch in dem Gang diese runde Steinmauer“, erklärte sie ihm.
„Sil, da war nur ein großes und tiefes Loch, aber keine Mauer. Doch du bist dran vorbei ge-gangen, als würdest du eine Wand abtasten“, erklärte er ihr.
„Dann hab ich wohl diese Mauer in der Vergangenheit gesehen, als es sie noch gab“, erklärte sie ihm nun.
Dann erzählte er ihr von dem tiefen Loch, und dass er nicht gehört hatte, wie der Stein auf-schlug. Sisilia wurde es im Nachhinein noch angst und bange.
„Ich hab nie gewusst, was für Fähigkeiten du besitzt“, sagte er nach einer kurzen Pause.
„Ich kenne selber viele von ihnen noch nicht, ich hab diese Fähigkeiten nie gemocht. Mir hat nie jemand gezeigt, wie man sie richtig anwenden kann, ich hab das meiste mehr oder weni-ger durch Zufall herausbekommen. Wie du siehst, können diese Dinge auch sehr schmerzlich sein. Das ist ein Grund, warum ich mich bisher meist geweigert habe, sie anzuwenden. Man erfährt oft Dinge, die man lieber gar nicht wissen möchte“, erklärte sie und Severus nickte nur.
„Jetzt weiß ich zumindest, warum Voldemort diesen Ort hier ausgesucht hat. Es ist der Ort, an dem Excalibur entstanden ist, der Ort, an dem die Macht des Schwertes ihren Anfang nahm und seine Kraft immer noch am stärksten ist“ sagte Sisilia dann in die Stille hinein.
„War es das, was dir die alte Frau erzählt hat?“, wollte er nun wissen und Sisilia nickte.
„Ich musste es dir einfach sagen, ich hoffe es war nicht falsch, aber es geht hier um so vieles. Das Leben der Kinder, unser Leben die Zukunft aller. Es ist einfach so viel, was daran hängt, ich hoffe, sie wird mir verzeihen“, sagte Sisilia bedrückt und begann, sich in dem Raum ge-nauer umzusehen. Sie hatte nun auch ihre Taschenlampe eingeschaltet und sah sich um.
„Könnten wir nicht die ganze Burg einfach in die Luft jagen? Dann hätte er keinen Ort mehr, an dem er das Ritual ausführen kann“, sagte Sisilia verzweifelt.
„Ich glaube nicht, dass dies eine gute Idee ist. Jetzt wissen wir, wo und wann er seinen Plan durchführen will. Wenn wir die Burg zerstören, ist den Kindern auch nicht geholfen, da wir wieder von vorn anfangen müssen“, erklärte Severus.
„Du hast Recht, darüber hab ich gar nicht nachgedacht. Wir müssen uns einen Plan überlegen, wie wir die Kinder befreien können, bevor er...“
Sisilia war plötzlich vor einer Wand stehen geblieben und tastete diese ab.
„Komm mal her, ich glaube, hier ist eine Geheimtür“, sagte sie und fuhr mit den Fingern über einen Riss in der Wand. Severus hob ebenfalls seine Hand über den Spalt.
„Du hast recht, ich kann einen Luftzug spüren“, sagte er und leuchtete die felsige Wand ab.
„Vielleicht gibt es einen Mechanismus, der die Tür öffnet“, sagte Sisilia und begann, die nächste Umgebung abzusuchen. Auf dem Boden einen halben Meter neben sich, direkt an der Wand, sah sie eine Felsplatte, die leicht erhöht war. Vorsichtig trat sie mit dem Fuß darauf.
Zuerst geschah nichts, und sie wollte sich schon wieder abwenden, als dann plötzlich die Wand zu erzittern begann und ein leises Grollen und kratzen zu hören war. Dann, nach einem kleinen Ruck, begann sich die Tür zu öffnen. Sie schwang langsam nach innen auf, und viel Staub und Kiesel rieselte zu Boden.
„Mir scheint, die hat schon lange keiner mehr aufgemacht“, sagte Snape und leuchtete dort hinein.
„Sieht ganz so aus. Komm, lass uns sehen, was dahinter ist“, sagte Sisilia und betrat den Raum hinter der Geheimtür.
Es war ein in den Felsen gehauenes Gewölbe. In der Mitte befand sich eine große Feuerstelle, und daneben stand ein großer Ambos.
„Das hier ist die Schmiede!“, sagte Sisilia überrascht.
Über der Feuerstelle war eine Art Abzug angebracht, der nach hinten in die Wand führte. Für die Zeit, in der es gebaut wurde, war dies doch schon sehr fortschrittlich. Sie mussten sich genau unter dem Weg befinden, in dem sich dieses wahnsinnig tiefe Loch befand. Sisilia vermutete, dass sich der Schacht hinter der Wand bei der Feuerstelle befinden musste.
„Du meinst, hier unten?“, fragte Severus, doch nachdem Sisilia nickte und zu dem Abzug deutete, verstand er.
„Hier wurde Excalibur erschaffen“, sagte sie ehrfurchtsvoll.
„Warte, ich werde noch mal etwas versuchen“, sagte sie dann und griff nach ihrem Amulett.
„Sil, ich weiß nicht, ob das so eine gute Idee ist...“, sagte Severus und sah sie skeptisch an, doch Sisilia ließ sich nicht abhalten. Sie schloss die Augen und konzentrierte sich, dann be-gann sie zu reden.
„Ein Mann... ein sehr kräftiger Mann steht am Feuer... er bearbeitet etwas mit dem Hammer... er sieht es zufrieden an. Da ist noch ein anderer Mann, er ist vielleicht Mitte oder Ende zwan-zig. Er hat langes dunkles Haar und trägt einen Umhang. Der Schmied gibt ihm etwas... es... es ist ein Schwert. Der Mann geht mit dem Schwert aus diesem Raum“, sagte Sisilia und ging ebenfalls zurück in den anderen Raum, so als würde sie ihm folgen. Severus ging ihr ebenfalls hinterher und beobachtete sie.

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BeitragThema: Re: Sisilias Geheimnis Teil 3   Mi Apr 02, 2008 5:35 pm

„Er legt es auf diesen Steinblock. Er scheint mächtig zufrieden zu sein mit der Arbeit des Schmiedes, er lächelt... nein, er lacht... und jetzt nimmt er etwas aus seiner Tasche. Es ist ein Zauberstab. Er sagt etwas, aber ich kann ihn nicht verstehen, den Zauberstab hat er auf das Schwert gerichtet. Ein Lichtstrahl schießt auf das Schwert zu, es ist so hell... so schrecklich hell... Aaaaaaahhhhhhhhhh!“, schrie Sisilia auf und schwankte.
Severus wusste nicht, was er tun sollte, da sie, wenn sie mit dem Amulett arbeitete, nicht be-rührt werden durfte, aber er wollte sie auch nicht so einfach auf den Boden stürzen lassen.
Er zögerte, doch als er sah, dass sie das Amulett nicht mehr in ihrer Hand hielt, griff er nach ihr, und das keine Sekunde zu spät.
Er ließ sie sachte auf den Boden gleiten und hielt sie an der Schulter fest, während er neben ihr kniete.
„Was ist passiert?“, fragte sie, als sie keine halbe Minute später die Augen wieder aufschlug.
„Das müsste ich dich eigentlich fragen“, sagte er und sah sie nachdenklich an.
Sisilia überlegte kurz, und dann fiel es ihr wieder ein. Sie hatte gesehen, wie ein Lichtstrahl des Zauberstabes das Schwert getroffen hatte, dann war dieses so hell erstrahlt, dass sie nichts mehr sehen konnte, und dann hatte sie so eine geballte magische Macht getroffen, dass sie ohnmächtig wurde.
„Ich weiß nicht, was es war, es war einfach übermächtig, so etwas hab ich noch nie gesehen oder gespürt“, erklärte Sisilia und sah auf den Steinblock vor ihr. Sie drückte sich vom Boden hoch, und Severus half ihr beim Aufstehen, er ergriff ihre Hand, als sie plötzlich unter Schmerzen aufstöhnte und ihre Hand wieder zurückzog.
„Was hast du?“, fragte er. Sisilia betrachtete ihre Hand, Severus richtete seine Taschenlampe auf sie, und sie konnten sehen, dass ihre Hand da, wo sie das Amulett gehalten hatte, leichte Verbrennungen aufzeigte.
„Ist das von dem Amulett?“ Er sah sie fragend an.
„Scheint so, ich habe keine Ahnung, wieso. Das ist vorher noch nie passiert“, erklärte sie verwirrt.
„Ich glaube, ich möchte jetzt hier raus“, sagte Sisilia plötzlich. „Ich brauche frische Luft.“
„Sicher, ich denke, wir wissen jetzt auch schon eine ganze Menge. Ich hätte nicht gedacht, dass wir an einem Tag so viel herausfinden werden“, sagte er, trat an die hintere Wand und betätigte den Kontakt, so dass sich die Tür zu der Schmiede wieder schloss.
Sie verließen ohne viele Worte das Verlies und hängten die Kette mit dem Schloss so um die Gittertür, das es nicht auffiel, dass sie aufgeknackt worden war.
„Vielleicht sollte ich sie doch reparieren?“, fragte Severus unsicher.
„Nein, besser keinen Zauber einsetzen. Das hält soweit, selbst wenn ein paar Kinder daran herumrütteln“, erklärte sie. Sisilia war plötzlich furchtbar müde und geschafft, sie hatte das Gefühl, als hätte sie drei Tage nicht geschlafen.
Sie gingen durch den dunklen Wald zurück zum Auto.
„Sil, ist alles in Ordnung?“, fragte er besorgt, als sie den Wald verlassen und ihre Taschen-lampen ausgeschaltet hatten.
Es hatte begonnen, leicht zu nieseln, doch trotzdem schaute der abnehmende Mond immer wieder zwischen den Wolken hindurch und beleuchtete ihren Weg.
„Ich denke schon, ich bin nur schrecklich müde.“, erklärte sie ihm und reichte ihm ihre Ta-schenlampe, die er zu den anderen Dingen in die Tasche steckte, die er mit sich trug.
„Und was ist mit deiner Hand?“, wollte er noch wissen.
„Nicht so schlimm, ich spüre es kaum.“
„Dann fahren wir am besten sofort zurück. Du legst dich hin, und ich werde Albus noch mit-teilen, was wir herausgefunden haben.“
„Das reicht doch auch noch morgen früh, er wird bestimmt auch schlafen“, gähnte Sisilia mit dem Vorgedanken auf ein schönes, weiches, warmes Bett.
„Du hast recht, auf die paar Stunden kommt es nicht an, gönnen wir ihm seinen Schlaf“, sagte Severus.
Sie gingen den restlichen Weg stumm zurück zum Auto, legten die Tasche mit den Taschen-lampen, Schaufeln, die sie nicht benötigt hatten, und der Zange in den Kofferraum und setzen sich dann selber in den Wagen.
„Sil, darf ich dich noch was fragen?“, Severus sah sie nachdenklich an.
„Sicher, was ist denn?“, fragte sie irritiert zurück.
„Es geht um dein Amulett. Nein, eigentlich um dich...“
„Jetzt stell schon deine Frage, sonst bin ich eingeschlafen, bevor du sie ausgesprochen hast“, sagte Sisilia und grinste ihn an.
„Gut, in Ordnung. Wenn ich es richtig verstanden habe, kannst mit Hilfe deines Amulettes die Gedanken und Gefühle anderer erfassen. Stimmt das?“, wollte er wissen.
„Ja, das ist richtig. Wenn ich es bewusst aktiviere, kann ich damit so was in der Art ausführen wie bei Legilimentik. Entweder über Augenkontakt oder über Berührung. Wenn ich es nicht aktiviere, kann ich nur leichte Schwingungen von meinem Gegenüber empfangen. Warum?“
„Nun, ich würde gerne wissen, ob du es jemals bei mir versucht hast, anzuwenden?“, fragte er sie direkt.
„Oh“, entfuhr es ihr, „Ganz ehrlich? Ich habe es nie bewusst getan, also ich habe dafür nie mein Amulett aktiviert. Doch ich muss zugeben, einmal, unbewusst, habe ich mehr als nur leichte Schwingungen von dir aufgenommen. Das war in der Nacht, als du mich gefragt hast, ob ich dich heiraten würde. Ich war nervös, bei unserem Gespräch und hab unbewusst mit meinem Amulett in der Hand gespielt“, erklärte sie.
„Aber hast du das nicht bemerkt...“, begann er, doch sie unterbrach ihn.
„Ich habe wohl gespürt, dass du eine Barriere aufgebaut hattest und mich nicht zu dir vor-dringen lassen wolltest. Doch das, was ich dennoch gefühlt habe, war ein sehr intensives warmes Gefühl, ein Gefühl der Sehnsucht und gleichzeitig ein Gefühl der Angst vor zuviel Nähe. Es war sehr verwirrend, und nach dieser Sache in der Bibliothek dachte ich, ich hätte es falsch gedeutet. Doch inzwischen weiß ich, dass ich mich nicht geirrt habe“, Sisilia beugte sich zu ihm hinüber und gab ihm einen Kuss.
Mit einer Umdrehung ihres Schlüssels startete sie den Motor, und sie fuhren wortlos zurück in ihre Pension.
Als sie in ihrem Zimmer angelangt waren, zogen sie sich um und gingen zu Bett.
„Sil, ich möchte gerne, dass du mit Hilfe deines Anhängers versuchst, in meinen Geist einzu-dringen“, sagte er plötzlich zu ihr.
„Wie? Warum das?“, fragte sie überrascht.
„Ich habe dich sehr verletzt, ich wäre beinahe Schuld an deinem Tod gewesen, und ich möch-te keine Geheimnisse mehr vor dir haben“, erklärte er ihr.
„Nein, Severus. Sei mir nicht böse. Ich habe es nicht getan, selbst da, als ich Zweifel an dir hatte, und ich möchte es auch jetzt nicht tun. Ich möchte lieber alles aus deinem Mund hören, was du mir sagen willst.“, hauchte sie zart, aber bestimmt. Severus sah sie nachdenklich an und nickte leicht. Dann kräuselten sich seine Lippen, und Sisilia konnte ein ihr nicht un-bekanntes Leuchten in seinen Augen erkennen.
„Warum soll ich es nur sagen?“, begann er. „Ich könnte es dir doch auch zeigen?“, sagte er und kam näher an sie heran.
„Ich liebe dich, Sil“, hauchte er und gab ihr einen langen Kuss.



*




Als Sisilia am nächsten Morgen erwachte, war es bereits schon später Vormittag. Sie sah auf und Severus, der schon angezogen neben ihr auf dem Bett saß, lächelte sie an.
„Warum hast du mich nicht geweckt?“, fragte sie, nachdem sie auf ihre Armbanduhr gesehen hatte.
„Du hast so schön friedlich geschlafen, und nach dem, was du gestern alles erlebt hast, hab ich gedacht, dass es dir gut tun würde. Wir können im Augenblick sowieso nichts unter-nehmen.“
Sisilia setzte sich auf, fuhr mit ihren Fingern durch ihre Haare und gähnte herzhaft.
„Was ist mit Albus?“, fragte sie dann erschrocken, doch er winkte ab.
„Ist schon alles erledigt. Ich habe ihm alles mitgeteilt, was wir bisher erfahren haben und er lässt dich grüßen“, sagte er und seine Miene wurde ernst.
„Was ist?“
„Er meinte, du solltest etwas vorsichtiger damit sein.“, sagte er und deutete auf ihr Amulett.
„Was meinte er damit? Kennt er etwa die Kräfte, die es besitzt?“, fragte Sisilia überrascht. Überrascht von sich selber, dass sie noch nie auf den Gedanken gekommen war, ihren Onkel danach zu fragen.
„Das hat er nicht gesagt, er meinte nur, du solltest es vorsichtiger einsetzen.“
„Hm“, brummte sie nur.
„Und was machen wir heute?“, fragte Sisilia ihn, um vom Thema abzulenken.
„Ich dachte, wir werden zuerst einmal frühstücken, dann machen wir eine nette kleine Wande-rung, um uns die nächste Umgebung genauer ansehen. Heute ist ein schöner Tag, und wer weiß, ob es nicht noch von Vorteil ist, wenn wir uns auch zu Fuß hier ein wenig auskennen“, schlug er vor.
„Frühstück, hört sich prima an. Und solange du nachher keine Klettertouren machen willst, bin ich dabei“, sagte Sisilia und hüpfte aus dem Bett, nahm ihre Kleidung und marschierte ins Bad.
„Bin in fünf Minuten fertig.“, sagte sie und wollte die Tür schließen, doch sie machte sie noch einmal auf und fügte hinzu: „Nein zehn Minuten, ich werde doch noch unter die Dusche hüp-fen“, erklärte sie.

Nach dem Frühstück machten sie sich direkt von der Pension aus auf. Sisilia hatte von der Wirtin noch eine Karte von der Gegend bekommen, die sie in Augenschein nehmen wollten.
Sie marschierten einen Pfad entlang den steilen Aufstieg auf die Alb hinauf. Sie brauchten fast eine Stunde, bis sie auf der Albhochfläche angekommen waren. Sie kamen an einigen verschiedenen Einsiedlerhöfen vorbei. Kühe standen auf ihren Weiden und grasten friedlich, auf den bestellten Feldern wuchsen Mais, Gerste und Hafer.
Die Sonne meinte es heute sehr gut mit ihnen, und es wurde langsam richtig warm, so dass sie es vorzogen, im Schatten eines Waldstückes weiterzugehen. Für ein paar Minuten genossen sie dann die herrliche Aussicht, die ihnen geboten wurde. Es war vollkommen klar, und so konnten sie sehr weit sehen.
Dann gingen sie weiter und kamen ganz in die Nähe der Burgruine. Sisilia entdeckte ein Schild: Schertelshöhle, nur fünfzehn Minuten Fußweg.
„Wollen wir uns die mal ansehen?“, schlug sie vor.
„Eigentlich hab ich von Höhlen genug... aber meinetwegen, vielleicht ist es ja von Vorteil“, sagte er. Sisilia wusste, worauf er anspielte, sie hatte noch sehr gut in Erinnerung, wie die Höhle in Frankreich damals über ihm zusammenstürzt war.
„Laut der Karte gibt es da auch ein Gasthaus, da könnten wir uns was zu essen besorgen. Ich habe das Gefühl, ich bin am verhungern“, sagte Sisilia.
„Du hast doch erst heute morgen fast die doppelte Portion gegessen und bist schon wieder hungrig?“ fragte er erstaunt.
„Mir wäre gerade irgendwie nach einem Schnitzel und Preiselbeeren.“, überlegte sie laut.
„Nach was?“, fragte er entsetzt und sah sie an, und sie musste lachen.
„Es war nur ein Scherz, keine Angst. Bis jetzt hatte ich noch keine Anwandlungen in der Richtung“, sagte sie und sah, wie sich Severus’ Gesicht wieder entspannte.
Als sie an der Höhle ankamen, konnten sie einem Schild entnehmen, dass zu jeder vollen Stunde eine Führung stattfand. So kaufte Sisilia zwei Eintrittskarten, und sie mussten auch nicht lange warten, bis die nächste Führung losging. Sie waren eine Gruppe von 9 Leuten, welche die Höhle besichtigten, plus einen Führer. Der Mann, er war bestimmt schon gut über sechzig, forderte die Gruppe auf, ihm zu folgen. In seiner grünen Kleidung kam er Sisilia vor wie ein Jäger. Vielleicht war er sogar einer, der sich hier hin und wieder ein kleines Zubrot verdiente, dachte sie so bei sich. Sie beide folgten der Gruppe, hielten sich aber immer etwas zurück, vor allem, nachdem eine große energische Dame sehr strenge Blicke auf Severus ge-worfen hatte und ihrem Mann erbost ihr Missfallen über Severus’ Aussehen kundgetan hatte, das sogar jeder verstehen musste, der auch nicht der deutschen Sprache mächtig war. Gut, mit seinen langen Haaren und dem Dreitagebart musste er auch auf manche unheimlich wirken, doch Sisilia gefiel es, wie er aussah.
Sie hatten kaum die Höhle betreten, da merkten sie, wie kalt es hier drin war. Der Führer er-klärte ihnen, dass es selbst im Sommer hier auch nie wärmer wurde als 8°C.
Er erzählte ihnen, dass diese Höhle das erste Mal dokumentarisch 1470 erwähnt wurde. Aber unter dem Namen Schrettenloch. Entdeckt und erforscht worden war die Höhle erst im 19. Jahrhundert. Das einzige, was Sisilia an der Geschichte über die Höhle gefiel, war der Räu-berhauptmann, der angeblich um 1800 rum seinen Verfolgern immer wieder entkommen war, wenn diese schon glaubten, ihn dingfest gemacht zu haben. Dieser kannte die Höhle wohl und hatte sie als Versteck genutzt. Als sie das Ende der Höhle erreicht hatten, die im Übrigen sehr groß und leicht begehbar war, zuckte Severus plötzlich zusammen.
„Was ist los?“, fragte Sisilia überrascht.
„Dein Onkel... gerade jetzt“, sagte er, und Sisilia sah ihn fragend an.
„Gleich, lass die anderen etwas weitergehen“, flüsterte er ihr zu.
„Bitte aufschließen!“, rief der Führer, als er sah, dass die beiden zurückgeblieben waren.
„Sofort, ich muss nur meinen Schuh zubinden“, rief Sisilia dem Mann zu, bückte sich und tat so, als würde sie recht umständlich ihren Turnschuh zu schnüren.
Als die Gruppe ein paar Meter von ihnen weg war, griff Severus in seine Innentasche seiner Jacke und zog einen kleinen Spiegel heraus. Er war oval und etwas größer als seine Hand. Am Rand des Spiegels waren ein paar merkwürdige Zeichen eingraviert, welche Sisilia aber ir-gendwie bekannt vorkamen.
Severus berührte einige der Zeichen in einer bestimmten Reihenfolge, und dann erschien das Gesicht von Albus in dem kleinen Spiegel. Sisilia konnte sehen, dass er in seinem Büro an seinem Schreibtisch saß.
„Hey, das Teil ist ja toll, wie ein Bildtelefon“, sagte Sisilia überrascht und stellte sich neben Severus, so dass sie ebenfalls in den Spiegel sehen konnte.
„Wie ein was?“, fragte Dumbledore und sah verwirrt drein.
„Schon gut, so eine Muggelsache“, erklärte Sisilia kurz.
„Ach so, gut. Warum ich mich melde, habt ihr etwas Neues erfahren?“, fragte Dumbledore sie nun.
„Nicht wirklich, wir sind gerade dabei, uns die Gegend anzusehen und bei euch?“, fragte Sisi-lia.
„Wir sind uns jetzt ziemlich sicher, dass wir das Datum von Voldemorts Vorhaben kennen. Es wird wohl doch der Freitag sein. Genau um Mitternacht, die Sterne haben fast die exakte Stel-lung wie damals, als das Schwert mit dem magischen Ritual verzaubert wurde“, erklärte er.
„Firenze und Professor Sinistra haben die letzten Tage alles noch einmal zusammen durch-gearbeitet und sind dank eurer Informationen am Ende auf diesen Tag gekommen. Wenn alles hier so klappt, wie wir es geplant haben, werden die Mitglieder des Ordens ab Freitagvor-mittag bei euch eintreffen. Dann haben wir noch genug Zeit, genau zu besprechen, wie wir weiter vorgehen werden“, erklärte er.

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BeitragThema: Re: Sisilias Geheimnis Teil 3   Mi Apr 02, 2008 5:37 pm

„Hey, was machen Sie denn da, wir warten auf Sie“ rief der Führer, der noch mal zurück-gekommen war, um seine „verlorenen Schäfchen“ einzusammeln.
„Wir müssen abbrechen, ein Muggel“, erklärte Severus noch kurz, fuhr mit der Hand einmal im Kreis über den Spiegel und steckte ihn in seine Tasche.
„Kommen Sie bitte, wir wollen doch nicht, dass Sie aus Versehen hier vergessen werden. Das ist die letzte Führung für heute, und dann müssten Sie hier über Nacht bleiben“, erklärte er ihnen.
„Keine schöne Vorstellung, bei der Kälte“, antwortete Sisilia und rieb sich mir den Händen über ihre Arme, so als ob ihr kalt wäre.
„Entschuldigen Sie bitte, wir kommen schon“, gab sie dem Führer höflich zur Antwort. Die-ser ließ die beiden nun vorgehen und machte selber den Schluss, um sicherzugehen, dass er auch niemanden hier drinnen vergessen würde.
Als sie das Ende des letzten Ganges erreicht hatten, der zu besichtigen war, erzählte der Mann, dass von hier aus nur noch erfahrene Höhlenforscher hineingehen dürften, da die Höh-le hier zum Teil nicht mehr ganz sicher war, dass sie aber noch einige hundert Meter weiter-gehen würde in Richtung der Burgruine.
Nachdem sie die Höhle verlassen hatten, erklärte Sisilia, dass sie nun tatsächlich großen Hun-ger hatte. Doch da Severus keine Lust hatte, irgendwohin zu gehen zum Essen, beschlossen sie, einige Dinge einzukaufen und dann irgendwo, wo sie ungestört waren, ein Picknick zu machen. Sisilia kam mit einer großen Tasche voll Lebensmittel aus dem Selbstbedienungs-restaurant neben der Höhle heraus.
„Sag mal, was hast du denn damit vor? Willst du eine ganze Klasse damit füttern?“, fragte er sie erstaunt.
„Und wer soll das alles tragen?“, fügte er noch hinzu.
„Du, mein Lieber“, antwortete sie und drückte ihm die Tasche in die Arme, „Du weißt doch, Schwangere dürfen nicht so schwer heben“, grinste sie. „Ich konnte mich eben nicht ent-scheiden, und sieh es doch positiv, dann haben wir für morgen auch gleich etwas“, ergänzte sie. Severus sah sie leicht zerknirscht an, doch sagte er nichts dazu.
Sie gingen wieder zurück Richtung Albaufstieg, wo sie ein wunderschönes, ruhiges Plätz-chen, eine kleine, grüne Lichtung zwischen ein paar Bäumen, gefunden hatten. Die Aussicht hier war sehr schön.
Dort machten sie es sich gemütlich, und Severus begann, die Dinge, die Sisilia eingekauft hatte, auf einer Steinblatte, die sie als Tisch benutzten, auszubreiten, während Sisilia an einen Baum gelehnt dastand und hinunter in die Tiefebene sah.
Sie hatte wirklich soviel eingekauft, dass sie damit den halben Phönixorden hätte sattbe-kommen können. Severus schüttelte unmerklich den Kopf. Er fand verschieden belegte Brote mit Wurst und Käse, Äpfel, Bananen, Trauben, Croissants, verschiedene süße Stückchen und eine gewaltige Auswahl an Getränken. Sogar kalten Kaffe in der Dose hatte sie gekauft.
„Das Essen ist angerichtet“, sagte Severus, als er alles ausgepackt hatte, doch Sisilia reagierte nicht. Da stand er auf und ging zu ihr.
„Hey, ich dachte, du hast so großen Hunger?“, sagte er als er neben ihr stand.
„Meinst du, den Kindern geht es gut?“, fragte sie, seine Frage ignorierend. „Ich meine, ich weiß ja, dass sie noch leben, aber wie wird er sie behandeln? Es sind doch noch Kinder, sie haben bestimmt fürchterliche Angst.“, sagte sie und drehte sich zu Severus um, der sie nach-denklich ansah.
„Du kennst diese Leute doch, was glaubst du, wie werden sie die Kinder behandeln?“, wollte sie von ihm wissen.
„Sil, ich weiß, was du jetzt denkst, und ich fürchte, du hast auch recht, die meisten von ihnen sind gefühllos, doch ich glaube nicht, dass sie die Kinder quälen werden, dazu sind sie zu wichtig. Das schlimmste, was ich mir denken könnte, wäre, dass sie die drei unter den Impe-rius-Fluch stellen“, erklärte er ihr.
„Meinst du?“, fragte sie unsicher und er nickte.
„Vielleicht wäre es sogar ganz gut für sie, denn dann würden sie nicht so viel mitbekommen von allem. Du weißt doch, er braucht die ganze Kraft und Magie der Kinder, da wird er nicht zulassen, dass man ihnen auch nur ein Haar krümmt“, sagte er beruhigend.
„Ja, ich glaube du hast Recht, vielleicht mache ich mir unnötig Sorgen.“
„Ganz bestimmt sogar, den dreien geht es mit Sicherheit gut, und warte ab, in einer Woche werden wir drei weitere Rotzlöffel zu unterrichten haben“, sagte er und Sisilia lächelte.
„Ja, und darauf freue ich mich schon.“, erklärte sie ihm nun etwas beruhigter.
„Etwas zu essen?“, fragte er und deutete einladend auf die Stelle, wo er die ganzen Sachen ausgebreitet hatte.
„Essen? Sicher, ich hab Hunger wie ein Wolf, warum hast du das nicht gleich gesagt?“, ant-wortete sie, setzte sich neben dem Steintisch ins Gras, fischte sich eines der süßen Stückchen heraus und begann zu essen.
Severus sah ihr hinterher, verkniff sich aber irgendeinen Kommentar. Er selbst nahm sich ein Käsebrötchen und setzte sich neben Sisilia.
„Hm, der Käse ist nicht schlecht“, sagte er und hob das Brötchen vor Sisilias Gesicht.
„Wirklich? Lass mich mal versuchen“, sagte sie, ergriff Severus Hand mit dem Brötchen und biss hinein.
„Also, ich hätte an deiner Stelle erst mal das Kuchenstück hinuntergeschluckt, meinst du nicht, Kirschen und Käse passen nicht so richtig zusammen?“, fragte er sie erstaunt und sah ihr zu, wie sie genüsslich kaute.
„Ich finde, es schmeckt ganz gut, aber du hast recht, Trauben und Käse passen besser“, sie zupfte eine Traube ab und steckte sie sich in den Mund. Da Severus sie immer noch belustigt ansah, zupfte sie eine weitere Traube ab und hielt sie ihm hin.
„Möchtest du auch versuchen? Sie schmecken wirklich köstlich“, fragte sie, doch als er sich nach vorn beugte, zog Sisilia die Hand mit der Traube zurück.
„Wenn du sie willst, musst du sie dir schon holen“, sagte sie und klemmte sie zwischen ihre Lippen. Das ließ er sich nicht zweimal sagen, er packte Sisilia an den Schultern, zog sie zu sich heran und stülpte seine Lippen über die ihren und die Traube.
„Du hast recht, Trauben passen gut zu dem Käse“, lächelte er zurück, als er ihr diese ab-genommen hatte.
„Sag ich doch“, grinste Sisilia und aß ihr letztes Stück von dem Kuchenteil. Dann griff sie nach einem Wurstbrötchen.
„Aber nicht, dass dir von dem vielen Durcheinander nachher noch schlecht wird“, seine Stirn zog sich besorgt in kraus.
„Wird es schon nicht“, sagte sie und biss herzhaft von dem Brötchen ab.

Nachdem sie das Brötchen gegessen hatte, zupfte sie erneut eine Traube ab, rutschte zu Seve-rus, setzte sich rittlings über seine Oberschenkel und schob Severus die Traube in den Mund. Senkte dann aber in der nächsten Sekunde ihren Kopf und presste ihre Lippen auf die seinen und begann um eben dieselbe Traube mit ihm zu kämpfen. Severus, überrascht von ihrer Ak-tion, hatte keine Chance, und Sisilia nahm sie ihm wieder ab, aß sie schnell auf und grinste ihn an.
„Du musst schon schneller sein, wenn du was abhaben möchtest“, feixte sie und nahm sich erneut eine Traube, die sie ihm vor die Nase hielt. Doch diesmal war Severus schneller, sein Kopf schoss nach vorn, und sein Mund schnappte nach der Traube zwischen ihren Fingern, die er schnell aufaß, bevor Sisilia noch reagieren konnte.
„Na, schnell genug?“, fragte er, und seine Lippen kräuselten sich. Sisilia nickte nur stumm, sah ihn kurz an, schlang ihre Arme um seine Nacken und begann, ihn leidenschaftlich zu küs-sen. Ihre Hände strichen zart über seinen Nacken, während ihre Zunge ein wildes Spiel mit der seinen begann.
Langsam ließ sie eine Hand über seine Brust nach unten gleiten, wo sie zart begann, über sei-ne Hose zu massieren. Erschrocken hob er den Kopf und sah sie an.
„Was hast du vor?“, fragte er sie erstaunt und sah auf ihre Hand, die nicht aufhörte, über die langsam wachsende Beule in seiner Hose zu streichen.
„Das kannst du dir doch denken.“, hauchte sie zart gegen seine Lippen.
„Aber doch nicht hier“, stöhnte er nun auf und wollte ihre Hand daran hindern weiterzu-machen, doch sie entzog sich seinem Griff, setzte auch noch die andere Hand ein und begann, seine Hose langsam zu öffnen. Sie küsste ihn immer wieder, während sie murmelte: „Doch, hier und jetzt“, hauchte sie und griff mit einer Hand in seine Hose, um ihre Massage an seiner Erregung fortzufahren.
Mit einem kleinen geübten Zauber ihrer Finger verwandelte sie nun ihre Jeanshose in einen entzückenden Faltenrock und schob Severus Hand, die immer noch versuchte, sie bei ihrem Tun zu unterbrechen, unter ihren Rock. Er war überrascht über den plötzlichen Kleidungs-wechsel, und so ließ er erst mal seine Finger auf ihrem Schenkel liegen.
„Wir dürfen doch nicht zaubern“, murmelte er, jetzt schon sehr erregt in ihr Ohr.
„Ach, der kleine Zauber, der wird keinem auffallen, ich hab ja auch nicht den Zauberstab be-nutzt“, flüsterte Sisilia ihm zu.
„Du bist verrückt, wenn jemand vorbei kommt...“, drückte er zwischen seinen Küssen hervor.
„Das ist mir egal“, stöhnte Sisilia nun, schob seine Hand unter ihrem Rock weiter nach oben, und er stellte überrascht fest, dass sie überhaupt kein Höschen trug, was ihn weiter erregte. Daraufhin warf er seine Bedenken über Bord und zog Sisilia näher an sich. Sie öffnete nun soweit seine Hose, dass sie ohne Probleme an seinen Schaft heran kam, und begann ihn for-dernd zu massieren. Seine Hände waren inzwischen zwischen ihre Beine gewandert, und sei-ne Finger rieben über ihren feuchten Schoß. Sisilia schloss die Augen und stöhnte leise auf, als seine Finger ein Stück in sie eindrangen. Er zog sie wieder kurz heraus, um sein Spiel dann ein paar Mal zu wiederholen. Dann zog er seine Hand ganz weg, ergriff ihre Hüften und zog sie zu sich heran. Sisilia ließ sich bereitwillig zu ihm ziehen und setzte sich langsam auf seinen harten pulsierenden Schaft und ließ sich darauf nieder. Sie spürte ihn immer tiefer in sich und ihr Atem ging immer schneller gegen sein Ohr. Sie blickte ihm wieder in seine dunk-len Augen, in denen sie so gern versank. Dann begann sie, sich auf und ab zu bewegen, wäh-rend sie gleichzeitig ihr Becken nach vorn und hinten schob, um ihn noch kräftiger zu massie-ren. Sie fühlte seine ganze Härte in sich, und die Geschwindigkeit ihres Rittes stieg parallel zur ihrer Erregung. Ein leises Stöhnen war von ihm hören und sie fühlte seine Hände unter ihrem T-Shirt, wie er über ihren Rücken strich und dann seine Finger nach vorn wandern lies, wo seine Fingerspitzen mit ihren vor Erregung harten Brustwarzen zu spielen begannen. Ein leises wimmerndes Stöhnen entfuhr ihrer Kehle, als er sie liebkoste und ein wohliges Schau-dern schoss durch ihren Körper, bis hinunter zu ihrem Schoß und ließ sie erzittern. Zum bers-ten erregt fühlte sie ihn in sich, seine Finger reizten sie so sehr, dass ein gigantischer Orgas-mus sie so schnell überrollte, dass ein leiser Schrei aus ihrer Kehle kam, den er mit einem schnellen, heftigen Kuss in seinem Mund erstickte. Ihr Körper zuckte wild, als der Höhepunkt sie durchschüttelte und ihr Atem ging sehr schnell und unkontrolliert. Severus schlang fest eine Arme um sie und hielt sie eng an sich gepresst, während sie weiterhin versuchte, ihren Körper wieder in ihre Gewalt zu bekommen und ihre Reitbewegungen weiterzuführen. Ihre Nägel bohrten sich dabei durch sein T-Shirt und sie spürte, wie sehr ihn das erregte. So ließ sie ihre Hände unter sein Shirt wandern und fuhr mit ihren Nägeln seinen Rücken entlang und krallte sich immer wieder an ihm fest. Seine Hände hatten nun ihren Po umklammert und er gab ihr so das Tempo vor. Sie hörte sein Keuchen und ihre Bewegungen wurden, angeleitetet von seinen Händen, immer schneller. Sie hob ihr Becken so an, dass sie etwas enger für ihn wurde und sein Schaft kräftig massiert wurde. Dann fühlte sie, wie er unter ihr auch un-kontrolliert zu zucken begann und sich ihr fest entgegenpresste. Sie konnte spüren, wie er sich ihn ihr ergoss und sie schloss genussvoll ihre Augen. Seine Lippen fanden die ihren, er küsste sie hart und leidenschaftlich, als auch er seinen Höhepunkt hatte. Er schlang seine Arme fester um sie und sein heißer Atem ging an ihr Ohr, als er seine Wange gegen die ihre presste.
„Du bist verrückt, aber ich liebe dich. Gerade deshalb liebe ich dich.“, keuchte er immer noch schweratmend gegen ihr Ohr.
Sie hob ihren Kopf, sah ihn an und strich ihm ein paar Strähnen aus seinem Gesicht.
„Ich liebe dich. Du hast das aus mir gemacht, ich kann einfach nicht mehr ohne dich sein“, hauchte sie ihm entgegen und ließ sich dann müde lächelnd gegen seine Brust sinken.
„Dann sag noch einmal, ICH würde nur immer nur an das ‚eine’ denken“, flachste er und streichelte über ihre Gesicht.
„Das tust du doch auch“, grinste Sisilia ihn nun an und als Antwort zwickte er sie leicht in die Taille, was dazuführte, dass sie kurz aufquietschte.
Plötzlich vernahmen sie Stimmen und Sisilia setzte sich schnell auf und neben Severus, der sich in Windeseile wieder die Hose zumachte. Sisilia grinste ihn an, als eine kleine Gruppe von Wanderern an ihnen vorbeimarschierte, ihnen einen guten Tag wünschte und dann wieder verschwand. Als diese nicht mehr zu sehen waren, prustete Sisilia vor Lachen los, als sie Se-verus’ Blick sah, der soviel sagte wie ‚Das ist verdammt knapp gewesen, du bringst uns im-mer wieder in solche Situationen’.
Doch dann musste er auch lachen, zog sie erneut zu sich heran und Sisilia setzte sich mit dem Rücken an seine Brust gelehnt zu ihm. Er legte seine Arme um sie, lehnte seinen Kopf gegen den ihren und küsste ihr Haar.

Sie blieben noch eine gute Stunde, aßen noch etwas, bevor sie dann alles zusammenpackten und wieder aufbrachen.
„Ich habe eine Idee“, sagte Sisilia plötzlich.
„Wir könnten heute Nacht noch mal zur Ruine fahren, dann zeichne ich einen genauen Plan von ihr und den Gängen. Dann können wir die Pläne den anderen Ordensmitgliedern zeigen und so überlegen, wie wir vorgehen werden“, erklärte sie.
„Das ist eine hervorragende Idee“, stimmte Severus ihr zu.
Sie beschlossen, zurück zur Pension zu gehen, sich noch etwas auszuruhen, und wenn es dun-kel wurde, zur Burg zu fahren.
So machten sie es dann auch. Nachdem sie sich, als sie den Ort erreicht hatten, noch Zeichen-papier und Stifte besorgt hatten in einem kleinen Laden neben der Pension, packte sie eine Tasche zusammen, in die sie auch noch die Taschenlampen gab. Gegen zehn Uhr, als es dann dunkel war, machten sie sich mit dem Wagen zu dem Parkplatz auf.
Zuerst zeichnete sie eine Skizze vom Weg, der zur Burg führte, was nicht so leicht war in der Dunkelheit, doch auf dem offenen Gelände wollten sie keine Taschenlampen anmachen.
Dann machte sie eine Skizze von der eigentlichen Ruine und versuchte auch die Meter-angaben korrekt anzugeben, so gut es eben zu schätzen ging.
Sie betraten den Burghof, als sie plötzlich ein Geräusch hörten, das unten vom Hof her kam. Sie drückten sich in den kleinen Wehrturm hinein, der sich direkt am Eingang des Hofes be-fand und schauten vorsichtig hinaus.
Sie konnten niemanden sehen, sie hörten nur leise Stimmen aus der Richtung, in der sich das Verlies befand.
Sisilia öffnete ihre Tasche und zog etwas heraus. Severus sah sie verwundert an, als er er-kannte, dass sie einen Tarnumhang in der Hand hielt.
„Von Harry“, flüsterte sie leise und deutete darauf. Dann hängte sie ihn sich um und gab Se-verus ein Zeichen, dass sie nachsehen gehen würde. Sein Gesichtsausdruck zeigte ihr, dass es ihm lieber gewesen wäre, wenn er hätte nachsehen können, doch Sisilia ließ ihm nicht die Zeit, etwas zu sagen oder zu tun, zog sich die Kapuze über den Kopf und wischte an ihm vor-bei.

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BeitragThema: Re: Sisilias Geheimnis Teil 3   Mi Apr 02, 2008 5:41 pm

Sie ging langsam auf das Verlies zu, immer darauf bedacht, beim Gehen keine Geräusche zu verursachen. Sie sah, dass das Tor offen stand, das Vorhängeschloss lag zerschmolzen auf dem Boden. Das hatte jemand gesprengt, und Sisilia war sich sicher, dass es mit Magie ge-sprengt worden war. Sie konnte nun eine Gestalt ausmachen, die gerade aus dem Eingang des Verlieses trat und noch eine Kiste holte, die am Eingang des Verlieses abgestellt worden war.
Sisilia warf einen Blick zurück zu Severus, und sie sah, dass er sich weiterhin im Wehrturm verborgen hielt.
Dann beschloss sie, dem Mann mit der Kiste zu folgen. Leise ging sie hinter ihm her. Sie folgte ihm die Stufen hinunter, bis in den Raum mit den Kerkern, dort stellte der Mann die Kiste ab und ging in den nächsten Raum hinein zu seinem Kollegen, der damit beschäftigt war, Fackeln in die Halterungen an den Wänden zu stecken und Kerzen aufzustellen.
„Das war die letzte Kiste. Wie weit bist du?“, wollte der Kistenträger wissen. Er sprach klars-tes Englisch, was Sisilia vermuten ließ, dass diese Männer wohl zu Voldemort gehörten.
Also hatte er schon Leute vorausgeschickt, die Vorbereitungen treffen sollten.
„Ich bin gleich soweit, dann können wir wieder verschwinden. Den Rest erledigen wir mor-gen Nacht“, antwortete der andere kleinere Mann.
Sisilia hatte genug erfahren, und sie machte sich schleunigst auf den Weg zurück. Als sie aus dem Verlies heraustrat, sah sie einen Schatten, der über den Hof huschte. Als sie sich umsah, sah sie Severus, der sein Versteck in dem Wehrturm verlassen hatte.
Wahrscheinlich hatte es ihm viel zu lange gedauert, und er war unruhig geworden. Er stand mit dem Rücken an die Mauer neben dem Verlies gelehnt. Sisilia war gerade durch die Gitter-tür nach draußen geschlichen, als sie von drinnen Schritte hörte. Die Männer kamen heraus. Sie würden unweigerlich Severus sehen, dem es auf keinen Fall mehr reichen würde, sich irgendwo zu verstecken. Sisilia lief schnell zu ihm hinüber und stellte sich vor ihn. Er zuckte zusammen, als er ein Geräusch vor sich hörte, doch noch bevor er reagieren konnte, hatte Si-silia ihn schon gegen die Wand gedrückt und ihn mit unter den Tarnumhang gezogen.
Er sah ihr erstaunt ins Gesicht, und sie blickte überrascht auf seinen Zauberstab, den er zwi-schen ihnen beiden in der Hand hielt. Sie hatte gar nicht mitbekommen, wann er ihn gezogen hatte, so schnell war er gewesen. Als er etwas sagen wollte, legte sie ihm ihre Hand auf seine Lippen und deutete mit dem Kopf nach hinten. Da vernahm Severus auch die Stimmen der beiden Männer, woraufhin er Sisilia weiter mit sich nach hinten in die Ecke zog. In dem Mo-ment traten die zwei auch schon aus dem Verlies heraus. Sie duckten sich noch mehr in die Ecke hinein, dabei trat Sisilia auf eine kleinen Stein und es knirschte leise. Der größer der beiden Männer fuhr erschrocken herum.
„Was war das?“, fragte er leise und ging in ihre Richtung. Sisilia biss sich vor Ärger auf die Unterlippe, während Severus seinen Zauberstab in die Richtung des Mannes hob. Er be-obachtete den Mann genau, der nun langsam auf sie zukam.
„Du siehst wie immer Gespenster, Stuart. Das war bestimmt nur ein Eichhörnchen, das eine Nuss geknackt hat, schließlich sind wir mitten im Wald. Komm lieber und hilf mir das Schloss hier zu reparieren“ sagte der kleinere, woraufhin der Mann mit dem Namen Stuart stehen blieb, sich noch einmal kurz umblickte und dann wieder zu seinem Kollegen ging.
Severus’ Gesicht entspannte sich wieder und er ließ den Arm mit dem Zauberstab erleichtert sinken.
Der große Kerl reparierte das Schloss, das sie wohl zuvor, ohne es anzusehen, gesprengt hat-ten, mit einem Zauberspruch und befestigte es wieder um die Gitterstäbe der Tür. Dann gin-gen die beiden davon.
Severus und Sisilia warteten, bis sie sich sicher waren, dass die beiden weg waren, dann nah-men sie den Tarnumhang ab.
„Das war knapp“, stöhnte Sisilia.
„Wo warst du so lange?“, wollte er von ihr wissen.
„Ich bin ihnen ins Gewölbe gefolgt. Sie haben Kisten hineingetragen mit Fackeln und Kerzen. Ich denke, sie haben Vorbereitungen für Freitag getroffen. Zumindest wissen wir jetzt, dass sie die versteckte Schmiede nicht kennen. Sie sind nur bis zu dem Raum davor gegangen und haben überall Fackeln aufgehängt und Kerzen aufgestellt“, berichtete sie ihm.
„Dann haben wir den Beweis, dass er wirklich hierher kommen wird“, nickte er.
„Woher hast du den Umhang?“, fragte er sie.
„Den hab ich mir von Harry geborgt“, erklärte Sisilia, und als sie seinen nachdenklichen Blick sah, fügte sie noch hinzu: „Mach dir keine Sorgen, er wird nichts sagen. Ich hab ihn gebeten zu schweigen, egal was in den nächsten Tagen passieren wird“, versuchte sie ihn zu be-ruhigen, doch Severus sah sie immer noch skeptisch an.
„Hey, nun komm schon. Ich weiß, dass ich Harry wirklich vertrauen kann“, sagte sie nach-drücklich.
„Schon gut. Komm, lass uns jetzt den Plan fertig machen. Die Kerle werden wohl heute nicht mehr zurückkommen.“
Er richtete seinen Zauberstab auf das Schloss, doch Sisilia schaute ihn überrascht an.
„Das ist jetzt auch egal, die Typen haben vorhin auch gezaubert, dann brauchen wir uns jetzt auch nicht mehr zurückzuhalten“, erklärte er und öffnete das Schloss.
Die Taschenlampen, die noch in der Tasche im Wehrturm lagen, ließen sie da, wo sie waren, und nahmen ihre Zauberstäbe.
„Lumos“, sagten sie beide und betraten das Verlies.
Sisilia vollendete die Pläne nun ebenfalls mit einem Zauber, was bedeutend schneller und genauer ging. Dann machten sie sich wieder zurück auf den Weg in ihre Pension.

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BeitragThema: Re: Sisilias Geheimnis Teil 3   Mi Apr 02, 2008 5:43 pm

Voldemorts Plan




Als sie am nächsten Morgen zum Frühstück hinunter in die Gaststätte gingen, erzählte ihnen die Wirtin aufgeregt, dass gestern zwei neue Gäste angekommen waren. Ebenfalls Leute aus England, aber total ausgeflippte, erklärte sie ihnen. Sisilia sah Severus überrascht an und ü-bersetzte ihm, was die Wirtin ihnen gesagt hatte. In dem Moment ging die Türe zur Gaststätte auf und eine junge Frau mit bonbonrosafarbenen Haaren steckte den Kopf herein.
Sisilia erkannte sie sofort.
„Tonks! Was machst du denn hier?“ rief sie freudig, sprang auf und ging ihr zur Begrüßung entgegen. Tonks öffnete die Türe ganz und Sisilia konnte hinter ihr Kingsley erkennen, der sie nun ebenfalls anlächelte. Kein Wunder hatte die Wirtin so ein komisches Gesicht gemacht, als sie von den beiden sprach. Tonks mit ihrer auffälligen Frisur und Kingsley, ein Farbiger der einen Piratenohrring trug, waren hier schon mehr als auffällig. Zumindest hatten sie beide versucht, sich normale Muggelkleidung anzuziehen, was das ganze Aussehen etwas ab-milderte.
Sisilia nahm Tonks, zur Begrüßung in den Arm, drückte sie kurz und reichte dann Kingsley die Hand. Severus, der auch zu ihnen getreten war, nickte den beiden zur Begrüßung zu.
„Na Severus hat uns doch gesagt, wo ihr zu finden seid“, erklärte Tonks ihr nun auf ihre Fra-ge.
„Oh, das war da, als ich noch geschlafen hab“, schlussfolgerte Sisilia nun und als sie Severus ansah nickte er.
„Ach übrigens, ich finde der Drei-Tage-Bart steht dir gut“, sagte Tonks augenzwinkernd noch so nebenbei zu Severus, der sich darauf hin mit der Hand über das Kinn rieb.
Sisilia grinste ihn an und fuhr mit ihrer Hand über seine Wange.
„Wenn er nur nicht so pieksen würde“, grinste sie dann über das ganze Gesicht.
„Wollt ihr nicht mit uns Frühstücken?“ fragte Sisilia an die beiden gewandt.
„Danke wir haben schon, aber wir werden euch gerne Gesellschaft leisten, wenn ihr nichts dagegen habt?“ sagte Tonks.
„Nein natürlich nicht, kommt setzt euch. Wollt ihr vielleicht einen Tee oder einen Kaffee?“ fragte Sisilia beide.
„Ich würde gerne noch einen Tee trinken“, erwiderte Kingsley und Tonks schloss sich an. Daraufhin bestellte Sisilia noch extra Tee für die beiden und alle setzten sich an den ge-deckten Tisch. Da sie im Augenblick die einzigen Pensionsgäste waren, hielten sich um die Zeit sonst keine anderen mehr in der Gaststätte auf. So konnten sie ungestört reden. Selbst die Wirtin, ließ die vier alleine, nachdem sie das Frühstück herein gebracht hatte.
„Professor Dumbledore hat uns schon mal vorgeschickt, als kleine Verstärkung. Die anderen werden morgen, im laufe des Tages nach und nach hier eintreffen. Remus, Professor McGo-nagall und Professor Dumbledore wollen dann am Freitag nach dem Unterricht kommen“, berichtete Tonks ihnen.
„Was war in der Schule los, nach dieser fingierten Attacke am Montag?“ fragte Severus neu-gierig und schenkte allen Tee nach.
„Remus hat erzählt, dass alle, die keine Ahnung hatten von unserem Plan, doch sehr ge-schockt waren, sie haben es uns abgenommen. Er meinte nur, er hatte den Eindruck, Harry hätte es relativ gelassen aufgenommen, als er es ihm erzählt hat“, erklärte Tonks ihnen mit einem leicht verwundertem Gesichtsausdruck.
Severus sah Sisilia vorwurfsvoll an und presste seine Lippen aufeinander. Tonks fiel der Blick sofort auf.
„Was ist denn?“ fragte sie neugierig und sah beide an.
Sisilia erzählte ihr, dass sie sich Harrys Tarnumhang geliehen und ihn gebeten hatte nieman-den etwas davon zu sagen, aber nicht ohne auch die Geschichte vom gestrigen Abend anzu-fügen und zu erklären, dass der Umhang sie gestern gerettet hatte.
„Severus, Harry wird nichts tun oder sagen, was euch verraten würde, habe keine Angst. Ich denke Remus hat es nur gemerkt, weil er Harry so gut kennt“, versuchte sie Sisilia zu unter-stützen. „Ich finde es jedenfalls gut, dass du ihn dabei hast. Wer weiß, ob er uns nicht doch noch nützlich sein kann“, sagte sie an Sisilia gewandt.
Severus gab sich geschlagen.
„Schon gut, ich glaube euch ja, dass ihr davon überzeugt seid, dass er es für sich behalten wird“ sagte er, doch Sisilia wusste, dass er nicht wirklich davon zu überzeugen war, doch sie wollte vor den Anderen nicht mit ihm darüber diskutieren.
„Wollen wir nicht nach oben gehen und uns einen Plan überlegen?“ fragte Kingsley, um auf ein anderes Thema zu kommen.
„Gute Idee“, stimmten Tonks und Sisilia zu und standen vom Tisch auf.
„Sisilia, du musst wissen, Kingsley ist unser bester Planer, er hat immer die besten Ideen“, erklärte Tonks ihr.
„Tonks, du übertreibst wieder“, sagte Kingsley, der gehört hatte was sie sagte.
„Na sei doch nicht so bescheiden, Kingsley. Ich sage doch nur die Wahrheit.“
Kingsley winkte ab und verdrehte die Augen, so als ob er sagen wollte, gegen diese Frau kommt man nicht an.
Sie gingen auf das Zimmer von Sisilia und Severus, da sich dort alle Unterlagen befanden.
Sie zeigten Tonks und Kingsley die Pläne, die sie gemacht hatten von der Burg und erklärten ihnen alles so gut es ging.
„Wenn ihr wollt, können wir euch das Ganze heute mal bei Tageslicht zeigen, zumindest, das was offiziell zugänglich ist“, bot Sisilia ihnen an und sie stimmten zu.
So machten sie es auch dann. Sie fuhren hinauf zur Burg, mischten sich unter eine Schul-klasse, aus 16 und 17 Jährigen und sahen sich dort unauffällig um. Nach dem Mittagessen setzten sie sich dann zusammen und überlegte, wie sie vorgehen konnten. Wobei Tonks wirklich nicht übertrieben hatte, Kingsley hatte einige gute Ideen parat, wie Sisilia fand. So verbrachten sie den ganzen Nachmittag und den ganzen Abend damit, sämtliche Möglichkeiten durchzuarbeiten. Sie wussten ja nicht, gegen wie viele Todesser sie antreten mussten, was die Sache ungemein beschwerte.
Sie hatten lediglich den Überraschungsmoment, den sie ausnutzen konnten und daraufhin erarbeiteten sie ihren Plan.
Vor allem wollten sie sich die Tatsache zu nutze machen, dass die Anhänger Voldemorts die geheime Schmiede nicht kannten.
Sie sprachen ihren Plan immer wieder durch und versuchten mögliche Probleme auszu-schalten. Dann beschlossen sie recht früh schlafen zu gehen, da sie morgen einen langen Tag vor sich hatten.



*




Der Erste der am nächsten Morgen bei ihnen eintraf war Alastor Moody. Er apparierte im Zimmer von Kingsley und Tonks, die fürchterlich erschrak, da sie nicht damit gerechnet hatte. Sisilia konnte hören wie sie im Nebenzimmer fürchterlich mit ihn zu schimpfen begann,
Bis zum frühen Nachmittag waren noch Arthur, Bill, Mundungus und Elphias Dodge an-gekommen. Sie hatten sich inzwischen alle im Zimmer von Severus und Sisilia eingefunden. Die Pläne lagen ausgebreitet auf dem Bett und alle studierte sie mehr oder weniger, als Sisilia auf ihre Uhr sah und merkte, dass Mittag schon lange vorbei war.
„Leute, ich denke, ich werde mal kurz losziehen und für uns alle etwas zu Essen besorgen“, sagte sie in die Runde und erntete ein Kopfnicken.
„Aber diesmal gehst du nicht alleine“, protestierte Severus.
„Ich komme freiwillig mit“, sagte Tonks und stellte sich zu ihr.
„Keine Angst Severus, ich werde diesmal nicht wieder so kunterbunt einkaufen“, grinste sie ihn an und er hob zweifelnd seine Augenbrauen.
„Was meinst du damit?“ wollte Tonks wissen und blickte von Sisilia auf Severus.
“Ich werde es dir unterwegs erzählen“, antwortete Sisilia mit einem Augenzwinkern und schob Tonks Richtung Türe. Sisilia fischte im vorbeigehen noch nach ihrer Jacke und die bei-den Frauen verließen den Raum.
„Was haltet ihr davon, ich werde euch jetzt mal meinen Plan erklären, solange die Damen für Nahrung sorgen“, sagte Kingsley mit seiner tiefen Stimme und die andern stimmten zu.
Während er ihnen erklärte, wo sich alles genau befand, sah Severus aus dem Fenster. Er be-obachtete, wie die beiden Frauen über den Hof zum Parkplatz gingen und in das Auto stiegen. Leichte Wolken zogen langsam auf dem bisher blauen Himmel auf und verstecken ab und zu die Sonne, so dass es ein Wechselspiel von Schatten auf dem grauen Asphalt gab.
„Also ich hab mir folgendes überlegt: Sisilia, Tonks und Professor McGonagall, werden sich verwandeln und den Eingang im Auge behalten. Sisilia wird uns dann, als Eule mit einem Schrei bescheid geben, wann sie kommen“, Kingsley sah in die Runde und als keiner eine Frage stellte fuhr er fort. Während dessen beobachte Severus, wie Sisilia und Tonks mit dem Wagen davon fuhren.
„Zwei von uns, ich dachte da an Alastor und mich, werden hier“, er deutete auf die Verließe, „mit Tarnumhängen die ganze Sache beobachten.“
Severus wandte sich zu ihnen um.
„Ich fürchte, dass ist keine gute Idee“, sagte er nun zu ihnen und sie sahen ihn alle verwundert an.
„Aber gestern warst du doch mit dem Plan einverstanden?“ fragte Kingsley überrascht.
„Ich habe nichts gegen den Plan, ich meinte nur, dass ich es nicht klug finde, wenn du der zweite Mann neben Alastor bis“, gab Severus zurück.
„Warum nicht?“ wollte dieser nun irritiert wissen.
„Ganz einfach, ich glaube nicht, dass du fähig bist, deine Gefühle zu unterdrücken, wenn Voldemort...“, begann er, doch Arthur, Mundungus und Elphias Dodge zuckten merklich zu-sammen, als gerade Severus Voldemorts Namen aussprach.
„DU nennst du ihn beim Namen?“ wollte Elphias mit seiner fipsigen Stimme wissen.
„Ja, das tue ich, aber das tut jetzt nichts zur Sache. Hör zu Kingsley, Voldemort kann sehr leicht die Gefühle von Menschen in seiner Nähe wahrnehmen. In dem Moment, wenn er an dir vorbeigeht und deinen Hass auf ihn spürt, wird er dich töten, ob er dich sehen kann oder nicht. Deshalb denke ich, dass ich mit Alastor dort warten sollte, ich weiß, dass er seine Ge-fühle unterdrücken kann“, erklärte er ihnen.
Alle sahen ihn erstaunt an, doch Kingsley nickte.
„In Ordnung, soll mir Recht sein“, sagte er.
„Woher habt ihr einen zweiten Tarnumhang?“ wollte Moody nun wissen und sein Magisches Auge drehte sich im Kreis, als er sich im ganzen Haus immer wieder umsah.
„Sisilia hat ihn von Harry ausgeliehen“, erklärte Severus nur kurz.
„Ah“, brummte Moody nur kurz und Kingsley fuhr fort mit seinen Erklärungen, während Se-verus wieder aus dem Fenster sah.
„OK. Dann werden wir noch zwei Gruppen aus dem Rest machen, eine Gruppe wird hier in diesem Geheimen Raum, die einmal eine Schmiede war, warten, während die anderen sich draußen im Wald verstecken werden. Auf Sisilias Zeichen hin, werden wir dann von beiden Seiten, also von der Schmiede und vom Eingang aus, angreifen“, erklärte Kingsley den ande-ren.
„Ich finde den Plan nicht schlecht, so können wir die Kerle so richtig in die Zange nehmen“, sagte Mundungus. Severus, der immer noch am Fenster gestanden hatte, trat zu den Männern.
„Stellt euch das nicht so leicht vor, auf dem engen Raum“, sagte er in die Runde und die Männer sahen ihn an.
„Die Flüche werden euch nur so um die Ohren fliegen, Voldemorts Anhänger haben das ge-übt, sie kommen damit eher klar“, erklärte er ihnen in ruhigen sachlichen Ton.
„Woher weißt du dass?“ fragte Kingsley ihn nachdenklich.
„Kannst du es dir nicht denken?“ fragte er nun doch überrascht. Die Männer sahen ihn an, als ob sie nicht verstanden, was er meinte. Sie wussten wohl, dass er für Voldemort gearbeitet hatte, doch wieso kannte er so gut ihre Angriffstaktik.
„Nun, ganz einfach, weil ich es ihnen beigebracht habe“, erklärte er ihnen und sie sahen ihn erstaunt an.
„Du hast...?“ fragte Arthur.
„Glaubt mir, ich bin nicht besonders Stolz darauf. Doch es hat mir die Möglichkeit eröffnet, Kontakt zu den meisten Anhängern Voldemorts zu knüpfen und auf diese Art und Weise an Informationen heranzukommen.“ Sie sahen Severus einige Sekunden lang stumm an.
„Es macht dir hier niemand einen Vorwurf“, sagte Alastor und sah Severus mit seinem nor-malen Auge eingehend an und die anderen nickten stumm. Severus wusste, dass nicht alle so dachten, doch er überging es einfach.
Dann ging plötzlich die Türe auf und Tonks uns Sisilia traten kichernd ein. Doch sie ver-stummten abrupt, als sie die Gesichter der Anderen sahen.
„Was ist los?“ fragte Tonks und sah in die Runde, doch keiner sprach ein Wort.
Sisilia sah jedem der Reihe nach ins Gesicht und dann blieb ihr Blick an Severus hängen.
„Es ist nichts, wir haben nur gerade den Plan besprochen“, antwortete Kingsley in die Stille hinein.
„Das ist nicht ganz richtig“, widersprach Severus ihm, „Ich hab ihnen gerade erklärt, was ich früher für eine Aufgabe bei den Todessern hatte.“ Sisilia und Tonks sahen ihn an.
„Ich habe sie in den Dunklen Künsten und ihre Verteidigung unterrichtet“, erklärte er den beiden Frauen nun. Tonks blieb der Mund offen stehen und sie sah nun von einem zum ande-ren.
Sisilia aber sah nur Severus an, sie reichte ohne hinzusehen, Tonks ihre Tasche und ging auf Severus zu.
„Das hast du mir nie erzählt“, sagte sie und ergriff seine Hand.
„Es gab nie die Gelegenheit dazu.“ Er schüttelte den Kopf. „Nein das stimmt nicht, ich habe es verschwiegen, ja. Nur Albus wusste es bis jetzt. Doch da es jetzt zu meiner Vergangenheit gehört, zu meiner entgültigen Vergangenheit, musste ich es jetzt sagen, vor allem, wenn ich dem Orden damit helfen kann.“ Er sah Sisilia in die Augen.
„Ich kenne ihre Angriffstaktik genau, denn sie haben sie ja von mir gelernt. Ich denke es ist wichtig, dass ihr darüber Bescheid wisst und euch richtig verteidigen könnt“, sagte er nun an alle gewandt.
„Ach jetzt wird mir klar, warum Dumbledore Sie nie ‚Verteidigung gegen die Dunklen Küns-te’ unterrichten hat lassen“, sagte Bill in Stille hinein.
„Bill, bitte!“ ermahnte Arthur seinen Sohn.
„Nein Arthur, dein Sohn hat Recht. Ich denke Professor Dumbledore hatte, wahrscheinlich mit Recht die Befürchtung, dass ich anstatt Verteidigung, die Dunklen Künste, die fürwahr sehr interessant sind, unterrichten könnte. Ich habe es früher nicht verstanden, aber er tat gut daran, mir „nur“ die Zauberbraukunst zu überlassen“, gab er zu. Als Severus zu den anderen treten wollte, drückte Sisilia noch kurz seine Hand und formte mit den Lippen die Worte: ‚Ich Liebe dich’. Er nickte ihr unmerklich zu.

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BeitragThema: Re: Sisilias Geheimnis Teil 3   Mi Apr 02, 2008 5:44 pm

„Wenn es euch recht ist, erkläre ich euch die Vorgehensweise?“ sagte er nun alle gewandt. Sie nickten stumm und folgten dann gespannt seinen Erklärungen. Als er damit fertig war, be-schlossen sie erst einmal Pause zu machen, bis Dumbledore, Remus und Minerva eintreffen würden.
Bill und Arthur halfen Tonks belegte Brote zu machen, während die anderen noch in Gruppen zusammen standen und miteinander redeten. Sisilia zog Severus auf die Seite.
„Ich wusste ja gar nicht, dass du das alles so gut beherrschst“, sagte sie leise und erstaunt zu ihm.
„Du erwartest doch nicht etwa, dass ich darauf auch noch stolz bin“, fragte er sie missmutig.
„So hab ich das doch nicht gemeint...“, begann sie, doch er lies sie ihren Satz nicht beenden.
„Es tut mir leid, ich wollte dich nicht anfahren, Sil. Aber es gab mal eine Zeit, zu der ich furchtbar Stolz darauf war. Ich war noch nicht mal 20 Jahre alt und Voldemort hat es ‚mir’ aufgetragen seine Armee auszubilden. Kannst du dir vorstellen, was das für ein Gefühl für mich war? Ich der eigenartige Junge, der von allen nur immer von der Seite her angesehen worden war, hatte eine sehr wichtige Aufgabe bekommen. Der große mächtige Dunkle Lord hat erkannt, wie nützlich ich doch für ihn war und mir dieses wichtige Amt anvertraut. Ich war so naiv damals und mein Stolz hat mich Blind gemacht, gegenüber der Realität“, erklärte er ihr.
„Du warst jung und.......“ wollte Sisilia sagen, doch wieder unterbrach er sie.
„Sicher war ich jung und ich hab den gleichen Fehler auch nicht wieder begangen. Nachdem Voldemort zurückkam, hab ich niemanden mehr ausgebildet, das hat inzwischen ein anderer übernommen. Ich hatte ja die Ausrede, mit der wenigen Zeit, da ich nicht so einfach von Hogwarts weg konnte, weil es Dumbledore aufgefallen wäre.“ Er machte eine kurz Pause, als Tonks an ihnen vorbei ging, um die andere Einkaufstasche zu holen, die neben Sisilia stand.
„Indirekt durch mich, weil ich ihnen es beigebracht hatte, starben viele unschuldige Men-schen. Doch damit muss ich leben, das ist wohl mein Schicksal“, fügte er mit finsterer Miene an.
„Severus, aber wenn du es nicht gemacht hättest, dann hätten sie einen anderen gefunden. Du solltest nicht so hart mit dir ins Gericht gehen“, sagte Sisilia und sah ihn besorgt an.
„Ich tue es aber. Sil schaut in die Gesichter der Menschen hier im Raum“, Sisilia tat un-willkürlich was Severus gesagt hatte und sah einen nach dem anderen an.
„Wenn auch nur einer von ihnen heute Nacht nicht mehr zurück kommt, dann ist es irgendwie auch meine Schuld“, sagte er.
„Severus, das ist nicht wahr, du steigerst dich da in etwas hinein. Du kannst dich nicht für jeden Tod, den die Anhänger Voldemorts verübt haben, verantwortlich machen“, sagte Sisilia vorwurfsvoll.
„Das tue ich aber“, sagte er und seine Mine verfinsterte sich.
„Das ist aber falsch. Du warst für Voldemort doch auch nur Mittel zum Zweck, wenn du es nicht gemacht hättest, hätte er einen anderen gefunden. Er ist die Bestie, nicht du. Er hat das aus diesen Menschen gemacht, was sie sind“, sagte sie nachdrücklich.
„Du scheinst dir da sehr sicher zu sein, Sil“, sagte er ungläubig.
„Das bin auch, Severus“, erwiderte sie fest.
„Sil verstehst du nicht? Ich fühle mich verantwortlich für diese Menschen...“, erklärte er schon fast mit Verzweiflung in seinen Augen.
„Nein Severus, keiner hier würde dir jemals dafür die Schuld geben. Du hast die Flüche nicht auf die Menschen losgelassen, dass waren andere“, in ihrem Gesicht lag beinahe ein Flehen.
„Da irrst du dich. Du hast ihre Gesichter gesehen, als ihr rein gekommen seid“, er sah sie ab-wartend an.
„Aber........“, begann sie, doch dann wusste sie nicht mehr, was sie sagen sollte, denn sie hatte in der Tat in die ungläubigen, ja teilweise beinahe schon anklagenden Gesichter der anderen gesehen.
„Lass gut sein, Sil. Ich lebe damit schon viele Jahre, es wird auch weiterhin gehen, vielleicht kann ich es jetzt auch leichter ertragen, da ich weiß, dass es kein Geheimnis mehr ist“, sagte er. Sisilia tat es sehr leid, wie Severus empfand und sie wünschte, sie könnte etwas für ihn tun.
Aber das einzige was ihr im Moment einfiel, war ihn einfach zu umarmen. Er erwiderte ihre Umarmung und presste sie fest an sich, dann hauchte er ihr ein leises ‚Danke, ich liebe dich’ ins Ohr.
„So, es ist angerichtet!“ rief Tonks laut aus und deutete auf den kleinen Tisch, auf dem sich einige leckere Brötchen türmten.

In dem Moment gab es zweimal, kurz hintereinander einen leisen Knall und Remus, und Mi-nerva apparierten in dem inzwischen schon sehr vollen Zimmer.
„Oh hallo, ich sehe wir kommen gerade richtig, das Essen ist fertig“, sagte Remus der genau zwischen Tonks und dem Tisch mit den Brötchen erschienen war. Er trug eine alte ver-waschene Jeans und ein weißes Hemd mit blauen streifen, das auch schon bessere Tage gesehen hatte. Er wandte seinen Blick von dem Essen ab und sah Tonks an.
„Na Sweety, hast du mich vermisst?“ fragte er sie und gab ihr noch bevor sie antworten konn-te einen Kuss.
„Guten Tag, zusammen“, sagte Minerva. Alle grüßten zurück und starrten sie an. Sie waren es nicht gewohnt Professor McGonagall in Muggelkleidern zu sehen, da sie diese, so gut wie nie trug. Sie hatte eine dunkelgraue Stoffhose und eine grünschwarz gemusterte Bluse an, über die sie einen Blazer angezogen hatte, der farblich zur Hose passte.
Man konnte sehen, dass sie trotz ihres Alters immer noch eine sehr gute Figur hatte. Ihr Haar trug sie aber wie gewohnt zu einem Knoten zusammengesteckt.
„Das steht ihnen aber ausgezeichnet“, sagte Sisilia.
„Danke meine Liebe“, erwiderte McGonagall knapp. Dann wandte sie sich an alle.
„Professor Dumbledore wird in einigen Minuten nachkommen. Leider gab es einen kleinen Zwischenfall in der Nähe des Ministeriums. Albus ist der Meinung, dass dies nur ein fingier-tes Ablenkungsmanöver von Voldemort ist, aber er wollte kurz nach dem Rechten sehen.“
„Dann würde ich sagen, wir fangen schon mal mit dem Essen an und wenn er kommt, gehen wir den ganzen Plan noch einmal in allen Einzelheiten miteinander durch“, schlug Alastor nun vor. Alle waren damit einverstanden. So standen sie in Gruppen zusammen oder saßen auf den Betten, aßen und unterhielten sich.
Nach einer Weile traten Tonks und Remus zu Severus der am Fenster lehnte.
„Tonks hat mir das von deiner Tätigkeit bei den Todessern erzählt“, begann Remus, sprach aber so leise, dass es die anderen rundherum nicht mitbekamen. Severus nahm eine leicht stei-fe abwehrende Haltung an.
„Ach ja?“, fragte er ruhig doch seine Mine verfinsterte sich etwas.
„Ja, hat sie. Und ich wollte dir nur sagen, dass ich dich dafür nicht verurteile. Du hast deine Fehler eingesehen und stehst nun auf unserer Seite und nur das zählt für mich“, sagte Remus. Severus sah ihn nachdenklich an.
„Ist das tatsächlich dein Ernst?“ fragte Severus und sah ihn erstaunt an.
„Sicher, was denkst du denn? Oder glaubst du ich sage dir das nur aus Langeweile. Natürlich meine ich was ich sage“, sagte Remus schon fast beleidigt.
„Ich denke genau so“, mischte sich nun auch Tonks in das Gespräch mit ein.
„Siehst du? Ich habe dir doch gesagt, dass du dich irrst. Sie haben dir schon längst verziehen“, sagte Sisilia, lächelte ihn an, ergriff seine linke Hand hinter seinem Rücken und drückte sie.
Er sah Remus einen Moment lang an, doch dann reichte er ihm seine Hand, die Remus nahm und schüttelte.
„Ich danke dir. Du weißt gar nicht, was mir das bedeutet“, sagte er.
„Schon gut. Ich hoffe, du wirst irgendwann auch einmal so über James und Harry denken können“, fügte Remus hinzu. Doch noch bevor Severus darauf antworten konnte, gab es ein erneutes leises Plopp und Albus Dumbledore erschien mitten im Zimmer.
„Endlich, Albus. Ich habe mir schon Sorgen gemacht!“ sagte Minerva erleichtert.
Alle nickten dem Schulleiter zur Begrüßung zu und sahen ihn fragend an. Auch er trug Mug-gelkleider, hätte er nicht diesen langen weißen Bart gehabt, dann hätte ihn wohl kaum einer erkannt. Selbst Sisilia konnte sich nicht daran erinnern ihn jemals in Muggelkleidern gesehen zu haben. Er trug eine dunkelroten, fast braunen Tweed Anzug unter dem er ein beiges Hemd angezogen hatte, er sah richtig britisch darin aus. Er bemerkte wohl die Blicke der anderen, doch er überging es einfach und kam gleich zur Sache.
„Es scheint sich in der Tat wirklich nur um ein Ablenkungsmanöver gehandelt zu haben“, erklärte er, als der die neugierigen Blicke von allen sah.
„Ich habe dem Minister geraten, so wenig Leute wie nötig auf diesen Fall anzusetzen und die anderen im Ministerium, bzw. in Bereitschaft zu halten, da ich es nicht ausschließe, dass es heute Nacht noch mehrere solcher fingierter Angriffe geben wird“, berichtete er ihnen.
Es entstand ein leises Gemurmel.
„Professor, möchten Sie nicht etwas essen, bevor wir den Plan noch mal durch gehen?“ fragte Tonks und hielt Albus das Tablett mir den restlichen belegten Broten unter die Nase.
„Danke meine Liebe, im Augenblick nicht, ich würde jetzt lieber gleich den Plan noch einmal durch gehen, das scheint mir viel dringender zu sein“, sagte er und schaute in die Runde. Sein Blick war sehr ernst, das Leuchten, das normalerweise in seinen Augen zu sehen war, schien verloschen zu sein, er wirkte sehr angespannt und müde. Sisilia sah in besorgt an, was er gleich bemerkte und noch bevor sie etwas sagen konnte, legte er seine Hand auf ihren Arm und flüsterte:
„Es geht mir gut, mach dir keine Sorgen“, dann wendete er sich den Anderen zu, die sich schon um das Bett, auf dem immer noch die Pläne lagen, gestellt hatten.

Kingsley begann erneut die Pläne zu erklärten und alle hörten gespannt zu, gaben kurze Kommentare ab oder nickten nur zustimmend.
„Professor Dumbledore, jetzt müssen wir noch klären, wer wo sein wird“, sagte Kingsley und sah ihn erwartungsvoll an.
„Nun gut“, sagte er und sah in die Runde. „Die Damen kennen ihre Standorte. Sisilia dich hätte ich gerne irgendwo in der Nähe an der Öffnung dieses Kamins. Ich denke mal, dass wir es hören müssten, wenn du dort hineinrufst. Du gibst uns das Zeichen, wenn alle im Verließ sind“, sagte er und Sisilia nickte. Dumbledore seufzte bevor er weiterfuhr.
„Alastor und Severus, sind wie besprochen in den Zellen. Severus bist du dir sicher, dass ihr es schaffen werdet nicht entdeckt zu werden?“ fragte er und sah ihn besorgt über seine Halb-mondbrille an. Er schien diesmal wirklich jedes Risiko vermeiden zu wollen.
„Ich für meinen Teil bin mir sicher und als ich die letzten Male mit Alastor zusammen-gearbeitet habe, hatte ich das Gefühl, wenn es einer schafft dann er. Aber endgültig entscheiden muss er es selber“, antwortete Severus. Dumbledore sah Alastor fragend an, dieser kratzte sich am Kopf und schien kurz zu überlegen.
„Wenn du überlegen musst, werde ich dich nicht dort einsetzen, Alastor, dann wirst du mit den anderen draußen im Wald warten und wenn das Zeichen kommt, werdet ihr hier rein ap-parieren“, sagte er kurz entschlossen. Mad Eye sah ihn kurz an, wagte aber nicht zu wider-sprechen.
„Tut mir leid, ich will auf keinen Fall ein Risiko eingehen“, erklärte Dumbledore, der Mad Eyes Blick auffing.
„So, ich selber werde in dieser Schmiede warten. Dabei hätte ich gerne Kingsley, Arthur, Mundungus und Elphias. Die anderen werden sich im Wald verstecken. Seid ihr einver-standen?“ fragte er in die Runde und alle nickten oder murmelten ein ‚Ja’.
„Schön, dann werden wir noch besprechen was jeder, sobald wir alle in diesem Raum sein werden, für Aufgaben hat. Severus, dich bitte ich festzustellen, wie viele von ihnen es sind und es mir über den Spiegel mitzuteilen, aber mach nur Zeichen. Minerva, du wirst über-prüfen, ob ihm alle in das Verließ gefolgt sind, wenn nicht, werden du und Tonks versuchen, die Männer die oben geblieben, sind auszuschalten. Kommt erst herunter, wenn ihr sicher seid, dass niemand mehr oben ist, dann wissen wir auch Bescheid“, sagte er an Minerva und Tonks gewandt und beide nickten. Auch ihre Gesichter wurden nun ernst und Minervas Lippen waren nur noch ein schmaler Strich, so sehr hatte sie diese zusammen gepresst.
„Die anderen apparieren auf Sisilias Zeichen hinunter und zwar in den Flur vor diesen Raum“, er deutete auf den Raum mit den vielen kleinen Kerkern.
„Falls Voldemort Vorkehrungen getroffen hat und das Apparieren nicht möglich sein sollte, müsst ihr eben laufen“, erklärte er.
„Aber dann wären Sie, bis wir unten sind nur zu fünft gegen alle?“ warf McGonagall ein.
„Das ist ein Risiko, das wir eben eingehen müssen“, sagte Dumbledore mit finsterer Miene.
„So nun möchte ich noch allen grob ihre Aufgaben zuweisen. Da es darum geht Voldemort um jeden Preis daran zu hindern, dass er es schafft alle drei Kinder auf einmal zu töten, um sich ihrer Kräfte zu bemächtigen, hat das absoluten Vorrang“, erklärte er und sah noch einmal in die Gesichter aller.
„Ihr wisst was das bedeutet?“ fragte er, doch nur Severus und Sisilia nickten stumm und be-troffen, doch die anderen sahen ihn fragend an.
„Für den Fall, dass es keine andere Möglichkeit gibt, die Kinder zu retten, müssen wir eines von ihnen töten, dann verlieren alle drei ihre Kräfte und Voldemort hat verloren, zumindest was diese Sache betrifft.“ Tonks stöhnte laut auf und presse ihre Hand auf den Mund. Auch die anderen erschraken und zuckten entsetzt zurück.
„Aber Albus, das kann doch nicht Ihr ernst sein?“ sagte Minerva fassungslos.
„Meine Liebe, das ist mein voller Ernst. Aber beruhigen sie sich, das ist nur der Plan, für den Notfall, ich bete und hoffe, dass es nicht so weit kommen wird. Aber, wenn es die einzige Chance ist, die Welt vor der absoluten Herrschaft Voldemorts zu retten, bleibt uns nichts an-deres übrig“, erklärte er und sein Blick war sehr ernst auf Minerva geheftet, die ihn einige Zeit stumm und geschockt ansah.
„Doch jetzt zu etwas anderem. In dem Raum scheint es sehr eng zu sein, was wiederum be-deutet, wir müssen alle extrem vorsichtig sein“, begann er.
„Das hat Professor Snape uns schon erklärt“, brummte Alastor. Dumbledore wendete seinen Blick an Severus.
„Ich habe es ihnen gesagt Albus, sie wissen was für eine Aufgabe ich früher hatte“, erklärte er knapp. Dumbledore sah in nachdenklich an, es sah so aus, als würde er Severus’ Ent-scheidung, es den anderen zu sagen, nicht für Gut heißen, doch bevor dieser darauf antworten konnte, sprach Kingsley.
„Professor, er hat uns vorhin ein paar sehr gute Tricks gezeigt, wie wir uns vor den Angriffen schützen können“, sagte dieser und Sisilia hatte das Gefühl, er würde Severus unterstützen wollen, was ihr zeigte, dass auch er ihm verziehen hatte. Severus sah ihn nun erstaunt aber zugleich erleichtert an und Sisilia drückte unmerklich seine Hand, die sie immer noch fest-hielt. Er erwiderte ihren Händedruck, doch sah er sie nicht an sondern nickte Kingsley un-merklich zu.
„Gut, dann würde ich sagen, wir machen uns langsam dorthin auf, es wird wohl eine ver-dammt lange Nacht werden“, sagte Dumbledore nun an alle.
Sie machten sich alle bereit; sie wollten in zwei Gruppen in einem Waldstück in der Nähe apparieren.
„Ich wünsch uns alles Glück auf der Welt!“ sagte Albus Dumbledore noch bevor sich die ers-te Gruppe auf den Weg machte.

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BeitragThema: Re: Sisilias Geheimnis Teil 3   Mi Apr 02, 2008 5:47 pm

*




Sie apparierten alle in dem Waldstück, das in der Nähe der Burg lag. Als sie vollzählig waren schickte Albus Sisilia und Minerva, in verwandelter Gestallt zur Burg, um zu überprüfen ob jemand dort war. Sie durchsuchten die Gegend sehr genau. Sisilia nahm sich die Außen-anlagen vor, während Minerva als Katze leichtfüßig durch das Gitter schlüpfte und in das Ge-wölbe eindrang.
Nach fast einer halben Stunde kamen beide zurück. Es wurde nun schon langsam dunkel.
„Ich habe keine Menschenseele gesehen, es scheint alles ruhig zu sein“, erklärte Sisilia nach-dem sie sich wieder zurück verwandelt hatte.
„Unten im Gewölbe ist auch keiner. Aber es ist sehr unheimlich dort. Ach ja und gebt bei den Stufen Acht, die sind sehr heimtückisch, selbst auf vier Pfoten hatte ich meine Probleme“, erklärte sie den anderen.
„Gut dann geht jeder auf seinen Posten“, forderte Dumbledore alle auf.
Arthur klopfte seinem Sohn noch auf die Schulter und folgte Albus. Elphias und Mundungus schlossen sich den beiden an.
Sisilia reichte Severus den Umhang und sah ihn besorgt an.
„Es wird schon alles gut gehen“, sagte er aufmunternd zu ihr, wollte schon gehen, doch dann wendete er sich noch mal um und nahm sie in seine Arme.
„Gib auf dich acht“, flüsterte sie ihm zu und gab ihm einen Kuss.
Doch dann ließ sie ihn schnell wieder los, sie spürte wie die Angst in ihr hoch kroch und da-mit keiner sehen sollte, dass sich ihre Augen mit Tränen füllten, verwandelte sie sich schnell und flog hoch in einen der Bäume und schaute der Gruppe zu, wie sie in dem Verließ ver-schwand.
Sie beobachtete, wie alle ihre Plätze einnahmen. Tonks wandte ihre metamorphmagischen Fähigkeiten an und sie verschmolz optisch farblich komplett mit dem Wald.
Minerva hatte als Katze ihren Platz auf einer der Schlossmauern, in einem dunklen Winkel eingenommen, während die anderen sich weiterhin im Wald verborgen hielten. Sisilia be-schloss noch einmal eine Runde zu fliegen und auch nach dieser Kaminöffnung zu suchen, durch die sie das Signal geben sollten.
Es war nicht leicht diese zu finden, da es im Laufe der vielen Jahrhunderte von Grünzeug ü-berwuchert worden war, aber dann hatte sie Glück durch Zufall fand sie diese schließlich, weil sich in dem Moment ein Tier dort bewegt hatte, das Sisilia wahr genommen hatte.

Es wurde eine lange Wartezeit, in der sich nichts tat. Inzwischen war es vollkommen dunkel, nicht einmal die Sterne konnte man am Himmel sehen, da sich inzwischen viele Regenwolken gebildet hatten. Sisilia hoffte, dass es nicht noch anfing zu regnen, denn das würde die Sicht nicht gerade erleichtern.
Es musste so gegen elf gewesen sein, als sie plötzlich ein Geräusch wahrnahm. Sie drehte ihren Kopf in die Richtung, aus der sie das Knacken vernommen hatte. Dann sah sie zwei Personen auf die Burg zu gehen. Sie flog etwas tiefer hinunter und setzte sich auf einen Ast, von dem aus sie einen guten Blick auf den Eingang zum Verließ hatte.
Sie erkannt die beiden Männer sofort. Es waren dieselben, die sie schon vor zwei Nächten hier gesehen hatte.
Sie sahen sich mehrmals um und sprengten dann mit ihrem Zauberstab das Schloss zum Ver-ließ wieder, die Kette warfen sie achtlos auf den Boden. Dann verschwanden sie in dem Ver-ließ. Danach geschah wieder sehr lange nichts.
Sisilia war inzwischen wieder weiter nach oben in den Baum geflogen, damit sie das Gelände besser überblicken konnte. Mittlerweile konnte sie sehen, dass ein Gewitter heranzog, in der Ferne sah sie schon einige Blitze, aber sie hoffte immer noch, dass es an ihnen vorbeiziehen würde. Sie beobachtete die Wolken mit einem gewissen Argwohn. Sie mochte Gewitter nicht, sie hatte zwar keine wirkliche Angst vor ihnen, aber in diesem Naturschauspiel steckte doch immerhin viel Kraft, die man nicht unterschätzen durfte.
So wanderte ihr Blick immer zwischen dem Weg und den Wolken hin und her, als sie plötz-lich eine Bewegung im Wald wahrnahm. Da kamen tatsächlich Leute. Nach einiger Zeit konnte sie erkennen, dass es eine ganze Gruppe von Leuten waren, die alle schwarze Um-hänge und Masken trugen. Todesser, sie war sich ganz sicher. Jetzt würde es losgehen. Sie schüttelte nervös ihr Gefieder und flog wieder etwas tiefer. Sie zählte um die zwanzig Personen und sie erschrak, sie hatte nicht mit so vielen gerechnet. Mit den beiden, die schon da waren, waren es zweiundzwanzig. Sie streckte ihren Hals, wo war Voldemort? Sie konnte ihn nicht sehen, aber vielleicht war er auch nicht unter ihnen, dachte sie. Auch die Kinder waren nicht dabei, sie wurde merklich unruhig. Die Männer blieben am Eingang des Verlieses stehen. Sie bildeten rechts und links davon zwei Reihen und ließen in der Mitte einen Durchgang. Sie schienen auf die Ankunft von Lord Voldemort zu warten. Sie warteten ruhig, keiner sprach auch nur ein Wort und doch konnte Sisilia sehen, dass die Männer doch sehr aufgeregt von einem Fuß auf den anderen traten. Inzwischen hatte der Wind an Stärke zugenommen und er blies kräftig in die Bäume. Die Blätter rauschten sehr laut und Sisilia war sich inzwischen sicher, dass dieses Gewitter keinen Bogen um sie machen würde, sondern direkt auf die Burg zukam.
Dann plötzlich gab es ein lautes ‚Crack’ und mitten auf dem Burghof erschienen vier weitere Personen. Eine war eine große hagere Gestallt, mit grauen schütteren Haaren und leuchtenden roten Augen. Sisilia erkannte ihn sofort, es war kein anderer als Lord Voldemort.
Die drei anderen waren kleiner und auch nicht so sicher auf ihren Beinen gelandet wie er, sondern waren durch die Wucht des Aufpralls gestürzt und hingefallen. Sie waren wohl mit einem Portschlüssel gekommen, denn in der Mitte der drei lag ein Gegenstand, den Sisilia als einen alten Blumentopf identifizierte.
Sisilia musste sich mächtig zusammennehmen, um nicht aufzuschreien, oder sich gleich auf ihn zu stürzen.
Sie wusste, dass sie es schaffen musste ruhig zu bleiben und konzentrierte sie sich darauf, jedes Detail wahrzunehmen, was dort unten vor sich ging.
Die Kinder standen wieder ganz ruhig auf und sahen Voldemort an, dieser bedeutete ihnen weiterzugehen, was sie auch sogleich taten. Er öffnete seinen Umhang nun ein wenig und Sisilia konnte trotzt des schlechten Lichtes erkennen, dass er Excalibur darunter hatte. Er zog es nun unter seinem Mantel hervor und hielt es mit der Spitze nach oben gerichtet in die Luft.
Selbst durch das Pfeifen des Windes und das Rascheln der Blätter, konnte sie nun sein hohes hässliches Lachen vernehmen, was die ganze Szenerie noch unheimlicher machte, als sie es ohnehin schon war. Ihr ganzer Körper vibrierte vor Anspannung und sie hielt es kaum noch auf dem Baum hier aus.
Sie sah nochmals auf die Kinder, die langsam auf den Eingang zu gingen und ansonsten über-haupt nicht reagierten. Severus hatte wohl recht gehabt, er hatte sie unter dem Imperius Fluch gestellt und die drei waren ihm vollkommen willenlos ausgeliefert.
Voldemort setzte sich in Bewegung, er schickte die Kinder voran in das Verließ und die Män-ner, zwischen denen sie durchgegangen waren folgten ihnen nach und nach. Es sah schon sehr gespenstisch aus, dieser Einzug.
Es blitzte inzwischen immer häufiger und der Wind blies in die Umhänge der Gestalten, doch Sisilia hatte das Gefühl, das Wetter würde den Anhängern Voldemorts nicht das Geringste ausmachen.
Alle bis auf zwei von ihnen betraten das Verließ und Sisilia wusste, dass es langsam Zeit wurde das Signal zu geben. Sie ging im Geiste mit den Kuttenträgern mit und als sie glaubte, dass diese nun langsam unten angekommen sein mussten, stieß sie für die Ordensmitglieder die sich im Wald versteckt hatten den ersten Schrei aus.
Sie beobachtete wie Tonks sich nun näher an das Verlies heran schlich. Sie nutzte die De-ckung der Burgmauer aus, der sie nun sehr ähnlich sah. Auch Minerva schlich sich in der Ge-stalt einer Katze näher an die beiden Typen, die den Eingang bewachten heran. Für Sisilia wurde es nun Zeit zu der Kaminöffnung zu fliegen, was sie auch tat.
Inzwischen hatte es angefangen zu regnen. Dicke Tropfen vielen auf den Boden immer wie-der vom Wind aufgepeitscht, was das fliegen erschwerte. Sie landete direkt davor und stieß ihren Schrei hinein.



*




Severus harrte jetzt schon Stunden in diesem dunklen Verließ aus und nichts geschah. Es machte ihm nichts aus, so lange zu warten, doch waren seine Nerven angespannt. Die anderen waren, nachdem sie sich noch genau umgesehen hatten, in die Schmiede gegangen, um dort zu warten. Severus hatte ihnen noch den Öffnungsmechanismus gezeigt und jetzt hieß es zu warten.
Er saß unter dem Tarnumhang auf dem Boden in dem ersten Verließ beim Eingang, starrte in die Dunkelheit und hatte lange Zeit zum Nachdenken.
Es war viel geschehen den letzen Monaten, sein Leben hatte sich komplett verändert. Niemals hätte er sich träumen lassen, dass er jemals eine eigene Familie haben würde, er hatte ja auch niemals daran geglaubt, dass er einmal eine Frau finden würde, die er wirklich lieben könnte und vor allem die ihn liebte, das hatte er immer für unwahrscheinlich gehalten. Als er das erste Mal dieses Gefühl der Liebe empfand, wusste er nicht wirklich was das war, er fürchtete sich davor und versuchte dieses neue, für ihn so verwirrende Gefühle vollkommen zu ver-drängen. Als ihm das nicht gelang, kämpfte er dagegen an und wendete sich von Sisilia ab. Ihr gegenüber behauptete er, dass er sie nicht lieben würde, ja sogar, dass er zu so einem Ge-fühl nie fähig sei. Dabei richtete sich seine Wut, die er gegen sich empfand, gegen sie. Doch im Grunde hatte er nur Angst gehabt diesem Gefühl nachzugeben und somit seine eigenes ‚Ich’ aufzugeben, wie er glaubte. Als Schutz hatte er dann seinen früheren ursprünglichen Plan, den Posten des Direktors zu bekommen wieder aufgenommen, dabei hatte er zuvor kaum noch daran gedacht. Doch kurz vor der Hochzeit, als er sich seiner eigenen Gefühle bewusst wurde und sie doch nicht akzeptieren und wahrhaben wollte, fing er an verrückt zu spielen. Er mied Sisilias Gesellschaft, wo es nur ging, wenn er sie sah, fühlte er immer wieder dieses Feuer in sich, das Verlangen sie in den Arm zu nehmen, zu küssen oder sie einfach nur anzusehen. Wenn sie nicht in seiner Nähe war, war es zwar auch nicht besser, aber da konnte er sich wenigstens ablenken. Er schüttelte den Kopf, und am liebsten hätte er ihn gegen die Wand geschlagen, weil er erkannte, was für ein Idiot er doch gewesen war. Und beinahe hätte seine Angst und sein Hochmut das Leben Sisilias und ihres Kindes gekostet.
Er schüttelte erneut den Kopf, das war vorbei, er hatte seinen Fehler erkannt und glücklicher-weise lebte Sisilia noch.........
Diese ‚noch’ klang in seinem Kopf nach und schon wieder stieg in ihm die Angst auf, sie zu verlieren. Was, wenn ihr heute etwas passieren würde, was wenn der Dunkle Lord es schaffen würde seinen Plan durchzuführen? Er durfte nicht daran denken, er musste seinen Kopf frei machen von sämtlichen Emotionen, sonst würde „ER“ ihn nachher noch finden. So setzte er sich aufrecht hin und versuchte sich darauf zu konzentrieren seinen Kopf von allen unnötigen Gedanken zu befreien, was ihm aber heute so schwer wie noch nie fiel. Aber nach einiger Zeit schaffte er es doch.
Dann plötzlich vernahm er Schritte die näher kamen. Er stand auf und presste sich gegen die Wand der Kammer, in der er war.
„Nur noch eine halbe Stunde, komm Stuart, wir müssen uns beeilen, die Fackeln müssen alle brennen, bis der Dunkle Lord eintrifft!“ sagte ein Mann mit einer knurrigen Stimme. Severus sah die zwei dunklen Gestalten an ihm vorbeigehen, einer trug eine Fackel in der Hand, mit der er die anderen Fackeln an den Wänden anzündete. Severus überlegte kurz, ob er die Bei-den überwältigen sollte, hielt es aber dann doch nicht für klug, denn vielleicht würde dem Dunklen Lord auffallen, wenn die beiden zu seiner Begrüßung fehlten. So entschloss er sich, die Kerle nur zu beobachten.
„So, fertig. Ich hoffe der Herr wird zufrieden sein mit unserer Arbeit“, sagte der Mann na-mens Stuart und rieb sich die Hände.
„Ich hoffe es auch, nun komm schon, wir werden ihn oben empfangen, wie er es verlangt hat“, antwortete der kleinere Mann und drehte nervös an seinem Schurbart. Severus war nun froh, sich dagegen entschieden zu haben, die beiden ins Reich der Träume zu schicken.
Nun würde es nicht mehr lange dauern. Langsam machte sich Anspannung in ihm breit und er versuchte sich wieder darauf zu konzentrieren, seine Gedanken und Gefühle unter Kontrolle zu bringen. Doch er wusste, wenn es dann soweit war, würde er es ohne Probleme schaffen, wie immer. Er hatte es schon so viele hundert Mal geschafft.
Keine zehn Minuten später hörte er wieder Schritte. Diesmal waren es allerdings mehr Leute, was bedeutete, dass sie kamen.
Er drückte sich wieder gegen die Wand, obwohl er unter dem Tarnumhang sowieso nicht zu sehen war, es war wohl ein Reflex.
Die Schritte kamen nun immer näher und jetzt hatten sie Severus erreicht. Das Erste was er sah, waren die drei Kinder, die allen voraus in das Gewölbe marschierten. Severus erkannte an ihren Augen, dass ER ihnen ihren eigenen Willen genommen hatten, denn ihre Augen wa-ren ausdruckslos und leer. Gleich als nächstes, kam Voldemort selber und hinter ihm folgten seine Anhänger. Severus zählte zwanzig plus dem Dunklen Lord. Es waren doch sehr viele, genau gesagt stand es zwei gegen einen. Er warf noch mal einen vorsichtigen Blick in Rich-tung Treppe, doch es kam niemand mehr nach. Severus zog seinen Spiegel aus der Tasche und aktivierte ihn. Albus erschien im Spiegel, sprach aber kein Wort. Severus zeigte mit den Fingern an, wie viele Todesser sich nun im Gewölbe aufhielten, Albus nickte nur und Severus löschte den Spiegel wieder und steckte ihn zurück in seine Tasche.
Severus verließ sein Versteck und folgte den Todessern bis zum Eingang ins Gewölbe. Dort konnte er sehen wie sich alle in einem Kreis um den Steinblock aufgestellte hatten. Volde-mort selbst stand direkt vor dem Stein und die Kinder ihm gegenüber, nur durch den Stein-block getrennt.
Lord Voldemort hob seine Hand und alle verstummten.
„Lange, sehr lange warte ich schon auf so eine Gelegenheit. Und nun ist sie endlich da!“ be-gann der Dunkle Lord nun zu sprechen. Seine Stimme hallte schaurig von den Wänden wie-der und seine roten reptilienartige Augen leuchteten gefährlich.
Er nahm nun wieder das Schwert und hielt es mit der Spitze in die Luft.
„Dieses Schwert, Excalibur, erschaffen an diesem Ort, von einem mächtigen Zauberer mit Magie beschworen, wird mir nun helfen meinen Macht und meine Herrschaft über die Welt auszubauen!“ wieder lachte er und das hohe hohle Lachen hallte vielmals von den Wänden wieder.

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BeitragThema: Re: Sisilias Geheimnis Teil 3   Mi Apr 02, 2008 5:50 pm

Severus erschauderte, seine Hand packte seinen Zauberstab fester und er starrte auf den Ge-heimgang, der sich jeden Moment öffnen musste.
Voldemort sah die Kinder eindringlich an und Severus wusste, dass er ihnen gedanklich Be-fehle gab. Diese reagierten auch gleich und stellten sich eng aneinander gedrängt hinter-einander auf.
Doch in diesem Moment öffnet sich die Geheimtüre und Albus Dumbledore trat heraus. Alle erstarrten, die Todesser griffen in ihre Taschen und zogen ihr Zauberstäbe, trauten sich aber noch nicht etwas zu unternehmen und sahen Befehle abwartend auf Voldemort, der Dumble-dore hasserfüllt ansah.
„Dumbledore!“ rief Voldemort hasserfüllt entgegen.
„Tom, es wird dir nicht gelingen deinen Plan auszuführen“, sagte Dumbledore ganz ruhig zu ihm.
„Wer will mich aufhalten? Du?“ fragte er ihn und grinste ihn mit seinen teuflischen Augen an.
„Tötet Ihn!“ rief der Dunkle Lord seinen Männern zu und diese richteten ihre Zauberstäbe auf die kleine Gruppe, die gerade die Schmiede verlassen hatte. Dumbledore verschwand mit ei-ner Drehung von der Stelle, auf der er gerade noch gestanden hatte und erschien direkt neben den Kindern wieder. Doch anscheinend hatte Voldemort damit gerechnet, er hatte das Schwert, welches er immer noch in die Höhe hielt, gepackt und richtete es nun auf Dumble-dore. Dieser wich geschickt dem Schwerthieb aus, musste sich dabei aber wieder von den Kindern entfernen. Er nahm seinen Zauberstab und richtete ihn auf Voldemort, der daraufhin den weißen Lichtstrahl, der auf ihn zuschoss mit dem Schwert abwehrte.
„Ist das alles, was du zu bieten hast? Du wirst langsam alt Dumbledore!“ schrie er ihm zu, dann verschwand er von dem Platz auf dem er gestanden hatte, als Arthur im einen Fluch ent-gegen schickte.

Severus mischte sich in dem Moment in den Kampf mit ein, als der Dunkle Lord seinen Män-nern den Befehl zum Töten gab. Er warf den Tarnumhang von seinen Schultern und richtete seinen Zauberstab gegen den Mann, der ihm am nächsten stand und schickte ihn schlafen. Doch dann musste er wieder in Deckung gehen, da mehrere Flüche gleichzeitig auf ihn zu-schossen. Er sprang zurück in den Raum mit den Kammern, dann ging er in die Knie und sah kurz um die Wand herum, beim zweiten Mal richtete er seinen Zauberstab auf eine kleinere Gestalt, die ganz in seiner Nähe an der Türe Deckung gesucht hatte.
„STUPOR!“ rief er und die Person kippte rückwärts um. Als sie fiel, verlor sie ihre Maske und Severus konnte sehen, dass dies eine Frau mit kurzen brünetten Haaren war. Doch er ver-schwendete keinen weiteren Blick auf sie. Er wollte gerade in das Gewölbe stürzen, als die anderen Ordensmitglieder neben ihm apparierten.
Er nickte ihnen kurz zu und sprang vor in den Raum hinein. Die anderen folgten ihm, doch sie hatten nicht vergessen, was er ihnen gesagt hatte, wie sie sich besser schützen konnten. Seve-rus warf sich nach vorn, machte eine Hechtrolle und kam wieder auf seinen Füßen zum ste-hen. Sofort warf er dem Todesser, der ihm am nächsten stand einen Fluch entgegen, aber der reagierte Blitzschnell und duckte sich weg. Doch dieser schien Severus zu erkennen, zögerte einen Augenblick und riss sich die Maske vom Gesicht.
„Lucius?“ sagte Severus nun erstaunt.
„Endlich kann ich das beenden, was ich in Morag Manor, nicht geschafft habe“, fauchte Lu-cius ihm entgegen.



*



Sisilia flog wieder zurück, doch musste sie sehr Acht geben, da die großen Regentropfen und der Wind, der stärker geworden war, ihr das fliegen erheblich erschwerte. Dann konnte sie undeutlich durch den Regen sehen, wie Tonks und Minerva sich an die beiden Bewacher, die inzwischen Schutz vor dem Gewitter im Eingang des Verlieses gesucht hatten, heran-schlichen. Tonks, die mit ihrem Desillusionierungszauber so gut wie nicht von der Wand zu unterscheiden war, hatte die Gestalt auf der rechten Seite schon erreicht. Sisilia konnte zwar nur mehr ahnen, als wirklich sehen, bei dem starken Regen, doch sie glaubte zu erkennen, dass Tonks in ihre Tasche nach Ihrem Zauberstab griff, aber sie schien noch abzuwarten. Die grau getigerte Katze schlich sich vollkommen geräuschlos an den Mann zur linken der Türe heran. Dann schien es Sisilia so, als würde die Katze nicken und in dem Moment verwandelte sich Minerva zurück. Sie hatte ihren Zauberstab gezogen und auf den Kerl gerichtet. Fast gleichzeitig ließen Minerva und Tonks ihre Lähmzauber auf die beiden Wächter los. Diese hatten nicht mal mehr genug Zeit nach ihren Zauberstäben zu greifen und sanken bewusstlos zu Boden. Sie fesselten die beiden und verfrachteten sie in eine dunkle Ecke des Burghofes, wo sie sofort patschnass wurden, aber das schien die beiden Frauen nicht zu stören, im Gegenteil Sisilia konnte erkennen, dass Tonks grinste.
Da kamen auch schon die anderen, die sich im Wald versteckt hatten. Minerva hob den Dau-men, um ihnen zu zeigen, dass soweit alles klar war, dann apparierten die Gruppe hinunter in das Verließ.
Sisilia hielt es hier auch nicht mehr aus, sie flog noch eine extra Runde um zu sehen, ob ir-gendwo noch jemand war, doch der Wind, warf sie mehrmals aus ihrer Flugbahn und in ihrer Nähe zuckten Blitze in den Wald. So beschloss sie ebenfalls hinunter in das Gewölbe zu ge-hen und den anderen zu helfen. Ein lauter Donnerschlag ertönte, als sie gerade den Eingang zum Verlies erreicht hatte und sie zog unwillkürlich den Kopf ein. Das Wetter passte hervor-ragend zu dem Spektakel, dass sich einige Meter tief unter der Erde abspielte, ein Schauer lief ihr über den gefiederten Rücken.
Sie apparierte aber nicht hinunter, sondern sie flog. Sie hörte schon von der Ferne Kampf-geschrei und ihr Magen krampfte sich zusammen. Als sie die Treppe hinter sich gebracht hatte, verwandelte sie sich zurück, zog ihren Zauberstab aus der Tasche und ging weiter. Sie hatte den Raum mit den Kammern erreicht, wo gerade zwei von den Todessern auf Bill, der unter ihnen auf dem Boden lag, einschlugen. Sie richtete ihren Zauberstab auf das Knäuel.
„IMPEDIMENTA!“ rief sie laut und die beiden Kerle erstarrten und kippten von Bill her-unter. Sisilia lief zu ihm und konnte sich gerade noch ducken, als ein gleißender Lichtstrahl vom Gewölbe aus, auf ihren Kopf zu raste.
„Bill? Alles in Ordnung?“ fragte sie ihn und sah ihn besorgt an. Er blutete aus der Nase und sein linkes Auge schien anzuschwellen.
„Danke, ich denke es geht mir soweit gut“, grinste er sie an und wollte aufstehen, doch er rutschte wieder zurück auf den Boden. Sisilia ergriff seine Hand, Bill mobilisierte seine Kräf-te und gemeinsam schafften sie es. Bill stand wieder auf seinen Beinen, etwas wackelig, aber er stand. Sisilia bückte sich und hob seinen Zauberstab auf und streckte ihn ihm entgegen.
„Würdest du die beiden fesseln?“ fragte Sisilia, die ihm so die Möglichkeit geben wollte, sich von den Schlägen noch etwas zu erholen. Bill nickte nur und Sisilia legte ihm kurz die Hand auf die Schulter, bevor sie sich aufmachte in das Gewölbe, wo ein schrecklicher Kampf tobte.
Sie lief geduckt in den Raum hinein, sie konnte sehen wie viele Lichtblitze, rote, weiße und grüne durch den Raum schossen. Ihr Blick fiel nach rechts und sie erkannte Severus, der ei-nem Mann gegenüberstand, der sich gerade die Maske vom Gesicht riss. Dabei viel auch des-sen Kapuze herunter und sie konnte an dem langen weißblonden Haar erkennen wer es war. Sie zögerte keine Sekunde und richtete ihren Zauberstab auf Lucius.
„Malfoy!“ schrie sie ihm entgegen, dieser wirbelte herum und sah sie hasserfüllt an. Doch sie ließ ihm keine Zeit, zu reagieren.
„STUPOR!“ schrie sie und ein roter Lichtstrahl schoss auf seine Brust zu. Sein Gesicht er-starrte vor Schreck, er versuchte noch auszuweichen, doch er hatte keine Chance mehr, er sank getroffen zu Boden und rührte sich nicht mehr.
Severus sah sie überrascht an, doch dann musste er sich wieder ducken, da ein weiterer Fluch auf ihn zugeschossen kam.
Sisilia sah sich um, sie suchte die Kinder und tatsächlich sah sie die drei auch, die seelen-ruhig hintereinander mitten im Raum standen und sich nicht rührten.

Da entdeckte Sisilia plötzlich, wie Voldemort hinter Dumbledore mit stoßbereitem Schwert auftauchte, Albus wirbelte herum, doch noch bevor er reagiere konnte, stieß Voldemort das Schwert nach vorne und rammte es dem total überraschten Dumbledore in den Bauch. Tri-umph war auf Voldemorts Gesicht zusehen, während Dumbledore ihn überrascht und er-schrocken über diese unerwartete Attacke anstarrte.
Sisilia stieß einen Entsetzensschrei aus, als sie das beobachten musste.
Voldemort zog das Schwert wieder aus Albus heraus und dieser griff sich an den Bauch, sah Voldemort mit überraschtem Entsetzen an und kippte zur Seite weg. Sisilia hob ihren Zauber-stab gegen Voldemort, doch dann war dieser wieder plötzlich verschwunden. Sie rannte, so schnell sie konnte, zu ihrem Onkel und ging in die Hocke.
„Onkel, warte ich helfe dir, ich bring dich hier raus“ sagte sie zu ihm, als sie erleichtert er-kannte, dass er noch lebte.
„Nein Sisilia, kümmere dich um die Kinder, die sind wichtiger“, entgegnete er ihr stöhnend. Sie zögerte, denn sie wusste nicht, was sie tun sollte.
„Los! Tu was ich dir sage. Die Kinder!“ schrie er sie nun an und hustete. Er hatte seine Hände auf seinen Bauch gepresst und stöhnte vor Schmerzen. Sisilia war starr, sie fühlte Angst und Verzweifelung in sich aufkommen, doch dann nickte und schweren Herzens wandte sie sich um.
Um sie herum herrschte ein fürchterliches Gemetzel. Mundungus lag ohnmächtig am Boden, während Arthur, der eine klaffende Wunde auf der Stirn hatte mit einem der Todesser rang.
Auf einmal tauchte Voldemort wieder auf. Er stand vor den Kindern und fing an irgendetwas zu murmeln. Er hatte das Schwert erhoben und Sisilia konnte sehen, dass es anfing leicht zu glühen, erst leuchtend blau, aber dann wurde das Glühen immer stärker und das Schwert be-gann in einem hellen Licht zu erstrahlen, genauso, wie sie es vor ein paar Tagen in ihrer Vi-sion gesehen hatte.
Dann hob Voldemort es über seinen Kopf, seine Augen leuchteten diabolisch, sie schienen gegen das helle Licht des Schwertes anzuleuchten. Sisilia konnte dann nur noch dieses grelle Licht und Voldemorts rote reptilienartige Augen sehen. Sie hob eine Hand vor ihre Augen, so grell leuchtete dieses Licht nun. Dann war ihr klar was er vorhatte. Er wollte den Kindern, die hintereinander standen, mit einem Stich ihre Herzen durchbohren.
Das musste sie auf jeden Fall verhindern.
Sie spurtete los und warf sich in dem Moment, als er mit dem Schwert zustoßen wollte gegen die Kinder. Sie kippten gemeinsam zur Seite, doch dann spürte sie plötzlich einen furchtbaren Schmerz in ihre Schulter. Erst als sie mit den Kindern auf dem Boden aufschlug, wurde ihr bewusst was es war. Das Schwert hatte die Kinder verfehlt und hatte stattdessen sie getroffen. Doch sie hatte noch Glück im Unglück, eine Sekunde später und das Schwert hätte sie nicht nur verletzt, sondern durchbohrt.
Voldemort heulte auf, als er sah, dass Sisilia sein Vorhaben durchkreuzt hatte. Wütend wollte er auf sie losgehen, doch dann kam Kingsley und rannte wie ein Irrer auf Voldemort zu. Als dieser das sah, verschwand er wieder von einem Moment auf den anderen.
Sisilia hielt sich ihren linken Arm, der höllisch schmerzte und den sie nicht mehr bewegen konnte, sie spürte wie Blut aus der Wunde herauslief. Sie suchte ihren Zauberstab, den sie bei der Aktion mit den Kindern verloren hatte. Er lag ungefähr einen Meter von ihr entfernt. Sie robbte unter Schmerzen darauf zu und ergriff ihn. Dann sah sie, wie die drei Kinder sich plötzlich erhoben und direkt auf Albus Dumbledore zugingen. Sie knieten sich um ihn herum und hielten sich an den Händen fest. Sisilia konnte sehen, dass ihre Münder sich bewegten, sie schienen irgendetwas zu murmeln und dann sah sie, wie ein leichtes blaues Glühen auf Albus’ Bauch erschien, das aber sogleich wieder verschwand. Was war geschehen, was hatten die drei da gemacht?
Sisilia wollte ebenfalls zu ihnen rüber, doch sich schaffte es nicht gleich aufzustehen. Die Verletzung schien doch etwas schlimmer zu sein, als zuerst gedacht hatte und sie stöhnte auf, als sie versuchte ihren Arm zu bewegen. Sie hatte sich gerade mit großer Mühe hingekniet, als plötzlich Voldemort wieder vor ihr erschienen. Er baute sich keinen Meter vor ihr auf, sah sie mit hasserfüllten Augen an, erhob abermals das Schwert und wollte es ihr ins Herz stoßen.
Sisilia sah ihn erschrocken an. Seine entschlossenen kalten Augen verrieten ihr, dass sie keine Chance mehr hatte. Ihr Blick fiel an Voldemort vorbei und sie sah Severus, der sich gerade mit einem der Todesser ein verbittertes Duell lieferte, aber in dem Moment, als sie ihn ansah, wendete auch er seinen Kopf und blickte ihr genau ins Gesicht. Seinen Augen weiteten sich, als er erkannte was da geschah, doch blieb ihm keine Zeit zu reagieren, dazu war er auch zu weit weg.
Sie wusste, dass Excalibur sie töten konnte, da er sie vorhin schon damit verwundet hatte.
„Diesmal wirst du sterben, verfluchtes Weib!“ schrie Voldemort sie hasserfüllt an und Sisilia wandte unwillkürlich ihren Blick auf den leuchtenden kalten Stahl, der über ihr schwebte. Dann ging alles sehr schnell.
Sie versuchte noch auszuweichen, indem sie sich nach hinten fallen ließ, doch sie musste noch während dem Fallen erkennen, dass er damit gerechnet hatte und sie wusste nun, die Klinge würde sie in den nächsten Sekunden durchbohren.
Doch plötzlich tauchte eine Gestallt vor Sisilia auf, die sich zwischen sie und Voldemort stell-te. Dieser konnte seinen Schwung nicht mehr bremsen und stieß das Schwert in die Person vor ihm, mit voller Wucht hinein.
Sie hörten nun einen hasserfüllten Schrei, den Voldemort ausgestoßen hatte und Sisilia wurde sofort klar warum.
Die Person vor ihr, war niemand anderes, als............ eines der drei Kinder. Sisilia stieß einen entsetzten Schrei aus, als das Mädchen neben ihr auf den Boden stürzte, das Schwert steckte immer noch in ihrem Körper.
Sisilia blickte in das wutentbrannte Gesicht von Voldemort, der nun zornig und wütend auf Sisilia und das Kind blickte.
„Tom!“ rief nun Dumbledore, der sich erhoben hatte, „Du hast verloren, gib endlich auf!“ rief er ihm entgegen. Voldemort wendete seinen Kopf und als er sah, dass Albus Dumbledore unverletzt vor ihm stand, verwandelte sich sein Gesicht in eine fürchterliche Grimasse.
„Das werdet ihr noch bitter bereuen!“ fluchte er. „Verschwindet von hier!“ rief er noch seinen Anhängern zu und löste sich von einer Sekunde auf die andere, vor ihren Augen auf.
Diejenigen von Voldemorts Gefolgschaftsleuten, die noch dazu in der Lage waren, disappa-rierten ebenfalls und es wurde mit einem Mal sehr ruhig in dem Gewölbe.
Sisilia blickte in das Gesicht des Mädchens das nun lächelte, ja sie lächelte und Sisilia sah sie erstaunt und erschrocken an.
„Warum?“ fragte sie Elisabeth und hob ihren Kopf etwas an. „Warum in aller Welt hast du das getan?“ fragte Sisilia und Tränen schossen ihr in die Augen.
„Jetzt wird er nie wieder die Chance auf so viel Macht bekommen“, es klang so verdammt erwachsen, wie Elisabeth das sagte und sie wirkte irgendwie erleichtert dabei.

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BeitragThema: Re: Sisilias Geheimnis Teil 3   Mi Apr 02, 2008 5:52 pm

„Würden Sie bitte meiner Mutter sagen, dass ich sie liebe?“ fragte sie noch mit letzter Kraft und Sisilia nickte nur stumm, sie brachte kein Wort über ihre Lippen. Dann schloss Elisabeth die Augen und ihr lebloser Körper sackte unter den Händen von Sisilia in sich zusammen.
Als Sisilia aufblickte, sah sie, dass die Ordensmitglieder sich um sie und Elisabeth herum gestellt hatten, keiner sprach auch nur ein Wort, alle starrten auf sie und das Kind.
Sie sah Dumbledore in die Augen, in unendlich traurige Augen, sie wollte etwas sagen, öffne-te den Mund, doch kein Ton drang daraus hervor.
Severus trat nach vorn, reichte Sisilia seine Hand und half ihr beim Aufstehen. Er wollte sie in den Arm nehmen, doch sie zog Ihre Hand aus der seinen und lief hinaus. Sie wollte einfach nur raus, sie hielt es nicht mehr aus.
Severus machte anstallten ihr zu folgen, doch Albus hielt ihn an der Schulter fest.
„Nein, lass ihr ein paar Minuten Zeit!“ sagte er zu ihm und Severus folgte ihr mit seinen Bli-cken in den Gang, in den sie gerannt war.

Sisilia verstand die Welt nicht mehr. Sie rannte die Stufen hinauf den Gang entlang und hin-aus auf den Burghof. Es hatte inzwischen aufgehört zu regnen, doch es blies immer noch ein starker Wind. Sisilia rannte bis zum Wehrturm in dem sie sich versteckte. Sie kauerte sich auf dem Boden zusammen. In ihrer Schulter pochte ein heftiger Schmerz, der aber nichts war, im Vergleich zu dem, was sie in ihrem Herzen empfand. Sie konnte immer noch nicht verstehen, warum Elisabeth das getan hatte. Warum hatte das Mädchen sich für sie geopfert. Das Kind hatte doch sein Leben noch vor sich. Sie brach in Tränen aus, sie konnte sie nicht mehr zu-rückhalten, es war einfach alles zuviel gewesen, so saß sie da und ließ ihren Gefühlen freien Lauf.
Einige Minuten später hörte sie in der Ferne eine Stimme.
„Sisilia?“, es war Severus, der sie wohl suchte. „Sil? Wo bist du?“ rief er, doch sie konnte nicht antworten, ihr Kehle war immer noch wie zugeschnürt. Sie hörte seine Schritte, die im-mer näher kamen, doch sie war nicht fähig sich zu bewegen oder etwas zu sagen, so saß sie nur da und wartete ab.
„Sil?“ fragte er noch mal und betrat nun ebenfalls den Wehrturm.
„Da bist du ja, warum hast du nicht geantwortet?“ fragte er und kniete sich neben sie. Immer noch unfähig ein Wort zu sagen, schlang sie ihre Arme um ihn und er hielt sie eine ganze Weile tröstend fest. Als sie sich von ihm löste sah er sie fragend an.
„Warum hat sie das getan?“ fragte sie Severus nun, „Warum hat sie sich für mich geopfert, ich verstehe das nicht“ sagte sie, immer noch mit Tränen in den Augen.
„Sie hat sich nicht nur für dich geopfert Sil, sie hat es für uns alle getan. Jetzt wird Voldemort nie wieder die Chance haben, an so viel Macht zu kommen“, erklärte er ihr und wischte ihr mit den Fingern die Tränen von der Wange.
„Aber sie war noch ein Kind“, warf Sisilia ein.
„Sicher war sie dass, doch ein ganz besonderes Kind, vergiss das nicht“ sagte er und sah sie eindringlich an.
„Du hörst dich an wie mein Onkel“ sagte sie und musste unwillkürlich kurz lächeln
„Ich gebe zu, es waren seine Worte, er hat das vorhin auch zu uns gesagt“, erklärte er ihr und Sisilia nickte. Doch dann viel ihr mit Schrecken etwas ein.
„Wie geht es meinem Onkel? Er war doch verletzt?“ wollte sie nun wissen.
„Er war verletzt? Ich habe nichts bemerkt. Er schien vorhin vollkommen gesund zu sein“, sagte er überrascht. Sisilia sah ihn verständnislos an.
„Und was ist mit den anderen?“ fragte sie nun vorsichtig.
„Es sind alle am Leben, vom Orden, wenn du das meinst. Mundungus hat es ziemlich er-wischt, er wird wohl ne Weile keine geklauten Kessel mehr verkaufen können, aber ich bin sicher, er wird es schaffen.“ Sisilia musste kurz lachen, als er das sagte.
„Na siehst du, so gefällst du mir schon viel besser. Der Rest hat nur ein paar kleine Kratzer und Schrammen, aber nichts, was der Rede wert ist. Komm, lass uns zu den anderen gehen, sie kümmern sich noch um die Todesser und verpacken sie für die Reise“, erklärte er. Sisilia nickte und wollte aufstehen, als ihr die Verletzung an der Schulter wieder schmerzhaft in Er-innerung gerufen wurde, bei dem Versuch sich mit dem linken Arm abzustützen.
„Ah...!“ stöhnte sie auf.
„Warte mal, zeig her“, sagte er und wollte sich ihre Verletzung genauer ansehen. Er nahm seinen Zauberstab.
„LUMOS“ sagte er und ein Licht erschien auf der Spitze seines Zauberstabes.
„Das sieht aber nicht gut aus“, brummte er und sah Sisilia besorgt an, „es blutet ziemlich stark. Ich werde es erst mal verbinden, aber damit solltest du schnellstens zu einem Heiler gehen“, sagte er, ergriff den Ärmel ihrer Bluse und riss den Stoff um die Wunde weiter auf.
„Aauu!“, stöhnte Sisilia auf, „das tat weh!“ schimpfte sie nun.
„Tut mir leid, mein Schatz, aber das musste sein“ erklärte er ihr, richtete nun seinen Zauber-stab auf ihre Schulter, murmelte einen Spruch und in null Komma nichts war ihre Schulter verbunden.
„Kannst du aufstehen?“ fragte er sie und streckte ihr seine Hand entgegen.
„Sicher kann ich aufstehen, ich hab ja nichts an den Beinen sondern...“
„...nur was an der Schulter, ich weiß“ beendete er ihren Satz und grinste sie an.
„Du lernst schnell“, erwiderte sie ihm spitz, denn sie wusste, worauf er anspielte. Damals als ihr Großvater zusammengeschlagen worden war, hatte dieser ihm eine ähnliche Antwort ge-geben.
Er zog sie auf die Beine, hielt ihre Hand weiterhin fest und sah sie an.
„Was ist?“ fragte sie und zog ihre Augenbrauchen nach oben.
„Ich hatte gehofft, du würdest dich noch für den Verband bedanken?“ sagte er und sah sie wieder mit diesem gewissen Blick an, den sie nur allzu gut kannte.
„Du bist unverbesserlich“, antwortete sie ihm, doch sie stellte sich auf ihre Zehenspitzen und gab ihm einen Kuss.
Dann gingen sie zurück zum Verlies. In dem Moment kamen die Ordensmitglieder heraus. Sisilia lief ihrem Onkel entgegen und musterte ihn.
„Was ist geschehen? Geht es dir gut?“ fragte sie ihn besorgt.
„Ich bin vollkommen in Ordnung mein Kind“, antwortete er ihr.
„Aber... „ begann sie.
„Ja du hast richtig gesehen, Voldemort hatte mich mit dem Schwert verletzt, aber die Kinder haben mich gerettet. Es war wohl das erste und einzige Mal, dass die drei ihre Kräfte ein-gesetzt haben“, sagte er traurig und warf einen Blick auf Diana und Joseph. Sie sah ebenfalls zu den beiden und sah, dass Minerva die beiden Kinder bei sich hatte, die sich verängstigt an sie drückten.
Sisilia sah die zwei an und sie konnte nicht anders, auch wenn ihre Schulter weh tat, sie muss-te die beiden Kleinen einfach zum Trost in den Arm nehmen.
Als sie sich wieder erhob, sah sie Albus fragend an.
„Was werden wir jetzt tun?“
„Wir kehren zurück nach London. Ich werde im Ministerium bescheid geben, sie sollten die Gefangenen abholen. Minerva wird die Beiden gleich nach Hogwarts bringen. Sie sind jetzt jedenfalls nicht mehr in Gefahr“, erklärte er ihr und Sisilia nickte nachdenklich.
„Was ist mit Excalibur?“ fragte sie, da sie es nirgends gesehen hatte.
„Ich habe es vernichtet. Ich habe es in dem Ofen eingeschmolzen, in dem es einst ge-schmiedet wurde“, erklärte er und sah sie über seine Halbmondbrille hinweg an.
„Dann gehen wir mal, es gibt für uns hier nichts mehr zu tun“, erklärte er, ergriff den Blumen-topf der auf der Erde lag, den Voldemort als Portschlüssel benutzt hatte, stellte ihn vor ihnen auf, zog seinen Zauberstab und tippte ihn kurz an.
„PORTUS!“ Der Blumentopf vibrierte kurz und blieb dann wieder ruhig liegen. Dann nahm er noch das kaputte Schloss von der Gittertür legte es auf den Brunnen und sagte erneut:
“PORTUS.“ Auch dieser zitterte kurz und lag dann wieder ruhig vor ihnen.
„Minerva, du und die Kinder ihr werdet diesen Portschlüssel nach Hogwarts nehmen.“ Er deutete auf das Schloss.
„Die anderen möchte ich in London noch einmal sprechen, außer Mundungus, der sollte so-fort ins St. Mungos“, erklärte er und nickte allen zu.
„Ich werde ihn, wenn wir in London sind gleich dorthin bringen“, sagte Remus und Albus nickte nur kurz zur Antwort. Sisilia fiel erst jetzt auf, dass auch er einige schlimmere Ver-letzungen auf seiner Brust und im Gesicht hatte. Als er merkte wie Sisilia ihn ansah, winkte er aber ab, so als ob er sagen wollte, bin schlimmeres gewohnt. Sisilia nickte und wandte sich wieder an ihren Onkel.
„Ist es in Ordnung, wenn Severus und ich später nachkommen? Ich würde gerne noch die Sachen aus der Pension holen, die Rechnung bezahlen und so weiter“, fragte Sisilia ihren On-kel.
„Sicher, mach das mein Kind“, sagte er und nickte den beiden zu.
Sie beobachteten noch, wie sich alle auf den Rückweg machten und wollten sich dann, als alle weg waren auch auf den Weg in ihre Pension machen.


*



„Wo ist eigentlich Harrys Tarnumhang?“ fragte Sisilia, der gerade einfallen war, dass sie ihn nicht mehr gesehen hatte.
„Der liegt noch unten in einer der Kammern, den hab ich total vergessen“, erklärte er und wendete sich zum Kerker, um ihn holen zu gehen.
„Warte ich komm mit“, sagte Sisilia, die keine Lust hatte, alleine hier draußen stehen zu blei-ben. Sie stiegen hinunter und als sie den ersten Raum erreicht hatten, konnte Sisilia sehen, dass hier acht Todesser, als Pakete verschnürt auf dem Boden lagen.
„Sind das alle, die ihr erwischt habt?“ fragte Sisilia in die Stille hinein?
„Ja, die anderen sind alle entkommen“, berichtete er und hob den Umhang vom Boden auf.
Sisilias Blick fiel auf Malfoy und es kam eine gewisse Genugtuung in ihr auf, als sie ihn so da liegen sah. Severus sah ihren Blick und trat neben sie.
„Das war ein guter Fluch, der schläft immer noch wie ein Baby“, sagte Severus und konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen.
„Er hatte auch noch einiges Gut bei mir“, erklärte sie und grinste nun zurück.
„Gut komm, dann lass uns von hier verschwinden, ich hab genug von Verließen und Höhlen“, sagte er zu ihr.
„Das sagst ausgerechnet du, der immer gern unter der Erde wohnt“, gab Sisilia Spitz zurück.
„Ach man wird ja wohl auch mal seine Meinung ändern dürfen, oder?“ antwortete er ihr, doch noch bevor sie dazu kam, etwas darauf zu erwidern, knallte es um sie herum und mehrere Todesser erschienen vor ihnen. Sisilia zählte mind. acht von ihnen. Severus zog blitzschnell seinen Zauberstab und richtete sie gegen diese Kerle, die auch nicht lange zögerten und die Beiden angriffen. Sisilia zog ebenfalls ihren Zauberstab, doch nicht schnell genug. Ein roter Lichtblitz schoss auf sie zu, doch wie schon einige Male zuvor, spürte sie wieder dieses Krib-beln, das von ihrem Bauch ausging und als sie der Blitz erreichte, prallte er wieder an ihr ab und schoss zurück auf seinen Verursacher, der damit nicht gerechnet hatte und den der Blitz voll traf, er kippte zur Seite weg, wo er dann regungslos liegen blieb.
Die Todesser waren trotzdem eindeutig in der Überzahl und es blieb ihnen nichts anderes üb-rig, als zu flüchten.
„Raus hier“, schrie Severus ihr zu. Das ließ sie sich nicht zweimal sagen, sie schickte noch zwei, drei Flüche auf die Männer, die sich in Deckung warfen und rannte hinter Severus her.
Sie stolperten mehr schlecht als recht die Treppen nach oben, der einzig Trost war, dass es den Männern auch nicht besser erging, denn sie hörten sie immer wieder fluchen.
Sie hatten endlich den oberen Gang erreicht, als sie von draußen auch Stimmen hörten. An-scheinend waren auch einige von ihnen auf dem Burghof aufgetaucht, um ihre Kumpanen zu holen. Sie hatten nie und nimmer damit gerechnet, dass die Anhänger Voldemorts zurück-kommen würden.
Dann hörten sie von unten Rufe.
„Haltet sie auf!“ schrie einer von denen, worauf die Kerle von draußen herein kamen. So sa-ßen sie in der Falle.
Sisilia und Severus sahen sich fragend an. Da hatte Sisilia eine Idee.
„Da rein“ sagte sie und deutete auf das Loch. Severus sah sie entsetzt an.
„Nun mach schon, vertrau mir“, sagte sie und als er immer noch keinen Anstallten machte, sich zu bewegen, stieß sie ihn kurzerhand in das Loch hinein. Und das keine Sekunde zu früh. In dem Moment bogen die Todesser von unten um die Ecke. Sisilia grinste ihnen noch kurz zu und sprang ebenfalls in das Loch hinein.
Zuerst fiel sie einfach nur, doch dann merkte sie, wie der Fall unmerklich gebremst wurde, bis sie zum Schluss fast nur noch schwebte.
Sie hörte unter sich Severus fluchen und spürte plötzlich, wie sie auf dem Boden aufschlug. Nicht sonderlich hart, nur so, als sei sie von einer zwei Meter hohen Mauer gesprungen.
“LUMOS“, sagte Snape und die Spitze seines Zauberstabes leuchtete auf. Er war gerade noch einen Schritt zur Seite getreten, bevor Sisilia ebenfalls hier unten ankam.
„Woher wusstest du, dass dieses Loch verzaubert ist?“ fragte er sie nun, doch er machte dabei keinen glücklichen Eindruck.
„Ich wusste es nicht, es war nur so ein Gefühl“, erwiderte Sisilia ihm.
„Vielleicht solltest du auch ab und zu dein Gehirn einschalten und nicht nur immer mit den Gefühlen arbeiten“, sagte er wütend und schroff. Sisilia sah ihn überrascht an.
„Wir hätten auch einfach apparieren können, anstatt solche Experimente zu betreiben“, er-klärte er sichtlich wütend.
„Tut mir leid, daran hab ich nicht gedacht“, antwortete sie und ärgerte sich über sich selber, dass sie auf die einfachste Lösung nicht gekommen war.
„Das können wir dann ja jetzt machen“, sagte sie zerknirscht.
„Wenn das hier drin möglich ist, denn ich glaube wir sind hier in einer magischen Höhle ge-landet, die mit allem möglichem gesichert wurde. Ich kenne solche Orte nur vom Hörensagen, aber wenn ich recht habe, dann haben wir ein gewaltiges Problem!“ erklärte er ihr und sah sich in der Höhle, die zwar drei Meter hoch war, aber ansonsten keine acht Meter im Durch-messer hatte nach allen Seiten um.
„Ich verstehe nicht was du meinst?“ fragte Sisilia ihn.
„Versuche es erst mal mit dem apparieren, dann reden wir weiter“, forderte er sie auf.
Sisilia konzentrierte sich, merkte aber sehr schnell, dass er Recht hatte. Doch noch etwas spürte sie plötzlich, etwas war sehr merkwürdig an diesem Raum, sie wollte sich schon um-drehen und weiter in die Höhle gehen, als Severus sie festhielt.
„Nicht, bleib stehen!“ sagte er. „Wenn wir einen falschen Schritt machen, kann das unser letz-ter gewesen sein“, erklärte er ihr.
„Ich bin davon überzeugt, dass hier überall Fallen eingebaut sind“, sagte er und leuchtete mit seinem Zauberstab die Decke und die Wände ab.
„Du meinst wie bei Indiana Jones?“
„Bei wem?“ fragte er irritiert.
„Ach vergiss es, ich war wohl doch zu lange unter Muggeln“, antwortete sie kurz.

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Mit Zauberei hat das Geschichtenschreiben eben auch zu tun! Cornelia Funke (Tintenherz)

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Sisilia
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BeitragThema: Re: Sisilias Geheimnis Teil 3   Mi Apr 02, 2008 5:52 pm

„Und was schlägst du vor?“ fragte Sisilia ihn, während sie auch ihren Zauberstab aus der Jacke zog.
“LUMOS“
„Ganz ehrlich? Ich hab keine Ahnung. Nein warte mal, dein Amulett! Vielleicht versuchst du es damit einmal“, fiel ihm plötzlich ein. Sisilia nickte und zog es unter ihrem Shirt hervor. Sie nahm es in ihre Hand und begann sich zu Konzentrieren.
Es dauerte eine ganze Weile, sie war schon drauf und dran gewesen es aufzugeben, als sie dann doch etwas sah.
„Verdammt, du hattest Recht! Ich sehe etwas, da vorne, da ist eine Fallgrube mit Schlangen. Nein es sind keine normalen Schlangen, diese haben 3 Köpfe“, Sisilia schüttelte sich.
„Runespoor“, erklärte Severus, „Haben sie zufällig auch Eier drin?“ fragte er nun neugierig.
„Eier?“ fragte Sisilia irritiert und sah ihn verwirrt an.
„Ja sicher, die sind sehr schwer zu bekommen und wenn man mal rankommt sehr teuer, wir könnten doch hier einige mitnehmen“, erklärte er ihr, doch sie sah ihn verwundert an.
„Ich denke wir sollten uns lieber darüber Gedanken machen, wie wir hier raus kommen“, sag-te sie und versuchte sich wieder zu konzentrieren.
„Ich vertraue dir da voll und ganz, du hast einen Weg hier rein gefunden und du wirst auch wieder einen raus finden“, erklärte er sarkastisch und sah sich vorsichtig um.
Sisilia schloss wieder ihre Augen, doch sie konnte sonst nichts erkennen.
„Verdammt, ich kann nichts erkennen.“ sagte sie resigniert. „Das ist auch noch viel zu neu für mich, ich komme damit noch nicht zurecht. Alles was ich bisher gemacht habe, hatte mit Vi-sionen zu tun und die kamen meistens zu mir. Ich hab nur selten bewusst versucht etwas zu sehen“, sagte sie und sah Severus verwirrt an. Gibt es nicht einen Zauber, der verhindert, dass diese Mechanismen ausgelöst werden, ich meine derjenige der das gebaut hat, musste sich doch auch hier unten sicher bewegen können“, sagte Sisilia und ließ ihr Amulett los.
„Das gibt es sicher, nur wird es hier nirgends stehen und alles mögliche ausprobieren können wir doch auch schlecht“, sagte Severus nun doch etwas besorgt.
„Severus, es tut mir so leid, ich bringe uns immer wieder in Schwierigkeiten“, sagte sie schuldbewusst und hob ihre Hände vors Gesicht. Severus ergriff ihre Hände und sah sie an.
„Hey, wir schaffen das schon, du musst nur die Ruhe bewahren und dich konzentrieren“, sag-te er beruhigend zu ihr. Sie war sich da nicht so sicher und sah ihn skeptisch an.
Sie machte einen Schritt nach vorne und wollte Severus umarmen, als ein leises Knacken von der Wand rechts neben ihnen zu hören war. Severus packte Sisilia an den Schultern und drückte sie zu Boden. Keine Sekunde zu spät, denn plötzlich zischte ein riesengroßes Fallbeil waagerecht über ihre Köpfe, dass sie glatt in Brusthöhe halbiert hätte. Es zischte über sie hinweg und blieb in der gegenüberliegenden Felsenwand stecken, mit so einer Kraft, war es dagegen geknallt.
„Ahhhh“ stöhnte Sisilia kurz auf, da Severus ihr bei der ganzen Aktion auf die verletzte Schulter gedrückt hatte.
„Oh tut mir leid, ich habe nicht mehr dran gedacht“, entschuldigte sich Severus und sah sie an.
„Nicht so schlimm, besser als jetzt in zwei Teilen, hier auf dem Boden zu liegen“, sagte sie und es lief ihr eiskalt den Rücken herunter. „Was ist denn geschehen?“ fragte sie nun ver-dutzt. Mit seiner Hand deutet Severus auf den Boden unter sich.
„Wir stehen hier auf einer Art Platte und ich denke sobald sich das Gewicht verändert, löst es einen Mechanismus aus“, erklärte er und leuchtete den Boden mit dem Zauberstab ab. Sie konnte sehen, dass sie, als sie zu Severus getreten war, auf diese besagte Platte getreten war.
„Warum wurde dieser nicht schon ausgelöst, als du drauf getreten bist?“ fragte Sisilia nun verwirrt.
„Ich denke mal, da das hier wohl schon ziemlich alt ist, hatte es geklemmt und erst als du mit auf die Platte gestiegen bist und das Gewicht sich erhöhte, wurde das Fallbeil ausgelöst“, er-klärte er ihr. Ihre Stirn legte sich in Falten.
„Aber wenn der Mechanismus nun schon ausgelöst worden ist, dann können wir doch von diesem Stein runtergehen?“ überlegte Sisilia nun.
„Das glaub ich nun wiederum nicht, ich denke wenn das Gewicht von der Platte wieder ver-schwindet dann, wird ein zweiter Mechanismus in Gang gesetzt“, schlussfolgerte er.
„Na toll, wir können doch nicht für immer und ewig hier stehen bleiben“, sagte Sisilia resi-gniert.
„Das hab ich auch nicht vor, ganz bestimmt nicht, lass mich nachdenken. Wenn der ersten Mechanismus etwas auslöst, das waagerecht auf einen zukommt, dann müsste der nächste...“
„...von oben kommen?“ beendete Sisilia den Satz. Und leuchtete mit ihrem Zauberstab an die Decke. Sie sahen sich beide genau die Decke an, doch sie konnten nichts sehen, was auf ir-gendetwas hindeuten würde. Sisilia sah ihn fragend an.
„Du denkst doch nicht etwas das, was ich denke?“ fragte sie ihn und wurde bleich.
„Doch ganz genau das gleich denke ich auch“, sagte er und sah hinauf zur Decke. Sisilia schauderte, konnte es wirklich sein, dass sich die ganze Decke senken und sie dann einfach zerquetschen würde?
„Oh verdammt, ich mit meinem Hitzkopf!“ rief sie nun aus Verzweiflung und raufte sich die Haare.
„Jetzt mal ganz ruhig, vielleicht solltest du es doch noch einmal mit deinem Amulett ver-suchen?“ versuchte er sie zu beruhigen.
„Ja, in Ordnung“, sagte sie doch hatte sie keine große Hoffnung und irgendwie stieg langsam Panik in ihr auf. Trotzdem wollte sie es versuchen. Sie ergriff wieder ihr Amulett. Severus hatte sie losgelassen und beobachtete sie nun, während sie ihre Augen schloss und versuchte sich zu konzentrieren.
Doch wieder konnte sie außer der Grube, die sich links von ihnen befand, nichts erkennen.
Resigniert ließ sie ihr Amulett wieder los.
„Es geht nicht, es tut mir leid“, sagte sie nun, doch noch bevor Severus etwas darauf antwor-ten konnte hörten sie ein Geräusch. Es klang zuerst wie fernes Donnern und dann begann die ganze Höhle zu vibrieren. Severus hob seinen Zauberstab erneut und sie konnten erkennen, dass die Decke sich Millimeter für Millimeter zu senken begann.
„Aber wir haben uns doch gar nicht bewegt“, sagte Sisilia verwirrt und sah Severus hilfe-suchend an.
„Oh nein, nicht auch noch dass, der Kerl hatte es wirklich faustdick hinter den Ohren. Ein Zeitmechanismus, der nach einigen Minuten in Gang gesetzt wird“, erklärte er nun.
„Woher weißt du das alles?“ fragte Sisilia ihn überrascht.
„Gelesen, in Geschichte der Zauberei Band 6, solltest du auch mal lesen, ist sehr interessant“, sagte er während er immer noch die Decke beobachtete, die unaufhörlich auf sie herunter kam.
„Danke werde ich, wenn wir hier lebend raus kommen“, sagte sie nun sarkastisch. Dann fiel ihr Blick auf das Beil welches in der Wand steckte.
„Vielleicht hält das die Decke ja auf“, sie zeigte mit der Hand darauf. Langsam schwoll das Geräusch, was die Decke beim nach unten fahren verursachte immer mehr an.
Sisilia probierte ein paar Zauber, in der Hoffnung, dass sie damit das Herunterfahren der De-cke aufhalten konnte, aber nichts geschah, was sie auch versuchte.
Die Decke war inzwischen schon über einen Meter nach unten gefahren, so dass sie diese ohne Probleme mit den Händen berühren konnten.
„Wenn ich sicher wäre, dass nicht noch mehr Fallen hier sind, würde ich sagen wir suchen einen Ausgang“, sagte er und leuchtete in alle Ecke der Höhle, aber er sah nichts, was auch nur einen kleinen Hinweis auf einen Ausgang gab.
Sie beobachteten weiter wie sich die Decke senkte, auch Severus versuchte es mit ein paar Zaubersprüchen, die ihm einfielen, aber auch er hatte kein Glück. Nun war die Decke nur noch wenige Zentimeter von dem Fallbeil entfernt das in der Wand steckte. Langsam glitt sie darauf zu. Als sie dieses erreicht hatte, sah es zuerst so aus, als würde dieses Beil, die Decke wirklich aufhalten, denn sie bewegte sich nicht mehr weiter, doch dann mit einem lauten Knall, brach das Metall entzwei und die Decke setzte sich wieder in Bewegung.
„Oh nein, verdammt!“ fluchte Sisilia. Inzwischen konnten sie schon nicht mehr aufrecht ste-hen. Da drehte sich Severus zu ihr um. Wo hast du die Schlangengrube gesehen?“ fragte er sie plötzlich.
„Da drüben“, antwortete sie ihm und deutete nach links. Sie sah ihn verständnislos an, doch dann ahnte sie was er vorhatte.
„Du willst doch nicht etwa...?“
„Doch ganz genau, das will ich“, antwortete er ihr, „Das ist unsere einzige Chance“, fügte er noch hinzu und sah sie ernst an. Sie wusste, dass er Recht hatte, doch war die Vorstellung zu den Schlangen in die Grube zu springen nicht unbedingt angenehm, sie mochte Schlangen nicht. Sie nickte nur und es wurde ihr ganz anders bei dem Gedanken.
„Wir können uns die Schlangen mit Feuer vom Leib halten. Nun komm schon, sonst sind wir gleich so platt, dass man uns als Lesezeichen benutzen kann“, drängte er.
„Es ist wohl das Sicherste wir springen, nicht dass wir noch einen Mechanismus auslösen. Schaffst du dass?“ fragte er und deutete auf ihr Schulter.
„Aber dann gleich!“ antwortete sie und sah auf die Decke die sich unaufhörlich senkte. Er nahm ihre Hand.
„Auf drei! Eins, zwei.... drei!“ Sie stießen sich ab und sprangen mit aller Kraft nach vorne auf die Stelle zu, wo Sisilia die Grube mit Hilfe des Amulettes gesehen hatte. Es war nicht so ein-fach, da sich die Decke schon auf eineinhalb Meter gesenkt hatte. Doch sie zogen die Beine an und schafften es. Sie sahen vor sich nur den blanken Boden und Sisilia hatte schon beinna-he Zweifel, ob sich hier drunter wirklich eine Grube befand, als sich der Boden vor ihren Au-gen plötzlich auflöste und sie in eine drei Meter tiefe Grube sahen konnten, in der sich be-stimmt über hundert von diesen Runespoor aufhielten.
Sisilia hatte nicht damit gerechnet, dass die Grube so tief sein würde und erschrak. Der Bo-den, der über und über mit diesen Schlangen bedeckt war, kam immer näher. Hart schlugen sie auf, doch wurde ihr Aufprall von den Schlangenkörpern gedämpft. Sisilia kippte von der Wucht des Sprunges nach vorn und schrie vor Schmerz auf, als sie mit ihrer verletzten Schul-ter gegen die Wand prallte. Trotzdem rappelte sie sich blitzschnell hoch. Angewidert blickte sie nun auf die Dreiköpfigen Schlangen, die sich nun wie Klapperschlangen vor ihr auf-richteten. Eng presste sie sich gegen die Wand. Einige von den Schlangen hatte teilweise nur noch zwei Köpfe und es sah so aus, als ob ihnen der dritte abgebissen worden wäre. Sie starrte angstvoll darauf.
Sie glaubte sich zu erinnern, dass jeder der Köpfe dieser Schlangen eine andere Funktion hat-te.
Einer war der Planer, wenn sie es recht wusste musste das der Linke sein, der andere der Mitt-lere war der Träumer und der Gefährlichste war der rechte Kopf, denn dieser war ein Kritiker, der sich gerne mit den anderen beiden Köpfen anlegte und der sehr giftige Zähne hatte. Doch seltsamer Weise fehlte bei den meisten der Zweiköpfigen gerade dieser rechte Kopf, wahr-scheinlich, weil die beiden anderen sich gegen den dritten zusammengeschlossen und ihn ab-gebissen hatten.
Severus war es bei seiner Landung nicht besser gegangen wie Sisilia. Als er auf dem Boden landete, war er ebenfalls gestürzt, doch schien er weitaus nicht soviel Angst und Abscheu gegen diese Tiere zu empfinden, wie sie. Er sah die Tiere nur kurz an und nahm dann seinen Zauberstab und richtete ihn auf die Tiere.
„IGNIS MURUS!“ sagte er und vor ihnen baute sich eine Wand aus Feuer auf, hinter der sich die Schlangen zurückzogen.
Sie schienen große Angst vor dem Feuer zu haben und wichen schlängelnd vor ihr zurück. Severus ließ die Wand aus Feuer immer weiter nach hinten wandern, so dass etwa die Hälfte, der zweimal fünf Meter großen Grube, schlangenfrei war.
Mit dem Fuß kickte er noch blitzschnell zwei weitere Schlangen die entkommen waren in Richtung der Feuerwand, wo diese sofort verbrannten. Sisilia erschrak, als er das machte und zuckte erschrocken zurück, dabei stieß sie wieder mit der Schulter gegen die Wand und stöhn-te erneut auf. Severus dreht den Kopf zu ihr um.
„Ist alles in Ordnung?“ wollte er besorgt wissen.
„Ja, geht schon, ist nur die Schulter. Vorsicht, neben dir ist noch eine!“ stöhnte sie entsetzt auf. Er kickte gegen das Tier, doch er stellte schnell fest, dass es tot war. Er bückte sich da-nach und hob das gut zwei Meter lange Tier auf und betrachtete es interessiert.
„Es sind doch faszinierende Tiere, nicht war?“ begann er.
„Und die Tatsache, dass sie die einzigen Lebewesen sind, die ihre Eier durch den Mund legen, finde ich bemerkenswert.“
Er drehte sich zu Sisilia um und hielt ihr das tote Tier entgegen. Sisilia verzog angewidert das Gesicht. Er bemerkte ihren Blick und warf das tote Tier in eine Ecke.
„Die war doch schon tot“, sagte er dann überrascht über ihre Reaktion und sah sie verwundert an.
„Ich mag einfach keine Schlangen, auch nicht wenn sie schon tot sind. Sie sind einfach immer so ... kalt und.....“ sie schüttelte sich.
„Schon gut, sie sind ja jetzt alle auf der anderen Seite der Feuerwand und was auch wichtig ist, wir sind am Leben“ sagte er und blickte nach oben. Er sah gerade noch wie die Decke über ihnen zum Stillstand kam. Sisilia bemerkte seinen Blick und Angst und Verzweiflung machte sich in ihr breit. Wie sollten sie um alles in der Welt jemals hier wieder raus kommen?
„Fragt sich nur wie lange noch. Ich...“ begann sie, doch sie konnte nicht weiter sprechen, ihre Stimme versagte. Stattdessen ging sie auf Severus zu und legte ihre Arme um ihn. Er hielt sie ebenfalls fest und strich ihr beruhigend über den Rücken, obwohl er ebenfalls nicht wusste, wie es jetzt weitergehen sollte.
Sisilia war so wütend auf sich, warum hatte sie das vorhin nur getan, wenn sie nicht immer so voreilig wäre, dann würden sie nicht in dieser Lage sein.
Plötzlich löste sich Sisilia von Severus.
„Dieses verdammte Schwert“, schimpfte sie los und ballte ihre Hände zu Fäusten.
„Ich hasse dich, Excalibur!“ schrie sie dann plötzlich und erschauderte selber über den Wie-derhall ihrer Stimme in der Grube. Severus sah sie erschrocken an. Doch bevor auch nur einer von ihnen etwas sagen konnte, geschah es.
Der Boden erzitterte, erschrocken hielt sich Sisilia an Severus fest, der mit sich mit Mühe gerade noch auf den Beinen halten konnte. Und so plötzlich wie es angefangen hatte, hörte es auch wieder auf und vor ihnen in der Wand war eine Öffnung entstanden. Severus sah Sisilia überrascht an, dann strahlte er plötzlich und gab ihr einen Kuss.
„Du bist einfach wunderbar!“ sagte er zu ihr.
„Aber was.......... ich verstehe es nicht“ stotterte sie.
„Du hast das Passwort gefunden, verstehst du denn nicht. Excalibur, war das Passwort!“ er-klärte er ihr nun. Sie sah ihn verwirrt an, doch dann lächelte sie auch.
„Das hätte mir auch früher einfallen können. Mir ist es die ganze Zeit im Kopf herum ge-gangen, nur hatte ich keine Ahnung warum. Ich dachte es hat damit zu tun, weil ich es vorhin gesehen und gespürt hatte“, erklärte sie und deutete auf ihre Schulter.
„Na dann komm, lass uns hier verschwinden“, sagte er dann und nahm ihre Hand. Er wollte schon gehen, als ihm noch etwas einfiel.
„Hm, warte noch kurz“, murmelte er.

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BeitragThema: Re: Sisilias Geheimnis Teil 3   Mi Apr 02, 2008 5:54 pm

„Was ist?“
„Ich will noch etwas mitnehmen“, sagte er und zwinkerte ihr zu. Dann nahm er seinen Zau-berstab und richtete ihn auf die Ecke wo die Schlangen sich übereinender schlängelten.
„ACCIO, Eier!“ rief er und eine ganze Hand voll silberner kleiner Schlangeneier kam auf ihn zugeflogen, die er alle zu fangen versuchte, was bei der Menge aber nicht gelingen konnte und über die Hälfte davon auf dem Boden vor seinen Füßen landete. Doch glücklicherweise waren die Schalen der Eier nicht so zerbrechlich und so gingen diese nicht kaputt. Als Sisilia sah, wie Severus sich abmühte die Eier einzusammeln, musste sie lachen.
„Lach nicht, hilf mir lieber, was glaubst du, was die Dinger auf dem Schwarzmarkt wert sind?“ sagte er.
„Du willst sie doch nicht etwa verkaufen?“ fragte sie ihn und zog dabei eine Augenbraue nach oben.
„Ach was nein, nur für den Eigenbedarf, aber wenn ich sie kaufen müsste, wäre das sehr teu-er“, erklärte er ihr.
„Na dann nimm nur so viele mit, wie du auch wirklich brauchst“, sagte sie zu ihm, als ihm bei dem Versuche, noch ein paar von den Dingern aufzuheben, wieder andere, die er schon ein-gesammelt hatte, zu Boden fielen.
„Warte“, sagte sie, als sie endlich Erbarmen mit ihm hatte. „Nur gut, dass ich in Verwandlung aufgepasst habe.“
Sie richtete ihren Zauberstab auf die tote Schlange die in der Ecke lag.
„Ferawerto!“ sagte sie und die Schlange verwandelte sich in eine kleine Schlangeledertasche.
„Hm, ich glaub ich hab doch eine richtige Wahl getroffen, eine praktisch veranlagte Frau“, grinste er sie an und stopfte die silbernen Eier in die Tasche hinein. Sisilia grinste zurück und half ihm die restlichen, auf dem Boden liegenden Eier einzusammeln. Als sie beide wieder die Köpfe hoben, waren ihre Gesichter nur einige Zentimeter von einander entfernt und Sisilia spürte wieder dieses Prickeln, als sie ihm in die Augen sah. So sahen sie sich einen kleinen Moment lang an, dann nahm er ihr Gesicht in seine Hände und gab ihr einen langen intensi-ven Kuss. Sisilia erwiderte seinen Kuss, legte ihre Arme um ihn und drückte sich eng an sei-nen Körper.
„Komm, lass uns hier verschwinden, ich hab Sehnsucht nach frischer Luft und einem schönen Nachthimmel“, sagte er nach einer kleinen Weile, nahm die Tasche und schob Sisilia durch die Öffnung.
Hier war es wieder dunkel, so dass sie Ihre Zauberstäbe erneut aufleuchten ließen. Sie waren in einem Höhlengang gelandet, den sie nun entlang liefen.
Stellenweise wurde es sehr eng, so dass sie sich durchquetschen mussten oder es wurde so niedrig, dass sie darunter durch robben mussten.
Aber nach einer guten halben Stunde, hatten sie dann endlich einen hohen Höhlenraum er-reicht, wo sie aufrecht gehen konnten.
„Hey, das kenne ich, das ist die Höhle in der wir waren, dann sind wir gleich draußen“, sagte Sisilia erleichtert und ging nun schneller.
Sie hatten sehr schnell den Ausgang der Höhle erreicht und Sisilia öffnete das Tor.
„Alohomora“, sagte sie und der Riegel schnappte zurück und sie konnte die schwere Eisentür einfach aufdrücken.
Die frische Nachtluft roch köstlich. Sisilia atmete erst ein paar Mal richtig durch, bevor sie dann zurück zur Pension apparierten.
Sie berichteten Dumbledore sofort was passiert war, worauf dieser die Auroren zurückrief, welche die Gefangenen abholen sollten.
Sisilia und Severus beschlossen noch bis zum Morgen zu bleiben und dann erst, nachdem Sisilia alle Rechnungen beglichen hatte zurück nach England auf zu brechen.

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BeitragThema: Re: Sisilias Geheimnis Teil 3   Mi Apr 02, 2008 5:55 pm

Die Wahrheit über Lucius Malfoy




Sie erreichten St. Mungos gegen Mittag. Severus bestand darauf, dass Sisilia ihre Verletzung noch einem Heiler zeigen sollte, was sie dann noch wiederwillig tat.
„Die Wunde ist sehr tief, aber wenn sie die Schulter ein paar Tage schonen, wird es bestimmt bald wieder in Ordnung kommen“, sagte er nachdem er ihre Wunde versorgt und vorsorglich noch einmal verbunden hatte.
„Am besten sie bleiben einfach noch ein paar Tage hier!“ schlug der Heiler nun vor.
„Nein, ich möchte zurück nach Hogwarts. Ich kann ja zu Madam Pomfrey gehen, wenn etwas ist“, protestiert Sisilia und stand von der Liege auf. Der Heiler Pye, sah sie einen Moment lang an, nickte dann aber.
„Gut in Ordnung. Madam Pomfrey ist eine begabte Heilerin, ich denke bei ihr sind Sie gut aufgehoben. Aber bitte schonen Sie auf jeden Fall ihren Arm!“ sagte er noch mal eindringlich.
„Werde ich“, antwortete Sisilia ihm, reichte ihm zum Abschied ihre Hand und verließt den Behandlungsraum.
Severus wartete draußen auf sie und sah sie besorgt an.
„Alles klar soweit, ich soll nur meinen Arm etwas schonen“, erklärte sie ihm und lächelte ihn an.
„Dann bin ich beruhigt, ich hab mir schon Sorgen gemacht, weil er immer wieder angefangen hat zu bluten“, antwortete er erleichtert.
„Gut dann lass uns nach Hogwarts zurück kehren. Ich möchte unbedingt noch mit Diana und Jakob sprechen. Ich hoffe sie verkraften das Ganze“, sagte Sisilia und sah Severus nachdenk-lich an.
„Ich glaube sie stecken das leichter weg, als du“, erwiderte er und legte seine Hände auf ihre Hüften. Er blickte sich kurz um und als er keinen sah, zog er Sisilia an sich heran und gab ihr einen Kuss. Sie erwiderte sein Kuss und ließ sich dann gegen ihn sinken.
„Ich bin so froh, dass ich dich habe, Severus. Ich liebe dich!“ hauchte sie ihm entgegen. Er strich mit seiner Hand über ihr Haar und schob ihr eine Haarsträhne hinter ihr Ohr.
„Ich liebe dich“, hauchte er ihr zu und sah ihr tief in ihre Augen. Sie fühlte eine starke Wärme und Geborgenheit in sich, schlang ihre Arme fest um ihn und legte ihren Kopf gegen seine Schulter. Sie standen so über eine Minute, als die Türe aufging und ein Heiler auf den bisher menschenleeren Flur hinaus trat. Sisilia hob den Kopf, hakte sich bei Severus ein und beide gingen wortlos zu den Treppen.

Sie apparierten vor den Toren von Hogwarts und betraten das Schulgelände. Es war wieder ein sehr sonniger Nachmittag als Sisilia auf das Schloss schaute.
„Es ist einfach wunderbar hier, ich liebe den Anblick dieses alten Schlosses“, sagte sie und stemmte ihre Hand in die Hüfte. Die andere hatte sie unter Severus’ Umhang, um seine Hüf-ten gelegt. Dann blieb sie stehen.
„Du ich glaube ich möchte noch nicht ins Schloss“, sagte sie plötzlich.
„Warum nicht? Was hast du?“ fragte er sie überrascht und sah sie besorgt an.
„Ich fühle mich noch nicht stark genug, den Kindern unter die Augen zu treten, irgendwie gebe ich mir immer noch die Schuld an Elisabeths Tod“, sie sah betreten zu Boden.
„Sei doch nicht töricht, du hast keine Schuld, mein Liebes“, sagte er und sah sie ernst an.
„Vielleicht hast du Recht, aber ich bin einfach noch nicht so weit. Bitte geh mit mir noch ein wenig spazieren. Ich würde gerne die Einhörner besuchen, danach wird es mir bestimmt bes-ser gehen“, bat sie ihn.
„Ich weiß nicht, ob es gut wäre, wenn ich mit zu dem Einhörnen gehen würde. Sie kennen dich und vor dir haben sie keine Angst, wenn ich dabei bin, werden sie nur fortlaufen“, ant-wortete er ihr und seine Finger fuhren durch ihre Haare.
„Dann werde ich sie nur ansehen, wenn sie nicht herkommen. Bitte ich möchte so gerne, dass du mitkommst“, sagte sie und sah ihm in die Augen.
„Gut, wenn es dir so wichtig ist, werde ich mitkommen“, antwortete er und sie gingen ge-meinsam auf den verbotenen Wald zu. Sie hatte sich bei ihm eingehakt und schmiegte sich an seine Seite. Es dauerte nicht lange und sie hatten die kleine Lichtung im Wald erreicht. Doch zu Sisilias Bedauern war keines der Einhörner zu sehen.
Sie wollten schon wieder gehen, als sie ein Geräusch hörten. Es war ein leises Schnauben und sie drehten sich wieder um. Aus dem Wald auf der anderen Seite der Lichtung, trat das Ein-horn heraus und beobachtete nun Sisilia und Severus, die sich nicht bewegten, um das Tier nicht zu erschrecken. Es dauerte keine zwei Minuten und das erste Fohlen trat zu seiner Mut-ter und schaute auch zu den beiden. Das große Einhorn trat weiter auf die Lichtung heraus und fing an zu grasen.
Sisilia sah zu Severus, der die beiden Tiere beobachtete und seinen Kopf zu ihr drehte, als er bemerkte, dass Sisilia ihn ansah.
„Sind sie nicht wunderschön?“ flüsterte sie leise und Severus nickte nur als Antwort.
Sisilia ging ein paar Schritte nach vorn auf das Einhorn zu, ganz langsam näherte es sich ihr.
Sie streckte ihre Hand aus streichelte sie am Hals. Dann kam ein zweites Fohlen aus dem Wald und sah Sisilia neugierig an, machte einen kleinen Sprung in die Luft und trabte lang-sam auf sie zu. Sisilia wartete bis sie vor ihr stand und begann dann das Kleine am Hals zu kraulen. Sie legte ihr Gesicht gegen den Hals des Tieres. Sie spürte die angenehme Wärme, die von ihm ausging und fühlte wie eine Kraft sie durchströmte, es war wie eine Art Energie die von dem Tier in sie floss. Sie schloss ihre Augen für einen Moment, bei diesem wunder-baren einmaligen Gefühl.

Severus hatte sich gegen einen Baum gelehnt und sah Sisilia zu, wie sie sich zärtlich an das Fohlen schmiegte und ihre Hände um seinen golden glänzenden Hals schlang. Er genoss die-ses Bild, vor allem weil er sah, wie glücklich Sisilia dabei aussah, ihre Augen strahlten dabei so, dass er sie am liebsten in seine Arme schließen wollte, doch er hielt sich zurück, da er sie nicht stören wollte, blieb da stehen wo er war und gab sich damit zufrieden ihr nur dabei zu zusehen.
Plötzlich erschrak er, als etwas Weiches gegen seinen Arm stieß. Er drehte rasch den Kopf und sah das andere Fohlen, den kleinen Hengst, neben sich. Dieser machte, als Severus hastig seine Kopf bewegt hatte, einen erschrockenen Schritt zurück, blieb dann aber stehen und sah ihn neugierig an. Severus war sehr erstaunt. Er wusste, dass Einhörner normalerweise die Gegenwart von Frauen bevorzugten, umso überraschter war er, als das neugierige Fohlen auf ihn zu kam und ihn wieder mit seiner Nase anstupste. Er sah das Fohlen an und blickte dann zu Sisilia, die dies inzwischen auch bemerkt hatte. Sie sah ihn auch überrascht an, lächelte dann aber. Sie deutete auf den Kleinen und machte eine Handbewegung, die ihm zeigen soll-te, dass er das Einhorn streicheln sollte. Er sah sie fragend an und deutete ungläubig mit dem Finger auf sich. Sisilia nickte heftig, während sie das Fohlen neben sich weiter kraulte.
Severus war sich nicht sicher, ob er es wirklich tun sollte. Doch als er noch mal einen Blick zu Sisilia warf und diese heftig nickte, hob er langsam seine Hand. Vorsichtig streckte er die Finger nach dem Kopf des Einhornfohlens aus, während der Kleine ungeduldig seinen Kopf schüttelte. Es schien im alles zu langsam zu gehen und es machte noch einen Schritt auf Seve-rus zu. Vorsichtig legte dieser nun seine Hand auf den Hals des Tieres, er fühlte das weiche Fell unter seinen Fingern und spürte die Wärme, die das Tier ausstrahlte. Dann legte er die ganze Hand auf seinen Hals und begann es langsam zu streicheln. Es war ein merkwürdiges und beruhigendes Gefühl, das dieses Wesen ausstrahlte. Er hatte den Eindruck, alle seine Sor-gen und Probleme würden von ihm genommen, die schwere Last, die ihn schon seit Jahren bedrückte schien mit einem Mal verschwunden zu sein. Er hob nun auch seine andere Hand und legte sie auf die Stirn des Tieres, welches nun genüsslich zu schnauben begann, mit sei-nen Nüstern gegen Severus Körper stupste und sich gegen ihn drückte.
Severus hatte so etwas noch nie erlebt, es war ein wunderbares Gefühl, denn das Fohlen schien ihm vorbehaltlos zu vertrauen, sonst hätte es sich ihm nicht genähert. Er sah das Foh-len ungläubig an und richtete seinen Blick wieder auf Sisilia, die ihn anlächelte.
Dann sprang das kleine Fohlen an Sisilias Seite plötzlich davon und versteckte sich wieder hinter seiner Mutter. In dem Moment machte auch das Tier neben Severus einen kleinen Sprung, stupste Severus noch einmal gegen die Hand und galoppierte zurück auf die Wiese, wo es neben seiner Mutter stehen blieb und ebenfalls anfing zu grasen.

Sisilia ging langsam auf Severus zu, sie strahlte ihn an und als sie ihn erreichte legte sie ihre Hände um seinen Nacken.
„Der kleine Artus mag dich“, sagte sie zu ihm und sah ihm ins Gesicht.
„Artus?“
„Ja, Hagrid hat ihn so genannt“, erklärte sie ihm, dann wendete sie den Kopf und deutete auf das zweite Fohlen. „Und sie habe ich Lisa genannt, weil sie ein kleiner Angsthase ist, so wie ich es früher immer war.“
Severus sah ihr eine ganze Zeit in die Augen, bevor er weiter sprach.
„Danke!“ sagte er und als Sisilia den Mund aufmachte um etwas zu sagen, legte er ihr einen Finger darauf und sie schwieg.
„Danke, dass du mich mit hier her genommen hast. Und danke dafür, dass du mich liebst. Ich habe vorher nie gewusst wie schön das Leben sein kann, erst durch dich durfte ich das alles erfahren“, sagte er zu ihr und legte seine Arme um sie. Sisilia wusste nicht was sie darauf antworten sollte, es waren die wunderbarsten Worte, die sie je von ihm gehört hatte, sie spür-te, dass er es tatsächlich so meinte und es wurde ihr wunderbar warm ums Herz.
Er senkte seinen Kopf zu ihr und gab ihr einen Kuss, seine Lippen pressten sich zart auf die ihren. Sie erwiderte seinen Kuss und schlang ihre Arme fester um ihn. Dann lehnte sie sich gegen ihn und beide sahen Arm in Arm noch ein paar Minuten stumm den Einhörnern beim Fressen zu.
Sisilia hob den Kopf an und blickte Severus an.
„Ich denke wir sollten ins Schloss gehen, sicher warten sie schon auf uns“, erklärte Sisilia und löste sich aus seiner Umarmung.
„Du hast recht, gehen wir“, sagte er, warf noch einen kurzen Blick auf die Tiere und bot Sisi-lia seinen Arm an. Sie hakte sich bei ihm ein und sie gingen zurück ins Schloss.

Als sie im Schlosshof ankamen wurden sie schon von einigen Schülern begrüßt. Auch Hermi-ne und Ron kamen ihnen entgegen, als sie die beiden sahen.
„Professor Sisilia, geht es ihnen wieder gut?“ fragte Hermine und sah dann auch zu Professor Snape und wurde etwas verlegen, doch Sisilia gelang es das Ganze leicht zu überspielen.
„Danke Hermine es geht uns soweit ganz gut, nur ein kleiner Kratzer auf der Schulter, aber das wird schon wieder. Und bei euch alles klar?“ Sisilia sah kurz zu Ron und dann wieder zu Hermine, die daraufhin leicht verlegen wurde.
„Ja sicher, alles bestens“, antwortete sie und warf einen kurzen Blick auf Ron, der daraufhin leicht errötete.
Sisilia lächelte, denn sie hatte gleich verstanden was los war, anscheinend hatte Ron und Hermine jetzt endlich etwas Privates geklärt.
„Na dann, das freut mich Hermine“, antwortete Sisilia. „Wir sehen uns am Montag im Unter-richt“, zwinkerte sie Hermine noch einmal zu und dann gingen sie und Severus ins Schloss.
Sie machten sich auf den Weg zu Albus Dumbledore, der sie beide sicher sehen wollte. Aber als sie den ersten Stock erreicht hatten, blieb Sisilia stehen und sah in den Gang hinunter, der zum Krankenflügel führte.
Severus bemerkte das, nahm ihre Hand und sah sie an.
„Wenn du gerne zu den Kindern gehen möchtest, dann tu das nur, ich gehe zu Albus und werde mit ihm reden“, bot er ihr an, als er ihren Blick bemerkt hatte.
„Aber....“
„Nein schon gut, ich sehe doch, dass es dir sehr wichtig ist. Wir sehen uns dann nachher“, sagte er, drückte kurz ihre Hand und machte sich auf den Weg zu dem wasserspeienden Brunnen.
Sisilia blickte ihm noch kurz nach und ging dann in den Krankenflügel.
Leise öffnete sie die Türe und trat ein.
Sie sah die beiden, in zwei nebeneinander stehenden Betten sitzen. Sie saßen sich gegenüber und redeten miteinander, als Sisilia eintrat verstummten sie. Doch als sie Sisilia erkannten, kam ein Strahlen auf ihre Gesichter und sie sprangen beide aus dem Bett und rannten auf Sisi-lia mit ausgebreiteten Armen zu. Auch Sisilia breitete ihre Arme aus und nahm die beiden in Empfang. Sie presste sie an sich und kämpfte dabei mit den Tränen.
„Geht es euch gut?“ fragte sie die beiden.
Diana trat einen Schritt zurück und sah Sisilia an.
„Sie sollten nicht mehr traurig sein, Professor. Ich bin mir sicher, Elisabeth hätte nicht ge-wollt, dass wir weinen“, sagte sie zu ihr und nahm ihre Hand.
Sisilia sah Diana erstaunt an. Sie klang so verdammt erwachsen, als sie das sagte, dabei war sie doch noch ein Kind von elf Jahren. Auch Jakob nickte, als sie ihn ansah.
„Professor Dumbledore hat mit uns lange gesprochen und wir wissen jetzt, dass Elisabeth sehr viel für die Zaubererwelt getan hat“, sagte Diana.
„Ja, sie ist eine richtige Heldin“, fügte Jakob hinzu. Sisilia führte die beiden wieder zu ihren Betten.
„Ja, ihr habt Recht, das ist sie, eine richtige kleine Heldin. Das würde kaum ein Erwachsener fertig bringen, was sie gemacht hat“, bestätigte sie die beiden nun und wischte sich eine Träne aus den Augenwinkeln.
„Das hat Professor Dumbledore auch gesagt. Er ist wirklich ein sehr kluger Mann“, sagte Di-ane und hüpfte wieder auf ihr Bett.
„Ja, auch da hast du recht, das ist er wirklich“, sagte sie, als ihr wieder etwas einfiel.
„Ich glaube, ich muss mich noch bei euch bedanken“, begann Sisilia dann.
„Für was denn?“, fragte Jakob nun neugierig und überrascht, „Wir haben doch gar nichts ge-macht.“
„Oh doch. Ihr habt meinem Großonkel das Leben gerettet. Ich glaube, nein ich bin mir sicher, er hätte die Verletzung, die Voldemort ihm mit dem Schwert beigebracht hat, sonst nicht ü-berlebt“, erklärte sie ihnen.
„Aber das war doch das Selbstverständlichste auf der Welt, Professor. Wir konnten doch nicht zusehen, wie Professor Dumbledore stirbt. Er hat doch so viel für uns getan“, sagte Diana beinahe entrüstet, wie Sisilia nur so etwas glauben konnte.
„Ich danke euch trotzdem“, sagte Sisilia und gab jeden von ihnen einen Kuss auf die Stirn.
„Wann dürft ihr denn wieder aufstehen?“ fragte sie nun um das Thema zu wechseln, denn sie hatte das Gefühl, dass es den beiden unangenehm war.
„Keine Ahnung, ich glaube Madam Pomfrey würde uns gerne noch eine ganze Woche hier behalten, dabei fehlt uns nichts. Könnten Sie nicht mit ihr sprechen? Wir würden so gerne am Montag schon zum Unterricht, wir haben sowieso schon so viel verpasst“, flehte Diana sie an und Jakob nickte zustimmend.

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BeitragThema: Re: Sisilias Geheimnis Teil 3   Mi Apr 02, 2008 5:56 pm

„Gut ich werde sehen was sich machen lässt“, sagte Sisilia und sah die beiden erleichtert an. Severus hatte wirklich recht gehabt, die beiden schienen das Ganze einfacher zu verkraften, als sie selbst.
Sie selbst hatte die letzte Nacht davon geträumt, wie Elisabeth sich vor sie gestellt hatte und das Schwert ihren kleinen zarten Körper durchbohrte. Sie war dann schweißgebadet auf-gewacht und hatte danach sehr lange gebraucht, bis sie wieder eingeschlafen war.
Sisilia ging noch kurz zu Madam Pomfrey und sprach mit ihr. Diese stimmte nach einer kur-zen Diskussion doch zu, die beiden schon am Montag zum Unterricht zu entlassen.
Sisilia teilte dies Diana und Jakob mit, die sich sehr freuten und sich überschwänglich bei ihr bedankten.
Sisilia hauchte den beiden noch einen Kuss auf die Stirn, auch wenn sie wusste, dass sie ei-gentlich keine Schüler bevorzugen sollte, aber mit den beiden verband sie mehr, als nur ein Lehrer – Schüler Verhältnis und sie wollte sich das auch von keinem verbieten lassen. Sie drückte die beiden noch, bevor sie dann wieder ging, weil es höchste Zeit wurde, sich für das Abendessen fertig zu machen.

Sisilia ging hinunter zu ihren Zimmern, sie wollte auf Severus warten und mit ihm über das Gespräch mit Albus sprechen. Da merkte sie aber, dass sie ganz schön müde war. Sie hatte die letzte Nacht ja so gut wie nicht geschlafen. So setzte sie sich aufs Sofa, lehnte sich zurück und schloss für einige Minuten die Augen. Nur ein paar Minuten ausruhen, dachte sie bei sich und war aber schon nach ein paar Sekunden eingeschlafen.

Sie erwachte erst wieder, als sie einen Kuss auf ihren Lippen spürte. Sie schreckte hoch und öffnete ihre Augen. Sie merkte, dass sie auf dem Sofa lag und Severus hatte sich über sie ge-beugt.
„Hallo, mein Schatz“, sagte er, als sie ihre Augen aufgeschlagen hatte und setzte sich zu ihr.
„Ich bin wohl kurz eingenickt“, antwortete sie und stemmte sich nach oben.
„Kurz eingenickt ist gut, du hast eine ganze Stunde geschlafen“, erwiderte Severus und lä-chelte sie an.
„Warum hast du mich nicht geweckt?“ fragte Sisilia leicht empört.
„Du hast so süß ausgesehen, als du geschlafen hast. Ich konnte nicht anders und musste dich die ganze Zeit ansehen“, sagte er und hauchte ihr einen Kuss auf die Stirn. „Doch jetzt dachte ich, du wirst bestimmt Hunger haben und wenn ich dich zum Essen nicht wecke, sicherlich böse mit mir sein.“
„Essen? Sicher! Ich habe Hunger wie ein Wolf“, antwortete sie ihm und sah ihn mit einem Augenaufschlag lächelnd an.
„Aber zuerst will ich noch eine Vorspeise haben“, säuselte sie zuckersüß, legte ihre Arme um seinen Nacken, zog ihn zu sich hinunter und küsste ihn.
Als er den Kopf wieder hob, sah er sie grinsend an.
„Also wenn das die Vorspeise war, dann freu ich mich schon auf den Nachtisch“, hauchte er.
„Du bist unmöglich, weißt du.................“, doch sie konnte den Satz nicht mehr zu Ende sa-gen, da plötzlich etwas an ihrem Fenster scharrte. Sie sahen beide erschrocken dorthin, wo das Geräusch aufgeklungen war.
„Eine Eule. Erwartest du Post?“ fragte Severus sie erstaunt.
„Nein, eigentlich nicht.“
Severus stand auf, ging zum Fenster und öffnete es. Er sah eine sehr edel wirkende Eule, die auf der Fensterbank saß. Als das Fenster offen war, breitete diese ihre Flügel aus und flog in den Wohnraum hinein. Sie machte eine elegante Drehung über dem Sofa und Sisilia dachte schon, sie würde ihre Post nun über ihr abwerfen, aber sie wendete wieder und flog zu Seve-rus, über dem sie das Pergament fallen lies. Überrascht fing er es auf und sah dann der Eule zu, wie sie, mit einem weiteren elegant aussehendem Flügelschlag, wieder aus dem Fenster in die Dämmerung davon flog.
Severus sah das Pergament erstaunt an.
„Von wem ist der?“ wollte Sisilia nun wissen und setzte sich ganz auf.
Severus drehte es um und sah ein Siegel auf dem Papier. Er erkannte es sofort.
„Das ist das Siegel der Malfoys. Es ist bestimmt wieder nur einer seiner Drohbriefe“, brumm-te Severus grimmig und wollte ihn schon ungelesen ins Feuer im Kamin werfen.
„Warte, lass ihn mich bitte lesen“, bat Sisilia ihn nun. Severus sah sie überrascht an und nick-te dann aber, er ging auf Sisilia zu und öffnete unterwegs das Siegel. Doch als das Blatt auf-rollte und darauf sah, stutzte er.
„Der ist überhaupt nicht von Lucius“, sagte er nun erstaunt, blieb stehen und begann zu lesen.
„Nicht? Von wem ist er dann?“
Severus Augen flogen über die Zeilen hinweg und verengten sich dann.
„Severus?“
„Er ist von seiner Mutter. Hör dir das an“, begann er, setzte sich neben Sisilia auf das Sofa und las vor, was in dem Brief stand.


Mein lieber Severus,

Du wunderst dich sicher sehr, dass ich dir nach so vielen Jahren schreibe, aber heute hatte ich eine Unterredung mit meinem Sohn und ich denke, ich muss etwas Wichtiges richtig stel-len.
Es fällt mir nicht leicht, doch ich kann einfach nicht mehr damit leben, vor allem, weil ich weiß, wie wichtig es für dich ist und weil ich denke, dass ich es dir und deiner Familie schul-dig bin. Ich glaube, ich werde ganz von vorn beginnen.
Ich war gerade wenige Wochen verheiratet (meine Eltern haben mich damals gezwungen Gordon Malfoy zu heiraten), als ich auf einem Fest, welches dein Vater gegeben hatte, einen jungen Mann kennen gelernt habe. Ich hatte mich damals sofort in ihn verliebt und begann auch schon bald mit ihm eine Affäre. Dieser Mann war der Bruder deiner Mutter, Antony. Dein Vater fand das heraus und er verlangte von mir, dieses Verhältnis sofort zu beenden, sonst würde er es meinem Mann erzählen. Bei diesem Gespräch kam es zwischen mir und deinem Vater zu einer heftigen Auseinandersetzung, die darin endete, dass er sich an mir ver-ging. Es tut mir leid, wenn ich dir das erzählen muss, aber es ist wichtig, dass du es erfährst.
Ich stellte einige Wochen danach fest, dass ich schwanger war. Ich hatte aber zunächst keine Ahnung, wer der Vater des Kindes war. Es kamen ja drei Männer in Betracht. Ich schäme mich dafür, das kannst du mir glauben und doch war es Tatsache.
Ich hatte, nachdem dein Vater gedroht hatte Antony zu töten, die Verbindung zu diesem ab-gebrochen und dein Vater hat meinem Mann nie etwas von meinem Verhältnis erzählt, so dass dieser bis zu seinem Tod davon überzeugt war, dass Lucius sein Sohn war.
Nur ich weiß und wusste wer der wahre Vater ist. Lucius hat einen Leberfleck, den auch sein Vater hatte, genau die gleich Form und genau an derselben Stelle.
Dein Vater dachte immer Lucius sei sein Sohn und ich ließ ihn in dem Glauben, auch nach-dem dein Vater, nach dem Tod meines Mannes, Lucius das erzählt hatte. Aber das stimmt nicht, dein Onkel ist der Vater.
Ein weiterer Grund warum ich es niemanden erzählt hatte war, dass dein Vater Jahre nach deiner Geburt, herausgefunden hatte, dass dein Onkel kein richtiger Zauberer war, sondern ein Squib, der lediglich deiner Mutter zuliebe so getan hatte, als wäre er ein normaler Zau-ber. Frag mich nicht, wie er das geschafft hatte, aber es war ihm gelungen es jahrelang vor-zutäuschen. Deine Mutter hatte sich unsterblich in deinen Vater verliebt und sie wusste, dass dieser sie niemals heiraten würde, wenn er erfahren würde, dass es in ihrer Familie einen Squib gibt, du weißt ja wie wichtig deinem Vater diese Dinge immer waren.
Doch irgendwann fand er es dann doch heraus und tötete erst im Streit deine Mutter und dann ihren Bruder.
Jetzt weißt du warum, dein Vater sich immer so für Lucius stark gemacht hat und dich später verachtet hat. Mein Sohn war und ist immer noch sehr stolz darauf, ein Reinblüter zu sein und ich fürchte, wenn er je erfahren würde, dass sein Vater ein Squib war, würde er auch mich töten. Es ist schrecklich, aber ich fürchte mich vor meinem eigenen Sohn.
Ich wollte nur, dass du weißt, das Lucius nicht dein Halbbruder sondern nur dein Cousin ist.
Ich wünschte Lucius hätte mehr von Antony geerbt, als nur diesen Leberfleck, aber vielleicht ist das meine Strafe dafür, dass ich meinen Mann betrogen habe, der eigentlich ein herzens-guter Mensch war und mich dann auch noch allzu früh verlassen hat.
Ich weiß, dass dieses Geheimnis bei dir gut aufgehoben ist, du bist ein guter Mensch und ich wünsche dir alles Glück dieser Erde.

V. Malfoy

P.S. Bitte antworte mir nicht, da meine Schwiegertochter immer meine ganze Post liest.


Sisilia sah Severus mit großen Augen an. Dieser blickte immer noch fassungslos und un-gläubig auf das Stück Pergament, welches er in seinen Händen hielt.
Sisilia fand schneller die Fassung wieder als er, sie legte eine Hand auf seinen Arm, worauf-hin er sie ansah.
„Severus, weißt du was das bedeutet?“ fragte sie ihn, doch er wusste nicht gleich, auf was sie hinaus wollte.
„Verstehst du nicht, wenn Lucius nicht dein Halbbruder ist, dann kann Draco auch keine be-sonderen magischen Fähigkeiten besitzen. Er ist nur ein gewöhnlicher Zauberer“, erklärte sie ihm und sah ihn an. Severus nickte nur, er schien das alles noch nicht richtig verstanden zu haben und begann noch einmal den Brief zu lesen. Sisilia beobachtete ihn dabei, bis er den Brief wieder sinken ließ und sie ansah.
„Er ist nicht mein Halbbruder. Ich weiß von meinem Onkel Antony nicht viel. Er hat die meiste Zeit im Ausland gelebt, ich hab ihn nur einmal gesehen und das war kurz vor seinem Tod, als er meine Mutter besucht hatte. Ich hätte nie gedacht..........“, hier stockte er und sah Sisilia nun an.
„Wir sollten das alles vorerst für uns behalten. Weder Lucius noch Draco sollten im Moment davon erfahren. Ich möchte nicht, dass Mrs Malfoy etwas passiert, sie ist eine sehr nette Frau, ich hab sie immer schon gemocht. Versprich mir, dass du es keinem sagst“, bat er Sisilia und nahm ihre Hand. Sie erwiderte seinen Blick und nickte.
„Sicher, wenn es dir wichtig ist, dann werde ich es keinem sagen, versprochen“, versprach sie ihm, er legte seine Arme um sie und drückte sie kurz an sich.
„Danke“, sagte er knapp. Dann stand er auf, nahm den Brief und schloss ihn sorgfältig weg.

„Gehen wir jetzt zum Essen? Es ist schon recht spät!“ sagte er und sah Sisilia auffordernd an. Sisilia wusste, dass er jetzt nicht mehr darüber reden wollte, er brauchte wohl einige Zeit um damit klar zu kommen. So stand sie ebenfalls auf und ging lächelnd auf ihn zu.
„Gehen wir essen“, antwortete sie, hakte sich bei ihm ein und sie machten sich auf den Weg in die Große Halle.

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BeitragThema: Re: Sisilias Geheimnis Teil 3   Mi Apr 02, 2008 5:58 pm

Marek Alucard
Oder wie man einem Vampir ein Geheimnis ent-lockt





In den nächsten Wochen war es sehr ruhig. Auch sonst passierte nicht viel, es gab so gut wie keine Angriffe der Todesser mehr. Anscheinend waren sie noch immer angeschlagen von der Geschichte in Deutschland. Doch Dumbledore war sich sicher, dass dies nicht langen anhalten würde, so bat er alle Ordensmitglieder, die Augen offen zu halten und besonders wachsam zu sein.
In der Schule ging alles seinen geregelten Gang. Diana und Jakob lebten sich sehr gut ein und schafften es mit Sisilias und Hermines Hilfe den Stoff, den sie verpasst hatten locker wieder aufzuholen.

Inzwischen war es Spätherbst geworden und die Bäume verloren bereits ihre Blätter. Es war ein herrlicher Samstagnachmittag, die Sonne strahlte vom blauen Himmel. Heute war Hallo-ween und am Abend würde wie immer das jährliche Halloweenfest stattfinden. Sisilia freute sich schon sehr darauf, es war endlich mal etwas anderes.
Aber noch hatte sie Zeit, so saß sie im Schulhof auf ihrem Lieblingsplatz unter der Esche und las ein Buch. Es war heute warm genug dazu und sie wollte die letzten Sonnenstrahlen dieses Jahres noch genießen.
Doch nun hatte sie das Buch auf die Seite gelegt blinzelte kurz in die Sonne und sah dann zu den Schülern, die sich im Garten aufhielten. Von der Bank aus, auf der sie saß, konnte sie fast den ganzen Platz, vom Schloss bis zu Quidditch Feld einsehen und als ihr Blick in diese Rich-tung ging, sah sie Hermine und Ron dort eng beieinander stehen. Er schien ihre Hand zu hal-ten und sie redeten miteinander. Sisilia lächelte in sich hinein und beobachtete beide noch ein wenig. Die Beiden gaben ein sehr nettes Paar ab, dachte sie sich, als sie sah, wie Ron sich schnell vorbeugte und Hermine einen Kuss auf die Lippen hauchte. Dann machte er kleinen Schritt zurück und sah sich kurz vorsichtig um, als wolle er nachsehen, ob ihn jemand dabei beobachtet hatte und kratzte sich dann verlegen am Kopf, während er Hermine schüchtern anlächelte.
Dann sah sie wie Harry aus dem Stadion heraustrat und hörte ihn rufen.
„Sag mal willst du jetzt trainieren oder weiter Händchen halten“, rief er so laut zu Ron hin-über, dass es alle in der Nähe mitbekommen mussten. Sisilia konnte sogar von ihrem Platz aus sehen, dass Ron rot anlief. Dieser rief Harry dann etwas zu, was klang wir: „Komm ja schon“ und er folgte Harry aufs Quidditch Feld. Sisilia beobachtete noch wie Hermine zum Aufgang zu den Tribünen ging und wollte dann wieder nach ihrem Buch greifen, als sie je-manden auf sich zukommen sah.
„Professor Trelawney?“ sagte sie überrascht und schaute zu ihr. Sie wunderte sich, was die Professorin für Wahrsagen hier unten machte, denn es war sehr untypisch für sie ihren Turm zu verlassen.
„Professor Sisilia. Guten Tag. Ich habe mich gefragt, ob es ihnen recht wäre...? Ich würde gerne mit ihnen ein paar Worte sprechen?“ sagte sie und sah sie fragend an. Ihre, durch die Brille sehr groß wirkenden Augen, musterten Sisilia einen Augenblick lang.
„Sicher doch, setzten Sie sich. Um was geht es denn?“ fragte Sisilia sie nun neugierig, drehte sich etwas in ihre Richtung und sah sie freundlich an.
„Nun also, es... Professor Sisilia, Sie müssen wissen, ich habe schon an ihrer Hochzeit ihr durchaus sehr beeindruckendes Amulett gesehen und bewundert. Und es ging mir nicht mehr aus dem Kopf. Es kam mir irgendwie bekannt vor“, begann sie zu erklären.
„Mein Amulett? Es kam ihnen bekannt vor?“ wiederholte Sisilia überrascht.
„Ja und es hat mir keine Ruhe gelassen. Ich habe lange in meinen Büchern gesucht und heut Morgen in einem ganz alten Buch, welches ich von meiner Großmutter noch habe, habe ich etwas gefunden. Sie müssen wissen, meine Großmutter war Cassandra die große Seherin“, erklärte sie Sisilia, die ihr aufmerksam zuhörte und dann ehrfurchtsvoll bei dem letzten Satz nickte.
„Ich habe in diesem Buch gelesen und ein paar Dinge erfahren, die Sie bestimmt interessieren dürften“, erklärte Professor Trelawney ihr und hielt ihr das Buch hin. Sisilia sah sie fragend an und nahm ihr das Buch dann ab. Doch die Lehrerin für Wahrsagen, hielt es noch fest und sah ihr überrascht auf die Hand.
„Wo haben Sie denn ihren Ring?“ fragte sie Sisilia erstaunt, als sie feststellte, dass sie ihn nicht am Finger hatte. Erst nachdem sie diese Frage gestellt hatte, ließ sie auch das Buch los und Sisilia sah sie überrascht an.
„Ich trage ihn nicht mehr. Severus meinte, nach dieser Sache...“, sie sah Trelawney kurz ein-dringlich an und diese nickte ihr verstehend zu, „er würde Unglück bringen und er möchte nicht, dass ich ihn trage.“
„Aber wissen Sie denn nicht, dass Ihr Amulett und der Ring zusammen gehören?“ sagte Pro-fessor Trelawney schon fast entsetzt.
„Wie meinen Sie denn das?“ fragte Sisilia die jetzt neugierig geworden war.
„Es steht alles in dem Buch“, erklärte Trelawney ihr und deutete erneut darauf. Sisilia begann das Buch aufzuschlagen und darin zu blättern.
„Mir ist die Ähnlichkeit, der Stücke zwar aufgefallen, doch ich dachte, das wäre nur ein Zu-fall. Ich hatte keine Ahnung, dass diese Stücke zusammengehören“, antwortete Sisilia ihr nun erstaunt. Trelawney sah sie darauf hin mit noch größeren Augen an, als sie sowieso schon durch die starken Gläser ihrer Brille hatte.
„Sie meinen, Sie kennen nicht die Kraft, die diese beiden Dinge haben? Vor allem die, die diese Dinge gemeinsam haben?“ fragte Sie erstaunt, doch Sisilia schüttelte zu ihrer Ver-wunderung den Kopf.
„Ich habe das Amulett von meiner Mutter bekommen, doch sie hatte nicht mehr die Zeit, mir die ganzen Fähigkeiten und Kräfte von ihm zu zeigen und zu erklären. Ich wusste nur, dass es eine Art Transmitter oder Verstärker ist. Aber, dass es einen Ring gibt, der dazugehört, wusste ich überhaupt nicht“, erklärte Sisilia der ganz überraschten Trelawney. Sie sah sie einen Mo-ment lang überlegend an.
„Sie sollten den Ring tragen, meine Liebe, denn beide Stücke haben eine stark beschützende Kraft. Oder wenn Sie ihn schon nicht an Ihrem Finger tragen wollen, dann wenigstens nah bei sich, das genügt auch schon“, schlug Professor Trelawney ihr daraufhin vor.
Sisilia kam da ein Gedanke. Damals, als Lucius versucht hatte sie mit dem Avada Kedavra Fluch zu töten, hatte sie ihn nicht getragen, doch es war durchaus möglich, dass Severus ihn bei sich gehabt hatte. Das musste sie noch herausfinden.
Professor Trelawney saß stumm da und starrte nachdenklich auf Sisilias Amulett, das sie um ihren Hals trug. Sisilia fiel der Blick sofort auf, dann begann Trelawney langsam und be-dächtig zu sprechen.
„Es ist schon bemerkenswert, welche Kraft so ein Schmuckstück in den richtigen Händen besitzen kann“, sagte sie und dann streckte sie ihre Hand danach aus.
„Darf ich es einmal anfassen?“ doch Sisilia ergriff ihr Amulett reflexartig, noch bevor Tre-lawney es mit ihren Fingern berühren konnte. Diese sah sie daraufhin irritiert an.
„Warten Sie, bitte. Sie dürfen es nicht einfach berühren“, erklärte Sisilia ihr und begann am Verschluss der Kette zu hantieren.
„Sie dürfen es ansehen, aber ich es werde es abnehmen“, fügte sie hinzu, nahm es ab und reichte es ihr. Professor Trelawney nahm es ehrfurchtsvoll entgegen, ihre Augen leuchteten und sie betrachtete es wirklich sehr genau und sehr lange. Sisilia blätterte weiter in dem Buch, beobachtete Trelawney aber aus den Augenwinkeln.
Sie konnte sehen wie diese das Amulett nun in ihre Hand nahm, diese um das Amulett schloss und dann auch noch ihre Augen zu machte. Sie saß vielleicht eine Minute so da. Bis sie wieder die Augen öffnete und ihr das Amulett zurückgab. Sisilia sah nun hoch und blickte in ein sehr enttäuschtes Gesicht.
„Es scheint wohl wirklich nur bei ausgewählten Personen zu funktionieren“, sagte diese und ihre Augen blieben auf Sisilia haften, die sich das Amulett sofort wieder um den Hals hängte. Sie ging nicht auf den letzten Satz von Trelawney ein, sie kannte die Geschichten um diese Frau nur zu genüge. Doch trotzdem verspürte sie eine gewisse Ehrfurcht vor ihr, da sie es war, welche die Prophezeiung für Harry und Voldemort gemacht hatte.
„Darf ich mir das Buch ausleihen?“ fragte sie stattdessen und deutete auf das kleine Buch in ihrer Hand.
„Sicher, deshalb hab ich es Ihnen doch gebracht“, sagte sie und nickte ihr aufmunternd zu. Sisilia hatte in dem Moment die Seite aufgeschlagen, wo sich eine Abbildung ihres Amulettes befand. Sie starte mit offenem Mund darauf. Es war das erste Mal, dass sie „ihr“ Amulett ir-gendwo abgebildet sah.
„Das ist doch nicht möglich“, flüsterte sie nun und betrachtete das Bild. Es stimmte wirklich bis auf das letzte Detail mit dem Original überein. Als Überschrift stand auf der Seite:

„DAS AMULETT DER 6 MYTHEN“

Sisilia blätterte die Seite um und war noch erstaunter, als sie auf der anderen Seite noch eine genauso exakte Abbildung des Ringes fand, den sie von Severus zur Hochzeit bekommen hatte.
„Ich werde Ihnen das Buch solange überlassen, wie sie es brauchen“ erklärte Professor Tre-lawney ihr, stand wieder auf und sah sie an.
„Wissen Sie, ich beneide Sie um Ihr Talent“, sagte sie zu Sisilia, drehte sich dann ohne eine Antwort abzuwarten um und ging zurück zum Eingang des Schlosses. Sisilia sah ihr noch nachdenklich hinterher. Dann schaute sie wieder in das Buch hinein und begann darin zu lesen.

Die Aufgaben des Amulettes sind sehr vielfältig. Sie reichen vom Sehen, egal ob in die Zukunft oder in die Vergangenheit, bis hin zum Schutz vor bösen Flüchen und Angriffen. Dieses Amulett besitzt, wie sein Name schon sagt, sechs verschiedene Kräfte. Jeder Stein in diesem Amulett steht für eine dieser Funktionen. Und mit Hilfe des Ringes, kann die Kraft des Amu-letts noch verstärkt werden.
Nicht jeder kann es benutzen, sondern nur ganz bestimmte Auserwählte, sie haben die Kraft und die Gabe, das Amulett entsprechend einzusetzen.
Die erste und meistgenutzte Funktion dieses seltenen Stückes ist die, dass man mit ihm in die Zukunft sehen kann.
Die zweite Funktion, ist ähnlich doch diesmal geht es um die Vergangenheit. An Orten, an denen viel geschehen ist, existieren immer noch die Schwingungen der Vergangenheit, die mit Hilfe des Amulettes aufgefangen und gedeutet werden können.
Die dritte Funktion ist eine große Hilfe für den Träger oder die Trägerin. Da mit Hilfe des Amulettes die Zauberkraft, die er oder sie sowieso schon besitzen, noch verstärkt wird und so ein Zauberspruch ohne Mühe gelingt. Einige Träger schafften es sogar beinahe gänzlich auf den Zauberstab zu verzichten.
Die vierte Funktion ist eine andere, aber sehr vorteilhafte. Die Funktion des Schutzes. Der Schutz geht von einfachen Warnungen vor Gefahren, bis hin zum Schutz gegen Angreifer. Dieser Schutz kann durch viele andere Einflüsse verstärkt, aber auch vermindert werden.
Die fünfte Funktion ist wohl die einfachste und trotzdem nützlichste ihrer Art. Man kann mit dem Amulett die Gedanken anderer erfassen, was wir vielleicht mit Legilimentik vergleichen können. Doch auch andersherum funktioniert dies, das Amulett kann, bei entsprechender Ü-bung auch verhindern, dass ein anderer die Gedanken des Trägers erfassen kann.
Die sechste und letzte Funktion, ist nur mit Hilfe des Ringes möglich, der wenn er mit dem Amulett zusammen getragen wird, auch bei den anderen Funktionen verstärkend wirkt.
Gibt der Träger des Amulettes seinen Ring an eine andere Person, so kann er oder sie Kon-takt zu der anderen Person aufnehmen und sie auch sehr leicht finden, vorausgesetzt es be-steht eine persönliche Bindung zu den anderen Person.

Geschmiedet wurde dieses einmalige Stück in Griechenland in der Nähe von Athen unter der Aufsicht von Kassandra der großen Seherin, die ihre Gabe angeblich von dem Gott Apollo erhalten hatte, welcher sich in sie verliebt hatte. Es wird behauptet, dass dieser Schlangen ausgesendet hatte, die ihr als Kind am Ohre leckte und ihr so die Gabe des Sehens ein-hauchte. Kassandra wuchs bei ihrem Vater auf, der ein sehr gerechter König war. Und später lebte sie in einem Apollotempel, um dort zu studieren. Es wird vermutet, dass die Schmuckstücke auch dort entstanden sind. Nachdem sie Apollos Werben zurückgewiesen hatte und er sie dann damit verfluchte, dass niemand ihren Weißsagungen mehr glauben schenkte, ließ sie diese Schmuckstücke herstellen. Ihre Fähigkeiten dort hinein geben, durch einen schwierigen alten Zauber. Nur den Fluch des Apollo behielt sie. Kurze Zeit später wurde sie dann ermordet, doch ihre Gaben, waren von da an in dem Amulett gut aufgehoben und wurden von ihren Nachfolgern genutzt.



Sie hatte über dem Buch vollkommen Zeit und Raum vergessen und zuckte zusammen, als ihr jemand die Hand auf die Schulter legte. Sie drehte den Kopf und sah Albus Dumbledore hin-ter sich stehen.
„Was machst du denn hier so alleine?“ fragte er sie und ging um die Bank herum. Er blickte kurz auf die Bank und Sisilia nickte ihm bejahend zu, woraufhin er sich neben sie setzte.
„Seid ihr schon zurück?“ Wollte Sisilia wissen und sah sich automatisch nach Severus um, da sie annahm, dass er auch in der Nähe sein musste.
„Nicht ganz. Severus erledigt noch etwas für mich. Er müsste aber auch bald kommen“, er-klärte er ihr.
„Oh, gut“, antwortete Sisilia etwas enttäuscht. Dann blickte Albus Dumbledore auf das Buch in ihrer Hand.
„Was liest du da?“ wollte er wissen und deutete darauf.
„Ach, das hat mir Professor Trelawney gebracht. Es ist ein Buch über Schutzamulette und ihre Eigenschaften“, erklärte sie ihm und hob es ihm mit der Abbildung ihres Amulettes vor die Nase.
„Leider wird hier nicht erklärt, wie diese alle funktionieren, sie sagen nur was es alles kann“, seufzte sie nun auf.
„Zumindest kenne ich jetzt den Herkunftsort, des Amulettes und des Rings“, murmelte sie mehr, als dass sie es sagte.
„Ja, deine Mutter kannte die Geheimnisse des Amulettes sehr gut. Es ist wirklich sehr schade, dass sie dich nicht mehr in alle einweihen konnte“, gab er betrübt zurück und sah sie mit ei-nem Bedauern in seinen Augen an. Doch dann schien ihm bewusst zu werden, was sie vorhin noch gesagt hatte.

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BeitragThema: Re: Sisilias Geheimnis Teil 3   Mi Apr 02, 2008 6:00 pm

„Der Ring? Welchen Ring meinst du?“ fragte er sie und Sisilia hob kurz die Hand und be-deutete ihm einen Moment zu warten. Dann blätterte sie das Buch um und zeigte ihm die Ab-bildung von dem Ring.
„Sieh her, das ist der Ring, den ich von Severus bekommen habe, er gehört zu dem Amulett dazu. Sie wurden beide zusammen geschmiedet und beide zusammen haben noch mehr Kräf-te“, erklärte sie ihm und unterstrich ihre Aussage noch mit einem kräftigen Nicken.
Albus Dumbledore sah sie lange und nachdenklich an.
„Was hast du?“ fragte Sisilia ihn, als sie sah, dass seine Gesichtszüge ernst wurden.
„Ich glaube, dass es etwas zu bedeuten hat, dass ausgerechnet jetzt diese beiden Teile, die doch schon so lange getrennt waren, wieder zusammengefunden haben“, sagte er zu ihr.
„Wie meinst du das?“ fragte Sisilia irritiert.
„So wie ich es gesagt habe mein Kind, genau so. Nur weiß ich nicht was es bedeuten soll, aber glaube mir, dir ist bestimmt noch eine wichtige Aufgabe beschieden.“ Er sah sie immer noch mit ernstem Gesicht an.
„Das, mein Kind weiß ich auch nicht, doch ich weiß, dass du etwas Besonderes bist, das habe ich schon in der Stunde gefühlt, als du zur Welt kamst. Nicht nur ich habe das gespürt, auch deine Mutter wusste es, deshalb, hat sie auch so darauf geachtet, dass deine Herkunft geheim blieb, denn sie hatte Angst um dich“, sagte er und ergriff ihre Hand, während sie ihn immer noch verwirrt ansah.
„Sisilia, Kleines hab keine Furcht. Egal was kommen wird, wir können es nicht verhindern. Du brauchst davor keine Angst zu haben, egal was sein wird, wenn wir zusammen halten und uns gegenseitig beistehen werden wir es schaffen. Und sieh mal, du hast einen wunderbaren Mann, der alles, wirklich alles für dich tun würde, weil er dich über alles liebt. Doch wir alle können unserem Schicksal nicht entrinnen, aber wir können es schaffen, es uns gegenseitig erträglicher zu machen“, er sah sie an und hielt ihre Hand dabei fest. Sisilia erwiderte seinen Blick und nickte dann.
„Ich weiß, dass du recht hast Onkel. Ich fühle es schon die ganze Zeit, doch ich habe auch schreckliche Angst. Angst um mein Kind, Severus, dich, um Harry und um alle Freunde. Ich...“, sie brach mitten im Satz ab und senkte den Kopf.
„Schon gut mein Kind, ich kann dich verstehen, es geht mir auch nicht anders, glaub es mir. Doch ich bin mir sicher, wenn wir zusammenstehen, können wir es schaffen“, sagte er auf-munternd und lächelte sie zuversichtlich über seine Halbmondbrille hinweg an.
Sie hatte das Gefühl dieses vertraute Lächeln würde ihr Kraft schenken und sie richtete sich auf und lächelte zurück.
„Du hast Recht, ja du hast vollkommen Recht!“ erwiderte sie und sah ihn nun mit einer Ent-schlossenheit an.
„Onkel, ich möchte noch mehr über das Amulett und seine Fähigkeiten erfahren. Vielleicht sollte ich nach Athen fahren, dorthin wo es herstammt, wo es erschaffen wurde. Vielleicht finde ich da etwas darüber heraus“, sagte sie zu ihm, doch eigentlich war dies keine Frage mehr, sondern eher ein Entschluss, den sie gerade gefasst hatte und ihm mitteilte.
„Aber, was ist mit deinem Unterricht?“ fragte Albus.
„Ich werde erst in den Weihnachtsferien gehen, keine Angst. Vielleicht wird Severus mich dann begleiten, vorausgesetzt du kannst uns entbehren“, sie blickte ihn fragend an.
Er seufzte und nickte dann doch.
„Sicher doch, wenn nichts Außergewöhnliches geschieht, könnt ihr natürlich gehen. Ich denke es ist mit Sicherheit wichtig, vor allem für dich“, antwortete er ihr. Daraufhin beugte Sisilia sich nach vorn nahm Albus kurz in den Arm und gab ihm eine Kuss auf die Wange.
„Danke“, hauchte sie. Doch dann zog sie ihren Umhang enger um ihre Schultern, weil ihr nun bewusst wurde, wie frisch es doch schon geworden war.
„Wir sollten langsam rein gehen, denke ich. Bald wird die Sonne untergehen und es ist doch schon recht kalt“, sagte Albus Dumbledore ruhig als ihm das auffiel. Er stand auf und reichte Sisilia seinen Arm. Sie nahm die beiden Bücher und hakte sich ein, dann gingen sie ge-meinsam zurück ins Schloss.



*



Als sie gerade die Eingangshalle durchquert hatten, ging die Türe erneut auf und Severus trat mit großen Schritten herein.
„Albus, einen Moment bitte“, rief er Dumbledore hinter her, der sofort stehen blieb und sich umdrehte.
„Severus, du bist schon zurück? Hast du etwas erfahren?“ er sah ihn fragend an.
„Allerdings. Hallo Sil“, sagte er als er sie beide erreicht hatte.
„Ich habe erfahren, wo sich dieser Marek Alucard aufhalten soll. Ich mache mich auch gleich auf den Weg, um mit ihm zu reden, ich wollte nur kurz Bescheid geben“, erklärte er dem Schulleiter und sah ihn an, als wartete er auf sein OK.
Albus sah ihn kurz nachdenklich an und nickte dann.
„Wo ist er denn?“ wollte er noch wissen.
„Er ist in Scarborough. Er soll in diesem Luna Park arbeiten, einem Vergnügungspark, was immer das auch sein soll“, erklärte er.
Sisilia beobachtete beide bei dem Gespräch und dachte nach.
„Du willst da hin gehen? Jetzt gleich?“ fragte sie noch einmal nach und er nickte als Antwort.
„Gut, dann komm ich mit“, sagte sie zu ihm, doch er hob gleich abwehrend die Hände.
„Nein das geht nicht, Sil. Das ist zu gefährlich. Dieser Marek Alucard ist ein Vampir.“
„Na und mein Lieber, du vergisst, was ich unterrichte. Ich kenne mich mit Vampiren aus“, erklärte sie Severus und blickte ihm direkt in die Augen. Er sah sie kurz nachdenklich an und nickte dann doch.
„Gut in Ordnung, dann komm mit. Vier Augen sehen mehr als zwei.“
Sisilia nickte und lächelte dann.
„Wir brauchen uns nicht mal umzuziehen. Heute Abend findet wie jedes Jahr das große Hal-loween Fest, in Scarborough statt, so dass wir da nicht weiter auffallen werden“, erklärte Sisi-lia Severus und sah von ihm zu Dumbledore.
„Woher weißt du das schon wieder?“ fragte Severus erstaunt.
„Ich lese Zeitung, mein Lieber, auch Muggelzeitungen“, erklärte Sisilia ihm mit einem zwin-kern in den Augen.
„Ach, ist das diese komische Zeitung, die einmal die Woche kommt?“ fragte er eine Augen-braue hebend.
„Genau Severus und sie ist nicht komisch“, protestierte sie und stemmte die Hände in die Hüften. „Man muss schließlich informiert sein über das, was in der Welt geschieht“, fügte sie noch an und sah dann hilfesuchend zu ihrem Onkel, der zustimmend nickte.
„Schon gut, aber wir sollten los. Ich will den Kerl so schnell wie möglich finden“, drängte Severus jetzt.
„Gebt mir Bescheid, wenn ihr etwas erfahren habt“, bat Albus die beiden, wendete sich zum gehen und blieb dann doch noch mal kurz stehen.
„Gebt auf euch acht, ja?“ sagte er und sah beide mit besorgtem Blick an.
„Sicher Onkel, mach dir keine Sorgen. Wir werden vorsichtig sein“, erwiderte Sisilia ihm und er ging dann sie Stufen nach oben, in Richtung seines Büros.
„Gehen wir“, sagte Severus, doch Sisilia hob noch einmal kurz die Hand.
„Gut, ich muss nur noch mal aufs Zimmer, etwas holen, bin in zwei Minuten wieder zurück“, sagte Sisilia und ging schnell zu ihrem Wohnraum.
Sie legte das Buch, welches sie von Professor Trelawney bekommen hatte, in das Regal. Dann ging sie nach unten ins Schlafzimmer, wechselte ihren Umhang gegen einen wärmeren aus und kramte nach dem Ring, den sie von Severus zur Hochzeit erhalten hatte. Sie wollte ihn mitnehmen, denn wenn das stimmte, was in dem Buch stand, verstärkte er die Kräfte des Amuletts, das sie trug. Und sie dachte sich, wer weiß, wann diese Tatsache von Nutzen sein kann. Sie packte ihn aber in die Innentasche ihres Umhangs und ging dann wieder nach oben zu Severus, der an der Türe auf sie wartete.
„Ich bin soweit“, sagte sie, als sie ihn erreicht hatte.
„Gut, dann lass uns gehen“, antwortete er und öffnete die Türe. Als sie das Schloss verlassen hatten, hängte sich Sisilia bei ihm ein und er sah sie einen Moment lang an.
„Ist etwas?“ fragte sie nun unsicher und blieb stehen. Auch er hielt an und stellte sich vor sie.
„Allerdings. Ich habe den Eindruck, du wirst jeden Tag hübscher“, sagte er und lächelte sie an. Sisilia sah ihn überrascht an und wurde fast verlegen. So etwas hatte er vorher noch nie zu ihr gesagt. Doch dann schlang sie ihre Arme um seinen Hals, gab ihm einen Kuss und hauchte in sein Ohr: „Danke.“ Er erwiderte die Umarmung und drückte sie fest an sich.
„Ich meine was ich sage“, antwortete er ihr leise, nahm dann ihre Hand und sie machten sich auf den Weg.
Als sie das Schlossgelände verlassen hatten, apparierten sie sofort nach Scarborough.


*


Sie tauchten unbemerkt am Rande des Ortes auf, der sich im Laufe der letzten Jahrzehnte von einem kleinen Fischerort in eine große Touristen anziehende Kleinstadt verwandelt hatte.
In einer kleinen einsamen Nebenstraße apparierten sie fast gleichzeitig und sahen sich dann vorsichtig um.
Das Erste was Sisilia wahrnahm, war der andere, strenge Geruch. Hier roch es nach Salz und Fisch, was ihr zeigte, dass sie nicht weit weg vom Meer waren.
Die Sonne war schon fast untergegangen und es wehte ein mäßiger Wind, der ihren Umhang leicht aufblähte.
„Jetzt musst du mir nur noch sagen, wie dieser Marek Alucard aussieht“, sagte Sisilia und Severus sah sie etwas verwundert an.
„Na ja wie Vampire eben aussehen. Die typischen Merkmale. Ich dachte du kennst dich mit Vampiren aus?“ fragte er verblüfft und sah sie skeptisch an.
„Ja sicher tu ich das, in der Theorie schon, aber ich habe noch nie einen echten Vampir ge-troffen“, erklärte sie abwartend. Severus schüttelte den Kopf, da sie es wieder geschafft hatte ihn reinzulegen, dann hob er resignierend die Arme.
„Nun gut“, sagte er dann etwas zerknirscht, „Der Kerl ist sehr schlank, klein, schlaksig und hat dunkle Haare. Seine Augen sehen immer aus, als hätte er schon Nächte lang nicht mehr geschlafen und er wirkt immer irgendwie kränklich. Nur eines glaub ich nicht, dass der Kerl einen Umhang trägt. Er wird bestimmt nicht rumlaufen wie einer dieser Muggelvampir Ge-stalten“, fügte er noch an und deutete dann auf einen, als Vampir verkleideten Muggel, der an ihre Seitenstraße, mit ein paar anderen schaurigen Gestalten an ihnen vorbei ging.
Hinter ihm folgten dann noch drei Schönheiten, die lange schöne Mittelalterliche Kleider tru-gen. Ihre extrem langen schwarzen Haare glänzten im Licht der angehenden Laternen.
Severus schüttelte den Kopf, als er sie sah.
„Die Muggel sind schon sehr seltsam, auf was für Ideen die kommen“, sagte er und sah dann zu Sisilia.
„Los gehen wir, er müsste inzwischen wach sein, die Sonne ist untergegangen“, erklärte er und verließt die Seitenstraße. Er trat auf eine Art Hauptstraße, die im Zickzack nach unten zum Vergnügungspark führte und Sisilia ging an seiner Seite mit.
Auf einer Anhöhe konnten sie die Reste des alten Schlosses sehen, das sich hoch über den Klippen am Ende des Ortes auftürmte und in der Abenddämmerung sehr gespenstisch wirkte.
Sie machten sich auf den Weg nach unten und sahen unterwegs immer wieder verkleidete Leute. Vampire, Werwölfe, schaurige Monster und Gespenster. Kinder gingen als Feen, Ko-bolde und kleine Hexen und Zauberer. Sisilia schmunzelte, als sie den Blick von Severus be-merkte, der drei kleine Kinder, vielleicht 5 oder 6 Jahre alt, beobachtete, die sich als Hexen und Zauberer verkleidet hatten und nun an einer der zahlreichen Haustüren klingelten. Als diese aufgemacht wurde, sagten die Kinder einen Spruch auf.
„Wir wollen was Süßes, sonst verhexen wir dich in eine Kröte“, sagte der Kleine, ganz in schwarz gekleidete kleine Junge, der einen dunkelblauen Umhang trug, zu der schon älteren Frau. Die dann mitspielte und tat, als ob sie Angst vor ihm hätte und ihm und seinen Freunden eine große Handvoll Süßigkeiten herausreichte.
Severus bemerkt den Blick von Sisilia, die ihn nun angrinste.
„Das gefällt dir wohl was“, sagte sie neckend und deutet zu den Kindern, die sich jetzt zur nächsten Haustüre aufmachten.
„Du kommst auf Ideen, ich wusste nicht was die vorhaben, deshalb hab ich mir das an-gesehen“, verteidigte er sich. Sisilia stieß ihm leicht gegen die Rippen.
„Gib es doch zu, es gefällt dir“, forderte sie ihn auf und trat nun vor ihn, ging aber rückwärts weiter, währen sie mit beiden Händen seinen Umhang an seiner Brust packte und ihn etwas näher zu sich heran zog. Er schüttelte seinen Kopf und hielt ihrem Blick stand.
„Gib es endlich zu, ich weiß, dass dir das gefällt“, lachte sie und ging immer noch rückwärts vor ihm her.
„Pass lieber auf, dass du nicht hinfällst“, ermahnte er sie.
„Werde ich schon nicht, ich halte mich ja an dir fest. Aber ich gebe nicht auf, bis du es zu-gegeben hast“, sagte sie und grinste noch breiter.
„Du gibst wohl nie auf?“ stöhnte er, bleib stehen und ergriff ihre Schultern.
„Nein“, antwortete sie knapp und kippte ihren Kopf etwas zur Seite und sah ihn immer noch abwartend an. Doch anstatt einer Antwort senkte er seinen Kopf und gab ihr einen Kuss, den sie erwiderte. Aber als er weitergehen wollte, hielt sie ihn immer noch fest.
„Du schuldest mir immer noch einen Antwort“, sagte sie dann und Severus verdrehte kurz die Augen.
„Schon gut, du hast Recht, das hat mir gefallen. Zufrieden jetzt, können wir weitergehen“, fragte er und sah sie gespielt genervt an.
„Nein können wir nicht“, antwortete sie ihm und er blickte sie überrascht an.
„Warum nicht?“ fragte er erstaunt.
„Weil ich einen Stein im Schuh habe“, lachte sie und begann sich mit einer Hand an ihm hal-tend, den rechten Schuh abzustreifen und den kleinen Stein raus zu werfen. Dann zog sie ihn wieder an und hob beide Hände seitlich in die Höhe und machte ein unschuldiges Gesicht.
„Jetzt können wir wieder“, sagte sie zu ihm und strahlte ihn an.
„Du bist unmöglich weißt du das? Aber gerade deshalb liebe ich dich“, sagte er, schlang seine Arme kurz fest um sie und dann gingen sie weiter, den Menschentrauben hinterher, hinunter zum Park, der sich langsam immer mehr mit Besucher füllte.
Nach der nächsten Biegung konnten sie nun hinunter auf das Meer sehen, das in der Dämme-rung tiefschwarz und sehr ruhig vor ihnen lag. Auf seiner Oberfläche spiegelten sich die bun-ten Lichter wieder, die überall in der Bucht brannten und die immer mehr wurden.
Jede Spielbude, jedes Fahrgeschäft machte nun seine Beleuchtung an und es schimmerte im-mer bunter auf dem Gelände.
Sie erreichten ein großes Tor, an dem ein orange buntes Plakat hin, auf dem geschrieben stand, dass heute die Nacht der Nächte stattfinden würde. Das 13. Halloween Fest in Folge. Um Kostümierung wird gebeten.

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Mit Zauberei hat das Geschichtenschreiben eben auch zu tun! Cornelia Funke (Tintenherz)

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BeitragThema: Re: Sisilias Geheimnis Teil 3   Mi Apr 02, 2008 6:02 pm

Sisilia lachte als sie das Plakat ansah, denn vorn abgebildet war ein gruseliger Vampir, ganz in schwarz gekleidet, dem das Blut nur so von den Zähnen tropfte.
„Na wie passend“, sagte sie sarkastisch und sie betraten nun den Park, mit vielen anderen verkleideten und nicht verkleideten Muggel und sahen sich um.
Direkt am Anfang des Geländes war ein großes Zelt aufgebaut worden, das mit Bildern von Gruselgestalten bemalt worden war. Über dessen Eingang war mit blutroten Buchstaben ge-schrieben.
‚HALLOWEEN PARTY ZELT’
Sie konnten schaurige Musik aus dem Zelt hören und dann immer wieder das aufbrüllen eines Möchtegern Monsters gefolgt von dem Gekreische einiger Frauen. Anscheinend schien die Party in dem Zelt schon im vollen Gange zu sein.
Doch Sisilia und Severus achteten nicht weiter darauf, sondern gingen an dem Zelt vorbei zu dem Hauptweg, der zwischen den Schaubuden und den Fahrgeschäften verlief.
„Was denkst du arbeitet er?“ fragte Sisilia, als sie die Unmengen von verschiedenen Ge-schäften sah.
„Wenn ich das wüsste“, antwortete Severus zerknirscht, als ihm klar wurde, dass es nicht so einfach werden würde, wie er sich das vorgestellt hatte.
„Am besten wir suchen jeder auf einer Seite, dann geht es schneller. Aber unternimm nichts, falls du ihn findest, gib mir Bescheid, hast du verstanden“, ermahnte er sie und sah sie ein-dringlich an.
„Keine Angst, das werde ich“ antwortete sie ihm und nahm sich dann die linke Seite vor, während Severus auf die rechte Seite marschierte.
Sisilia betrachtete die Kostüme der Leute und dachte noch bei sich, dass Severus und sie höchstens damit auffallen würden, dass ihre Kleidung eher langweilig war, gegenüber den aufgedonnerten Kleidern, welche die Muggel angezogen hatten.
Es war inzwischen schon gut voll und viele Menschen hatten sich eingefunden. Die Buden waren voll belagert und Sisilia hatte oft Mühe überhaupt jemanden zu sehen, der für das ent-sprechende Geschäft arbeitet. Sie musste sich teilweise durch hartnäckige Menschentrauben arbeiten, um in die Spielbuden hineinzukommen. Um dann, nachdem sie festgestellt hatte, dass der Gesuchte nicht da war, sich wieder genau so mühsam nach draußen zu kämpfen. Als sie nach einigen Minuten auf die andere Seite sah, konnte sie Severus sehen, dem es nicht viel besser zu gehen schien, mit dem einen Vorteil, dass er ein ganzes Stück größer war und über die Köpfe vieler hinweg schauen konnte, wenn er sich auf die Zehenspitzen stellte.
Sisilia sah kurz zu ihm hinüber und schüttelte den Kopf. Auch er schüttelte den Kopf und deutet mit der Hand nach vorn. Sie verstand, er wollte weitersuchen. So machte sie sich auch wieder an die Arbeit. Sie suchte in jeder Bude, sah in jedes Kassenhäuschen der Fahr-geschäfte, aber sie hatte kein Glück. Sie fand niemanden auf den die Beschreibung hätte passen können.
Nach einer guten halben Stunde trafen sie sich in der Mitte eines kleinen Platzes, auf dem so etwas, wie eine Erntedank Säule aufgebaut worden war, an der Obst und Gemüse, Getreide Mais und vieles mehr, in bunter Reihenfolge angebracht worden war.
„Nichts“, sagte er, als sie ihn endlich erreichte. Auch Sisilia schüttelte den Kopf. Er sah sich noch mal in der Menschenmenge um und blickte dann wieder zu Sisilia.
„Jetzt verpasst du das Fest in Hogwarts. Du hattest dich doch so darauf gefreut“, sagte er plötzlich zu ihr.
„Das macht nichts, ich bin viel lieber mit dir zusammen. Und vielleicht haben wir ja doch noch Glück und schaffen es noch später dazuzukommen“, zwinkerte sie ihm zu.
Er wollte gerade etwas darauf erwidern, als eine ausgelassene sichtlich hübsche junge Frau, die als Hexe verkleidet war, auf ihn zu kam, ihm um seinen Hals viel und eine Kuss auf die Wange drückte.
„Wussten Sie, dass ein Kuss von einer Hexe Glück bringt?“ fragte sie ihn und lächelte ihn mit einem Augenaufschlag an, doch Severus schob sie vorsichtig aber bestimmt von sich.
„Danke, aber wenn, dann lasse ich mich lieber von meiner eigenen Hexe küssen“, antwortete er zum Erstaunen Sisilias und zog diese zu sich heran.
Die andere Frau sah ihn enttäuscht an und hob bedauernd ihre Arme.
„Schade, dann halt nicht“, seufzte sie bedauernd und ging wieder zu ihren Freundinnen, die nur ein paar Meter weiter kichernd auf sie gewartet hatten.
Sisilia blickte ihn an und hauchte ihm dann einen Kuss auf dem Mund.
„Das war gut“, grinste sie ihn an und hakte sich dann bei ihm ein. Severus antwortete nicht darauf, sondern musterte sie nur einen Moment lang und setzte dann den Weg fort.
Den ersten Teil des Parks hatten sie inzwischen abgesucht, so machten sie sich auf zum nächsten, den man aber nur erreichen konnte, wenn man über eine breite gewölbte Holz-brücke ging.
Von hier aus hatte man einen wunderschönen Blick auf das Meer und unter der Brücke rauschte ein kleiner Fluss der in das Meer mündete. Sisilia blieb am Geländer stehen, blickte auf die dunkle See hinaus und seufzte leise.
Severus stellte sich seitlich hinter sie und sah sie an.
„Alles in Ordnung?“ fragte er sie ehrlich besorgt.
„Es ist alles in Ordnung, Severus. Ich war nur in Gedanken. Warum suchst du diesen Vampir eigentlich? Was denkst du, weiß er?“ fragte Sisilia, während sie sich ihm zuwandte.
Severus sah sich kurz um und senkte dann die Stimme, als er sprach.
„Er hat vielleicht wichtige Informationen über die weiteren Pläne von Voldemort. Ich weiß, dass er den Auftrag von ihm bekommen hat, andere Vampire zu rekrutieren und sie dazu zu bringen, ihm zu helfen. Ich hoffe...“, er unterbrach sich kurz selber, als ein Paar nahe an ihnen vorbei ging und sprach erst weiter, als diese wieder außer Hörweite waren.
„Ich hoffe, er kann uns sagen was Voldemort vor hat“, erklärte er ihr und sein Blick wurde besorgt.
„Ich verstehe“, antwortete sie knapp und wurde wieder nachdenklich.
„Komm lass uns weitersuchen, ja?“ sagte sie dann und Severus nickte. Sie überquerten die Brücke und erreichten den nächsten Teil des Parks, in dem es einige Fahrgeschäfte und Ka-russells gab. Auf der linken Seite kam eine Spielhalle mit vielen verschiedenen Automaten und danach kam die Attraktion des Parks eine mächtige Achterbahn, an der sich große Men-schentrauben versammelt hatten. Ein Teil von ihnen hatte sich angestellt, weil sie mitfahren wollten, während andere wiederum nur zusahen, wie die Waggongs auf und ab rasten und die Fahrgäste lauthals kreischten.
Sisilia sah hoch zu der Bahn, die zwei gewaltigen Ansteigungen hatte, welche die Wagen nicht schafften hochzukommen, ohne Hilfe eines zusätzlichen Motors, der sie hochzog.
Sie liebte Achterbahnen und irgendwie juckte es sie, sich auch anzustellen und eine Runde mitzufahren, doch sie wusste, dass jetzt nicht die richtige Zeit dafür war und verwarf den Ge-danken ganz schnell wieder. Sisilia sah, wie Severus auf den Eingang der Achterbahn zu ging und folgte ihm verwundert. Sie blicke seitlich in sein Gesicht und sah wie sich Severus’ Au-gen verengten und er zu den Männern am Bedienungspult der Achterbahn starrte.
„Ist er das?“ fragte sie an sein Ohr gelehnt. Er antwortete nicht darauf sondern nickte nur, ohne seine Augen von ihm zu wenden.
„Warte hier“, sagte er knapp und stieg über die Absperrung, an den wartenden Fahrgästen vorbei, direkt auf Marek Alucard zu.
Sisilia sah ihm hinterher, ließ aber diesen Mann an dem Bedienungspult nicht aus den Augen, ihre Hand griff in ihren Umhang und ihre Finger umschlossen den Griff ihres Zauberstabes, doch lies sie ihn noch stecken. Dieser Marek schien Severus nicht zu bemerken, er war wohl voll und ganz damit beschäftigt, die Fahrgäste zu beobachten, die gerade die Wagen be-stiegen, für die nächst Fahrt. Er ließ den Zug dann abfahren und sah ihm noch hinterher, bis er verschwunden war. In dem Moment übersprang Severus die Gleise und ging rasch auf ihn zu. Als Alucard ihn bemerkte, zuckte dieser merklich zusammen.


*



Severus war einfach über die Absperrung geklettert, über die Schienen gesprungen und direkt auf Alucard zugegangen. Dieser war zuvor so mit seiner Arbeit beschäftigt gewesen, dass er ihn nicht gleich bemerkt hatte, erst als er direkt vor ihm stand. Er sah wie er erschrak.
„Marek Alucard, endlich hab ich dich gefunden“, sagte er langsam und betont. Seine Augen verengten sich, während er sich vor ihm aufbaute, so dass er nicht weglaufen konnte.
„Professor Snape, Sir. Wie, was ...?“ stotterte dieser nun und sah sich hilfesuchend um.
„Ich will mit dir reden. Sofort“, sagte Severus kalt zu ihm und kein Muskel regte sich in sei-nem Gesicht. Alucard wurde nervös und seine Augen huschten hin und her.
„Ich... ja sicher, ähm warten Sie...“, sagte er zu ihm und sein Blick wanderte nach hinten. Dort winkte er einem Kollegen, der gleich daraufhin herkam und zu ihm trat. Alucard sprach kurz mit ihm, aber so dass Severus nicht richtig verstand was er sagte, er bekam nur etwas mit von: ‚Problemen auf der Strecke und dass er an der zweiten Steigung etwas überprüfen müsste.’
Der Kollege übernahm dann das Bedienungspult, als die nächsten Wagen wieder von ihrer Fahrt zurückkamen. Doch der Kollege ließ nur die Fahrgäste aussteigen, aber keine neuen einsteigen, zur Verwunderung von Severus und den Leuten, die es kaum erwarten konnten Platz zu nehmen. Er erklangen Protestrufe der Fahrgäste und Alucards Kollege rief ihnen be-schwichtigende Worte zu und sagte etwas von Kontrollfahrt.
Alucard schob Severus nun zu den Wagen und dieser sah ihn fragend an.
„Los, einsteigen“, forderte Alucard Severus auf, doch dieser sah ihn überrascht an und wollte zuerst nicht.
Wenn Sie in Ruhe mit mir reden wollen, dann steigen Sie ein. Hier“, er deutete auf die Wä-gen, „kann uns keiner zuhören“, drängelte er. Daraufhin stieg Severus widerwillig ein und nahm Platz. Marek Alucard setzte sich neben ihn, die Sicherheitsbügel schlossen sich über ihnen und die Wagen setzten sich in Bewegung. Langsam wurden die Wagen nach oben ge-zogen und Alucard wendete seinen Kopf zu Severus.
„Gut was wollen Sie von mir?“ fragte er ihn und sah ihn aus seinen schwarzen funkelnden kleinen Augen fragend an. Severus hatte das komische Gefühl, dass Alucard etwas im Schilde führte, trotzdem entschloss er sich erst mal seine Frage zu stellen, ihn aber nicht aus den Au-gen zu lassen.
„Ich komme gleich zum Punkt. Ich weiß, dass du beim Dunklen Lord warst“, begann er. In-zwischen hatten die Wagen die Hälfte der ersten Steigung überwunden. Severus sah kurz von Marek weg und hinunter auf die Leute, die unten standen und blickte dann wieder zu Marek, der ihn nun mit ängstlichem und erschrockenem Gesicht ansah.
„Ich... woher wissen Sie...?“ fragte er und seine Augen verengten sich und huschten nervös hin und her, so als ob er befürchtete, dass irgendjemand unterwegs zugestiegen sein könnte.
In dem Moment hatten sie die Kuppe der ersten Anhöhe der Achterbahn erreicht. Severus zuckte zusammen, als die Wagen an Fahrt gewannen und er konnte fast senkrecht nach unten auf die Schienen sehen.
Unwillkürlich griff er an die Bügel und klammerte sich an ihnen fest. Mit hoher Ge-schwindigkeit schoss der Wagenzug in die Tiefe, um an der nächsten Steigung wieder nach oben zu rasen. Dann legten sich die Wagen in die Kurve und es ging anschließend wieder nach unten und gleich wieder in die Höhe. An dieser zweiten Steigung, die ebenfalls sehr hoch war, wurden sie wieder langsamer und irgendwann griff ein Motor ein, der die Wagen wiederum nach oben zog. Der Kettenzug ratterte und langsam ging die Fahrt weiter bis an die Spitze. Als aber der erste Wagen die Spitze erreicht hatte, streckte Alucard seinen Arm heraus und winkte kurz. Worauf hin der Zug plötzlich anhielt und die Bügel sich wie von Geister-hand öffneten.


*




Sisilia beobachte zuvor besorgt wie Severus sich in die Achterbahn hatte drängen lassen von dem Kerl. Sie war überzeugt davon, dass er nicht wirklich wusste, worauf er sich da ein-gelassen hatte. Sie sah ihnen noch nach, als sich die Wagen in Bewegung setzten und ging dann auf die andere Seite, um sie besser sehen zu können. Sie stand nun etwas abseits, als sie sah, wie die Wagen auf der zweiten Anhöhe plötzlich anhielten. Sie konnte sehen wie sich die Sicherheitsbügel öffneten und Alucard aus dem Wagen aufsprang und auf die Wartungs-brücke neben den Gleisen stieg.
Sogleich ging ein Rucken durch die Fahrzeuge, die sich daraufhin gleich wieder in Bewegung setzten, nur die Bügel schlossen sich nicht mehr.
Sisilia erschrak, als sie das sah. Sie konnte sehen wie Severus ebenfalls aufstand und ver-suchte aus den Fahrzeugen zu klettern, doch in dem Moment sah sie auch, dass sein Wagen sich schon langsam nach unten neigte. Er stieg schnell auf die andere Seite, stieß sich ab und hechtete auf die Rampe zu, rutschte dann jedoch mit den Füßen ab und drohte in die Tiefe zu stürzen.
Sisilia stieß, ebenso wie viele Leute um sie herum, die das Ganze auch beobachte hatten, ei-nen Entsetzensschrei aus und presste ihre Hand vor den Mund, als sie das sah. Dann war er aus ihrem Sichtfeld verschwunden, da die Wagen die nun in die Tiefe rauschten, ihr die Sicht nahmen. Ihr Magen krampfte sich zusammen und sie hatte das Gefühl ihr Herz würde stehen bleiben. Sie starrte immer noch starr vor Schreck hinauf auf die Stelle, wo sie Severus ge-sehen hatte. Es kam ihr fast wie eine Ewigkeit vor, bis die Wagen endlich alle an der Stelle vorbei waren und sie freie Sicht hatte. Da sah sie eine Gestellt auf dem Gerüst hängen und trotz der Entfernung konnte sie sehen, dass es Severus sein musste, denn Alucard trug keinen Umhang. Als sie sich genauer umsah, konnte sie Alucard ein Stückchen weiter weg erkennen, der stehen geblieben war und sich nach Severus umdrehte.
Dieser hatte sich gerade noch fangen können und hing nun frei schwebend hoch oben an ei-nem Metallgitter. Sisilia griff in ihren Umhang und fischte nach ihrem Zauberstab, um ihm helfen zu können, falls er sich nicht halten konnte, doch noch bevor sie ihn gezogen hatte, sah sie, wie er sich nach oben zog und ein Bein über die Brüstung schwang und sich dann auf die Standfläche rollte. Er blieb eine Sekunde liegen atmete durch und stand dann aber ruckartig auf, um die Verfolgung von Alucard aufzunehmen. Sie hörte wie Severus Alucard etwas hin-terher rief, was sich wie der Name des Vampirs anhörte, der auf dem Absatz kehrt macht und die Stufen der Wartungsbrücke nach unten rannte. Severus stürmte sehr wütend hinter ihm her, immer zwei oder drei Stufen auf einmal nehmend und langsam holte er auf. Da machte die Treppe eine 180 Grad Wendung, was Severus ausnutze und über das Geländer sprang, um seinen Weg abzukürzen. Im gleichen Moment als seine Füße die Treppe berührten griff er nach Alucard. Er bekam ihn an der Schulter zu fassen und riss ihn von den Beinen. Doch durch die große Wucht des Sprunges, verlor Severus das Gleichgewicht und krachte gegen ihn, woraufhin beide zu Boden stürzen und Severus genau auf ihm landete. Alucard stöhnte auf, als er das gesamte Gewicht von Severus abbekam. Doch aufgrund seiner Kraft, die der Vampir hatte, schaffte er es seine Beine unter Severus anzuziehen und stieß ihn mit großer Kraft von sich weg. Severus flog fast wie eine Puppe nach hinten weg und knallt mir starker Wucht, gegen das Geländer. Er stöhnt kurz auf, als sein Rücken gegen das harte Metall krach-te.

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