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 Sisilias Geheimnis Teil 3

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Sisilia
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BeitragThema: Re: Sisilias Geheimnis Teil 3   Mi Apr 02, 2008 6:05 pm

Sisilia und die Menschen um sie herum stöhnten ebenfalls auf. Marek Alucard nutzte diese Schrecksekunde von Severus aus, rappelte sich hoch und rannte weiter. Doch Severus fing sich geschickt am Geländer ab, sah dem Vampir wütend und mit schmerzverzerrtem Gesicht hinterher.
„Verdammter Bastard“, presste er zwischen den Zähnen heraus und nahm die Verfolgung wieder auf.
Sisilia wollte näher an die beiden heran. Sie erkannte sofort was Alucard vor hatte und rannte auf die Stelle zu, wo sie vermutete, dass er wohl runterkommen würde. Das war nicht so ein-fach, da das ganze Gelände rund um die Achterbahn mit Metallabsperrungen abgesichert war. So musste sie über einige der Absperrungen klettern, was sie sehr viel Zeit kostete. Immer wieder sah sie nach oben, zu den beiden.
Alucard hatte inzwischen eine metallene Leiter erreicht, die nach unten führte. Er war schon ein ganzes Stück nach unten geklettert, als Severus ebenfalls an der Leiter angekommen war. Er hatte dann noch das Pech, dass sich sein Umhang irgendwo an einer Schraube verfangen hatte und er musste ihn erst losreißen, was ihn wiederum ein paar Sekunden kosteten, aber dann hatte er es geschafft und stieg ihm, so schnell er konnte hinterher.
Sisilia hatte die Hälfte der Strecke schon geschafft, doch sie merkte, dass sie nicht vor Alu-card am Fuße der Achterbahn sein würde, dazu waren zu viele Hindernisse da, die sie noch zu überwinden hatte.
Severus sah nach unten zu Marek und er merkte, dass er es so nicht schaffte ihn einzuholen. In dem Moment sah auch Alucard nach oben, sein Blick wirkte gehetzt und er schien sich noch mehr anzustrengen, um ihm zu entkommen.
Als Marek Alucard den Boden erreicht hatte, war Severus noch etwa drei Meter über ihm. Sisilia konnte sehen wie Severus eine Hand von der Treppe löste sich halb umdrehte und dann nach unten sprang. Er landete genau im Rücken des Vampirs und riss ihn zu Boden. Seine Hände krallten sich an ihm fest und sie rollten ein paar Mal um ihre eigene Achse, als sie end-lich auf dem felsigen Boden zu liegen kamen. Alucard rutschte ihm dadurch aus die Finger doch er stürzte sich sofort erneut auf ihn, griff gleichzeitig in seinen Umhang und zog seinen Zauberstab heraus. Er umschloss ihn mit seiner Hand so, als würde er einen Dolch halten und hob sie hoch über die Brust des Mannes, den er mit der anderen Hand zu Boden presste.
Sisilia beobachtete das Ganze, als sie über die letzte Absperrung geklettert war und rannte auf die Beiden zu.
„Verdammter Narr“, fauchte Severus ihn wütend an. „Wage das nicht noch einmal oder ich werde dich auf der Stelle töten“, schleuderte er ihm entgegen und seine Augen funkelten sehr böse. So wütend hatte Sisilia ihn noch nie gesehen und so blieb sie schwer atmend hinter den beiden stehen. Sie sagte lieber nichts, sondern beobachtete sie nur, wobei ihre Hand wieder zu ihrem Zauberstab wanderte.
„Du weißt aus was für einem Material mein Stab ist“, zischte er, dabei konnte er sehen, wie Alucards Augen angstvoll zwischen seinem Gesicht und dem Zauberstab hin und her husch-ten und dann nickt er heftig.
„Sie meinen ...“, er schluckte hart, „ Er ist aus Eiche, ich weiß“, hauchte er dann heißer und schwer atmend.
Severus nickt nur stumm und sah ihn immer noch sehr wütend an.
„Du wirst mir jetzt sagen was du weißt, oder ich stoße zu“, zischte er dem ängstlichen Kerl unter ihm zu.
„Severus, nicht hier. Die Leute“, ermahnte Sisilia ihn nun und sah sich um.
Severus nickte nur, ließ ihn aber nicht los.
„Ist das Ihre Frau?“ fragte er nun und sah grinsend an Severus vorbei.
„Dir wird das Grinsen noch vergehen. Und ja das ist meine Frau, auch wenn dich das nichts angeht“, brummte Severus.
„Du hast recht Sil“, sagte er und sah sich kurz um. Er erkannte, dass sich eine Menschen-menge um sie gebildet hatte, die zwar noch in einiger Entfernung stand, aber er war sich sicher, dass das nicht lange so bleiben würde.
„Wir gehen woanders hin“, murmelte er und sah dann Alucard drohend an.
„Mach keine falsche Bewegung Freundchen, ich werde keinen Augenblick zögern und dir meinen Stab ins Herz rammen, wenn du so Metzchen noch einmal versuchst, hast du mich verstanden?“, drohte er ihm. Marek Alucard sah kurz zu Severus Stab und nickte dann sicht-lich ängstlich.
„Gut“, antwortete Severus, stand auf und zog Alucard am Kragen seiner Jacke mit sich nach oben. Er hielt ihn noch kurz fest und kam seinem Gesicht sehr nahe und zischte ihm ins Ohr.
„Überlege dir jede Bewegung gut“, sagte er leise zu ihm. Alucard schluckte, als er das ernste Gesicht von Severus direkt vor sich sah. Dann ließ ihn Severus los, stieß ihm gegen die Brust, als Aufforderung loszugehen und folgte ihm dann gleich darauf. Den Zauberstab hielt er im-mer noch einsatzbereit in der Hand, versteckte ihn jedoch unter seinem Umhang. Alucard sah noch kurz zu Sisilia bevor er sich umdrehte und losmarschierte.
„Wo wollen Sie mich hinbringen?“ fragte er dann unsicher und ängstlich und sah kurz zu den beiden zurück.
„Gute Frage, du hast doch sicher eine Wohnung, oder so etwas, wo du dich tagsüber aufhältst. Wie wäre es damit?“ sagte Severus mit zusammengebissenen Zähnen. Sisilia hatte Severus noch selten so erlebt, doch ihr war auch klar, dass er so reagieren musste, denn ein Vampir war sehr gefährlich und unberechenbar. Sie fragte sich sowieso, warum dieser Kerl hier ein fast normales Leben führte und arbeitete, mal von der Tatsache abgesehen, dass Vampire ei-gentlich ja tot waren. Aber sie konnte sich schon denken, warum er sich hier aufhielt. Hier gab es viele Menschen und viele Fremde kamen hier tagtäglich her. Da fiel es nicht unbedingt so auf, wenn ab und zu mal einer spurlos verschwand, denn ein Vampir brauchte schließlich frisches Blut, um weiter existieren zu können. Sie fragte sich nur, was er dann wohl mit den Leichen der Menschen gemacht hatte und sie erschauderte bei dem Gedanken, wie viele un-schuldige Personen wohl schon durch seine Hand, oder besser gesagt durch seinen Biss hatten sterben müssen. Ihre Miene wurde nun ebenfalls härter, als sie den Mann wieder ansah, der kurz stehen geblieben war.
„Ich lebe in einem umgebauten Bauwagen am Rande des Vergnügungsparks, wir können da hin gehen“, schlug er mit zittriger Stimme vor.
„Gut, dann geh voraus, aber...“ begann Severus.
„Ich hab verstanden, ich werde keinen Blödsinn mehr machen“, antwortete er und ging dann vor. Zuerst verließen sie das Gelände der Achterbahn und dann führte sie Alucard in Richtung Meer. Kurz vor dem Strand führte parallel ein schmaler Weg weiter, den sie entlang gingen. Es dauerte keine fünf Minuten und sie hatten einen alten blauen Bauwagen erreicht, der von außen sehr heruntergekommen aussah.
„Hier wohne ich“, sagte Alucard und deutete auf ihn.
„Hätte ich mir ja denken können, dass es bei dir nicht zu mehr reicht, als zu einer kleinen schäbigen Holzbude“, sagte Severus und Sisilia hatte das Gefühl, es machte ihm Spaß den kleinen Kerl zu reizen, als sie sah, dass sich seine Lippen bei dieser Aussage kräuselten.
„Professor, Sie wissen doch, dass nicht alles immer so ist, wie es nach außen hin scheint“, erklärte ihm der Vampir, der inzwischen wohl wieder seine Fassung etwas zurückgewonnen hatte und ihn leicht sarkastisch angrinste. Er stieg die Trittstufe nach oben und öffnete die Türe, des Bauwagens, knipste ein Licht im Inneren an und machte eine einladende Hand-bewegung.
„Darf ich bitten“, sagte er in einem gespielten scharmanten Ton. Severus wurde wütend, we-gen des Theaters von diesem Kerl und er packte ihn erneut am Kragen, stieß ihn grob in seine Behausung hinein. Alucard krachte mit dem Rücken gegen den Schrank, der sich gegenüber der Tür befand und Severus hatte seine Hand um dessen Kehle gelegt und drückte leicht zu.
„Versuch uns nicht hereinzulegen, verdammter Vampir“, fauchte er ihn wütend an. Sisilia folgte den beiden schnell, nicht gerade erbaut über die sehr grobe Art, die Severus an den Tag legte. Sie betrat den Bauwagen und war wirklich sehr überrascht über das, was sie hier sah. Von Innen war der Wagen eine richtige Luxusvilla, wenn man mal von der knappen Größe absah. Rechts von ihr befand sich eine gemütliche Sitzecke mit bestickten seidenen Kissen und Spitzentischdecke. Zu ihrer Linken war eine Küchenzeile eingerichtet, mit Kühlschrank, Kochgelegenheiten und vielem mehr. Dann gab es gegenüber der Küchenzeile 3 große Schränke.
Am anderen Ende befand sich ein Bett, es war riesig und mit Seidenlaken überzogen, die er in den Farben rot und schwarz gewählt hatte. Auch gab es einen Fernseher und eine Videoanlage und alles was noch so dazugehörte. Und alles nur vom feinsten, das konnte man sofort sehen.
Sisilia sah zu den Beiden und Severus deutete ihr an die Türe zu schließen, was sie dann auch tat. Severus sah Alucard nun wieder an, seine Hand nahm er nicht von seinem Hals.
„Was haben Sie vor? Wollen Sie mich erwürgen?“ fragte er sarkastisch. „Da werden Sie wohl Pech haben, ich bin schon tot“, presste er heiser hervor. Severus hatte inzwischen wieder sei-nen Zauberstab unter seinem Umhang hervor geholt und hielt ihm diesen unter die Nase.
„Lass deine dummen Witze“, zischte er, „und rede endlich. Was hat Voldemort vor?“ fragte er. Er merkte wie Alucard zusammenzuckte, als er den Namen des Dunklen Lords aussprach, doch es war ihm egal.
„Ich weiß nicht, was er plant, ehrlich, ich habe keine Ahnung“, antwortete der Mann schnell und seine Augen huschten hektisch von Severus zu dessen Zauberstab und dann zu Sisilia.
„Ach und warum glaub ich dir das nicht? Warum bist du dann weggelaufen? Los sag endlich was du weißt, oder...“, er hob erneut seinen Zauberstab an, bereit jederzeit zuzustoßen.
„Schon gut, schon gut, ich sag Ihnen was ich weiß“, er hob beschwichtigend seine Hände.
„Nun es ist war, ich war bei Ihm‚ dessen Name nicht genannt werden darf, er hat mir den Auftrag gegeben...“, er schluckte, es schien ihm schwer zu fallen, das zu erzählen und erst als Severus seinen Griff verstärkte, sprach er weiter.
„Er hat mir den Auftrag gegeben, ich solle noch anderer wie mich finden, die bereit sind für ihn zu arbeiten“, sagte er dann leise, er schien Angst zu haben, dass es vielleicht noch jemand hören konnte, der vielleicht zufällig in der Nähe war.
„Und was hat er euch dafür versprochen?“ fragte Severus ihn ruhig.
„Versprochen?“ fragte er und tat überrascht. „Wie kommen Sie denn darauf, dass er uns etwas versprochen hat?“
„Ganz einfach Marek, weil du und deinesgleichen nie etwas tun würden, wenn sie nicht nach-her auch davon profitieren könnten. Also rede, was hat er euch dafür geboten.“
Alucard zögerte und Severus erkannte, dass es in dessen Gehirn fieberhaft zu arbeiten begann.
„Rede!“ fauchte Severus ihn erneut an und hob drohend den Zauberstab ein Stück weiter an.
„Ist ja gut“, stotterte er, „Er hat uns eine Schloss versprochen, das wir für uns alleine haben können“, presste er zwischen den Zähnen hervor.
„Ein Schloss? Was für ein Schloss meinst du?“ fragte Severus der nun etwas verwirrt war. Alucard bemerkte dies sofort und ein sarkastisches Grinsen flog über dessen Gesicht.
„Können Sie sich das nicht denken?“ fragte er und sein Grinsen wurde noch breiter. Sisilia ahnte was er meinte und als Severus einen kurzen Blick zu ihr wandte, sah sie, dass auch er zu wissen glaubte, was Alucard sagen wollte.
„Hogwarts“, flüsterte er und drehte seinen Kopf zurück zu Alucard. Doch dieser war in den kurzen Sekunden, in denen Severus überrascht zu Sisilia gesehen hatte, nicht untätig ge-blieben und in dem Moment, als Severus ihn wieder ansah, rammte er ihm sein Knie zwischen die Beine, was diesem die Luft nahm und ehe er es sich versehen hatte, spürte er auch schon die Rechte des Mannes an seinem Kinn, was ihn nach hinten schleudern ließ und er krachte mit dem Kopf hart gegen die Tischplatte, wo er benommen zu Boden sank. Das Ganze geschah so schnell, dass Sisilia gar keine Chance hatte einzugreifen. Sie war auch sehr überrascht über die Kräfte, des doch sehr schmächtig wirkenden Mannes. Sie sah wie Severus gegen den Tisch krachte und wollte sich auf Alucard stürzen, noch im Laufen riss sie ihren Zauberstab heraus und richtete ihn auf den Vampir. Doch dieser war nicht nur kräftig, sondern auch unglaublich schnell. Noch bevor sie einen Zauberspruch aussprechen konnte, hatte Alucard ihr den Zauberstab aus den Händen gerissen und ihn in eine Ecke geworfen, dann packte er sie hart und Sisilia spürte die stahlharten Finger um ihre Arme. Sie stöhnte kurz auf vor Schmerzen, dann hatte er sie auch schon herumgeschleudert und auf das Bett gestoßen. Das war mit solch einer Kraft geschehen, dass ihr im ersten Moment die Luft weg-blieb, doch Alucard ließ ihr keine Zeit zu Handeln. Er stürzte sich sofort auf sie und drückte sie auf das Bett. Sie versuchte nach oben wegzurobben, doch er kam einfach hinter her. Er setzte sich rittlings über sie und es entbrannte ein heftiger Kampf zwischen ihnen beiden. Dann bekam er ihre Arme zu fassen, die er hart neben ihrem Kopf auf die seidenen Laken presste. Sisilia versuchte sich loszureißen, sie wand sich unter ihm und mit den Beinen ver-suchte sie nach ihm zutreten. Doch sie merkte sehr bald, dass sie es nicht alleine schaffen würde. Sie sah nach oben und erkannte plötzlich, dass sich das Gesicht des Mannes verändert hatte. Es war zu einer hässlichen Fratze geworden. Sie sah lange dolchartige Zähne, die nun aus seinem Oberkiefer ragten, seine Augen waren blutunterlaufen und Gier und Hass schien aus ihnen zu leuchten. Alucard grinste diabolisch und er beugte sich langsam zu Sisilia hinunter, die nach dieser Schrecksekunde, als sie in sein Gesicht gesehen hatte, wieder anfing sich gegen ihn zu wehren.
Der Griff des Mannes wurde noch härter und sie hatte das Gefühl, er würde ihr jeden Moment die Handgelenke brechen, sie stöhnte laut auf unter den Schmerzen.
„Nein“, keuchte sie, „lass mich los“, schrie sie verzweifelt, worauf der Mann anfing teuflisch zu lachen. Er war ihrem Gesicht nun schon verdammt nahe gekommen und Sisilias Be-mühungen ihm zu entkommen wurden noch stärker, doch was sie auch tat und was sie auch versuchte, er gab ihr keine Chance, er hatte eindeutig die besseren Karten in den Händen. Er sah ihr noch einmal mit teuflisch funkelnden Augen ins Gesicht, hob seinen Kopf ein paar Zentimeter an, um seine Zähne kraftvoll in ihrem Hals zu stoßen.
In dem Augenblick spürte Sisilia, wie ein Ruck durch den Körper von Alucard ging und die-ser bestialisch aufschrie. Er warf seinen Kopf in den Nacken, ließ ihre Arme los, fuchtelte wild umher und versuchte dann mit seinen Händen nach hinten auf seinen Rücken zu greifen.
Sisilia merkt plötzlich, dass er sie losgelassen hatte und robbte unter ihm weg in eine Ecke des Bettes und sah ihn mit entsetzten Augen an. Als sie ihren Kopf etwas hob, erkannte sie Severus, der hinter dem Mann stand. Ihr Blick viel erneut auf Alucard und dann sah sie, war-um er plötzlich aufgeschrieen hatte. Severus hatte ihm seinen Zauberstab auf der Höhe des Herzens in seinen Rücken gerammt und nun versuchte Alucard verzweifelt diesen wieder herauszuziehen, doch er kam nicht an ihn ran. Langsam verwandelte sich das Schreien des Vampirs in ein Stöhnen und seine Bewegungen wurden langsamer und unkontrollierter. Er sah beide noch mal an, mit einer Mischung aus Hass, Verzweiflung und Unverständnis, dann brach er neben Sisilia auf dem Bett zusammen und bewegte sich nicht mehr. Sisilia rutschte an ihm vorbei, vom Bett herunter auf Severus zu, der seine Hand nach ihr ausstreckte.

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BeitragThema: Re: Sisilias Geheimnis Teil 3   Mi Apr 02, 2008 6:06 pm

„Bist du in Ordnung?“ fragte er und sah sie eindringlich an.
„Mir geht es gut, ich .... oh mein Gott, ich hatte keine Ahnung wie kräftig diese Vampire sind“, sagte sie und ließ sich gegen Severus sinken, der seine Arme um sie legte. Sisilia spürte wie ihre Knie noch immer leicht zitterten und fühlte jetzt erst, wie ihre Handgelenke schmerz-ten.
„Danke“, seufzte sie und hob ihren Kopf um Severus anzusehen. „Das war für mich eine lehr-same Lektion. Ich werde nie wieder behaupten mich mit etwas auszukennen, das ich nicht auch wirklich kenne“, sagte sie zu ihm und wollte sich noch einmal zu Alucard herum drehen.
Doch Severus hielt sie davon ab, in dem er ihren Kopf in seine Hände nahm.
„Nein, sie nicht hin“, sagte er zu ihr.
„Aber warum nicht?“ fragte sie ihn überrascht und versuchte den Kopf zu drehen, doch Seve-rus hielt sie fest.
„Vertrau mir einfach, ja?“ forderte er sie auf und sah ihr in die Augen, worauf hin sie dann nickte.
„In Ordnung, ich vertraue dir“, sagte sie und als er ihren Kopf los ließ, wendete sie ihn nicht um, sondern sah weiter auf Severus.
„Komm lass uns gehen“, sagte er nun und schob Sisilia Richtung Türe, drehte sich dann sel-ber aber noch einmal um und holte seinen Zauberstab. Sisilia beugte sich über den Tisch und nahm ebenfalls ihren Zauberstab, den Alucard vorhin auf die Sitzbank geschleudert hatte und steckte ihn in ihre Tasche und verließ den Wagen. Severus folgte ihr kurze Zeit später, löschte das Licht und verschloss die Türe wieder.
Er trat zu ihr legte einen Arm um ihre Schultern und sie gingen stumm ein ganzes Stück in Richtung Meer, wo sie am Strand stehen blieben.
„Warum sollte ich mich nicht umdrehen?“ fragte Sisilia ihn, der das Ganze nicht aus dem Kopf ging.
„Ich wollte dir den Anblick ersparen. Alucard ist noch nicht lange genug Vampir gewesen, dass er ganz zu Staub zerfallen wäre“, erklärte er ihr und Sisilia nickte, denn sie wusste was er meinte. Vermutlich war auf dem Bett nur eine halbverweste Leiche zurückgeblieben und auf so einen Anblick konnte sie gut verzichten, es schüttelte sie schon, wenn sie nur daran dachte.
„Danke“, hauchte sie und versuchte ein Lächeln. Sie schauten beide noch ein paar Minuten auf das Meer hinaus, Sisilia hatte sich an Severus gelehnt, der immer noch seinen Arm um ihre Schulter gelegt hatte. Beide hingen ihren Gedanken nach und keiner sprach ein Wort. Sie drückte sich noch enger an ihn, als sie merkte, dass es langsam frisch wurde. Auch der Wind, der vom Meer her kam, wurde etwas stärker und blies in ihre Umhänge.
„Ich wusste gar nicht, das dein Zauberstab aus Eiche ist“, sagte sei dann in die Stille hinein und sah ihn an.
„Eigentlich hab ich gar keine Ahnung aus was dein Zauberstab besteht, komisch“, fügte sie noch hinzu, wobei das eher laut gedacht, als eine Frage war.
„Wusstest du nicht? Doch er ist aus Eiche, 12eindrittel Zoll und im Kern befindet sich Dra-chenherzfasern von einen Schwarzen Hebriden, falls dir das etwas sagt“, erklärte er ihr.
„Ich weiß was ein Schwarzer Hebride ist. Das ist ein britischer Drache, der gerne als Einzel-gänger lebt und ein sehr großes Territorium für sich alle beansprucht. Er wird bis zu zehn Me-ter lang, hat purpurrote Augen und sein Schwanz endet in einem Pfeilscharfen Stachel. Seine Flügel sind Fledermausartig und er ernährt sich von Wild und Rindern. Und...“, sie machte eine Kunstpause, „...ich habe wirklich schon mal einen Gesehen. Gordon McFusty hat, mir damals, als ich mit meinen Eltern einmal dort zu Besuch war einige gezeigt. War sehr beein-druckend“, endete sie mit ihrer Erklärung und Severus sah sie beeindruck an.
„Das ist Unterrichtsstoff, das hatten wir letzte Woche, deshalb war es noch in meinem Ge-dächtnis“, grinste sie ihn an. Severus erwiderte nichts darauf und sah sie nur an.
„Ich möchte jetzt zurück, es wird kalt“, sagte sie und zog ihren Mantel enger um ihren Kör-per, dabei langte sie wie automatisch an ihre Kette. Doch dann erschrak sie, sie war nicht mehr da, sie musste sie irgendwo verloren haben. Severus merkte, dass irgendwas nicht stimmte.
„Was hast du?“ fragte er irritiert und sah sie an.
„Verdammt, nein. Ich habe mein Amulett verloren, es ist nicht mehr da. Vielleicht vorhin beim dem Kampf gegen Alucard?“ schlussfolgerte sie.
„Wir müssen noch mal zurück“, sagte Sisilia und ging los zurück in Richtung zum Bauwagen. Severus folgte ihr und ging dann neben ihr her. Es war ihr mehr als unangenehm, dass sie erst jetzt bemerkt hatte, dass der Anhänger fehlte, umso mehr beeilte sie sich nun. Sie waren schon ganz in der Nähe und Sisilia so in Gedanken, weil sie sich darüber ärgerte, dass sie er-schrak, als Severus sie an der Schulter packte, zurück riss und hinter eine Hecke zog. Sisilia sah ihn zuerst überrascht an, doch als er einen Finger auf seine Lippen legte und mit seinem Kinn nach vorn deutete, wo der Bauwagen stand, drehte sie den Kopf und schaute dorthin. Erst jetzt sah sie, dass sich auf dem Platz davor einige Männer aufhielten, darunter zwei Poli-zisten.
Sisilia unterdrückte einen Fluch. Anscheinend hatte irgendjemand schon die Leiche von Alu-card entdeckt und die Polizei gerufen. Severus deutete Sisilia an, ihm leise zu folgen und so gingen sie hinter dem Gebüsch ein Stückchen näher heran, so dass sie besser sehen konnten. Von hier aus konnten sie nun auch etwas hören. Ein älterer Mann trat in dem Moment aus dem Bauwagen, seinem Gesicht zufolge, war das was er da drin zu sehen bekommen hatte, nicht sehr angenehm gewesen. Er ging ein paar Meter vom Bauwagen weg in ihre Richtung und blieb dann stehen. Er wischte sich mit einem Taschentuch über den Mund und drehte sich um, als ein anderer Mann seinen Namen rief.
„Inspektor Perkins? Ich hab hier noch etwas gefunden“, sagte eine kleinerer, um einiges jün-gerer, hagerer Mann, der trotz seines noch jungen Alters schon sehr schütteres braunes Haar hatte. Er ging auf den Inspektor zu, der sich nun mit seinen Fingern durch ursprünglich schwarze und inzwischen schon sehr angegraute Haar fuhr.
„Ja was denn?“ fragte er und sah seinen Kollegen erwartungsvoll an. Dieser streckte seine Hand aus und reichte dem Inspektor eine kleine durchsichtige Tüte in der sich etwas Glitzern-des befand. Sisilia presste eine Hand vor ihrem Mund, um nicht laut aufzustöhnen. Was der Mann da seinem Chef gebracht hatte, war nichts anderes als ihr Amulett.
„Der Kerl hatte es zwischen seinen Fingern, Sir. Ich vermute er hat es dem Täter oder der Täterin abgerissen“, mutmaßte er.
Sisilia sah nun wütend und verzweifelt zu Severus. Sie wollte es unbedingt wiederhaben. Sie war noch nie wirklich ohne die Kette gewesen und sie fühlte sich verdammt nackt ohne sie. Ohne weiter groß zu überlegen trat sie von der Seite her aus dem Gebüsch heraus. Sie wollte mit dem Mann reden, ihr würde schon etwas einfallen, egal wie, sie musste ihr Amulett wie-derbekommen, koste es was es wolle.
In dem Moment, als sie den Vorplatz erreicht hatte, hörte sie einen anderen Mann aufschreien, den sie vorher nicht gesehen hatte, da er neben dem Bauwagen gesessen hatte.
„Das ist sie!“ rief er. „Inspektor das ist die Frau, die mit Alucard mitgegangen ist“, rief er aufgebracht und wedelte wild mit seinen Händen.
Sisilia griff automatisch in ihren Unhang nach ihrem Zauberstag, doch noch bevor sie ihn richtig greifen konnte, hatte der Inspektor schon seine Pistole auf sie gerichtet. Sie sah in die Mündung der Waffe und ließ ihren Zauberstab wieder los. Ganz langsam nahm sie ihre Hand wieder aus dem Umhang und hob sie hoch, während ihr Blick immer wieder von der Waffe zu dem Inspektor wanderte.
Noch ehe Sisilia es sich versah, waren dann auch schon die zwei Polizisten herbeigeeilt und hatten sie zwischen sich gepackt und hielten sie nun an den Armen fest.
Inspektor Perkins trat auf sie zu und sah sie an, dann nickte er einem der Bobbys zu, der sie dann grob nach Waffen durchsuchte.

Severus erschrak sehr, als Sisilia plötzlich aus dem Gebüsch heraustrat. Er hatte noch ver-sucht sie zurück zu halten, doch er konnte sie nicht mehr fassen, sie war zu schnell weg. Und dann überschlugen sich die Ereignisse.
Er überlegte was er tun sollte, hielt es aber vorerst für das Beste in seinem Versteck zu blei-ben und auf eine günstige Gelegenheit zum eingreifen zu warten.

„Sie ist unbewaffnet, Sir“, sagte der Polizist zu dem Inspektor. Er hatte ihn ihrer Tasche ihren Zauberstab gefunden und zeigte ihn seinem Vorgesetzten.
„Was hatten Sie vor, wollten Sie mich verzaubern?“ lachte der Mann, als er den Zauberstab erblickte.
„Sicher was dachten Sie, ich dachte Sie würden sich als Fettchen ganz gut machen“, antworte-te Sisilia sarkastisch, woraufhin der Mann erneut loslachte. Sisilia dachte sich nur, ‚wenn er wüsste, dass sie das wirklich tun könnte’ und antwortete dann, so ruhig sie konnte.
„Es tut mir leid, ich wollte nur meinen Ausweis herausholen, ich dachte Sie wollten ihn viel-leicht sehen“, erfand sie nun, was auch kein Problem war, denn sie hatte tatsächlich ihren Muggelausweis ebenfalls in der Tasche.
„Danach hab ich Sie doch noch gar nicht gefragt. Aber gut. Sie könnten mir trotzdem Ihren Namen sagen“, forderte er sie auf.
„Mein Name ist Dorell, Lisa Dorell. Darf ich fragen was hier los ist?“ fragte sie jetzt mit fes-ter Stimme, denn sie hatte ihre Fassung recht schnell wiedergefunden. Sie hoffte nur Severus würde sich zurückhalten und sie schielte kurz vorsichtig zu dem Gebüsch, hinter dem sie ihn vermutete.
Doch noch bevor der Inspektor etwas antworten konnte kam der Mann, der vorhin gerufen hatte auf sie zu.
„Das ist die Frau, sie und ein großer schwarzhaariger Mann sind vorhin mit Marek hier her verschwunden und da hatte er noch gelebt. Sie hat bestimmt etwas damit zu tun. Fragen sie sie nach dem Mann, Inspektor“, sagte der blonde kräftige Mann und gestikulierte wie wild mit seinen Händen und deutete immer auf Sisilia.
„Was soll das heißen er hatte noch gelebt? Soll das bedeuten, dass Mr. Alucard...?“ fragte Sisilia den Inspektor überrascht.
Severus musste zugeben, dass sie ihre Rolle fantastisch spielte, sogar er hätte ihr ab-genommen, dass sie nichts von Alucards Tod wusste, hätte er es nicht besser gewusst.
„Ja in der Tat, er ist tot“, antwortete er. „Sie geben also zu, dass sie diesen Alucard kannten?“ fragte sie daraufhin.
„Nur flüchtig, eigentlich so gut wir gar nicht. Aber ich verstehe das nicht, er hat doch vorhin noch gelebt. Was ist denn passiert?“ wollte Sisilia wissen und stellte sich dabei sehr geschickt an.
„Glauben sie ihr kein Wort“, rief der Mann dazwischen. Ich bin überzeugt, dass sie und ihr Freund da, dieser Mann mit den langen schwarzen Haaren, dass sie beide Marek Alucard er-mordet haben!“ Der Mann war so aufgebracht und ließ sich nicht von seiner Meinung ab-bringen, dass er Inspektor sich entschloss Sisilia auf die Polizeiwache bringen zulassen, um sie in Ruhe verhören zu können.
„Aber ich hab doch gar nichts gemacht, Sir. Hören sie ich muss auch nach Hause, sie können mich doch nicht einfach verhaften, ich hab nichts getan“, schimpfte Sisilia los, als die zwei Bobbys sie zu einem Wagen schoben, wohin der Inspektor sie begleitete.
„Sie sind nicht verhaftet, noch nicht jedenfalls. Ich möchte sie nur ihn Ruhe verhören. Wo ist ihr Begleiter?“, fragte Inspektor Perkins und steckte ihren Zauberstab kopfschüttelnd zu der Kette in seine Tasche.
„Ich bin alleine“, antwortete sie ihm und sah ihm ins Gesicht. Perkins verzog das Gesicht und dann gab er seinem Kollegen noch ein paar Anweisungen und setzte sich dann zu Sisilia in den Wagen. Sie war von den Polizisten in den Font des Wagens gesetzt worden, in den der Inspektor sich nun ans Steuer setzte.
„Hören Sie, ich vertraue darauf, dass Sie sich anständig verhalten, deshalb erlasse ich Ihnen die Handschellen“, sagte er als er sich noch einmal nach hinten umdrehte.
„Schon gut“, brummte Sisilia, „Ich verspreche, dass ich nichts anstellen werde“, fügte sie dann noch hinzu und sah schnaubend aus dem Wagen, als dieser losfuhr.
Sie wusste nicht was Severus nun tun würde, doch sie hoffte, er würde sich nicht in Gefahr bringen.
Es dauerte nicht lange und sie kamen schon an der kleinen Polizeistation des Ortes an. Inspek-tor Perkins brachte Sisilia nach oben in den ersten Stock, in ein kleines düsteres Büro. Als er das Licht einschaltete, flackerte eine grelle kalte Neonlampe an der Decke auf. Er bot Sisilia einen Platz an und setzte sich dann hinter den Schreibtisch.
„So und jetzt sagen Sie mir bitte doch noch mal ihren Namen, ihre Adresse und so weiter“, forderte er von ihr und sie machte ihre Angaben. Als er das alles auf einem Formbogen notiert hatte, lehnte er sich in seinem Schreibtischsessel zurück und sah sie an. Dann griff er in seine Tasche, holte den Zauberstab und das Amulett hervor. Den Zauberstab legte er auf den Tisch und das Amulett, welches immer noch in der Tüte steckte hielt er ihr vor die Nase.
„Kennen sie diese Kette?“ fragte er gleich direkt. Sisilia sah sie an und schluckte unmerklich. Sie überlegte, ob sie einfach danach und nach ihrem Zauberstab greifen sollte, sie waren ja alleine und gegen ihn würde sie ohne Probleme ankommen. Doch noch bevor sie ihr Vor-haben in die Tat umsetzten konnte, krachte die Türe des Büros auf und ein anderer Polizist stolperte mit Severus in der Mangel in den Raum. Dann reagierte Sisilia und es ging alles sehr schnell.
Sie griff nach ihrem Zauberstab und schockte den Inspektor. Wahrscheinlich überrascht von dem was Sisilia getan hatte, reagierte der andere Polizist sehr langsam und als dieser dann zu seiner Waffe greifen wollte, hatte Sisilia auch ihn ins Reich der Träume geschickt und er krachte zu Boden.
Severus schloss schnell die Türe, so dass die anderen draußen nicht sehen konnten, was hier vor sich ging und verschloss sie dann magisch.
„Wie ich sehe, kommst du auch ganz gut ohne mich zurecht“, sagte Severus sarkastisch und grinste sie an.
„Nicht ganz. Wir haben wohl nicht viel Zeit, bis die andern die Türe aufgebrochen haben. Kannst du das Gedächtnis von den beiden verändern?“ fragte Sisilia und sah Severus an.
„Ich denke schon, ist ja nicht das erste Mal“, gab Severus zurück und richtete seinen Zauber-stab auf den Inspektor.
In dem Moment klopfte es schon an die Türe und eine Stimme fragte, ob alles in Ordnung sei. Severus ließ sich nicht von dem Gepolter und dem Geschrei stören. Er richtete seinen Zauber-stab auf den Kopf des Inspektors.
„OBLIVATE“, sagte er und murmelte dann noch ein paar unverständliche Sätze. In der Zeit ließ Sisilia, den Bogen Papier, den dieser zuvor ausgefüllt hat in Flammen aufgehen und griff sich ihre Kette.
„Danke, sagte sie an den Inspektor gewandt, nahm sie aus der Tüte und legte sie sich gleich wieder um.
„Schon viel besser“, murmelte sie und nahm das Metall in ihre Hand. In der Zwischenzeit war Severus mit dem Inspektor fertig und kümmerte sich um den anderen Mann. Perkins saß noch etwas abwesend auf seinem Stuhl, doch Severus wusste, dass dies normal war, er würde in ein paar Minuten wieder der alte sein, mit der einen Tatsache, dass er sich an heute Abend würde nicht mehr erinnern können.
Das Poltern gegen die Türe würde immer lauter, Sisilia rechnete damit, dass sie gleich auf-krachen würde, so trieb sie Severus zur Eile an.
Er nickte nur, versuchte das Poltern weiter zu ignorieren und veränderte auch das Gedächtnis des anderen Mannes. Dann nickte er Sisilia kurz zu und in dem Moment, als sie beide aus dem Büro disapparierten, krachte die Tür auf und die beiden Männer in dem Büro, sahen ihre Kollegen sehr überrascht an.

Severus und Sisilia apparierten vor dem Hogwarts Gelände.
„Das war verdammt knapp“, stöhnte Sisilia nun auf und atmete erst einmal in Ruhe durch.
„Allerdings“, antwortete Severus und sah sie strafend an.

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BeitragThema: Re: Sisilias Geheimnis Teil 3   Mi Apr 02, 2008 6:10 pm

„Es war keine Gute Idee, einfach zu ihnen zu laufen, das hätte auch ganz anders gehen kön-nen und dann hätten wir mächtig Ärger mit dem Ministerium bekommen können“, sagte Se-verus leicht wütend.
„Es tut mir leid, ich wollte keinen Ärger machen, ich wollte doch nur das Amulett zurück. Ich war noch nie ohne, seit ich es habe. Es ist ja noch mal alles gut gegangen. Ich danke dir für deine Hilfe“, sagte sie, legte ihre Arme um seinen Nacken und gab ihm einen Kuss, woraufhin er ihr nicht mehr wirklich böse sein konnte. Er legte eine Hand an ihr Gesicht und strich mit seinem Daume über ihre Wange. Sie presste ihr Gesicht in seine Hand und lächelte ihn an.
„Wie hast du mich eigentlich gefunden?“ fragte Sisilia, der das erst jetzt bewusst wurde.
„Ganz einfach, ich habe aufgepasst“, erklärte er sah sie an.
„Ich habe gehört, wo sie dich hinbringen wollten. Dieses Polizeirevier ist mir aufgefallen, als wir uns auf den Weg zu diesem Luna Park gemacht haben. Also hab ich mich einfach auf den Weg dorthin gemacht und da hab ich dich ja auch gefunden. Nur, dass mich dieser Kerl nicht zu dir gehen lassen wollte, na ja und den Rest kennst du ja“, grinste er nun.
„In der Tat den kenne ich. Weißt du? Eigentlich sind wir ein ganz gutes Team muss ich schon sagen“, grinste sie ihn nun erleichtert an, dann nahm sie seine Hand und sie gingen zurück ins Schloss.

„Du ich glaub ich möchte nicht mehr zum Fest gehen, irgendwie steckt mir das alles noch zu sehr in den Knochen, was da vorhin passiert ist. Ich würde lieber gleich zu uns gehen“, sagte sie als sie das Stimmenwirrwarr aus der Großen Halle hörte.
„Gut kein Problem. Ich muss nur Albus einen kurzen Bericht geben, er wird bestimmt schon warten“, erklärte Severus, hauchte Sisilia einen Kuss auf die Lippen und marschierte in die Große Halle hinein.
Sisilia ging direkt in den Wohnraum, sah sich kurz um und beschloss dann, ein schönes war-mes Bad zu nehmen. Und da heute wohl alle Schüler, auch die Vertrauensschüler beim Hal-loween fest waren, war das Bad der Vertrauensschüler mit Sicherheit leer.
So ging sie hinunter ins Schlafzimmer, nahm sich Handtücher und Bademantel und was sie sonst noch brauchte, schrieb Severus einen Zettel und ging nach oben in das Bad.
Das Passwort „Rosenblüten“ wusste sie von Hermine, die es ihr verraten hatte und so betrat sie das Bad, schob den Riegel vor und sah sich um.
Sisilia staunte nicht schlecht, als sie das Bad betrachtete. Ein stattlicher kerzenbestückter Kronleuchter tauchte das Bad in ein sehr warmes aber nicht zu helles Licht.
Das Bad selber war ganz aus Marmor und mitten im Raum befand sich ein rechteckiges Be-cken, das so groß war, wie ein kleiner leerer Swimmingpool. Rund an die hundert Wasser-hähne ragten aus einer der Seitenwände des Beckens und an jedem Drehknopf befand sich ein anderes Juwel. Es war wirklich sehr beeindruckend. Vor den Fenstern hingen lange weiße Vorhänge und in einer Ecke lagen weiße kuschelweiche Badetücher aufgestapelt. An einer Wand konnte Sisilia ein Gemälde entdecken, darauf war eine Meerjungfrau abgebildet die aber im Augenblick tief und fest schlief.
Sisilia legte sich die mitgebrachten Sachen auf den Boden neben das Becken und überlegte, welchen Wasserhahn sie aufdrehen sollte.
Sie wählte dann einen, auf dem ein violetter Stein eingelassen worden war. Sie wusste, dass aus jedem Wasserhahn ein anderes Schaumbad herauskam, doch sie hatte keine Ahnung, was wo herauskam. Den Violetten schloss sie schnell wieder, es war nicht ihr Geschmack. So suchte sie eine ganze Zeit lang weiter, bis sie zwei fand die ihr gut gefielen. Und da sie sich nicht entscheiden konnte, welches sie nehmen sollte, nahm sie kurzerhand beide. So roch es bald in dem ganzen Bad nach Rosen und Sandelholz. Die rosa und braunen Blasen die aus dem Wasserhahn blubberten, verteilten sich auf dem Wasser in dem Becken. Es war wunder-schön mit anzusehen, wie neue fast fußballgroße Blasen auf dem Wasser niederließen und die alten dann immer wieder mit einem Plopp zerplatzten.
Sisilia beobachtete das Schauspiel einige Zeit gebannt, tauchte ihre Hand in das wohlig war-me Wasser und streifte mit den Fingern durch den weichen Schaum. Dann begann sie sich auszuziehen und glitt langsam in das sehr angenehm temperierte Wasser. Inzwischen war das Becken schon fast voll und so schloss Sisilia die Hähne wieder. Das Becken war tatsächlich so tief, das sie gut darin stehen konnte. Sie konnte sogar ein paar Züge darin schwimmen, was sie auch kurz tat. Es war einfach herrlich, das warme Wasser auf ihrer Haut und der an-genehme Duft der in der Luft lag. Sisilia schwamm wieder zum Rand, lehnte sich mit den Armen dagegen und schloss für einige Minuten die Augen.
Dann hörte sie ein Klopfen an der Türe und kurz darauf Severus’ Stimme.
„Sil, bist du da?“ fragte er durch die geschlossene Türe. Sisilia drehte sich um, als sie ihn hör-te, streckte ihren Arm in Richtung Türe und mit einem Schlenker ihrer Hand, ließ sie mit Zauberkraft, den Riegel zur Seite gleiten und somit war die Tür für Severus offen, der nun eintrat.
„Da bist du ja“, hauchte sie gerade so laut, dass er sie noch hören konnte. Er verschloss gleich wieder die Türe hinter sich, trat an den Beckenrand heran, kniete sich zu ihr hinunter und sah sie an.
„Willst du nicht auch rein kommen? Platz ist jedenfalls genug“, forderte Sisilia ihn auf, nahm ein wenig von dem Schaum in die Hand und blies ihn in Severus’ Gesicht.
„Wenn du meinst, dass ich das sollte?“ feixte er, wischte sich den Schaum aus dem Gesicht und begann sich auszuziehen. Sisilia schwamm in die Ecke und lehnte sich mit dem Rücken gegen den Beckenrand. Die Arme hatte sie auf den Rand gelegt und beobachtete Severus da-bei, wie er die Kleider ablegte. Ihre Blicke huschten über seinen Körper, während er seine Kleidung neben die ihren auf den Boden warf.
Dann setzte er sich auf den Beckenrand, ließ sich ebenfalls in das Wasser hinein gleiten und schwamm dann langsam auf Sisilia zu, die schon auf ihn wartete.
Er stellte sich vor sie, strich ihr eine nasse Haarsträhne aus dem Gesicht und klemmte sie ihr hinter das Ohr.
Sisilia legte ihre Arme um seinen Nacken, zog ihn näher an sich heran und sah zu ihm auf und gab ihm einen Kuss auf die Lippen.
„Du schmeckst immer noch nach Seeluft“, hauchte sie zu ihm und leckte sich dabei über die Lippen.
„Das können wir ja ändern“, murmelte er leise zu ihr, legte ebenfalls seine Arme um sie, presste seine Lippen auf die ihren und ließ sich dann mit ihr unter Wasser sinken. Dabei ließ er sie nicht los und seine Lippen hatte er weiterhin auf ihren Mund gepresst. Sisilia ließ sich einfach mitziehen, schloss ihre Augen und genoss die friedliche Stille unter Wasser und sei-nen wunderbaren warmen Körper, an den sie sich presste. Kurze Zeit später hatte er sie beide wieder an die Oberfläche geholt und schüttelte sein nasses Haar aus dem Gesicht. Sie sahen sich beide einen Augenblick lang an, ehe sie sich erneut in die Arme nahmen und leiden-schaftlich küssten.
„Ich brauche dich. Jetzt“, hauchte Sisilia ihm zwischen den Küssen zu und presste ihren Un-terkörper gegen den seinen. Sie spürte seine Erregung an ihren Schenkeln und wusste, dass auch er mehr wollte. Sie ließ ihre Hand tiefer wandern und strich sanft über die empfindliche Spitze seines Schaftes, was ihm ein wohliges aufstöhnen entlockte. Er schob sie langsam auf eine Ecke des Bades zu, während sie sich immer weiter küssten und er seine Hände über ihren Körper gleiten ließ. Sie hörte unterdessen auch nicht auf, seine Erregung weiter zu massieren, bis er nach ihrem Bein griff und es etwas anhob. Sisilia unterstützte ihn dabei etwas und schob ihm dann ihr Becken entgegen. Er sah ihr in die Augen, als er nahe an sie heranrutschte und langsam in sie eindrang. Sie stöhnte kurz auf, als sie ihn in sich spürte und er sie auszu-füllen begann. Sie schlang das Bein, welches es angehoben hatte um seine Hüfte, um ihn noch tiefer in sich zu spüren. Mit einem Arm stützte sie sich am Beckenrand ab, während sie den anderen um seinen Nacken geschlungen hatte. Er begann sie mit langsamen, aber doch mit kräftigen Stößen zu verwöhnen, die vom Wasser aber dennoch immer wieder gebremst wur-den. Sisilia sah auf seine Brust, die aus dem Wasser ragte und dann wieder hoch in seine leuchtend schwarzen Augen. Doch dann packte Severus Sisilia am Po und zog sie näher an sich, woraufhin sie nun beide Beine um seine Hüfte schwang, um sich an ihm festzu-klammern. Durch die ganze Aktion wurde seine Bewegungsfreiheit zwar etwas eingeschränkt, doch er genoss es, sie dadurch noch näher und enger bei sich zu haben. Sein Atem ging schneller, genauso wie Sisilias, die nun bei jedem seiner Stöße leise aufstöhnte. Sie spürte seine Härte ihn ihr und es erregte sie bis aufs Äußerste, wenn sie in seine funkelnden Augen sah. Ihr Unterleib zuckte um ihn und sie spürte die Hitze, die sich in ihrem Schoss staute. Se-verus merkte wohl wie erregt Sisilia war und steigerte nun das Tempo etwas, was im Wasser nicht sehr einfach war. Er musste immer wieder nachgreifen, dass Sisilia ihm nicht weg-rutschte. Sie fühlte wie Woge des Höhepunkts, die unaufhaltsam über sie schwappte, ihr Kör-per zuckte und bebte, als sie kam und sie presste ihm ihr Becken noch mehr entgegen, dabei stieß sie einen leisen wohligen Schrei aus, der dann in einem seufzenden Wimmern endete. Als Severus das spürte, drosselte er das Tempo wieder, er sah sie an und senkte dann seinen Kopf, um ihr einen leidenschaftlichen Kuss zu geben. Sisilia presste sich gegen ihn, immer noch atemlos und ihr Körper bebte weiterhin leicht nach, als er sich in ihr sanft weiter-bewegte. Doch dann zog er sich aus ihr zurück und ließ sie dann los. Sie sah ihn verwundert an, doch als sie sah, dass er seine Arme etwas ausschüttelte, wusste sie, dass es für ihn so, wohl sehr anstrengend war sie so zu halten. Sie sah ihn fragend an und seine Augen begannen zu funkeln.
„Ich glaub ich weiß, was du gerne möchtest“, hauchte sie ihm zu, schob ihn an den Becken-rand und grinste ihn nun an.
„So, weißt du das?“ fragte er mit gekräuselten Lippen.
„Ich denke schon. Sag mir, wenn ich mich irre“, flüsterte sie und klopfte mit der Hand auf den Beckenrand, ohne ihn aus den Augen zu lassen. Er nickte kurz und stemmte sich dann nach oben, um sich auf den Rand des Beckens zu setzten. Sisilia lächelte ihn an und sah zu ihm hoch, als sie seine Beine etwas spreizte, um sich dazwischen zu stellen. Das Becken hatte genau die richtige Höhe, dachte Sisilia noch, als sie begann mit ihrer Hand seinen Schaft zu massieren. Die andere legte sie auf seine Hüfte und zeigte ihm an, noch etwas weiter nach vorn zu rutschen, was er auch tat. Dann senkte sie ihren Kopf auf seine Erregung und stülpte ihre Lippen über die Spitze. Mit der Zunge leckte sie vorsichtig darüber, während ihre Hand ihn immer noch massierte. Er stützte sich mit einer Hand hinter sich ab und schloss die Au-gen, als Sisilia begann an seiner Erregung zu saugen und immer wieder mit der Zunge über die Spitze zu streichen. Er stöhnte leise auf, als ihr Saugen kräftiger wurde und hob un-willkürlich sein Becken etwas an. Inzwischen hatte sie auch mit der zweiten Hand seine Hüfte gepackt, so dass sie ihn nur noch mit ihrem Mund verwöhnte und ihre Nägel bohrten sich leicht in seine Haut. Sein Stöhnen wurde lauter und hallte leise von den Wänden wieder. Sisi-lia spürte, dass es nicht mehr lange dauern würde, bis er soweit war und begann noch kräftiger ihn mit ihren Lippen und ihrer Zunge zu bearbeiten. Sie spürte das wilde Zucken seines Schaftes und griff nun noch mit einer Hand wieder danach, während sie mit dem Mund kräf-tig weiter massierte. Er stöhnte laut auf, als ihn der Orgasmus durchschüttelte und er presste sich ihr noch mehr entgegen, als er sich in ihrem Mund ergoss. Sisilia umschloss mit ihren Lippen weiterhin seinen Schaft, nahm alles auf was er ihr gab und schluckte es dann bereit-willig.
Sie leckte weiterhin sanft über seine Spitze, bis er ruhiger wurde, hob dann den Kopf und sah ihn an, während sie sich mit der Zunge über die Lippen strich.
In dem Moment sah auch er sie an und er legte seine Hand an ihr Gesicht, das sie an diese schmiegte.
„Gut?“ hauchte sie und sah ihn fragend an. Doch er antwortete nicht, sondern nickte nur und lies sich zurück ins Wasser gleiten, wo er sie sofort wieder in seine Arme schloss.
„Du bist einfach unglaublich“, hauchte er in ihr Ohr.
„Du aber auch“, flüsterte sie ihm zurück und schmiegte sich an ihn.
„Ich könnte mir ein Leben ohne dich überhaupt nicht mehr vorstellen“, er ließ zuerst seine Hände über ihren Rücken wandern, dann beugte er seinen Oberkörper etwas zur Seite und legte eine Hand auf ihren Bauch, an dem man schon erkennen konnte, dass er runder wurde. Zart fuhr er mit seiner Hand darüber.
„Ich kann es irgendwie immer noch nicht recht glauben, es ist schon merkwürdig und doch wunderschön. Der Gedanke, dass hier ein neues Leben heran wächst“, er blickte immer noch durch das Wasser auf ihren Bauch.
Sisilia sah ihn verwundert an, doch dann lächelte sie.
„Hallo, so tiefgründige Gedanke bin ich von dir gar nicht gewohnt“, bemerkte sie beeindruckt und er sah sie wieder an, ohne die Hand von ihrem Bauch zu nehmen.
„Das macht ganz alleine dein Einfluss“, er gab ihr erneut einen Kuss und sah ihr tief in die Augen.
Sie lagen noch eine ganze Zeit zusammen im Becken und hielten sich fest.
„Wird es nicht langsam Zeit schlafen zu gehen?“ fragte Sisilia, die merkte wie die ganze An-spannung von ihr gewichen war und sah zu Severus.
„Du hast Recht. Morgen ist wieder Unterricht, wir sollten wirklich ins Bett gehen“, erwiderte er hauchte ihr einen Kuss auf die Lippen und schwang sich aus dem Becken. Dann gab er Sisilia die Hand und half ihr ebenfalls heraus. Sie trockneten sich ab und zogen sich wieder an, dann löschte Sisilia mit einer Handbewegung die Kerzen am Kronleuchter, bevor sie sich dann wieder auf den Weg zurück in ihre Zimmer machten.


Sisilia hatte noch lange wachgelegen und gegrübelt, über das, was in Scarborough vor-gefallen war.
Was hatte Alucard damit gemeint, Voldemort hätte den Vampiren Hogwarts versprochen, was hatte er vor. Wie konnte er ihnen Hogwarts versprechen, wenn er es nicht einmal besaß. Und an Hogwarts ranzukommen, war so gut wie unmöglich, davon war sie überzeugt. Oder hatte er doch einen Weg gefunden? Ihr Magen zog sich zusammen bei dem Gedanken, wenn er es schaffen würde Hogwarts einzunehmen. Wenn die Schule geschlossen werden würde. Sie schüttelte den Kopf und versuchte die trüben Gedanken zu vertreiben, was ihr aber nicht ge-lang.
Trotzdem war sie dann irgendwann von Müdigkeit eingeschlafen und als sie wieder erwachte, war es schon weit nach Mitternacht. Sie wusste nicht, von was sie wach geworden war, es war vollkommen ruhig und sie konnte Severus neben sich gleichmäßig Atmen hören.
Doch sie hatte Durst und so beschloss sie nach oben zu gehen um etwas zu trinken. Sie klet-terte leise aus dem Bett und schlüpfte ihn ihren Morgenmantel, den sie eng um ihren Körper band. Dann stieg sie nach oben, wo sie direkt neben dem Aufgang, auf einem Schränkchen, eine Kerze im vorbeilaufen anmachte, indem sie nur mit der hohlen Hand darüber strich. Die Kerze flackerte auf und tauchte den Raum in ein schummriges Licht. Sisilia ging auf den Schrank zu in dem sie auch eine kleine Bar hatten, nahm sich ein Glas und schenkte sich etwas Wasser ein.

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Mit Zauberei hat das Geschichtenschreiben eben auch zu tun! Cornelia Funke (Tintenherz)

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BeitragThema: Re: Sisilias Geheimnis Teil 3   Mi Apr 02, 2008 6:12 pm

Als sie die Flasche wieder abstellte, erschrak sie, weil sie eine Bewegung hinter sich wahrnahm. Erschrocken fuhr sie herum, doch zu ihrer Erleichterung stand nur Dobby hinter ihr.
„Dobby, hast du mich jetzt erschreckt, ich hatte gar nicht gemerkt, dass du da bist“, sagte sie, griff sich mit der Hand auf die Brust.
„Es tut Dobby sehr leid. Dobby wollte Sie nicht erschrecken, Dobby hat nur wie immer sau-ber gemacht, Mam“, entschuldigte sich der kleine Hauself und machte ein Gesicht, dass Sisi-lia ihm nicht wirklich böse sein konnte.
„Ist nicht so schlimm, Dobby. Du kannst nichts dafür“, erwiderte Sisilia nun, der es fast schon leid tat. Sie ging zum Sofa und setzte sich hin.
„Soll Dobby ein Feuer anmachen? Es ist sehr frisch hier“, fragte der kleine Kerl und sah sie mit seinen großen Augen fragend an.
„Gute Idee, es ist wirklich recht frisch“, antwortete Sisilia und zog ihren Morgenmantel enger um sich. Dann beobachtete sie, wie Dobby neues Brennholz in den Kamin legte und mit einen Schnippen seiner Finger brachte er es zum Brennen. Das Feuer prasselte sogleich munter im Kamin und verteilte seine Wärme recht schnell im Zimmer.
„Danke“ sagte Sisilia und Dobby sah sie schon fast verlegen an, doch dann machte er sich wieder an seine Arbeit.
Sisilia blickte einige Zeit in die Flammen und nahm hin und wieder einen Schluck von ihrem Wasser, als ihr etwas einfiel.
„Dobby?“
Der kleinen Hauself, der gerade die Regale wischte drehte sich zu ihr um und hüfte auf sie zu.
„Ja, Professor?“ fragte er, sichtlich erfreut, dass sie ihn angesprochen hatte.
„Kannst du dich noch an unser Gespräch erinnern, vor einiger Zeit?“ sie ließ ihre Augen nicht von ihm und sah sofort, das es ihm unangenehm war, darüber zu sprechen.
„Nun?“ hakte sie nach, als er nicht sofort antwortete.
„Professor, sicher kann Dobby sich an das Gespräch erinnern und Dobby hat auch getan was Sie von Dobby wollten, aber...“ er stockte und seine Augen huschten nervös hin und her.
Dann senkte er seine Stimme, als er sah, dass Sisilia nicht locker lassen würde.
„Dobby hat festgestellt, dass nicht alle Elfen so treu und ergeben sind, wie sie es sein sollten, Miss“, erwiderte er schon fast entschuldigend, so als würde er sich selber deshalb die Schuld geben.
„Ich habe es fast befürchtet“, murmelte Sisilia nachdenklich, als Dobby wieder anfing leise zu reden.
„Mam, Professor? Es ist aber ganz anders, als Sie vielleicht denken. Dobby hat erfahren, dass einige der anderen Hauselfen Angst haben, dass Professor Dumbledore sie auch frei lässt, wie Dobby frei ist und das wollen sie nicht, auf gar keinen Fall“, seine Augen huschten immer wieder durchs Zimmer, so als hätte er Angst, jemand könnte ihn hören und dann ging er einen weiteren Schritt auf Sisilia zu und sah sie dann eindringlich an.
„Dobby glaubt zu wissen, dass einige sogar aus Angst ein Bündnis mit ihm, ‚dessen Name nicht genannt werden darf’ eingegangen sind“, flüsterte er sehr leise hopste dann wieder ein paar Schritte zurück und sah sich erneut ängstlich um.
Sisilia blickte ihn nachdenklich an. Sie hatte so etwas schon befürchtet, doch bisher nicht ge-wagt mit irgendjemanden darüber zu reden.
Diese ganze ‚Belfer’ Sache, die von Hermine angefangen worden war und mit Sicherheit auch gut gemeint gewesen war, war tatsächlich nach hinten losgegangen und hatte einige der Elfen in die Arme von Voldemort getrieben. Jetzt war es wichtig, dass sie etwas taten, doch zuvor wollte sie Dobby noch mal um seine Hilfe bitten.
„Dobby, kannst du mir eine ungefähre Liste machen, welche der Elfen die Seiten gewechselt haben?“ sie sah ihn eindringlich an und Dobby machte ein sehr ängstliches Gesicht.
„Bitte es wäre wirklich sehr wichtig, ich muss wissen, wer uns eventuell verraten könnte, bzw. wer zu uns steht, wenn es hart auf hart kommt. Wenn du magst kannst du auch die Na-men derer aufschreiben, die hundert Prozent zu Dumbledore halten. Würdest du das für mich tun? Bitte?“ bat sie ihn und sah ihn flehend an.
„Dobby wird tun was Sie wollen Professor, auch wenn es Dobby nicht leicht fallen wird, sei-nesgleichen zu verraten. Doch Dobby will nicht, dass seinen Freunden etwas geschieht“, ant-wortete er schon fast weinerlich und sah Sisilia mit feuchtglänzenden Augen an.
„Du tust das richtige Dobby, glaub mir. Es ist wirklich wichtig, dass wir in Hogwarts genau wissen, auf wen wir uns im Zweifelsfall verlassen können“, versuchte Sisilia ihm noch einmal einzuschärfen. Dobby nickte und senkte dann den Blick.
„Dobby weiß das, Mam und deshalb wird Dobby Ihnen helfen, auch wenn es nicht leicht ist. Doch Dobby will auf keinen Fall, dass seinen Freunden etwas geschieht“, sagte er bestimmt und sah Sisilia dann mit entschlossenem Gesicht an.
„Danke Dobby, du wirst es sicher nicht bereuen“, sagte Sisilia und sah ihn dankbar an. Dobby blickte sie nun verlegen an und senkte wieder den Kopf, dann drehte er sich um und stapfte wieder an seine Arbeit.
“Lass gut sein für heute Dobby. So dreckig ist es auch nicht“, sagte Sisilia und lächelte ihn an. Dobby wollte noch etwas erwidern, doch dann zuckte er nur kurz mit den Schultern, sah sie einen Moment lang an, nickte dann und hüpfte mit einem gute Nacht auf den Lippen aus dem Wohnzimmer und schloss leise die Türe hinter sich.
Sisilia sah ihm noch nach, stellte das leere Glas auf den Tisch und schaute nachdenklich ins Feuer, als sie von unten Geräusche hörte. Sie drehte den Kopf zur Treppe und sah Severus, der verschlafen und nur in einen schwarzgrünen Morgenmantel gehüllt, die Stufen nach oben stieg.
„Alles in Ordnung?“ er sah sie besorgt an, als er auf sie zuging und sich zu ihr setzte.
„Ich hatte nur Durst, deshalb bin aufgestanden“, erklärte sie und fuhr mit ihren Fingern durch sein zerzaustes Haar, um es etwas zu ordnen. Er nickte kurz und sah zu dem Glas auf dem Tisch, auf das sie gezeigt hatte.
„Und mit wem hast du geredet? Du hast doch bestimmt keine Selbstgespräche geführt?“ woll-te er dann wissen, er nahm ihre Hand und hielt sie fest.
„Mit Dobby, er war gerade dabei hier sauber zu machen, als ich hoch kam“, sie wollte ihm das mit den Elfen noch nicht sagen, auch ihrem Onkel noch nicht, erst wenn sie mehr Daten und Fakten hatte. Solange sollte es noch ein Geheimnis zwischen ihr und Dobby bleiben. Sie wollte nicht unnötige Unruhe und Misstrauen in das Schulleben bringen. Es war so schon hart genug.
Severus beobachtete sie einige Zeit sagte aber nichts. Sisilia griff sich ein Kissen vom Sofa und legte es sich auf ihren Schoss.
„Du willst nicht wieder ins Bett kommen?“ fragte er, als es das beobachtet hatte.
„Ich glaub, ich kann jetzt sowieso nicht schlafen“, seufzte sie und lehnte sich nach hinten.
„Gut, dann bleib ich auch hier und leiste dir Gesellschaft, wenn es dir recht ist.“
„Sicher ist mir das Recht, ich will dich nur nicht vom Schlafen abhalten“, sie sah ihn an, doch dann legte er seinen Kopf auf das Kissen auf ihrem Schoss und drehte sich auf den Rücken.
„Das ist schon in Ordnung, ich könnte jetzt sowieso nicht alleine da unten einschlafen, dann bleib ich lieber bei dir“, erklärte er, sah zu ihr hoch und lächelte sie an.
Sisilia lächelte nun auch und strich mit ihren Fingern sachte über seine Stirn. Severus fing ihre Hand ein und begann ihre Handfläche zu küssen, wobei er sie zwischen jedem Kuss an-sah.
Sisilia säufste kurz auf und ließ dann ihre andere Hand zu seiner Brust wandern, steckte sie in seinen Morgenmantel und fuhr mit den Fingern zart über seine Haut.
Severus verschränkte seine Finger mit den ihren und drückte ihre Hand gegen seine Wange. So saßen bzw. lagen sie eine ganze Zeit da und sprachen kein Wort. Das Feuer im Kamin knisterte leise und langsam wurde es angenehm warm im Raum.
Severus hatte die Augen geschlossen, hielt aber immer noch ihre Hand fest, so als hätte er Angst, dass sie einfach aufstehen und weggehen könnte. Sie lächelte, als sie das sah und be-obachtete ihn eine ganze Zeit lang nachdenklich. Doch dann musste sie herzhaft gähnen und sie merkte schließlich, dass sie eigentlich doch sehr müde war.
„Willst du nicht doch lieber wieder ins Bett gehen?“ fragte er sie, ohne seine Augen zu öff-nen.
„Ich dachte du schläfst“, fragte Sisilia ihn überrascht, er öffnete seine Augen und blickte sie an.
„Nicht wirklich“, gab er zurück, drückte sich nach oben und hauchte ihr einen Kuss auf den Mund, bevor er sich wieder neben sie setzte.
„Nun?“, er sah sie eindringlich an und sie nickte dann, legte das Kissen weg und ließ sich von Severus hochziehen, der schon aufgestanden war. Er legte seinen Arm um ihre Taille hauchte ihr einen Kuss auf die Stirn und sie gingen gemeinsam wieder nach unten ins Bett.

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BeitragThema: Re: Sisilias Geheimnis Teil 3   Mi Apr 02, 2008 6:20 pm

Eine Prüfung für die Gemeinschaft




Die Tage wurden immer kürzer und so langsam verloren die Bäume ihre Blätter. Es war Herbst geworden und für die Quidditch Mannschaften war es an der Zeit, sich auf die bevorstehenden Spiele vorzubereiten und sie trainierten schon sehr eifrig.
Sisilia stand im Flur und sah den Schülern von einem Fenster aus einen Moment lang beim Training zu. Sie sah noch, wie der Hüter geschickt einen Quaffel abwehrte und sie meinte, in ihm Ron Weasley zu erkennen. Nach ein paar Minuten drehte sie sich wieder um und ging weiter, denn sie hatte Albus versprochen, ihm ein paar Unterlagen zu bringen.
Als sie sein Büro erreicht hatte, klopfte sie an und während sie auf Antwort wartete, warf sie noch einmal einen Blick auf die Pergamente.
Nach seiner Aufforderung einzutreten, öffnete sie die Türe und marschierte direkt auf Dumbledores Schreibtisch zu, wo sie ihn vermutete.
„Albus, ich habe hier die Unterlagen, die du...“, in dem Moment stockte sie, als sie aus den Augenwinkeln wahrgenommen hatte, dass Albus nicht alleine war.
Ihm gegenüber saß ein etwas dickerer Mann, der den Eindruck machte, als hätte er schon einiges im Leben hinter sich, was seine bestimmt schon mehrmals gebrochene Nase noch verstärkte, aber trotzdem wirkte er mit seinem kurzen blonden Haar, seinem rosigen Gesicht und seinen strahlenden blauen Augen, eher wie ein zu groß geratenerer Schuljunge. Er lächelte Sisilia freundlich an und sie hatte das Gefühl, er würde sich sehr über etwas freuen.
„Tut mir leid Onkel, ich wusste nicht, dass du Besuch hast. Wenn du möchtest, komme ich später wieder“, erklärte Sisilia und drehte sich halb zum gehen.
„Nein Sisilia. Es ist schon in Ordnung. Du kannst ruhig blieben, wir sind eigentlich fertig mit dem Wichtigsten“, hielt Albus Dumbledore sie auf und erhob sich von seinem Platz. Auch der Mann war nun aufgestanden und blicke zu Albus.
„Sisilia, darf ich dir Ludo Bagman vorstellen? Er ist der Minister für Magische Spiele und Sportarten.“
Sisilia ging einen Schritt auf Ludo Bagman zu und sah ihn nun freundlich an.
„Ludo, das ist meine Großnichte Professor Sisilia Snape, sie unterrichtet Verteidigung gegen die dunklen Künste“, erklärte er dann an Ludo Bagman gewandt, der nun seinerseits auf Sisilia zukam und ihr seine Hand reichte, welche sie nahm und schüttelte.
„Professor, es ist mir eine Ehre, Sie endlich einmal persönlich kennen zu lernen“, erklärte er mit einer leicht angedeuteten Verbeugung.
„Die Ehre ist ganz auf meiner Seite, Mr Bagman. Was hat denn mein Onkel wieder alles über mich erzählt?“, erwiderte Sisilia überrascht von seiner Galantheit und doch neugierig.
„Nur das beste Professor, das kann ich Ihnen versichern“, antwortete er mit einem Lächeln. Sisilia warf ihrem Onkel einen fragenden Blick zu, doch dieser überging dies einfach.
„Ludo und ich haben für die Schüler eine Überraschung, die ich heute Abend noch bekannt geben werde. Ich denke doch, nein ich bin mir sicher, es wird die Schüle sehr freuen.“
„Eine Überraschung?“, hakte Sisilia nach, doch Albus Dumbledore nickte nur und lächelte dann verschmitzt.
„Deinem Gesicht nach darf ich wohl davon ausgehen, dass ich mich genauso wie die Schüler gedulden muss, bis ich erfahre, um was es sich handelt?“, schlussfolgerte sie.
„Allerdings mein Kind“, sein verschmitztes Grinsen wurde noch breiter und seine Augen funkelten beinnahe spitzbübisch.
„Gut, dann werde ich mich wohl in Geduld üben müssen“, stöhnte sie gespielt resigniert auf. Doch dann musste sie über sich selber lachen, bis ihr wieder etwas einfiel.
„Oh! Ich wollte dir eigentlich die Unterlagen hier bringen“, sie deutete auf die Pergamente in ihrer Hand und reichte sie ihm dann.
„Danke“, er nahm sie ihr ab und legte sie auf einen Schreibtisch.
„Wir sehen uns dann beim Abendessen, Sisilia. Ludo, ich hoffe Sie werden zum Essen bleiben, wenn ich den Schülern die Neuigkeit verkünden werde?“, fragte er an Bagman gewandt.
„Es wäre mir ein Vergnügen, Professor Dumbledore“, gab dieser sichtlich erfreut zurück. Albus lächelte ihn an.
„Sehr schön, dann werden wir uns nachher sehen“, sagte er dann an Sisilia gewandt und trat wieder hinter seinen Schreibtisch.
„Sicher Onkel. Dann bis später Mr. Bagman.“
„Professor Snape“, sagte Bagman und deutete erneut eine Verbeugung an.
„Oh, Professor Snape ist mein Mann. Mich nennen alle Professor Sisilia“, erklärte sie mit einem Augenzwinkern.
„Gut, dann Professor Sisilia“ und wieder verbeugte er sich knapp. Sisilia musste sich ein Grinsen verkneifen, drehte sich lächelnd um und verließ dann Dumbledores Büro.

Neugierig wie Sisilia war, hatte sie gedrängt, dieses Mal pünktlich zum Abendessen zu gehen. Sie waren, mal von einigen Schülern abgesehen, eine die ersten, welche die Große Halle betraten.
„Was gibt es denn, dass du es heute so eilig hattest zum Essen zu kommen?“, fragte Severus leicht irritiert und sah sich in der fast leeren Halle um.
„Albus hat eine Überraschung und ich wollte auf keinen Fall seine Ankündigung dafür verpassen“, erklärte Sisilia, während sie sich an ihren Platz setzte.
„Er wird es nicht sagen, bevor nicht alle da sind. Also ist es doch unnötig, wenn wir schon so früh hier sind“, brummte Severus und sah Sisilia etwas zerknirscht an.
Sisilia versuchte seine Stimmung etwas aufzuheitern, was ihr heute aber irgendwie nicht gelingen wollte.
So langsam füllte sich die Große Halle und dann, als letztes, traten Albus Dumbledore und Ludo Bagman ein. Sie schritten durch die Halle auf den Lehrertisch zu, wobei ihnen fragenden Blicke von den Schülern zugeworfen wurden. Am Tisch angekommen zeichnete Albus für Ludo einen weiteren Stuhl und forderte ihn auf Platz zu nehmen. Dumbledore selber blieb stehen und hob seine Hände, während sein Blick über die Köpfe aller Schüler streifte.
Er wartete bis es vollkommen ruhig in der Halle geworden war, erst dann begann er zu sprechen.
„Bevor wir heute unser Abendessen einnehmen werden, habe ich noch eine, so hoffe ich doch, freudige Ankündigung zu machen. Wie sich mit Sicherheit noch die meisten erinnern können, haben wir vor gut zwei Jahren, die alte Tradition des Trimagischen Turniers wieder aufleben lassen. Diese Turniere finden, wie alle sicherlich wissen, alle 4 Jahre statt. Nun hat sich unser guter Minister für Magische Spiele und Sportarten, Ludo Bagman, überlegt, dass es eine lange Zeit ist, wenn nur alle 4 Jahre so ein Ereignis statt findet und nach seinem Vorschlag, der vom Ministerium gestern genehmigt wurde, wird ab jetzt dazwischen, also nach zwei Jahren noch ein Ereingis eingefügt. Deshalb freut es mich, euch mitteilen zu dürfen, dass dieses Jahr ein Quidditch Turnier zwischen den Schulen Durmstrang, Boubaton und Hogwarts stattfinden wird. Und zwar in der ersten Dezember Woche.“
Eine große Unruhe entstand, als er das gesagt hatte. Die Schüler sahen sich freudestrahlend und erwartungsvoll an. Nur die Spieler stöhnten auf, als ihnen bewusst wurde, dass ihnen nicht mehr wirklich viel Zeit zum trainieren blieb. Doch Dumbledore erhob nach kurzer Zeit erneut seine Hände und bat abermals um Ruhe.
„Mir ist durchaus klar, dass nicht viel Zeit für die Vorbereitungen bleibt, aber ich bitte zu bedenken, dass es den Spielern aus den anderen Schulen auch nicht anders ergeht. Sie haben auch nicht mehr Zeit, um sich darauf vorzubereiten wie ihr.“ Er machte eine kurze Pause.
„Wir werden aus unseren Hausmannschaften, eine Mannschaft zusammenstellen, die dann gegen die anderen Schulen antreten wird. Wer in die Hogwartsmannschaft aufgenommen wird, werden Professor McGonagall und Professor Snape entscheiden“, er deutete zu seinen beiden Seiten auf Minerva und Severus, der ihn erstaunt ansah. Minerva hingegen lächelte leicht, sie schien bereits Bescheid gewusst zu haben.
„Ein Quidditch Turnier, das ist wundervoll“, Sisilias Augen leuchteten vor Begeisterung. Severus hingegen, sah nicht besonders glücklich aus und blickte den Schulleiter erstaunt an.
„Das Wichtigste ist gesagt, deshalb wünsche nun ich allen einen guten Appetit“, sagte Albus noch und nahm dann auf seinem Stuhl platz. In dem Moment füllten sich auch schon die leeren Platten vor ihnen mit Speisen und mit einem lauten Gemurmel begannen die Schüler zu essen.
Als sie alle fertig gegessen hatten, stand Severus auf und ging zum Schulleiter hinüber.
„Albus?“, sprach er ihn leise an und der Schulleiter sah zu ihm auf.
„Auf ein Wort bitte“, sagte er nur knapp und deutet mit einem Kopfnicken in den hinteren Teil des Raumes hinein. Albus nickte, entschuldigte sich kurz bei Ludo Bagman, stand auf und folgte Severus. Von ihrem Platz aus, verfolgte Sisilia die beiden mit ihren Blicken und beobachtete sie unauffällig.
„Was gib es denn, Severus?“
„Warum hast du gerade mich ausgesucht, um die Spieler auswählen? Ich meine, gibt es dafür bestimmte Gründe?“, fragte Severus ihn sofort.
„Allerdings, mein lieber Severus, die gibt es. Mal davon abgesehen, dass ich weiß, wie sehr du dieses Spiel schätzt. Ich bin der Meinung du und Minerva, ihr beiden werdet das hervorragend meistern“, erklärte Dumbledore mit einem Augenzwinkern, denn zu mehr Erklärungen war er nicht bereit.
„Aber das wird eine ganze Menge Zeit beanspruchen. Ich denke nicht, dass ich die haben werde“, protestierte er.
„Keine Sorge, ich werde dir in der Zeit helfen, ich kann doch die Arbeiten der Schüler für dich korrigieren, dann hast du genug Zeit“, es war Sisilia, die das gesagt hatte. Nachdem sie mitbekommen hatte, über was die beiden sprachen, war sie ebenfalls aufgestanden und zu ihnen gegangen. Severus sah sie überrascht an.
„Das ist eine wunderbare Idee, Sisilia. Ich sehe, ihr beiden werdet das schon geregelt bekommen. Ihr entschuldigt mich jetzt? Mein Gast wartet“, sagte Albus noch, lies die beiden ohne ein weiteres Wort stehen und ging wieder zurück zum Tisch, wo er sich wieder mit Ludo Bagman unterhielt.
Severus sah ihm hinterher und dann zu Sisilia, doch noch bevor er etwas zu ihr sagen konnte, kam Minerva auf die beiden zu.
„Severus, was halten Sie davon, wenn wir gleich morgen Nachmittag, nach dem Unterricht anfangen? Mein Vorschlag wäre, wir lassen immer zwei Mannschaften aus den Häusern gegeneinander ein kleines Demonstrationsspiel machen. Ich denke, so können wir am schnellsten herausfinden, welche die am besten geeigneten Schüler für das Turnier sind. Was denken Sie?“ fragte sie sehr euphorisch.
„Ja, sicher“, gab Severus immer noch leicht durcheinander zurück.
„Gut, dann morgen Nachmittag um halb fünf auf dem Quidditch Feld. Ich werde den Mannschaften Bescheid geben.“ Minerva nickte kurz und verschwand dann ohne ein weiteres Wort aus der Großen Halle.
„Hey, was machst du denn für ein Gesicht? Überhaupt bist du schon die ganze Zeit so schweigsam, was ist los?“, wollte Sisilia von ihm wissen. Er presste kurz die Lippen aufeinander bevor er antwortete, außerdem rieb er kurz nervös über seinen linken Unterarm.
„Ganz einfach, ich verstehe nicht, warum Albus gerade von mir will, dass ich die Spieler aussuche. Wäre da Madam Hooch nicht besser geeignet? Mal davon abgesehen hab ich viel zu tun...“
„Ach komm schon, ich finde es eine gute Idee, dass er dich ausgewählt hat, und bei der Arbeit werde ich dir helfen. Es sind doch nur ein paar Nachmittage, an denen ihr die Mannschaft zusammenstellt. Wenn sie dann trainieren, brauchen sie dich ja nicht mehr dabei“, versuchte sie ihn aufzumuntern.
„Eigentlich hast du Recht“, musste er zugeben. „Nun gut, dann werde ich eben mit Minerva versuchen eine Mannschaft zusammenzustellen, welche die anderen Schulen in Grund und Boden spielen wird“, erklärte er und versuchte ein Grinsen, was aber nur so halb gelang.
„Du hast aber noch etwas?“, sie warf einen kurzen Blick auf seinen Arm, und legte dann ihre Hand über die Stelle, an der er das Dunkle Mal hatte.
„Schmerzt es wieder?“, fragte sie sehr leise und besorgt. Er nahm ihren Arm und zog sie noch etwas mehr zur Seite, so als hätte er Angst, irgendjemand könnte ihr Gespräch mitverfolgen.
„Schon das dritte Mal in den letzten beiden Tagen. Der Dunkle Lord scheint irgendetwas zu planen, wenn er seine Anhänger laufend zu sich ruft“, erklärte er und presste erneut seine Hand darauf.
„Manchmal denke ich, es ist ein Fluch und Voldemort macht das mit Absicht, da er weiß, was für Schmerzen es verursacht, wenn man seinem Ruf nicht folgt. Vielleicht ist es aber auch einfach nur die Strafe für meinen Fehler, den ich damals begangen habe und jetzt muss ich eben dafür bezahlen“, presste er zwischen seinen Zähnen hervor. Sisilia sah ihn besorgt an und legte ihre Hand auf die seine, die er immer noch gegen den Arm gepresst hatte.
„Hast du das Mittel schon genommen?“
„Nein“, gab er knapp zurück.
„Warum nimmst du es denn nicht? Es nimmt den Schmerz weg und du hast Ruhe.“
„Du weißt, dass ich das nicht gern tue“, seine Worte klangen sehr entschlossen, ja schon fast stur.
„Ach, dann läufst du lieber die ganze Zeit mit einem miesepetrigen Gesicht durch die Gegend und hast schlechte Laune?“, gab sie leicht wütend zurück, doch dann legte sie eine Hand auf seinen Arm und lächelte ihn an.
„Ich kenne die Nebenwirkungen des Mittels Severus, das geht schon in Ordnung. Doch die Nebenwirkungen, welche die Schmerzen bei dir verursachen gefallen mir viel weniger. Nimm es! Wenn du es nicht für dich machen willst, dann mir zuliebe“, bat sie ihn und sah ihn eindringlich an.
„Ist gut. Ja, ich werde es nehmen. Dir kann ich sowieso keine Bitte abschlagen“, erwiderte er und ein Lächeln huschte über sein Gesicht.
„Danke“, hauchte sie jetzt leise und dann begann sie zu grinsen.
„Nun, wenn du die nächsten Tage so schwer beschäftigt sein wirst, würde ich sagen, gehen wir zu uns und werden den heutigen Abend noch einmal ganz in Ruhe zu zweit genießen“, flüsterte sie und zog Severus mit sich aus der Großen Halle.


*



Am nächsten Nachmittag saßen Severus und Minerva im Quidditch Stadion und sahen den Spielern beim Spiel zu. Hin und wieder machte Severus sich Notizen, wenn ihm etwas bei dem einen oder anderen Spieler auffiel, doch er sagte kein Wort dazu.
„Sie sind nicht gerade sehr gesprächig, Severus“, meinte Minerva nach einiger Zeit und sah ihn fragend an.
„Ich konzentriere mich auf das Spiel“, antwortete er nur knapp, ohne vom Spielfeld wegzusehen.

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BeitragThema: Re: Sisilias Geheimnis Teil 3   Mi Apr 02, 2008 6:21 pm

„Ihnen scheint die Aufgabe nicht recht zu gefallen, habe ich Recht?“
Überrascht von dieser direkten Frage, wandte er den Kopf zu ihr und sah sie an.
„Nein, in der Tat nicht. Ich denke immer noch, dass ich dafür der Falsche bin. Und ehrlich gesagt verstehe ich die Gründe von Albus nicht, gerade mir das hier zu übertragen.“
„Albus wird seine Gründe haben“, erwiderte sie und sah wieder auf das Spielfeld, wo gerade der Torwart der Ravenclaws das mind. 10. Tor in 10 Minuten durchgelassen hatte. Auch Severus verfolgte wieder das Spiel, als er weitersprach.
„Das sagte mir der Schulleiter auch schon. Jedenfalls so ungefähr“, antwortete er etwas zerknirscht.
„Ach, nun kommen Sie schon Severus, nehmen Sie es einfach locker, sehen Sie es doch als willkommene Abwechslung im Schulalltag“, lächelte sie kurz zu ihm. Doch im nächsten Augenblick verzog sie das Gesicht, als der Sucher der Hufflepuffs, beim Versuch den Schnatz zu fangen, gegen die Innenwand des Stadions krachte. Er knalle auf den Boden, was Minerva und Severus dazu veranlasste, von ihren Plätzen aufzuspringen. Doch nachdem der Sucher ihnen mit Handzeichen klar gemacht hatte, dass ihm nichts fehlte, setzten sie sich wieder beruhigt hin.
„Haben Sie schon eine Auswahl getroffen?“, wollte Minerva von Severus wissen.
„Nein, noch nicht. Ich habe mir nur ein paar Notizen gemacht. Erst wenn ich alle gesehen habe, werde ich meine Empfehlung bekannt geben“, erklärte er der erstaunten Hauslehrerin von Gryffindor, doch sie sparte sich einen weiteren Kommentar dazu.
„Ich denke, wir können das Spiel jetzt beenden, oder?“, fragte sie stattdessen.
„Ja, von mir aus, ich habe genug gesehen. Die andern beiden Mannschaften werden wir uns morgen ansehen?“, wollte er noch wissen, während er sein Pergament einrollte und in die Tasche steckte.
„Ja, morgen um die gleiche Zeit, Gryffindor gegen Slytherin und anschließend dachte ich, werden wir uns beraten, wenn es Ihnen Recht ist Severus?“
„Es ist mir Recht“, antwortete er knapp und Minerva gab den Spielern mit der Hand das Zeichen zum Abbruch. Severus verließ gefolgt von Professor McGonagall die Tribüne, von der aus sie die Schüler beobachtet hatten und sie gingen zurück zum Schloss.
„Sie machen es aber sehr spannend. Wollen Sie mir nicht schon verraten, wen Sie eventuell im Auge haben?“, hakte sie neugierig nach.
„Tut mir leid, Minerva. Ich werde mich erst entscheiden, wenn ...“
„... Sie alle Spieler gesehen haben. Ich hab es verstanden. Sie können ganz schön stur sein. Hat Ihnen das schon mal jemand gesagt?“, fragte Minerva vorsichtig, aber mit einem lustigen Glitzern in ihren Augen.
„Ja, das hab ich inzwischen öfters zu hören bekommen. Von meiner Frau“, antwortete er und sein Lippen kräuselten sich leicht.
„Damit hat sie vollkommen Recht, finde ich“, lachte sie jetzt, sah ihn aber dennoch vorsichtig an, da sie nicht wusste, wie er reagieren würde. Doch zu ihrer Verwunderung lächelte er sogar leicht.
Mit einem Lächeln auf den Lippen traten beide nun ins Schloss und trafen dort auch prompt auf Sisilia, die gerade unterwegs gewesen war, um nach ihnen zu sehen.
„Oh, schon fertig für heute?“, fragte sie und blickte beide erstaunt an.
„Ja, sind wir. Morgen werden wir nach dem Spiel der anderen beiden Mannschaften uns noch besprechen müssen. Dann wird es wohl länger dauern. Wie lange hängt davon ab, wie schnell wir uns einig werden“, erklärte Minerva ihr.
„Gut zu wissen, dann werde ich mir für morgen lieber ein Buch besorgen“, zwinkerte sie ihrer Kollegin zu.
„Ich hoffe doch, dass wir nicht so lange brauchen werden“, lachte sie auf und verabschiedete sich von den beiden.

„Und hast du dich schon für jemanden entschieden?“, fragte Sisilia auf dem Weg zu ihren Zimmern. Severus blieb stehen und sah sie leicht zerknirscht an.
„Warum will immer jeder wissen, ob ich mich schon entschieden habe. Wie kann ich mich entscheiden, wenn ich noch nicht alle Spieler gesehen habe“, brummte er.
„Nun, ich dachte, vielleicht hast du schon jemanden, den du unbedingt im Team haben willst“, erwiderte sie.
„Selbst wenn es so wäre, würde ich es nicht sagen, weil es ja sein könnte, dass ich es mir wieder anders überlege, ganz einfach.“
„Das ist allerdings ein Argument“ gab Sisilia zurück.
„Dann bin ich gespannt, für wen du dich entscheidest. Vor allem, für welchen Sucher du dich entscheiden wirst“, sie hob einen Augenbraue und musterte ihn, doch er verzog keine Miene.
„Du bist unmöglich, aus dir kann man auch gar nichts rauspressen“, brummte sie resigniert und ging weiter bis zur Türe ihres Wohnraumes.
Severus grinste zufrieden und folgte ihr dann, nicht ohne sie an der Türe abzufangen, sie in den Arm zu schließen und ihr einen Kuss zu geben.


*




Der nächste Nachmittag verlief ähnlich. Wieder saß Severus sehr schweigsam da, während er sich im Verlauf des Spieles immer wieder Notizen machte. Als Minerva das Spiel dann beendet und die Spieler zum Duschen geschickt hatte, sah sie abwartend zu Severus.
„Nun, mein Lieber?“
„Nicht hier. Zum einen wird es dunkel und zum andern etwas frisch. Wollen wir nicht lieber in mein oder Ihr Büro gehen?“, entgegnete er ihr und erhob sich.
„Gehen wir in mein Büro. Ich werde uns einen Tee machen und dann beraten wir uns!“
Severus nickte und beide gingen zurück ins Schloss.
Nachdem sie in Minervas Büro angekommen waren, erhitzte sie mit Hilfe eines Zaubers Wasser in einem Kessel und goss dann etwas Tee in einer Kanne auf. Mit dieser und zwei Tassen kam sie ein paar Minuten später zurück zum Tisch.
„Es ist ein altes Rezept meiner Familie. Er wärmt gut und doch macht er den Geist wach“, erklärte sie, während sie den Tee in die Tassen goss.
„Genau das Richtige jetzt“, antwortete er und nahm seine Tasse in die Hand.
„Wenn sie einen Ingwer-Keks möchten, Severus?“, sie schob ihm einen Keksdose entgegen, von der sie den Deckel abgenommen hatte.
„Danke Minerva, im Augenblick nicht.“
„Schön, dann verraten Sie mir doch mal ihre Favoriten“, bat sie ihn, nachdem sie einen Schluck von ihrem Tee genommen und die Tasse wieder hingestellt hatte.
„Wieso fangen Sie nicht einfach an?“, seine Mundwinkel hoben sich und er sah sie über den Rand seiner Tasse, aus der er gerade trank, an.
„Wie Sie wollen, dann fangen wir doch einfach bei den Jägern an. Was halten Sie von Karen McStorm? Sie spielt zwar erst das dritte Jahr, doch sie ist sehr flink auf dem Besen“, begann sie.
„Ja, Miss McStorm hatte ich auch im Auge. Für eine Hufflepuff spielt sie wirklich ausgezeichnet“, stimmt er ihr zu. Minerva musterte ihn kurz, doch dann notierte sie sich ohne einen weiteren Kommentar den Namen auf einem Pergament und sah dann wieder auf.
„Als zweiten Jäger würde ich Flint vorschlagen“, fuhr Severus anschließend im ruhigen Ton fort.
„Warum ihn? Er ist doch viel zu ... zu grob und rau?“
„Gerade deshalb. Sie glauben doch nicht, dass die Spieler der anderen Mannschaften alle Lämmchen sein werden“, er hob eine Augenbraue, als er das sagte.
„Sie haben Recht, gut, dann nehmen wir Flint. Bei dem dritten Jäger war ich mir sowieso nicht so sicher. Ich hätte noch gerne Cindy Whirly aus Ravenclaw in der Mannschaft. Sie kann hervorragend werfen. Der Hüter der Hufflepuffs hatte kaum eine Chance gegen sie gestern.“
„Ich bin einverstanden. Gut dann hätten wir die Jäger. Kommen wir zu den Treibern“, fuhr er fort.
„Oh je, da wird es schwer. Im Grunde haben mir keine wirklich gefallen. Die Treiber der Gryffindors treffen oft den Klatscher nicht und die von Slytherin sind viel zu brutal, bei ihnen ist die Gefahr für Fouls viel zu hoch“, stöhnte sie auf.
„So schlimm sind die beiden auch wieder nicht, zumindest verstehen sie es ihren Gegnern die Klatscher um die Ohren zu schlagen.“
„Leider nicht nur um die Ohren, Severus, das müssen Sie doch zugeben“, sie sah ihn ernst an.
„Ich bin dafür, dass wir das Treiber Team aus Ravenclaw nehmen, sie spielen wenigstens Hand ihn Hand und sind hervorragend aufeinander abgestimmt“, schlug sie vor und stöhnte dann auf, während sie kurz zum Fenster schaute.
„Schade, dass wir die Weasley Zwillinge nicht mehr hier haben, sie wären perfekt dafür.“
„Nun Minerva, man kann eben nicht alles haben, nicht wahr? Kommen wir dann zum Hüter. An wen hätten Sie da gedacht?“
„Ganz ehrlich Severus, für mich kommt da im Augenblick nur einer Frage.“
Der Zaubertranklehrer sah sie fragend an, er hatte seine Fingerspitzen aneinander gelegt und tippte abwartend mit den Zeigefingern gegen sein Kinn.
„Falls es Ihnen nicht aufgefallen sein sollte, Severus, Ron Weasley kann in der Tat über sich hinauswachsen. Haben Sie gesehen, wie er den Ball von Flint gestoppt hat, es war einfach bemerkenswert“, erklärte sie.
„Ich bitte Sie, Minerva. Das war doch eher ein Zufall, dass er in dem Moment von seinem Besen gerutscht ist“, widersprach Severus.
„Nein, es war kein Zufall. Ich weiß zufällig, dass er gerade dabei ist, den Seestern zu üben. Gut ich gebe zu, er war noch nicht perfekt, aber der Junge hat Mut, das müssen Sie zugeben“, versuchte sie ihn zu überzeugen.
„Ich bin nicht sicher, ob es bei ihm nicht bei diesen Versuchen bleiben wird“, gab er skeptisch zurück, doch dann machte er ihr überraschenderweise einen Vorschlag.
„Was halten Sie davon: wir nehmen Weasley als ersten Hüter, sollte er sich wirklich ... beweisen, dann in Ordnung. Wenn nicht, schlage ich vor Slytherins Hüter zu nehmen. Er hat genug Erfahrung und er ist sehr wendig. Was halten Sie von meinem Vorschlag?“
„Einverstanden. Sie werden aber sehen, wir brauchen Ihren Hüter nicht. Mr. Weasley wird es schaffen, davon bin ich überzeugt.“
„Ich würde sogar zehn Galleonen drauf verwetten“, fügte sie an.
„Ist das Ihr Ernst?“, er zog eine Augenbraue nach oben und sah sie erstaunt an.
„Sicher ist das mein Ernst, halten Sie dagegen?“, in ihren Augen funkelte es leicht und sie musterte Severus nun, der zuerst zögerte, doch dann...
„Gut in Ordnung. Ich sage, dass er es nicht schaffen wir. Wenn Weasley wider Erwarten spielen sollte, haben Sie gewonnen. Wenn er nicht spielt, schulden Sie mir zehn Galleonen“, erklärte er und reichte ihr seine Hand, welche sie ergriff und drückte.
„Dann haben wir nur noch die Frage nach dem Sucher zu klären. Ich habe keine Zweifel, dass Harry Potter wohl die beste Wahl ist“, erklärte sie.
„Potter? Warum er? Ich hätte da eher an Cho Chang gedacht. Sie ist eine gute Sucherin mit Erfahrung und sie lässt sich nicht so leicht ablenken wie Potter“, widersprach er.
„Miss Chang? Ich bitte Sie Severus. Sie ist nicht schlecht, ja, aber gegen Potter hat sie keine Chance. Das haben wir doch in den letzten Jahren immer wieder gesehen.“
„Wie wäre es dann mit Draco Malfoy? Er hat sich in den letzten Jahren sehr verbessert und ... er hat Adleraugen. Auch beherrscht er das Fliegen tadellos“, schlug Severus nun vor.
„Malfoy? Severus, das ist doch nicht ihr Ernst. Sie wollen doch nicht, dass sein Vater noch hier auftaucht, weil er das Spiel sehen will, da sein Sohn mitspielt, was wir ihm nicht mal verbieten könnten“, fragte sie ihn verwundert.
Severus musterte sie nachdenklich. Sie hatte natürlich Recht, auch er wusste, dass Harry im Grunde der beste Sucher war, doch wiederstrebte es ihm aus irgendeinem Grund, Potter in das Spiel zu integrieren. Aber auch er musste zugeben, Draco war auch nicht die erste Wahl, obwohl das, was er gesagt hatte, stimmte. Er hatte sich wirklich gesteigert, doch Lucius, wollte er eigentlich nicht in Hogwarts haben, denn das würde mit Sicherheit Ärger bedeuteten. Widerwillig stimmte er dann zu.
„Gut, dann soll Potter eben der Sucher sein“, grummelte er und nahm noch einmal einen Schluck von dem Tee.
„Sehr schön, dann hätten wir die Mannschaft zusammen. Ich werde Argus bitten, die Listen nachher aufzuhängen. Was halten Sie von einem Drink zum Abschluss, Severus?“, lächelte Minerva ihm zufrieden zu.
„Warum nicht, wenn Sie etwas Anständiges da haben?“, gab Severus zurück.
„Sie werden sich wundern, meine Familie hat eine eigene Whisky Brennerei und ich habe immer ein paar Flaschen davon hier. Selbst Albus trinkt hiervon ab und zu ein Gläschen, obwohl er sonst nicht viel Alkohol zu sich nimmt“, erklärte sie, während sie zu einem Sekretär in ihrem Büro ging, ihn öffnete, eine Flasche und zwei Gläser herausnahm und wieder zurück zum Tisch kam. Sie schenkte beide Gläser gut zwei Fingerbreit voll und reichte Severus eines davon.
„Auf das Quidditch Turnier, und dass Hogwarts keinen zu schlechten Platz erreicht“, sagte sie, hob ihr Glas und prostete Severus zu. Er tat es ihr nach und nahm dann einen kräftigen Schluck. Sofort spürte er das brennen des Alkohols in seinem Hals und dies reizte ihn so sehr, dass er husten musste. McGonagall trat schnell hinter ihn und klopfte ihm auf den Rücken, doch er wehrte sofort ab.
„Schon ... gut, geht ... geht schon wieder ...“, erklärte er während er immer wieder husten musste.
„Was, in Merlins Namen, ist das für ein Zeug“, fragte er immer noch nach Atem ringend und roch dann noch einmal daran.
„Das hab ich Ihnen doch gesagt, meine Familie brennt es selber. Es ist etwas stark, das gebe ich zu, aber der Geschmack ist hervorragend, das müssen Sie eingestehen, Severus“, ein Grinsen huschte über ihr Gesicht, als sie das sagte.
„Vorausgesetzt, man schmeckt überhaut noch etwas“, immer noch musste er sich räuspern.
„Trinken Sie noch einen Schluck, beim Zweiten ist es nicht mehr so schlimm“, forderte sie ihn auf.
„Versuchen Sie es, es stimmt“, sagte sie noch einmal, als sie merkte wie er zögerte. Severus setzte das Glas noch einmal an und nahm erneut einen Schluck, doch diesmal etwas weniger ... und tatsächlich, sie hatte Recht. Es brannte fast gar nicht mehr, auch musste er nicht mehr husten, im Gegenteil er schmeckte nun wirklich etwas, und was er da schmeckte gefiel ihm sehr gut. Er nickte anerkennend und sah von dem Glas zu Minerva.
„Sie hatten Recht, er ist wirklich gut“, lobte er den Whisky.
„Ich weiß“, lächelte sie jetzt und nahm wieder in ihrem Sessel platz.
„Wann werden denn die Schüler aus den anderen Schulen kommen?“, fragte Severus dann neugierig.
„Ganz kurz vor dem Spiel erst, ein oder zwei Tage vorher, meinte Albus. Eigentlich hatte er ja gehofft, einer der anderen Schulen würde sich Bereiterklären, das Turnier auszurichten, aber sie wollten nicht, so wird es eben wieder auf Hogwarts stattfinden“, antwortete sie ihm und man konnte ihre Enttäuschung richtig raushören, er konnte sich denken, dass sie gerne einmal eine andere Schule besucht hätte. Er selbst hingegen, war ganz froh Hogwarts nicht verlassen zu müssen.

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BeitragThema: Re: Sisilias Geheimnis Teil 3   Mi Apr 02, 2008 6:22 pm

*



Die neue „Hogwarts Mannschaft“ trainierte, überwacht von Madam Hooch, inzwischen in jeder freien Minute. Doch auch die jeweiligen Haus-Mannschaften mussten trainieren, da die Hausspiele aufgrund des Turniers nicht abgesagt, sondern nur etwas verschoben wurden. So kam es manchmal wirklich zu kleineren Konflikten, weil sie sich nicht einig werden konnten, wer wann auf den Platz durfte.
So hatte Hermine Granger es in die Hand genommen und einen Trainingsplan entworfen. Der war wirklich genial und seither funktionierte auch alles ohne Probleme.
So vergingen die ersten zwei Wochen, bis Flint eines Nachmittags aufgeregt an Severus Bürotüre klopfte.
„Sir, haben Sie es schon gehört? Durmstrang hat sich Krum, Victor Krum eingekauft. Sie wollen, dass er für sie spielt. Da haben wir doch nie ein Chance gehen die“, stürmte er aufgebracht in sein Büro.
Severus erhob sich überrascht von seinem Stuhl und starrte Flint an.
„Ist das denn überhaupt erlaubt?“, fragte er beinahe entsetzt und starrte auf den Slytherin vor ihm.
„Ich werde das abklären, Mr Flint“, antwortete er ihm und machte sich sofort auf zum Schulleiter.

Ein paar Tage später bat Albus Dumbledore Severus und Minerva zu sich, in sein Büro.
„Ich habe mich mit Mr. Bagman ausführlich besprochen. Leider scheint es in der Tat so zu sein, dass die Regeln es in Moment noch nicht verbieten Fremdspieler mit in das Team zu nehmen. Die einzige Voraussetzung ist, dass der Spieler auf der entsprechenden Schule gewesen sein muss. Der Minister meinte zwar, er würde für die kommenden Jahre diese Regeln noch einmal überarbeiten, doch dieses Jahr, müssten wir es wohl so hinnehmen“, erklärte er ihnen und sah sie etwas zermürbt über seine Halbmondbrille hinweg an.
„Albus, das ist doch aber nicht gerecht. Krum ist ein Profispieler und einer der Besten, die es zurzeit gibt. Da haben weder die Beauxbatons, noch wir eine Chance“, protestierte Minerva aufs äußerste.
„Das ist mir durchaus bewusst Minerva und dennoch können wir nicht das Geringste dagegen unternehmen“, gab der Schulleiter zurück.
„Albus?“, Severus sah ihn nachdenklich an.
„Was wäre, wenn wir es genauso machen würden?“ Severus Lippen kräuselten sich leicht, als er den Schulleiter nun ansah.
„Severus, du willst gleiches mit gleichem vergelten?“, fragte Albus überrascht.
„Nicht im Geringsten. Ich dachte da eher an zwei junge Herren, die sehr gute Treiber waren und Hogwarts überraschend verlassen haben“, erklärte er den beiden.
„Severus, Sie meinen, wir sollten Fred und George Weasley bitten, bei dem Spiel die Treiber zu sein?“, fragte Minerva erstaunt.
„Genau das meine ich. Sie sind zwar keine Profis, aber wie sagten Sie so schön, Minerva? Es waren die besten Treiber, die Hogwarts seit langem hatte“, er sah von Minerva zu Albus, der mit den Schultern zuckte.
„Severus, du weißt, was ich von solchen Dingen halte. Ich finde es nicht in Ordnung, denn eigentlich sollten nur Schüler von den jeweiligen Schulen an dem Turnier teilnehmen“, protestierte Albus aufs Äußerste.
„Dann will ich es doch einfach so ausdrücken, Albus. Du hast uns beide dafür ausgesucht, um zu entscheiden, wer spielen wird, das ist doch richtig?“, fragte Severus und Minerva sah ihn etwas unverständlich an.
„In der Tat, Severus, das war mein Gedanke, ja“, antwortete Albus, der wohl zu ahnen schien, worauf Severus hinaus wollte, ihn jedoch weiter reden ließ.
„Nun gut. Dann liegt es doch auch in unserem Ermessen, die Weasleys zu fragen, ob sie nicht für Hogwarts noch einmal spielen würden“, erklärte Severus und ein sarkastisches Grinsen flog über sein Gesicht. „Es ist ja dann nicht deine Entscheidung gewesen und keiner kann dich dafür an den Pranger stellen.“
„Das ist allerdings wahr. Nun ich denke, ich habe euch über alles Wichtige informiert und das andere liegt nun nicht mehr in meinen Händen“, antwortete er und seine Gesicht schien sich wieder etwas aufzuhellen.
„Ich wünsche Euch viel Erfolg bei der Mannschaftsaufstellung“, sagte Albus noch und deutete mit der Hand zu Tür. Severus und Minerva hatten verstanden und erhoben sich von ihren Stühlen.
„Danke Albus“, erwiderte Severus leise mit einem Grinsen um die Mundwinkel und verließ, gefolgt von Minerva, das Büro.
Als sie die Wendeltreppe verlassen hatten und in den Flur im ersten Stock getreten waren, hielt Minerva Severus auf.
„Es ist wirklich Ihr Ernst, Severus? Sie wollen die Weasley Zwillinge fragen, ob sie bei dem Turnier mitmachen wollen?“, fragte sie immer noch ungläubig.
„Sicher, warum nicht. Es ist nicht verboten und Sie haben gehört, Albus hat damit nichts zu tun, es ist allein unsere Entscheidung. Aber wenn Sie Bedenken haben, Minerva?“, er sah sie eindringlich an. Sie schien einen Moment angestrengt nachzudenken, dabei hatte sie ihre Lippen so fest aufeinander gepresst, dass diese nur noch einen schmalen Strich bildeten.
„Ganz ehrlich Severus, ich bin aus Fairnessgründen nicht begeistert von der Idee“, doch in dem Moment hellte sich ihr Gesichtsausdruck auf, „Aber ich will genauso wie Sie diesen verdammten Pokal haben.“ In ihren Augen lag nun ein entschlossenes Funkeln und ihre Mundwinkel zogen sich immer weiter nach oben.
„Soll ich Ihnen eine Eule schicken, oder wollen Sie das tun Severus?“
„Das überlasse ich mit Freuden Ihnen, Minerva. Die beiden waren schließlich in Ihrem Haus und außerdem...“, er zögert kurz, „...außerdem bezweifle ich, dass sie meine Einladung annehmen würden“, fuhr er mit einem skeptischen Blick fort.
„Da wäre ich mir nicht einmal so sicher, Severus, das wissen Sie. Aber gut, ich werde mich gleich daran machen und den Brief schreiben“, erklärte sie, nickte noch einmal kurz zu Severus und marschierte voller Tatendrang zu ihrem Büro.
Einen Moment lang sah er ihr schmunzelnd hinterher, drehte sich dann gut gelaunt und schwungvoll um und ging mit wehendem Umhang nach unten in sein Büro, wo noch einige Arbeit auf ihn wartete.


*



Es waren nur noch wenige Tage, bis das Turnier beginnen sollte.
Natürlich hatten Fred und George Weasley zugesagt und waren nach Hogwarts gekommen, um mit den anderen Spielern so gut wie jeden Nachmittag zu trainieren. Sie genossen es sehr, noch einmal in Hogwarts sein zu dürfen. Ihr Geschäft hatte Lee Jordan so lange übernommen und so konnten sie sich voll auf das Spiel konzentrieren.
Dumbledore hatte den Spielern sogar in der letzten Woche vor den Spielen erlaubt, dem Nachmittagsunterricht fern zu bleiben, so dass sie in der Zeit noch mehr trainieren konnten.
Zusammen mit Hermine Granger war Sisilia nun öfters beim Training dabei. Sie nahm entweder ein Buch oder ein paar Arbeiten, die sie korrigieren wollte, mit zum Quidditchfeld, auch wenn sie wusste, dass sie doch nicht dazu kam. Zum einen war es wirklich interessant die Spielzüge zu beobachten, welche sich die Spieler ausdachten und dann bis zum umfallen übten, und zum andern unterhielt sie sich oft sehr angeregt mit Hermine. Welche im Übrigen sehr stolz war auf Ron, der sein Können in den letzen Wochen extrem gesteigert hatte.
Unter anderem hatte er den Seestern, ein Abwehrmanöver des Hüters, für sich perfektioniert.
Er ließ sich seitlich vom Besen gleiten, hielt sich nur mit einer Hand am Stiel fest und hakte sein Bein am andern Ende des Besens ein, der Rest seines Körpers hing dann ausgestreckt nach unten. So erreichte er einen gigantischen Radius, um den geworfenen Quaffel abzufangen zu können.
Inzwischen hatte er auch herausgefunden, wie er anschließend wieder blitzschnell auf seinem Besen saß. Es machte ihm mittlerweile so viel Spaß, dass er, wenn er gerade nichts zu tun hatte, es sogar als Zeitvertreib übte. Mal von den plötzlichen Sink- und Steigflügen abgesehen, die er inzwischen drauf hatte, wie kaum ein anderer.

Als Ron erfahren hatte, dass seine Brüder bei dem Wettkampf mitmachen würden, war er vollkommen aus dem Häuschen. Harry hatte die halbe Nacht gebraucht, bis er Ron endlich zum Schweigen brachte, und das auch nur, weil er ihm, da er es nicht mehr ausgehalten hatte, mit dem „Quietus“ Zauber seine Stimme geraubt hatte.
Ron hatte zwar danach sauer die Vorhänge seines Bettes zugezogen, doch am nächsten Tag, hatte er das Ganze schon wieder vergessen und freute sich auf das Training mit Fred um George am nächsten Nachmittag.



*




Das letzte Training, bevor die Mannschaften der anderen Schulen anreisen würden, war für Samstagnachmittag angesagt. Dunkle Wolken hingen inzwischen am nachmittäglichen Himmel und es war auch sehr windig geworden Die Spieler mussten zwar teilweise gegen starke Windböen ankämpfen, aber ansonsten klappte trotzdem alles wie am Schnürchen. Doch das Wetter wurde bisweilen immer unwirklicher. Es hatte angefangen zu Gewittern und Blitze jagten über den inzwischen fast schwarzen Himmel. Doch die Spieler ließen sich bis dahin nicht aus der Ruhe bringen und trainierten dem Wetter trotzend weiter. Bis zu dem Zeitpunkt, als ein mächtiger Blitz quer über den Himmel über das Spielfeld jagte und in einen alten morschen Baum hinter dem Stadion krachte, der mit einem lauten Knall Feuer fing.
Erschrocken sprangen Hermine und Sisilia, die sich in ihre Umhänge eingewickelt hatten, von der Bank auf und starrten auf den brennenden Baum hinter ihnen auf dem Gelände, als sie plötzlich ein Rufen und Schreien vom Spielfeld her hörten. Nachdem sie sich wieder umgedreht hatten, sahen sie Harry regungslos am Rande des Spielfeldes am Boden liegen, sein Besen lag etwas von ihm entfernt und die andern waren gerade dabei, neben ihm zu landen.
„Da ist etwas passiert!“, schlussfolgerte Sisilia, überlegte nicht lange, warf ihre Pergamente auf die Sitzbank und verwandelte sich schnell in eine Eule. Sofort flog sie im Steilflug zu Harry und den anderen hinunter.
Zeitgleich mit Ron landete sie etwas abseits der kleinen Gruppe und verwandelte sich sofort zurück.
Die andern hatten das überhaupt nicht mitbekommen, alle starten nur erschrocken auf Harry. Sie kniete sich neben ihn und wollte nach seinem Puls tasten.
„Harry, was ist passiert?“, fragte sie, als sie erleichtert feststellte, dass er zu sich kam. Seine Brille saß schief auf seiner Nase und seine Haare waren noch zerzauster, als sie es normalerweise schon waren.
Harry versuchte sich aufzurichten und griff nach seiner Brille, um sie gerade zu rücken, doch dann sank er kraftlos wieder auf den Boden zurück und stöhnte erneut auf.
„In den Krankenflügel mit ihm“, sagte Sisilia nur knapp und beschwor mit ihrem Zauberstab eine Trage herauf.
„Los, legt ihn da drauf“, wies sie die anderen an. Ron sah sie zerknirscht an.
„Professor, ich glaube, das war dieser Blitz, der hat ihn getroffen und dann ist er abgestürzt“, erklärte er nun sehr verwirrt.
Kaum glaubend, was sie da hörte, sah sie von Ron zu dem Lichtschein hinter dem Stadion, wo noch immer der Baum lichterloh brannte. Konnte das wirklich sein? Doch dann entschloss sie sich, ihn erst mal zu Madam Pomfrey zu bringen, die ihn sich ansehen sollte.

Sisilia wartete mit den anderen vor dem Krankenflügel. Alle starrten stumm und nachdenklich in die Gegend, nur Fred und George diskutierten leise miteinander. Sie waren es auch, welche dann auf Sisilia zugingen und sie ansprachen.
„Sisilia? Was ist, wenn Harry nicht spielen kann?“, fragten sie nachdenklich.
„Ich glaube, dass das jetzt nicht das Wichtigste ist, oder?“, gab Sisilia zurück, die sich wirklich Sorgen um Harry machte, doch dann tat es ihr auch schon gleich wieder Leid, dass sie so rüde zu ihnen war.
„Entschuldigt, ich wollte euch nicht anfahren. Aber ich denke, darüber machen wir uns Gedanken, wenn wir wissen, wie es Harry ...“
In dem Moment ging die Türe vom Krankenflügel auf und Madam Pomfrey winkte Sisilia zu sich. Die andern, vor allem Ron, Hermine, so wie Fred und George wollten ihr folgen, doch da war die Krankenschwester unerbittlich und schickte sie wieder weg. So war es nur Sisilia, die ihr in den Raum folgte.
„Professor, Sie können gleich zu ihm. Es geht ihm den Umständen entsprechend gut. Nun ja, so gut es einem eben geht, wenn man einen Blitzschlag hinter sich hat. Wobei der Junge noch verdammt viel Glück gehabt hat. Nur sein Arm ist schwerer verletzt, der wird auch mit Heiltränken mind. eine Woche brauchen, bis er ihn wieder voll benutzen kann, aber er wird wieder ganz gesund werden“, erklärte Madam Pomfrey ihr ausführlich. Sisilia atmete beruhigt aus.
„Das heißt aber, er wird nicht am Turnier mitmachen können?“, wollte Sisilia wissen, worauf Madam Pomfrey als Antwort nur den Kopf schüttelte.
„Wie auch immer, das Wichtigste ist erst mal, dass er wieder gesund wird“, sagte sie und ging zu dem Bett, in dem Harry lag.

„Hallo Harry. Na, wie fühlst du dich?“, mit besorgtem Gesicht sah Sisilia ihn an. Harry machte den Eindruck, als hätte man ihm vom Weltuntergang erzählt.
„Nicht so besonders. Ich nehme an, Sie haben gehört, dass ich nicht spielen kann“, antwortete er sehr leise und presste dann wütend seine Lippen aufeinander.
„Madam Pomfrey hat es mir gesagt, ja. Das tut mir Leid für dich, Harry. Aber in erster Linie ist es wichtiger, dass du wieder gesund wirst. Sie werden schon jemanden finden, der für dich einspringt“, versuchte sie ihn zu beruhigen.
„Sicher werden sie jemanden finden, es gibt ja noch drei Sucher in Hogwarts“, brummte er missmutig und starrte auf seine Zudecke. Sein rechter Arm war von Madam Pomfrey dick einbandagiert worden und er hatten ihn neben sich auf seiner Decke liegen.
„Tut es sehr weh?“, wollte Sisilia wissen und deutete auf den Arm.

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BeitragThema: Re: Sisilias Geheimnis Teil 3   Mi Apr 02, 2008 6:23 pm

„Nein, nicht wirklich. Die Tatsache, dass ich jetzt nur noch bei den Spielen zuschauen darf ist viel schlimmer. Ich hatte mir so gewünscht einmal mit Fred, George und Ron zusammen zu spielen“, seufzte er enttäuscht.
„Ich kann dich verstehen, Harry. Es tut mir wirklich sehr Leid, dass es nicht klappt“, antwortete sie ihm und Harry nickte nur.
„Ich werde den andern jetzt Bescheid geben und sie dann einen Moment zu dir schicken. Erhol dich bitte gut, Harry“, sagte Sisilia aufrichtig zu ihm, drehte sich dann mit einem aufmunternden Lächeln um und ging hinaus.
Sie erzählte den anderen dann, wie es um Harry stand und schickte sie zu ihm, sie selber ging hinunter, um Severus zu suchen.

Sie fand ihn in seinem Büro und erzählte ihm was auf dem Quidditchfeld passiert war.
„Verflucht, das musste ausgerechnet einen Tag vor dem ersten Spiel passieren? Warum sind sie bei dem Wetter überhaupt noch draußen gewesen. Sie hätten doch sehen müssen, dass es dafür viel zu gefährlich war. Das war unverantwortlich vom Mannschaftskapitän“, schimpfte Severus wütend los und lief aufgebracht und mit den Armen wedelnd durch den Raum.
„Jetzt beruhige dich wieder. Die Schüler können überhaupt nichts dafür. Ich war auch draußen bei ihnen. Sie haben schon bei viel schlechterem Wetter gespielt, und das weißt du“, gab sie zurück und stellte sich ihm in den Weg. Abrupt blieb Severus stehen und sah Sisilia an, die ihre Hände auf seine Arme gelegt hatte.
„Severus, beruhige dich! Bitte, es kann doch keiner etwas dafür. Der Blitz hätte jeden von uns treffen können, auch mich oder Hermine. Es bringt keinem etwas, wenn du hier rumschreist. Überlege lieber, wenn du für Harry als Ersatz aussuchen wirst“, sie sah ihn ernst an.
„Entschuldige, du hast natürlich Recht. Es ist nur so, dass Harry unsere stärkste Waffe gegen die andern war ...“, begann er und stoppte, als er Sisilias Grinsen bemerkte.
„Was ist jetzt wieder?“, fragte er irritiert.
„Soll ich vor Harry wiederholen, was du mir gerade gesagt hast?“, fragte sie grinsend.
„Untersteh dich, das wirst du nicht tun!“, protestierte er sofort und hob abwehrend die Hände.
„Keine Angst, kein Wort kommt über meine Lippen“, versprach sie gleich und Severus sah sie erleichtert an.
„Ich habe fast das Gefühl, du magst Harry inzwischen auch ein bisschen?“, fragte sie ihn vorsichtig. Doch als Antwort sah er sie an, als hätte sie ihm eröffnet, dass Dumbledore auf Voldemorts Seite gewechselt wäre. Er gab ihr keine Antwort, sondern drehte sich um und ging auf die Türe zu.
„Ich werde sofort mit Minerva besprechen, wen wir als Ersatz für Potter nehmen sollen“, erklärte er und verließ den Wohnraum.
Sisilia sah ihm hinterher. Sie wusste, dass sie bei ihm auf einen empfindlichen Nerv getroffen hatte, doch auch wenn sie Recht haben sollte, war ihr klar, dass er es nie zugeben würde. Aber wenn sie ehrlich war, konnte sie sich darüber eigentlich nicht sicher sein. Das Verhältnis zwischen Harry und Severus hatte sich zwar gebessert, doch mehr auch nicht, zumindest oberflächlich nicht.
Mit einem Seufzen, setzte sich Sisilia auf das Sofa und nahm ihre Stickerei zur Hand, welche sie angefangen hatte zu machen. Aber eigentlich hatte sie gar keine Freude daran. Ihre Tante hatte ihr zwar mal gezeigt, wie man stickte, doch war sie nie so eine begeisterte Handarbeiterin gewesen. Und immer, wenn ihre Tante nicht hinsah, hatte sie die Arbeiten mit einem Schlenker ihres Zauberstabes erledigt.
Fast eine Stunde später kam Severus erst wieder, mit einem mehr oder weniger zufriedenen Gesicht.
„Nun, habt ihr euch einigen können?“, wollte Sisilia wissen, warf ihre Stickarbeit in die Ecke und ging ihm entgegen.
„Ja, wir haben einen Ersatz für Harry. Er ist zwar nicht gleichwertig, doch nach einigen Überlegungen und meinen Überredungskünsten, konnte ich Minerva davon überzeugen, dass Draco der beste Ersatz für ihn ist“, berichtet Severus sehr zufrieden mit sich.
Sisilias Augen weiteten sich und sie starrte ihn mit offenem Mund an.
„Sag mir, dass das jetzt ein Scherz war?“
„Nein Sil, es ist kein Scherz. Draco ist der neue Sucher unseres Hogwarts-Teams“, bestätigte er ihr noch einmal mit sehr ernstem Gesicht. Sisilia lies sich in den Sessel hinter sich sinken und schnappte nach Luft.
„Severus, ... aber ... warum er?“, total verwirrt starte sie auf Severus, der sich ihr nun gegenüber in den anderes Sessel setzte.
„Ich habe meine Gründe, und wenn Minerva schon einverstanden war, solltest du nicht auch noch nach dem „warum“ fragen“, und nach einer kurzen Pause fuhr er fort.
„Wer war es denn, der die Idee von Albus, dass ich mit Minerva das Team zusammenstellen soll, so super gefunden hat? Du doch! Also akzeptiere auch meine Entscheidungen!“, er lehnte sich entschlossen in dem Sessel zurück. Seine Miene zeigte, dass für ihn das Thema erledigt war.

Am nächsten Tag reisten die Spieler der anderen beiden Schulen mit ihren jeweiligen Schulleitern an.
Madam Maxime hatte es sich auch diesmal nicht nehmen lassen, ihre Schüler selbst zu begleiten. Auch dieses Mal hatten sie diese riesige, graublaue Kutsche gewählt, mit der sie am späten Vormittag in Hogwarts landeten. Diese war so groß wie ein ganzes stattliches Haus und wurde von einem guten Duzend geflügelter Pferde gezogen. Wunderschöne Palominos, welche aber so groß wie Elefanten waren.
Die Pferde mitsamt der Kutsche landeten mit einem Krachen auf dem Boden, federte auf ihren riesigen Rädern auf und ab, während die goldenen Pferde ihre riesigen Köpfe zurück warfen und mit ihren großen feuerroten Augen rollten. Direkt vor der Treppe, die zum Schloss führte kam die Kutsche zum stehen und aus ihr stiegen Madam Maxime und ungefähr ein Duzend Schüler in blassblauen Umhängen.
Sisilia, die mit ihrem Onkel den Ankommenden entgegen gegangen war, starrte auf die Frau, die mind. so groß war wie Hagrid. Als diese ihre Kapuze vom Kopf nahm, konnte Sisilia ihr eigentlich doch recht hübsches, olivefarbenes Gesicht sehen. Ihre großen schwarzen Augen schienen feucht zu schimmern, und ihre Haare hatte sie im Nacken zu einem Knoten zusammen gebunden. Sie war ganz in dunkelviolett gekleidet und an ihrem Hals und ihren Händen funkelten viele prächtige Edelsteine.
Albus ging die Stufen hinunter und streckte ihr die Hand entgegen. Sie kam auf ihn zu und als er sie mit einem Kuss begrüßen wollte und beugte sich etwas zu ihm hinunter, da sie doch um einiges größer war als er.
„Meine liebe Madame Maxime. Wieder einmal herzlich Willkommen auf Hogwarts“, sagte er erfreut.
„Dumbly-dorr“, erwiderte sie auf ihre ganz eigene Art und Sisilia sah ihren Onkel erstaunt an.
„Isch `offe, Sie befinden sisch wohl?“ fragte sie ihn mit eine sehr tiefen Stimme.
„Ich bin in exzellenter Verfassung, danke Madam“, antwortete er ihr.
„Und mit wem `abe isch `ier die E`re?“, fragte sie und deutete auf Sisilia.
„Oh, das meine Liebe, ist meine Großnichte, Sisilia Dumbledore Snape. Sie unterrichtet nun schon das zweite Jahr hier in Hogwarts“, erklärte er ihr. Auch Sisilia reichte der Frau vor sich ihre Hand zur Begrüßung.
„O’, es ist misch eine E`re, Madam Snape“, sagte sie und betrachtete Sisilia entzückt.
„Die Ehre ist ganz auf meiner Seite Madame Maxime. Bienvenu à la Hogwarts et un séjour agréable !“, wünschte Sisilia ihr.
„Oh, tres bien, vous parlez des francais?“, wollte sie jetzt wissen.
„Oh, non, seulement peu!“, erklärte Sisilia dann lächelnd.
„Es ‚ört sisch aber besser an, als mein Inglisch“, erklärte sie lachend und deutete dann nach hinten.
„Et voila, meine Schüler!“, erklärte sie und deutete auf die kleine Gruppe von Teenagern die sich hinter ihr aufgestellt hatten.
„Oh, sehr gut. Wollen wir dann nicht hinein gehen und uns zu Tisch setzten. Sie werden bestimmt hungrig sein, nach der Reise?“, Dumbledore machte eine einladende Handbewegung. In dem Augenblick kam Hagrid, der sich heute besonders nett zurecht gemacht hatte, wie Sisilia auf den ersten Blick feststellen musste, und trat neben sie.
„Oh, Olympe, schön dich wieder zu sehen“, begrüßte er sie mit strahlenden Augen und sie wendete sich ebenfalls zu ihm um.
„’agrid, es freut misch auch disch wieder zusehen. Es ist lange ’er“, begrüßte sie ihn freudig.
„Oh, Dumbly-dorr, würden Sie misch noch einen Augenblick entschuldigen? Isch ‚abe noch eine Kleinischkeit mit ‚agrid zu bespreschen“, sagte sie und Albus nickte dann.
Bevor sie beide, die Pferde auszuspannen begannen, rief Madame Maxime ihren Schülern noch etwas zu, worauf hin diese, nachdem Albus ihnen ebenfalls aufmunternd zugenickt hatte, das Schloss betraten und, geführt von Sisilia, in die Große Halle gingen, welche ihnen ihre Plätze am Tisch der Ravenclaws zuwies.
Eine halbe Stunde später kamen Hagrid und Madame Maxime ebenfalls in die Große Halle und setzten sich lachend an ihre Plätze.
Die Schüler aus Beauxbaton saßen am Anfang etwas verloren herum und trauten sich kaum zu reden. Doch als sich zwei Mädchen aus Ravenclaw ihrer angenommen hatten, die Zuhause zweisprachig aufgewachsen waren, tauten die Teenager richtig auf. Sisilia beobachtete das mit Wohlwollen.

Die Spieler aus Durmstrang trafen erst am frühen Nachmittag in der Schule ein. Mit ihnen war eine Olga Petrova gekommen, welche, seit Igor Karkaroff verschwunden war, die Leitung der Schule dort übernommen hatte. Sie war eine schlanke, hochgewachsene, und dennoch sehr streng wirkende Frau, um die fünfzig, mit kurzen Haaren, einer fast männlichen Frisur. Ihre dunklen Augen musterten Sisilia und Dumbledore streng, als sie vom See herauf kam, wo sie mit ihrem Schiff, wie damals schon Karkaroff beim Trimagischen Turnier, geankert hatten.
„Professor Dumbledore, nehme ich an?“, fragte sie mit einer, für alle überraschend, hohen kratzigen Stimme, die schon fast schrill klang.
„In der Tat, mein Gnädigste. Dann darf ich annehmen, dass Sie Olga Petrova sind?“, fragte er zuvorkommend.
„Da haben Sie allerdings Recht, Professor Dumbledore“, entgegnete sie ihm.
„Ich hoffe Sie und Ihre Schüler hatten eine angenehme Reise?“, fragte Albus mit einem Blick auf die Gruppe hinter ihr.
„Es ging so. Wir sind leider in einen Sturm gekommen, deshalb auch die Verspätung“, erklärte sie ihm kurz angebunden. Dann warf sie fragend einen Blick auf Sisilia, welche wiederum ihren Onkel begleitet hatte.
„Oh, das ist meine Großnichte Sisilia Dumbledore Snape, sie unterrichtet hier an der Schule“, stellt er sie vor. Doch als Sisilia ihr die Hand reichte, griff diese an ihre Brust, nahm das Monokel, welches dort gebaumelt hatte und hielt es sich vor ihr rechtes Auge.
Sisilia ließ die Hand wieder sinken, versuchte aber weiterhin freundlich zu lächeln.
„Willkommen auf Hogwarts, Mrs Petrova“, begrüßte sie die Frau, nichts desto trotz.
„Miss Petrova“, verbesserte sie Sisilia herablassend, als sie einen abfälligen Blick auf ihren Bauch geworfen hatte.
„Oh, verzeihen Sie mir, Miss Petrova!“
Sisilia ignorierte ihren finsteren Blick und sah dann zu den Schülern hinter ihr, wobei ihr ein junger Mann besonders ins Auge stach. Zum einen, weil er schon älter war, als die anderen, und zum anderen sah er irgendwie aus wie ein zu groß geratener Raubvogel mit seiner langen krummen Nase. Er war groß und schlank, und durch seine schwarzen Haare wirkte er irgendwie noch blasser. Sie hatte schon Fotos von ihm gesehen und wusste sofort, dass dies Viktor Krum war. Er schien sich nicht hundertprozentig wohl zu fühlen, hatte Sisilia das Gefühl. Aber dennoch sah er sich ständig um, als würde etwas oder jemanden suchen.
Dumbledore bat die Abordnung von Durmstrang höflich ins Schloss, wo sich dann alle in der Großen Halle versammelten.
Nachdem Albus noch dafür gesorgt hatte, dass es heute Tee, Kaffee und Kuchen in der großen Halle für alle gab, zur Feier des Tages, fanden sich auch wieder alle dort ein. Nachdem die Teller geleert waren und sich alle mit Tee und Kuchen gestärkt hatten, erhob Albus sich von seinem Platz. Er hob seine Hände und wartete bis es ruhig in der Großen Halle geworden war.
„Meine Lieben Schüler, meine Damen und Herren, Geister und vor allem unsere Gäste, die ich auf diesem Weg noch einmal auf das Herzlichste begrüßen möchte.
Es ist mir ein Vergnügen, Sie alle in Hogwarts willkommen heißen zu können“, sagte er und lächelte vor allem den Gästen zu. Miss Petrova, die sich selber neben Professor Sinistra, die ebenfalls heute ganz in schwarz gekleidet war, gesetzt hatte, sah Albus allerdings immer noch recht finster an und verfolgte misstrauisch jede seiner Bewegungen. Madame Maxime hingegen klatschte, wie die anderen Lehrer und die meisten der Schüler begeistert in die Hände.
Irgendwie erinnerte Sisilia Olga Petrovas Verhalten an jemanden, doch sie kam einfach nicht darauf an wen. Deshalb wanderte ihr Blick immer wieder zu ihr, da es sie nicht in Ruhe ließ.
„Ich bin mir sicher, wir alle werden eine angenehme und vergnügliche Zeit hier miteinander verbringen.
Für das Quidditch Turnier müssen noch ein paar Kleinigkeiten geregelt werden. Unter anderem, welche Mannschaft wann und gegen wen spielen wird.
Unser geschätzter Minister für Magische Spiele und Sportarten, wird die Verlosung dafür vornehmen“, erklärte er und deutet auf Ludo Bagman, der sich in dem Moment neben ihm erhob. Ein verhaltener Applaus setzte ein, der aber schnell wieder verebbte.
„Ich mache es kurz, da ich nicht viel von langen Reden halte. Ich erkläre nur ganz kurz, wie das Losverfahren stattfinden wird“, begann er und alle lauschten gespannt seinen Worten.
„Nun, als erstes werde ich jeweils einen Vertreter von jeder Schule zu mir bitten, die aufpassen und überprüfen werden, dass bei der Verlosung nicht betrogen wird.
Da jede Schule gegen jede der anderen Schulen spielen muss, habe ich die drei Spielgruppen schon einmal vorab zusammengestellt auf diese Zettel notiert. Diese Zettel werde ich dann in diese drei Kugeln stecken.“ Er beugte sich kurz zu Albus „Das habe ich bei den Muggeln abgeschaut“, erklärte er kurz und leise mit einen Augenzwinkern.
„Nun geht es nur noch darum, wer am ersten, zweiten oder am dritten Spieltag gegeneinander spielen wird“, fuhr er fort.
„Ich denke Professor Dumbeldore wird so freundlich sein und jemanden bestimmen, der die Kugeln nacheinander aus diesem Kessel ziehen wird?“, er sah den Schulleiter an, der ihm zunickte und seinen Blick durch die Halle schweifen ließ. Dann winkte er Ginny Weasley zu sich an den Lehrertisch nach vorn. Sie sah ihn erschrocken und überrascht an, und deutete mit dem Finger auf sich, weil sie nicht glauben konnte, dass er wirklich sie meinte. Doch er nickte ihr noch einmal aufmunternd zu und Ron stieß sie kurzerhand nach vorn. So ging sie, leicht errötend und noch mal einen Blick auf Ron und Harry werfend, nach vorn und blieb nervös vor Dumbledore stehen.

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BeitragThema: Re: Sisilias Geheimnis Teil 3   Mi Apr 02, 2008 6:25 pm

„Darf ich nun die Vertreter der Schulen zu mir bitten und sich von der Richtigkeit des Ablaufs zu überzeugen?“, bat Ludo Bagman. Madame Maxime und Olga Petrova traten zu Bagman, der sich noch, wartend auf den Vertreter von Hogwarts, umsah.
„Oh, Severus, wenn du so nett wärst?“, bat Albus den Zaubertranklehrer, der sich zwar sofort erhob, doch recht erstaunt war darüber, dass Albus das nicht selber übernehmen wollte.
Ludo Bagman zeigte allen die Zettel, bevor er sie in die dafür vorgesehenen Kugeln steckte und diese dann jeweils mit einem Klong in den kupferfarbenen Kessel warf.
Ich darf Sie bitten festzuhalten, dass alle drei Vertreter bestätigt haben, dass alles mit rechten Dingen zugeht“, sagte er und schüttelte die Kugeln in dem Kessel etwas herum, die ein scharrendes Geräusch verursachten. Dann hielt er Ginny den Kessel hin, aber nur so, das sie zwar hineingreifen, aber nichts sehen konnte.
„Ziehen Sie jetzt bitte eine der Kugeln heraus!“, forderte er Ginny mit einem freundlichen Lächeln auf, die mit leicht zittrigen Fingern in den Kessel hineingriff. Sie war so aufgeregt, dass ihr die erste Kugel, die sie herausnehmen wollte, aus den Fingern glitt und wieder mit einem lauten Klong in den Kessel zurückfiel. Erschrocken starrte sie von Ludo Bagman zu Albus Dumbledore, der ihr aber aufmunternd über seine Halbmondbrille hinweg zuzwinkerte. So griff sie diesmal fester zu und zog die erste Kugel heraus, die sie dann dem Schulleiter reichte.
„Jetzt werden wir sehen, welche Gruppe als erstes gegeneinander spielen wird“, erklärte er selbst gespannt, öffnete die Kugel und reichte Ludo Bagman den Zettel, der ihn öffnete, den Vertretern der Schulen zeigte und dann wieder Dumbledore zurück gab.
„Am Montag, also morgen, werden spielen ...“, er machte eine kurz Pause während er las und sah dann zu den Schülern in der Großen Halle, „Beauxbaton gegen Hogwarts!“ rief er aus.
Unten in der Halle ertönte eine Applaus, der mächtig anschwoll, und während sie noch immer warteten, bis sich die Schüler wieder beruhigten, ließ Bagman Ginny die nächste Kugel aus dem Kessel ziehen.
Erneut öffnete Albus die Kugel und reichte sie Ludo Bagman. Nachdem die drei Vertreter sich wiederum vergewissert hatten, dass alles in Ordnung war, verkündete Albus die nächsten Spielgruppen.
„Am Mittwoch, werden wir dann das Spiel der Gruppen: Durmstrang gegen Beauxbaton zu sehen bekommen“, rief er aus und wieder erhob sich ein Applaus.
„Eigentlich ist es jetzt nicht mehr nötig, die dritte Kugel zu ziehen, aber damit alle sehen können, dass alles seine Richtigkeit hat, werden wir auch die dritte Kugel ziehen und öffnen“, erklärte Ludo Bagman allen und reichte Ginny erneut den Kessel. Sie nahm die letzte Kugel heraus und reichte sie dem Schulleiter, der ihr kurz zunickte, woraufhin sie wieder schnell zu ihrem Platz zurücklief, wo sie von ihrem begeistertem Bruder, und einem ihr aufmunternd zulächelnden Harry, der seinen Arm in einer Schlinge trug, empfangen wurde.
Wie auch schon die beiden Male zuvor, hatte Albus die Kugel geöffnet und Bagman gereicht, der die Vertreter den Zettel hatte überprüfen lassen. Danach setzten diese sich wieder auf ihre Plätze, während Albus nun zum dritten und letzten Mal die Namen der Gruppen bekannt gab.
„Nun, wie wir sicher wohl alle schon geahnt haben, wird am Freitag dann Durmstrang gegen Hogwarts spielen“, verkündete Albus mit einem Augenzwinkern, und erneut ertönte ein tosender Beifall.
„Das wird eine interessante Woche werden“, sagte Sisilia zu Severus, als sich dieser wieder zu ihr gesetzt hatte, doch Severus nickte nur und schielte immer wieder zu der Gruppe aus Durmstrang, die ein paar sehr kräftige Kerle dabei hatten und er überlegte halblaut, ob es nicht doch besser gewesen wäre, die Treiber aus Slytherin zu nehmen.
Die Spieler aus Hogwarts waren sehr zufrieden mit dem Losentscheid. Sie spielten am ersten und am letzten Spieltag, was hieß, dass sie drei Tage Pause dazwischen hatten, im Gegensatz zu den beiden andern, die ihre Spiele hintereinander zu spielen hatten. Vorausgesetzt, die Spiele würden nicht, wie es schon vorgekommen war, mehrere Tage dauern.
So verbrachten die Schüler den restlichen Sonntag damit, zu spekulieren, wer wohl wie hoch gewinnen oder verlieren würde, bis sich die Gäste auf den Weg machten in ihre Schlafstätten.
Beide, Durmstrang und Beauxbaton, hatten darauf bestanden auf ihrem Schiff, bzw. in ihrer Kutsche zu übernachten, mit der Begründung, dass sie sich dort schon dafür eingerichtet hätten.

Der Unterricht am Montagvormittag, verlief eher schlecht als Recht, weil die meisten der Schüler schon mit den Gedanken bei dem Quidditch-Spiel vom Nachmittag waren. So zog es Sisilia nach einer halben Stunde vor, nur noch ein paar Dinge zu wiederholen und die letzten Minuten diskutierte sie mit ihnen die Spieltaktiken der Hogwartsmannschaft.
Die Schüler, die spielen würden, hatten die ganze Woche keine Schule. Albus hatte sie vom Unterricht befreit, so dass sie sich in aller Ruhe auf die Spiele vorbereiten konnten.
Nachdem Hermine am Sonntag Abend noch schnell einen Trainingsplan für die drei Mannschaften erstellt hatte, wann jeder noch mal das Quidditchfeld zum Üben benutzen durfte, war auch dieses Problem gelöst, das noch kurz zuvor beinahe einen Streit vom Zaun gebrochen hätte.
Pünktlich nachmittags um zwei begann dann das erste Spiel zwischen Hogwarts und Beauxbaton. Die Spieler aus Frankreich machten es ihnen nicht sonderlich schwer. Nachdem diese am Anfang dreißig zu null vorn gelegen hatten, übernahmen die Spieler aus Hogwarts sehr schnell die Führung. Doch zum Leidwesen der Briten, verlor Hogwarts dann doch schließlich und endlich knapp mit 200 zu 180 Punkten. Und das, weil Draco Malfoy mehr auf die Sucherin der Beauxbatons, anstatt auf den Schnatz geachtete hatte und es für diese ein Leichtes war den Schnatz Draco direkt vor der Nase wegzuschnappen.
Dabei hatte Ron eine Glanzleistung gezeigt und während des ganzen Spiels nur fünf Tore kassiert, im Gegensatz dazu hatten Hogwarts Jäger ihnen achtzehnmal den Quaffel durch einen der Ringe werfen können. Nach dem Spiel trat Minerva noch zu Severus, der ihr mit zerknirschtem Gesicht in seine Tasche griff und Minerva ihre zehn Galleonen in die Hand drückte. Und als Sisilia ihn fragend ansah, zuckte er nur mit den Schultern und murmelte etwas von Wettschulden, woraufhin Sisilia in schallendes Gelächter ausbrach und sich erst wieder beruhigte, als sie wieder in ihren Räumen waren und Severus sie küsste, bis ihr die Luft wegblieb.

Die nächsten Tage wurde es im Unterricht der Hogwartsschüler nicht besser mit ihrer Aufmerksamkeit, so dass die meisten Lehrer es irgendwann aufgaben und den Schülern nur noch einige unwichtige Aufgaben auftrugen. Nur Severus zog wie immer seinen Unterricht durch, was ihn aber ganz schön viel Nerven kostete und er am Abend wie gerädert auf das Sofa sank.
Alles Reden half nichts, auch Sisilia konnte ihn nicht davon überzeugen, in dieser Woche seinen Unterricht, etwas zurückzustellen.

Das Spiel am Mittwoch, ging wie nicht anders zu erwarten war, zu Gunsten von Durmstrang aus. Beauxbaton hatte gegen die Übermacht Krum und die kräftigen Schlägerkerle nichts entgegen zu setzten. So verloren sie, nach nicht mal einer dreiviertel Stunde, mit 30 zu 210 Punkten. Krum hatte den Schnatz so schnell gefangen, dass es zuerst keiner so richtig mitbekommen hatte. Erst als er auf dem Boden gelandet war und den Schnatz in die Höhe streckte, bemerkten es die anderen.
Madam Maxime brach in Tränen aus, als sie mit ansehen musste, wie die Spieler aus Durmstrang ihre Mannschaft buchstäblich auseinander nahm. Sie warf der mit erhobenem Haupt dasitzenden und süffisant lächelnden Olga Petrova einen verächtlichen Blick zu, doch diese ignorierte sie einfach und spendete ihrer eigenen Mannschaft nur noch mehr Applaus.
Hagrid hatte es dann nach dem Spiel übernommen Olympe Maxime zu trösten. Sisilia hatte nur noch mitbekommen, wir er ihr sein Taschentuch gereicht und sie dann höflich in seine Hütte auf einen Tee mit einem ordentlichen Schuss Cognac eingeladen hatte.
Mit langen Gesichtern saßen die Beauxbatons in den darauffolgenden Tagen beim Essen. Auch Madam Maxime war sehr schweigsam und Sisilia gelang es seit diesem Mittwoch nicht mehr, mit ihr ein längeres Gespräch anzufangen. Der Einzige, mit dem sie sich regelmäßig unterhielt war Rubeus Hagrid. Sisilia, die dies beobachtete, fand, dass die beiden eigentlich ein nettes Paar abgeben würden, doch das traute sie sich nicht zu sagen.


Am Freitag dann, gab auch schließlich Severus auf, normalen Unterricht abhalten zu wollen und ließ die Schüler nur noch die Zaubertrankzutaten in den Schränken sortieren und auffüllen, während sich alle angeregt miteinander unterhielten.
Alle, auch die Lehrer hatten mitbekommen, dass die Schüler bei Fred und George Wetten abschlossen auf das kommende Spiel. Keiner wollte jedoch etwas dagegen unternehmen, sogar die Lehrer sahen mit einem Augenzwinkern einfach darüber hinweg, im Gegenteil, Sisilia hatte sogar mitbekommen, wie einige der Lehrer ebenfalls ein paar Sickel gesetzt hatten.
Die meisten hatten kein großes Vertrauen in Hogwarts, seit sie gesehen hatten, wie Krum und seine Mannschaft die Gruppe aus Frankerich fertig gemacht hatten. Vor allem deshalb nicht, weil Harry nicht spielen durfte und Draco Malfoy beim ersten Spiel keine gute Figur gemacht hatte.
Als Severus gegen diese Wetterei protestieren wollte, hatte Sisilia einfach ihre Lippen auf die seinen gepresst, so dass er nichts mehr sagen konnte, und anschließend waren ihm die Blicke der Kollegen und Schüler so peinlich, dass er vergessen hatte, was er sagen wollte.
An diesem letzten Spieltag waren die Schüler extrem aufgeregt und es war mittags beim Essen sehr laut in der Große Halle.
Sisilia sah sich während des Essens in der Halle um, als ihr Blick zum Gryffindortisch fiel. Dort entdeckte sie Viktor Krum, der sich zu Hermine gestellt hatte und sich mit ihr angeregt unterhielt. Ihr fiel sofort der nicht gerade begeisterte Gesichtsausdruck von Ron auf, der sehr vielsagend war und dachte so bei sich; wenn Blicke töten könnten, hätte Hogwarts jetzt wahrscheinlich einen weiteren Geist, der auf dem Besen durch die Flure sausen würde. Sie musste bei dem Gedanken daran lachen und presste schnell eine Hand auf den Mund.
Kurz nach ein Uhr dann, machten sich alle auf den Weg zum Spielfeld und in der Schule wurde es gespenstisch ruhig, fast so, als ob Ferien wären.


Sisilia hatte vor den Umkleideräumen, auf Severus gewartet, der auf Wunsch von Minerva mitgegangen war, um den Spielern für das heutige Spiel noch viel Glück zu wünschen, doch es dauerte fast eine Viertelstunde, bis die beiden wieder heraus kamen.
Minerva verabschiedete sich gleich von den beiden und stieg direkt nach oben zum Stadionsprecher auf den Turm.
Severus sah Sisilia überrascht an und deutete auf ihre Verkleidung. Sie trug einen Slytherin Schal, eine Gryffindor Kappe, hatte sich einen Hufflepuff Anstecker auf ihren Umhang gesteckt und in der Hand hielt sie noch eine kleine Ravenclawfahne.
„Du willst doch nicht etwas so zum Spiel gehen?“, fragte er sichtlich entsetzt.
„Wieso nicht? Leider hab ich keinen Hogwartsschal oder so etwas gefunden. Ich dachte es spielen doch aus jedem Haus Schüler“, verteidigte sie sich.
„Also ehrlich, ich finde das mehr als albern, was du hier betreibst.“
„Das ist mir egal, ich werde jedenfalls so gehen“, erklärte sie trotzig. Mit einem resignierenden Aufstöhnen hob Severus sie Arme.
„Du bist ...“, begann er, doch sie ließ ihn nicht ausreden.
„... unmöglich“, beendete sie grinsend seinen Satz.
„Ich gebe es auf, gegen dich habe ich keine Chance“, erwiderte er resigniert.

„Schön, dass du das endlich einsiehst, mein Schatz“, strahlte sie ihn mit einem Augenaufschlag an und marschierte auf den Eingang einer der Türme zu.
„Em, Severus? Ich wollte dich noch um etwas bitten. Wenn wir nicht gewinnen sollten, sei bitte nicht zu streng mit den Schülern. Ich denke, sie werden ihr Bestes geben und, falls sie es nicht schaffen, sowieso enttäuscht genug sein“, sie war stehen geblieben uns sah ihn bittend an.
„Das werde ich schon nicht. Ich hab mich ganz gut in der Gewalt, glaub mir, auch wenn ich dann wohl selbst sehr enttäuscht sein werde“, antwortete er ihr und seine Lippen kräuselten sich leicht.
„Gut, dann kann ja nichts mehr schief gehen, gehen wir nach oben!“ Sie deutete auf den Turm, dessen Stufen sie dann nach oben stiegen.
Alle Sitzreihen war schon von den anderen Lehrern aus Hogwarts besetzt bis auf die letzte, hinterste, auf der noch keiner saß. So stiegen sie ganz nach oben und setzten sich in die rechte Ecke. Da es hier oben recht windig war und rutschte Sisilia enger an Severus heran, der seinen Arm um ihre Schultern legte, um sie etwas zu wärmen. Als sie in den Himmel blickte, konnte sie sehen, dass der kalte Wind die letzten dunklen Wolken der letzten beiden Tage davon blies und die Sonne immer öfter hinter ihnen hervor schaute. Sie zog ihren Umhang enger um sich und richtete dann ihren Blick aufs Spielfeld.
In dem Moment traten auch schon die Mannschaften aus den Umkleidekabinen auf das Feld hinaus.
Mr Connolly, der Schiedsrichter dieses Spiels, ein Ire und Mitglied der Irischen Nationalmannschaft, wartete schon in der Mitte des Platzes auf die Spieler.
Diese stellten sich um ihn herum auf, und nachdem er ihnen noch ein paar Anweisungen für das Spiel gegeben hatte, gaben sich die beiden Kapitäne die Hand, dann stiegen alle auf ihre Besen und stießen sich vom Boden ab.

Connolly warf den Quaffel in dem Moment in die Höhe, als er gleichzeitig in seine Pfeife stieß.
Der Kapitän der Durmstrangs, Gregorius, schnappte sich den Quaffel, noch bevor Karen McStorm aus Hufflepuff überhaupt eine Chance hatte, an ihn heran zukommen. Sofort flog der bullige Kerl mit seinen kurzen schwarzen Stoppelhaaren, auf die Tore von Ron zu. Dieser flog abwartend im Zick Zack davor herum, und als dieser den Ball in das linke Tor werfen wollte, flog Ron einen Schlenker und konnte den Quaffel mit seinem rechten Fuß abwehren, so dass dieser das Tor um ein paar Zentimeter verfehlte.
Man konnte Ludos Bagmans magisch verstärkte Stimme durch das Stadion hallen hören, als er, der es sich nicht nehmen lassen hatte, das Spiel selber zu kommentieren, erleichtert aufstöhnte, nach Rons erfolgreicher Abwehr.
„Whirly am Ball, gibt ab zu McStorm! Wirft zu Flint, nein ein Klatscher hat ihn fast vom Besen gehauen, aber der Quaffel ist jetzt Händen der Mannschaft aus Durmstrang. Gregorius! Malovski! Juriki und wieder zurück zu Malovski, Malovski wirft und ...trifft! Zehn zu null für Durmstrang“, rief Bagman und auf der Anzeigetafel wurde die Zehn umgedreht.
Die Schüler aus Hogwarts stöhnten auf, als der Quaffel knapp über Rons Kopf hinweg auf das Tor zu und hindurch schoss. Sie konnte sehen, wie Ron wütend mit der Hand gegen seinen Besenstil schlug. Doch schon ging das Spiel im gleichen Tempo weiter. Die Durmstrangs
ließen den Spielern keine Pause zum durchatmen. Sisilia konnte sehen, dass Ron immer wieder seinen Kopf hob und nach oben schielte, er schien dort nach etwas zu suchen.

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BeitragThema: Re: Sisilias Geheimnis Teil 3   Mi Apr 02, 2008 6:28 pm

Auch sie folgte nun seinem Blick und sah, dass er Krum beobachtete, der dort oben herum flog und nach dem Schnatz Ausschau hielt.
Draco wich Krum nicht von der Seite, egal wohin dieser auch flog, er hatte immer Draco Malfoy in seinem Nacken, was ihm irgendwie nicht so recht zu behagen schien, denn er sah sich immer wieder leicht wütend um. Doch jedes Mal, wenn er das tat, quittierte Draco seinen Blick mit einem sarkastischen Grinsen und das schien den Bulgaren ganz schön zu irritieren. Das ging sogar soweit, dass er einmal direkt in die Flugbahn des Klatschers flog, der ihn fast vom Besen gerissen hätte, weil er mehr darauf achtete, ob ihm Draco immer noch im Nacken saß, als sich auf das Spiel zu konzentrieren.
„Flint! Whirly! Oho, kann ich da nur sagen. Eine gekonnte Attacke gegen Whirly, jetzt hat Juriki den Quaffel, gibt ab zu Gregorius und ... ohhh ... zwanzig zu null für Mannschaft aus Durmstrang“, hörten sie durch das ganze Stadion hallen.
Obwohl Fred und George ihr Bestes gaben und die Jäger immer wieder aus ihren Flugbahnen brachten, schaffte es die gegnerische Mannschaft in kürzester Zeit, noch drei Tore zu machen und so stand es nach fast einer Stunde Spiel fünfzig zu null für Durmstrang.
Auch Severus stöhnte auf und verzog das Gesicht.
„Wenn Weasley so weitermacht, werden sie haushoch verlieren. Er scheint irgendwie nicht bei der Sache zu sein“, brummte er missmutig und starrte weiter auf das Spielfeld.
„Ich glaube, er ist eifersüchtig auf Krum. Dieser hat sich vorhin sehr angeregt mit Hermine unterhalten und ich bin mir sicher, Ron hat das gar nicht gefallen“, schlussfolgerte Sisilia, die bemerkte, wie Ron immer noch Viktor Krum beobachtete, der auffällig oft an der Seite entlang flog, auf der Hermine platz genommen hatte und das Spiel mitverfolgte. Auch Severus konnte das jetzt sehr gut erkennen.
„Weasley soll sich auf das Spiel konzentrieren und seine privaten Angelegenheiten da raus halten“, schimpfte er erneut los und sah mit einem stechenden Blick auf den Hüter der Mannschaft aus Hogwarts.
„Oh, oh, ich glaube das sagt gerade der Richtige. Du hattest doch versprochen, dass du dich im Griff hast“, sie hob eine Augenbraue und musterte ihn einen Augenblick.
„Das hab ich doch auch, ich bin doch die Ruhe selber“, verteidigte er sich, erwiderte kurz ihren Blick und sah dann aber wieder dem Spiel zu.
Diesmal hatte Flint den Quaffel gefangen, als Gregorius ihn an Juriki abgeben wollte und dieser einem Klatscher ausweichen musste und dadurch den Quaffel nicht mehr erreichen konnte. Fred setzte sofort mit einem weitern Schlag gegen den Klatscher nach, der auf Gregorius zu schoss. Dieser konnte nur mit aller größter Anstrengung verhindern, dass ihn der Klatscher vom Besen riss. Dadurch hatten die Spieler aus Hogwarts freie Bahn und schossen auf die Tore ihrer Gegner zu. Flint tat so, als würde er in die Höhe schießen, er wollte damit Juriki, der sich ihm an die Fersen geheftet hatte ablenken. Noch im Steigflug, ließ er aber den Quaffel fallen, und McStorm, die unter ihm geflogen war, fing ihn auf und schoss, noch ehe die anderen das richtig mitbekommen hatten auf die Tore zu und warf, aus einer gekonnten Drehung heraus, den Quaffel durch das Mittlere Tor hindurch. Ein Jubelschrei brach in den Rängen los, als das Tor zum zehn zu fünfzig viel. Die Schüler aus Hogwarts waren aufgesprungen und klatschten alle geschlossen in die Hände.
„Na also“, freute sich Severus und setzte sich wieder hin, als das Spiel weiter ging.
Nun hatte Flint wieder den Quaffel. Er schoss auf die andere Seite des Spielfeldes auf die Tore zu, doch einer der Treiber aus Durmstrang hieb mit seinem Stock auf den vorbeifliegenden Klatscher und trieb ihn auf Flint zu. Dieser musste sich tief ducken um nicht von ihm getroffen zu werden und ließ dabei den Quaffel fallen. Gregorius, der unter ihm flog, fing den Quaffel geschickt auf, machte eine Kehrtwende und schoss erneut auf Ron zu.
Dieser hatte gerade seinen Blick wieder auf Krum gerichtet, der vor der Zuschauertribüne eine kleine Einlage geliefert hatte. So hatte Ron überhaupt nicht mitbekommen, dass der Quaffel schon wieder im Besitzt der gegnerischen Mannschaft war. Zu spät sah er Malovski der gerade den Quaffel von Gregorius gefangen hatte und ihn einfach hinter Ron durch eines der Tore warf.
„Sechzig zu zehn“, konnten sie nun Ludo Bagmans verstärkte Stimme verkünden hören.
Flint, dem die schlechte Konzentration von Ron ebenfalls nicht entgangen war, flog auf ihn zu und begann ihn aufs übelste anzubrüllen. Erst als er den Pfiff des Schiedsrichters hörte, der die beiden ermahnte, hörte er auf und flog wütend wieder aufs Spielfeld zurück.
Das Spiel wurde langsam immer schneller und härter. Fred und George schmetterten die Klatscher nun mit aller Kraft gegen die Jäger der Mannschaft aus Durmstrang und schafften es so auch einige ihrer besten Züge zu vereiteln. Zweimal waren diese dann gezwungen sich zu zerstreuen, so dass sie keine richtigen Spielzüge mehr durchführen konnten. Und dann gelang es Flint schließlich, die Reihen der Gegner zu durchbrechen, dem Torhüter Karofka auszuweichen und ein weiteres Tor für Hogwarts zu schießen.
Nun stand es zwanzig zu sechzig gegen Hogwarts. Sie würden sich sehr anstrengen müssen, um das Blatt noch herum zu reißen, das war ihnen alle klar, aber keiner dachte ans Aufgeben.
Zweimal hatte Krum schon versucht, den Schnatz zu fangen, doch jedes Mal wurde sein Versuch vereitelt. Einmal durch einen Klatscher, den George ihm hinterher gejagt hatte und einmal, weil Draco ihn aus der Flugbahn gedrängt hatte, nach dem diesem klar geworden war, dass er es nicht schaffen konnte, vor Krum den Schnatz zu erreichen. So kreisten die beiden weiter über dem Spielfeld und hielten Ausschau nach dem kleinen, goldenen Ball.

Sisilia beobachtete das Spiel gespannt, und sie wünschte sich jetzt, sie hätte Handschuhe mitgenommen, denn sie fror an den Händen. Unwillkürlich legte sie ihre Hand auf Severus Oberschenkel, als ihr plötzlich Severus’ Worte von vorhin wieder in den Sinn kamen. Sie sah kurz zu ihm auf und ein Leuchten huschte über ihre Augen.
Severus war damit beschäftigt, das Spiel aufmerksam zu verfolgen und so ließ Sisilia langsam ihre Finger an der Innenseite seiner Oberschenkel nach oben wandern. Er reagierte erst, als sie kaum wahrnehmbar mit ihren Fingerkuppen über seinen Schritt strich. Er drehte abrupt den Kopf zu ihr und sah erstaunt von ihren Fingern auf ihr Gesicht. Grinsend erwiderte sie seinen Blick und wiederholte ihre Bewegung, nur diesmal deutlich offensichtlicher. Sie rieb über seinen Schritt und spürte sogleich auch eine Reaktion. Halb irritiert, halb geschockt, schwang Severus seinen Umhang über seine Knie, so dass keiner mehr sehen konnte, was Sisilia da tat.
„Was wird das?“, fragte er nun mehr als überrascht, tat aber nichts dagegen.
„Was das wird? Ich teste nur, ob du dich auch wirklich so gut in der Gewalt hast, wie du vorhin behauptet hast“, erklärte sie ihm und strich kräftiger über die Stelle seiner Hose, die sich langsam auszubeulen begann.
„Bist du verrückt, wenn das jemand mitbekommt!“, zischte er leise aufgebracht an ihr Ohr und sah zu Ihren Kollegen in den Reihen vor ihnen, die aber allesamt nach vorn starrten und das Spiel verfolgten.
„Wenn du dich im Griff hast, wird das keiner merken“, ihre Augen funkelten, währen sie mit den Fingerspitzen immer fordernder über den Stoff seiner Hose rieb.
Nicht so recht wissend, was er nun tun oder sagen sollte, starrte Severus Sisilia an, doch die wendete ihren Kopf wieder dem Spiel zu, ohne aber von ihm abzulassen. Sie konnte spüren, wie die schon inzwischen mächtige Erhebung in seiner Hose leicht gegen ihre Hand pochte und als Severus dann unwillkürlich auf der Bank ein kleines Stück nach vorn rutschte, ergriff sie ohne zu zögern die Gelegenheit und öffnete mit ein paar geschickten kleinen Handgriffen seine Hose und schob ihre Hand hinein. Er hatte seinen Mund schon zum Protest geöffnet, schloss ihn dann aber wieder schnell, als sie seinen Schaft ergriff und diesen sofort kräftig zu massieren begann. Aus den Augenwinkeln heraus beobachtete sie Severus, der bis auf eine etwas kräftigeres Atmen nicht erkennen lies, was sie gerade mit ihm anstellte. Es imponierte ihr sehr, wie gut er sich tatsächlich im Griff hatte und sie musste zu geben, irgendwie erregte es auch sie. Doch sie wollte es ihm nicht so einfach machen. Nach einiger Zeit beugte sie sich zu ihm an sein Ohr.
„Eigentlich, würde ich dich jetzt viel lieber in mir spüren“, flüsterte sie mit einem leisen Stöhnen. Sie spürte die Auswirkungen ihre Worte sofort und sie merkte, wie Severus mit sich kämpfte, um nicht vor Erregung aufzustöhnen.
„Was wäre, wenn ich mich hier und jetzt auf dich setzten würde? Vor allen Menschen hier im Stadion“, wisperte sie gegen sein Ohrläppchen und als er seinen Blick zu ihr wandte, leckte sie sich langsam genüsslich über ihre Lippen.
„Du bist verrückt“, antwortet er ihr knapp und fast tonlos. Seine Augen glühten, wie zwei schwarze Kohlen und sie verlor sich hoffnungslos darin. Nun war sie es, die sich zusammennehmen musste, um das, was sie ihm, nur um ihn noch mehr zu reizen, gesagt hatte, nicht doch noch wahr zu machen.
Ihre Hand massierte weiterhin seinen inzwischen harten Schafft, mit dem Daumen strich sie immer wieder über die empfindlich Spitze und sie merkte, wie er mehr und mehr in seiner Hand zu pochen begann. Aber immer noch, schaffte er es nach außen hin ruhig zu wirken, so dass wirklich niemand ahnen konnte, was unter seinem Umhang gerade passierte. Nur das Glühen seiner Augen konnte ihn verraten, doch um das zu sehen waren die andern viel zu weit weg.
Immer kräftiger begann Sisilia ihn zu massieren, wobei auch ihr Blick wieder auf das Spielfeld gerichtet war. Plötzlich beugte Severus seinen Kopf zu ihr und flüsterte ihr leicht keuchend ins Ohr.
„Du wirst schön alles schlucken, hast du verstanden, ich will nachher keine Flecken auf meiner Hose haben!“, Sisilia durchfuhren diese Worte wie kleine Stromschläge und sie fühlte, wie sein befehlender Ton sie nun ebenfalls reizte und auch erregte. Sie biss sich auf die Unterlippe, um nicht selber aufzustöhnen und sah dann in Severus Gesicht. So blickten sie sich einige Sekunden lang an, während Sisilia glaubte, in eine andere Welt abzutauchen. Sie nahm ihre Umgebung nicht mehr war, sie spürte nur noch den harten pochenden Schaft in ihrer Hand und sah in diese unglaublichen Augen, die sie in den Bann gezogen hatten.
Doch da spürte sie plötzlich, wie Severus’ Hand sie am Genick gepackt hatte und ihren Kopf mit einem Male in seinen Schoss presste.
Keine Sekunde zu spät, stülpte sie ihre Lippen über seine Erregung, als er sich in ihrem Mund ergoss. Sie nahm alles auf, was er ihr gab und schluckte es, wie er vorhin verlangt hatte. Immer noch leicht saugend und mit der Zunge über die Spitze leckend wartete sie, bis er sich wieder beruhigt hatte. Dann hob sie den Kopf wieder, wischte sich mit dem Handrücken über die Lippen und sah ihn abwarteten an.
„Beim Barte des Merlin, du bist total verrückt! Weißt du das?“, seine Worte kamen gepresst aus seinem Mund und seine Augen huschten kurz nach vorn zu den anderen Zauberern, die nichts mitbekommen zu haben schienen und dann wieder zu Sisilia.
„Ja, das ist mir durchaus bewusst“, gab sie über beide Ohren grinsend zurück und schielte dann grinsend unter den Umhang.
„Du solltest dich mal richtig anziehen! Wie läufst du den rum“, begann sie ihn gespielt zu tadeln. Mit einem strafenden, fast wütenden Blick zu Sisilia, schloss er wieder seine Hose und legte anschließend kurz kopfschüttelnd, aber doch grinsend seinen Arm um ihre Schultern. Sie lehnte sich gegen ihn, mit der Gewissheit, dass er ihr nicht wirklich Böse war, auch wenn er sie kurz so angesehen hatte.

Sisilia musterte Severus für einen Moment, doch dann ging ihre Aufmerksamkeit wieder zu dem Spiel, sie musste auf die Tafel sehen, um nachzusehen wie es stand und sie stellte fest, dass sie irgendwie das letzte Tor für Durmstrang nicht mitbekommen hatte. Inzwischen stand es siebzig zu zwanzig für die Gäste. Ron hatte sich wohl inzwischen wieder einbekommen und wirkte wie verwandelt. Immer wieder gelang es ihm, die von den Jägern geworfenen Quaffel abzuwehren. Gerade als sich Sisilia, an Severus gelehnt, wieder auf das Spiel konzentrierte, präsentierte er seinen geübten Seestern am Stiel und wehrte so einen raffiniert geworfenen Quaffel seines Gegners ab. Die Menge tobte, als sie das sahen und selbst Ludo Bagman, verschlug es für einige Sekunden die Sprache.
„Das ist wie bei einem Profispiel!“, erklärte dieser dann total begeistert.
Das Spiel wurde immer interessanter, alle gaben, was sie konnten. Flint versuchte mit einem Rückpass, die andern Spieler auszutricksen, was ihm aber nicht wirklich gelang.
Nachdem Volkow und Stromanov mit der Treiber-Doppel-Verteidigung versuchten, Flint vom Besen zu befördern, ließ sich dieser, dem Klatscher ausweichend, einfach rücklings vom Besen hängen und hielt sich nur noch mit Händen und Beinen am Besenstiel fest. Als er dann endlich wieder auf seinem Besen saß, hatte er Glück. Malovski, ließ den Quaffel fallen, als er von Cindy Whirly angegriffen worden war und Flint reagierte schnell, fing ihn im Sturzflug auf und flog im Zickzack, um seine Gegner abzuschütteln, davon. Doch er hatte nicht mit der Entschlossenheit der Durmstrangs gerechnet. Zwei der Jäger holten ihn vor ihrem Tor ein und nahmen ihn in die Zange, während der dritte, Gregorius, von oben kam und sich kopfüber auf ihn stürzte. Flint war so überrascht von der Attacke, dass für die anderen beiden Jäger ein leichtes war, ihm den Quaffel abzunehmen. Sie schossen dann in einer Pfeilformation auf die Tore von Hogwarts zu. Ron sah den drei Jägern entgegen, aus der Entfernung konnte er nicht erkennen, wer von den dreien nun den Quaffel in der Hand hielt. Da lösten sich zwei von ihnen aus der Gruppe und schossen auf Ron zu. Der zog den Kopf ein und ließ sich ein paar Meter nach unten sinken, versuchte aber sofort wieder nach oben zu kommen und sich dem dritten Jäger entgegen zu stellen.
Doch Ron hatte sich geirrt. Nicht dieser hatte den Quaffel gehabt, sondern einer der Beiden, die ihn direkt angeflogen hatten. Dieser lachte sich ins Fäustchen, als er den Quaffel durch einen der drei Ringe beförderte.
„Achtzig zu 20 für Durmstrang, hallte erneut die Stimme von Ludo Bagman über das Spielfeld. Von überall her hörte man ein Aufstöhnen und Severus schüttelte resigniert den Kopf. Seine Augen suchten den Himmel ab, denn nun konnte nur noch Draco die ganze Sache retten. Nur, wenn er es schaffen würde, den Schnatz zu fangen, hatten sie noch einen Chance das Spiel zu gewinnen, und zwar nur, wenn er es bald schaffte, bevor noch mehr Tore fielen.

Draco zog weit oben über dem Spielfeld seine Kreise, immer Krum im Nacken sitzend.
Den Blick von Severus folgend, sah Sisilia ebenfalls zu den Suchern, als sie ein leichtes glitzern zwischen den Beiden erkannte.
Der Schnatz!
Er befand sich genau zwischen ihnen und keiner von beiden hatte ihn bisher gesehen. Krum hatte schon wieder angesetzt, um erneut eine Runde über das Spielfeld zu fliegen, als Draco den Schatz entdeckte.
Doch in dem Moment als Draco auf den Schnatz zuschoss, hatte auch Krum ihn bemerkt und seinen Besen rumgerissen. So schossen beide auf den kleinen fliegenden Ball zu, der aber, zur Endtäuschung beider, plötzlich die Richtung änderte und davon schoss.

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BeitragThema: Re: Sisilias Geheimnis Teil 3   Mi Apr 02, 2008 6:30 pm

Nebeneinander jagten sie jetzt dem Schatz hinterher. Krum warf Malfoy einen grimmigen Blick zu, dann holte er Schwung und rammte seine Schulter gegen Draco, um ihn aus der Flugbahn zu katapultieren. Doch ihm gelang es, seine Flugbahn zu halten, wenn auch nur unter größter Anstrengung. Erneut holte Viktor Krum aus, diesmal noch etwas stärker und wollte sich erneut gegen Draco Malfoy werfen, doch dieser drückte blitzschnell seinen Besenstil nach unten und setzte zu einem Sturzflug an.
Krum krachte ins Leere und musste sich anstrengen, um seinen Schwung wieder zu bremsen, was ihn aber an Zeit gekostete hatte und dies hatte Draco Malfoy ausgenutzt. Nach ein paar Metern Sturzflug, zog er wieder nach oben und jagte dem Schnatz hinterher.
Er war nur noch drei Meter von diesem entfernt und hatte seine Hand danach ausgestreckt, als Viktor ihn wieder eingeholt hatte und neben ihm auf den Schnatz zu jagte. Nun war Draco es, der Krum einen Stoß mit der Schulter verpasste, was ihm einen halben Meter Vorsprung einbrachte. Doch Krum war nicht umsonst Profispieler und machte diesen halben Meter sofort wieder gut.
Immer näher kamen die beiden dem Schnatz, jetzt waren es nur noch zwei Meter. Sie reckten sich so weit sie konnten, um den kleinen, goldenen Ball zu erreichen. Jetzt war es nur noch ein Meter. Kurz sahen sie sich mit funkelnden, entschlossenen Augen an, Draco drückte sich nach vorn und wollte den Schnatz packen, genauso wie Krum, der noch mal alles aus seinem Besen herausholte.
Doch genau in diesem Moment, machte der kleine goldnen Schnatz einen Schlenker und war von der einen auf die andere Sekunde vor den Augen der beiden verschwunden.
Verwundert sahen sie sich an und suchten dann den Himmel vor, unter und über ihnen ab. Auch als sie nach hinten sahen, war kein Schnatz weit und breit zu mehr sehen. Er war einfach verschwunden, so als hätte er sich in Luft aufgelöst.
Wütend riss Krum seinen Besen herum und flog, sich nach dem Schnatz umsehend wieder weiter nach oben.
Draco wollte es ihm gerade gleich tun, als er ein ruckeln und kitzeln im Ärmel seines Umhangs spürte. Überrascht griff er in mit der Hand hinein um festzustellen was das war. Umso erstaunter war sein Blick, als ihm klar wurde, was sich da in seinem Umhang verfangen hatte. Sisilia konnte das Gesicht von Draco sehen und sah verwundert zu Severus, dem das auch aufgefallen war, doch auch er hatte keine Ahnung was das zu Bedeuten hatte.
Draco Malfoy zog langsam seine Hand wieder aus dem Ärmel heraus und hielt dann den ... Schnatz zwischen seinen Fingern.
Ludo Bagman ließ einen Schrei ertönen, als er das erkannt hatte.
„Das gibt es doch nicht, Malfoy hat den Schnatz. Wie um alles in der Welt .....“, doch seine Worte gingen ihm Tosen der Menge unter. Ein Jubeln und Schreien war von den Rängen zu hören, als ihnen allen klar wurde, dass das Spiel zu Ende war und Draco den goldenen Schnatz gefangen hatte.
„Hogwarts gewinnt das Spiel mit hundertsiebzig zu achtzig Punkten“, rief Bagman laut über das Spielfeld, was die Menge noch mehr jubeln lies.
Es dauerte lange bis Ludo Bagman es schaffte sich wieder einigermaßen Gehör zu verschafften.
„Meine Damen und Herren, bitte! Ich bitte Sie noch einen Moment um Ihre Aufmerksamkeit!“, rief er und erst als Albus Dumbledore sich erhob und sich neben ihn stellte, wurde es langsam ruhiger.
Auch Dumbledore sprach nun mit einer verstärkten Stimme zu ihnen.
„Meine geschätzten Damen und Herren, Schüler und Gäste. Nachdem das letzte Spiel nun beendet ist, und sie zur Freude von uns allen ohne größere Verletzungen abgegangen sind, möchte alle hier noch zu unserem Fest heute Abend einladen, welches zum Zwecke der Siegerehrung unserer Mannschaften stattfinden wird. Nachdem jede Mannschaft ein Spiel gewonnen hat, werden nun die erreichten Punkte entscheiden, wer schließlich und endlich den Pokal erhalten wird. Zu diesem Zweck würde ich mich freuen, Sie alle als unsere Gäste heute Abend begrüßen zu dürfen“, endete er und deutete mit einem Arm in Richtung des Schlosses.
Wieder gab es tosenden Applaus, und diesmal nicht nur von den Hogwartschülern.
Sisilia blickte auf das Spielfeld hinunter, wo inzwischen alle Spieler gelandet waren und war überrascht über das Bild, welches sich ihr bot.
Die sechs anderen Spieler hatten Draco Malfoy auf ihre Schulter genommen und trugen ihn so zu den Umkleidekabinen. Sisilia rieb sich noch einmal über ihre Augen, sah dann verwundert zu Severus und deutete mit der Hand dort hinunter. Severus folgte ihrem Blick und als er die Szene wahrnahm, huschte ein Lächeln über seine Lippen.
„Das kann doch nicht ...“, begann sie, denn mehr brachte sie nicht heraus.
„Du siehst doch, dass es das kann. Verstehst du jetzt, warum ich wollte, dass er spielt?“, fragte er und suchte ihren Blick.
„Du meinst, du wolltest ihm, nein allen, zeigen, dass es nicht wichtig ist, in welchem Haus man spielt, sondern dass der Zusammenhalt zählt?“, frage sie erstaunt.
„Aber wie konntest du wissen, dass dies funktioniert? Ich meine du wusstest doch gar nicht, dass sie gewinnen werden?“, hakte sie nach.
„Natürlich wusste ich das nicht, aber ich dachte ein Versuch wäre es wert, oder nicht? Vielleicht erkennt Draco das auch und lernt daraus. Er muss ja nicht zwangsläufig werden wie sein Vater“, erklärte Severus ihr nun.
„Hm, das hätte aber nach hinten losgehen können“, gab Sisilia nun etwas skeptisch zurück.
„Hätte, ja. Aber viel schlimmer hätte es auch nicht werden können und wie du siehst ... es hat doch funktioniert“, erwiderte er grinsend und sah noch wie die Spieler in den Umkleidekabinen verschwanden.
„Das stimmt allerdings“, antwortete sie ihm, aber dennoch blieb sie skeptisch und nachdenklich.


Inzwischen war es Abend geworden und es würde nur noch eine halbe Stunde dauern, bis die Preisverleihung mit der anschließenden Abschlussfeier beginnen würde. Sisilia hatte sich in Schale geworfen und trug jetzt ein weinrotes, schweres Samtkleid, welches direkt unter der Brust geschnürt war, so wie man es zu Biedermeierzeiten getragen hatte. Es kaschierte hervorragend ihren rundlichen Bauch und sah trotzdem sehr elegant aus.
Severus bekam von Sisilia eine Fliege verpasst, was ihr einen finstern Blick einbrachte, doch sie ignorierte es einfach und nach einiger Zeit hatte Severus es auch schon wieder vergessen und störte sich nicht mehr daran.
Sisilia warf ihren ebenso weinroten Umhang um die Schultern und verschloss ihn mit den Kordelquasten die dran genäht waren. Ihre Haare hatte sie heute hochgesteckt, nur ein paar Löcken umrahmten ihr Gesicht. Severus stand da und musterte sie ausgiebig.
„Irgendwas fehlt da noch“, murmelte er überlegend, dann huschte ein Lächeln über seine Augen, er zog seinen Zauberstab und richtet ihn auf ihr Haar.
Sisilia sah ihn erstaunt an und stellte sich dann vor den Spiegel. Sie hatte plötzlich eine weiße Orchidee in ihren Haaren.
„Die ist wunderschön“, hauchte sie und strich zart mit den Fingern über die Blüte.
„Ja, fast so schön wie die Frau, die sie trägt“, antwortete er ihr. Er war hinter sie getreten und sah sie über den Spiegel an. Sie lächelte, drehte sich um und hauchte ihm einen Kuss auf die Lippen.
„Danke“, flüsterte sie gegen seine Lippen und sah ihm in die Augen.
„Wir sollten gehen, es wird Zeit“, gab er zurück und reichte ihr seinen Arm.
„Mylady? Darf ich Sie in den Festsaal geleiten?“, seine Augen funkelten einen Moment.
„Aber sicher, mein Herr“, erwiderte sie und hakte sich ein.
So gingen sie zur Großen Halle und staunten nicht schlecht, als sie dort eintraten. Die langen Haustische waren allesamt verschwunden und stattdessen standen überall runde Tische, die wunderschön gedeckt waren.
Die verzauberte Decke der Großen Halle war heute einfach unglaublich. Sie zeigte das Abbild des Sonnensystems. Man konnte die Milchstraße erkennen, die Planeten Jupiter, Venus, Saturn mit seinen Ringen, Uranus, den roten Planeten Mars, Pluto und natürlich die Erde, welche die Sonne, die ein angenehmes Licht spendete, umkreisten. Auch die Monde der jeweiligen Planeten waren sehr gut erkennbar, alles spiegelte sich in einem rot, blau violettem Ton wieder und die Sterne funkelten so hell, dass sie die Große Halle angenehm ausleuchteten.
Sisilia musste einen Moment lang stehen bleiben und die Decke betrachten. Sie reckte ihren Blick nach oben, hatte das Gefühl mit einem Male zu schweben, mitten in der Unendlichkeit. Sie hatte vergessen wo sie war und auch das Zeitgefühl hatte sie in dem Moment vollkommen verlassen.
Plötzlich spürte sie einen Arm um ihre Schulter und drehte den Kopf. Sie sah Severus erstaunt an.
„Vorsicht, lehn dich nicht zu weit nach hinten, sonst fällst du noch.“
Sisilia hatte gar nicht gemerkt, dass sie ihren Kopf so weit nach hinten genommen hatte, dass sie beinahe umgekippt wäre, so sehr hatte sie die Decke fasziniert. Sie lächelte ihn dankbar an und legte einen Arm um seine Hüften. Dann gingen sie in die Halle hinein, in der sich schon eine ganze Menge Leute eingefunden hatten. Ganz vorn standen extra große runde Tische für die Lehrer und gleich davor die Tische für die Spieler und ihre Abschlussfest Partner.
Als sie nach vorn gingen kamen sie an einem Tisch vorbei, an dem sich ein paar der Weasleys aufhielten.
Arthur und Molly hatten es sich nicht nehmen lassen, ihren drei Söhnen bei dem Spiel zuzusehen. Auch Bill war gekommen, doch er war nicht alleine, er hatte eine junge, hübsche hellblonde Dame an seiner Seite. Sisilia zog Severus mit sich zum dem Tisch und begrüßte Arthur und Molly mit einer Umarmung, dann reichte sie Bill die Hand.
„Schön, dass du auch kommen konntest. Ich freue mich, dass wir uns endlich auch mal zu einem erfreulichen Anlass sehen“, begrüßte sie ihn und sah dann zu der jungen Frau neben ihm. Sie trug ein wunderschönes, hellblaues Trägerkleid. Über ihre Schultern hatte sie einen Umhang aus einem Stoff, der aus einem Hauch von fast nichts bestand, dieses fast nichts war besetzt mit funkelnden Glitzersteinen und gesäumt mit feinster Spitze. Ihr langes blondes Haar, das ihr bis zu den Hüften reichte, trug sie offen, nur durch einen breiten Haarreif aus dem Gesicht gehalten.
Severus, der die drei Weasleys ebenfalls begrüßt hatte, wendete sich nun ebenso zu ihr.
„Darf ich vorstellen, das ist ...“, begann Bill Weasley und deutet auf seine charmante Begleiterin.
„Mademoiselle Delacour!“, beendete Severus den Satz.
Sisilia und Bill sahen ihn überrascht an, ebenso Fleur Delacour und als er ihren Blick bemerkte, begann er zu erklären.
„Oh, ich kann mich noch sehr gut an das Trimagische Turnier vor drei Jahren erinnern, an dem Sie teilgenommen haben“, entgegnete er und reicht Fleur Delacour seine Hand.
„Bonjour, Professeur Snape. Sie `aben ein gutes Gedächtnis. Das ist richtig. Isch freue mich sehr, noch einmal `ier in `Ogwarts sein zu dürfen“, antwortete sie und lächelte Severus an.
„Es scheint genau so gut zu sein wie Ihres, Mademoiselle. Es ist uns eine Ehre sie in Hogwarts wieder begrüßen zu dürfen“, antwortete Severus und hauchte ihr einen Kuss auf die Hand ohne sie dabei aus den Augen zu lassen.
Sisilia beobachtete ihn verwundert dabei und schaute dann erstaunt zu Bill, der aber nur leicht grinste.
„Vielen Dank“, erwiderte Fleur, entzog ihm langsam ihre Hand und lehnte sich etwas an Bill, der vorsichtig seinen Arm um ihre Hüften legte. Severus bemerkte das und er sah beide kurz erstaunt an, doch dann schien er sich wieder gefangen zu haben und nickte noch einmal kurz.
„Ich denke, wir sehen uns später noch“, sagte er und sah von Bill zu Fleur, dann drehte er sich um und wollte nach vorn zum Lehrertisch gehen.
„Ähm, Professor Snape?“, hielt Bill ihn noch einmal auf. Severus drehte sich wieder um und sah ihn fragend an.
„Haben Sie nicht was vergessen?“, fragte Bill mit einem breiten Grinsen und deutete auf Sisilia, die ihn mit leicht schiefgelegtem Kopf tadelnd ansah. Doch sie sagte nichts, sondern wandte sich nun ebenfalls zu Fleur und reichte ihr die Hand.
„Ich bin Sisilia Snape. Bill hat uns gar nicht erzählt, was für eine attraktive Freundin er hat“, sagte Sisilia, die aus den Augenwinkeln bemerkte, wie Severus langsam wieder neben sie trat.
Jetzt wurde Bill leicht rot und Sisilia vermutete, dass sie wohl etwas zu voreilig mit ihrer Äußerung war. Auch Fleur wurde leicht verlegen und dann sahen die beiden sich für einen Moment unsicher an. Es waren Blicke, die sehr vielsagend waren und Sisilia wusste, dass sie im Grunde nicht daneben gelegen hatte, die beiden empfanden eine Menge füreinander. Aber aus Höflichkeit tat Sisilia so, als hätte sie das Ganze nicht bemerkt.
„Nun, ich denke, wir werden später noch Gelegenheit zum reden haben. Arthur, Molly ich werde nach dem offiziellen Teil noch zu Euch kommen“, erklärte Sisilia und sah dann zu Severus.
„Ja, in Ordnung, Sisilia. Dein Kleid ist übrigens wunderschön“, antwortete Molly und betrachtete sie beeindruckt.
„Danke Molly“, gab sie zurück, nickte noch einmal allen zu und ging dann mit Severus weiter nach vorn. Doch während sie nach vorn gingen, fiel ihr auf, dass Severus noch mal einen Blick zu Fleur Delacour warf, worauf hin sie ihm unauffällig in die Seite knuffte.
„Was ...?“ Severus sah sie überrascht an.
„Zu viel Veela ist nicht gut für Sie, Professor“, grinste Sisilia ihn nun an und er machte ein Gesicht, als würde er nicht verstehen, was sie meinte.
„Du weißt sehr gut, was ich meine, mein Lieber. Miss Delacour. Sie hat etwas Veelahaftes an sich und wickelt die Männer mit einem Augenaufschlag um ihre Finger“, erklärte sie ihm nun, doch er tat dann so, als würde ihn so etwas nicht beeinflussen.
Auf einmal sah Sisilia, wie sich Severus Augen zu Schlitzen verengten, als er in Richtung des Eingangs sah. Er drehte sich abrupt um und ging mit schnellen Schritten auf die Türe zu. Sisilia folgte seinem Blick und sah ihm hinterher, als sie erkannte, warum er so reagiert hatte.
Lucius Malfoy!
Er war tatsächlich gekommen. Er besaß tatsächlich die Unverfrorenheit, nach allem, was bisher geschehen war, hier aufzutauchen. Kopfschüttelnd starrte Sisilia ihm entgegen, vor Schreck erstarrt und nicht wissend was sie tun sollte.
Severus indessen war ihm zügig entgegen gegangen und hatte ihn an der Türe abgefangen.
„Lucius, du wagst es, hierher zu kommen? Was willst du hier?“ zischte er ihm leise entgegen, da er nicht wollte, dass es die anderen Gäste mitbekamen. Seine Hand glitt dabei unauffällig unter den Umhang zu seinem Zauberstab. Lucius warf ihm einen kurzen Blick zu und sah dann wieder suchend über die Köpfe der Anwesenden.
„Beruhige dich, Severus, und lass deinen Zauberstab stecken. Ich wollte nur meinem Sohn zu dem hervorragenden Spiel gratulieren“, erklärte er ihm kühl. „Das werde ich doch noch dürfen?“, er sah ihn mit seinen kalten Augen an, während langsam seine silbergrauen Handschuhe abstreifte. Severus konnte den Hass, den er ihm entgegenbrachte, förmlich spüren. Doch noch ehe Severus antworten konnte, betrat Albus Dumbledore die Große Halle und legte seinem Lehrer die Hand auf die Schulter. Erstaunt blickte er zum Schulleiter und schloss dann seinen Mund wieder, den er schon zum sprechen geöffnet hatte.

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BeitragThema: Re: Sisilias Geheimnis Teil 3   Mi Apr 02, 2008 6:30 pm

„Lucius Malfoy! Welch ein seltener Gast hier in Hogwarts“, begrüßte er ihn und sah ihn eindringlich an.
„Professor Dumbledore“, begrüßte Malfoy ihn mit einem aalglatten Ton und musterte ihn von oben bis unten.
„Albus, ich denke nicht, dass wir es Lucius gestatten können hier zu bleiben“, sagte Severus leise, aber doch sehr nachdrücklich ohne Malfoy aus den Augen zu lassen.
„Severus, ich meine, wenn uns Lucius verspricht, sich wie es einem reinblütigen Magiers geziemt, ehrenhaft zu benehmen, spricht nichts dagegen, dass er den Sieg mit uns feiert. Das werden Sie doch, nicht wahr, Lucius?“, er blickte nun wieder zu Lucius Malfoy, der das Gespräch, der beiden argwöhnisch beobachtet hatte.
„Natürlich, Dumbledore. Ich hatte nur vor, meinem Sohn zu seiner glanzvollen Leistung zu gratulieren“, er sah den Schulleiter herablassend an und schaute dann erneut zu Severus.
„Dann wünsche ich Ihnen einen netten Abend, Lucius“, gab Albus freundlich zurück und deutete einladend in die Große Halle.
Severus sah Lucius hinterher, der zum Tisch ging, an dem sein Sohn saß und blicke dann wieder zu Albus.
„Du willst ihn wirklich an dem Fest teilnehmen lassen? Was ist wenn...?“, fragte Severus ihn sichtlich überrascht, doch in sehr ruhigem Ton.
„Severus, solange er hier ist, wird er nichts Unüberlegtes tun. Wir haben den halben Orden hier, er hätte keine Chance und das weiß er. Ich denke nicht, dass er auf Konfrontation aus ist. Ich werde Remus und Tonks zwar bitten, ein Auge auf ihn zu haben, aber ich bin mir sicher, dass wir uns keine Gedanken machen müssen, zumal wir auch noch einen Minister zu Gast haben. Er wird es nicht wagen“, beruhigte er Severus und schenkte ihm sogar ein Lächeln.
„Bis jetzt konnte er sich immer irgendwie aus der Affäre ziehen, doch das dürfte ihm vor so vielen Zeugen hier nicht gelingen, deshalb bin ich mir sicher, dass wir nichts zu befürchten haben werden.“
„Leider schafft er es immer wieder. Wie eine Schlange schlängelt er sich immer wieder durch Gesetzeslücken und wenn er keine Lücken findet, versprüht er sein Gift und schafft sich welche“, brummt Severus mit zornigen Augen.
„Er wird schon noch bekommen, was ihm zusteht, Severus. Irgendwann ...“, sagte Albus der nun ebenfalls seinen Blick zu Lucius Malfoy gerichtet hatte, doch dann sah er Severus an.
„Genieße den heutigen Abend, Severus“, zwinkerte er ihm zu und deutete kurz zu Sisilia, die immer noch unsicher vorne stand und ihre Blicke zwischen ihnen und Lucius, der inzwischen bei Draco angekommen war hin und her schweifen ließ.
„Du hast Recht, ich werde mich jetzt lieber um meine Frau kümmern“, nickte Severus.
„Gut“, sagte Albus leise und drehte sich, da er Ludo Bagman die Große Halle betreten sah, um und ging auf diesen zu, den er freundlich begrüßte. Unterdessen ging Severus nach vorn zu Sisilia, nahm ihre Hand und zog sie mit sich zum Lehrertisch.
„Was will Lucius denn hier? Und warum unternehmt ihr nichts?“, fragte Sisilia immer noch verstört und warf Malfoy immer wieder einen ängstlichen Blick zu.
„Dein Onkel glaubt nicht, dass er Ärger machen wird, schon gar nicht, wenn so viele Leute und ein Minister anwesend ist. Aber er wird Remus und Tonks Bescheid geben, dass sie ein Auge auf ihn werfen“, erklärte er ihr knapp und schob sie zum Tisch. Sisilia wählte einen Platz an dem noch fast leeren Tisch aus, von dem aus Sie Malfoy gut in Augen behalten konnte.
„Und was denkst du?“, fragte sie, währen Severus ihr den Stuhl zurechtschob, bevor auch er sich neben sie setzte.
„Ich? Nun ich denke, dass Albus Recht hat“, gab er zurück, doch seine Stimme klang nicht so sicher, wie er gerne gewollt hätte.
„Du hast aber noch Zweifel, leugne es nicht“, sie musterte ihn eindringlich.
„Zumindest kann ich mir nicht vorstellen, dass er nur da ist, um Draco zu gratulieren. Er tut normalerweise nichts, ohne dass etwas für ihn dabei rausspringt. Ich kenne ihn zu gut, als dass er mir etwas vormachen könnte. Nur hab ich keine Ahnung, was das sein könnte“, er presste nachdenklich seine Lippen aufeinander.
„Das befürchte ich auch. Wie auch immer, ich denke wir sollten uns von ihm nicht den Abend verderben lassen. Wenn Remus und Tonks ein Auge auf ihn haben, dürfte nichts passieren“, versuchte sie sich selber etwas zu beruhigen. Doch immer wieder ging ihr Blick zu dem Tisch, an dem die Spieler saßen.
Lucius hatte sich zu Draco gestellt und ihm lobend eine Hand auf die Schulter gelegt. Sie konnte sehen, wie Draco mit stolzgeschwellter Brust seinen Vater anstrahlte.
Nun zumindest hatte es das eine Gute, Lucius schenkte seinem Sohn heute einmal seine ganze Aufmerksamkeit, und dass es Draco gut tat, konnte sie an dessen leuchtenden Augen erkennen. Anscheinend kam das mit dem Loben bei Lucius nicht so häufig vor.
Als sie schon den Blick vom Spielertisch nehmen wollte, fiel ihr noch etwas auf. Ron Weasley saß da, als hätte man ihm gesagt, sie hätten alle Spiele verloren und er dürfe deshalb nie wieder Quidditch spielen. Ihr wurde auch sofort klar, warum. Ron hatte Hermine als seine Begleitung mit an den Tisch genommen, was Viktor Krum sofort ausgenutzt und sich ebenfalls neben sie gesetzt hatte. Er nahm Hermine so in Beschlag, dass Ron keine Chance hatte, mit ihr zu reden. Als Krum mal wieder Luft holen musste, versuchte Ron es erneut. Er nahm die Hand von Hermine und sagte etwas zu ihr. Hermine wollte Ron auch antworten, doch es gelang ihr nicht, weil in dem Moment der Bulgare wieder ihre volle Aufmerksamkeit in Anspruch nahm. Sisilia konnte sehen, wie Rons Kopf immer röter wurde und sie befürchtete schon einen Ausbruch von ihm, als Albus, der mit dem Minister zum Tisch gekommen war, seine Hände hob und um Aufmerksamkeit bat. Es dauerte noch etwas bis die Letzten, unter anderem Krum, gemerkt hatten, dass der Schulleiter vorn stand und etwas sagen wollte. Auch Lucius Malfoy suchte sich noch schnell einen Platz, an einem Tisch, an dem Eltern saßen, deren Kinder ebenfalls nach Slytherin gingen und die er zu kennen schien. Dann erhob Albus seine Stimme.
„Mein Damen und Herren, liebe Schüler, Kollegen, Geister und natürlich unsere Gäste“, er lächelte in die Runde.
„Alles Schöne geht einmal zu Ende, auch dieses Turnier ist nun vorbei und wir werden, bevor wir mit dem Essen und dem Feiern beginnen, noch die Pokale überreichen und den Sieger des diesjährigen Turniers bekannt geben“, fuhr er fort und übergab nun Ludo Bagman das Wort.
„Guten Abend! Ich heiße alle recht herzlich willkommen zu unserer Abschlussfeier. Ich werde es auch nicht zu lange machen und gleich zur Sache kommen. Wie Sie ja alle wissen, hat jede Mannschaft in diesem Turnier ein Spiel gewonnen, was im Grunde bedeuten würde, dass wir drei Sieger hätten. Was wir irgendwie auch haben. Doch wir haben uns dazu entschlossen, den Sieger nach dem Punkteverfahren zu ermitteln. Aber bevor ich den Punktestand bekannt gebe, werden wir noch einen Sonder Pokal überreichen. Es war Professor Dumbledores Idee, diesen einzuführen, was ich übrigens für ausgezeichnet halte und deshalb gleich aufgegriffen habe“, erklärte er, nahm einen kleinen silbernen Pokal vom Tisch vor ihm, auf den eine weiße Taube aufgebracht worden war.
„Dies hier ist unser Fairnesspokal, der immer an die Mannschaft verliehen werden soll, die am fairsten in allen Spielen war. Professor Dumbledore, es war Ihre Idee, deshalb dürfen Sie ihn auch überreichen“, forderte Bagman ihn auf und reichte ihm den Pokal.
„Danke Ludo“, er räusperte sich kurz.
„Wir haben einen Mannschaft, ein Gruppe junger Menschen, die sich mehr als fair in den Spielen verhalten haben. Der Schiedsrichter musste auf ihrer Seite kein einziges Mal verwarnen oder tadeln. Deshalb freut es mich den Fairnesspokal an die Mannschaft von Beauxbaton übergeben zu dürfen.“
Ein mächtiger Applaus ertönte und Madame Maxime, zu der Albus nun stellvertretend schaute, wurde rot. Doch sie fing sich schnell wieder und deutete auf ihre Schüler hinunter, bevor sie aufstand, zu Dumbledore ging und den Pokal in Empfang nahm. Auch Albus spendete nun Applaus und sah ihr hinterher, wie sie strahlend wieder am Tisch neben Hagrid, der auch heftig klatschte, platz nahm.
Während dieser Verleihung beobachtete Sisilia auch Olga Petrova, deren Gesicht sich versteinerte, als sie von diesem zusätzlichen Pokal erfahren hatte. Sie saß sehr steif da und ihre Augen funkelten kalt zu Dumbledore und Bagman. In ihrem dunklen Kleid wirkte sie sehr streng und ihr kalter abweisender Blick trug auch nicht gerade dazu bei, diesen Eindruck zu verbessern. Mit einem Male wurde ihr klar, an wen sie sie erinnerte. Sie konnte sich noch schwach an einen Professor erinnern, der ebenso kühl und abweisend wirkte, als sie damals nach Hogwarts gekommen war. Sie konnte ihre Gedanken nicht weiterdenken, weil Bagman weitersprach.
„Kommen wir nun zur eigentlichen Preisverleihung. Ich werde sofort mit der Bekanntgabe der erreichten Punkte beginnen. Die Gäste aus Beauxbaton haben im Spiel 230 insgesamt erreicht aus beiden Spielen. Plus 50 Fairnesspunkte, macht zusammen 280 Punkte für Beauxbaton!“
Ein verhaltener Applaus ertönte und Bagman fuhr ziemlich schnell wieder fort.
„Die Gäste aus Durmstrang haben 290 Punkte erspielt und somit einen knappen zweiten Platz erreicht!“ Wieder wurde geklatscht, doch auch diesmal verebbte der Applaus doch recht schnell wieder.
„Die Mannschaft aus Hogwarts hat, sage und schreibe, 350 Punkte erspielt, was bedeutet, dass sie den diesjährigen Pokal im Quidditch erhalten werden!“, verkündete Bagman stolz und hielt den großen Goldenen Pokal in die Höhe, auf dem ein kleiner, goldener Schatz zu sehen war und darunter der Name „Hogwarts“ eingraviert stand. Ein tosender Applaus ertönte und alle sahen zum Tisch der Spieler, deren Augen vor Freude funkelten. Hermine umarmte Ron und hauchte ihm einen Kuss auf die Wange, worauf dieser rot wurde und verlegen von einem zum andern grinste. Krum sah ihn mit finsterer Miene an, doch Ron ignorierte ihn einfach, er war viel zu glücklich in dem Moment. Die Schüler aus Hogwarts waren alle aus dem Häuschen, sie hatten sich alle erhoben und klatschten wild. Bagman übergab Albus stellvertretend für die Schüler aus Hogwarts den Pokal und in diesem Moment schwoll der Applaus erneut an. Es dauerte einige Zeit, bis sich die Menge wieder beruhigt hatte, doch dann erhob Albus seine Stimme erneut.
„So nachdem die Preisverleihung nun offiziell beendet ist, ist es mir eine Ehre, das Fest zu eröffnen. Ich wünsche allen hier noch einen wunderschönen Abend und vor allem einen guten Appetit.“
Kaum hatte er zu Ende gesprochen, füllten sich auch schon die leeren Platten vor ihnen auf den Tischen mit den leckersten Speisen.

Das Essen verlief relativ ruhig. Während Sisilia sich angeregt mit Madam Maxim über die Schule in Beauxbaton unterhielt, sprachen Severus und Hagrid über Thestrale und wie er es angestellt hatte, sie so zahm zu bekommen.
Nach dem Essen ging Sisilia wie versprochen zu Molly und Arthur, um mit ihnen ein paar Worte zu wechseln.
Inzwischen hatte eine kleine Musikgruppe, die Albus kurzfristig engagiert hatte, begonnen zu spielen und die Ersten hatten sich auch schon auf die Tanzfläche gewagt.
Zusammen mit Severus erreichten sie den Tisch, an dem Arthur und Molly saßen, zusammen mit Fleur und Bill.
„Bill? Würdest du mit mich tanzen?“, fragte Fleur und sah verträumt auf die Tanzfläche.
„Mit ‚mir’ Fleur. Und es tut mir leid, ich bin kein guter Tänzer, ich denke nicht, dass das eine gute Idee ist“, erklärte dieser, woraufhin Fleur eine Schnute zog und ihn fast beleidigt ansah. Doch er blieb hart und weigerte sich standhaft.
„Vielleicht würden Sie mir dann die Ehre erweisen, Miss Delacour?“, fragte Severus sie zum Erstaunen aller. Sofort hellte sich die Miene von Fleur wieder auf, sie sprang sogleich von ihrem Platz auf und ergriff die Hand von Severus, die er ihr entgegengestreckt hatte. Sofort gingen sie zur Tanzfläche, wo gerade ein langsamer Walzer gespielt wurde.
Mit einem mehr als verwunderten Gesicht sah Sisilia ihrem Mann hinterher, dann blickte sie zu einem ebenso verwunderten Bill und anschließend zu Arthur und Molly.
„Wenn ich mit ihm tanzen will, weigert er sich immer“, erklärte sie den beiden, die sie erstaunt ansahen, doch dann setzte sie sich einfach auf einen freien Stuhl an dem Tisch.
„Immer dieses Veela Blut“, brummte Bill nun etwas missmutig.
„Dann hatte ich also Recht, sie hat eine Veela als Vorfahrin?“, fragte Sisilia nun neugierig.
„Ja, ihre Großmutter mütterlicherseits war eine Veela. Nun ja, sie selber kommt damit inzwischen ganz gut zurecht, und kann sich auch gegen die vielen Verehrer wehren, aber ich weiß nicht, ob ich damit klar komme“, brummt er und seufzte dann auf.
„Du magst sie sehr, nicht?“, fragte Sisilia leise und Bill nickte, dabei schielte er kurz zu seinen Eltern.
„Ich kenne sie inzwischen besser, als viele andere. Bei mir ist es nicht das Veela Blut, was mich zu ihr zieht. Gut, vielleicht am Anfang und eventuell auch jetzt noch ein bisschen, ich weiß es nicht, aber ich mag einfach ihr Wesen, ihre Ehrlichkeit und ihr Temperament. Sie ist etwas ganz Besonderes“, sagte er so leise, dass nur Sisilia es hören konnte. Diese lächelte und legte eine Hand auf die seine.
„Du liebst sie!“, sagte sie nur knapp und Bill sah sie schon fast verschüchtert an, bevor er kurz nickte, doch dann hob er den Kopf und blickte Sisilia an.
„Wie wäre es, tanzen wir beide?“, fragte er Sisilia, welche ihn nun erstaunt ansah.
„Ich dachte, du kannst nicht tanzen?“
„Kann ich eigentlich auch nicht, aber was tut man nicht alles für ... Wir könnten doch zu ihnen tanzen und dann könnte ich abschlagen“, erklärte er und sah Sisilia mit einem fast unschuldigen Blick an. Woraufhin sie lachen musste und sich erhob.
„Einverstanden, gehen wir tanzen“, sie ergriff Bills Hand, zwinkerte noch Molly und Arthur zu und zog ihn dann zur Tanzfläche.
Zu ihrer Freude, musste Sisilia feststellen, dass Bill untertrieben hatte. Er konnte sehr wohl ein paar Tanzschritte und schaffte es auch, ihr kein einziges Mal auf die Füße zu treten. Als sie es endlich geschafft hatten, sich zu Severus und Fleur durchzutanzen klopfte Bill vorsichtig auf Severus Schulter. Dieser drehte sich erschrocken herum und sah sie beide an.
„Darf ich?“, fragte er und deutete auf Fleur, die Bill zuerst erstaunt, doch dann mit einem entzückten Lächeln ansah.
„Oh, ja. Sicher“, antwortet er und ließ Fleur los. Er sah den beiden noch einen Moment lang hinterher, als sie zu tanzten begannen.
„Hm, willst du mich jetzt hier so stehen lassen, oder tanzen wir den Tanz noch zu Ende?“, fragte Sisilia, welche die Hände in die Hüften gestemmt hatte und ihn leicht beleidigt ansah.
Severus wandte den Kopf und sah sie etwas geistesabwesend an, doch dann nickte er, nahm sie in den Arm und begann mit ihr zu tanzen.
Als er ihr aber das dritte Mal auf den Fuß getreten hatten, weil er mit seinen Blicken immer nach Bill und Fleur schaute, wurde Sisilia wütend.
„Warum sagst du mir nicht, dass du keine Lust hast mit mir zu tanzen“, fauchte sie ihn wütend an, löste sich von ihm und verlies die Großen Halle.
Severus starrte erstaunt hinter ihr her, doch dann wurde ihm erst bewusst, was er getan hatte. Er schüttelte den Kopf, so als könnte er seine Gedanken von vorhin abschütteln und folgte Sisilia sofort.
Er fand sie auch draußen vor der Eingangstüre. Die Arme um sich geschlungen, starrte sie in den dunklen Nachthimmel hinaus.
Langsam trat Severus zu ihr und stellte sich schräg hinter sie, dabei legte er seine Hände auf ihre Arme. Doch sie schüttelte ihn ab und trat noch einen Schritt nach vorn.
„Sil, es tut mir leid. Ich weiß nicht was in mich gefahren ist. Dieses Mädchen ...“, versuchte er zu erklären.
„Ich weiß, sie hat Veelablut in sich“, flüsterte sie leise, doch immer noch etwas böse, ohne ihn anzusehen.

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BeitragThema: Re: Sisilias Geheimnis Teil 3   Mi Apr 02, 2008 6:32 pm

„Wo ist denn deine so sprichwörtliche Selbstbeherrschung hin?“
„Es war dumm von mir, das hätte mir nicht passiere dürfen, ich weiß. Ich wollte dich nicht verletzten“, versuchte er sich zu entschuldigen. Jetzt drehte sie sich zu ihm um.
„Mir geht es nicht darum, dass die Art des Mädchens dich in ihren Bann zieht. Sie hat Veela Vorfahren, da ist es einfach so, dass sie die Männer fasziniert. Aber wenn du mich in deinen Armen hältst und dann nur nach ihr starrst, das verletzt mich. Vor allem, wenn dir nicht einmal auffällt, dass du mir andauernd auf die Füße trittst“, ihr Augen glänzten leicht, als sie das sagte. Severus sah sie schuldbewusst an, nahm sie an den Schultern und suchte ihren Blick.
„Verzeih mir. Es wird nicht mehr passieren“, sagte er und zog sie dann zu sich heran, als sie zaghaft nickte.
Mit einem Seufzen lehnte sie sich gegen ihn und schlang ihre Arme um seinen Nacken.
„Ich kann dir einfach nicht lange böse sein“, murmelte sie gegen seine Brust, auf die sie ihren Kopf gelegt hatte.
Er hielt sie fest und begann sich dann langsam im Takt der Musik, die bis hier her gut hören konnten, sich mit ihr leicht hin und her zu bewegen. Nachdenklich wanderte ihr Blick nach oben in sein Gesicht und sie sah ihn an.
„Weißt du, dass dies das erste Mal war, dass du überhaupt mit mir getanzt hast?“, fragte sie leise.
„Ja ich weiß. Eigentlich tanze ich nicht so gern, ich komme mir dabei immer irgendwie ... komisch vor“, erklärte er ihr, ihren Blick erwidernd.
„Vielleicht auch nur, weil du es noch nicht mit dem richtigen Partner versucht hast?“, fragte sie vorsichtig.
„Vielleicht? Aber eventuell könntest du mir das Gegenteil beweisen?“
„Hier?“, fragte sie leise und deutete auf die Treppe, auf der sie standen.
„Warum nicht jetzt und hier?“, hauchte er leise, worauf hin Sisilia lächelte und nickte.
„Gut, warum nicht“, gab sie ebenso fast tonlos zurück und sah ihm in die Augen, als er ihre Hand nahm und die andere um ihre Hüften legte. Geschmeidig begann er sich zu bewegen, seine feste und doch gefühlvolle Art zu führen, gefiel Sisilia. Sofort schaffte sie es in seinen Rhythmus mit einzustimmen und sie schmiegte sich dabei eng an ihn. So tanzten sie dann einige Zeit eng umschlungen, bis das Lied zu ende war und die Musik eine Pause einlegte.
„Schade“, haucht sie, immer noch gegen ihn gelehnt und blickte ihn an.
„Wenn ich gewusst hätte, wie gefühlvoll du tanzen kannst, hätte ich das schon öfters mit dir gemacht.“
„Danke, ich kann das Kompliment nur zurückgeben, du bewegst dich wie eine Feder in meinen Armen. Ich glaube, du hast mich nun vollkommen überzeugt“, erklärte er mit funkelnden Augen, dann senkte er den Kopf zu ihr und presste seinen Lippen auf die ihren.

Sie stöhnte kurz auf und gegen seine Lippen, als er sie zu küssen begann und sie fühlte sich so geborgen in seinen Armen, dass sie die Welt um sich herum total vergas, unter diesem leidenschaftlichen Kuss.
Nach einiger Zeit hob Severus den Kopf und blickte sie an. Seine dunklen Augen leuchteten und Sisilia verlor sich in ihrem Glanz ganz und gar. Ein wohliger Schauer rann ihr über den Körper, als er mit seiner Hand über ihre Wange strich und diese dann hinter ihren Nacken schob.
„Meinst du, es würde sehr auffallen, wenn wir für einige Zeit verschwinden?“, fragte er und seine Lippen kräuselten sich ein wenig. Sisilia sah in fragend an, denn sie wusste nicht, was er meinte.
„Was hast du vor?“, wollte sie erstaunt wissen.
„Ich würde gern das, was du heute Mittag angedeutet hast, zu Ende bringen“, gab er grinsend zurück. Sisilia brauchte einen Moment, bis sie begriff was er meinte und ein wohliges Schaudern durchlief ihren Körper bei dem Gedanken.
„Ich weiß nicht, man wird uns vermissen“, antwortet sie leise, aber sich dessen gar nicht sicher, während ihre Augen immer noch an seine geheftet waren.
„Warum probieren wir es nicht einfach aus?“, fragte er und hob eine Augenbraue, dabei ließ er seine Hand unter ihren Umhang auf ihren Rücken gleiten, wo er mit seinen Fingerspitzen über ihre Haut strich, die das Kleid nicht verdeckte. Sisilia schloss für diese Sekunde die Augen und genoss das Gefühl, das diese Berührung in ihr verursachte. Ihr war klar, dass er längst gewonnen hatte und sie in dem Moment auch nichts mehr wollte, als mit ihm alleine zu sein.
Er hatte das sofort gemerkt, ergriff ihre Hand, sah sich noch einmal um, ob sie beide auch keiner bemerkt hatte und zog sie dann mit sich, vom Schloss weg auf das Quidditch Stadion zu.
„Wo willst du hin?“, fragte Sisilia leise flüsternd, doch er gab keine Antwort sondern presste seine Lippen aufeinander, die sich kräuselten und zog sie einfach mit sich. Ohne ein weiteres Wort folgte sie ihm hinunter bis zum Quidditchfeld, wo er einen Moment lang überlegend stehen blieb.
„Ich denke, Mylady haben die Ehrenloge verdient“, erklärte er dann und zog sie hinter sich her nach oben auf die Haupttribüne. Sisilia hatte Mühe mit ihm mitzuhalten und stand dann schweratmend neben ihm oben auf dem Turm.
„Was hast du denn vor?“, fragte Sisilia nun schweratmend und sah ihn unsicher an.
„Na, wenn du das immer noch nicht weißt?“, sein Blick war sehr eindringlich, und natürlich wusste Sisilia zu genau, was er vorhatte, doch wollte sie es aus seinem Mund hören.
„Sag es mir!“, forderte die ihn auf und kämpfte dagegen an, grinsen zu müssen. Er zögerte kurz und musterte sie dabei, dann streichelte er über ihre Hand, die er noch festhielt, langsam ihrem Arm nach oben.
„Ich möchte dich hier auf der Tribüne lieben, ich möchte, dass du dich nachher auf mich setzt und du mich in dir spüren kannst, so wie du es dir heute Mittag gewünscht hast“, sagte er hauchend und kam ihr dabei immer näher, bis er nur noch Millimeter von ihr entfernt war.
„Das hört sich verdammt gut an“, flüsterte sie erregt gegen seine Lippen, die nur noch einen Hauch von den ihren entfernt waren.
„Ich hoffe nur, dass uns keiner beobachtet“, fügte sie noch schnell an.
„Das hat dich doch heute Mittag auch nicht gestört“, seine Worte waren nur mehr gehaucht, kaum vernehmbar und noch ehe sie darauf etwas antworten konnte, hatte er seine Arme um sie geschlungen und seine Lippen auf die ihren gepresst. Sie kam ihm nur zu gern entgegen, legte ebenfalls ihr Hände um ihn und presste ihre Körper gegen den seinen.
So standen sie da und begannen ein wildes Spiel mit ihren Zungen, was Sisilia sehr genoss. Seine Hände wanderten unterdessen über ihr Kleid und strichen langsam über ihre Hüften immer tiefer, diese Berührungen erzeugten immer wieder, neue kleine erregende Schauer auf ihrer Haut, die sich bis in ihr tiefstes Inneres fortzusetzen schienen. Leise stöhnte sie in seinen Mund, als seine Hände unter ihren Po griffen und sie noch enger gegen ihn presste. Sie konnte durch den Stoff ihres Kleides fühlen, dass auch er schon, genau so wie sie, erregt war und er sich an ihr zu reiben begann.
Sie löste nun die Lippen von den seinen und drückte ihn dann nach hinten auf die Sitzbank, auf die er sich ohne Protest nieder lies. Sie grinste ihn an, drückte seine Beine etwas auseinander und kniete sich dann dazwischen. Mit ihren Fingern strich sie innen von seinen Knien langsam nach oben, ihr Blick war an seine Augen geheftet dabei, als ihre Finger weiter nach oben glitten zwischen seine Beine und dann fordernd über seinen Schritt strichen. Sie spürte sofort, wie sich seine Erregung unter ihren Berührungen aufzubäumen begann. Ein verhaltenes Stöhnen drang aus Severus Mund und er schloss die Augen, während Sisilia die Bewegung noch ein zweimal wiederholte. Als sie merkte, wie sein Schaft immer mehr gegen die Hose pochte, zögerte sie keine Sekunde mehr, öffnete diese und schob ihre Finger hinein. Sofort begann sie seinen Schaft zu massieren und noch ehe er richtig begriffen hatte, hatte sie ihre Lippen über ihn gestülpt und begann an ihm zu saugen.
„Nein, stopp, warte!“, sagte er und zog sie nach oben. „Das hatten wir doch heute schon“, sagte er und forderte sie auf, sich vor ihm hinzustellen. Er bückte sich leicht und hob den Saum ihres Rockes hoch. Mit den Händen strich er ihr an den Außenseiten ihre Beine entlang, bis nach oben zu ihrem Slip, den er packte und ihn ihr von den Hüften streifte. Langsam zog er ihn ganz nach unten, wo sie aus ihm herausstieg.
Erneut ließ er seine Hände an ihren Beinen nach oben wandern, doch diesmal auf der Innenseite. Bis nach oben strichen seine Finger, bis er ihren feuchten Schoß erreichte über den er rieb. Mit einem leisen Stöhnen öffnete sie leicht ihre Schenkel, als sie seine Hand zwischen ihren Beinen fühlte und sie merkte, wie ihr Körper von eine Welle der Erregung gepackt wurde.
Als Severus merkte, dass ihre Knie langsam weich wurden, zog er sie zu sich auf die Bank herunter. Als sie saß schob er den Rock ihres Kleides etwas hoch, zog ein Bein auf die andere Seite der Bank, so dass sie auch rittlings auf ihr saß und drückte sie leicht nach hinten, so dass sie schräg mit dem Rücken gegen die Seitenwand der Tribüne lehnte.
Er beugte sich nach vorn und versenkte seinen Kopf zwischen ihren Beinen. Er begann sie dort zu küssen, so dass sie erneut aufstöhnte und sie fühlte, wie sich eine gewaltige Hitze in ihrem Becken breit machte.
„Severus, bitte! Ich will dich ... jetzt!“, stöhnte sie ihm entgegen, jedoch unfähig sich gegen seine leidenschaftlichen Küsse zu wehren. Doch er hatte sie gehört und hob seinen Kopf, mit dem Handrücken wischte er sich über seine Lippen und nickte dann. Er rutschte ein Stück zurück, so dass er nun die Seitenwand im Rücken hatte und winkte Sisilia zu sich. Sie kam sofort seiner Aufforderung nach und zu ihm. Sie setzte sich mit dem Rücken zu ihm auf seinen Schoß, während er sie an den Hüften hielt und ließ sich langsam auf seinem Schaft hinuntersinken. Als sie ihn ganz in sich spürte stöhnte sie auf, ihr Herz schlug heftig in ihrer Brust, als sie dann begann sich zu bewegen. Sie spürte Severus warmen Atem in ihrem Nacken, als sie sich massierend auf und ab bewegte. Auch er presste sich ihr immer wieder entgegen, während seine Hände zuerst noch über ihren Körper strichen, hielt er sie später an den Hüften fest, um ihre Bewegungen zu unterstützen. Immer wieder hob und senkte sie ihr Becken auf ihm. Doch nach einiger Zeit wurde es sehr anstrengend für Sisilia und sie spürte, wie ihr Kräfte nachließen und ihre Knie immer zittriger wurden. Auch Severus fiel dies auf und er stoppte sie.
„Lass uns tauschen“, fordert er sie keuchend auf und Sisilia nickte dankbar. Er wartete bis sich gesetzt hatten, dann rutschte er, mit einem Bein stehend mit dem anderen auf der Bank kniend zu ihr heran und drang in sie ein. Sie schlang ein Bein um seine Hüften und kam ihm so noch mehr entgegen. Er begann gleich einen schnellen Rhythmus anzuschlagen und stieß kräftig in sie, dabei kam er ihr entgegen und stütze sich mit einer Hand an der Wand ab. Sie hob ihren Kopf und presste ihr Lippen auf die seinen, was sie vor allem deshalb tat, weil sie nicht wollte, dass man ihr Stöhnen hören sollte. Er erwiderte ihre heftigen, heißen Küsse und erhöhte sein Tempo unwillkürlich noch mehr.
Kaum noch aushaltend vor Erregung und dem Feuer, welches sich in ihr staute, schlang sie nun noch ihre Arme um ihn und presste sich ihm noch mehr entgegen. Sie fühlte wie ihr Körper unkontrolliert zu zucken und zu beben begann und nur ein paar Sekunden später überrollte sie eine mächtige Woge aus Gefühlen, als der Höhepunkt sie durchzuschütteln begann. Sie zog sich um ihn zusammen und das laute Stöhnen, welches ihr in diesem Moment über die Lippen kam, erstickte er in einem weiteren, leidenschaftlichen Kuss.
Immer noch an ihn geklammert, spürte sie kurze Zeit darauf, wie auch er sich mit einem heftigen Zittern in ihr ergoss. Er wollte zuerst seinen Kopf in den Nacken nehme, doch Sisilia hielt ihn fest umklammert und presste in dem Moment ihre Lippen auf die seinen, so dass er ebenso seinen Gefühlen freien lauf lassen und in ihren Mund stöhnen konnte. Sie spürte wie das Beben seines Körpers langsam nachließ, nahm dann vorsichtig ihre Lippen von den seinen und suchte seinen Blick. Immer noch außer Atem, mit schwer klopfendem Herzen sah er sie an, auch ihr Körper zuckte immer noch leicht gegen den seinen und ein Lächeln huschte über ihr Gesicht.
„Ich glaube, nicht nur ich bin verrückt“, sagte sie glucksend und strich mit ihrer Hand eine Schweißperle von Severus Schläfe.
„Dann sind wir eben beide verrückt“, gab er zurück und versuchte langsam seinen Körper wieder unter Kontrolle zu bekommen.
So zog er sich aus Sisilia zurück, die ihr Bein wieder nach unten nahm und sich normal hinsetze. Severus, der von der ganzen Aktion nun auch leicht weiche Knie bekommen hatten, zog seine Hose wieder hoch und setze sich dann neben sie.
Sisilia schmiegte sich an ihn und er legte einen Arm um ihre Schulter.
„Wir haben wirklich einen Knall“, lachte sie jetzt auf. „Das ganze Schloss ist voller Leute und wir lieben uns im Quidditch-Stadion, wo uns doch jederzeit jemand sehen könnte“, fügte sie noch kopfschüttelnd und lachend an. Severus lachte zuerst mit, doch dann sah er sie ernst an.
„Gerade deshalb liebe ich dich, mit dir wird es nie langweilig“, sagte er und gab ihr erneut einen Kuss.
„Ich liebe dich“, erwiderte sie nach dem Kuss und sah ihn an.
„Aber ich fürchte, wir sollten zurück zum Schloss, nicht dass sie uns wirklich noch vermissen und denken, Lucius hat uns etwas angetan“, murmelte er gegen ihre Lippen.
„Oh, nenne nicht seinen Namen, es reicht schon, wenn er im Schloss ist“, sagte sie und nahm den Kopf zurück.
„Wir lassen uns doch nicht von ihm den Abend verderben?“ Severus sah sie besorgt an.
„Nein, ganz sicher nicht, aber du hast Recht, gehen wir zurück, bevor es zu sehr auffällt“, erklärte sie und erhob sich. Sie streifte ihr Kleid glatt und richtete ihren Umhang und wandte sich schon zur Treppe.
„Hast du nicht etwas vergessen?“, fragte er und hob ihren Slip in die Höhe.
„Ach weißt du was? Behalte ihn als Andenken“, grinste sie jetzt und stieg die Stufen hinunter.
„Du willst doch nicht den restlichen Abend ohne ...?“ Er folgte ihr sofort und sie sah ihn noch einmal grinsend an.
„Nun, außer dir weiß es doch niemand, und ich glaub kaum, dass mir von dir heute noch Gefahr droht, nicht ein drittes Mal“, grinste sie und ging einfach weiter. Severus blieb verdutzt auf der Treppe stehen und starrte auf das Stück Stoff in seiner Hand. Dann ging er ihr kopfschüttelnd, aber dennoch grinsend hinterher.
Als sie die Stufen zum Schloss erreicht hatten, das Licht aus der Eingangshalle fiel durch einen Spalt auf die Treppe und erreichte sie beide, blieben sie noch einmal stehen.

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BeitragThema: Re: Sisilias Geheimnis Teil 3   Mi Apr 02, 2008 6:33 pm

„Ich liebe dich“, flüsterte sie ihn zu und sah ihn einen Moment eindringlich an.
„Gehen wir wieder zu den andern“, hauchte sie und strich ihm mit der Hand über die Wange.
„Oh, warte!“, sagte sie dann noch, zog ein Taschentuch aus ihrer Tasche und wischte ihm den Lippenstift aus seinem Gesicht.
„Schon viel besser“, grinste sie ihn an, als sie einen Schatten bemerkten, der in die Türe getreten war.
„Hallo, ihr beiden, da seid ihr ja“, sagte eine ihnen bekannte Stimme.
„Remus, hast du uns gesucht?“, fragte Sisilia und schritt die Stufen zu ihm nach oben.
„Nun, nicht direkt, nur Bill hat nach euch gefragt. Er meinte, ihr seid so plötzlich verschwunden. Ist alles in Ordnung?“, fragte er besorgt.
Nun war auch Severus nach oben gekommen und zu den beiden getreten und er war es, der nun antwortete.
„Sicher, warum sollte etwas nicht in Ordnung sein, wir waren nur ... nur etwas spazieren“, erklärte er und legte seine Hand um Sisilias Schulter. Aus den Augenwinkeln bemerkte sie, dass er noch immer etwas Schwarzes in der Hand hielt und ihr war sofort klar, was es war. Sie zog schnell seine Hand von der Schulter und schob sie hinter sich. Erst als sie ihm das Teil aus den Händen nahm, kapierte Severus, was er da getan hatte. Sie versteckte es hinter sich und als Severus Remus hinein schob in die Eingangshalle, steckte Sisilia es schnell in ihre Tasche und folgte den beiden dann mit einem unterdrückten Grinsen.
„Sagt mal, ist wirklich alles in Ordnung mit euch beiden?“, fragte Remus noch einmal nach, dem das Ganze doch etwas merkwürdig vorkam
„Sicher ist alles in Ordnung mit uns, siehst du?“, sagte Severus, zog Sisilia kurz an sich und gab ihr einen Kuss.
Remus hob die Augenbrauen und kratzte sich am Kopf, während er die zwei beobachtete. Sisilia grinste ihn nun an und sah dann zu Severus.
„Sag mal Remus, hast du mit Tonks denn schon getanzt?“, wollte sie wissen und hakte sich bei ihm ein. Severus tat dies jetzt von der anderen Seite her und so schoben sie beide ihn in die Große Halle hinein, direkt auf Tonks zu, die gerade mit Molly in ein Gespräch vertieft war.
„Sil, ich kann nicht tanzen“, protestierte er nun auf.
„Ach, das höre ich heute Abend schon zum dritten Mal, und jedes Mal hat es nicht gestimmt. Nix da, ich glaube das erst, wenn ich es gesehen habe“, erklärte sie und schob ihn auf den Tisch zu.
„Tonks, Remus hat mir gerade gestanden, dass er mit dir tanzen will“, sagte Sisilia und grinste von Tonks zu Lupin.
Diese sah überrascht zu Remus, der nur seine Hände hob und beinnahe unschuldig zu ihr blickte.
„Ach ja? Da lass ich mich nicht zweimal bitten“, erwiderte Tonks, stand prompt auf und ergriff die Hand von Remus. Der konnte sich nur noch kurz zu Sisilia umdrehen und ihr „Vielen Dank auch“, zuflüstern, als ihn Tonks auch schon auf die Tanzfläche zerrte. Sisilia sah den beiden vergnügt hinterher und als sie sah, dass Remus geschwindelt hatte, und er sogar sehr gut tanzen konnte, brummte sie nur „ Männer“ und schüttelte verständnislos den Kopf.
„Wie wäre es mit uns beiden?“, fragte dann Severus und streckte seine Hand nach Sisilias aus. Überrascht sah sie ihn an, doch dann nickte sie und reichte ihm ihre Hand.
Von hinter sich konnte sie dann hören, wie Arthur auch Molly zum Tanzen aufforderte und so gingen sie zu viert auf die Tanzfläche.
Sisilia verschmolz mit Severus und sie flogen, zum Erstaunen aller, nur so über die Tanzfläche. Er hatte seinen Arm fest um sie gelegt und drehte sich im Rhythmus der Musik mit ihr, bis ihr schwindelig wurde und sie ihn bat, einen Gang zurück zu schalten. Mit leuchtenden Augen sah er sie an.
„Ich wusste gar nicht, wie viel Spaß Tanzen machen kann“, sagte er dann leicht außer Atem.
„Tja, ich habe dir doch gesagt, mit dem richtigen Partner ...“, zwinkerte sie ihm, immer noch nach Luft ringend zu.
Auf einmal hörten sie einen Schrei aus der Tischreihe hinter sich.
„FURUNKULUS!“, und dann gab es einen lauten Knall. Sie wirbelten herum und starrten auf den Tisch hinter sich, der in die Knie gegangen war und auf ihm lag ... Viktor Krum. Sisilia sah sich erschrocken um, da sie wissen wollte was geschehen war. Da kam Ron auf Krum zu und drohte ihm mit erhobenem Zauberstab.
„Lass Hermine endlich zufrieden. Sie ist meine Freundin und wenn sie sagt, dass sie nicht mit dir tanzen will, dann hast du es zu akzeptieren, ist das klar?“, brüllte er ihn an, sein Kopf war hochrot und er kochte vor Zorn.
Krum lag mit dem Rücken auf dem Tisch am Boden und fuhr sich mit seinen Fingern über sein Gesicht, auf dem sich lauter kleine Tentakel gebildet hatten, die leicht in seinem Gesicht hin und her zuckten, und dann strich er über seine Lippe, die aufgesprungen war und blutete.
Arthur und Molly, blieben wir erstarrt stehen und starrten ungläubig auf ihren jüngsten Sohn.
„Bist du wahnsinnig!“, brüllte Krum in einem harten Englisch und wollte unter seinen Umhang greifen, doch dann ging Severus dazwischen. Er wusste, dass in Durmstrang auch die dunklen Künste unterrichtet wurden und er hatte keine Lust, von Krum eine Demonstration von diesen zu bekommen.
„Nehmen Sie Ihre Hand da raus, langsam, Mr Krum!“, drohte er dem Bulgaren mit gezogenem Zauberstab. Sisilia hatte gar nicht mitbekommen, wie er ihn aus seinem Umhang genommen hatte und starrte erstaunt von ihm zu Krum.
„Weasley, Sie melden sich bei Professor McGonagall im Büro, sofort“, befahl er Ron, der immer noch wutschnaubend da stand, aber dann einfach nickte. Hermine war inzwischen zu ihm getreten und sah ihn total erstaunt und verwirrt an, sie öffnete den Mund, um etwas zu sagen, doch dann schloss sie ihn gleich wieder. Dann fiel ihr Blick auf Krum, den sie nun aufgrund seiner widerlichen Furunkel im Gesicht angewidert ansah.
„Mit Vergnügen, Sir!“, gab Ron zornig zurück, steckte seinen Zauberstab in seinen Umhang und marschierte mit zufriedenem Gesicht aus der Großen Halle. Hermine sah ihm kopfschüttelnd und ganz bleich im Gesicht hinterher.
„Was sollte das Ganze denn jetzt wieder?“, fragte Hermine, als Sisilia zu ihr getreten war.
„Ist dir das wirklich nicht aufgefallen?“, fragte Sisilia sie überrascht.
„Nein, was denn?“
„Na, Ron ist total eifersüchtig. Du redest den ganzen Tag und den ganzen Abend immer nur mit Viktor Krum, da musste er doch irgendwann einmal ausrasten“, erklärte ihr Sisilia.
„Aber wir haben doch nur ...“ Hermine presste ihre Hand vor den Mund, als ihr das bewusst wurde und sah nun zerknirscht zu Sisilia.
„Na komm, lauf schon! Ich denke er wird sich freuen, wenn du jetzt zu ihm gehst, und das klärst. Er mag dich wirklich“, sagte sie leise und deutete zur Türe, durch die Ron gerade verschwunden war. Hermine nickte und nahm ihr smaragdgrünes Kleid, welches sie heute trug in die Hand und lief ihm mit schnellen Schritten hinterher. Ihre offenen lockigen Haare, die im Schein der Sternenlichter wunderschön glänzten, flogen auf und ab, als sie hinausrannte.

Sisilia lächelte in sich hinein und wandte sich dann wieder um. Inzwischen war Madam Pomfrey nach vorn gekommen und hatte nach Krum gesehen. Sie nahm ihn kurzerhand mit nach oben, in den Krankenflügel, um ihn dort zu behandeln.
Lucius Malfoy stand ebenfalls, seine Hand hatte er an den Knauf seines Stockes gelegt, bereit seinen Zauberstab jederzeit zu ziehen, doch als er sah, dass Sisilia und einige andere dies bemerkt hatten, nahm der die Hand wieder weg, und lächelte ihnen kalt, und beinahe entschuldigend entgegen. Er trat kurz zu Draco und es sah so aus, als würde er sich von ihm verabschieden. Doch dann fiel Sisilias Blick zu Severus, der kurz mit Minerva gesprochen hatte und nun wieder zu ihr zurückkam.
„Ein ganz schöner Hitzkopf, dieser Weasley“, sagte er leicht zerknirscht.
„Oh, das denke ich nicht. Er hat sich den ganzen Tag ganz schön zurückgehalten. Ich denke, Krum hat das mit Absicht provoziert. Also ich bin mir sicher, du hättest dir das nicht so lange gefallen lassen, wenn mich jemand so angebaggert hätte, wie er Hermine“, sagte sie überzeugt.
„Ich? Ich würde mich nie so aus der Fassung bringen lassen, wie es Ron Weasley getan hat. Zumal ich diese ganze Sache schon viel früher unterbunden hätte. Mein Nebenbuhler hätte es dann nicht einmal mehr gewagt, dich anzusehen, geschweige denn mit dir zu reden“, erklärte er abgeklärt und zupfte an seinen Ärmeln herum. Sisilia lachte nun und Severus starrte sie irritiert an.
„Glaubst du mir etwa nicht?“, fragte er gespielt erzürnt.
„Nein“, sagte sie trocken und als sie dann in sein Gesicht blickte, musste sie erneut loslachen.
„Na vielen Dank auch“, antwortet er zerknirscht.
„Ach komm schon, mach nicht so ein Gesicht. Du hast mir doch bewiesen wie gut du dich im Griff hast“, sagte sie jetzt mit einem Augenzwinkern, als in dem Moment Mr. und Mrs. Weasley zu ihnen traten.
„Severus, ich denke ich muss mich für Ron entschuldigen, ich weiß nicht, was in ihn gefahren ist. Er ist eigentlich nicht der Typ für solche Auseinandersetzungen“, entgegnete Artur ihnen.
„Vergiss es Arthur, es gibt einen einfachen Grund, warum er so reagiert hat. Auch wenn es nicht in Ordnung war, hat es Krum doch verdient“, erklärte Severus und sah Madam Pomfrey, die soeben mit Krum die Große Halle verlassen hatte nach.
„Es gibt einen Grund? Was für einen denn, um Himmels willen?“, fragte Molly aufgebracht.
„Ist doch offensichtlich Molly“, gab Sisilia mit einem Schmunzeln zurück, „Er ist verliebt, total verknallt und Viktor Krum war gerade dabei, ihm das Mädchen auszuspannen.“
Molly und Arthur starrten Sisilia an.
„Unser Ron und Hermine?“, fragte Arthur nun mit offenem Mund.
„Ist euch das noch nicht aufgefallen?“, fragte Sisilia überrascht. Molly und Arthur sahen sich überrascht an und schüttelten dann den Kopf.
„Na, dann konnten sie es ja gut vor euch verstecken“, lachte Sisilia, „Aber ich glaube, die Eltern sind sowieso immer die letzten, die so etwas mitbekommen.“
Jetzt lachten sie beide mit und Molly nickte heftig.
Aus den Augenwinkeln bekam Sisilia jetzt mit, wie Malfoy die Große Halle verließ, in unauffälliger Begleitung von Remus und Tonks, die einfach in Richtung Ausgang hinterher tanzten und darauf achteten, dass er wirklich das Schloss verließ. Sisilia atmete innerlich auf.
„Stimmt, das von Bill und Fleur hab’ ich auch erst heute Abend mitbekommen“, erklärte Molly und nun sah Arthur etwas verdattert drein und drehte dann seinen Kopf zur Tanzfläche, wo seinen Sohn und Fleur dort eng umschlungen tanzten.
„Na, ich hoffe, der Junge lässt sich noch ein bisschen Zeit mit heiraten und so, ich habe eigentlich nicht so schnell vor, Großvater zu werden“, erklärte Arthur jetzt und kratzte sich nachdenklich am Kopf, worauf hin er um sich herum Gelächter erntete und nur noch verlegener wurde.

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BeitragThema: Re: Sisilias Geheimnis Teil 3   Mi Apr 02, 2008 6:34 pm

B.elfe.R’s Auswirkungen



Es war noch sehr früh am Morgen, als Sisilia aufwachte. Irgendwie hatte sie großen Hunger, was vielleicht daran lag, dass sie den Abend zuvor nichts gegessen hatte. Bis zum Frühstück würde es noch ein paar Stunden dauern, so beschloss sie sich in der Küche irgendetwas zu Essen zu besorgen und wenn es nur ein Apfel war.
Severus hatte noch geschlafen, als Sisilia aufgestanden war.
So verließ sie das Zimmer und machte sich auf in die Küche. Sie hatte das Bild mit dem Obststilleben, welches der Eingang zur Küche war, schon fast erreicht, als sie plötzlich sah, wie dieses zur Seite schwang und jemand aus der Küche trat.
Verwundert blickte auf den blonden jungen Mann, der ebenfalls leicht erschrocken aussah, als er sie bemerkte. Doch dann setzte Draco Malfoy ein für ihn typisches Grinsen auf und ging auf Sisilia zu.
„Guten Morgen, Professor“, sagte er knapp ohne stehen zu bleiben, grinste kurz und ging an Sisilia vorbei zurück zu dem Gemeinschaftsraum der Slytherins.
Verwundert sah sie ihm hinter her. Was hatte er um diese Zeit in der Küche zu suchen, mal davon abgesehen, dass es Schülern nicht erlaubt war in die Küche zu gehen, doch das war ihr bei dem Schrecken nicht gleich in den Sinn gekommen. Sie würde mit Severus darüber sprechen, nahm sie sich vor. Doch dann setzte sie erst einmal ihren Weg fort. Als sie die Küche betrat, wunderte sie sich. Es waren mindestens 30 Elfen hier versammelt, die aufgeregt miteinander tuschelten. Doch, als sie Sisilia eintreten sahen, verstummten sie schlagartig.
Überrascht sah sie zu ihnen und bis auf drei von ihnen, machten sich alle schnell durch eine Türe aus dem Staub, ohne irgendetwas zu sagen. Das Ganze kam ihr jetzt doch sehr merkwürdig vor.
„Was kann Lurry für Madam tun?“, fragte einer der kleinen Elfen, die zurück geblieben waren, trat vor Sisilia und blickte sie leicht nervös an.
„Was war denn hier los?“, wollte Sisilia von dem kleinen Kerl direkt wissen, dieser versuchte sie mit einem unschuldigen Blick anzusehen.
„Wir haben nur besprochen, was heute noch getan werden muss, Mam, Professor“, antwortete er ihr. Doch Sisilia hatte das Gefühl, dass er nicht die Wahrheit sagte, vor allem deshalb, weil er mit seinen kleinen Händen immer wieder nervös an dem alten Kopfkissenbezug rumzupfte, der ihm als Kleidung diente.
„Du belügst mich doch?“, sie musterte das Gesicht des Elfen und dieser schüttelte aufgeregt seinen Kopf.
„Nein Professor, Lurry würde nie lügen“, sagte der Kleine rasch, vermied es jedoch Sisilia direkt anzusehen. Sie war sich sicher, dass er nicht die Wahrheit sagen würde, doch glaubte sie auch, dass er ihr nichts verraten würde. Das Ganze war sehr merkwürdig.
Doch dann beschloss sie, nicht weiter darauf einzugehen und lieber Dobby später danach zu fragen. So bat sie den Elfen nur ihr etwas zum Essen herzurichten, was die drei auch sofort zusammen taten. Danach verschwanden alle drei ebenfalls durch die Türe und ließen Sisilia alleine in der Küche zurück.
Plötzlich erschrak sie, als sich eine der Ofentüren, direkt neben ihr, wie von Geisterhand selbst öffnete. Doch dann erkannte sie, dass diese von innen aufgedrückt worden war, denn sie sah eine kleine gräuliche dürre Hand, die aus dem Backofen heraus schaute. Sie ging einen Schritt darauf zu und in dem Moment kam der Rest, der zu der Hand gehörte und krabbelte heraus.
Sisilia musste sich das Lachen verkneifen, als sie Dobby erkannte, der sie zusammengeduckt und ängstlich ansah.
„Dobby, du meine Güte, was machst du im Backofen?“ wollte Sisilia von ihm wissen, doch er hob seinen dürren knochigen Finger an seinen Mund und sah sich besorgt um.
„Psst, Professor. Nicht so laut. Dobby wird ihnen alles erzählen“; erklärte ihr das kleine Kerlchen. Er sah sich noch einmal um, nahm dann Sisilias Hand und zog sie etwas zur Seite, von der Tür weg, so dass man sie beide von dort nicht gleich sehen konnte.
„Dobby hat die anderen belauscht“, flüsterte er aufgeregt mit seiner hohen und fipsigen Stimme.
„Der junge Master war hier und hat den anderen Elfen Befehle gegeben. Befehle, die er von.........“ Er wurde so leise , das man mehr erahnen, als verstehen konnte, was er sagte, „von dem, dessen Name nicht genannt werden darf, hat“, wieder sah sich Dobby ängstlich in der Küche um. Mit besorgtem Blick beobachtet sie ihn und in ihrem Kopf begann es fieberhaft zu arbeiten.
„Du meinst, die Elfen, die gerade in der Küche waren, als ich gekommen bin, stehen zu... IHM..?“ Sie vermied es vor Dobby seinen Namen auszupreschen, da sie wusste, dass er zu viel Angst vor dessen Namen hatte.
Dobby nickte nur aufgeregt und sah Sisilia mit geduckter Haltung an.
„Dobby konnte nur ein paar Worte verstehen. Der junge Master wollte von ihnen, dass sie Pläne vom Schloss anfertigen, aber mehr hat Dobby in seinem Versteck nicht gehört, weil eine andere Elfe im vorbeilaufen die Backofentüre geschlossen hat und Dobby dann nichts mehr verstehen konnte“, er sah sie entschuldigend an und als er hörte, wie die Elfen von vorhin zurück kamen, versteckte er sich hinter einem Schrank. Sisilia ging wieder nach vorn und der Elfe entgegen, die ihr ein Tablett mit einem Frühstück reichte, wofür sie sich bei der Elfe bedankte.
„Das ist wirklich sehr nett. Vielen Dank für deine Mühe, ich weiß das zu schätzen.“
Es vorsorglich vermeidend, nicht in die Ecke zu sehen, in der sich Dobby gerade versteckt hatte, nahm sie ihm das Tablett ab.
Dann ging sie wieder nach oben zurück in ihren Wohnraum, setzte sich mit dem Tablett an den Tisch und dachte nach. Während sie an einem der belegten Sandwichs kaute, fasste sie den Beschluss, das Ganze ihrem Onkel zu erzählen. Dumbledore musste Bescheid wissen, was hier im Schloss und vor allem, was unter seinen Elfen vorging.
Ihr Blick ging zur Uhr und als sie merkte, dass es immer noch ziemlich früh war. So beschloss sie erst einmal in Ruhe fertig zu frühstücken und sich dann erst auf den Weg nach oben zu machen.

Gegen halb acht hielt sie es dann nicht mehr aus und sie machte sich auf den Weg zu ihrem Onkel. Gedankenversunken stieg sie die Stufen nach oben und als sie den Wasserspeier erreicht hatte, sagte sie das neue Passwort „Toffeedrops“, wartete bis der Brunnen auf die Seite gehüft war und stieg die Stufen zu seinem Büro hinauf.
Sie klopfte gegen die Türe und bekam auch sofort eine Antwort. Mit einem Lächeln trat sie in sein großes rundes Büro und schloss die Türe hinter sich. Albus stand am Fenster, als sie eintrat und schloss es gerade.
„Guten Morgen mein Kind, was führt dich so früh zu mir?“ Albus drehte sich um, lächelte sie überrascht und fragend an.
„Onkel, ich muss unbedingt mit dir sprechen, es geht um die Elfen hier im Schloss“, fiel Sisilia gleich mit der Tür ins Haus. Albus sah sie verwundert an und deutete auf einen Stuhl, der vor seinen Schreibtisch stand und nahm dann selber hinter seinem Schreibtisch platz.
„Was ist mit ihnen? Sie verrichten ihre Arbeiten doch anständig, oder?“, er blickte sie verständnislos an.
„Onkel, es geht nicht um die Arbeiten, sondern um ihre Loyalität zu Hogwarts und zu Dir. Ich habe schon lange die Vermutung, dass einige von ihnen sich nicht mehr so verhalten wie früher. Dobby hat mir das auch bestätigt. Und heute Morgen habe ich Draco Malfoy aus der Küche kommen sehen. Als ich dann dort eingetreten bin, standen da mind. 30 von den Elfen herum und redeten angeregt miteinander, aber nur bis sie mich gesehen haben, dann sind sie ganz schnell verschwunden. Dobby, der sie belauschen wollte und sich zu dem Zweck in einem der Backofen versteckt hatte, erzählte mir dann, Draco hätte ihnen den Auftrag geben ihm ganz genaue Pläne vom Schloss zu besorgen, vor allem von den Räumen, in die er keinen Zugang hat, wie zu Beispiel die Aufenthaltsräume der andern Schüler. Dobby, meinte er würde das im Auftrag von Voldemort tun und diese Elfen würden für ‚Ihn’ arbeiten“, erklärte sie und Albus hörte zu ohne sie zu unterbrechen, doch dann schüttelte er den Kopf.
„Sisilia, ich kann mir das nicht vorstellen. Die Elfen sind seit Jahrhunderten immer ihren Herren treu ergeben, sie können sich nicht so einfach gegen den Willen von uns stellen. Und was Draco Malfoy auch immer von ihnen gewollt hat, ich bin mir sicher, dass es sich nur um einen weiteren seiner Schülerstreiche handeln wird. Du weißt dass die Elfen an ihr Haus gebunden sind und an ihre Besitzer. Sie können sich nicht so einfach, nur aus einer Laune heraus, einen neuen Herrn aussuchen, das ist unmöglich“, beschwichtigte er ihre Geschichte. Er sah sie ernst an und sie konnte sehen, wie es hinter seiner Stirn arbeitet, doch dann schüttelte er erneut seinen Kopf.
„Nein, ich kann mir das einfach nicht vorstellen, wie sollte ein Junge das auch alleine schaffen, ich glaube du und Dobby, ihr irrt euch. Es ist eine schwierige Zeit und da kommt es vor, dass man auch leicht Hirngespinste sieht, mein Kind“, fügte er dann noch hinzu.
„Aber Dobby konnte es auch! Warum sollten es die Andern nicht andersherum auch können? Das wäre doch immerhin möglich. Und wie du bereits gesagt hast, es ist eine schwierige Zeit, auch für die Elfen und sie könnten wirklich zu Voldemort gewechselt sein. Vielleicht hat er ihnen etwas versprochen, was sie dazu bringt ihren Herrn untreu zu werden“, versuchte sie Albus zu überzeugen. Ernst musterte sie sein Gesicht und sie merkte, wie sie bei dem Gedanken leicht zu zittern begann. Die Elfen hatten Zugang zum ganzen Schloss, sie konnten jederzeit überall hin. Was, wenn sie durchdrehten und anfingen zu... Sie wollte den Satz nicht zu ende denken und schüttelte sich bei dem Gedanken daran, dass sich die Elfen in blutrünstige kleine Mörder verwandeln könnten.
Albus bemerkte ihren Blick, stand auf und ging zu ihr. Er legte eine Hand auf ihre Schulter und sah sie eindringlich an.
„Ich weiß, was du jetzt denkst, Sisilia. Doch die Elfen sind seit Jahrhunderten den alten Gesetzen unterworfen. Sie können sie nicht aus purer Lust und Laune einfach abschaffen oder ignorieren. Das geht nicht so einfach. Dobby ist eine große Ausnahme, der es ohne Harrys Hilfe nicht geschafft hätte, seinen Herrn Lucius Malfoy zu verlassen“, er zwinkerte ihr kurz zu.
„Aber...“, begann Sisilia, die immer noch sicher war, dass die Elfen nicht mehr so loyal waren, wie sie es sein sollten, doch Dumbledore unterbrach sie.
„Glaub mir, sie können nicht so einfach auf Voldemorts Seite wechseln und selbst wenn, würden wir es doch sofort merken. Sie würden andauernd Verletzungen haben, weil sie sich aus ungehorsam selbst bestrafen müssten und das würde doch uns allen auffallen“, versuchte er ihre Bedenken zu zerstreuen. Doch Sisilia war sich nicht so sicher, ob er Recht hatte.
„Wie kannst du dir da nur so sicher sein? Ich meine, gerade zurzeit? Ich habe bei ihnen einfach kein gutes Gefühl“, Sisilia sah den Schulleiter sehr nachdenklich an.
„Gut, wenn es dich beruhigt, dann werde ich ein Auge auf sie haben. Doch ich bin mir sicher, du machst dir unnötig Sorgen“, versprach er ihr, drückte ihr kurz die Schulter und ging dann zu Fawkes hinüber, der auf seiner Stange saß und einen leisen Schrei ausstieß, als Dumbledore zu ihm kam und über seine Seite strich. Sisilia sah ihm nach und wusste, dass für ihn das Thema beendet war. Kaum vernehmlich seufzend, stand sie auf und trat ebenfalls zu Fawkes, der sie ausgiebig musterte und so, als würde er sie begrüßen, einen leisen Ton von sich gab. Sisilia lächelte den Phönix an und streichelte ihm über das weiche rot-leuchtende Gefieder.
„Ich finde ihn einfach faszinierend, jedes Mal wenn ich zu dir komme, muss ich ihn ansehen, ich habe immer wieder das Gefühl, ich würde ihn zum ersten Mal sehen, er ist so wundervoll“, sagte Sisilia mit einem leisen warmen Ton. Irgendwie hatte Fawkes etwas Beruhigendes an sich und mittlerweile überlegte Sisilia schon, ob ihr Onkel nicht vielleicht sogar Recht hatte und sie sich das alles nur eingebildet hatte. Sie sah zu ihrem Onkel, der sie nun über seine Halbmondbrille hinweg ansah und lächelte ihm zu.
„Vielleicht bin ich auch nur überspannt und du hast Recht. Ich danke dir jedenfalls, dass du mir zugehört hast“, sagte sie und erwiderte seinen Blick.
„Du weißt, dass du jederzeit und mit allem zu mir kommen kannst“, gab er zurück und breitete seine Arme etwas aus. Sisilia verstand sofort und nahm ihren Großonkel in den Arm.
Auch er drückte sie und sie fühlte sich sehr geborgen in dem Moment. Als sie sich wieder von ihm löste sah er sie von oben bis unten an.
„Wenn du lächelst siehst du übrigens wunderhübsch aus. Ich habe das Gefühl, die Schwangerschaft bekommt dir sehr gut“, sagte er und zwinkerte ihr zu.
„Mir geht es auch wunderbar, wirklich. Ich habe absolut keine Probleme. Würde man es nicht schon inzwischen sehen können“, sie deutete auf ihren Bauch, der sich schon etwas rundete, „wäre ich mir nicht so sicher, ob ich wirklich schwanger bin“, strahlte sie und ihre Augen leuchteten dabei.
„Ich hoffe, es wird auch so bleiben. Habt ihr euch schon einen Namen überlegt?“, wollte er dann wissen, doch Sisilia schüttelte den Kopf.
„Nein nicht wirklich, ich denke es hat auch noch Zeit, zumal wir auch nicht wissen, ob wir einen Jungennamen oder einen Mädchennamen aussuchen müssen“, lachte sie auf. Albus stimmte mit ein in das Lachen und nickte.
„Das ist natürlich ein Grund. Was hättet ihr den lieber?“
Sisilia zuckte mit den Schultern, strich dem Phönix noch einmal über das Gefieder und sah diesen dann an, als sie weitersprach.
„Ich glaube Severus wünscht sich einen Jungen, aber ich denke, ich hätte gerne ein Mädchen. Doch im Grunde ist es uns beiden wohl egal. Ich möchte nur, dass es gesund wird und eine bessere Kindheit haben wird, als ich es hatte. Wobei ich nicht sagen will, dass es mir so wahnsinnig schlecht ging, aber........“, sie sah ihren Onkel an.
„Ich weiß was du meinst. Und es gibt nichts, was ich mir mehr für euer Kind und für alle Kinder dieser Erde wünsche, als eine sorgenfreie Kindheit“, seufzte er.
Dann warf er einen Blick auf seine große Standuhr, die im Zimmer stand und sah dann wieder zu Sisilia.
„Jetzt wird es aber Zeit. In einer halben Stunde fängt der Unterricht an“, erklärte er mit dem Blick auf die Uhr. Sisilia erschrak und sah ebenfalls kurz auf das Ziffernblatt.
„Tut mir leid Onkel, jetzt hab ich dich so lange aufgehalten. Severus wird mich sicher auch schon vermissen, ich habe ihm nicht gesagt, wo ich hingehe und er hat noch geschlafen, als ich weg bin“, erklärte sie ihm, gab ihm einen Kuss auf die Wange und ging rasch zur Türe, dort bleib sie noch einmal kurz stehen und lächelte zu Dumbledore.
„Danke!“, hauchte sie noch zu ihm und verschwand dann nach unten. Rasch ging sie zurück in ihr Zimmer, wo sie einen wartenden Severus vorfand, der auf dem Sofa saß und eine Zeitung auf den Knien liegen hatte. Er faltete sie zusammen, als sie eintrat und sah sie an.
„Wo warst du denn?“ fragte er und sie hatte das Gefühl, als würde er leicht gekränkt klingen.
„Tut mir leid. Ich musste mit meinem Onkel sprechen und das hat länger gedauert, als ich gedacht hatte. Außerdem wollte ich dich vorhin nicht aufwecken“, antwortete sie, als sie zu ihm ging, ihm einen Kuss auf die Lippen hauchte und sich neben ihn setzte.
„Um was ging es?“ wollte er dann wissen und Sisilia berichtete ihm von dem Gespräch, das sie mit ihrem Onkel hatte.

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BeitragThema: Re: Sisilias Geheimnis Teil 3   Mi Apr 02, 2008 6:35 pm

Doch auch Severus war der gleichen Meinung wie Albus Dumbledore und auch er versuchte Sisilia zu beruhigen. Doch hatte er auf jeden Fall vor, mit Draco ein Wort zu reden, denn Schüler hatten absolut nichts in der Küche zu suchen, aus welchem Grund auch immer.
„Jetzt bist du gar nicht zum Frühstücken gekommen?“ stellte Sisilia fest, die gerade auf die Uhr gesehen und festgestellt hatte, dass in fünf Minuten der Unterricht beginnen würde.
„Mach dir keine Gedanken, du hast von deinem Frühstück hier“, er deutete auf das Tablett, welches auf dem Tisch vor ihnen stand, „soviel übrig gelassen, dass es für mich auch noch gereicht hat“, grinste er sie an und erst jetzt fiel Sisilia auf, dass das Tablett ganz leer gegessen war und sie grinste dann ebenfalls.
„Gut, ich hatte schon ein schlechtes Gewissen, es wieder halbvoll zurück zu geben.“
Severus musterte sie nun ruhig, legte die Zeitung auf den Tisch und beugte sich weiter zu ihr hinüber.
„Was ist denn? Warum siehst du mich so an?“, wollte sie wissen, wich seinem Blick aber nicht aus.
„Du fragst mich was ist? Ich habe dich vermisst, das ist“, bei diesen Worten rutschte er etwas näher an sie heran, was sie amüsiert beobachtete.
„Ich war doch nur ein paar Minuten weg“, gab sie zurück und sah, wie er seine Hand nach ihrem Gesicht ausstreckte.
„Diese Minuten kamen mir fast wie eine Ewigkeit vor“, hauchte er nun, sein Gesicht war nur mehr ein paar Zentimeter von ihrem entfernt und mit der Hand strich er zart über ihre Wange. Noch bevor Sisilia etwas darauf erwidern konnte, hatte er schon seine Lippen auf die ihren gepresst und küsste sie.
Nach einer ganzen Zeit, hob er wieder seinen Kopf und sah ihr in die Augen. Sisilia, die zuvor ihre Augen geschlossen hatte, öffnete sie nun wieder und blickte in seine fast schwarzen glühenden Augen, als ihr mit Schrecken etwas ganz anderes bewusst wurde.
„Ach du meine Güte, der Unterricht hat ja schon längst angefangen. Du bist auch unmöglich, wir werden beide zu spät kommen“, tadelte sie ihn und stand abrupt auf. Severus erhob sich ebenfalls von dem Sofa, griff aber nach ihrer Hand.
„Dann sollen die Schüler eben ein paar Minuten warten. Mir war es eben gerade wichtiger meine Frau zu küssen, als pünktlich beim Unterricht zu sein“, erklärte er sanft und sah sie mit einem ernsten Ausdruck an.
„Das sagst ausgerechnet du? Du, der immer Wert auf Pünktlichkeit und Korrektheit legt?“ fragte Sisilia ihn überrascht.
„Darf man nicht auch einmal seine Meinung ändern?“, fragte er fast schon beleidigt, immer noch ihre Hand haltend.
„Natürlich darfst du das, ich hätte...“, er ließ sie nicht ausreden, sondern zog sie erneut zu sich heran und gab ihr einen weiteren Kuss und dann sah er ihr in die Augen.
„Wenn du jetzt nicht ganz schnell zu deinem Unterricht verschwindest“, er zog sie fest an sich heran, während er das sagte, „wird noch der ganze Unterricht heute bei unseren Schülern ausfallen“, er hob eine Augenbraue und Sisilia konnte sich das Grinsen nun nicht mehr verkneifen.
„Du bist unmöglich, weißt du das“, sie löste sich von ihm und ging, aber ohne seine Hand loszulassen einen Schritt zurück.
„Nun mach dich schon auf den Weg. Wir sehen uns später im Lehrerzimmer!“ schmunzelte sie und wollte zur Türe gehen, doch er ließ ihre Hand noch immer nicht los.
„Im Lehrerzimmer? Findest du nicht, dass da zu viele Leute sind?“, fragte er süffisant.
„Jetzt hör aber auf! Wie soll ich mich denn da noch auf den Unterricht konzentrieren können?“, flachste sie nun, entzog ihm ihre Hand und ging zu Türe.
„Na genauso wenig, wie ich mich“ antwortete er ihr, nahm seine Unterlagen, die er auf einem kleinen Tischchen neben der Treppe abgelegt hatte und ging die erste Stufe hinunter.
„Tja, mein Schatz, da bist jetzt aber selber schuld“, grinste Sisilia ihn noch einmal an und schloss dann die Türe hinter sich, ohne auf eine weitere Reaktion von ihm zu warten und machte sich mit einigen Minuten Verspätung auf, zu ihrem Unterricht.

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